Im Zeichen der Venus - Evi Härting - Huter - E-Book

Im Zeichen der Venus E-Book

Evi Härting - Huter

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Beschreibung

Lori ist eine junge Tierärztin aus Chicago. Sie sieht gut aus und sie steht auf Frauen. In der Beziehung mit Virginia ist sie sehr glücklich. Alles scheint bestens für sie zu laufen. Doch es gibt etwas, was sie wie ein schwarzer Fleck verfolgt. Denn Lori hat Angst vor der Wahrheit. Niemand darf etwas über ihre Beziehung zu Virginia wissen. Nachdem es zur Trennung zwischen den beiden kam, beginnt für Lori ein neuer Lebensabschnitt. Sie sagt bye bye zu Chicago und hello zu Bali. Da zieht es die junge Frau Anfang 40 hin, um den Straßenhunden und Katzen zu helfen. Sie trifft auf neue Gesichter und alte Bekannte. Nach einiger Zeit bemerkt sie, dass sie eigentlich auf der Suche nach ihrem eigenen Glück ist. Sie konnte ja nicht ahnen, wie nahe sie bereits an ihrem Ziel war.

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Seitenzahl: 145

Veröffentlichungsjahr: 2020

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01 - Ohne Rückhalt geht´s nicht

Ich bin von ganz lieben Menschen umgeben. Ohne diese Menschen könnte ich

nicht das tun, wofür ich geboren wurde – nämlich schreiben.

In jedem meiner Romane widme ich ihnen eine Seite, als Dank dafür dass sie an mich glauben.

Mama und Papa, ihr seid aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt. Ihr habt mich immer ermutigt, meinem Herzen zu folgen. Mit eurer Liebe hab ich die Kraft, mich furchtlos neuen Dingen zu stellen. Auch wenn ich es euch nicht oft genug zeige, so sag ich es jetzt an dieser Stelle: Ich hab euch beide so unendlich lieb.

Nun komm ich zu euch, mein liebster Freundeskreis. Es tut unheimlich gut, euch als Freunde zu haben. Eure Meinungen und Feedbacks sind immer ehrlich und deshalb für mich sehr wichtig. Auch wenn mein Schreibstil etwas außergewöhnlich oder gewöhnungsbedürftig ist, so lest ihr meine Bücher mit aufrichtigem Interesse. Liebe Andrea, Sandra, Herta, Hannelore, Andrea E., Irmi ihr seid einfach Klasse.

Last, but not least – das Beste kommt zum Schluss, danke ich dir – mein Lieblingsmensch, mein Herz – meine Seele, geliebte Petra!

Man sagt, dass Schriftsteller so wie auch Maler, mehrere Musen brauchten um inspiriert zu werden. Bei mir trifft das nicht zu. Du bist die einzige Muse, die ich brauche. Durch dich werde ich immer wieder aufs Neue inspiriert zu

schreiben. Die Geschichten in meinem Kopf bekommen durch dich Farbe und werden lebendig. In vielen Szenen meiner Romane wirkst du im Hintergrund mit, in Form von einer Idee, oder durch eine Erzählung von dir. Manchmal, wenn ich ins stocken komme, hilfst du mir mit deiner Art, wie du erzählst, weiter. Ich höre dir unendlich gerne zu. Dein Geist ist unendlich weise. Mit deiner Liebe öffnest du mir Türen, die wieder zu neuen Geschichten führen. Du hast dich in mein Herz gesetzt und malst es einfach bunt an. Mit dir die Wahrheit zu leben, ist das schönste und größte Geschenk.

Ich liebe dich, für immer mein Schatz. Deine Eve.

02 - Mal so vorweg – das Vorwort

Der Titel dieses Romans verrät ja noch nicht viel über die Handlung der Geschichte. Im Zeichen der Venus anzukommen, ist für uns Frauen oft ein schwerer, langer Weg. Denn es ist der Weg zu unserer Weiblichkeit, zu uns selbst.

Als ich ein kleines Mädchen war, wurde von mir immer erwartet, dass ich mich wie ein Mädchen verhalte. Doch immer wieder bekam ich auch zu hören, wie schwer man es hat, wenn man eine Frau ist. Eine Frau muss immer zurück stecken. Das Wohl der Familie steht für sie an erster Stelle. Kein Wunder, dass ich keine Frau werden wollte.

Doch irgendwann wurde ich es doch – gegen meinen Willen! Aber es wurde

mir ebenso beigebracht, dass ich alles was mit mir geschieht, hin zu nehmen habe. So musste ich lernen, damit zu leben etwas zu sein, was mir als Kind stets als negativ dargestellt wurde. Ich wurde zur Frau. Es dauerte etwa 30 Jahre, bis ich erkannte wer ich wirklich war und was ich heute bin.

Irgendwann wurde mir klar, dass die negativen Einstellungen von Frauen kamen, die ihren Träumen und Sehnsüchten hinterher weinten. Die negativen Äußerungen kamen auch von Männern, die glaubten, dass Frauen ihre Stellung genau kennen müssten. Genau diesen Menschen bin ich sehr dankbar, denn sie bewegten mich, den Weg zu gehen, den ich gegangen bin. Dank dieser Menschen bin ich heute eine starke, selbstbewusste Frau, die genau weiß was sie will.

Für meine Hauptprotagonistin Lori Mening, war es ebenso ein langer und beschwerlicher Weg bis zu ihrer Selbstfindung. Der Weg zu ihrer Venus war auch der Weg zu ihrer Wahrheit. Begib dich mit Lori auf eine wundervolle Reise in ein Paradies, und erlebe ihre abenteuerliche Suche nach dem Zeichen der Venus.

Evi Härting – Huter

Im Zeichen der Venus

Die Wege des Glücks sind unergründlich

Impressum:

Autor: .Evi Härting – Huter

Umschlaggestaltung: Evi Härting – Huter

Verlag: neobooks.com

Printed in Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Kapitelübersicht

Kapitel 1....Loslassen

Kapitel 2....Ein neuer Weg

Kapitel 3....Raus aus dem Trott – hinein ins Paradies

Kapitel 4...Abschied von der alten Welt

Kapitel 5....Die Ankunft im neuen Leben

Kapitel 6. ..Der erste Arbeitstag und eine Überraschung

Kapitel 7....Elektrisches Fieber

Kapitel 8....heißes Verlangen

Kapitel 9... Ein verbotenes Spiel

Kapitel 10. Was sein muss, muss sein

Kapitel 11.. Die Wandlung

Kapitel 12. Berühr mich, meine Venus

Kapitel 13. Die ersten Schritte im neuen Leben

Kapitel 14..Ein heißes Wochenende

Kapitel 15..Virginia´s Weg

Kapitel 16. Venus in Sicht

Kapitel 17. Die Liebe kehrt zurück

Kapitel 18. Eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben

Kapitel 19. Glück ist, wenn der Verstand tanzt

Kapitel 20. Wieder alles auf neu

Kapitel 21. Frau sein – im Zeichen der Venus

Ein kurzes Nachwort

Kapitel 1: Loslassen

Auf Bali gehen die Uhren anders. Nicht nur die Uhren tun dies, sondern auch die

Menschen. Das wusste auch Lori, als sie aus dem verregneten Chicago nach Bali auswanderte. Sie war gerade 40 geworden, als sie erkannte, dass sie lesbisch war.

Sie arbeitete in einer großen Tierklinik in Chicago als Tierärztin. Nachdem sie sich in eine Kollegin verliebte und mit dieser auch eine Beziehung führte, glaubte sie dass ihr Leben nicht besser laufen könnte. Lori liebte zwar diese Kollegin, aber sie wollte die Beziehung geheim halten. Denn niemand wusste von Lori’s Vorlieben für Frauen. Einmal war sie kurz davor, sich zu outen, aber dann erfuhr sie, dass ein anderer Kollege sich als homosexuell outete und

später aus fadenscheinigen Gründen das Team verlassen musste. Darum durfte niemand wissen, dass sie Frauen mehr mochte, als sie es von der Gesellschaft aus durfte. Ihre Geliebte, sie hörte auf den Namen Virginia, wollte diese Geheimhaltung nicht. Sie hatte sich schon vor Jahren geoutet. Niemand diskriminierte sie, so wie ihr männlicher Kollege.

Virginia’s Motto war – sei ehrlich zu dir selbst und steh zu dir, sonst tut es keiner. Doch Lori hatte Angst. Eines Abends war Virginia bei Lori zuhause. Sie lagen beide Arm in Arm auf der Couch und sahen im Fernsehen einen Film an.

Virginia hatte jedoch nicht wirklich Lust dazu und sah eher desinteressiert mit. Lori spürte dies natürlich und fragte: „ Willst du den Film nicht mit mir ansehen?“ Virginia antwortete: „ Wenn ich ehrlich bin, nein. Lieber würde ich mit dir reden.“ Lori

schnappte sich die Fernbedienung und schaltete das Gerät ab. Sie wandte sich Virginia zu und fragte: „ Was hast du auf dem Herzen?“ Virginia fragte: „ Liebst du mich?“ Verwundert antwortete Lori: „ Warum fragst du das?“ „ Komm schon, antworte mir einfach.“, sagte Virginia fordernd. Sie wiederholte die Frage: „ Liebst du mich?“

Lori antwortete klar: „ Natürlich liebe ich dich.“ Darauf stellte Virginia eine Frage, die ihr schon lange auf der Seele lag: „ Dann sag mir bitte, warum du nicht öffentlich zu uns stehst? Du machst ein großes Geheimnis aus uns. Ich hasse Geheimnisse. Am meisten hasse ich es, selbst eines zu sein. Ich möchte nicht mehr dein dunkles Mysterium sein. So kann und will ich unsere Beziehung nicht weiter führen.“

Lori war entsetzt. Mit aufgewühlter Stimme fragte sie: „ Was soll das heißen? Machst du gerade Schluss mit mir?“ „ Ich will nicht mit

dir Schluss machen. Ich liebe dich. Aber so kann und will ich keine Beziehung führen. Ich darf in der Öffentlichkeit nicht einmal neben dir sitzen, stehen oder gehen, weil du Angst hast, jemand könnte bemerken, dass wir miteinander schlafen. Du sagst, du liebst mich und doch verleugnest du uns, wenn dich jemand fragt, ob du mit jemand zusammen bist. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schwer es mir fällt dich vor ein Ultimatum zu stellen. Aber ich will nicht ein Teil deines Doppellebens sein. Das hab ich nicht verdient. Du musst dich entscheiden. Entweder du outest dich und stehst zu mir, oder wir gehen in Zukunft getrennte Wege.“

Lori stand auf, Tränen flossen über ihre Wangen. Sie sah Virginia an und sprach: „ Dann müssen wir uns trennen, denn ich kann mich einfach noch nicht outen. Ich verstehe dich aber sehr gut und du hast vollkommen Recht. Du hast etwas besseres verdient. Ich kann dir dein Bedürfnis leider nicht erfüllen. Aber lass uns bitte wenigstens Freunde bleiben.“

Lori traf ihre Entscheidung sehr schnell. Damit hatte Virginia nicht gerechnet. So traf sie es doch sehr hart. Sie stand auf und nahm Lori in ihre Arme. Sie hielt sie fest und sagte unter Tränen: „ Halt mich bitte noch einmal ganz fest. Ein letztes mal, bitte!“ Lori hielt Virginia in ihren Armen und sog diese letzten Berührungen tief in sich hinein. Danach packte Virginia ihre Sachen und verschwand erst aus Lori‘s Wohnung und dann auch aus ihrem Leben.

Lori fiel nach dieser Trennung in eine tiefe Depression. Virginia ließ sich in eine andere Tierklinik versetzen. Was Lori noch blieb war die Arbeit in der Tierklinik in Chicago. Sie vergrub sich so darin, so dass sie immer tiefer in die Einsamkeit versank. Treffen mit Freunden sagte sie immer wieder ab, weil sie nur noch arbeitete. Sie liebte es, kranken Tieren wie Hunde, Katzen, Vögel, Hamstern etc. zu helfen. Das schönste für sie war es, wenn sie einem kleinen Jungen oder Mädchen, oder auch älteren Menschen sagen konnte,

dass ihr Haustier wieder völlig gesund wird. Doch nun war alles anders. Jeden Tag in diese Klinik zu fahren, war eine immer größer werdende Bürde.

Kapitel 2: Ein neuer Weg

Es regnete schon seit Wochen in Chicago. Die Sonne ließ sich nicht einmal kurz blicken. Trostlos und leer fühlte sich Lori, wie jeden Tag, als sie die Klinik betrat. Sie wollte gerade zu ihrem Schrank gehen, um ihren weißen Kittel heraus zu holen, da fiel ihr ein buntes Prospekt an der Pinnwand im Umkleideraum auf. Darauf stand „ Tierärzte für Straßenhunde und Katzen in Bali gesucht.“ Wie gebannt starrte sie dieses Prospekt an. Sie sah sich die Bilder der verwahrlosten Tiere an und dahinter die Palmen. Da wo viele Menschen Urlaub machten, ging es den dort lebenden Hunden und Katzen nicht gut. Zum Teil lebten diesen Tiere unter den schrecklichsten Bedingungen.

Es gab viele Tierschutzorganisationen, die versuchten diesen armen Geschöpfen ein erträgliches Leben zu bieten. Allerdings fehlte es ihnen stets an Geld. Einige reiche Geschäftsleute gründeten einen speziellen Fond, woraus Tierärzte und Kliniken bezahlt wurden.

Leider herrschte noch ein großer Bedarf an Tierärzten. Ganz speziell im Bereich der Chirurgie. Für Lori klang das höchst interessant. Ihr Fachgebiet war die Chirurgie. Außerdem wollte sie immer schon raus aus Chicago und irgendwo hin, wo es warm war und sie ihren Beruf ausüben konnte.

Dieses Prospekt erschien ihr nun wie ein Segen. Obwohl Virginia nicht mehr da war, hatte doch alles mit ihr zu tun. Die Cafeteria in der Klinik, wo sie jeden Tag ihre Pausen gemeinsam verbrachten, die Behandlungsräume die sie sich oft geteilt haben, überall war Virginia noch da. In Lori‘s Wohnung gab es überhaupt keinen Raum, der nicht an Virginia erinnerte. Diese Erinnerungen taten so weh, so dass Lori beinahe in ihrer Traurigkeit ertrank. Sie musste da raus. Sie nahm sich das Prospekt von der Pinnwand und steckte es in ihre Tasche. Sie wollte ihre Pause dafür nutzen, um alles genau zu lesen und sich dann zu bewerben.

Es gab nichts mehr was sie in Chicago noch halten konnte.

Lori hatte keine Familie mehr. Sie war ein Einzelkind und ihre Eltern starben schon vor ein paar Jahren. In der Mittagspause schrieb sie per Email ihre Bewerbung und ohne weiter darüber nachzudenken, schickte sie diese dann auch gleich ab. Erst als ihr Smartphone die Meldung Email gesendet anzeigte, wurde ihr für etwa eine Sekunde mulmig. War das nun richtig? Außer über die tropischen Temperaturen, den wunderschönen Sandstränden, wusste Lori nichts über Bali. Doch nach kurzer Zeit beruhigte sie sich wieder. Eine Bewerbung bedeutete nicht sofort eine Zusage, dachte sie sich. Es würden sich bestimmt dutzende Tierärzte auf diese Ausschreibung bewerben. Nun hieß es erst mal abwarten.

Kapitel 3: Raus aus dem Trott – hinein ins Paradies

Mittlerweile waren drei Tage seit Lori‘s Bewerbung vergangen. Wie jeden Morgen betrat sie pünktlich um 8 Uhr die Klinik. Doch dieses mal wurde sie bereits vor dem Aufenthaltsraum von einem anderen Tierarzt aufgehalten. Er war groß und sehr schlank, hatte blonde kurze Haare und war von sich selbst am meisten begeistert. Lori mochte ihn nicht besonders.

Sein Name war Dr. Devon Melloy. Er stellte sich so vor Lori hin, so dass es unmöglich war, an ihm vorbei zu kommen. Genervt fragte sie: „ was willst du von mir, Melloy?“ er antwortet grinsend: „ Ich soll dir ausrichten, dass dich der Boss in seinem Büro erwartet. Du sollst sofort zu ihm kommen.“ Melloy glaubte dass Lori ihre Kündigung abholen könnte.

In letzter Zeit musste die Klinikleitung Kürzungen vornehmen.

Melloys Schadenfreude weckte in Lori die Angst, ihren Job zu verlieren. Jetzt arbeitslos zu werden, würde ihr gerade noch fehlen.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, klopfte sie an der Bürotür an. Dr. James Riverdale war ein junger, sehr engagierter Veterinärmediziner, der es innerhalb kürzester Zeit schaffte, Chefveterenär in der Tierklinik Chicago zu werden. Er war etwa im gleichen Alter wie Lori. Mit seinen pechschwarzen, kurzen Haaren und seinem dunkelbraunen Teint, konnte r seine indische Abstammung mütterlicherseits nicht leugnen. Lori trat ein und Dr. Riverdale bot ihr den Sitzplatz vor seinem Schreibtisch an.

Ohne Umschweife kam er zum Thema: „ Dr. Menning, wir haben von der Bali Stiftung die Nachricht bekommen, dass sie sich für das Straßenhundeprogramm in Bali beworben haben.“ Lori nickte und sagte erwartungsvoll: „ Ja, das ist richtig.“

„ Nun“, fuhr Dr. Riverdale fort „ ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Welche wollen sie zuerst hören?“ Zögerlich antwortete Lori: „ Wie wäre es mit der guten Nachricht?“ Dr. Riverdale stand auf und reichte Lori die Hand.

Dann sagte er beinahe feierlich: „ Sie ziehen um nach Bali. Die Stiftung hat sich für sie entschieden. Packen sie ihre Koffer, in 4 Wochen geht es los.“ Lori konnte es kaum glauben. Vor Freude konnte sie kaum einen vollständigen Satz formulieren.

„ Wirklich? Ich....angenommen? Ich... ich glaub es einfach nicht.“ stammelte sie vor sich hin. Dr. Rivedale versicherte ihr, dass sehr wohl alles seine Richtigkeit hätte. Doch dann fiel Lori wieder ein, dass alles bei ihr einen Haken hatte. Sie hielt inne und fragte dann: „ Moment mal, sie sagten es gäbe auch eine schlechte Nachricht. Wie lautet diese denn?“ Dr. Riverdale setzte sich wieder hin und sprach ganz ruhig: „ Na ja, Sie können ja schlecht an zwei Orten gleichzeitig sein. Deshalb müssen wir uns schweren Herzens von ihnen trennen. Sie sind eine sehr fähige und hervorragende Tierärztin. Bali´s Gewinn, ist unser Verlust. Dennoch wünsche ich ihnen von Herzen alles Gute und viel Erfolg.“

Lori war sehr gerührt von diesen Worten. Dr. Riverdale erklärte ihr noch wie sie zu den Flugtickets und zu dem Arbeitsvisum kam.

Kapitel 4: Abschied von der alten Welt

Von dem Moment an, als Lori wusste, dass sie ein neues Leben auf Bali beginnen würde, verschwand ihre Traurigkeit mit jedem Tag mehr. Sie räumte ihre Wohnung aus. Als sie dabei noch Bilder von Virginia und ihr fand, tat es nochmal so richtig weh, aber unter Tränen schaffte sie es doch die meisten Fotos zu vernichten. Ein Foto jedoch wollte sie behalten. Dieses Bild entstand an einem ihrer glücklichsten Momente. In Chicago gab es einen wunderschönen botanischen Garten. In diesem Garten gab es ein Haus, welches für die Orchideenzüchtung gebaut wurde, Die beiden alberten in diesem Haus herum und sie küssten sich bei jeder Gelegenheit.

Virginia zog ihr Smartphone heraus und machte damit gerade ein Selfie, als sie sich vor einer großen pinkfarbenen Orchidee küssten. Danach war Lori nie mehr so glücklich, wie in diesem Augenblick. Sie betrachtete das Bild und strich mit ihrem Daumen liebevoll über Virginia´s Gesicht. Sie vermisste sie so sehr.

Nach einem tiefen Atemzug packte sie das Foto in den Koffer und schloss ihn. Es war vollbracht. Die Wohnung war leer. Ein Teil ihrer Sachen waren bereits durch eine Spedition abgeholt worden und befanden sich schon auf den Weg nach Bali. Nun musste sie von ihrem alten Leben Abschied nehmen. Eigentlich fiel ihr das nicht schwer, denn es gab nun wirklich nichts mehr was sie noch hätte halten können.

Das von ihr bestellte Taxi, welches sie zum Flughafen bringen sollte, war vor ihrem alten zuhause angekommen. Wie im Vorfeld vereinbart, hupte der Fahrer, um seine Anwesenheit anzukündigen. Lori schnappte sich ihren Koffer, ging zielstrebig zur Türe. Bevor sie die Wohnung verließ, blickte sie noch einmal zurück. Sie sah die leere Wohnung und sie spürte, dass es gut war. Sie ging hinaus, schloss ein letztes mal hinter sich ab und warf den Schlüssel in den Briefkasten. Es war also getan. Lori stieg ins Taxi und machte sich auf den Weg in ein neues Abenteuer.

Kapitel 5: Die Ankunft im neuen Leben

Endlich auf Bali angekommen, nahm sie die drückende tropische Hitze erstmals mit Freude zur Kenntnis. Auf Bali ist es auch im Winter sommerlich warm. Wenn das Barometer 18 Grad anzeigt, ist das für die Einheimischen winterlich. Denn gewohnt sind diese Menschen Temperaturen von 30 bis 32 Grad.

Lori war sich sicher, dass sie sich schnell an die Wärme gewöhnen würde. In Chicago beklagte sie sich immer über das nass kalte Wetter.