Kiss of Leather: Kuss aus Leder - Shea Balik - E-Book

Kiss of Leather: Kuss aus Leder E-Book

Shea Balik

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Beschreibung

Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, inmitten der Smokey Mountains, wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind. Eddie Wollard hat einen schweren Stand im Leben. Als würden seine ständigen Fehler nicht schon ausreichend zeigen, was für ein Verlierer er ist, erinnert ihn sein Onkel Ira bei jeder sich bietenden Gelegenheit nur zu gern daran. Niemand könnte jemals einen Tollpatsch wie ihn lieben. Axl Rhodes ist gerade nach Cedar Falls gezogen. Er hat versprochen, dass er es langsamer angehen lassen und das Leben genießen würde, aber nicht damit gerechnet, dass es so … langsam und langweilig sein würde. Dann lernt er Eddie Wollard kennen, einen Mann, der ihn fasziniert. Jetzt muss er Eddie nur noch davon überzeugen, wie gut sie zusammenpassen. Aber selbst in einer kleinen Stadt wie Cedar Falls ist nichts jemals so einfach. Kann Axl Eddie zeigen, dass sie zusammengehören? Und was noch wichtiger ist: Kann er Eddie von dem Vergnügen überzeugen, das man durch den Kuss aus Leder erleben kann? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Länge: rund 47.000 Wörter

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Epilog

ÜBER SHEA BALIK

LESEPROBE:

Kiss of Leather: Kuss aus Leder

Willkommen in Cedar Falls, einer kleinen Stadt in North Carolina, inmitten der Smokey Mountains, wo die Menschen freundlich und die Männer heiß sind.

Eddie Wollard hat einen schweren Stand im Leben. Als würden seine ständigen Fehler nicht schon ausreichend zeigen, was für ein Verlierer er ist, erinnert ihn sein Onkel Ira bei jeder sich bietenden Gelegenheit nur zu gern daran. Niemand könnte jemals einen Tollpatsch wie ihn lieben.

Axl Rhodes ist gerade nach Cedar Falls gezogen. Er hat versprochen, dass er es langsamer angehen lassen und das Leben genießen würde, aber nicht damit gerechnet, dass es so … langsam und langweilig sein würde. Dann lernt er Eddie Wollard kennen, einen Mann, der ihn fasziniert. Jetzt muss er Eddie nur noch davon überzeugen, wie gut sie zusammenpassen. Aber selbst in einer kleinen Stadt wie Cedar Falls ist nichts jemals so einfach.

Kann Axl Eddie zeigen, dass sie zusammengehören? Und was noch wichtiger ist: Kann er Eddie von dem Vergnügen überzeugen, das man durch den Kuss aus Leder erleben kann?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Länge: rund 47.000 Wörter

SHEA BALIK

Kiss of Leather: Kuss aus Leder

Cedar Falls 13

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Kiss of Leather“:

Shea Balik

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2023

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Der beste Kuss ist der, den man am nächsten Tag noch spürt.

Kapitel 1

„Muss auf diesem Eisbecher nicht auch eine Kirsche sein?“ Betty Sue blickte finster drein. „Erzähl mir nicht, dass du immer noch nicht weißt, wie du deinen Job zu machen hast, Eddie.“

„Äh…“ Eddie Wollard erstarrte. Am ganzen Körper brach ihm kalter Schweiß aus, als er betete, dass sein Chef Taden das nicht hörte.

Dumm.

Dumm.

Dumm.

Er arbeitete seit Monaten bei Köstlich cremig. Er sollte nicht immer noch so dämliche Fehler machen. Warum konnte er nichts richtig hinkriegen? Es war einfach nicht fair. Egal was Eddie tat, er vermasselte es. Früher oder später würde sein Chef, Taden McIntire, zur Besinnung kommen und ihn feuern.

„Es tut mir leid, Betty Sue. Lassen Sie mich Ihnen eine Kirsche besorgen.“ Eddie drehte sich auf seinem linken Fuß um, aber die rutschfeste Matte ließ die Bewegung nicht zu. Sein Magen verkrampfte sich, als sein Oberkörper sich weiter bewegte, sein Unterkörper jedoch nicht.

Schmerz schoss durch seinen Knöchel, bis die Matte schließlich seinen Fuß freigab. Die plötzliche Bewegung ließ Eddie stolpern. Seine Augen weiteten sich, als er beobachtete, wie die Theke mit alarmierender Geschwindigkeit auf sein Gesicht zuraste. Eddie streckte die Hände vor sich aus und betete, dass er sich nicht schon wieder den Kopf aufschlagen würde.

Es tat weh, als seine Hände auf die Theke schlugen, aber zumindest war es nicht sein Gesicht. Ich hab’s geschafft. Ich habe mich tatsächlich davon abgehalten, einen weiteren Unfall zu verursachen. Eddie war begeistert über den Sieg, auch wenn Betty Sue hinter ihm über die Beinahe-Katastrophe kicherte.

Das berauschende Gefühl, das ihn durchströmte, weil er der Katastrophe entgangen war, verlieh ihm die Zuversicht, Betty Sues Lachen abzuschütteln. Er nahm das schwere Glas Kirschen und wandte sich wieder dem Tresen zu. Sein Herz blieb stehen, als ihm klar wurde, dass sich nun sein rechter Fuß auf der rutschfesten Matte nicht so drehte, wie er es erwartet hatte.

Wann werde ich jemals lernen?

Er versuchte, es auszugleichen und sich zurückzudrehen, aber es funktionierte nicht. Sein Körper zuckte zusammen und bewegte sich nach vorne. Zumindest war die Theke dieses Mal nicht nah genug, um sich dagegen zu stoßen, aber das bedeutete nur, dass er auf den Boden krachen würde. Instinktiv streckte er die Hände aus, um sich auf den Sturz vorzubereiten.

Zu spät fiel ihm das Glas in seinen Händen ein. Eddies Vorwärtsbewegung ließ das Glas mit den Kirschen nach vorne kippen, wobei sich der Deckel in Richtung Betty Sue neigte. Sein Herz sank, als er entsetzt zusah, wie der Kirschsaft aus der Öffnung hervorquoll und alles, was ihm in den Weg kam, bespritzte. Betty Sues Lachen verstummte. Ihre Augen weiteten sich, als der dicke, rote Sirup direkt auf sie zukam.

„Uffff.“ Der Aufprall auf den Boden raubte ihm den Atem. Ein Pochen in seiner Schulter reichte aus, um Eddie zu zeigen, dass sie den größten Teil des Sturzes abbekommen hatte, aber er ignorierte es. Etwaige Verletzungen, die er sich zugezogen hatte, waren nach dem, was er gerade getan hatte, unbedeutend.

Überall, wohin er blickte, waren rote, klebrige Sirupspritzer. Die Wände, die Theke und Betty Sue waren alle mit dem Zeug überzogen, sodass es wie eine Szene aus einem billigen Horrorfilm wirkte.

Eddie schloss die Augen und betete mit allem, was er konnte. Bitte lass das nicht passiert sein. Bitte, bitte, bitte lass dies ein Albtraum sein.

Aber Betty Sues empörter Schrei und das Lachen derer, die in der Schlange standen und nicht mit dem Kirschsaft bespritzt worden waren, ließen ihn wissen, dass er erneut versagt hatte. Wie sein Onkel Ira immer sagte, war Eddie nichts weiter als eine Katastrophe auf zwei Beinen.

„Eddie, geht es dir gut?“, fragte Taden, als er zu Eddie eilte, um ihm aufzuhelfen.

Aber Eddie wollte Tadens Hilfe nicht. Er wollte einfach verschwinden. Wenn sich doch nur ein Loch unter ihm auftun würde. Dann könnte er vielleicht endlich das Elend beenden, zu dem sein Leben geworden war. Niemand würde ihn vermissen. Nicht einmal seine Familie. Abgesehen von dem Geld, das er ihnen zahlte, damit sie weiterhin in der Hütte leben konnten, die sie ihr Zuhause nannten, bemerkten sie ihn nie.

„Eddie.“ Der raue Ton von Tadens Stimme ließ Eddie noch einmal die Augen aufreißen.

Er blickte sich um und sah das Chaos, das er angerichtet hatte. Verdammt. Ich kann nichts richtig machen. Nein. Das stimmte nicht. Er scheiterte jeden Tag seines elenden Lebens bemerkenswert gut. Bei diesem Gedanken brach ein schallendes Gelächter aus ihm heraus. Das passte ja. Das Einzige, was ihm gut gelang, war, es zu vermasseln.

„Es tut mir leid“, sagte Eddie, als er aufstand. Er nahm ein Tuch vom Waschbecken und ging zu Betty Sue, um ihr dabei zu helfen, den klebrigen Sirup von Gesicht, Haaren und Kleidung zu entfernen.

Betty Sues Augen weiteten sich so groß wie Untertassen, als sie ihn kommen sah. Sie sprang mit ausgestrecktem Arm zurück. „Komm mir nicht zu nahe. Du bist eine Bedrohung, Eddie Ray Wollard. Sie sollten dich einsperren, nur um dich von anderen fernzuhalten.“

Es hatte keinen Sinn, ihre Worte zu leugnen. Sie waren wahr. Die Menschen um ihn herum wären sicherer, wenn er sein Zimmer einfach nie verlassen würde. Aber Eddie war bereits einsam. Er glaubte nicht, dass er es ertragen würde, wirklich völlig allein zu sein.

„Betty Sue, wenn Sie nicht höflich sein können, muss ich Sie bitten zu gehen.“ Eddie starrte Taden verwirrt an. Warum sollte Taden sich wieder für ihn einsetzen? Eddie war derjenige gewesen, der sie mit Kirschsaft übergossen hatte. Sollte sein Chef ihn nicht anschreien, anstatt Betty Sue zu ermahnen?

Sicher, sie war eine Zicke von epischem Ausmaß, aber sie sagte nichts, was Eddie nicht schon einmal gehört hatte oder was er nicht verdient hätte. Er war eine Bedrohung. Falls er jemals Zweifel haben sollte, erinnerte ihn sein Onkel bei jeder Gelegenheit daran.

„Was?“, kreischte Betty Sue. „Dieser Mitarbeiter hat ein Glas Kirschen auf mich geworfen und mein neues Outfit ruiniert, und ich bin diejenige, die aufgefordert wird, zu gehen?“

Ein Muskel in Tadens Kiefer begann zu zucken, als er Betty Sue finster anstarrte. In der Hoffnung, den Dritten Weltkrieg zu verhindern, drängte sich Eddie zwischen die beiden. „Taden, es ist in Ordnung. Betty Sue hat das Recht, mich anzuschreien.“

Dann drehte er sich zu Betty Sue um, bevor Taden etwas sagen konnte. „Betty Sue, es tut mir leid. Wenn Sie den Sirup nicht aus der Kleidung rausbekommen können, kaufe ich Ihnen gerne ein neues Outfit.“ Er war sich nicht sicher, wie er es sich leisten sollte, da sein gesamtes Gehalt an seine Eltern ging, aber Eddie würde einen Weg finden.

Grausame Augen verengten sich mit Blick auf Eddie. „Du bist eine Platzverschwendung. Seit dem Tag deiner Geburt warst du nichts weiter als eine Last für deine arme Familie.“

Eddie stöhnte leise, als er sah, wie Jesse, Ethan, Flynn und Vail zwischen seinem Angebot, für Betty Sues Kleidung zu bezahlen, und ihrer Schimpftirade den Laden betraten. Keiner von ihnen sah glücklich aus. Tatsächlich schien Jesse bereit zu sein, Betty Sue die Augen auszukratzen.

Eddies Magen verkrampfte sich. Bevor irgendjemand etwas sagen konnte, tat Eddie sein Bestes, um die Situation zu entschärfen. „Ich weiß, Betty Sue. Onkel Ira erzählt mir das jeden Tag. Soll ich jemanden suchen, der Sie nach Hause bringt, damit Sie sich sauber machen können?“

Er versuchte, sie zur Tür zu führen, aber Betty Sue weigerte sich, ihn noch näher kommen zu lassen. Panik begann sich auszubreiten, als sie, anstatt aus der Tür zu gehen, weiter zurück in die kleine Eisdiele ging.

„Guten Tag, Betty Sue.“ Ein Knoten bildete sich in Eddies Magen, als er Jesses harten Ton hörte. Es versprach Vergeltung, die nur wenige so hart verüben konnten wie Jesse. Nicht mit Fäusten, obwohl Jesse bestens wusste, wie man damit jemandem an den Haaren zieht.

Aber Jesse wurde selten handgreiflich. Das musste er nicht. Seine schneidenden Worte hatten mehr Macht als jede Faust, um einen Gegner zu vernichten. Die Tatsache, dass das T-Shirt, das Jesse trug, verriet: „Manche Dinge sollte man besser ungesagt lassen. Aber ich werde sie wahrscheinlich trotzdem sagen“, war ein schlechtes Omen.

Was noch schlimmer war: Aufgrund der begrenzten Begegnungen mit Vail war der Mann in seinen verbalen Angriffen genauso geschickt wie Jesse. Es war, als wäre Eddie vom Pech verflucht. Er wollte nur sein Leben leben, ohne so viel Drama zu verursachen, aber er schaffte es einfach nicht.

„Ich muss sagen, Betty Sue, ich denke, du solltest vielleicht die Löffel voll Zimtzicke, die du jeden Morgen in deinen Kaffee schaufelst, reduzieren“, sagte Vail. „Es fängt an, dein ohnehin schon mangelhaftes Urteilsvermögen zu beeinträchtigen.“

Ethan schnaufte. „Bei dem Kaffee, den sie ausschenkt, muss sie etwas reinmachen, um den verbrannten Geschmack zu überdecken.“

Betty Sue schüttelte vor der Gruppe den Finger. „Wie könnt ihr es wagen, meinen Kaffee zu beleidigen?“

Mit einem dramatischen Augenrollen, das nur Jesse so perfekt hinbekam, schnaubte dieser. „Das ist die einzige Möglichkeit, es zu beschreiben. Du hast Glück, dass er nicht noch weitere Adjektive hinzugefügt hat wie“ – Jesse zählte an seinen Fingern ab – „wässrig, ekelhaft, verbrannt …“

Flynn beugte sich näher zu Jesse und sagte: „Ähm, verbrannt hast du schon gesagt.“

Jesses leuchtend rosa Lippen, die zu seinem rosa T-Shirt passten, verzogen sich zu einem finsteren Ausdruck, als er Flynn einen gespielt bösen Blick zuwarf. „Ich weiß das.“ Die Ungeduld in Jesses Tonfall wurde durch ein weiteres dramatisches Augenrollen unterstrichen. „Es musste mehrmals wiederholt werden.“ Sein Blick wanderte zu Betty Sue, als wollte er ihr das klarmachen. „Übrigens, bist du ein Statist in einem Horrorfilm, von dem wir nichts wussten?“

Betty Sue blickte Jesse finster an. „Nein. Dieser Idiot“ – Betty Sue zeigte deutlich auf Eddie, nur für den Fall, dass nicht alle wussten, von wem sie sprach – „hat ein Glas Kirschen nach mir geworfen.“

Alle vier Augenpaare sahen ihn an, dann wieder Betty Sue und dann noch einmal Eddie.

Vail klatschte.

Flynn lachte und sagte zu ihm: „Hätte ich gewusst, dass das eine Option ist, hätte ich es schon vor Monaten getan.“

Ethan kam herüber und schüttelte ihm die Hand. „Ich muss dir eins lassen. Wenn du etwas tust, machst du es gut.“

Und Jesse, nun ja, Jesse brachte es auf eine ganz andere Ebene. „Weißt du, Betty Sue, beim nächsten Festival könnten wir ein Vermögen machen, wenn du der ganzen Stadt eine Chance gibst. Es gibt grenzenlose Möglichkeiten, Dinge zu werfen.“ Seine Augen leuchteten vor Begeisterung. „Oooh. Oder wir könnten eine Schlammgrube unter dir aufbauen, wie ein Tauchbecken. Ich weiß, ich würde den Lohn eines ganzen Jahres ausgeben, nur um zu sehen, wie du in einen Bottich voller Schlamm fällst.“

„Wie kannst du es wagen, mich zu demütigen“, forderte Betty Sue. „Ist es nicht schon schlimm genug, dass dieser tollpatschige Idiot mich in Verlegenheit gebracht hat?“

Die Gesichter von Jesse, Ethan, Flynn und Vail wechselten von fröhlich und scherzhaft zu sauer und wütend. „Wenn du nicht willst, dass ich dir all die überstrapazierten blonden Haare mitsamt den Wurzeln ausreiße, schlage ich vor, dass du dich bei Eddie entschuldigst, bevor du gehst“, warnte Jesse. Es war eine Drohung, für die Jesse bekannt war, wenn es um Betty Sue ging, und die er bei Bedarf auch ausführte.

Wütend wandte sich Betty Sue mit einem warnenden Ausdruck in den Augen zu Eddie. Klugerweise äußerte sie diese Drohung nicht. „Es tut mir leid.“ Das war alles, was sie sagte, bevor sie aus der Tür stürmte.

Sie sahen zu, wie sie den Bürgersteig entlangstapfte und die Straße überquerte, höchstwahrscheinlich auf dem Weg zum Rathaus, wo ihr verheirateter Liebhaber, der Bürgermeister, arbeitete.

Es war Vail, der zuerst sprach. „Hat sonst noch jemand eine Stimme im Kopf, die immer wieder sagt: Hau der Schlampe eine runter? Tu es endlich!“ Sie starrten ihn alle nur an. „Nein? Nur ich? Hmmm... seltsam.“

Jesse grinste Vail an. „Du bist definitiv ein seltsamer Vogel. Ich mag das.“

Als ob ihm gerade das größte Kompliment gemacht worden wäre, lächelte Vail Jesse an. „Ach, danke.“

Eddie stand einfach nur da und starrte die Vierergruppe an, als sie begannen, sich gegenseitig dafür zu loben, dass sie Betty Sue in die Schranken gewiesen hatten, als wäre es eine große Leistung gewesen. Alles, was Eddie tun wollte, war, sich irgendwo in einem Loch zu verstecken, bis sich sein Leben änderte und aufhörte, beschissen zu sein.

Seine Augen brannten, als Tränen zu fließen drohten. In seiner Panik suchte er nach einem sicheren Ausweg. Da Jesse, Vail, Ethan und Flynn immer noch vor der Eingangstür standen, konnte er auf keinen Fall in diese Richtung gehen.

Sein Blick wanderte nach hinten, aber Taden stand an der Theke und blockierte den Gang, durch den er die Hintertür benutzen könnte. Er war gefangen und die Tränen waren zu nah, als dass er sie zurückhalten könnte. Eddie musste raus. Es wäre zu demütigend, wenn seine Freunde ihn zusammenbrechen sehen würden.

Wild sah er sich nach einem anderen Ausweg um. Zu diesem Zeitpunkt würde er fast jede Möglichkeit zur Flucht ergreifen. Eine heiße Träne landete auf seiner Wange. Nein. Bitte nicht hier.

Du bist so ein Verlierer, sagte die Stimme in seinem Kopf, die genau so klang wie sein Onkel. Es war zu viel. Sein Herz raste, als ihn die Angst packte, dass jeder wissen könnte, was für ein Idiot er wirklich war.

Eddies Körper zuckte zusammen, als er spürte, wie eine breite Hand auf seiner Schulter landete. Oh Gott. Er sah zu Taden auf. Die Besorgnis, die er in den Augen des Mannes sah, war zu viel. Weitere Tränen flossen. Nachdem sie nun angefangen hatten, konnte Eddie sie nicht dazu bringen, wieder aufzuhören.

Sein Gehirn schaltete ab, weil er nur noch daran denken konnte, da rauszukommen, bevor sich diese Sorge in Spott verwandelte, genau wie es bei seiner Familie der Fall war. Eddie rannte los, drängte sich an Jesse und den anderen vorbei und rannte zur Tür hinaus.

Als er draußen war, hielt er nicht an – er konnte es nicht, bis er den hinteren Parkplatz erreichte, auf dem er geparkt hatte. Er war zu exponiert. Jeder konnte ihn sehen, heulend wie ein Baby.

Ich bin so ein Verlierer.

Seine Hand berührte die schmerzende Stelle in seiner Brust, als er in sein Auto stieg. Wann werde ich jemals etwas richtig machen?

Er schüttelte den Kopf und wusste, dass es höchstwahrscheinlich nie passieren würde, wenn es in dreiundzwanzig Jahren nicht passiert war. Er könnte sich genauso gut damit abfinden. Eddie war ein völliger Versager. Vielleicht hatten sein Onkel, Betty Sue und alle anderen, die ihm jemals gesagt hatten, dass er eine Platzverschwendung war, recht.

Als er nach Hause fuhr, kam Eddie an eine steile Schlucht, über die er schon oft hinausfahren wollte. Seine Hände umklammerten das Lenkrad fester, während er darüber nachdachte, einfach alles zu beenden. Zumindest würde er nicht die erdrückende Last spüren müssen, den Erwartungen der Gesellschaft niemals gerecht zu werden.

Aber wie alles andere in seinem Leben fuhr Eddie an der Schlucht vorbei und scheiterte erneut daran, etwas richtig zu machen.

Kapitel 2

„Verdammt“, fluchte Axl Rhodes, bevor er seinen blutenden Finger in den Mund steckte.

Das geschah ihm recht, weil er versuchte, sich zu beeilen. Er hätte der Online-Bestellung des Floggers nie zustimmen sollen, aber es fiel Axl schwer, die Arbeit abzulehnen. Er beäugte den Schnitt und war froh, dass er nicht zu tief war. Er war zu beschäftigt, um zum Nähen in eine Klinik zu fahren.

Ein Blick auf die von der Decke herabhängenden Drähte, die Ziegelwände und den fast leeren Laden, den er gemietet hatte, bestätigte seine Gedanken. Ryder würde jeden Moment mit einem Tischler dort sein, um den Grundriss zu besprechen, den Axl für sein Geschäft Kuss aus Leder haben wollte. Darauf sollte er sich konzentrieren.

Aber sein Streben nach Erfolg war zu stark, um es zu ignorieren. Nicht, dass er nicht bereits Erfolg hätte, aber Axl wusste nicht, was Entspannung bedeutete. Egal, was er in seinem Leben tat, ob er Landwirtschaft betrieb, mit Leder arbeitete, zu den Marines ging oder ein Dom war, Axl gab bei allem, was er tat, zweihundert Prozent.

Es ließ ihm nicht viel Zeit zum Ausruhen, aber Axl würde sowieso höchstwahrscheinlich verrückt werden, wenn er zu lange stillstehen sollte. Er fragte sich bereits, warum er sich entschieden hatte, nach Cedar Falls zu ziehen, einer verschlafenen Kleinstadt in North Carolina.

Es war malerisch, aber für Axls Geschmack viel zu ruhig. Natürlich war das ein Teil des Reizes gewesen, als er den Ort ausgewählt hatte. Er hatte nur nicht geahnt, dass es so etwas wie zu ruhig gab.

Ein Klopfen an der Glastür hinderte ihn daran, weiter an dem Flogger zu arbeiten. Vielleicht sollte er dem Kunden einfach sagen, dass es sich verzögern würde. Wenn es ihm nicht passte, würde Axl das Geld gerne erstatten. Es war ohnehin nicht so, dass er es brauchte.

Gerade als ihm dieser Gedanke durch den Kopf schoss, war es, als ob sein Vater mit ihm im Zimmer wäre und ihn daran erinnern würde, dass es im Leben mehr gab, als sich den Arsch aufzureißen. Axl hätte schwören können, dass sein Vater auf ihn herabblickte, den Kopf schüttelte und ihm noch einmal sagte, er solle es langsamer angehen lassen und mal durchatmen. Es war ein guter Rat, aber Axl hatte immer Schwierigkeiten, ihn zu befolgen.

Während er mit seinem Vater sprach, blickte er zur Decke. „Okay, Dad. Ich verstehe es. Hör auf zu drängen.“

Axl überprüfte seinen Finger, um sicherzustellen, dass die Blutung aufgehört hatte, und ging zur Tür. „Hallo, Ryder“, grüßte er, als er die Tür öffnete.

Ein leichtes Lächeln erhellte Ryders Gesicht. Ryder war ein gutaussehender Mann mit hübschen braunen Augen, die jedem Mann den Kopf verdrehen würden, auch Axl. Nicht, dass es wichtig wäre. Ryder war voll und ganz seinem Dom, Tag, ergeben, und so sollte es auch sein. Axl wünschte nur, er könnte jemanden finden, der ihn so ansah, wie Ryder Tag ansah.

Noch vor ein paar Monaten hätte Axl nicht geglaubt, dass es in einer kleinen Stadt im Süden wie Cedar Falls eine anständige Schwulengemeinschaft geben könnte. Die gab es, und darüber hinaus hatte die Stadt größtenteils kein Problem damit. Kürzlich hatte es sogar eine große Hochzeit für neun schwule Paare gegeben, die von den Bürgern von Cedar Falls unterstützt wurde.

„Hallo, Axl. Ich habe Verstärkung mitgebracht, wie ich versprochen habe.“ Ryder machte die gleiche Geste wie Vanna White zu Beginn eines Rätsels. Allerdings meinte Ryder damit den gutaussehenden Mann neben ihm. „Das ist Brent Samuels. Er ist Vorarbeiter bei Brunetti Construction.“

Axl ließ seinen Blick von Kopf bis Fuß über Brent schweifen. Brent war ein typischer Junge aus dem Süden. Dunkles Haar, eckiges Kinn und dunkle Schlafzimmeraugen, von denen Axl sicher war, dass sie dem Mann in seinem Leben viel Action beschert hatten. Aber es war das tief in seinem Blick verborgene Bedürfnis, das Axls Interesse weckte, als Brent ihn anstarrte. Die Verwirrung, die Brent über seine Reaktion auf Axl empfand, war deutlich in seinem Gesicht zu erkennen. Es war offensichtlich, dass Brent nicht out war, oder er wusste nicht, dass er ein Sub war.

So verlockend es auch war herauszufinden, wie tief das Bedürfnis des Mannes war, Brent war nicht Axls Typ. Nicht, dass Axl normalerweise einen Sub brauchte, der einem bestimmten Typ entsprach, aber Axl wollte mehr als nur ein bisschen Spaß. Er wollte, was Ryder und Tag hatten – Liebe, Beständigkeit und Loyalität. Darüber hinaus wünschte er sich einen Partner, der sich um seine Bedürfnisse kümmern wollte.

Brents Kiefer verspannte sich, was die Sturheit des Mannes deutlich machte. Seine defensive Haltung schrie danach, dass Brent gerade versuchte, sich selbst gegenüber zu leugnen, was er fühlte. In der Hoffnung, die turbulenten Gefühle in Brent zu beruhigen, streckte Axl seine Hand aus. „Freut mich, Sie kennenzulernen, Brent.“

Brents Händedruck war etwas zu stark, aber Axl hatte nicht vor, sich mit dem Kerl auf einen Pisswettbewerb einzulassen. Er hatte zu viel damit zu tun, sein neues Geschäft zu eröffnen, und er würde Hilfe brauchen. Mit einem freundlichen Lächeln öffnete Axl die Tür weiter und trat zurück. „Hereinspaziert.“

Falls Ryder den angespannten Händedruck bemerkt hatte, erwähnte er es nicht. „Haben Sie entschieden, was Sie mit dem Laden machen möchten?“, fragte Ryder, als er zu dem Tisch ging, an dem Axl gearbeitet hatte.

Die Augenbrauen des Mannes hoben sich und Röte breitete sich auf seinen Wangen aus. Trotz des kurz getrimmten Bartes, der den unteren Teil seines Gesichts bedeckte, war der rosa Farbton deutlich zu erkennen. Ryder hatte gewusst, dass Axl Leder bearbeitete, aber die Tatsache, dass er den größten Teil seines Geldes mit der Spezialisierung auf BDSM-Utensilien verdiente, war nie zur Sprache gekommen. Er stellte auch viele andere Dinge her, aber die Welt des BDSM sorgte dafür, dass er die Rechnungen bezahlen konnte.

„Ja.“ Er zeigte direkt am Flur vorbei und ging von vorne nach hinten. „Ich brauche hier einen separaten Raum, der den hinteren Teil des Ladens einnimmt, mit einem kleinen Büro in der äußersten rechten Ecke.“ Die Hintertür befand sich direkt in der Mitte der Rückwand. „Links ein kleiner Lagerraum.“

Als er sich umdrehte, fand er Brent mit verwirrt zusammengezogenen Augenbrauen vor. „Dadurch bleibt nicht mehr viel Verkaufsfläche übrig. Brauchen Sie nicht mehr Platz, um Ihre Waren zu präsentieren?“ An Brents Tonfall konnte man erkennen, dass der Mann immer noch defensiv war, nicht weil Axl etwas tat oder sagte, sondern weil Brent seine eigene Reaktion auf Axls dominantere Persönlichkeit nicht verstand.

„In beiden Räumen werden meine Waren ausgestellt.“ Er hätte es dabei belassen können, aber er beschloss, ein bisschen Spaß mit Brent zu haben und Kerl ein wenig ins Schwitzen zu bringen. „Ich brauche nur eine Möglichkeit, die Peitschen, Halsbänder, Paddel und Flogger aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu halten.“

Brents Gesicht wurde völlig weiß, was angesichts der Bräune des Mannes nicht möglich sein sollte. Dann wurde es leuchtend rot. Axl blickte nach unten und sah die offensichtliche Beule in Brents Hose. Hätte er Brent vor ein paar Jahren kennengelernt, hätte er die Chance ergriffen, dem Mann seine unterwürfige Seite näherzubringen.

Auch er hätte ihre gemeinsame Zeit genossen. Aber Axl wollte nicht mehr nur eine gute Zeit haben. Es mochte ein Wunschtraum sein, aber Axl würde sich nicht zufrieden geben, bis er denjenigen gefunden hatte, der für ihn bestimmt war.

Nach mehreren stotternden Sprechversuchen sagte Brent schließlich: „Es tut mir leid, haben Sie Peitschen und Flogger gesagt?“

Axl schämte sich nicht für das, was er tat. Er war verdammt stolz darauf. Für ihn war es keine Selbstverständlichkeit, qualitativ hochwertige Waren zu liefern, die seinen Kunden Freude bereiteten. Jedes von ihm geschaffene Stück wurde liebevoll und mit viel Aufmerksamkeit für Details gefertigt.

Es war die Sorgfalt, die er bei seiner Arbeit anwendete, was ihm in der BDSM-Community einen guten Ruf eingebracht hatte. Das war auch der Grund, warum er sich um Geld keine Sorgen mehr machen musste. Nicht, dass Geld ihn davon abgehalten hätte, sich den Arsch aufzureißen. Wenn überhaupt, trieb es ihn dazu, härter zu arbeiten.

Und so war er in Cedar Falls gelandet. Nachdem er miterlebt hatte, wie sein Vater langsam starb, als der Krebs seinen Körper zerfraß, hatte Axl dem Mann, zu dem er immer aufgeschaut hatte, versprochen, dass er die Hektik Chicagos hinter sich lassen und sich etwas Zeit nehmen würde, um das Leben zu genießen.

---ENDE DER LESEPROBE---