1,99 €
Bear River Tom ist Mountain Man durch und durch. Von der Zivilisation seiner weißen Artgenossen hält er nicht viel, die Goldgräber verachtet er gar für ihre Gier. Ihm gibt die Natur alles, was er zum Leben braucht. Selbst Partnerinnen für das karge Leben in den Bergen findet er bei seinen Freunden, den Blackfeet. Seine zwei Frauen behandelt der Trapper mit Respekt, große Gefühle aber sind nicht im Spiel. Das ändert sich, als er mit Ventani eine dritte Squaw zu sich nimmt. Doch das neue Glück ist nur von kurzer Dauer. Die Gunmen von Townhai "Razor" Baldwin wollen Toms Wissen über Stellen, an denen Gold zu finden ist, aus ihm herauspressen. Nur mit seinem mörderischen Bowieknife bewaffnet, nimmt der blonde Hüne den ungleichen Kampf auf ...
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 160
Veröffentlichungsjahr: 2021
Cover
Der Rächer aus den Rockies
Vorschau
Impressum
Der Rächeraus denRockies
Bear River Tom ist Mountain Man durch und durch. Von der Zivilisation seiner weißen Artgenossen hält er nicht viel, die Goldgräber verachtet er gar für ihre Gier. Ihm gibt die Natur alles, was er zum Leben braucht. Selbst Partnerinnen für das karge Leben in den Bergen findet er bei seinen Freunden, den Blackfeet. Seine zwei Frauen behandelt der Trapper mit Respekt, große Gefühle aber sind nicht im Spiel. Das ändert sich, als er mit Ventani eine dritte Squaw zu sich nimmt. Doch das neue Glück ist nur von kurzer Dauer. Die Gunmen von Townhai »Razor« Roy Baldwin wollen Toms Wissen über Stellen, an denen Gold zu finden ist, aus ihm herauspressen. Nur mit seinem mörderischen Bowieknife bewaffnet, nimmt der blonde Hüne den ungleichen Kampf auf ...
Der Trapper Bear River Tom ritt ins Lager der Blackfeet, direkt vor das Zelt des Häuptlings Black Elk. Die Berge rundum waren bereits verschneit, doch einen Blizzard hatte es noch nicht gegeben. Hoch ragten die schnee- und eisgekrönten Berge in den winterlich blauen Himmel Montanas.
Black Elk ließ den in Leder gekleideten und dick vermummten Trapper eine Weile warten, wie sich das gehörte. Dann kam er aus seinem Zelt, ein stattlicher, großer Indianer mit bronzefarbenem Gesicht und lang herabfallender Federhaube.
»How ko la, Bärentöter, was führt dich her?«
»Ich will eine Squaw kaufen«, antwortete der hochgewachsene, blondbärtige Trapper, ein Hüne wie aus einer alten gewalttätigen Sage.
»Du hast doch schon zwei in deiner Hütte. Wozu brauchst du noch eine?«
»Wozu wohl? Du hast selber fünf Squaws.«
»Ich bin auch ein Häuptling.«
»Und ich bin ein Trapper. Willst du mir keine von den Töchtern des Stammes geben?«
»Es kommt darauf an, was du bezahlen kannst.«
»Da sorge dich nicht.« Tom öffnete das längliche Fellbündel, das er vor sich hielt. »Schau her.«
Die Augen des Häuptlings weiteten sich, als der die nagelneue Winchester sah, das Modell 73, 44er Kaliber, mit fünfzehn Schuss im Magazin und einem weiteren im Lauf. Eine im Westen äußerst begehrte Waffe.
»Dafür kannst du sogar zwei Squaws haben. Zeig mir die Waffe!«
Tom warf sie ihm hin. Zuschauer hatten sich angesammelt, weitere erschienen. Auch die Krieger, die sich normalerweise eher zurückhaltend gaben, um nicht neugierig zu erscheinen. Hunde strichen umher. Squaws hielten ihre Kinder an der Hand.
Größere Kinder, besonders Jungs, näherten sich. Von den Zelten stieg Rauch in den Winterhimmel.
Die halbwüchsigen Jungs waren, wie bei den Weißen auch, in der Pubertät echte Lümmel. Sie machten Bemerkungen über die Potenz des Trappers und dass er ein echter Bock sei, wenn er noch eine Squaw wollte. Drei Frauen ernähren, dann auch noch Kinder – bisher hatte Tom keine – erforderte schon einiges.
Dazu musste einer ein guter Jäger und stattlicher Krieger sein.
Tom verständigte sich mit dem Häuptling in einem Kauderwelsch aus Blackfeet, Englisch und Slang. Wenn es nottat, redeten sie mit Händen und Füßen.
Black Elk überprüfte die Winchester. Man sah ihm an, dass er sich nicht mehr davon trennen wollte. Er zielte, visierte eine oben aus einem Tipi herausragende Zeltstange an, drückte ab und traf.
Der Schuss hallte von den Bergen wider.
»Gut geschossen, Black Elk. Dieses Gewehr und zweihundert Schuss Munition. Dafür will ich eine Squaw, aber keine mit Kindern oder mit einer abgeschnittenen Nase.«
Das Letztere geschah, wenn eine Squaw es allzu bunt trieb, die Ehe brach oder sich sonst wie völlig unbeliebt machte.
»Auch keine mit verborgenen Fehlern, fauligen Zähnen und üblem Mundgeruch. Oder mit krummen Beinen und schwachem Rücken. Ich will eine schöne, gesunde junge Squaw. Keine Witwe und keine Zänkische, die einem Mann das Leben vergiftet.«
»Sonst noch etwas?«, fragte der Schwarze Elch. »Eine schöne Singstimme, und dass sie Gold spucken kann verlangst du nicht?«
»Nein. Ich will auch nur eine Squaw, keine zwei, wie du mir anbietest. Keine, die schielt oder stottert. Wenn sie mir absolut nicht gefällt und nicht guttut in meiner Hütte, habe ich einen Monat Zeit, um sie umzutauschen.«
»Walla, walla! Du bist von Sinnen. Das ist doch kein Pferdehandel. Die Töchter der Blackfeet sind alle schön und haben ihre Qualitäten. Eine Squaw für die Winchester. Ich werde dir mehrere Stammestöchter vorstellen. Dann kannst du die Wahl treffen.«
»Gut. Ein paar Decken und ein Beil gebe ich noch dazu zu der Winchester. Dafür will ich Felle von euch.«
»Die kannst du in Fort Peck oder Helena gut verkaufen. Du bist ein schlauer Fuchs, Bärentöter. Warum fängst du dir deine Pelze nicht selbst? Biber und Nerze und Waschbären und Wolfspelze, auch Bärenfelle für warme Mäntel und Jacken?«
»Das tue ich ja. Doch was ich euch abkaufe, brauche ich nicht selbst zu erjagen. Und ich werde nicht dulden, dass ihr mir eine Squaw mit verborgenen Mängeln andreht.«
»Habe ich dich jemals betrogen bei unseren Handelsgeschäften? Was denkst du von mir?«
»Dasselbe, was du von mir denkst, Black Elk.«
Der Häuptling dachte nach.
»Howgh«, sagte er dann. »Das geht in Ordnung« – zumindest sinngemäß hatte er das gesagt, in dem Mischmasch und unterstützt von Gebärden. »Bis auf den Punkt, dass du die Squaw wieder umtauschen kannst. Ich bin kein Krämer wie die Weißen. Du kannst dir eine von den Squaws aussuchen, die ich dir vorstellen werde. Ihr kannst du beiliegen und sie eine Nacht ausprobieren. Auch soll sie für dich braten und kochen und Arbeiten vorführen, damit du siehst, dass sie anstellig ist. Dann musst du dich entscheiden.«
Dann fügte er noch hinzu: »Da könnte jeder kommen und ein Halbdutzend Squaws ausprobieren und umtauschen wollen. Ich kenne dich, Bärentöter, und deine sexuelle Gier, die der Goldgier der weißen Goldsucher nicht nachsteht. Du bist unersättlich und ein Wüstling von Natur aus. Du kennst nur die Jagd, Essen und Sex. Und du liebst die Gefahr, das raue Leben in den Bergen und den Kampf. Du bist ein wilder, ungebärdiger Mann.«
Ein paar dieser Begriffe musste Black Elk erläutern. Wüstling zum Beispiel hieß in der Mischsprache, jener der Blackfeet entlehnt, Blotahunka. Das bezeichnete einen Mann der von dem weiblichen Geschlechtsteil fasziniert war und leidenschaftlich an den Brüsten des Weibes hing.
Tom verzog das Gesicht.
»Ich bin kein Blotahunka, ich habe nur gern weibliche Gesellschaft um mich in der Einsamkeit meiner Berge. Und ich schätze die Reize einer Frau. Auch die Wärme und Zärtlichkeit, die sie gibt.«
»Das sind deine Angelegenheiten. Warum nimmst du dir nicht auch eine Frau deiner Rasse in deine Blockhütte? Oder gehst nach Helena oder Butte, wo sich die weißen Goldsucher austoben und wo es käufliche Frauen gibt?«
»In den Rocky Mountains, in der Wildnis und Einsamkeit, unter primitiven Bedingungen würde keine weiße Frau mit mir leben wollen. Und die Sorte Frauen in den Goldgräberstädten und Camps, die ihre Gunst und ihren Körper verkaufen, mag ich nicht.«
»Hier kaufst du doch auch eine Frau, oder nicht?«
»Darin sehe ich einen Unterschied. Das ist meine Squaw, meine Frau, keine, die ihren Körper an jeden verkauft, der ihr das Geld hinlegt. In dem Punkt bin ich eigen, Black Elk.«
Tom verschwieg, dass er durchaus schon Prostituierte kennengelernt hatte. Aber das gab ihm nichts. Sie verkauften sich, vermieteten ihre Reize. Für den blonden, langhaarigen und bärtigen Trapper war der Akt mit ihnen so wenig mit emotionaler Befriedigung verbunden wie das Zähneputzen. Er konnte sich dafür nicht erwärmen.
Black Elk bat ihn in sein Zelt. Tom war mit zwei Pferden gekommen. Die Squaw, die er zu erstehen gedachte, sollte auf dem Rückweg in die steilen Berge hinter ihm auf dem Pferd sitzen. Noch waren die Reitpfade passierbar. Das zweite Pferd war als Packpferd vorgesehen, Tom wollte eine ordentliche Ladung wertvoller Pelze mitnehmen.
Jünglinge der Blackfeet versorgten seine Pferde. Im Tipi legte Tom seine Jacke ab. Er hockte sich ans Feuer und holte eine Flasche Whisky hervor. Die Augen des Häuptlings leuchteten auf.
Er war dem Feuerwasser zugetan. Allerdings soff er, wenn er welches hatte, nicht so hemmungslos wie viele andere seiner Rasse.
Black Elks Frauen tischten zu essen und zu trinken auf. Es gab klares Wasser und ein Wurzelbier, das sehr auf die Blase schlug. Zum Essen erlesene Speisen wie Bärentatzen und -leber sowie Wild- und Hasenbraten. Black Elk wusste, was sich gehörte. Er ließ die Winchester immer in seiner Reichweite.
Beil und Decken konnte er später betrachten. Auch Glasperlen und Spiegel für die Squaws würden noch abfallen. Das Tipi war durchaus groß und geräumig. Möbel gab es nicht, nur ein paar Gestelle, an denen Kochgeschirr und anderes hing oder auf Borden stand. Die Waffen des Häuptlings befanden sich in einer Ecke.
Die Kleidungsstücke, seine und die der Frauen, lagen sauber nebeneinander aufgeschichtet oder hingen an den Zeltstangen. Der Boden des Zelts war mit Decken und Fellen belegt. In der Mitte des Tipis brannte ein Feuer, dessen Rauch durch die Öffnung oben abzog.
Hunde schnüffelten umher. Ein Kleinkind, Black Elks jüngster Sohn, krabbelte mit nacktem Popo über den Boden. Seine Mutter war anwesend, eine dralle, junge Person im bestickten Wildlederkleid, eine Glasperlenkette um den Hals. Sie stillte den Jungen noch. Sie und zwei andere von Black Elks Squaws bedienten die Männer.
Die beiden anderen Squaws und weitere Kinder des Häuptlings befanden sich anderswo, bei Freunden, Nachbarn oder Verwandten. Die Stammesgemeinschaft war ein homogenes Gefüge mit einer festen Ordnung. Diebstähle gab es bei den Schwarzfüßen und anderen Indianern nicht. Vergewaltigungen waren unbekannt.
Die Blackfeet führten ein freies Sexualleben. Wenn allerdings ein fester Bund, wie der Ehebund bei den Weißen, geschlossen worden war, hielt man sich daran. Jugendliche, Unverheiratete und Verwitwete durften frei verkehren, wie es ihnen passte.
In der Beziehung hätten die Weißen von den Blackfeet durchaus etwas lernen können, die sie als primitive Wilde und wegen der Polygamie – Vielehe – verachteten. Um die Moral der Weißen war es meist viel schlechter bestellt.
Der gute Whisky hatte Black Elk aufgeheizt und in gute Stimmung versetzt. Nachdem er draußen gewesen war, um sein Wasser abzuschlagen, schlug er Tom auf die Schulter. Im Tipi war es mäßig warm.
Es roch nach Kochdünsten, Leder und Fellen und Hund und Mensch. In dieser Hinsicht empfindliche Riechorgane hatten die Blackfeet nicht, ebenso wenig wie sie Wert auf eine ausgeprägte Privatsphäre legten. Was die Gerüche betraf, vertraten sie das Motto, dass schon viele erfroren seien, doch noch nie einer erstunken.
Black Elk schickte die junge Mutter und das Krabbelkind fort. Er hatte Bescheid gegeben wegen Toms Frauenwunsch.
»Wir lassen die Squaws kommen, weißer Bruder«, sagte er, freundlicher und aufgeräumter als zuvor. »Du sollst deine Wahl treffen.«
✰
Die Parade der Schwarzfußschönen fand statt. Sechs junge und hübsche Squaws standen vor dem Zelt. Eine nach der anderen trat ein. Nachdem sie begutachtet worden war, setzte sie sich an die Zeltwand.
Tom wollte keine Katze im Sack kaufen. Er schaute sich die Zähne der Indianerinnen an, begutachtete ihre Haare – Läuse hatte keine – betastete sie und unterzog sie einer eingehenden Prüfung.
Dafür hob er ihnen auch den Rock hoch oder streifte die Leggins herunter, ließ sie sich bücken, schaute hinten und vorn und überprüfte die Brüste. Er war sofort erregt. Doch noch wollte er es nicht ganz genau wissen.
Er fasste Popos und Lustgrotten, fühlte in die feuchte und enge Wärme. Dabei ließ er sich Zeit.
Gewissensbisse hatte er dabei nicht. Frauenrechtlerinnen gab es bei den Schwarzfüßen nicht, obwohl die Squaws durchaus ihre Rechte hatten. Sie waren alle sechs neugierig auf den stattlichen weißen Mann. Er war bei den Schwarzfüßen ein berühmter Trapper, mit dem Tisch und Bett zu teilen durchaus erstrebenswert war. Zudem bestand für die Squaw jeweils die Möglichkeit, zu ihrem Stamm zurückzukehren, wenn sie das wollte und sich mit ihrem Mann einigte.
Ein Kind war in dem Fall kein Hindernis, es bedeutete, dass die Frau fruchtbar war und Kinder gebären konnte. Bei zwei oder drei Kindern sah es etwas anders aus, doch so weit war Tom nicht in die Sitten und Gebräuche der Blackfeet eingedrungen, dass er das genau gewusst hätte.
Er war nicht als Mountain Man und in der Bestimmung, ein solcher zu werden, geboren worden. Ein alter Trapper hatte ihn großgezogen, nachdem seine Eltern in einer Lawine umgekommen waren, am Bozeman Pass. Damals war Tom erst fünf Jahre alt gewesen. Er hatte wenig Bildung, dumm war er nicht – mit dem Schreiben und Lesen haperte es bei ihm, Rechnen konnte er, und er war sprachbegabt und ein erstklassiger Jäger und Fährtensucher.
Sein Ziehvater und Mentor war von einem Jagdausflug nicht zurückgekehrt. Tom hatte ihn und den Grizzly, mit dem er seinen letzten Kampf ausgetragen hatte, nebeneinander gefunden, einer im Blut des anderen. Damals war er siebzehn gewesen. Seitdem, zehn Jahre waren es mittlerweile, schlug er sich allein in den Bergen durch, durchaus mit Erfolg.
Bear River Tom traf also seine Wahl. Vier Squaws wies er ab – er hatte keinen Draht zu ihnen und fand kleine Mängel. An sich war es eine Unverschämtheit und Verachtung der Menschenwürde, derart vorzugehen, doch es entsprach den Gebräuchen der Blackfeet. Tom fand nichts dabei.
Die vier Verschmähten gingen. Die beiden anderen standen da, wieder bekleidet, schwarzhaarig und schlank und rank. Die eine war groß und hatte schöne Augen und große Brüste. Die andere war eher zierlich, hübsch und mit kleinen und festen Brüsten. Tom hatte gespürt, dass es sie nach ihm verlangte, als er sie in Augenschein nahm und untersuchte. Sie sog seinen forschenden Finger förmlich in sich ein.
Die Große, Üppigere war zurückhaltender, als ob ihr die Prozedur peinlich sei. Welche sollte er nehmen?
»Nimm beide«, schlug ihm Black Elk vor. »Und verzichte auf die Pelze.«
Das lehnte Tom ab.
»Eine Squaw. Deshalb bin ich hergekommen, roter Bruder. Ich werde mit beiden das Lager teilen.«
Der Häuptling rülpste.
»Wie du meinst, Bärentöter. Doch beschwere dich nicht, wenn du morgen früh nicht in den Sattel kommst. Die Töchter der Blackfeet sind heißblütig und fordern von einem Mann alles.«
»Hohoho, das erlebst du nicht.«
Im Tipi, in das er sich dann mit beiden Schönheiten zurückzog, kam Tom sofort zur Sache. Er hatte lange genug gewartet.
In der Mitte des Tipis brannte ein kleines Feuer, und eine Schale mit tierischem Öl hing von einer Zeltstange und gab zusätzliches Licht. Das Inventar des Zelts war karg, aber es gab alles, was man brauchte um dort zu wohnen und die Nacht zu verbringen.
Der Trapper stierte die beiden Schönheiten an. Das Wasser lief ihm im Mund zusammen, sein Pint schwoll rasant an und wurde knüppelhart. Es platzte ihm fast die Hose.
Er riss sich die Kleider vom Leib, dann den Squaws die ihren und warf die beiden Frauen auf das Felllager. Was folgte war eine wüste Orgie. Der nach Sex ausgehungerte Mountain Man fackelte nicht lange. Die Reize von intimen Stellen von Usquewana, der Großen und Üppigen, und die von der zierlichen Ventani hatte er schon erkundet und sich damit vertraut gemacht. Da war er genau und kaufte nicht die Katze im Sack.
Er warf Ventani auf den Rücken, sein Pint forschte nach dem Eingang ihrer Lustgrotte, und er drang vehement in sie ein.
Feucht war sie. Toms gewaltiger Kolben suchte sich seine Bahn.
Der Trapper grunzte animalisch. Ventani stieß einen Schrei aus.
»Nicht so fest. Du zerreißt mich.«
Tom bewegte sich langsam und voller Lust. Ventanis Lustgrotte passte sich seinen Maßen an, und es begann, ihr zu gefallen. Bald schrie sie vor Lust. Tom hielt mehrfach inne, bis er seinen Samen heiß in den Schoß der Squaw ergoss.
Schnaufend lag er dann über ihr, und visierte schon Usquewana an. Er war bald wieder fit, ließ sich seinen Pint von Usquewana mit dem Mund verwöhnen und drückte ihre Brüste und fasste sie anderswo an.
Dann zog er sie über sich und drang in sie ein. Usquewana war weiter gebaut als Ventani, doch auch mit ihr machte es Spaß. Der Trapper widmete sich den beiden Squaws. Er trieb es die ganze Nacht abwechselnd mit ihnen, probierte Stellungen aus, wechselte manchmal von einer zur anderen.
Jungfrauen waren die beiden schon längst nicht mehr. Sie widmeten sich dem Trapper mit Hingabe, kraulten ihn am Bart und anderswo. Erst im Morgengrauen ließen sie voneinander ab.
Tom meinte, nur wenige Minuten geschlafen zu haben, als ihn ein Schuss weckte. Er griff nach seinem Gewehr und dem Bowiemesser. Einen Colt hatte er zwar, aber damit war er kein Ass. Er traf sein Ziel, wenn er lange und sorgfältig zielte. Doch von Schnelligkeit oder gar von einem Schnappschuss aus der Hüfte, für einen erstklassigen Gunman ein Muss, war bei ihm keine Rede.
Tom schaute aus dem Zelt. Es war warm drinnen, und es roch nach Sex und dem Rauch des Feuers.
Häuptling Black Elk und ein Dutzend Krieger standen vor dem Zelt. Black Elk trug seine lang herabfallende Federhaube, Lederkleidung, und wirkte sehr offiziell. Er sah anders aus als ein weißer Würdenträger, sein Auftreten jedoch war dasselbe.
»Nun?«, fragte er in seinem Kauderwelsch. »Du hast die Nacht mit Usquewana und Ventani verbrachte. Für wen von den beiden entscheidest du dich?«
Tom zog sich aus der Affäre.
»Sie sollen mir beide eine Mahlzeit bereiten. Nach dem Genuss will ich meine Wahl treffen.«
»Howgh, es sei. Die Liebe geht durch den Magen, sagen die Weißen.«
Ein Schwarzfußkrieger wendete sich aufgebracht an den Häuptling. Von dem, was er im Dialekt der Schwarzfüße sagte, verstand Tom nur einen Teil. Der Krieger, ein kräftiger Bursche mit einer Feder im Haar und einem großen Skalpmesser am Gürtel, war jedoch ganz offensichtlich nicht sein Freund.
Usquewana und Ventani standen hinter dem Trapper im Zelteingang. Tom bedeckte seinen Unterkörper mit einem Fell, das er vom Boden aufgehoben hatte. Die beiden Squaws zierten sich nicht, sie präsentierten sich nackt.
Allerdings standen sie hinter Tom, der sie teils verdeckte. Der aufgebrachte Krieger deutete auf Ventani. Er forderte etwas.
»Was will er?«, fragte Tom.
Ein Schatten überflog Black Elks Gesicht mit der Adlernase.
»Der Kleine Bär beansprucht Ventani, die Frühlingsblume, für sich. Er will sie als Squaw in seinen Wigwam holen.«
»Warum habt ihr sie mir dann angeboten?«
Ventani schnatterte los. Tom verstand nur, dass sie vom Kleinen Bär nicht begeistert zu sein schien.
Black Elk übersetzte.
»Sie sagt, sie will nicht die Squaw vom Kleinen Bären werden. Er sei auf dem Schlaflager ein Stümper und würde keine Rücksicht auf die Frau nehmen. Einfallslos und grob. Und ... er wäre zu schnell. Deshalb hat sie sich zur Auswahl gemeldet, weil sie nicht mit ihm das Lager teilen will.«
Wie Tom das interpretierte litt der Kleine Bär entweder unter vorzeitigem Samenerguss, oder er war von der sehr schnellen Truppe. Drauf, rein, rammeln, fertig und ab. Dabei kam er auf seine Kosten, die Squaw aber nicht.
Tom schob Ventani zurück.
»Ich lasse mir von ihm keine Vorschriften machen«, sagte er. »Nach der Mahlzeit entscheide ich mich.«
Die hausfraulichen Fähigkeiten der beiden Squaws konnte er nur annähernd prüfen. Vielleicht konnten sie ihm etwas nähen oder dergleichen. Zur Not konnte er seine Klamotten auch selber nähen. Schön war das dann nicht, aber es hielt.
Er war Trapper und keine Kunststickerin.
Der Kleine Bär begehrte wieder auf und hob drohend seinen Speer. Der Häuptling drückte ihn herunter.
»Wenn du Ventani haben willst, musst du mit ihm um sie kämpfen. Das ist sein Recht, denn er hat schon als Brautwerbung Mustangs vor das Zelt ihres Vaters gestellt.«
