In der Mitte des Feuers - Amalia Cabalière - E-Book

In der Mitte des Feuers E-Book

Amalia Cabalière

0,0

Beschreibung

Ein kalter Herbsttag. Ein Feuer, das unablässig auf der Glut des Begehrens brennt, in dem sich zwei Menschen begegnen, ohne voreinander zurückschrecken zu müssen. Ein Mann und eine Frau, einander sexuell hörig - wer unterwirft sich wem, wirklich oder nur zum Schein? Cabalière erzählt in subtiler, doch deutlicher Sprache von den Abhängigkeiten und Wünschen zweier Menschen, die die Rollen tauschen und die Fragen nach tiefer Zugehörigkeit aufwerfen. Eine Erzählung von gefesselter Entfesselung, von Dominanz und Unterwürfigkeit sowie von der Sinnlichkeit und Leidenschaft zweier Liebenden, deren Liebe in einem Spiel wie dem ihrigen keinen Platz hat.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 62

Veröffentlichungsjahr: 2016

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Amalia Cabalière

In der Mitte des Feuers

Erotische Erzählung

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

In der Mitte des Feuers

Impressum neobooks

Vorwort

„Hilflos schwankend

taumel ich durch leere Straßen.

Umgeben von dumpfem Laternenlicht,

das seelesuchend in mich eindringt,

irrend in einem Labyrinth aus Nebel.

Die Schatten der Nacht verschwimmen,

das Feuer der Leidenschaft umhüllend,

das in meinen Tiefen lodert.

Wartend und sehnend

nach dem einen Wind der Entfesselung.“

Für den Mann, der mir die Mitte des Feuers zeigte…

In der Mitte des Feuers

Der kalte Wind, der leise in den vom Herbst verfärbten Blättern raschelt, lässt ihn den kommenden Winter erahnen, als er unter einem der vielen Bäume entlang der dunklen, menschenleeren Straße steht. Er weiß, dass er am Ende der Allee rechts dem Feldweg folgen muss, der immer tiefer in die Dunkelheit hinein zu dem Haus führt, in das er in seinen Träumen und Phantasien schon so oft hoffnungslos versunken ist. Zu ihrem Haus.

Wie betäubt verharrt er noch eine Weile unter der großen Eiche, die sich wie ein schützender Riese über ihn beugt und der vom Mondlicht leicht erhellten Nacht ihre Gefährlichkeit nimmt. Den Schrei eines nahen Vogels wahrnehmend betrachtet er still die bizarren Formen und Schatten des dichten Geästs über der Straßenlaterne, während er mit einem tiefen Atemzug die Nachtluft in seine Lungen strömen lässt. Der kalte, schneidende Wind in seinem Gesicht ist eine willkommene Abkühlung für das lodernde Feuer tief in seiner Brust, dessen Flammengewalt in jeder Faser seines durchtrainierten Körpers ein unbändiges Gefühl der Erregung erzeugt.

Es ist lange her, dass er sie gesehen hat, doch das Feuer ist immer noch das gleiche. Seine Erinnerungen an die Wärme ihres nackten Körpers, an den Duft ihrer Haut und den Klang ihrer Stimme, wenn sie hingebungsvoll unter seinen Händen stöhnt, sind so lebendig wie nie zuvor. Es ist, als hätte er all das erst gestern das letzte Mal gespürt.

Als er die Augen schließt, um diesen kurzen,stillen Moment unter den Bäumen zu genießen, bevor er die letzten Meter zu ihrem Haus zurücklegt, kann er sich sogar an die Farbe ihrer Augen erinnern, die ihn im sanften Licht des Zimmers blau-grün schimmernd von unten herauf ansehen: jedes Mal aufs Neue erscheinen sie ihm so verführerisch und erregend, so fordernd und ergebend zugleich, wenn er über ihr liegt und zum ersten Mal mit seinem harten Schwanz in sie eindringt und sie zu ficken beginnt, während er sie mit starkem Nachdruck an den Handgelenken festhält, um ihr seine Macht zu demonstrieren. Ihm wird klar, wie er es liebt, sie in seiner Vollkommenheit zu dominieren und ihr das zu geben, wonach sie sich in ihren dunkelsten Träumen so sehr sehnt – wonach auch er sich immer gesehnt hat. Doch er weiß auch genauso gut, dass es gefährlich ist, sich seiner Überlegenheit sicher zu sein, da er in ihr eine Frau gefunden hat, die sich und ihre Leidenschaft durch keine Fesseln der Welt bändigen lässt. Er weiß, dass sie die erste Frau ist, die auch ihn mit einer unerwarteten Erbarmungslosigkeit beherrschen kann, wenn sie es will. Auf eine unberechenbare Art und Weise – immer dann, wenn sie es will.

Wieder spürt er die beinahe elektrischen Erregungsströme, die sich bis in den hintersten Winkel seiner Seele ausbreiten. Wie lange schon hat er nach solch einer Frau gesucht. Einer Frau, die mit ihrem Körper und ihrer Art sowohl grenzenlose Macht und Dominanz als auch Verletzlichkeit und Unterwürfigkeit ausstrahlen kann, einer Frau, die ihn führen und ihm befehlen, aber auch Befehle befolgen kann.

Eine göttliche Herrin und eine Sklavin, eine Gebieterin und eine Ergebene zugleich.

Eine Frau, bei der er endlich so sein kann, wie er wirklich ist.

Eine Frau, mit der er in der Mitte des Feuers stehen kann, ohne zurückschrecken zu müssen.

Von dem Motorengeräusch eines näherkommenden Autos aus den Gedanken gerissen kann er für einen kurzen Augenblick den Feldweg in der Ferne erblicken, der von dem Scheinwerferlicht aus der Dunkelheit geholt wird. Wie sehr er doch diesen Moment der inneren Spannung genießt, der, wie vor jedem Wiedersehen mit ihr, auch jetzt wieder entsteht.

Als die roten Rückleuchten des vorbeifahrenden Fahrzeuges beinahe wieder ganz von der Nacht verschlungen sind, gelingt es ihm schließlich, sich seinen Phantasien zu entreißen. Seine warme Atemluft, die für Sekunden in der kalten Nacht sichtbar wird, lässt seine innere Erregung und seine Vorfreude erahnen, die schon auf dem gesamten Weg bis hierher dafür gesorgt haben, dass sein Schwanz mehr Platz in seiner gut sitzenden Jeanshose einnimmt, als eigentlich vorgesehen ist.

Ein Blick auf die Uhr verrät ihm die noch verbleibende Zeit: es ist viertel vor zwölf. In einer Viertelstunde sei die Tür ihres Hauses einen Spalt weit geöffnet, durch die er still eintreten solle, ohne zu klingeln oder zu klopfen.

So war ihre Anweisung, die er vor zwei Tagen, zusammen mit ihrer Adresse, auf einem zusammengefalteten, weißen Zettel in einem an ihn adressierten Umschlag im Briefkasten gefunden hat. Woher sie wusste, wo er mittlerweile wohnt, weiß er nicht. Er weiß nur, dass er sich seit ihrer letzten Begegnung oft schon nach ihr gesehnt und sie in seinen Träumen wieder und wieder gefickt hat, so leidenschaftlich, dreckig und hemmungslos, wie er es bisher nur mit ihr erleben konnte.

So kam ihm dieser unerwartete Brief von ihr also mehr als gelegen.

Langsam setzt er seinen Weg fort, Schritt für Schritt dem Feldweg näher kommend und Baum für Baum der Allee hinter sich lassend, wobei die Abstände seiner Atemzüge durch die stetig zunehmende Erregung spürbar kleiner werden.

Noch nie zuvor hat er ein solches Verlangen nach einer Frau verspürt.

Am Feldweg stehend, schweift sein Blick entlang des Weges in die ferne Dunkelheit, in der er vage den Umriss eines Hauses erahnen kann. Durch eines der Fenster fällt etwas Licht, das jedoch nahezu gänzlich durch einen dichten Vorhang abgefangen wird. Und wieder kann er nicht anders, als Minute für Minute bewegungslos dazustehen und das Gefühl der erregten Vorfreude zu spüren, von dem er so bedingungslos durch die Nacht getragen wird.

Zwei Minuten vor zwölf – Jeder Schritt auf dem mit Kies und Sand besetzten Feldweg knirscht unter seinen Füßen in der nächtlichen Stille, scheinbar immer lauter werdend, je mehr er sich von der Allee entfernt und je näher er den Schatten des Hauses kommt. Als die Umrisse immer deutlicher werden und er die Tür des Hauses in der Dunkelheit zu sehen meint, verspürt er deutlich den immer stärker und schneller werdenden Herzschlag in seiner Brust, der unablässig durch die Mischung aus Vorfreude, Erregung und ausgelieferter Ungewissheit erzeugt wird. Er weiß nicht, was ihn dort drinnen erwartet. Er kann es nur erahnen. Eine Ungewissheit, die in ihm eine angenehme Spannung erzeugt, welche auf eine Entfesselung wartet.

Das einzige, was er mit Sicherheit weiß, ist, dass es göttlich sein wird.

Sie wird göttlich sein.

So, wie sie es immer war.

So, wie sie es immer sein wird.

W