Gejagte - Phoebe Müller - E-Book

Gejagte E-Book

Phoebe Müller

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Beschreibung

Sie alle sind auf der Jagd, nach Erfolg, Anerkennung, Liebe, Abenteuer, dem ultimativen Kick, dabei sind sie längst schon Gejagte. Der Roman erzählt die Geschichte einer Frau auf der Gratwanderung zwischen den Abgründen des Alltags und ihren erotischen Obsessionen. Sie zelebriert ihre Fluchten und verliert sich mit Genuss immer mehr.Wer Beute ist und wer Jäger, ist am Ende unwesentlich. Der Roman beginnt mit einem Unbehagen, das die Protagonistin dahin bringt, ihre Sexualität in Frage zu stellen. Sie stürzt sich in neue Liebesgeschichten, zuerst mit einer Frau, dann in eine bizarre Affäre mit einem Mann, schließlich verliert sie sich im Abgründigen, in SM-Sequenzen, mit Frauen, mit Männern, im Dämonischen. Um zuletzt auch daraus wieder auszubrechen und schließlich ihr ganzes bisheriges bürgerliches Leben zu hinterfragen – und vielleicht aufzulösen? Endlich ein neuer Roman der Autorin des erfolgreichen erotischen Erzählbandes 'Die Beute'! Pressestimmen zur Autorin: „Phoebe Müllers Texte schreiben gegen den Liebes-Alltag an. Die Sexualität, die in ihnen enthalten ist, will Grenzen aufbrechen, um Einsamkeit, Eintönigkeit, Einerlei aus dem Liebesland zu verweisen.“ (Lausitzer Rundschau) „Die sprachlich hervorragenden, die spezifischen Stimmungen so genau treffenden (S/M-) Geschichten sind mit das Beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein beredtes Beispiel, dass erotische Geschichten auch künstlerisch hervorragend geschrieben sein können.“ (Schlagzeilen)

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Seitenzahl: 198

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Phoebe Müller GEJAGTE

Erotischer Roman

konkursbuch Verlag Claudia Gehrke

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Zum Buch

Der Roman

Das Unbehagen

Das Viertel

Sie

Er

Der Sog

Und wieder die Sonne

Die Autorin

Impressum

Zum Buch

Sie hat eine glückliche Beziehung mit einem tollen Mann, aufregenden Sex, gewürzt mit SM. Einen großen Freundeskreis, ein von außen betrachtet perfektes Leben. Doch dieses Leben in der In-Szene ihres Viertels, ihre Beziehung und ihr Sexleben erscheinen ihr plötzlich bedeutungslos und leer. Sie macht sich auf die Suche nach Neuem, nach immer extremeren sexuellen Kicks. Ist sie auf der Jagd oder längst schon Gejagte? Wohin führt dieser Weg?

Für Leserinnen, denen Bettgymnastik nicht ausreicht, sehr zu empfehlen Petra

Der Roman

I used to have demons

in my room at night

desire despair

desire

so many monsters

Annie Lennox, »No more I love you’s«

Es ist immer die Sonne

So viele Male aufgewacht und gesehen, wie die Sonne Lichtkringel auf die Bettdecke malt. So viele Male aufgestanden, Kaffee gemacht, die üblichen Routinen verrichtet. Harmonischen Morgensex mit wohltemperierten Gefühlen gehabt.

Dieses Mal nicht. Ich merke, dass mir etwas fehlt, dringend fehlt. Dass mein Hinterherlaufen ein Weglaufen ist, eigentlich.

Schon spüre ich das harte Geschlecht meines noch halb schlafenden Partners im Rücken. Eine schöne Reaktion, eigentlich. Wenn es nicht so vorhersehbar wäre. Ein schwuler Bekannter sagte zu mir, dass es lediglich die Reaktion auf den Harndrang am Morgen sei, eine mit den Jahren leicht ins Bittere abrutschende Freundin meinte, dass für sie der Tag schon gelaufen sei, wenn sie morgens die »unvermeidliche Karotte«  im Rücken spüre. Ich denke nichts. Ich nehme es zur Kenntnis. Wir sind seit einigen Jahren zusammen, wir haben noch Sex, das will etwas heißen. Zumindest sagt man mir das. Ich lasse zu, dass seine Finger über meinen Körper wandern, dass er meine Brüste umfasst, besitzergreifend und herrisch. Sein angefeuchteter Finger bereitet mich vor, auch das lernt man mit den Jahren, dass die Dinge sich nicht einfach so ergeben, dass es einer gewissen Finesse bedarf, eines Wissens. Er berührt mich so, wie ich es mag, er drückt sich an mich, sein Finger kreist in meiner Mitte, sacht, aber zielstrebig, er drückt seine Härte an mich. Doch erst, als er mir kleine Gemeinheiten ins Ohr flüstert, mir drastisch schildert, was er gleich zu tun gedenkt, erst dann reagiere ich. So ist das. Jeder hat seinen Kick. Ich mag schmutziges Gerede, ohne Reden läuft bei mir nichts. Dafür bin ich ihm dankbar, dass ihm die haarsträubendsten Sauereien ganz locker über die Lippen kommen und dass er nicht einer von denen ist, bei denen man erst merkt, dass es ihm gekommen ist, wenn es einem die Beine hinunterläuft. Er stöhnt, grunzt und schreit, dass ich stets weiß, auf welchem Erregungslevel er sich gerade befindet. Und dennoch ist es nicht genug.

Als er mit mir fertig ist, als er es mir ausgiebig und derb von der Seite gemacht hat, wie man es morgens gerne so macht, mein Haar nach hinten gezogen, was mich an Pferd und Reiter erinnert, und wir noch eine Weile so in unseren Säften liegen geblieben sind, geht er ins Bad. Der Gang drahtig und beschwingt. Ich höre ihn pfeifen.

Ich pfeife nicht, ich sehe der Sonne zu, die ihre Kringel auf die Decke malt, das wird sie einige Stunden so tun. Starken Kaffee werden wir trinken, vielleicht wird es Eier geben, Brötchen. Wir werden den Tag in zarter Vertrautheit verbringen, es am Nachmittag vielleicht noch einmal treiben, dann werde ich nach Hause gehen, die Straßenlaternen werden meinen Heimweg beleuchten.

Mit einem Mal weiß ich, dass ich das nicht mehr ertragen kann. Ich schlage die Decke auf und der Sonne ihre Kringel zur Seite, ziehe mich notdürftig an, von Weitem rieche ich bereits den Kaffee. Kurz zupfe ich mein Haar zurecht, werfe einige Dinge in meine Tasche, ich sehe mich nochmals um, das Bett, das Zimmer, höre den Mann von Weitem pfeifen und ziehe die Tür hinter mir zu.

Im Treppenhaus merke ich, dass ich barfuß bin, aber das macht nichts, das ist erst der Anfang.

Manche Dinge geschehen im Verborgenen, ohne Vorwarnung bahnen sich Veränderungen an, die alles mit sich reißen, was vorher mühsam aufgebaut wurde. Es beginnt mit einem diffusen Unwohlsein, als wäre die eigene Haut zu eng geworden. Er kribbelt unter der Kopfhaut und mag einem auch jeder Neurologe bestätigen, dass kein Hirntumor da ist, so ist er doch da, dieser Knoten, der sich zusammenzieht, jeden Tag mehr, diese kleine Ratte, die im Inneren nagt. Ein Zucken im Augenlid, das man nur spürt, aber das für niemanden sichtbar ist. Es wird von Stress die Rede sein, von Verspannungen. Jemand wird Entspannung empfehlen, ein anderer eine Auszeit. Kaum jemand wird ahnen, dass das, was sich anbahnt wie ein Tsunami in der Ferne, nur die Konsequenz ist, das, was folgen muss auf das bereits Gelebte, das Resultat aller gesammelten Taten und Untaten, auch wenn man nicht an Karma glaubt.

Und ist sie letztendlich da, die große Welle, die einen auch im heimatlichen Hafen, oder gerade da, erwischt, dann spült sie alles weg, was vorher so eifersüchtig behütet und bewacht wurde, dann gibt es keine Fragen mehr, keine Zeit abzuwägen oder umzukehren. Wie an jenem Morgen.

Barfuß fahren ist nicht einfach. Die Fußsohlen haften nicht richtig auf den Pedalen, es fühlt sich unsicher und schwammig an. Um die Schuhe tut es mir leid, denn ich weiß nicht, wann ich sie abholen werde und ob es überhaupt noch dazu kommt. Zu Hause schließe ich die Tür hinter mir, lehne mich dagegen und atme tief ein und aus. Wie ein Flüchtling in Sicherheit. Ich tue, was ich noch nie gemacht habe, öffne eine Flasche Rotwein um zehn Uhr morgens, feinstes Barrique-Aroma, und schenke mir ein Glas ein. Das Telefon schalte ich aus für alle Fälle. Der Wein duftet, ist samtig, ausdrucksstark und erinnert mich an den Abend, an dem es begann.

Bei einer Weinprobe, dem neuesten Zeitvertreib gelangweilter Großstädter.

Das Unbehagen

Ich sehe sie von draußen und betrachte sie einen Moment. Wie ein Beobachter vor einem Aquarium. Ich bin etwas zu früh. Draußen ist es windig, die Brise spielt mit meinem Haar, es riecht nach Zitrone und Lavendel, wie das neue Shampoo, das ich benutze. Einzelne Strähnen streicheln sanft mein Gesicht. Es riecht nach Mauerwerk und Asphalt, die Fassaden der Altbauten werden malerisch beleuchtet von den Straßenlaternen und strahlen Würde aus. Von Weitem höre ich zarte Jazztöne. Das Leben könnte so einfach sein, wenn diese Leichtigkeit bliebe. Dieses Verharren im Schwerelosen. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, Mauerwerk zu sein, eine Straßenlaterne, ein Baum im abendlichen Wind, ein unbeschriebenes Blatt. Der letzte Klang eines Jazzsongs, der durch die Nacht klingt. Doch das ist luxuriöse Träumerei.

Hier wartet Arbeit auf mich. Als ich die Augen wieder öffne, sehe ich nach drinnen, ins warme, einladende Licht. Eine professionell gedeckte Tafel. Weißes Leinen, präzise aufgestellte Reihen weißer Designer-Stühle. Elegantes Kaminfeuer im Hintergrund und die Anwesenden in kleinen Gruppen, bereits plaudernd über zu erwartende Genüsse. Ganz in Kulturschwarz oder hier und da in weißem Hemd und Bluse. Ich sehe an mir hinab. Auch hier, dezente Jeans und weiße Bluse. Dann kommt er auf mich zu, im offenen Jackett, das Haar verwegen zurechtgezupft, wie immer etwas atemlos, da das Leben so voller Termine, so anstrengend, so zeitaufwendig, so interessant ist. Unsere Lippen berühren sich kurz, als wäre es ein festgeschriebenes Ritual. »Tut mir leid, konnte nicht früher los.« Dann treten wir ein. Auch hier leise Musik, aber eher klassisch, Klavier. Der Veranstalter steht auf und räuspert sich.

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