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Nur ein kleiner Liebesbiss: Der Instinkt, andere zufriedenzustellen, sollte niemals stärker sein als das eigene Gewissen. Cassium Jones erreicht bald sein viertes Jahrhundert und im Laufe der Jahre hat er viele Rollen übernommen, vom Farmer über einen Soldaten bis hin zum Vampirvollstrecker. Jetzt ist er bereit, sich niederzulassen und ein gewisses Maß an Entspannung zu genießen … wenn die Arbeit auf einer Viehranch als entspannend angesehen werden kann. Er liebt das weite Land, die frische, saubere Luft und sogar das Versorgen der Tiere. Sich um die Ranch und das Wohl der Angusrinder auf den Weiden im Norden zu kümmern bietet viel Einsamkeit und er sollte eigentlich so ziemlich in Ruhe gelassen werden. Stattdessen stößt Cassium unter den Tieren auf einen verletzten Angusbullen, und erkennt, dass der Bulle nicht nur ein Wandler ist, sondern auch sein Geliebter, sein Seelenverwandter. Cassium erfährt, dass Garth von seiner Herde vertrieben wurde, weil er einem anmaßenden Alpha nicht gehorcht hat und dabei zwei kleine Kinder zurücklassen musste. Cassium ist zwar gerne bereit, dem Bullenwandler zu helfen, sich wieder mit seinen Kindern zu vereinen, aber ist er auch bereit, eine Elternrolle zu übernehmen, wenn er sich eigentlich zur Ruhe setzen wollte? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Ein liebevolles Biss-chen ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 28.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Kein Haufen Mist
Nur ein kleiner Liebesbiss: Der Instinkt, andere zufriedenzustellen, sollte niemals stärker sein als das eigene Gewissen.
Cassium Jones erreicht bald sein viertes Jahrhundert und im Laufe der Jahre hat er viele Rollen übernommen, vom Farmer über einen Soldaten bis hin zum Vampirvollstrecker. Jetzt ist er bereit, sich niederzulassen und ein gewisses Maß an Entspannung zu genießen … wenn die Arbeit auf einer Viehranch als entspannend angesehen werden kann. Er liebt das weite Land, die frische, saubere Luft und sogar das Versorgen der Tiere. Sich um die Ranch und das Wohl der Angusrinder auf den Weiden im Norden zu kümmern bietet viel Einsamkeit und er sollte eigentlich so ziemlich in Ruhe gelassen werden. Stattdessen stößt Cassium unter den Tieren auf einen verletzten Angusbullen, und erkennt, dass der Bulle nicht nur ein Wandler ist, sondern auch sein Geliebter, sein Seelenverwandter. Cassium erfährt, dass Garth von seiner Herde vertrieben wurde, weil er einem anmaßenden Alpha nicht gehorcht hat und dabei zwei kleine Kinder zurücklassen musste. Cassium ist zwar gerne bereit, dem Bullenwandler zu helfen, sich wieder mit seinen Kindern zu vereinen, aber ist er auch bereit, eine Elternrolle zu übernehmen, wenn er sich eigentlich zur Ruhe setzen wollte?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Ein liebevolles Biss-chen ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 28.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Kein Haufen Mist
Ein liebevolles Biss-chen 6
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Not A Line of Bull“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2020
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Auf Pausen – jeder braucht mal eine.
Cassium Jones schwang sich vom Rücken seines Pferdes und inspizierte den kaputten Zaunpfosten. Er bemerkte, dass ein gutes Stück Fell im Holz feststeckte, was darauf hindeutete, dass eine Kuh beschlossen hatte, ihn zum Scheuern zu verwenden. Durch die Kraft des Tieres beim Reiben war der bereits morsche Pfosten an der Basis abgebrochen. Gut, dass der Draht ihn noch einigermaßen an Ort und Stelle hielt.
Cassium kehrte zu seinem wartenden Pferd zurück. Er ging zur linken Satteltasche und nahm eine klappbare Handsäge, eine Spitzzange und eine Drahtrolle heraus. Er ließ die Zange und den Draht neben den kaputten Pfosten fallen und ging dann zu einer Baumgruppe.
Cassium betrachtete die Äste, suchte nach einem dicken. Er wollte einen ohne zu viele Zweigansätze, die er abschneiden müsste. Als er etwa auf Kopfhöhe einen eins zwanzig langen sah, dessen Ende vielleicht vom Wind abgebrochen worden war, griff er mit einer behandschuhten Hand danach. Er platzierte die Säge in die Nähe der Stelle, an der der Ast aus dem Stamm herauswuchs, und begann zu sägen.
Nach einigen langen, gleichmäßigen Bewegungen spürte Cassium, wie der Ast nachgab. Er drückte kräftig dagegen und löste ihn mit seiner Vampirstärke mühelos. Dann entfernte er die Seitenzweige und trug den Ast anschließend zu dem abgebrochenen Pfosten.
Cassium senkte sich auf ein Knie. Mit dem Draht befestigte er den Ast an dem noch im Boden verankerten Pfosten. Sobald er das getan hatte, zerrte er das abgebrochene Stück wieder an seinen Platz und verdrahtete es mit dem oberen Ende des Pfostens.
Als das erledigt war, trat er zurück, um seine Arbeit zu begutachten. Er hatte den Ast wie eine Schiene am Pfosten benutzt. Es war ähnlich wie das, was ein Militärarzt auf dem Schlachtfeld mit einem gebrochenen Knochen tun würde … die Verletzung stabilisieren, damit der Soldat zu einem sicheren Ort transportiert werden konnte. Er hatte es während seiner Militärzeit mehr als einmal getan.
„Was denkst du?“, fragte Cassium sein Pferd und warf über die Schulter hinweg einen Blick auf das Tier. „Es wird ein paar Tage funktionieren, bis wir hier draußen einen neuen Pfosten aufstellen können, oder?“
Der dunkelbraune Wallach drehte den Kopf und drehte die Ohren nach vorne. Das Tier sah ihn einige Sekunden lang an und entspannte sich dann wieder, als es weiterdöste.
Cassium gluckste, als er anfing, seine Werkzeuge einzusammeln. „Weniger als drei Monate hier draußen und ich rede schon mit meinem Pferd.“ Grinsend trug er seine Sachen zurück zu dem Wallach. Nachdem er sie zurück in die Satteltasche gesteckt hatte, ging er zum Kopf des Pferdes und kraulte es zwischen den Ohren. „Ich bin schon verrückt und will es auch gar nicht anders, Tonka.“
Diesmal nieste der Wallach und versuchte dann, seinen Kopf an Cassiums Hemd zu reiben. Schnaubend schob er den Kopf des Tieres weg. Er nahm die Zügel und hob den Fuß zum Steigbügel. Nachdem er sich in den Sattel geschwungen hatte, trieb er Tonka an.
„Also gut, mein Junge“, murmelte Cassium. „Wir müssen noch ein paar Kilometer Zaun kontrollieren, dann kehren wir zur Hütte zurück. Ich werde dich abreiben und dir etwas Futter geben“, fuhr er fort. „Und ich werde eine Tüte Blut trinken, gefolgt von einem Scotch. Vielleicht grille ich sogar ein Steak.“
Tonka stapfte weiter.
Cassium lächelte, als er seinen Blick über die sanften Hügel um sich herum schweifen ließ. Er wusste, dass ein paar Meilen südlich das Haupthaus seines Vampirzirkels war. Dort lebten ein paar Dutzend Vampire, angeführt von Meister Jaymes Martinez.
Auch wenn Cassium erst seit ein paar Jahrzehnten unter Meister Jaymes’ Kommando stand, mochte er es. Der Meistervampir war ein anständiger Mann. Er gewährte den Vampiren, die ihm unterstanden, viel Freiheit, solange sie ein paar einfache Regeln befolgten.
Allem voran, wenn es um Menschen ging, durfte man niemals etwas tun, das ihnen verraten könnte, dass es Vampire gab. Zweitens, man bediente sich nicht ohne Erlaubnis an der Nahrungsquelle eines anderen. Und drittens, man durfte niemals einen Menschen in irgendeiner Weise zu etwas zwingen.
Da sie eine Rinderfarm und Ferienranch betrieben, gab es immer genügend Menschen, die bereit waren, etwas Zeit unter vier Augen mit den Cowboys zu verbringen. Das machte es ihnen leicht, sich zu nähren und das Gedächtnis der Gäste zu löschen, die daraufhin glaubten, dass sie eine fantastische Zeit gehabt hatten und nichts von ihren Blutspenden wussten.
Derzeit befand sich Cassium in einer Phase seines Lebens, in der er seine Identität neu erfinden musste. Paranormale mussten dies ungefähr alle vierzig Jahre tun, weil sie jahrhundertelang lebten und nicht älter wurden wie die Menschen. Wenn die Leute in ihrer Heimatstadt sie gut kannten, brauchten sie eine etwa zehnjährige Auszeit. Glücklicherweise würde Cassium nicht so lange warten müssen, da sein Kontakt hauptsächlich zu Gästen bestand.
Cassium stellte fest, dass er die Einsamkeit genoss, sich allein um die Tiere zu kümmern. Schade nur, dass er zum größten Teil sein Blut aus einem Beutel trank. Ein paar seiner Freunde brachten gelegentlich unter dem Vorwand eines Picknicks einen lebenden Spender vorbei. Dann kam Cassium dazu, um den Menschen in Trance versetzen und ein paar Schluck von seinem Blut zu genießen. Der Mensch ging anschließend und glaubte, er hätte ein vergnügliches und entspannendes Picknick gehabt, und Cassium konnte zur Abwechslung eine warme Mahlzeit genießen.
Cassium witterte etwas Unerwartetes und zog leicht an den Zügeln, was Tonka zum Anhalten brachte. Er legte den Kopf zurück und atmete tief ein, suchte nach einem weiteren Hinweis darauf, was seine Aufmerksamkeit erregt hatte.
Blut.
Schwer, metallisch, und es roch so gut.
Zu Cassiums Überraschung spürte er, wie Hitze durch seinen Körper strömte.
Cassium schob die seltsame Reaktion auf seinen Hunger – verdammt noch mal, es war anderthalb Wochen her, seit er sich gut genährt hatte – und suchte nach der Quelle. Er entdeckte mehrere Tropfen dunkler Flüssigkeit, die das hellgrüne Gras verfärbten. Die Spur führte nach Nordwesten zwischen die Bäume.
„Hmm“, überlegte Cassium. „Lass uns das mal überprüfen, Tonka. Was meinst du?“
Diesmal schnaubte Tonka und schüttelte den Kopf.
Cassium schnaubte. „Also gut“, fuhr er fort. „Ich werde dich an der Baumgrenze stehenlassen.“ Er lenkte das Pferd in Richtung der Bäume. „Es wäre ohnehin nicht angenehm für mich, dich dort hindurch zu reiten.“
Als Cassium die Baumgrenze erreicht hatte, schwang er sich von seinem Pferd. Nachdem er ihm den Hals geklopft hatte, ließ er die Zügel zu Boden hängen und band das Tier somit sozusagen fest, dann schlüpfte er zwischen die Bäume. Er entdeckte viele Abdrücke von Rindern, sowie von kleinerem Wild, aber sonst wenig. In der Annahme, dass eines der Tiere seiner Herde verletzt sein könnte, folgte er sorgfältig den Blutspritzern, während er nach dem Vieh Ausschau hielt.
Cassium entdeckte ein paar braune Leiber durch die Bäume und ging auf sie zu. Er blieb neben einem Baum stehen, schaute durch die Zweige und zählte acht Köpfe, die sich weiter links drängten. Das Tier auf der rechten Seite war jedoch dasjenige, das seine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Unter einem Baum liegend, hatte der Angus-Bulle sein Maul auf dem Boden abgestützt. Tiefrote Flecken verunzierten die Flanke, den Bauch und die Schulter des Tieres. Cassium konnte die Erschöpfung und Traurigkeit in den tiefbraunen Augen erkennen.
Dieser Angus-Bulle gehörte nicht nur nicht zu seiner Herde. Dieser Angus-Bulle war ein Wandler.
Kein Wunder, dass der Geruch seines Blutes meine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Das war Cassiums erster Gedanke, dem schnell ein weiterer folgte.
Warum zum Teufel versteckt sich ein verletzter Wandler in der Rinderherde eines Vampir-Zirkels?
Der Wandler hatte Cassium noch nicht bemerkt, da er derzeit gegen den Wind stand. Er wusste, dass sich dies in der Sekunde, in der er um den Baum herumging, wahrscheinlich ändern würde. Trotzdem glaubte Cassium, dass er, da der große Wandler verletzt war, vor ihm sicher sein würde.
Außerdem war der Wandler derjenige, der sein Gelände betreten hatte.
Cassium verspürte das seltsame Verlangen, dem Mann zu helfen. Da er immer seinen Instinkten vertraute, schob er sich langsam unter die Äste des Baumes. Er warf einen Blick auf die Rinder, die sich nicht weit entfernt aufhielten, aber die interessierten sich nicht für ihn. Sie waren an ihn gewöhnt.
Der Kopf des Angus-Bullen hob sich sofort und lenkte Cassiums Aufmerksamkeit wieder auf ihn. Er begann sich zu regen und bemühte sich, seine Hinterbeine unter den Körper zu bekommen. Seine Bewegungen wirkten steif, unkoordiniert und der Schmerz war deutlich in den großen braunen Augen des Rindes zu sehen.
„Ruhig, Wandler“, beruhigte Cassium ihn und hob beschwichtigend beide Hände. „Ich bin nicht hier, um dir Schaden zuzufügen. Ich habe das Blut gesehen und wollte sicherstellen, dass keine meiner Kühe verletzt ist.“ Während er sprach, näherte er sich langsam dem großen Paranormalen. „Bei all dem Blut, das dein Fell verschmiert, wundert es mich nicht, dass du nicht gerochen hast, dass dies Vampirgebiet ist. Meine Hütte ist etwas östlich an der Baumreihe entlang. Kann ich Erste Hilfe anbieten?“
Als er den Unglauben in den intelligenten Augen des Tieres sah, verzog Cassium seine Lippen zu einem kleinen Lächeln. Verdammt, mit dem Angebot hatte er sich selbst überrascht. Doch als er näher er an den Bullen herantrat, wurde der Geruch seines Blutes nur noch berauschender.
Cassium wollte wirklich gern wissen, ob es seins war oder das von jemandem, der ihn angegriffen hatte. Er hoffte sehr, dass es nicht Letzteres war, denn er konnte sich nicht vorstellen, wie ein solches Gespräch verlaufen würde. Als sich der Wandler erneut bemühte, sich zu erheben, konzentrierte sich Cassium wieder auf ihn.
„Kann ich dir helfen?“, fragte Cassium. „Ich will dir nichts tun. Es steht dir frei, meinen Geruch zu überprüfen, um es zu bestätigen.“ Er lächelte erneut. „Ich werde nicht beleidigt sein. Du hast anscheinend eine schwierige Zeit hinter dir.“
Als der Bulle endlich auf die Beine kam, hoben sich seine Flanken. Wenn er in menschlicher Form gewesen wäre, wusste Cassium, dass er durch die Anstrengung des Aufstehens schweißgebadet wäre. Stattdessen verrieten seine gespreizten Beine, wie wackelig er sich fühlte.
„Komm schon, großer Kerl“, drängte Cassium sanft und trat einen weiteren Schritt auf ihn zu. Je näher er kam, desto stärker roch das Blut des Wandlers. Verdammt, er wollte etwas davon. „Du brauchst Hilfe, und ich biete welche an. Was sagst du? Willst du mir einfach zu meiner Hütte folgen? Kein Zwang.“
Cassium konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal um etwas gebeten hatte. Aus irgendeinem Grund wusste er aber, dass es sich lohnen würde. Dem erstaunlichen Geruch seines Blutes nach zu urteilen, könnte dieser Wandler sehr wohl sein Geliebter sein … die einzige Person auf der Welt, mit der er sich verbinden und an deren ewiger Gesellschaft er sich erfreuen konnte.
Cassium trat einen Schritt zurück und beobachtete, was der Bullenwandler entschied. Der große Bursche hob den Kopf und schnupperte in der Luft. Er machte einen unsteten Schritt auf ihn zu.
„Wenn du dich verwandelst, kann ich dich auf mein Pferd setzen“, sagte Cassium zu ihm. „Dann musst du nicht den ganzen Weg laufen.“
Die Worte waren aus seinem Mund, bevor er sie aufhalten konnte. Er verbiss sich eine Grimasse. Hoffentlich würde der Wandler das nicht für eine Beleidigung halten. Trotzdem, so unsicher, wie der Bulle ging, war Cassium sich nicht sicher, ob er es überhaupt aus eigener Kraft in seine Hütte schaffen würde.
Zu Cassiums Überraschung und Erleichterung beobachtete er, wie ein Schauer durch den Körper des Wandlers lief. Er war oft genug unter ihnen gewesen, um zu wissen, was das bedeutete. Der Bulle verwandelte sich.
Sekunden später wich das zuckende Fell Flecken bronzebrauner Haut. Das Geräusch von knirschenden Sehnen, knackenden Knochen und sich spannenden Muskeln erfüllte die Lichtung. Der Körper des Mannes schrumpfte, sein Fell verschwand und sein Schwanz zog sich zurück. Innerhalb einer Minute kniete ein verletzter und blutiger Mann auf allen vieren vor ihm.
Cassium spürte, wie sein Mund trocken wurde und seine Kehle sich zusammenzog. Auch wenn er verletzt und schwach war, war er verdammt sexy. Er hatte breite Schultern und muskulöse Gliedmaße. Sein breiter, tief gebräunter Oberkörper verjüngte sich zu einer schmalen Taille. Der Mann hatte sogar ein paar Haare auf dem Rücken, sodass Cassium sich fragte, wie dicht sein Brusthaar war.
