Luke von Wizik 5 - Wilma Müller - E-Book

Luke von Wizik 5 E-Book

Wilma Müller

0,0

Beschreibung

Wabbeliger Boden, O-Beine und seltsame Knubbel beim Fußballspielen, seit die sechs Austauschschüler angekommen sind, tauchen seltsame Pathologien auf und die Neuen verhalten sich verdächtig. Nur was genau dahinter steckt, ist ein großes Mysterium. Klar ist nur, dass es sehr schnell gefährlich werden könnte. Ist die Anatomie-Magie wirklich stark genug?

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 94

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Wilma Müller, geboren 2003, ist mitten in ihrem dualen Studium im Bereich Physiotherapie. Mit 13 Jahren fing sie an ihre Ideen zu Papier zu bringen und das Schreiben ist aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. 2019 wurde ihr erster Fantasy-Roman „Aufgelöst – Hinterm Nebel liegt die Wahrheit“ veröffentlicht. „Luke von Wizik und der Orden des Pharynx“ ist der fünfte Teil der Luke von Wizik-Reihe und gehört zu ihren Kinderbüchern.

FÜR JONNY

Inhaltsverzeichnis

Vorstellungsrunde

Fünf gegen fünf

Der Plan

Erste Symptome

Zutaten

Das Picknick

Die macht des armbands

Recherche

Jagd nach Anhängern

Pilzparty

Was kommt als nächstes?

Was bisher geschah

Mehr von Wilma Müller

Bougoslavien

VORSTELLUNGSRUNDE

„Hallo, ich bin Lukas von Wizik, aber ich mag Luke mehr. Ich bin auch erst letztens hier zu meinem Onkel nach Schlimmthal gezogen.

Ähm ja. Und ich hab eine kleine Narbe auf der Stirn, dass ihr euch da nicht wundert, die hat nichts mit Harry Potter oder so zu tun.

Jaa… Das war’s eigentlich…“, stellte ich mich fast genauso vor, wie an dem Tag, als ich auf diese Schule gewechselt hatte, was noch gar nicht so lange her war und doch war in der Zwischenzeit so viel passiert.

Tamtam, Bene und ich hatten schon einige Abenteuer mit der Anatomie-Magie erlebt, die es hier überall gab und dabei hatten wir sogar neue Freunde gefunden, wie die Zeitgeister Tachy und Brady, die Gelenkmaus Mausi oder die Nierenwächter Li-Ren und Re-Ren und der Unerwartetste von allen: Marcel.

Noch vor wenigen Wochen war er ein ätzender, reicher Schnösel gewesen, der nichts anderes konnte, als mit seinem Geld anzugeben und dumme Sprüche auszuteilen und jetzt gehörte er irgendwie zu uns. Absolut verrückt!

„Hallo! Ich bin Bene! Ich spiele gerne Fußball und liebe Anatomie.

Außerdem bin ich der stellvertretende Klassensprecher“, machte mein Sitznachbar mit der Vorstellungsrunde weiter und es ging durch die Reihen.

Neugierig hörte ich noch ein bisschen zu. Mittlerweile konnte ich zwar alle Namen von meinen Klassenkameraden, aber wirklich viel Kontakt hatte ich mit den meisten noch nicht gehabt.

Allerdings waren wir ja auch gut mit all den Pathologien beschäftigt gewesen.

Auf jeden Fall war es ganz interessant, ein bisschen mehr von den andere zu erfahren. Wir hatten zum Beispiel einige Reiter in der Klasse und auch jemanden der gerne Schach spielte. Zwei waren noch im Orchester aktiv und warfen dabei einen vielsagenden Blick zu Tamtam.

Weil der Fußballplatz noch gesperrt war, hatte sich die Fußballspielerin als neues Hobby ein Saxophon ausgesucht, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ihr die Musik so richtig Spaß machte. Umso begeisterter erzählte Susanne dafür von ihrem Häkelzeug. Wir hatten echt eine bunte Mischung an Hobbys.

Und dann gab es natürlich noch die, die sich einfach nur gerne mit Freunden trafen oder Fernsehen guckten. Auch gute Beschäftigungen.

Allerdings waren es wieder so viele Informationen auf einmal, dass ich am Ende der Runde schon anfing alles zu verwechseln. Aber bei den sechs Austauschschülern aus der Schweiz, die vorne vor der Klasse standen, hörte ich nochmal extra genau zu. Einer von ihnen sollte in nächster Zeit auch bei Marcel wohnen.

„Hallo, mein Name ist Rosa. Ich hab noch einen kleinen Bruder, der Greg heißt, und ich liebe die Farbe Rot. Deswegen sind Rosen auch meine Lieblingsblumen“, erzählte ein Mädchen mit ungewöhnlich roten Haaren.

Die Farbe konnte doch nicht echt sein, oder? Auf jeden Fall hatten noch zwei andere Mädchen eine ähnlich knallrote Farbe.

„Ich bin Chantal und ich liebe es, wenn es so richtig warm wird.

Außerdem esse ich gerne Himbeeren“, machte die nächste Rothaarige weiter und die dritte übernahm gleich: „Ich bin Maja und hab es auch gerne warm.

Am liebsten löse ich Knobelaufgaben oder streife durch die Wildnis.“

Aha. Das war schon ein ziemlich seltsames Hobby. Passend dazu hatte sie ihre Haare aber auch ganz verrückt zu vielen kleinen Zöpfen zusammengemacht, die wild von ihrem Kopf abstanden und ihre weiße Sonnenbrille hatte sie schief nach oben geschoben. Ihr Aussehen schien wirklich zu ihrem Charakter zu passen.

„Hello! Ich bin Rachel! What’s up! Ich liebe England! Fish and Chips! Teatime! Beautiful country! Really! Und ich hab eine big sister! Oma! Das ist ihr Name, also nicht meine Oma. Oh und ich liebe segeln. Free like the ocean!“, quatschte ein extrem blasses Mädchen im besten Denglisch.

In ihren blonden Haaren hatte sie eine Strähne ebenfalls in rot und sie trug eine Jeansjacke mit lauter Glitzersternchen. Irgendwie wirkte sie, als würde sie sich voll wie ein Star fühlen.

Danach meldete sich einer der Jungs zu Wort: „Ich bin der Tobi, ja, ich bin gern allein.“

Distanziert schaute er in die Runde. Das war mal eine Ansage. „So meine Freunde, ich bin Claude. Ich würde sagen, ich bin sehr reinlich, aber Hygiene ist ja auch ein Muss. Ansonsten bin ich ein leidenschaftlicher Tänzer, umso wilder, desto besser“, stellte sich noch der letzte vor, der seine dunklen Haare zu dicken Dreadlocks frisiert hatte.

Diese Gruppe hatte wirklich ein paar sehr interessante Frisuren dabei und auch die Hobbys klangen… gut.

„Der Hygiene-Typ hört sich doch super an. Bestimmt kennt er sich da auch mit ein paar Erregern und so aus. Und er scheint zu wissen, wie man Spaß hat“, raunte mir Bene zu.

„Aber du willst ihm doch nicht das Geheimnis der Anatomie-Magie verraten, oder?“, fragte ich ihn überrumpelt.

„Nein, natürlich nicht. Aber solange er hier ist, könnte es mit ihm doch lustig sein. Mit den anderen natürlich auch. Wir können ja mal gucken. Ich finde es auf jeden Fall spannend“, meinte mein Sitznachbar ausgelassen.

Als hätten wir durch die Anatomie-Magie nicht schon genug Spannung.

Apropos… „Ich will die mit den roten Stachel-Haaren! Die sieht witzig aus! Wir könnten versuchen ihr heimlich Stifte reinzustecken!“, meldete sich Tachy aufgedreht aus der Wand.

Selbstverständlich sah der flinke Zeitgeist sofort das Streichepotenzial.

„Oder die mit der komischen Strähne. Da könnten wir bunte Striche auf die Arme malen oder irgendwie Sternchen um sie schweben lassen“, plante auch Brady begeistert.

„Lieber schwebende Sternchen, das ist ein netterer Streich“, schaltete ich mich ein. „Aber nicht zu viel, sonst kriegen sie noch Angst oder so“, wandte Bene rücksichtsvoll ein. „Wir sind doch Streichemeister. Das schaffen wir!“, erwiderte Tachy vollkommen überzeugt.

„Sie werden diesen Austausch nie wieder vergessen!“, man hörte dem langsamen Zeitgeist sein breites Grinsen richtig an. Schlimmthal war wirklich ein unvergesslicher Ort…

„Luke, Bene“, sprach uns unsere Klassenlehrerin ermahnend an. Ups. „Tut uns leid“, entschuldigten wir uns gemeinsam und alle sechs Austauschschüler sahen uns richtig intensiv an. Alles klar… Sie guckten beinahe so, als hätten wir gerade ein Schwerverbrechen begangen!

„Gut, dann könnt ihr euch in diese Reihe setzen“, einladend deutete Frau Schulten auf die Tische, die wir extra noch in unseren Klassenraum gequetscht hatten und mit denen alles super eng geworden war. Wenn ich meinen Stuhl zurückschob um aufzustehen, musste ich total aufpassen, dass ich nicht gegen eine Tischplatte knallte.

Wir hockten wie Sardinen in der Dose.

Uwäh. Dosen-Sardinen stellte ich mir auch so eklig vor! Hoffentlich kam mein Onkel nicht auf die Idee, sowas mal zu kochen. Bei dem Zeug, das er sonst immer auftischte… Ein Schauer durchfuhr mich.

„Luke? Willst du uns vielleicht das Ergebnis sagen?“, riss mich Frau Schulten wieder aus meinen Gedanken.

Auch wenn sie immer ganz lieb wirkte, hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie mich auf dem Kicker hatte, so ein kleines bisschen.

Aber ich war auch oft etwas abwesend. Zu meiner Verteidigung: Auf meiner alten Schule waren wir schon viel weiter gewesen, das war alles nur Wiederholung.

Deswegen war es für mich auch ein Klacks, die Aufgabe zu lösen. Den Rest der Stunde versuchte ich dann auch mal ein wenig aufmerksamer zu sein, was allerdings nur so halb funktionierte.

Wirklich spannend wurde es dann nach der Doppelstunde in der großen Pause.

FÜNF GEGEN FÜNF

Natürlich waren die Austauschschüler auch jetzt das Highlight schlechthin und auf wen kamen sie gleich zu?

„Hello! Ihr seid Luke und Bene, oder? Und du Tamtam! Your hair is fantastic!“, kam es aufgedreht von Rachel.

„Aber deine Haare sind auch krass“, gab Tamtam das Kompliment zurück, zumindest glaubte ich, dass es ein Kompliment war.

„Und ich bin Marcel, ich gehöre auch dazu. Alles klar?“, meldete sich unser reicher Kumpel.

„Hey, wir könnten nach der Schule doch mal was zusammen machen. Vielleicht könntet ihr uns alles zeigen“, schlug Rosa fröhlich vor.

„Ihr seht aus, als wüsstet ihr, wo hier die Geheimnisse begraben liegen“, verwegen zwinkerte Claude uns zu. Er ahnte doch nicht etwa was von der Anatomie-Magie, oder?

Nein, das war vollkommen unmöglich. Auf so etwas Verrücktes kam doch niemand von alleine!

„Eine Erkundungstour klingt wundervoll“, unschuldig lächelte Chantal uns an. „Wir werden bestimmt viel Spaß zusammen haben!“, mit diesen Worten legte mir Maja den Arm um die Schulter, als würden wir uns schon ewig kennen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie sich einfach als unsere Freunde erklärt hatten, gefiel mir nicht.

Bene schien damit weniger ein Problem zu haben. Ausgelassen fragte er in die Runde: „Mag jemand von euch Fußball?“ Fast alle antworteten begeistert mit: „Ja!“ Nur Chantal hatte offensichtlich kein Interesse an einem Fußball-Gespräch. Besitzergreifend hakte sie sich bei Tamtam ein: „Lass uns doch ein paar Mädchen-Sachen klären, während die alle über Fußball reden.“

„Ich mag Fußball aber auch“, erwiderte unsere Freundin und bewegte sich kein Stück. „Aber ihr diskutiert dabei doch sowieso immer nur über das Gleiche! Das ist langweilig!“, beklagte sich das rothaarige Mädchen.

„Wir könnten doch auch gleich eine Runde spielen“, herausfordernd grinste Claude uns an: „Fünf gegen fünf.“ „Luke, Tamtam und ich sind ein Team!“, legte mein Sitznachbar sofort fest und grinste mich an. „Ich bin natürlich auch dabei“, machte Marcel nochmal klar.

Bis wir uns daran gewöhnt hatten, dass er jetzt auch zu uns gehörte, würde es wohl noch ein bisschen dauern.

„Nein, das geht nicht, ihr habt den Heimvorteil! Ihr müsst euch aufteilen!“, verlangte Tobi trocken von uns. Bei seiner verschlossenen Art wunderte es mich, dass er überhaupt mitspielen wollte.

„Dann bleiben Luke und ich ein Team“, entschied Bene: „Immerhin sind wir Sitznachbarn.“ „Und wir beide…“, nicht halb so begeistert schaute Tamtam zu Marcel.

„Wir rocken das!“, ziemlich gewollt hob er die Hand und die Fußballspielerin schlug halbherzig bei ihm ein. Manchmal versuchte er es echt ein bisschen zu sehr.

„Psst! Luke! Wir machen sie mit Gemütlichkeit fertig! Ganz lässig!“, raunte mir Brady aus einem Baum direkt neben mir zu und lugte für einen Wimpernschlag mit einem frechen Grinsen hervor.

„Das glaubst aber nur du! Ich mach euch mit vollem Tempo platt!“, konterte Tachy voller Energie.

Das versprach ja mal ein spannendes Spiel zu werden…

„I’m with you! Mit deinen Haaren und den gemalten Tatoos… Queen!“, ordnete sich Rachel in Tamtams Team.

„Dann gehen wir drei zu euch!“, entschied Maja sich für die drei Rothaarigen und sie stellten sich auf unsere Seite. Damit waren wir ja auch auf den Schlag zu fünft.

Dementsprechend mussten Tobi und Claude noch in Tamtams Team und das Spiel konnte beginnen…