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Das verschwiegene Wissen über die NSA - als durch Edward Snowden ruchbar wurde, dass Washington seine NATO-Verbündeten (und nicht nur diese) systematisch bespitzelte, füllte Entrüstung die Zeitungsspalten. Klaus Eichner, einst Chefanalytiker der US-Geheimdienste, konnte da nur müde lächeln. Was die NSA trieb, stellte die DDR-Aufklärung schon in den 80er Jahren fest. Nach der Wende wurden ihre Unterlagen im Auftrag des Bundesinnenministers aus dem Archiv entfernt und auftragsgemäß in die USA verbracht. Darin dokumentiert und bezeugt waren die Anfänge des elektronischen Weltkrieges. Fachmann Eichner verfolgte die Aktivitäten der NSA weiter und beschreibt, was war, was ist und was - vermutlich - noch sein wird.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Das Buch
Erstens hat die Aufklärung der DDR schon in den 70er und 80er Jahren mitbekommen, dass die NSA gegen die eigenen Verbündeten intensiv spionierte. Zweitens hat der Bundesinnenminister zu Beginn der 90er Jahre alle diese Belege aus der Gauck-Behörde entfernen und in die USA fliegen lassen, und drittens schließlich verfolgt Klaus Eichner, einst Chef-Analytiker der HV A für die US-Geheimdienste, noch immer sehr aufmerksam, was sich auf diesem Felde tut. Als Edward Snowden im Vorjahr enthüllte, was das MfS bereits in Ansätzen wusste, schrie die Welt empört auf. Aus gutem Grund. Als die DDR es tat, kehrte man dies unter den Teppich. Reine Propaganda, hieß es immer. Von wegen.
Der Autor
Klaus Eichner, Jahrgang 1939, Mitarbeiter des MfS von 1957 bis 1990. Letzter Dienstgrad Oberst. Zunächst in der Spionageabwehr, danach in der Hauptverwaltung Aufklärung tätig. Seit 1974 Analytiker im Bereich IX/C der HV A, spezialisiert auf Geheimdienste der USA. Von 1987 bis zur Auflösung der HV A Leiter des Bereichs C (Auswertung und Analyse) der Abt. IX (Gegenspionage).
Von Klaus Eichner erschienen in der edition ost u. a. »Headquarters Germany«, »Angriff und Abwehr«, »Konterspionage« (beide gemeinsam mit Gotthold Schramm), »Deckname Topas« (zusammen mit Karl Rehbaum).
Impressum
ISBN eBook 978-3-360-51031-0
ISBN Print 978-3-360-01864-9
© 2014 edition ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin
Umschlaggestaltung: Buchgut, Berlin
Das Neue Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Neue Grünstraße 18, 10179 Berlin
Die Bücher der edition ost und des Verlags Das Neue Berlin erscheinen in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.
www.edition-ost.de
Klaus Eichner
Imperium ohne Rätsel
Was bereits die DDR-Aufklärung über die NSA wusste
Der US-Präsident wies Darstellungen zurück, die USA wollte
– anders als bei anderen Verbündeten –
mit Deutschland kein No-Spy-Abkommen schließen. Die Vereinigten Staaten hätten mit »keinem unserer engsten Partner« einen vollständigen Spionageverzicht vereinbart. Stattdessen gebe es »eine Reihe von Partnerschaften und Prozeduren«, die das Verhältnis der befreundeten Dienste regeln würden. Deutschland werde dabei
grundsätzlich nicht anders behandelt als andere Alliierte.
Tagesschau, 2. Mai 2014, 22.50 Uhr
Carney, Snowden und wir
Er sah aus, wie man sich gemeinhin einen Ami vorstellte: Bürstenhaarschnitt, Kinnbärtchen und eine Figur, die sich nicht unbedingt als sportlich bezeichnen ließ, aber fit im Kopf, mit kleinen flinken Augen hinterm Brillenglas, freundlich und offen in der Rede, die keinen doppelten Boden zu kennen schien und frei war von jeder abwägenden Berechnung. So stellte er sich im Herbst 2010 im Verlag in Berlin vor, wo er sich um eine Stelle beworben hatte.
So hatte ich ihn auch vor mehr als zwei Jahrzehnten erlebt. Dazwischen lagen das Ende der HV A, der Untergang der DDR, sein Kidnapping durch bewaffnete Agenten des Air Force Office of Special Investigation (AFOSI) in Berlin 1991, die Verurteilung zu 38 Jahren Haft, weil er als »Whistleblower« – wie später etwa Bradley Manning oder Edward Snowden – Ausspähgeheimnisse der USA offenbart hatte.
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