LSD - Liebe statt Drogen - Micha Ebeling - E-Book

LSD - Liebe statt Drogen E-Book

Micha Ebeling

4,9

Beschreibung

Die Lesebühne LSD - Liebe statt Drogen wurde 1996 unter dem Namen "Supernova" gegründet und im gleichen Jahr in ein "Ein Keller Buntes" umbenannt. Alle Künstler sind als Poetry Slammer, Kabarettisten, Autoren und Musiker auch in anderen Bereichen aktiv. 2006 wurde LSD zehn Jahre alt und gab dieses Büchlein mit Lesebühnenliteratur und Live-Musik vom Feinsten heraus.

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Collect 5

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Verlag Voland & Quist, Dresden und Leipzig, 2006

© by Verlag Voland & Quist – Greinus und Wolter GbR

Umschlaggestaltung: Mario Helbing und Marcel Theinert

Gestaltung und Satz: Tropen Studios, Leipzig

ISBN: 978-3-86391-054-9

www.voland-quist.de

Inhalt

Vorwort

Spider Wie alles anfing

Tube Interviews

michaEbeling Flammende Liebesschatten an den Brandmauern der Unwirklichkeit

Volker Strübing Mein schöner kalter Krieg

Uli Hannemann Unterschicht

Tube Ich war einmal ein kleiner Gott

Spider Warum ich mich nicht mehr rasiere

Uli Hannemann Wie ich mal an einer Revolution teilgenommen habe

michaEbeling Ausflug nach Irgendwo

Spider Carola, Svenja und Silke

Volker Strübing Der Pierre Brice von Berlin Marzahn

Tube Tube rennt

Uli Hannemann Deutschstunde

Spider Hinter dem Kopfende

michaEbeling Heißer Sommer

Uli Hannemann Die Hermannstraße

Tube Ich rette die Welt

Volker Strübing Dörte und Norbert

Spider Gestern ist was Merkwürdiges passiert

Uli Hannemann Das bürgerliche Feuilleton

Tube Wahrsagerin!

Spider Weiterlaufen ist am besten

Uli Hannemann Die Nummer von dem Tier

Spider Shopping

Volker Strübing Die Katze ist weg!

Uli Hannemann Anprobe

michaEbeling Scheißedaswollteichnicht

Uli Hannemann Das Röckchen

Spider Morgen werde ich mich dafür hassen, ich Schlampe

Tube Was wäre, wäre ich Kosmonaut geworden?

Nachwort

Uli Hannemann

Vorwort

Dem vorliegenden Buch zum zehnjährigen Bestehen der Berliner Lesebühne »LSD – Liebe Statt Drogen«, möchte ich ein paar einleitende Worte voranstellen.

Warum gerade ich?

Die Antwort ist ganz einfach: Obwohl nach Lebensjahren das älteste, so bin ich nach Dienstjahren doch das jüngste Mitglied bei LSD. Das Nesthäkchen, der Praktikant, der Stift, Azubi, Lehrling. Einer, der die Launen der Kollegen abfedert, indem er ihnen jeden Wunsch von den aufgesprungenen Dichterlippen abliest und auch durchaus mal bewusst den Prügelknaben mimt.

Mein Aufgabenbereich ist groß: Vor den Veranstaltungen die Koffer mit den Texten und dem Verbandszeug tragen. Die Ausdrucke der Kollegen noch mal in Schönschrift abschreiben und ordentlich auf den Tisch legen, so dass ihnen ein Handgriff genügt, bevor sie ans Mikrofon treten. Im Winter die Stühle anwärmen oder, wenn wie so oft die Lehne fehlt, diese durch meine eigenen Arme ersetzen. Im Sommer den erhitzten Dichtern den Schweiß von der Stirn wischen, ihnen Bier holen, die Tränen der Freude, Wut, Enttäuschung oder unkontrollierten Trunkenheit mit dem Tresenschwamm trocknen, den Bühnentisch stets mit frischen Schnittblumen, Kerzen und Salzstangen bestücken. Den Wirt vom Zosch ärgern. Vorworte schreiben.

Über die Frühgeschichte von LSD weiß ich wenig zu berichten – schließlich war ich damals noch gar nicht dabei. Meinen Einwand, dass ich folglich denkbar ungeeignet für die Erstellung dieser Zeilen sei, wusste Volker Strübing zu entkräften, indem er mir inmitten eines Hagels saftiger Backpfeifen, jedoch garniert mit einem verzeihenden Lächeln, einen zerknüllten Schmierzettel mit Informationen an den Kopf warf. Das half mir, mich zu erinnern: Ich bin der Stift.

Die allererste Veranstaltung fand am 4. Juli 1996 im »Café Nova« unter dem Titel »Supernova« statt. Die Frühmitglieder waren Uwe Beneke, Gunar Klemm, Sabine Mylius, Klaus Schwarz, Spider, Tube sowie Volker Strübing. Auch wird von einem gewissen André Lange gemunkelt, doch die einstmals scharfen Konturen präzisen Faktenwissens verschwammen im Laufe der Jahre offenbar zunehmend im dichter werdenden Bierdunst, wo sie sich am Ende ganz auflösten. Zurück blieb nur das rudimentäre Echo des diffusen Hauchs einer leisen Ahnung, was und wie es gewesen sein könnte.

Peanuts. Anfang September 1996 zog die von der nur ein Jahr älteren »Reformbühne Heim & Welt« beeinflusste Veranstaltung unter dem neuen Titel »Ein Keller Buntes« in den kleinen Veranstaltungskeller der Schankwirtschaft Zosch in der Tucholskystraße, wo sie seither beheimatet ist. 1999 erfolgte schließlich die Umbenennung in »LSD – Liebe Statt Drogen«, weil der alte Name »zu ostig« klang.

Der dritte Termin im Zosch sah den ersten Auftritt von micha-Ebeling, der schon kurz darauf regelmäßig mitwirkte. Man vergaß jedoch, ihn offiziell aufzunehmen und holte das erst 2005 im Rahmen der 9-Jahresfeier mit dem bekannten »Ritual« (Dichtertaufe in einem Zuber voll Gurkenwasser, Metaphern und Branntwein) nach. Bis heute durchgehalten haben die Gründungsmitglieder Spider, Tube und Volker Strübing. Sabine Mylius und Uwe Beneke schieden dagegen sukzessive aus, später folgten Klaus Schwarz und Gunar Klemm in den verdienten Vorruhestand. Für Gunars Nachfolge bestimmten Tube und Volker im Sommer 2000 Uli Hannemann, der bis heute einzigen Stimme des Westens der Bühne. Sie vergaßen jedoch, ihre Kollegen davon in Kenntnis zu setzen, die sich daher mindestens ein Jahr lang über den vermeintlichen Dauergast wunderten. Bereits im Herbst zuvor war Klaus Schwarz durch Ivo Smolak (Gesang) und Sascha Kross (Gitarre) ersetzt worden. Diese entwickelten als musikalisches Duo Ivo & Sascha bei LSD ihr Konzept von sich bestens in die Vorleseprosa einfügenden (selbst-)ironischen deutschsprachigen Songs, und trugen so nach nur kurzer Anlaufphase entscheidend zu einem ganz eigenen Akzent dieser Bühne bei.

Was unterscheidet LSD darüber hinaus von ähnlichen Lesebühnen?

Der Charakter der Lesebeiträge bedient meines Erachtens fast noch konsequenter als anderswo die Sparte Humor. Das kann man schön finden oder nicht – es wird sich ohnehin nicht ändern. Auffällig finde ich auch unsere sich hervorragend zu einem bunten Ensemble ergänzende Vielfalt. Jeder Leser – Ivo & Sascha stets als ein Act gesehen – bringt seine völlig eigene Farbe in die Veranstaltung. Genau das ist unsere ganz große Stärke – das behaupte ich jetzt mal einfach ganz frech, auch wenn sich nun bestimmt wieder die Mahner, Winsler und Kleingläubigen aus ihren Rattenlöchern recken und tröten, ich könne ja gar nicht anders, ich müsse in einem Vorwort natürlich schreiben, wie toll wir seien. Das ist richtig.

Erwähnen möchte ich, ehe es mir entfällt, noch kurz die erstaunliche Wesensverwandtschaft der LSD-Akteure in einem heiklen Punkt: Wir sind alle extrem vergesslich.

Weitere Besonderheiten betreffen die Atmosphäre: Das selbst in den Sommermonaten treue Publikum ist relativ jung, auch wenn sich in letzter Zeit die Tendenz zu verstärken scheint, mit uns zusammen alt werden zu wollen. Bei aller offensiven Amüsierwilligkeit ist es von wohlwollender Geduld, wozu bestimmt auch die Übersichtlichkeit und intime Atmosphäre der Räumlichkeiten beitragen. Andererseits setzt dieser Rahmen der Resonanz der Veranstaltung manchmal doch zu enge Grenzen – es gibt Abende, an denen wir uns vor und auf der Bühne aneinanderschmiegen wie Sardinen im Biersud.

Damit direkt in Verbindung steht möglicherweise ein anderes Phänomen: Das konsequente Ignorieren von LSD durch die Öffentlichkeit. Nahezu jeder Beitrag, der sich mit Berliner Lesebühnen befasst, scheint eine Art LSD-Filter durchlaufen zu haben. So prophezeite Volker Strübing: »Selbst wenn wir uns am Abend auf der Bühne kollektiv mit Benzin überschütten und anzünden, erscheint am nächsten Tag nur eine Randnotiz: ›Kellerbrand in Mitte‹.« Zugleich aber erfährt ausnahmslos jeder von uns Anerkennung an anderer Stelle: Sei es auf seiner jeweiligen Zweit- oder gar Drittbühne, von der »Chaussee der Enthusiasten« über »Lokalrunde« und »Reformbühne« bis hin zu den »Surfpoeten«, sei es über eigene Veröffentlichungen in Buch- oder CD-Form, als Kolumnist oder international erfolgreicher Slammer und Auftrittskünstler. So kippte das Befremden über ein letztlich belangloses Detail, auf das man überdies ohnehin keinen Einfluss hat, schnell in unterschwelligen Stolz: Schließlich nährt sich der stetige Besucherandrang bei LSD seit nunmehr zehn Jahren ausschließlich von der Mundpropaganda zufriedener Zuhörerinnen und Zuhörer. Und das ist doch schließlich auch was …

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Mit dem vorliegenden Buch inklusive einer CD mit Livemitschnitten aus dem Zosch wollen wir unser Stammpublikum an viele schöne gemeinsame Stunden erinnern, Interessierte an Lesebühnenliteratur heranführen, Begeisterungsfähige begeistern, und nicht zuletzt uns auch ein bisschen selber feiern – wir haben’s verdient. Hoch sollen wir leben! Prost!

Spider

Wie alles anfing

»Entschuldigung, hast du vielleicht mal eine Zigarette?«

Ich fingerte die halbvolle Schachtel aus der Jackentasche und hielt sie ihr hin. Einer hübschen jungen Lady sah ich das Geschnorre gerne nach. Sonst war ich da härter.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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