Gay Hardcore 11: Kolbenfresser XXL - Tilman Janus - E-Book

Gay Hardcore 11: Kolbenfresser XXL E-Book

Tilman Janus

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Beschreibung

Als Johannes überraschend eine Autowerkstatt erbt, will er den heruntergekommenen Betrieb eigentlich nur schnellstmöglich abwickeln. Mit Bolzen und Schläuchen hat der ungeoutete Werbetexter nun wirklich nichts am Hut! Doch der bullige Kfz-Meister ahnt schnell, wo es beim neuen Boss wirklich klemmt. Also verpasst er dem Schreiberling erst mal eine Einführung in die Welt der Zapfhähne, Ölwechsel und Kolbenfresser …

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GAY HARDCORE 11

KolbenfresserXXL

Tilman Janus

Die in diesem Buch geschildertenHandlungen sind fiktiv.

Im verantwortungsbewusstensexuellen Umgang miteinander geltennach wie vor die Safer-Sex-Regeln.

Gay Hardcore 11© 2017 Bruno Gmünder GmbHKleiststraße 23 – 26, 10787 [email protected]© 2017 Tilman JanusCoverabbildung: ©Ragingstallion.comFalcon Studios Group (Model: Boomer Banks)Printed in Germany

ISBN 978-3-95985-308-8eISBN 978-3-95985-343-9

Mehr über unsere Bücher und Autoren:www.brunogmuender.com

Für J.

Inhalt

Einspritzpumpe

Das Auspuffrohr

Ein Stahlbolzen

Radkralle

Die neue Tanksäule

Inspektion mit dem Messfühler

Strafzettel

Treibstoff

Ersatzteile

Ölwechsel

Kolbenfresser

Zweitakter

Im Strömungskanal

Reifendruck

Hafenladung

Spritztour

Abgeschleppt und vollgetankt

Zapfhähne

Einspritzpumpe

Ein gigantischer Ständer tauchte vor meinem Gesicht auf. Die Kuppe sah prall und feucht aus. Ich wollte danach greifen, doch das verlockende Teil wurde immer wieder weggezogen. Ich kroch auf allen vieren hinterher. Die Zunge hing mir aus dem Mund, Schweiß lief in Strömen über mein Gesicht und brannte in den Augen. Je mehr ich mich anstrengte, desto weiter rückte der prachtvolle Kolben von mir weg. Ein hämisches Lachen gellte in meinen Ohren.

Ich fuhr hoch.

Es war noch dunkel. Tatsächlich fühlte ich mich wie in Schweiß gebadet. Ich atmete tief. Dieser verfluchte Traum hatte mich jetzt bestimmt zum hundertsten Mal gequält! Mein Schwanz stand hart und heiß, wie immer bei solchen Träumen.

Schlecht gelaunt saß ich auf der Bettkante und griff nach meinem Smartphone, das auf der Nachtkonsole lag. Sonntag, 1. Januar, sechs Uhr früh. Der Silvesterumtrunk steckte mir noch in den Knochen, oder richtiger: im Blut. Es war nichts Besonderes gewesen, nur Bier saufen in meiner Stammkneipe mit ein paar Bekannten. Gegen zwei Uhr morgens war ich zu Fuß nach Hause aufgebrochen. Ich wohnte in Bad Bramstedt, einer Kleinstadt zweiundvierzig Kilometer nördlich von Hamburg, die man in einer knappen Stunde bequem durchlaufen kann. Bad Bramstedt hat weniger als 13 900 Einwohner und liegt am historischen Ochsenweg. Das sagt eigentlich schon alles.

Ich kam mir oft vor wie ein blöder Ochse. Seit sechs Stunden hatte ich Geburtstag, den siebenundzwanzigsten. Es interessierte nur niemanden. Mit jedem Geburtstag wurde das Gefühl stärker, dass ich mein ganzes Leben in den Sand gesetzt hatte. Die Dreißig näherte sich mit Riesenschritten, und was hatte ich erreicht? Nichts außer ein paar miesen Schreibjobs, die mich finanziell gerade so über Wasser hielten. Wenn ich nicht das schuldenfreie Haus von meinen Eltern geerbt hätte, wäre ich wirklich nervös geworden. So brauchte ich wenigstens keine Miete zu zahlen. Aber der Bungalow lag eben in Bad Bramstedt, am Arsch der Welt.

Mein Harter klopfte. Ich ging durch das dunkle Zimmer und den finsteren Korridor ins Bad. Nicht mal pinkeln konnte ich mit diesem Ständer! Ich setzte mich auf den geschlossenen Klodeckel und spielte an meiner Latte herum. Gefühlte zehn Millionen Mal hatte ich bloß gewichst. Mit Frauen konnte ich nichts anfangen, aber Sex mit Männern wollte ich auch nicht, in dieser kleinen Stadt … und überhaupt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass mich schwuler Sex glücklich machen würde. Quickies auf dem Autobahnparkplatz, in einem stinkenden Scheißhaus oder irgendwo im zugigen Gebüsch – nein, danke!

Es gibt zwei große Kliniken in Bad Bramstedt und im Norden ein Gewerbegebiet. Ich schrieb die Texte der Flyer und Werbeprospekte für die Kliniken, auch für einige Hotels, Pensionen, Geschäfte und Restaurants, außerdem E-Mail-Texte für verschiedene Firmen und Beipackzettel für ein paar Pharmahersteller. Manchmal fabrizierte ich als »Ghostwriter« private Erinnerungsbücher für Jubiläen oder Hochzeiten, in denen mein Name nicht genannt wurde. Zum Glück! Ich hatte den Abschluss des Germanistikstudiums in Hamburg nicht geschafft, zu faul, zu dumm, keine Ahnung. Der geplante Bestseller zum Thema »Menschen an der Nordsee« war mir auch noch nicht gelungen. Irgendwann hatte ich es aufgegeben und war zurückgekehrt in meinen Geburtsort – Bad Bramstedt. Mein Leben kreiste um dieses gottverlassene Provinznest am Ochsenweg.

Ich stöhnte leise. Lag es an dem verdammten Traum, dass ich besonders geil war? Ich wichste schneller. Wenigstens das war gut. Das eigene Rohr in der Faust halten, das Kribbeln fühlen, die Härte, die Hitze, das Kommen spüren, wie es langsam anrollt, immer stärker wird, sich Bahn bricht, einen mitreißt, mit unaufhaltsamer Macht das Innere nach außen kehrt und den Milchsaft in heftigen Schüben hinausschießen lässt … ja! Gut! Das Einzige, das gut war! Langsam konnte ich mich entspannen.

Sollte ich die Wichse gleich aufwischen? Oder erst, wenn ich richtig wach wäre? Ich war ein »Weitspritzer«, einen Meter schaffte ich fast immer, auch noch mit siebenundzwanzig Jahren. Manchmal mehr, wenn der innere Druck groß war – wie bei einer Einspritzpumpe für Dieselmotoren. Leider ohne Brennraum! Ach, ich hatte keine Lust zum Wischen. Ich stand auf, klappte die Klobrille hoch und pisste ins Becken. Das Bier wollte raus …

Ich schüttelte meinen Schwengel ab, tappte zurück ins Schlafzimmer und wühlte mich wieder ins Bett. Die Träume würden mich jetzt hoffentlich in Ruhe lassen. Neues Jahr … Müsste ich gute Vorsätze fassen? Studium wieder aufnehmen? Mehr soziale Kontakte knüpfen? Eine Familie gründen? Ich schauderte bei diesem Gedanken.

An meinem Aussehen lag es nicht, dass ich so einsam war. Schlank, 1,78 Meter groß, gut gewachsen und regelmäßig im Sportstudio fit gehalten – ich konnte mich jedenfalls sehen lassen. Meine braunen Haare trug ich ein bisschen länger als der Durchschnitt, mein Gesicht mit den dunklen Augen und der geraden Nase sah ziemlich gut aus, und mein Schwanz war auch okay – kein absoluter Riesenhammer, aber dick genug und gut anzufassen. Oft ließ ich mir einen Dreitagebart wachsen, doch wenn ich wegen eines Auftrags zu einer Firma musste, rasierte ich mich vorher.

Das Wiedereinschlafen gelang mir nicht gleich. Ich stellte mir vor, dass ein anderer Kerl dicht neben mir liegen würde, auch nackt. Ich könnte seinen fetten Schwanz durchwalken, seinen Sack sanft drücken und seine Nippel zwirbeln. Aber vielleicht schnarchte er, oder er wollte von mir regelmäßig bekocht werden. Möglicherweise würde er sich nicht gerne waschen. Er könnte mich herumkommandieren und mir beim Sex schrecklich wehtun.

Ich drehte mich auf die andere Seite.

Wenn es nun jemanden gäbe, der genau zu mir passen würde? Der mir nicht wehtäte, in jeder Hinsicht? Ach, scheiß drauf! Zwei Kerle in einem Haushalt – das konnte nicht gutgehen! Und in diesem Kaff, wo jeder jeden beobachtete, sowieso nicht!

Am Montag, dem 2. Januar, erhielt ich einen Brief von einem Hamburger Anwalt und Notar, einem Dr. Kron. Ich kannte den Mann nicht. Neugierig riss ich den Umschlag auf. Dr. Kron teilte mir mit, dass ich eine Erbschaft von meinem Großonkel Herbert zu erwarten hätte, der in Hamburg gelebt hatte. Ich schämte mich, dass ich mich nie um Onkel Herbert gekümmert hatte, mich kaum noch an ihn erinnerte. Nun hatte er mir sogar etwas vermacht. War meine Freude pietätlos? Ich hoffte auf eine größere Summe, denn Geld konnte ich gut gebrauchen. Mein Wagen zum Beispiel, ein sechsundvierzig Jahre alter Opel Commodore Coupé in Rot mit schwarzem Dach, rostete mir bereits unter dem Hintern weg. Er war einst das Hobby meines Vaters gewesen, ich hatte ihn ebenso wie das Haus geerbt, aber so wenig Geld wie möglich hineingesteckt. Zu Autos hatte ich einfach kein Verhältnis. Ich fuhr also mit der altersschwachen Karre noch am selben Tag nach Hamburg.

Der Anwalt residierte in einer vornehmen Kanzlei in der neuen HafenCity. Gut, dass ich einen Anzug trug und ausnahmsweise einen Schlips umgebunden hatte. Eine junge Anwaltsgehilfin führte mich durch die teuer eingerichteten Räume. Ich dachte daran, wie es wäre, mit einer solchen Frau zusammen in meinem Haus am Ochsenweg zu leben. Nein, ich musste ehrlich sein – so sehr verbiegen konnte ich mich nicht. Also blieb nur das ewige Single-Dasein.

Sie öffnete die Tür zum Sprechzimmer des Anwalts.

»Der Herr Johannes Holteyer aus Bad Bramstedt, Dr. Kron!«, flötete sie und schwenkte die Hüften.

Ich hatte Verständnis für das Hüftschwenken, denn Dr. Kron war durchaus attraktiv. Er sah etwa wie Robert Redford in jungen Jahren aus. Nun stellte ich mir vor, dass ich mit ihm zusammen in Bad Bramstedt leben würde … okay, Schwamm drüber! Das Foto einer jungen Frau mit Kind stand auf dem eleganten Schreibtisch.

»Guten Tag, Herr Holteyer«, begrüßte er mich freundlich. »Schön, dass Sie so schnell herkommen konnten. Nehmen Sie bitte Platz!«

»Danke, Herr Dr. Kron, für Ihre Nachricht. Sie schrieben von einer Erbschaft …«

»Ja, der Erblasser, Ihr Herr Großonkel Herbert Blank, besaß diverse Liegenschaften in Hamburg, die er in seinem Testament den Neffen und Nichten sowie den Großneffen und Großnichten zugewiesen hat. Er selbst hatte keine Kinder. Bargeld ist übrigens kaum vorhanden.«

»Aha«, murmelte ich etwas enttäuscht. Aber ein Grundstück wäre auch nicht schlecht, das könnte ich verkaufen. »Ich hatte wenig Kontakt zu Onkel Herbert«, ergänzte ich. »Deshalb weiß ich gar nicht, was er alles besaß.«

Kron blätterte in den Akten. Notarielle Angelegenheiten wurden anscheinend auch im Internetzeitalter immer noch per Papier bearbeitet.

»Für Sie, Herr Holteyer, hat er eine Tankstelle mit Autowerkstatt im Norden von Hamburg vorgesehen.«

Ich verschluckte mich fast vor Schreck. Eine Tankstelle! Mit Autowerkstatt! Für einen Schriftsteller! Das war, als ob man einem Veganer einen blutigen Fleischklops zum Mittagessen vorgesetzt hätte!

»So!«, brachte ich nur heraus.

Dr. Kron nickte.

»Die Immobilie liegt in Fuhlsbüttel, ganz in der Nähe des Flugplatzes. Ich habe hier die Adresse für Sie.«

Er reichte mir einen Brief, wohl von meinem Großonkel selbst handgeschrieben.

›Lieber Johannes‹, las ich, ›bedauerlicherweise haben wir uns in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren, aber ich erinnere mich gut daran, was für ein reizender, fantasievoller Junge du warst. Die Tankstelle habe ich von meinem Vater übernommen, der das Grundstück gepachtet hatte, um dort die erste Tankstelle Deutschlands zu bauen. Es lief nicht nach Plan, erst 1930 gingen die Zapfsäulen in Betrieb. Dann wurde daraus ein gutes Geschäft. Diese Tankstelle war mein allererstes Besitztum und soll dich daran gemahnen, dass man aus allem das Beste machen kann und dass auch ein kleiner Anfang oft zu großem Erfolg führt. Behalte mich in guter Erinnerung! Dein Großonkel Herbert!‹

Es folgten die Anschrift und eine Wegbeschreibung. Aus dem Brief schloss ich, dass es eine sehr kleine und sehr alte Tankstelle sein musste. Ich starrte auf die akkurat mit Füllhalter geschriebenen Zeilen.

»Selbstverständlich können Sie das Erbe auch ausschlagen«, erklärte Dr. Kron. Anscheinend konnte er in meinem Gesicht lesen.

»Ich sehe mir den Betrieb erst einmal an«, sagte ich. »Reicht es, wenn ich Ihnen morgen meine Entscheidung mitteile?«

»Aber ja, Herr Holteyer. Erwähnen möchte ich noch, dass keine Schulden oder Hypotheken auf den Gebäuden lasten.«

»Das ist immerhin gut«, gab ich zurück und verabschiedete mich von dem attraktiven Anwalt. Erst jetzt sah ich einen Ehering an seiner Hand glänzen. Die ganze Geschichte und dann noch der Ehering stimmten mich irgendwie depressiv.

Mein antiker Commodore knirschte und quietschte, als ich aus der City nach Norden fuhr. Vielleicht hatte der Keilriemen Schlupf. Der TÜV war auch schon überfällig. Mir kam die Idee, dass ich nun, als zukünftiger Besitzer einer Werkstatt, gleich mal mein Auto kostenlos durchsehen lassen könnte – sofern es in diesem zweifelhaften Betrieb überhaupt noch Personal gab.

Während der Fahrt durch die Stadt dachte ich an Großonkel Herbert, einen der vielen Brüder meiner Großmutter. Er war also kinderlos geblieben, während seine Geschwister jede Menge Kids in die Welt gesetzt hatten. Ich hielt grundsätzlich nicht viel von Verwandtschaft, aber immerhin hatte ich den alten Herrn als sympathisch in vager Erinnerung.

In Hamburg Nord bog ich in die Alsterkrugchaussee ein, eine lange Straße östlich vom Empfangsgebäude des Flughafens, der vor Kurzem nach dem Altkanzler Helmut Schmidt benannt worden war. Je näher ich dem Punkt kam, an dem diese verdammte Tankstelle liegen sollte, desto flauer wurde mir im Magen. Doch die Realität sah noch schrecklicher aus als meine schlimmsten Vermutungen. Mein sogenanntes Erbe war einfach ein Albtraum.

Zwischen flachen Lagerhallen, direkt an einer Neben-straßeneinmündung, gab es ein großes, dreieckiges Grundstück, auf dem eine total veraltete Tankstelle vor sich hindämmerte. Die Zapfsäulen unter dem freistehenden, windschiefen Holzdach schienen seit 1930 nicht mehr erneuert worden zu sein. Das Kassenhäuschen aus rotem Backstein dahinter wirkte marode. Daneben erhob sich eine schmale Werkstatthalle, die aus rostigen Blechwänden zusammengeschustert war. Das Blechdach hing stark durch. Vor dem Tor der Halle türmten sich alte Reifen, leere Kanister und verrostete Autoteile. Ein paar Meter hinter dem Kassenkiosk stand ein einstöckiges, heruntergekommenes Wohnhaus, ebenfalls aus Backstein. Einige der vor Staub blinden Fensterscheiben waren zerbrochen. Dort wohnte bestimmt niemand mehr. Kunden waren weit und breit nicht zu entdecken, Angestellte auch nicht.

Ich hielt nicht an, ich fuhr einfach vorbei. Nach zweihundert Metern erst parkte ich. Was sollte ich tun? Ich saß in meinem alten Wagen und dachte nach. Diese Schrottliegenschaft konnte ich nicht einmal verkaufen. Wer würde so etwas haben wollen? Niemand! Meine Hoffnung auf eine tüchtige Geldspritze war verpufft. Ehe ich mich mit diesem alten Teil herumplagen müsste, würde ich doch die Erbschaft lieber ausschlagen. Grimmig nickte ich vor mich hin. Genau! So wollte ich es machen. Der gute Onkel Herbert würde es ja nicht mehr merken!

Rasch startete ich den Motor, wendete und fuhr zurück. Noch ein letzter Blick auf dieses Unglückserbe …

Ein großer Kerl mit kurzen, blonden Haaren kam aus dem Kassenhäuschen, aus meinem Kassenhäuschen. Er maß mindestens 1,90 oder 1,95 Meter und hatte Schultern wie ein Profiboxer. Obwohl die Außentemperatur kaum über null lag, trug er bloß ein kurzärmliges, graues Shirt und eine blaue Latzhose. Sogar über die Straße hinweg erkannte ich, dass diese Hose in der Schrittgegend unglaublich prall gefüllt war. Ich trat auf die Bremse.

Hinter mir hupte jemand wütend. Schnell quetschte ich meinen Opel in eine Parklücke, stieg aus und überquerte die Straße.

Der blonde Typ sah auf und schaute mir entgegen, als ich das Tankstellengrundstück betrat.

Das Auspuffrohr

Schön’ guten Tag!«, grüßte ich. »Mein Name ist Johannes Holteyer. Sind Sie ein Angestellter dieser Tankstelle?«

Der blonde Riese musterte mich stumm von oben bis unten. Ich hatte reichlich Gelegenheit, seine himmelblauen Augen, die etwas flachgedrückte Nase, die hellen Bartstoppeln und seine mit zahlreichen Tattoos geschmückten, muskelstarken Arme zu studieren. Schließlich atmete er tief ein.

»Du bist also der neue Chef!«, bellte er.

Aha, er schien informiert zu sein. Dass er mich gleich duzte … geschenkt!

»Neuer Chef ist zu viel gesagt«, gab ich zurück. »Ich wollte mir die ganze Sache erst einmal ansehen.«

»So! Na, dann komm rein!«

Er sperrte die Tür des Kassenhäuschens wieder auf und ließ mich vorgehen.

Innen sah es nicht viel besser aus als draußen. Die Kasse, der Tresen, ein Zeitschriftenständer, die Regale mit Süßigkeiten, uralten Motoröldosen und Getränken – alles wirkte total vergammelt und verstaubt.

Der blonde Typ schob sich hinter den Kassentresen und blickte mich erwartungsvoll an. Tja, was sollte ich sagen? Dass ich den ganzen Schrott am liebsten nie gesehen hätte? Dass nur er, dieser kräftige Kerl, mich überhaupt dazu gebracht hatte, den Laden zu betreten? Konnte ich ihm schlecht verraten …

»Welche Funktion hast du hier?«, erkundigte ich mich.

»Kfz-Meister Ole Grönwald.«

Sehr gesprächig war er nicht gerade.

»Und wer arbeitet noch hier?«

»Der Tankwart und der Mechatroniker.«

»Mechatroniker? Was ist denn das?«

Ole Grönwald schnaufte.

»Nannte man früher Kfz-Mechaniker. Heißt jetzt Kfz-Mechatroniker.«

Ich verstand. Autos waren inzwischen nicht mehr nur fahrbare Untersätze, so wie meine alte Klapperkiste, sondern eher ein Haufen rollender Elektronik.

»Und wo sind die beiden?« Jedes Wort musste ich ihm aus der Nase ziehen!

»Wir wechseln uns ab. Jeder einen Tag.«

»Es gibt wohl nicht so viele Kunden?«

Er hob die massigen Schultern, die das dünne T-Shirt so stark dehnten, dass der Stoff zu reißen drohte, sagte aber nichts.

»Wann hat sich denn Herr Blank zuletzt um seine Tankstelle gekümmert?«, fragte ich.

»Nie!«

Ich starrte ihn an.

»Ja … also … so ein Geschäft muss doch richtig geführt werden, Steuern, Abgaben, Löhne, Einkauf, Buchhaltung und so weiter …«

»Haben wir nebenbei gemacht. Der alte Chef hat mir Vollmacht gegeben.«

Ich pustete die Luft durch die Lippen.

»Ihr zahlt euch selber die Löhne aus?«

»Hör mal zu, du Grünschnabel!«, schnauzte er plötzlich los. »Wenn du hier rummotzen willst, kannst du gleich wieder abhauen! Denkst du, wir betrügen? Hier läuft alles ehrlich! Wir arbeiten hier für ’n Appel und ’n Ei, seit Jahren! Reicht gerade mal so! Wir hängen eben dran!«

»Ich wollte euch nicht kritisieren!«, erwiderte ich in einem versöhnlichen Ton. »Wirklich nicht! Ich war nur so erstaunt.«

»Mpf!«, grunzte er.

Ich hatte keine Ahnung, was er damit meinte.

»Also, Folgendes, Ole: Ich bin Autor, ich habe keine Ahnung von Kraftfahrzeugen. Ich – «

»Auto?«, fragte er dazwischen. »Wie jetzt …?«

»Autor! Schriftsteller! Eine Tankstelle mit Werkstatt zu führen, liegt mir nicht.«

»Kannst uns ja weitermachen lassen wie vorher. Der alte Chef hat sich auch nicht gekümmert.«

»Das kann ich eben nicht. Wenn etwas passiert, muss ich dafür aufkommen, gerade bei einer so feuergefährdeten Sache. Ich habe aber kein Kapital. Außerdem wäre es doch viel sinnvoller, wenn ihr euch alle drei einen besseren Job sucht, ihr seid bestimmt sehr tüchtig.«

Ein bisschen Honig ums Maul geschmiert – das konnte nicht schaden. Beim Stichwort »Honig« rutschte mein Blick aus Versehen tiefer und hakte sich an Ole Grönwalds fetter Schwanzbeule fest. Von Nahem wirkte sie noch viel bombastischer. Sein Teil war ganz sicher nicht steif und trotzdem anscheinend so groß wie eine Fleischwurst. Ich bekam tatsächlich weiche Knie, wie ein Schuljunge.

Ole sagte nichts.

Ich riss mich zusammen und schaute wieder hoch in sein Gesicht.

Die himmelblauen Augen schienen zu flirren. Kündigte sich ein neuer Wutausbruch an?

»Hör mal zu, du Schreiberling!«, fauchte er. »Ich bin sechsunddreißig Jahre alt. Vor zwanzig Jahren hab ich hier angefangen, als Lehrling, hab als Mechaniker hier gearbeitet, hab den ganzen elektronischen Kram dazugelernt, hab meinen Meister gemacht und schmeiß hier den Laden. Und da kommst du, noch nass hinter den Löffeln, und willst uns sagen, was wir machen solln?«

Die ganze Geschichte war total verfahren. Ich wurde in die Rolle des bösen Arbeitsplatzvernichters gedrängt, dabei wollte ich doch nur mein ruhiges Leben weiterführen.

»Ich bin siebenundzwanzig und kein Greenhorn mehr«, knurrte ich.

»Ach ja? Siehst jünger aus.«

Sollte das ein Kompliment sein? Langsam wurde mir heiß, obwohl die Kassenbude nicht geheizt war, denn dafür wurde sicherlich kein Geld ausgegeben. Ich kam mir vor wie in einem Hochofen und musste mir Winterjacke und Jackett aufknöpfen. Dieser bärige Kerl walzte mich seelisch nieder. Ich war hin- und hergerissen zwischen Ärger über seinen groben Ton und Begeisterung für seine maskuline, wilde, geile Ausstrahlung. Und mein Schwanz wuchs in der Anzughose, wuchs und wuchs, ich konnte nichts dagegen tun.

»Ole, glaub mir, ich will dich und deine Kollegen wirklich nicht ärgern. Ich bin nur einfach nicht der Mensch für so eine Aufgabe. Mein Großonkel Herbert Blank ist nun bedauerlicherweise tot, und ich kann die Verantwortung nicht übernehmen. So leid es mir tut, aber ich werde den Betrieb abwickeln müssen, möglichst sozialverträglich.«

Warum sagte ich das? Hatte ich nicht das Erbe ausschlagen wollen – und nach mir die Sintflut? Was gingen mich Ole Grönwald und seine Kumpane an? Vor einer halben Stunde hatte ich Ole noch gar nicht gekannt. Doch irgendetwas schwelte in mir, eine verdammte Sehnsucht, ich wusste nicht, was für eine.

»Abwickeln?«, schoss Ole zurück. »Hör wohl nicht richtig!« Er packte mich tatsächlich an der Jacke und schüttelte mich durch, dass mein Kopf nach hinten flog. »Nix wird hier abgewickelt! Ich knall dich auf die Hebebühne und pump dich mit heißem Öl voll, du … du verdammter Wichser!«

Eigentlich hätte ich jetzt empört das Schrottgrundstück verlassen müssen. Aber es war, als ob Ole eine Münze in mich eingeworfen hätte, wie in einen willenlosen Automaten. Mein Gehirn ratterte, und plötzlich erkannte ich die Wahrheit. Genau! Ich war ein blöder, unehrlicher Wichser, der sich heimlich an schwulen Pornos aufgeilte. Weiter nichts! Ich traute mich nicht, eine winzige Werkstatt zu übernehmen, und ich traute mich nicht, offen schwul zu sein. Mein Rohr stand hart in der Hose, aber nie hätte ich den Anfang bei irgendeinem Mann gemacht. Die Vorstellung, von Ole mit Öl oder irgendetwas anderem abgefüllt zu werden, machte mich geil, doch ich würde es nicht zugeben. Ich schwieg hilflos.

»Überleg mal«, sagte Ole auf einmal ganz sanft, während er immer noch meine Jacke festhielt. »Am wichtigsten ist doch die Lage bei einem Geschäft. Und die Lage hier, ganz dicht am Flughafen, ist super. Wenn man ein bisschen Geld in den Laden steckt, alles wieder schön macht, das würde flutschen! Garantiert! Das wird eine Goldgrube!«

Ich zog meine Jacke aus seinen Pranken und glättete sie.

»Geld ist genau das, was ich nicht habe«, entgegnete ich unsicher. Mein Ständer machte mich nervös. Bestimmt ließ er bereits Vorsaft ab. Außerdem wurde er fast nie von alleine schlapp. Wenn ich ihn nicht abwichste, hielt die Erregung immer weiter an.

»Du kannst doch einen Kredit aufnehmen!« Er sah mich aus seinen himmelblauen Augen an wie ein großes Kind, das einen unerfüllbaren Weihnachtswunsch hat.

»Niemand gibt einem Schriftsteller Kredit, der kein festes Einkommen hat. Und ich bin auch gar nicht vom Kraftfahrzeug-Fach.«

»Ich bin Meister, ich darf das Geschäft führen. Du musst keine Ahnung haben. Nur Geld auftreiben!«

»Und wie?«

»Hast du nicht was Wertvolles als Sicherheit? Irgendwas?«

Ich seufzte bloß. Mein Haus in Bad Bramstedt fiel mir ein. Aber sollte ich darauf eine Hypothek aufnehmen? Mich vielleicht auf ewig mit Schulden belasten? Nur, um mich mit Schmieröl und Auspuffrohren zu befassen?

Plötzlich fühlte ich eine kräftige Hand an meinem Ständer. Ole hatte meine Schwanzbeule einfach gepackt und drückte zu.

Ich knickte fast zusammen, so schwach wurde ich vor lauter Lust. Eine Männerhand an meinem heißen Kolben! Durch doppelten Stoff, aber wahnsinnig geil! Ole war nicht wie ich, er hatte den Mut! Sicher hatte er längst erkannt, was mich hochbrachte, und einfach zugegriffen.

»Wie heißt du?«, knurrte er. »Johannes holt Eier?«

»Hol-teyer!«, flüsterte ich.

»›Johannes‹ ist ja wie aus der Bibel«, brabbelte er. »Ich nenn dich John! Du stehst auf Kerle, John, stimmt’s?«

»Ja«, antwortete ich schwach. Zum ersten Mal im Leben gab ich es zu.

»Ich auch! Auf geile Grünhörner, die eine Latte in der Hose haben!«

»Ach … ja?«, murmelte ich. Was sollte daraus bloß werden?

»Komm mal mit in die Werkstatt, John!«, schnaufte er.

Ich folgte ihm gehorsam.

In der Werkstatthalle mit den rostigen Blechwänden sah es aus, als hätte ein Tornado gewütet. Mochte ja sein, dass die »Drei von der Tankstelle« den Laden vorschriftsmäßig führten. Aber Ordnungssinn schien keiner von ihnen zu besitzen. Hier wurde dringend ein Organisator gebraucht. Das konnte ich ganz gut. Hallo? Sah ich mich doch schon als neuer Chef?

»Knie dich hin, John!«, befahl Ole.

Der Werkstattboden war schmutzig und voller Öl, doch ich gehorchte und kniete mich in meiner guten Anzughose in den Dreck.

Mein Meister hakte die Träger seines Blaumanns aus. Die Hose rutschte auf die Arbeitsschuhe. Das T-Shirt war zu kurz, es endete in einem ausgeleierten Saum weit über dem tief eingesenkten Nabel. Ole schob auch seine graumelierte Unterhose, in der ein paar angetrocknete Pissflecken prangten, nach unten. Eine breite Haarbahn zog sich über den muskulösen Bauch und ging in das dichte, frei wuchernde Schwanzhaar über. Da war nichts getrimmt oder geschoren. Und aus diesem blonden Haar-Urwald pendelte ein so gewaltiges Teil, dass ich innerlich erschauerte vor Geilheit. Dabei war es noch fast im Unschuldszustand. Es zuckte ein bisschen, als wollte es steif werden, konnte sich aber anscheinend nicht entschließen.

»Na los!«, schnaubte Ole. »Nimm ihn dir!« Er packte meine Haare und zog meinen Kopf näher zu sich. Zwischen den Gerüchen nach Benzin, Öl und Staub roch ich Oles maskulines Aroma. Eine Duftwolke aus alter Pisse und ungewaschenem Kerl stieg mir in die Nase. Noch vor einer halben Stunde wäre ich davor zurückgeschreckt. Jetzt inhalierte ich diesen Geruch begeistert. Ich griff nach dem fetten Schwanz. Die erste Berührung elektrisierte mich. Heiß und halb fest fühlte sich diese Fleischwurst an. Ich schob die üppige Vorhaut zurück. Eine dicke, rosa Eichel pellte sich heraus. Der Pissschlitz kam mir riesig vor. Langsam füllte sich das imposante Rohr mit Blut und richtete sich auf, die Eichel wurde praller. Bläuliche Adern schwollen auf dem Schaft an. Dieser Schwanz war so wundervoll, dass ich fast vergaß, den Sack zu würdigen, und dabei war auch der wirklich bombastisch. Von Haaren umwuchert, gefüllt mit zwei Großraum-Eiern, hing er unter der Schwanzwurzel und zog sich allmählich höher. Fasziniert starrte ich auf die Sackhaut, die sich immer stärker zusammenzog, dann wieder auf die mächtige Kuppe. Ein heller Honigtropfen erschien in der Pissritze.

»Du bist hier nicht im Pornokino!«, blaffte Ole. »Nimm ihn endlich ins Maul!«

»Ja!«, ächzte ich, musste aber doch erst mal meinen Hosenschlitz aufmachen und meinen Slip wegziehen, damit meine eigene Latte endlich Luft bekam.

Ole packte seinen Kolben und schlug mir damit ins Gesicht. Der kerlige Duft wurde noch intensiver. Ich spürte den heißen Riesenprügel an meinen Wangen und Lippen. Gierig sperrte ich den Mund auf. Sofort stieß Ole zu. Das fette, fleischige Teil fuhr in meine Mundhöhle hinein und drang bis in meinen Rachen vor. Ich hustete. Himmel, ich war ein totaler Neuling! Aus Versehen kratzte ich mit meinen Zähnen über den geilen Schaft.

»Hey, hey!«, schnaufte Ole. »Beiß mich nicht, du kleiner, geiler Schreiberling!« Er zog seinen Kolben wieder heraus und schlug ihn mir noch heftiger ins Gesicht. Meine Spucke flog in Tropfen herum.

»Nicht so tief!«, jammerte ich und versuchte, das dicke Auspuffrohr wieder zu schnappen.

»Was bist du denn, ’n kleines Mädchen?« Er stieß mir den Harten erneut in den Hals.

Ich keuchte und würgte, gab mir aber die größte Mühe. Mit beiden Händen packte ich Oles Schwanzwurzel und versuchte, diesen gewaltigen Hammer zu dirigieren. Mein Ständer klopfte dabei und ließ einen Vorsaftfaden auf den Werkstattboden ab.

Ole begann jetzt, rhythmisch zu ficken. Ich hing an seinem gigantischen Bolzen wie ein Fisch, der nach einem viel zu großen Köder geschnappt hat und nun halb daran erstickt. Aber es war unglaublich geil! Nein, es war kein Kino, es war harte Realität! Ich arbeitete mich langsam ein, legte die Lippen um meine Zähne, konnte den dicken, langen Hammer besser wegstecken und die harten Stöße abfedern. Und ich genoss! Die Erregung erhitzte mich bis in die Zehen. Immer, wenn Ole an meinen Haaren riss und seinen Steifen noch stärker in meinen Rachen stieß, durchraste mich die Geilheit heftiger.

Auf einmal spürte ich, wie Oles Rohr sich noch härter anspannte. Es begann zu pumpen, stark wie ein getunter Auspuff. Heiße Samensuppe schoss mir in die Kehle, zweimal, dreimal und noch ein viertes Mal, mehr, als ich selbst produzierte. Ich versuchte, den geilen Saft zu schlucken, doch Oles Kuppe drang mir noch mal tiefer in den Hals.