Komm mit, ich zeige dir mein Paradies - Hari Patz - E-Book

Komm mit, ich zeige dir mein Paradies E-Book

Hari Patz

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Beschreibung

Ich hatte doch diesen Traum ... In den Tropen unter Palmen gemütlich in der Hängematte liegen und sich von netten und hübschen Menschen, vorzugsweise weiblichen, kühle Getränke servieren lassen. Jetzt will ich diesen Traum zusammen mit meiner Molly träumen. In meinem Paradies.

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Seitenzahl: 89

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Komm mit, ich zeige dir mein Paradies

Hari Patz

Eine Reisegeschichte

Impressum © 2026 Hari Patz Coverdesign von: Hari Patz Illustrationen von: Hari Patz mit KI Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: Hans-Jürgen Patz, Landsberger Allee 210, 10367 Berlin - Lichtenberg, Germany. Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Inhaltsverzeichnis

Ich hatte doch diesen Traum ...

Überzeugungsarbeit

Beginn einer unvergesslichen Reise

Die Stadt Gottes, Schmerz und miese Pizza

Leben am Abgrund

Dem Tod ins Auge sehen

Ganz in Weiss

Paläste und Ruinen

War was?

Es endet wie es begann

Paradigmenwechsel

Ich hatte doch diesen Traum ...

In den Tropen unter Palmen gemütlich in der Hängematte liegen und sich von netten und hübschen Menschen, vorzugsweise weiblichen, kühle Getränke servieren lassen. Jetzt will ich diesen Traum zusammen mit meiner Molly träumen. In meinem Paradies.

Hari Patz

„Humor ist der Knopf, der verhindert, daß einem der Kragen platzt.“ Joachim Ringelnatz

Überzeugungsarbeit

„Wir sehen uns dann morgen. Machs gut“, verabschiede ich unseren Gast. Gerald, ein alter Bekannter von mir, ist gerade aus Brasilien zu Besuch in Berlin. Er möchte hier einen Computer kaufen und nach Rio mitnehmen, wo er wohnt. Ich soll ihm bei der Auswahl und Zusammenstellung helfen.

Ich tänzele zurück ins Wohnzimmer. „Hach Liebling, mir ist so brasilianisch zumute. Ich hab gleich wieder Sehnsucht gekriegt.“ Molly lächelt mich an. „Ich habe schon gesehen, wie deine Augen anfingen zu glänzen.“ „Nicht nur das, in meinem Kopf rattert schon seit einer Stunde das Gedankenkarussell und die Rechenmaschine. Was hältst du davon, wenn wir im Dezember nach Brasilien fliegen?“ „Jetzt? Nächsten Monat? Das geht doch gar nicht!“ „Warum nicht?“ „Weil ich krankgeschrieben bin. Wenn die Schule das mitkriegt, werde ich sofort entlassen!“

Mein Schatz ist Lehrerin an einem Gymnasium. Seit über einem Jahr wird sie von Schmerzattacken im Gesicht geplagt, für die bisher kein Arzt eine Lösung fand. Daraus resultierend hat sich im Laufe der Zeit eine Mobbing-Situation ergeben, die sie zusätzlich belastet.

Noch lange nicht zur Aufgabe bereit, argumentiere ich weiter: „Sieh mal, wenn wir am 15. fliegen, das ist kurz vor der Ferienzeit, da will eh keiner was von dir. Wenn wir pünktlich zum 6.1. wieder da sind, kriegt das keiner mit und wir haben drei schöne Wochen Urlaub.“ „Ja, aber wenn was passiert ...“ „Was soll denn schon passieren. Wenn das Flugzeug abstürzt, haben wir sowieso keine Sorgen mehr. Und sonst? Leben ist doch immer lebensgefährlich, das kann mich nicht schrecken. Ich bin um die halbe Welt und mir ist nie was Dramatisches passiert.“ „Ja du! Aber ich würde alles verlieren, wofür ich dreißig Jahre lang gearbeitet habe.“ „Naja, man muss ja nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen. Aber sieh mal Molly, was du gewinnen kannst. Drei Wochen in der Sonne am Meer, umgeben von freundlichen Menschen. Die lauen Nächte unter sternenklarem Himmel, wie du ihn noch nie gesehen hast. Das Essen, die Früchte und die leckeren Cocktails. In T-Shirt und Latschen rumlaufen statt im dicken Mantel und mit Stiefeln. Meinst du nicht, dass dir das besser bekommen würde, als hier in der Kälte zu sitzen mit all den Sorgen?“ „Es ist ja nicht so, dass ich gar keine Lust dazu hätte“, gesteht sie mit einem verschämten Grinsen. „Na siehste! Eigentlich ist es der ideale Zeitpunkt. Wir haben das Geld dazu und der Dezember ist die schönste Zeit in Brasilien. Die ersten Tage können wir im Apartment von Gerald in Rio wohnen. Und wir entgehen hier dem gesamten Weihnachtsstress. Komm, gib dir einen Ruck!“ Wenn ich erstmal in Fahrt bin, kann ich recht überzeugend sein. Ich verkaufe auch Kühlschränke an Eskimos. „Ja, ja, du Schwerenöter! Ich überlege ja schon. Übermorgen habe ich Termin beim Arzt. Da wird die Krankschreibung verlängert. Wenn er mir bescheinigt, dass ich trotz meiner Erkrankung verreisen darf, kann mir doch keiner was. Außerdem merke ich gerade, dass mir sowieso ziemlich egal ist, was die in der Schule davon halten. So wie die da mit mir umgegangen sind, in der letzten Zeit. Wenn mir der Doktor das Ok gibt, machen wir den Abenteuerurlaub, wird schon nichts geschehen. Ich habe ja auch einen erfahrenen Begleiter dabei.“

Der Doktor ist ein guter Mann, er ist der Meinung, dass Molly Sonne und Meerluft nur zuträglich sein können. Da sie inzwischen auch wegen einer Depression behandelt wird, kann ihr ein Umgebungswechsel nur guttun. Also werden wir schon aus therapeutischen Gründen verreisen müssen. Soll mal einer was dagegen sagen. Wo steht, dass Therapien keinen Spaß machen dürfen?

Es ist nicht mehr viel Zeit bis zum 15. Dezember und es gibt einiges zu tun. Molly muss einen Reisepass beantragen, das braucht am längsten. Wir brauchen auch Koffer. Ich besorge Bargeld in Dollarscheinen und kläre meine Abwesenheit mit einem Kollegen. Ich bin selbständig im PC-Support tätig und kann als Teamleiter Aufgaben delegieren.

Mit Gerald mache ich ab, dass ich seinen Computer in Einzelteilen ins Gepäck nehme. Den Flachbild-Monitor und alles andere nimmt er mit. Ein Gehäuse dafür kaufen wir in Rio und ich montiere ihm dort den PC zusammen. Im Gegenzug lässt er uns in seinem Apartment schlafen. Die Flüge sind gebucht und ich muss nur meine Ungeduld in den Griff bekommen. Noch fast vier Wochen! Eine Ewigkeit! Doch einen Pass zu bekommen, geht nicht schneller. Einstweilen höre ich nur noch brasilianische Musik. Aber auch Ewigkeiten gehen zu Ende und wir machen uns auf den Weg zum Flughafen Tegel.

Brasilien, wir kommen!

Beginn einer unvergesslichen Reise

Von Anfang an bin ich besorgt um meinen Schatz. Schaue, ob sie alles Wichtige dabei hat und es bequem für sie ist. Ich bin ja der weitgereiste Globetrotter, Molly war noch nie im Ausland. Es soll eine unvergessliche Reise für sie werden. Dafür werde ich sorgen.

Der Flug von Berlin nach Frankfurt verläuft unspektakulär. Unser Gepäck ist aufgegeben und wird direkt bis Rio weitergeleitet. Um acht Uhr kommen wir in Frankfurt an. Um zweiundzwanzig Uhr geht unser Flug nach Rio. Nachdem wir den Schalter der VARIG gefunden haben, stellen wir uns für das Check-in an.

Endlich an der Reihe sollen wir unsere Tickets und Pässe vorzeigen. Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter! Ich Idiot habe mir eine Gürteltasche gekauft und sie vor mir in das Netz gesteckt, weil sie unbequem war. Und sie prompt beim Aussteigen vergessen. Da ist mein Pass drin! Panik will mich befallen. Das darf doch einfach nicht wahr sein! Mir läuft das Kühlwasser aus dem Kopf, so heiß läuft der Motor da drin. Ich lade Molly mit unserem Handgepäck auf einem Sitz ab. „Warte hier!“, sage ich nur.

Mit heißem Kopf und feuchten Händen renne ich schnell zurück zu dem Flieger aus Berlin. Wieder einmal merke ich, wie groß dieser Flughafen ist. Es bleibt mir genug Zeit, mir immer wieder zu sagen, was ich doch für ein traumtänzerischer Idiot bin. Glücklicherweise ist noch jemand da, dem ich mein Problem schildern kann. Die gute Frau will die Putzkolonne fragen, ob sie was gefunden haben. Nach einiger Zeit kehrt sie zurück. Es wurde nichts abgegeben, nichts gefunden. Ob ich selbst schnell nachschauen könnte? Das ist nicht erlaubt. Ich bin platt.

Als Nächstes renne ich zur Polizeiwache. Dampfend und um Atem ringend, finde ich sie schließlich. Japsend frage ich, ob sie mir einen Ersatzpass ausstellen können. Das geht zwar, aber nicht hier, erklärt man mir. Dafür gibt es eine extra Passstelle in Frankfurt. Die öffnet aber erst am Montag wieder. Es ist Freitag Abend. Einen Würgereiz unterdrückend kehre ich zu Molly zurück.

Was jetzt? Verlieren wir den Flug und müssen ihn neu bezahlen? Ich gehe wieder zur VARIG zurück, erkläre ihnen, dass ich meinen Pass verloren habe, und sie buchen uns ohne Probleme auf Dienstag um. Schwein gehabt! Jetzt muss ich Molly erklären, dass wir übers Wochenende in Frankfurt bleiben müssen. Unser Gepäck ist auf dem Weg nach Brasilien und wartet dort auf uns. Hoffe ich.

Mitte Dezember ist es recht kalt in Deutschland. Das ist schlecht für uns, weil wir nur leichte Bekleidung anhaben. Ich weiß noch, wie ich zu Molly sagte: „Zieh nur leichte Sachen an, wir fahren mit dem Taxi zum Flughafen und sind dann die ganze Zeit drinnen. Dicke Sachen schleppen wir sonst nur unnötig rum.“Ach, ich kann sooo gute Ratschläge geben.

An einer Info-Tafel finden wir ein günstiges Hotel in der Innenstadt, zu dem uns ein Taxi bringt. Dieses „Hotel“ hat den Charme eines Studentenwohnheims. Wir bekommen das Zimmer, in dem sämtliche nicht benötigten Möbel aus dem Haus gelagert werden. Den Weg zum Bett können wir gerade noch finden. Das ist auch gut so, denn das Zimmer ist nicht beheizt. Wir verkriechen uns schnell unter den dicken Bettdecken. Zum Abendbrot gibt es eine Packung Kekse. Beide haben wir keine Lust mehr, um diese Zeit nach einem Restaurant zu suchen, dafür ist es viel zu kalt draußen. Der unvergessliche Urlaub kann beginnen.

Heute regnet es aus einem bleigrauen Himmel ohne Unterlass. Da wir keine Kleidung zum Wechseln haben, bleiben wir lieber drinnen und frieren dort. Die Heizung funktioniert nicht. Gegen Abend hat der Regen aufgehört, es schneit jetzt. Der Hunger treibt uns vor die Tür. In unmittelbarer Nähe ist nichts Essbares zu finden. Wir laufen zitternd durch die dunklen Straßenschluchten. Nach der vierten Kreuzung entdecken wir eine Eck-Kneipe. Draußen steht was von „Gutbürgerliche Küche“. Was auch immer sie hier darunter verstehen, wir gehen rein. Wir sind so durchgefroren, wir würden überall reingehen. Selbst wenn Kröten auf der Speisekarte stünden.

Ein Gulasch und zwei steife Grog wärmen uns halbwegs wieder auf. Hier ist es deutlich wärmer als in unserem Zimmer, also bleiben wir. Im Laufe unseres Gesprächs sagt Molly irgendwann: „Ich hab dir doch gleich gesagt, wenn du deine Tasche ins Netz tust, vergisst du sie später.“ „Hast du das?“ „Ja, sicher! Aber Männer hören ja nie darauf, was die Frau sagt. Oder?“ „Was?“ „Ach nichts.“ Seit fünf Jahren sind Molly und ich jetzt zusammen. Viel gegensätzlicher können zwei Menschen kaum sein als wir beide. Ich bin eine Hungerharke, sie eher eine kleine rundliche Person. Ich muss einen großen Schritt über geschlossene Gullys machen, bei ihr könnten sie auch offen sein, ohne dass sie sich Sorgen machen müsste. Ich bin der weitgereiste Rumtreiber, der sich um nichts einen Kopf macht. Sie ist der Fels in der Brandung mit Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitsdenken. Sie bringt Beständigkeit in mein Leben, ich sorge für die Unterhaltung. Sie ist eine großartige Frau. Ich liebe sie! Es soll eine Reise werden, die sie in bester Erinnerung behalten kann. Na ja, die drei Tage in Frankfurt wird sie wohl auch nicht so schnell vergessen.