Kookys schwule Snacks – Band 2 - Kooky Rooster - E-Book

Kookys schwule Snacks – Band 2 E-Book

Kooky Rooster

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Beschreibung

Tim liebt seinen Chef. Michael ist nicht nur der Star seiner feuchten Träume, sondern auch glorifiziertes Vorbild und vergötterter Held. Doch so makellos und großartig Michael auch ist, er kann sich einfach nicht Tims Namen merken. Eines Tages beauftragt Michael Tim mit einem Botengang. Nicht irgendeinem Botengang, sondern dem Botengang. Danach liegt kein Stein mehr auf dem anderen. Ein schräger Bissen Zukunft. Kookys schwule Snacks Kookys schwule Snacks sind der zuckersüße, garantiert kalorienfreie Leckerbissen für Zwischendurch. Hast du keine Lust, dreihundert Seiten zu lesen, um zum erlösenden Happy-End zu gelangen? Willst du dir im Wartezimmer, in den Öffis oder auf dem Klo eine kleine, süße Ablenkung gönnen? Oder möchtest du vor dem Einschlafen noch ein wenig lesen, wirklich nur ein paar Minuten und nicht wieder bis zum Morgengrauen? Kookys schwule Snacks bieten genau die richtige Dosis Bauchkribbeln und Herzwummern für den kleinen Appetit auf knisternde Momente zwischen Mann und Mann.

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Seitenzahl: 36

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Kooky Rooster

Kookys schwule Snacks – Band 2

Der Bote – Das silberne Ei

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Kapitel 1 – Engel

 

 

 

»Also, Tom, hast dus?« Michael schaut mir direkt in die Augen. Ich denke an die erste blaugraue Stunde des Tages und zerwühlte Laken.

»Tim.«

Eine zarte Furche bildet sich über Michaels Nasenwurzel, nicht Ärger, sondern zaghafte Verwunderung. Rasch glättet Sanftmut sein Gesicht, dann fließt Liebe wie Sirup in jedes Fältchen seines Lächelns. »Aber natürlich, Tim.« Sein Blick huscht durch die Kantine, bleibt an jedem Anwesenden kurz hängen. Es ist wenig los – früher Nachmittag – jetzt hocken nur noch die Einzelgänger hier herum, die den großen Andrang abwarten, um in Ruhe zu schmausen. Nicht immer freiwillig, aber manche ziehen es vor, alleine einsam zu sein, als unter Kollegen.

»Es ist wichtig, dass du niemandem davon erzählst, und dass du das noch heute erledigst.« Michael fixiert mich. Er sieht direkt in mich hinein.

Mein Herz rast. Meine Ohren glühen.

Seit Wochen darf ich im Rahmen eines Praktikums von ihm lernen und nehme ihm dafür lästige Aufgaben ab. Kopien anfertigen, zur Post laufen, Zettel sortieren, Botengänge. Freiwillig mache ich ihm Kaffee oder bringe ihm Leckereien vom Bäcker mit. So etwas würde er niemals von mir verlangen, auf sich selbst vergisst er im Kampf für die Sache.

Seit Jahren bewundere ich ihn für seinen Einsatz, sein unerschütterliches Vorgehen, die Souveränität, mit der er sich der Sache verschrieben hat. Nie lässt er sich aus der Ruhe bringen oder sich aufs Glatteis führen. Sein Handeln ist kompromisslos zielorientiert, streng, aber immer fair, immer gerecht. Ich weiß, dass Hunderte Bewerbungen für den Praktikumsplatz eingegangen waren. Man sagte mir, ich solle mich keinesfalls darauf verlassen, die Stelle zu bekommen.

Und doch bekam ich sie.

An meinem ersten Tag wäre ich beinahe auf dem Bauch ins Büro gerobbt, nur um meine Bewunderung und meine Ehrfurcht zur demonstrieren, aber Michael ist so … bescheiden. Er behandelt mich nicht anders als seine langjährigen geschätzten Kollegen. Er erklärt mir alles, er vertraut mir, er gibt mir eine Chance. Anders, als andere Vorgesetzte, die ich schon erlebt habe, will er, dass ich ihm in die Karten schaue, dass ich nicht nur nachahme, was er tut, sondern es begreife und vielleicht eines Tages eine Methode finde, es besser zu machen. Besser als er. Das ist … das ist Michael.

Abgesehen davon ist er auch noch schön. Gute Menschen sind schön, sie strahlen eben dieses Gute aus, sie umarmen die Welt, man muss sie lieben, sie sind charismatisch. Michael ist all das und schön. Ein Plus mit einem Plus mit einem Plus.

Ich habe mich in ihn verliebt. Schon beim Bewerbungsgespräch. Erst fühlte ich mich schäbig, weil ich dachte, durch meine Gefühle zöge ich sein Engagement auf eine triviale Ebene herab, das Projekt ist doch so viel größer als die privaten Sehnsüchte eines Praktikanten. Aber dann dachte ich bei mir, er muss es ja nicht erfahren.

Natürlich hoffe ich, aber ich achte darauf, dass das nicht meine Aufmerksamkeit vernebelt, dass es der Sache nicht im Weg steht. Laufen die Hormone Amok, pumpe ich sie auf der Toilette in den Kanal. Manchmal hocke ich dann noch eine Weile da, die Schläfe an die Trennwand gelehnt, und frage mich, ob es einen Unterschied zwischen Liebe und Begehren gibt.

Michael legt seine schönen, gebräunten Hände auf meine Handgelenke. Ein Bild, das sich in mein Hirn brennt: meine Unterarme auf der honiggelben Tischplatte und seine von Perfektion geadelten Finger auf meinem Körper.

»Sieh mich an, Tom.« Michael neigt sich vor und unsere Nasen sind nur ein Atemstoß voneinander entfernt. Einen Augenblick lang glaube ich, er will mich küssen und kriege Panik.

»Tim«, krächze ich trocken, räuspere mich, lecke über meine Lippen – eine beiläufige Geste, die mir jetzt unerträglich frivol erscheint.

»Ich vertraue dir, Tom, ich lege meine Existenz in deine Hände.«

»Klar«, rutscht mir salopp heraus, nicht zynisch, sondern ich-bin-dein-Mann-mäßig, dann schlagen seine Worte ein wie Bomben. »Die ganze Existenz?«

Michael nickt langsam. Seine Hände auf meinen Handgelenken wiegen schwer und verbrennen mir fast die Haut, sein Blick kratzt in meinen Innereien.

»Du … ähm … legst deine Ex… Existenz in die Hände von jemandem, dessen Namen du dir nicht merken kannst?« Das soll kein Vorwurf sein. Das hätte nicht einmal ein Gedanke sein dürfen, geschweige denn eine Wortmeldung.