Kunst als Interpretation des Gewohnten - Andreas Herteux - E-Book

Kunst als Interpretation des Gewohnten E-Book

Andreas Herteux

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Beschreibung

Sind Gedichte und Aphorismen Kunst? Nun, Kunst ist die individuelle Interpretation des Gewohnten. Lässt sich daher nicht alles deuten, wenn es nur einen Widerhall im Menschen erzeugt? Ist es nicht auch diese Resonanz, die erst Erhabenheit schafft und damit einen ersten Schritt zur Reflexion sowie zur eigenen Erhöhung darstellt? Aus diesem Blickwinkel sollten auch die vorliegenden Gedichte und Aphorismen von Andreas Herteux betrachtet werden, die dafür ein in die Tiefe gehendes Fundament bieten könnten. Und wie sollte es möglich sein, ohne ein solches die Kunst des Einzelnen, eine der höchsten Ausdrucksformen menschlicher Existenz, entstehen zu lassen?

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Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Dieses Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

Vorgedanken

Aphorismen

Gedichte

Winterpracht

Herbstgedanken

Blumen im Winter

Abschied

Denk ich an die Zukunft in der Nacht

Liebe

Gelenkt von unsichtbaren Händen

Augen in der Dunkelheit

Unendliche Liebe

Verlangen der Liebe

Verlorenes Paradies

Liebe in der Sommernacht

Gegangen

Befreiung

Hass

Erkenntnis

Mondsüchtig

Geburt

Nicht noch ein Gedicht

Jahreszeiten

Sein

Allein

Ein Stein am Wegesrand

Wir Menschen

Endzeit

Leben

Rückblick

Ja und nein

Liebe ist, was es sein muss

Vom Leben

Die Ballade von den Sorgen

Eine Winterballade

Widmung

Über den Autor

Verlag

Vorgedanken

Sind Gedichte und Aphorismen Kunst? Oder nur ein Nebenprodukt der Zivilisation, vielleicht noch der Kultur? Nun, Zivilisation ist die Etablierung des Gewohnten. Kultur ist die Identifikation mit dem Gewohnten und Kunst ist die individuelle Interpretation des Gewohnten. Schon aus diesem banalen Grund erscheint es unmöglich zu sein, die eingehende Frage zu beantworten, denn letztendlich ist es allein die eigene Wahrnehmung, die eine Folge von Buchstaben erhebt oder keine Bedeutung zugesteht.

Aus diesem Blickwinkel sollten auch die vorliegenden Gedichte und Aphorismen betrachtet werden. Alles lässt sich deuten, wenn es einen Widerhall im Menschen erzeugt. Der Autor mag nun in diesem Prozess einen Ausgang präferieren, er hat ihn aber nicht vorzugeben, sondern muss ihn schlicht hinnehmen.

Im Besonderen bei den Aphorismen ist derartiges herauszustellen, denn grundsätzlich stellt sich für den Schöpfer der Gedanken immer die Frage, ob die Niederschrift derselbigen nach einer gewissen Ordnung, beispielsweise durch eine Einteilung in Kategorien, erfolgen sollte, oder ob er die Interpretation, ohne größere Bezugshilfe, dem jeweiligen Leser überlassen möchte. So auch hier. Die Tendenz ging lange Zeit zu einer Kategorisierung. Das erwies sich allerdings als wenig sinnvoll, denn schließlich leben wir in einer Zeit, in der kurze Lebensweisheiten durchaus wieder an Popularität gewonnen haben und sich einer gewissen Beliebtheit in den neuen Medien erfreuen. Da sich auch manches vorliegende Wort, als Nebenprodukt anderer Publikation, dort bereits verbreitet und seine individuelle Auslegung gefunden hat, erscheint es wenig sinnvoll, der freien Interpretation nachträglich Ketten anzulegen. Keine Kunst ist größer als die des Einzelnen. Keine gewaltiger als die individuelle Interpretation.

Das soll auch für die Gedichte gelten, die sich aber naturgemäß näher einem Themengebiet zuordnen lassen: Bei diesen sei noch erwähnt, dass sie fast ausschließlich aus einer Schaffensperiode stammen, die nunmehr vor 25 Jahren begonnen hat. Sprachliche Spielereien eines jungen Menschen, bei denen es kein großes Bemühen um Veröffentlichung gab. Verwendet wurden sie – teilweise und viel später - für einige belletristische Veröffentlichungen. Von diesen sickerten einige der Kreationen in die Weiten des Virtuellen und fanden dort eine erste Verbreitung und gelegentliche Übernahme.

Was die vorliegenden Gedichte und Aphorismen nun darstellen? Sind sie nun Kunst, weil sie aufgegriffen werden und waren sie zuvor keine? Wer vermag es zu sagen, denn Kunst ist, wie wir bereits wissen, nur die individuelle Interpretation des Gewohnten.

Andreas Herteux

Aphorismen

Mit den Nerven ist es wie mit einem un

willkommenen Gast, der genau in der

Stunde erscheint, in der es am unpas

sendsten ist.

Nur weil niemand die eigenen Taten

würdigt, sind diese doch nicht weniger

bewundernswert.

Es ist bemerkenswert, wie unser Geist

uns oft von dem ablenken möchte, über

das es sich am meisten nachdenken loh

nen würde: von uns selbst.

Die Furcht vor der Tiefe ist die Furcht

vor sich selbst und zutiefst menschlich.

Verändern setzt immer ein umfassendes

Verstehen voraus.

Ein Turm, der bis in den Himmel rei

chen will, sollte ein solides Fundament

haben.

Umso komplexer die Realität, desto ein

facher das Wegschauen.

Die Gelegenheiten für wahres Helden

tum sind gemeinhin selten.

Mit der Hoffnung ist es so eine Sache.

Einer aufblühenden Pflanze gleich, ist

das Verkümmern und Eingehen nicht

weit.

Was zählen Kollateralschäden auf dem

Weg zur Veredelung?

In Zeiten der Veränderungen erwachen

mehr Helden als in allen anderen Perio

den, denn ihr Heldentum ist erstmals

wirklich von Nöten und wird nicht vom

Bestehenden kleingehalten und unter

drückt.

Wenn sonst nichts bleibt, wird der

Glaube stärker, nicht schwächer.

Die Menschen waren einst in Massen

einfältig. Dass sie es nun nur noch jeder

für sich sein können, empfinden sie als

Fortschritt.

Was einige als Menschenfeindlichkeit