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Den Frieden bewahren: Als ein Löwenwandler seinen Gefährten in einem streitbaren Koch entdeckt, muss er einen Weg finden, ihre Verbindung vorzuheizen. Seever Kerns ist seit über fünfzig Jahren der Untergebene seines besten Freundes, obwohl sein Löwe weitaus mächtiger ist. Als er Reese Nelson trifft, erkennt er, dass der Mensch sein Gefährte ist und glaubt, dass das Schicksal seine Geduld belohnt. Obwohl Seever spüren kann, dass Reese von ihm angezogen wird, widersetzt sich der Mensch leider und versteckt sich hinter einer streitbaren Fassade. Ärger mit einem bösartigen Wandler unterbricht bald seine Versuche, seinen abweisenden Gefährten zu umwerben, und Seever macht einen schweren Fehler. Da Reese seinen Cousin Rocky besuchte, einen Menschen, der mit einem Wandler verbunden ist, hatte Seever angenommen, dass Reese über Gestaltwandler und die paranormale Welt Bescheid weiß. Reese flippt jedoch aus und weigert sich zu glauben, was direkt vor seinen Augen ist. Selbst Rockys Einfluss trägt wenig dazu bei, ihn zu beruhigen. Kann Seever Reese davon überzeugen, dass sie zusammengehören, oder wird Reese versuchen, zu retten, was zu retten ist, und fliehen, womit er sich noch mehr gefährden würde? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 33.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2021
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Koch mit Feuer
Den Frieden bewahren: Als ein Löwenwandler seinen Gefährten in einem streitbaren Koch entdeckt, muss er einen Weg finden, ihre Verbindung vorzuheizen.
Seever Kerns ist seit über fünfzig Jahren der Untergebene seines besten Freundes, obwohl sein Löwe weitaus mächtiger ist. Als er Reese Nelson trifft, erkennt er, dass der Mensch sein Gefährte ist und glaubt, dass das Schicksal seine Geduld belohnt. Obwohl Seever spüren kann, dass Reese von ihm angezogen wird, widersetzt sich der Mensch leider und versteckt sich hinter einer streitbaren Fassade. Ärger mit einem bösartigen Wandler unterbricht bald seine Versuche, seinen abweisenden Gefährten zu umwerben, und Seever macht einen schweren Fehler. Da Reese seinen Cousin Rocky besuchte, einen Menschen, der mit einem Wandler verbunden ist, hatte Seever angenommen, dass Reese über Gestaltwandler und die paranormale Welt Bescheid weiß. Reese flippt jedoch aus und weigert sich zu glauben, was direkt vor seinen Augen ist. Selbst Rockys Einfluss trägt wenig dazu bei, ihn zu beruhigen. Kann Seever Reese davon überzeugen, dass sie zusammengehören, oder wird Reese versuchen, zu retten, was zu retten ist, und fliehen, womit er sich noch mehr gefährden würde?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 33.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Koch mit Feuer
Weltordnung der Wandler 3
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Burning the Chef’s Buns“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2021
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Die drei bedeutenden Dinge im Leben: Entscheidungen, Chancen und Veränderungen. Du musst die Wahl treffen, die Chance zu nutzen, wenn du möchtest, dass sich in deinem Leben etwas verändert.
~ Unbekannt
„Die letzte Überwachungskamera ist fertig installiert“, sagte Seever Kerns zu seinem besten Freund und Chef, dem Ratsmitglied Vincentius Goldstein. Er lehnte sich gegen die geschlossene Tür hinter sich und verschränkte die Arme vor der Brust, als er breit grinste. „Ich habe dir gesagt, dass ich es in drei Tagen erledigen kann.“
Vincentius gluckste, als er kapitulierend die Hände hob. „Du hattest Recht.“ Dann wurde sein Lächeln schief, als er seinen Blick über Seever schweifen ließ. „Du siehst aber beschissen aus. Geh ins Bett.“
Seever hätte gelacht, aber er war zu beschäftigt damit, gegen ein Gähnen anzukämpfen. Der andere Löwenwandler hatte Recht. Er war verdammt erschöpft und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Trotzdem hatte sich der zusätzliche Aufwand gelohnt.
Ich habe diesen Ort verdammt viel sicherer für die kleinen Flieger gemacht.
Einige Monate zuvor waren Vincentius’ Systeme gehackt worden, was den Rat dazu veranlasste, den Hacker aufzuspüren und zur Befragung auf das Anwesen zu bringen. Es war herausgefunden worden, dass der Mann ein Perlhuhn-Wandler namens Cho war … und der hatte sich als Vincentius’ Gefährte entpuppt. Seever vermutete, dass Vincentius irgendwann zu Kreuze gekrochen war, da der kleine Mann ihm verziehen hatte, und sie hatten sich verbunden.
Cho war aber nicht der Einzige, den sie an jenem Tag in ihren Haushalt aufgenommen hatten. Ein paar Tage später war der ganze Schwarm des Wandlers und deren Gefährten – zumindest die derjenigen Schwarmmitglieder, die welche hatten – angekommen. Das waren fast ein weiteres Dutzend Leute gewesen.
Gut, dass dieses Anwesen riesig ist.
Viele der Neuankömmlinge weckten die beschützerischen Instinkte der Sicherheitsleute – Seevers eingeschlossen. Als Sicherheitschef des Anwesens, war die Sicherheit aller sein Hauptanliegen. Leider war seine Arbeit noch schwieriger geworden, nachdem ein paar Ex-Ratsmitglieder und mehrere Vollstrecker entkommen waren, nunmehr feindliche Abtrünnige.
Vincentius schüttelte den Kopf und lächelte ihn amüsiert an. „Ich bin wirklich dankbar für alles, was du für mich tust. Vielen Dank.“
„Ich bin bald auf dem Weg ins Bett. Zuerst aber duschen“, sagte Seever zu Vincentius und stieß sich von der Tür ab. „Und du musst mir nie danken. Dies ist unser Zuhause und unsere Familie.“
„Ich bin froh zu hören, dass du das sagst.“ Vincentius runzelte die Stirn, als er von seinem Platz aus zu ihm aufblickte. „Ich mache mir gelegentlich Sorgen, da wir beide wissen, dass dein Löwe um einiges dominanter ist als meiner, aber nach außen hin fügst du dich mir.“
Seever schnaubte und seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Grinsen. „Was andere Leute denken, ist irrelevant“, sagte er und legte seine Hand auf den Türknauf. Auch wenn er wirklich von dort weg wollte, damit er die Dusche nehmen konnte, die er erwähnt hatte, würde er nicht mitten in einem Gespräch von seinem Freund weggehen. „Wir haben ein System, das funktioniert, und das ist nur zwischen uns.“
Vincentius nickte. „Ich werde dann sofort damit beginnen, die Kameras in das System einzubinden.“
Der abrupte Themenwechsel kümmerte Seever nicht. Er und das Ratsmitglied machten es sich nicht zur Gewohnheit, über ihre Gefühle zu reden. Gelegentlich sprachen sie bei einem Drink über ihre Probleme, aber das war gewesen, bevor Vincentius sich mit Cho verbunden hatte.
Jetzt darf ich mich mit fast einem Dutzend Typen rumschlagen, während ich Prescotts Anmachversuchen aus dem Weg gehe.
Seever lachte innerlich über seinen Gedanken, als er den Türknauf drehte und die Bürotür öffnete. Götter, ich muss müde sein. Grinsend verließ er den Raum.
„Oh, hey, Seever“, rief Vincentius und veranlasste Seever, sich wieder umzudrehen. „Heute Nachmittag habe ich von Rocky gehört, dass sein Cousin nächste Woche zu Besuch kommt.“
„Sein Cousin?“ Seever hielt müde inne und legte seinen Unterarm auf den Türrahmen. Er stützte seine Schläfe darauf, als er seinen Chef ansah und sein träges Gehirn zwang, sich zu konzentrieren. „Okay. Äh … ich nehme an, Rocky hat dir seinen Namen und all den Scheiß genannt, damit du eine Hintergrundüberprüfung durchführen kannst? Dir ein Bild machen?“
Als Sicherheitschef auf dem Anwesen eines Mannes, der dem Wandlerrat angehörte, wollte er wissen, wer in der Gegend herumspazieren würde. Eine Person vorher zu kennen, half oft, Probleme zu vermeiden, bevor sie auftreten konnten. Und wenn irgendjemand am Tor erschien, den sie nicht erwarteten, war es Seevers Aufgabe zu überprüfen, wer derjenige war und ob es sicher war, die Person auf das Anwesen zu lassen.
Vincentius erkannte offensichtlich Seevers Müdigkeit, denn er erklärte kurz: „Ja, Rocky sagte, sein Name sei Reese Nelson. Ich werde sein Bild und weitere Informationen an dich weiterleiten.“ Seine Augen verengten sich, als er warnte: „Fang jetzt nicht an. Geh duschen und schlafen.“
Nickend stimmte Seever zu. „Auf keinen Fall könnte ich jetzt noch lange wach bleiben.“ Obwohl er es hasste, Schwäche zuzugeben, selbst gegenüber seinem Kumpel, musste er die Wahrheit eingestehen. Seever zog sein Handy vom Clip an seinem Gürtel und sah auf die Uhr. Kurz nach zwei Uhr nachmittags. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich heute wieder aufwache. Ich werde es mir morgen früh ansehen.“
Vincentius hielt einen Daumen hoch und sagte: „Die Angaben werden in deinem Posteingang sein, wenn du aufwachst.“ Dann sah er Seever wissend an und fügte hinzu: „Und ich werde es frühestens in einer Stunde senden, damit du nicht in Versuchung gerätst.“
Seever schnaubte. „Du kennst mich zu gut.“
Mit einer verabschiedenden Handbewegung wandte sich Vincentius wieder seinen Computersystemen zu.
Seever schloss die Tür des Computerraums, ging den Flur entlang und blieb schließlich an einer Tür stehen. Er bewohnte eine wohnungsähnliche Suite auf der Vorderseite des Hauses. Die Räumlichkeiten seines Chefs – und jetzt auch Chos – befanden sich auf der anderen Seite des Flurs mit Blick auf die wunderschönen Rasenflächen im hinteren Bereich. Die anderen Suiten in ihrem Flügel wurden von Alpha Ashton, dem Anführer von Chos Schwarm und dessen Gefährten Ranger bewohnt, sowie, gegenüber von ihnen auf der Rückseite, dem Beta Gilbert und seinem Gefährten Hess.
Das Obergeschoss des gegenüberliegenden Flügels, der einst für Gäste vorgesehen war, obwohl er nur selten genutzt wurde, wurde jetzt vom Rest des Schwarms und deren Gefährten bewohnt. In den unteren Etagen befanden sich Wachen und sonstige Angestellte sowie ein gut ausgestattetes Sicherheitsbüro.
Seever verdrängte all das und gab den Bedürfnissen seines Körpers nach. Er blieb in seinem begehbaren Schrank stehen und zog Jeans und T-Shirt aus. Sobald er nackt war, ging er in sein Bad und schaltete die Dusche ein.
Eine der schönsten Annehmlichkeiten des Lebens in einem schicken Anwesen war eine Dusche mit fantastischem Wasserdruck und mehreren hochwertigen Duschköpfen. Die Unterarme auf die Fliesen gestützt, legte er seine Stirn auf den rechten Arm.
Seever stöhnte tief, als er sich an dem heißen Wasser erfreute, das auf seine erschöpften Muskeln prasselte. Er war seit fast vierzig Stunden wach und sein Körper sagte ihm, dass er es übertrieben hatte. Trotzdem hatte Seever all diese Kameras und Bewegungsmelder installieren müssen.
Selbst wenn ein Mauswandler in Tierform auf das Grundstück kam, würde das Sicherheitsteam jetzt davon erfahren. Natürlich bedeutete das auch, dass sie nun viel mehr wilde Tiere überprüfen mussten. Gestaltwandler gab es in allen Formen und Größen – von der Spinne bis zum Elefanten –, sodass ihre Sicherheitsleute die üblichen Wege der gewöhnlichen Tiere auf dem riesigen Anwesen wirklich gut kennenlernen mussten.
Leider bedeutete das, sich bewusst sein zu müssen, dass jemand zuschauen könnte, wenn irgendwer beschloss, im Wald Sex zu haben.
Dieser Gedanke brachte Seever zum Lächeln, als seine Gedanken wieder zu Prescott wanderten. Der Mann war ein sehr sinnlicher Waldentenwandler. Er war schlank und geschmeidig gebaut, und seine hellblauen Augen schienen immer zu flirten.
Seever hatte noch nie zuvor rumgefickt, wo er lebte, aber bei Prescotts ständigen Anmachversuchen und zweideutigen Anspielungen war er verdammt versucht, das zu ändern.
Als Seever an den hübschen Mann dachte, spürte er, wie sein Schwanz ein wenig hart wurde. Schade, dass er zu müde war, um auch nur zu wichsen. Kopfschüttelnd griff er nach Duschgel und Luffa und machte sich daran, sich zu waschen.
Ich möchte nicht unter der Dusche einschlafen.
Nachdem Seever den Schweiß von fast zwei Tagen abgewaschen hatte, stellte er das Wasser ab und verließ den riesigen Raum. Er griff nach einem Handtuch und begann sich trocken zu reiben, ehe er das Badezimmer verließ. Seine Augenlider schlossen sich, als seine feuchten Füße in den üppigen Teppich seines Schlafzimmers sanken.
Seever hielt inne und schwankte, als er sich weiter abrieb. Er seufzte schwer und senkte den Kopf, dann riss er die Augenlider wieder auf. Kopfschüttelnd ließ er das Handtuch auf den Boden fallen und machte die letzten paar Schritte zum Bett.
Seever ließ sich mit dem Gesicht voran auf sein Bett fallen und schwang mit letzter Kraft seine Beine auf die Matratze. Er stöhnte und streckte sich, bevor er schließlich dem Bedürfnis seines Körpers nach Ruhe erlag.
Das Geräusch eines Pieptons weckte Seever. Er blinzelte schnell und bemühte sich, seine Augen zu fokussieren. Noch leicht verschwommen schaute er auf seinen Nachttisch und bemerkte, dass es sieben Uhr zwölf morgens war. Er rollte sich herum, streckte sich auf dem Rücken aus und schaute an die Decke … dann schlossen sich seine Augenlider wieder.
Noch ein paar Stunden Schlaf schienen eine fantastische Idee zu sein.
Doch das beharrliche Piepen ertönte erneut.
„Verdammt“, grummelte Seever und zwang seine Augenlider wieder auf. Er drehte den Kopf und bemerkte, dass sein Handy nicht auf seinem Nachttisch lag. „Wo zum Teufel habe ich es gestern gelassen?“
Seever schwang seine Beine über die Bettkante und folgte dem Geräusch. In seinem Schrank fischte er in dem Kleiderstapel und stellte fest, dass sein Telefon immer noch an dem Halter befestigt war, der an seinem Gürtel hing. Als er sah, dass er zwei Anrufe von Willow, seiner Stellvertreterin im Sicherheitsteam, verpasst hatte, rief er sie schnell zurück.
„Es tut mir sehr leid, dich zu wecken“, sagte Willow zur Begrüßung. Sie hatte fast immer die Nachtschicht und beendete ihren Dienst um halb acht morgens. „Aber da ist ein Fremder am Tor, der verlangt, hereingelassen zu werden. Er sagt, wenn er seinen Cousin nicht sehen darf, wird er die Polizei rufen.“
„Cousin?“, murmelte Seever, ging zu einer Schublade und nahm eine Jeans heraus. „Wer behauptet er, ist sein Cousin? Wie ist sein Name?“
„Er heißt Reese Nelson und soll Rockys Cousin sein“, antwortete Willow knapp.
„Er darf rein“, antwortete Seever, der den Namen erkannte. Doch der Mann war eine Woche zu früh dran. „Führe ihn in die Lounge. Bestell Kaffee. Ich werde ihn dort treffen.“ Nachdem Seever eine Bestätigung von Willow erhalten hatte, fragte er abwesend, während er ein grünes Poloshirt von einem Kleiderbügel nahm: „Ist Rocky schon auf?“
Es war erst kurz nach sieben. Verdammt früh, um jemanden besuchen zu wollen, aber Seever wusste, dass der riesige Bodybuilder ein Frühaufsteher war.
Muss dazugehören, wenn man ein Kleinkind aufzieht.
„Wenn Rocky auf ist, sind er, Hector und ihr Sohn noch nicht aus ihrem Zimmer gekommen.“
Seever nickte abwesend bei Willows Antwort und sagte: „Ich werde es überprüfen.“
„Ja, Sir.“
Seever beendete den Anruf und öffnete seine E-Mails. Er entdeckte die Nachricht von Vincentius und rief sie auf. Das Bild eines schlanken Mannes mit mokkafarbener Haut in einem dunkelgrünen Poloshirt und einer figurbetonten dunkelblauen Jeans bot eine wahre Augenweide. Seever bemerkte, dass der Mann einen ernsthaften Schimmer in seinen überraschend hellbraun gefärbten Augen hatte.
Aus irgendeinem Grund fragte sich Seever, wie Reese aussehen würde, wenn er lächelte, und er spürte, wie sich sein Blut bei dem Gedanken ein wenig erhitzte. Er schüttelte den Kopf, als er an dem Bild vorbeiscrollte und die Informationen, die Vincentius über ihn ausgegraben hatte, schnell überflog. Reese war Koch in einem Restaurant in Colin City. Er war dreißig Jahre alt … oh, und er war Single.
Zu Seevers Überraschung brummte seine Raubkatze bei diesem Wissen vor Freude.
Götter, es ist zu lange her, seit ich flachgelegt wurde.
Nachdem er seinen Gürtel und Handyhalter angelegt hatte, befestigte Seever sein Handy daran, dann zog er sich das Shirt über den Kopf. Er machte schnell einen Zwischenstopp im Badezimmer und erledigte rasch seine morgendlichen Angelegenheiten. Ohne Schuhe und Socken verließ er seine Suite und ging in Richtung der Lounge. Seever hoffte dabei, dass das Personal ihm bereits eine Kanne Kaffee dorthin gebracht hatte.
Aber warum würde jemand ankündigen, dass er vorbeikommen wollte, dann früher aufkreuzen?
Seever blieb vor der Lounge stehen und rieb sich mit den Handflächen über das Gesicht. Er bemühte sich, sein Gehirn in Gang zu bringen, atmete tief ein und ließ die Luft dann langsam heraus. Nachdem er es ein zweites Mal getan hatte, erstarrte er, da ein verlockender Duft, den er noch nie zuvor gerochen hatte, seine Nase kitzelte.
Was zum Teufel ist das?
Sein Magen krampfte sich unwillkürlich zusammen und er rieb sich mit der Handfläche über den Bauch. Sein Herz beschleunigte in seiner Brust. Sogar sein Blut erhitzte sich in seinen Adern, und ihm lief das Wasser im Mund zusammen.
Als Seevers Löwe in seinen Gedanken grollte und Aufregung ihn erfüllte, regte sich ein Verdacht. Seever war mehr als interessiert daran, herauszufinden, ob er Recht hatte und öffnete die Tür der Lounge. Er trat hindurch und schloss sie hinter sich.
Seevers Blick wurde sofort von dem schlanken Mann gefesselt, der auf der anderen Seite des Raumes stand. Die Haut des Menschen schien ein wenig dunkler zu sein als auf seinem Foto, und sie schien in der Sonne zu glänzen, die durch das Fenster fiel, vor dem er stand. Als der Mann sich umdrehte, wahrscheinlich nachdem er die Tür gehört hatte, gelang es Seever nur mit Mühe, nicht nach Luft zu schnappen. Die hellbraunen Augen des Mannes – Reese Nelson – waren auffallend in seinem schlanken Gesicht.
Der leichte männliche Duft, der ihn an Zimtschnecken und männlichen Moschus erinnerte, reizte Seevers Sinne weiterhin auf eine Weise, die fast alle intelligenten Gedanken aus seinem Kopf verdrängte.
Heilige verdammte Scheiße! Reese ist mein Gefährte. Wird auch verdammt nochmal Zeit!
Zu Seevers Freude bemerkte er, wie sich Reeses Augen einen Hauch weiteten. Die Lippen des Menschen teilten sich und er schob seine Zunge heraus, um über die untere zu lecken. Reeses Blick senkte sich sogar auf Seevers Leistengegend.
Leider verengten sich Reeses Augen dann, und er öffnete den Mund.
„Wo ist Rocky?“
Seever hielt seine natürliche Reaktion zurück, überrascht die Brauen zu heben, als er Reeses kämpferischen Ton hörte. Hui! Der Drang, seinen Gefährten zu beruhigen, den Mann glücklich zu machen, überkam ihn schnell und überraschte ihn mit seiner Intensität.
Seever erinnerte sich, dass er einen Job zu erledigen hatte und kämpfte gegen seine Natur. Es wird nicht lange dauern. Er tat sein Bestes, um sein aufgebrachtes inneres Tier in Gedanken zu beruhigen.
„Wahrscheinlich schläft er noch“, antwortete Seever gelassen und ging auf die Kaffeekanne und die Tassen zu, die er auf dem Sideboard entdeckte. „Ich jedenfalls schlief noch.“ Er grinste in Reeses Richtung und versuchte, so seine leichte Schelte zu mildern. „Kaffee?“
„Rocky ist ein Frühaufsteher. Ich weiß, dass er jetzt auf ist“, erwiderte Reese und trat ein paar Schritte näher.
Seever schenkte sich eine Tasse ein, bevor er eine Antwort fand. Da Reese sich nicht die Mühe gemacht hatte zu antworten, schenkte er ihm auch eine Tasse ein. Nachdem Seever eine Portion Kaffeesahne geöffnet und in seinen eigenen Becher gegossen hatte, hob er diesen auf und brachte ihn an die Lippen. Er konnte nicht widerstehen, einen Schluck zu nehmen.
Nachdem er leise gesummt hatte, zeigte Seever auf die zweite Tasse, die er eingegossen hatte. „Schwarz? Sahne? Zucker? Milch?“ Seever wusste, dass in dem Mini-Kühlschrank, der im Schrank unter dem Sideboard versteckt war, welche war.
