Beschreibung

Die Helden Huk, Wim und Dalagar nehmen es mit einer brutalen Räuberbande auf, die die wilden Nordlande in Atem hält. In einem weiteren Abenteuer steigen sie in eine Gruft hinab, auf der ein grausiger Fluch lastet. Klassische Fantasy, mal grimmig, mal humorvoll - immer spannend. "Jörg Benne gelingt es immer wieder, sein Publikum in den Bann zu ziehen." - Phantastik-News

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Seitenzahl: 90

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Jörg Benne

HELDENTATEN

LEGENDEN VON NUARETH – HELDENTATEN –

Deutsche Erstausgabe

1. Auflage Veröffentlicht durch den MANTIKORE-VERLAG NICOLAI BONCZYK Frankfurt am Main 2015www.mantikore-verlag.de

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe MANTIKORE-VERLAG NICOLAI BONCZYK Text © Jörg Benne

Titelbild: Alberto Dal Lago Lektorat: Nora-Marie Borrusch Satz &Bildbearbeitung: Karl-Heinz Zapf Covergestaltung: Matthias Lück

ISBN 978-3-945493-67-0

Jörg Benne

HELDENTATEN

Ich gähnte, obwohl es erst später Nachmittag war, als ich die Tür des Gerichtsgebäudes von Kela öffnete. Der Lärm der Hauptstraße schlug mir entgegen. Kutscher fluchten über Passanten, die ihnen im Weg standen, Marktschreier priesen lautstark ihre Waren an.

Über mir war der Himmel mit grauen Wolken verhangen, passend zu meiner Stimmung. Während ich mich mit hängendem Kopf auf den Heimweg machte, fragte ich mich einmal mehr, ob ich richtig daran getan hatte, nach meinem Abenteuer in den Nordlanden wieder in meinen alten Beruf als Gerichtsschreiber zurückzukehren. Sicher, er ernährte mich, recht gut sogar, aber nach den langen Sitzungen in der Schreibstube brachte ich nur selten die Energie auf, abends noch meiner wahren Profession nachzugehen. Ich seufzte.

Als ich bei dem Haus anlangte, wo ich im ersten Stockwerk in zwei bescheidenen Zimmern lebte, sah ich einen Jungen neben der Tür an der Hauswand lehnen.

Er sah mich aufmerksam an. »Seid Ihr Felahar von Brickstein?«, fragte er.

Ich nickte. Von Brickstein, das resultierte noch aus den besseren Tagen meiner Familie.

»Meister Telar schickt mich. Euer Buch ist fertig.«

Mit einem Mal war meine Müdigkeit wie weggeblasen. Endlich würde ich mein Buch in Händen halten. Mehr als ein Jahr hatte ich damit verbracht, meine Erlebnisse aus dem vorletzten Herbst niederzuschreiben und einen Druckermeister zu finden, der bereit war, mein Werk zu drucken. Das war schwerer gewesen, als ich es mir vorgestellt hatte. Erst Meister Telar hatte sich immerhin soweit von meiner Geschichte begeistern lassen, dass er bereit war, die Kosten für den Druck vorzustrecken. Für den Einband der zunächst zehn Exemplare musste ich allerdings selbst aufkommen.

Den Gedanken an das viele Geld schob ich nun aber beiseite und folgte dem Jungen voller Vorfreude zum Haus des Druckermeisters.

Telar empfing mich bereits an der Tür. Der alte Mann lächelte, als er mich sah, wahrscheinlich war mein Gesichtsausdruck so voller kindlicher Freude. Er winkte mir, ihm ins Innere zu folgen, und überreichte mir feierlich ein Exemplar.

Es verschlug mir die Sprache. Bücher waren für mich nichts Besonderes, ich hatte bei Gericht tagtäglich mit ihnen zu tun, und zuhause besaß ich eine bescheidene Bibliothek mit einem Dutzend Folianten voller Abenteuergeschichten. Manch einer davon war schöner als das Buch, das ich nun in Händen hielt, und gewiss waren die meisten dicker. Aber dies hier war mein Buch, mein erstes Werk. Darin stand meine Geschichte – und die von Dalagar, Huk und Wim, den drei Helden, denen ich auf meiner Reise durch die wilden Nordlande begegnet war. Ehrfürchtig strich ich mit dem Finger die Lettern auf dem Einband nach. „Die Stunde der Helden“ stand dort groß zu lesen und darüber mein Name. Vor lauter Stolz stiegen mir die Tränen in die Augen.

»Zufrieden?«, fragte Telar mit seiner tiefen Stimme.

Ich hatte einen Kloß im Hals und fand daher noch immer keine Worte, nickte nur.

Der Druckermeister tätschelte mir die Schulter und deutete auf die übrigen neun Exemplare, die auf einem Tisch gestapelt waren. »Jetzt musst du sie nur noch verkaufen.«

Ich schluckte. Natürlich, das war der nächste Schritt. Ich hatte die Bücher ja nicht für mich selbst anfertigen lassen, sondern weil ich alle Welt an meiner Geschichte teilhaben lassen wollte. Aber dazu musste die Welt zuerst von meinem Buch erfahren. Ich hatte mir bereits einen Plan zurechtgelegt, wie ich das Werk bekanntmachen wollte. Schließlich hatte ich schon während meiner Reise in Tavernen Geschichten erzählt, um die Leute zu unterhalten und ein paar Silbermünzen zu verdienen. Diesmal würden es eben meine eigenen Geschichten sein.

»Ist es dir recht, wenn die anderen Exemplare vorerst hierbleiben?«, fragte ich, denn in meiner Umhängetasche war nur Platz für ein Buch und ich war in Sorge, dass es zu regnen anfangen könnte.

Telar nickte. »Sicher.«

Vorsichtig ließ ich das Buch in meine Tasche gleiten. »Ich werde mein Glück in der Wolfskralle versuchen«, sagte ich.

»Eine gute Wahl. Dort habe ich schon oft guten Erzählern gelauscht und einige Bücher den Besitzer wechseln sehen. Viel Erfolg, Felahar.«

Ich machte mich auf den Weg. Die Wolfskralle war nicht weit entfernt, eine Taverne für Leute aus einfachen, aber nicht armen Verhältnissen, die Geld für etwas Wein und eine gute Geschichte erübrigen konnten.

Viele der Stammgäste kamen direkt nach ihrem Tagwerk hierher und so war der Schankraum bereits gut gefüllt, als ich eintrat. Die kleine Bühne im hinteren Teil des Raums war leer. »Grüß dich, Fela.« Viran der Wirt lächelte mir zu. »Seht, Leute, Felahar ist hier!«, rief er in den Raum.

Viele Gesichter wandten sich mir zu, die meisten wohlwollend. Man kannte mich dort als Erzähler, ich hatte schon die eine oder andere Geschichte zum Besten gegeben, aber die von den Helden hatte ich mir aufgespart. Dieses Abenteuer in groben Zügen zwischen zwei Krügen Bier zu erzählen, wurde ihm nicht gerecht. Dazu hatte ich viel zu viel Schrecknisse durchlebt. Aber nun, da das Buch fertig war, war der Zeitpunkt bekommen, zumindest einen Teil der Geschichte zu erzählen.

Ich fasste Mut. »Habt ihr Lust auf eine Geschichte oder zwei?«, fragte ich.

»Aber immer«, rief ein Mann zurück.

Ich trat auf die Bühne und nahm auf dem Stuhl Platz. Viran brachte mir ein Würzbier, für jede Geschichte spendierte er eines. Ich nahm einen Schluck und überlegte. Sollte ich direkt aus dem Buch vorlesen? Oder war der Beginn vielleicht nicht spannend genug, um die Leute direkt gefangen zu nehmen? Ich entschied mich, zunächst eine andere Geschichte zum Besten zu geben, eine dramatische Episode, die die Zuschauer direkt in ihren Bann ziehen würde. Dalagar hatte sie damals nur kurz erwähnt, aber auf meiner Rückreise nach Kela war ich in dem kleinen Ort Veksloch vorbeigekommen und hatte mir von den Leuten dort einige Einzelheiten erzählen lassen. Dabei gewesen waren sie natürlich nicht, da musste ich mir einiges ausdenken – aber das war ja kein großes Problem. »Bestimmt habt ihr schon von den Helden Wim, Huk und Dalagar gehört«, begann ich und erntete das eine oder andere Nicken. »Ich bin einige Zeit mit ihnen gereist und unterwegs erzählten sie mir ein paar ihrer Abenteuer. Lasst mich euch von einem dieser Abenteuer berichten. Es heißt …«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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