Master Salvadors Dilemma - Clair de Lune - E-Book

Master Salvadors Dilemma E-Book

Clair de Lune

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Beschreibung

Salvador Belmonte wünscht sich sehnlichst eine Dreierbeziehung – als bisexueller Master am liebsten mit einem männlichen und einer weiblichen Sub. Die passenden Subs für diese Beziehung zu finden, ist aber nur das erste seiner Probleme. Zwar kann er endlich eine Nacht mit dem sexy Sub Olafur verbringen, doch der ist eigentlich mit einem anderen Mann zusammen. Und dann ist da die süße Sub Rose Barton, die sich nach einem buchstäblichen Zusammenstoß als Salvadors Traumfrau entpuppt, wegen ihrer schlechten Erfahrungen jedoch nur langsam Vertrauen in ihre Beziehung fasst. Nachdem sich Olafur von seinem untreuen Partner getrennt hat, findet er Zuflucht bei Salvador und Rose und schon bald wagen sich die drei an eine ungewöhnliche Beziehungskonstellation. Eigentlich könnte jetzt alles perfekt sein, wäre da nicht Roses nagende Eifersucht wegen Salvadors Rolle als Hausdom im Club der blutroten Rose und Olafurs mangelndes sexuelles Interesse an ihr, das ihn von gewissen Aktivitäten ausschließt. Doch dann präsentiert sich die Lösung für Master Salvadors Dilemma in ungewöhnlicher, aber äußerst attraktiver Form. Ein erotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt und einer MMFM-Beziehung, bei der mehrere, aber nicht alle der Figuren eine sexuelle Beziehung miteinander haben. Enthält BDSM und bi- bzw. homoerotische Szenen. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein und kann auch einzeln gelesen werden. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 37.200 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

ÜBER CLAIR DE LUNE

LESEPROBE:

Master Salvadors Dilemma

Salvador Belmonte wünscht sich sehnlichst eine Dreierbeziehung – als bisexueller Master am liebsten mit einem männlichen und einer weiblichen Sub. Die passenden Subs für diese Beziehung zu finden, ist aber nur das erste seiner Probleme. Zwar kann er endlich eine Nacht mit dem sexy Sub Olafur verbringen, doch der ist eigentlich mit einem anderen Mann zusammen. Und dann ist da die süße Sub Rose Barton, die sich nach einem buchstäblichen Zusammenstoß als Salvadors Traumfrau entpuppt, wegen ihrer schlechten Erfahrungen jedoch nur langsam Vertrauen in ihre Beziehung fasst.

Nachdem sich Olafur von seinem untreuen Partner getrennt hat, findet er Zuflucht bei Salvador und Rose und schon bald wagen sich die drei an eine ungewöhnliche Beziehungskonstellation. Eigentlich könnte jetzt alles perfekt sein, wäre da nicht Roses nagende Eifersucht wegen Salvadors Rolle als Hausdom im Club der blutroten Rose und Olafurs mangelndes sexuelles Interesse an ihr, das ihn von gewissen Aktivitäten ausschließt. Doch dann präsentiert sich die Lösung für Master Salvadors Dilemma in ungewöhnlicher, aber äußerst attraktiver Form.

Ein erotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt und einer MMFM-Beziehung, bei der mehrere, aber nicht alle der Figuren eine sexuelle Beziehung miteinander haben. Enthält BDSM und bi- bzw. homoerotische Szenen. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein und kann auch einzeln gelesen werden.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 37.200 Wörter

CLAIR DE LUNE

Master Salvadors Dilemma

Der Club der blutroten Rose 1

Ein erotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Master Salvador’s Dilemma“:

Clair de Lune, 2013

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2018

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

„Intimität ist nicht immer körperlich; es ist der Akt so tiefer Verbundenheit mit jemandem, dass es sich anfühlt, als könne man in dessen Seele blicken.“

~unbekannt~

Kapitel 1

Salvador Belmonte bog vorsichtig auf den Parkplatz ein. Sein wunderschönes, dunkelblaues Auto, das er erst vor drei Tagen geliefert bekommen hatte, war sein ganzer Stolz. Es duftete nach Leder und, zusammen mit dem Duft seines eigenen Rasierwassers „Aire de Sevilla“, erinnerte es ihn an die Stadt, in der er aufgewachsen war. Einen Moment lang saß er in Gedanken verloren da und streichelte das Lenkrad mit seinen langen, eleganten Fingern. Er dachte an den vor ihm liegenden Abend und lächelte.

Mit seiner tief olivfarbenen Haut und dem perfekten Körper bot Salvador einen verlockenden Anblick. Seine großen, dunkelbraunen Augen, die unter gewölbten Brauen weit auseinander standen, versprachen Vergnügen, das auch über die kühnsten feuchten Träume hinausging. Sein Haar war ein glänzendes Blauschwarz und lockte sich über seinen Ohren. Eine ungezähmte Strähne fiel aufreizend über seine Augen. Er war von mittlerer Größe und Statur. Seine Brust war muskulös und mit kurzem, gelocktem Haar bedeckt, doch seine Taille und Hüften waren schmal und hinreißend. Er hatte die langen, schlanken Beine eines Tänzers, zusammen mit der eleganten Haltung. Sein Kopf saß hocherhoben auf seinen Schultern, ein Ausdruck von Stolz auf sein Zigeunerblut.

Was für ein Abend mich erwartet. Ich wollte schon lange Olafur Jonnson in die Finger bekommen. Er ist hinreißend und ein gut trainierter Sub, und heute Abend wird sein Master ihn endlich in den Club bringen, um ihn mir zu leihen. Was für ein Eisgott! Er ist ein totaler Gegensatz zu mir, das Elfenbein zu meinem Ebenholz. Ich kann es nicht erwarten, unsere Körper aneinandergeschmiegt zu sehen, den Kontrast meines dunklen Aussehens zu seiner hellen Haut, dem blonden Haar und den hellblauen Augen. Es hat so lange gedauert, seinen Master dazu zu überreden, ihn mir nur für diese eine Nacht auszuleihen. Der BDSM-Raum ist die ganze Nacht für uns reserviert und ich kann es nicht erwarten. Ich werde meinen Lieblingsflogger aus Wildleder benutzen, um dieser wunderschönen hellen Haut ein rosiges Leuchten zu verleihen, bevor ich meinen hungrigen Schwanz in Olafurs Körper versenke und ihn ficke, bis er schreit und alles um sich herum vergisst. Wie schade, dass es in diesem Raum keine Spiegel an der Decke gibt. Die würden dieser Erfahrung noch eine weitere Besonderheit verleihen. Ich sollte wirklich vorschlagen, dass man welche aufhängt. Das nächste Treffen der Doms findet diese Woche statt, und das wird der perfekte Zeitpunkt sein. Schade nur, dass ich nicht vorher daran gedacht habe und wie unterhaltsam es heute Abend wäre.

Seine Träumerei wurde unterbrochen, als er bemerkte, wie ein Kleinwagen in die Parklücke neben seinem Jaguar XKR-S fuhr. Eine Frau stieg aus dem Fahrzeug und er spürte, wie die Tür des Wagens gegen seine stieß. Blinde Wut überkam ihn und er sprang aus dem Auto, bereit, sich auf die dumme Frau zu stürzen, die es gewagt hatte, seinen geliebten Besitz zu beschädigen.

* * * *

Wo zum Teufel befand sich dieser verdammte Club? Rose war schon einige Male die Straße auf und ab gefahren, hatte jedoch nichts entdeckt, das auch nur annähernd aussah wie ein BDSM-Club. Warum konnten die kein Schild mit dem Namen aufhängen, wo die Leute es sehen konnten? Nun, es handelte sich um einen BDSM-Club, also würden die Nachbarn diese Art von Werbung wohl nicht wollen, vermutete sie. Zudem befand er sich direkt gegenüber des Schlosses, also mussten die Besitzer wohl den Touristen zuliebe diskret sein. Es wäre hilfreich gewesen, wenn sie eine Hausnummer gehabt hätte, die sie in ihr Navigationsgerät hätte programmieren können, nicht nur den Namen der Straße und die Postleitzahl. Dann bemerkte sie, wie drei Autos durch ein Tor fuhren. Das musste es sein. Sie fuhr zum Tor.

Der Club der blutroten Rose war ein großes Gebäude aus rotem Backstein mit Blick auf Carlisle Castle und von einer hohen Mauer umgeben. Der einzige Eingang schien durch das schmiedeeiserne Tor zu führen, das den Weg zu einem Parkplatz beschränkte. Die Beleuchtung auf dem Parkplatz war nicht sehr gut, aber sie entdeckte eine freie Parklücke und steuerte darauf zu. Es war eng, doch sie schaffte es, sich hineinzuzwängen und hatte gerade noch genug Platz, um auszusteigen. Doch als sie aus dem Wagen schlüpfte, rutschte sie aus und die Tür traf die Seite des Autos neben ihrem. Mist, das war gar nicht gut. Ist ja wieder typisch für mich. Plötzlich ragte ein wütender Mann über ihr auf.

„Wie unglaublich verdammt dämlich! Hätten Sie nicht besser aufpassen können? Sehen Sie sich nur an, was Sie mit meinem Auto gemacht haben.“

Er hatte eine Taschenlampe in der Hand und richtete sie auf einen kleinen Kratzer in der Tür. Rose schaute hin, fand es jedoch nicht sehr schlimm.

„Es ist nur ein kleiner Kratzer. Es tut mir sehr leid. Es war ein Missgeschick. Ich bin ausgerutscht, als ich gerade aus dem Wagen stieg, und ließ die Tür los.“

Der Mann betrachtete den Kratzer und rieb daran herum, als könnte er ihn so entfernen.

„Ach, das wird schon wieder, da braucht man nur ein bisschen Politur und ein weiches Tuch. Morgen werden Sie ihn schon nicht mehr sehen“, fügte sie hilfsbereit hinzu.

„Ich verstehe nicht, wie Ihnen das so egal sein kann.“

„Verdammt, es ist doch nur ein Auto … Stellen Sie sich nicht so an“, schnappte Rose.

„Was für eine dumme Bemerkung. Sie zerkratzen mein neues Auto und besitzen dann noch die Frechheit, mir zu sagen, ich soll mich nicht anstellen.“

„Wenn ich für die Reparatur bezahlen soll, werde ich das eben tun. Aber stellen Sie sich deswegen nicht an wie ein verwöhntes kleines Kind.“

„Machen Sie sich keine Umstände. Ich werde mich selbst darum kümmern. Mir ist alles recht, solange ich mich nicht weiter mit einer so schlecht erzogenen Zicke unterhalten muss“, sagte der Mann kalt.

Dann drehte er sich abrupt auf dem Absatz um und marschierte in den Club. Sie beobachtete, wie er davon ging. Und ich hoffe, ich muss dich nie wiedersehen, du arrogantes Arschloch. Er hatte sie wirklich wütend gemacht und am liebsten würde sie wieder nach Hause gehen. Ja, und was willst du da tun? Wieder einen Abend vor dem Fernseher verbringen? Es wäre besser, in den Club zu gehen und der Sache zumindest eine Chance zu geben, herauszufinden, ob es dort wirklich so toll war. Die Fassade sah einladend aus und war hell beleuchtet. Wie schade, dass sie den Parkplatz nicht auch so schön ausgeleuchtet haben.

Das Gebäude war im achtzehnten Jahrhundert im Georgianischen Stil erbaut worden, hatte eine Fassade aus rotem Backstein und war drei Stockwerke hoch. In der Mitte führte eine Treppe mit flachen Stufen hinauf zu einer großen Eingangstür. Die war in einem glänzenden Schwarz gestrichen und im oberen Bereich mit einer Bleiglasscheibe verziert, in die das Bild einer roten Rose eingelassen war, aus deren Blütenblättern Blut tropfte. Dies war der einzige Hinweis darauf, dass es sich um den Club handelte, den sie suchte. Elegante Georgianische Fenster flankierten die Tür, doch kein Licht fiel hindurch außer dem, das die Scheibe mit der roten Rose erhellte.

Nun, es sieht sehr, sehr teuer aus, also hoffe ich, dass der Abend es wert sein wird.

Sie stieg die Stufen hinauf, öffnete einen der beiden Türflügel, dann trat sie in das Foyer und hielt die Luft an. Die Wände im Innenraum waren nicht verputzt. Rote, lederne Vorhänge bedeckten die Fenster. Zwei tiefe Nischen enthielten Podeste, auf denen sich wunderschöne Arrangements dunkelroter Rosen befanden, deren betörende Düfte sie erreichten. Sie ging hinüber zum Empfangstresen zu ihrer Linken. Dahinter befand sich eine Frau in einem blutroten Samtkorsett, das ihre kurvige Figur mit den vollen Brüsten perfekt hervorhob.

Was für eine schöne Frau. Ich liebe es, wie ihre Arme mit plastisch aussehenden Tattoos von roten Rosen verziert sind, die blutige Tränen vergießen. Offensichtlich ist es das Logo des Clubs, und es steht ihr gut. Dazu eine Reihe von Piercings in jedem Ohr und ein weiteres in ihrer linken Augenbraue! Nicht neidisch werden, Rose. Vielleicht sollte ich mir auch einige Piercings stechen lassen und ein paar Tattoos, meinen Stil ändern. Das würde mein Leben vielleicht auf Trab bringen. Sie hat absolut alles. Zu Stacheln geformtes, schwarzes Haar mit scharlachrot gefärbten Spitzen, dazu sorgfältig gezeichnete Spinnennetze an beiden Augenbrauen. Sie sieht fantastisch aus. Ich hoffe, hier sind nicht alle so, sonst verschwende ich nur meine Zeit.

„Hallo, ich bin Sue. Kann ich dir helfen? Du bist kein Clubmitglied, oder?“

„Nein. Ich bin nur für heute Abend hier, um zu sehen, ob es mir im Club gefällt.“

„In Ordnung. Nun, dann musst du diese Formulare ausfüllen.“ Ein bezauberndes Lächeln verzog ihre blutroten Lippen und brachte die grünen Augen zum Leuchten. Sie reichte Rose die üblichen Unterlagen und einen Stift, dann überließ sie sie sich selbst.

Kurz darauf reichte Rose ihr die fertigen Formulare zurück. „Hier, bitte. Ich habe alles ausgefüllt. Und hier ist das Geld für den Eintritt.“

„Danke. Die Damenumkleide befindet sich dort drüben. Du kannst deine Sachen in einem der Schließfächer lassen. Die Subs dürfen keine Schuhe tragen, es sei denn, ein Master befiehlt es. Du solltest hoffen, dass das nicht der Fall sein wird, denn diejenigen, die Schuhe wollen, verlangen für gewöhnlich High Heels mit zwölf-Zentimeter-Absätzen, und darin tun einem höllisch die Füße weh.“ Sue lächelte sie an.

Als Rose sich abwandte, um zur Damenumkleide zu gehen, wurde die Eingangstür geöffnet und zwei Männer traten ein. Ihr blieb der Atem im Halse stecken. Er kann es nicht sein, nicht hier, nicht jetzt. Ich habe ihn seit dem Schulabschluss nicht mehr gesehen, aber er muss es sein. Sie verspürte das vertraute Ziehen in der Magengegend, als ihr Herz einen Hüpfer machte und ihr Atem stockte. Genau das brauche ich heute Abend, noch mehr Komplikationen. Mist. Über den Kerl bin ich nie wirklich hinweggekommen und er schafft es immer noch, mir weiche Knie zu bescheren. Früher entging ihm nie etwas. Ich kann jetzt auch nicht einfach verschwinden, schließlich habe ich schon den Eintritt bezahlt. Warum zum Teufel kann er nicht fünf Minuten früher hier reinspaziert sein? Dann hätte ich meine Meinung ändern und nach Hause gehen können.

Sie zitterte unter ihrem langen Mantel. Dieser Abend würde wieder ein Desaster werden.

Rose wich zurück in die Schatten im Eingangsbereich der Umkleideräume. Plötzlich traf sie mit einem harten Körper zusammen und spürte, wie einer ihrer Absätze auf einem Fuß landete. Sie drehte sich um, eine Entschuldigung auf den Lippen, doch sie sprach sie nicht aus.

„Madre de Dios, Sie schon wieder? Bin ich denn nirgends vor Ihnen und Ihrer Ungeschicklichkeit sicher?“, fragte der Mann erbost.

„Sie! Warum sind Sie mir immer im Weg?“, schoss sie zurück.

Er stand ihr so nahe, dass ihr der betörende, würzige Duft seines Rasierwassers den Atem raubte. Zusammen mit dem sauberen, männlichen Geruch, den seine Haut verströmte, stieg er ihr in die Nase und sie spürte die Anziehungskraft tief in ihrem Inneren. Nein, nein, nein. Nicht er. Ich kann mich nicht ausgerechnet zu ihm hingezogen fühlen.

Sie spürte seine Wut, die wie in Wogen von ihm auszustrahlen schien, doch da war noch etwas anderes. Verunsichert schaute sie in sein Gesicht und die großen, dunklen Augen voller Ärger und einem tief glühenden Feuer. Nein, ich muss mich irren. Ich projiziere offenbar meine Gefühle auf ihn. Es ist sinnlos, sich zu ihm hingezogen zu fühlen. Ein Mann wie er würde mich normalerweise nicht zweimal anschauen und nach diesem Abend bin ich wahrscheinlich die letzte Frau auf der Welt, mit der er sich einlassen würde. Tja, mal wieder Pech gehabt. Wie schade. Er sieht umwerfend aus, allerdings ist er auch ein sehr arroganter Mann. Sollte ich mich wirklich auf ihn einlassen? Mach dir nichts vor, Rose. Wenn er dich fragen würde, würdest du dich überschlagen, um „ja, bitte“ zu sagen.

Sie hörte, wie er tief Luft holte und rechnete mit einer langen Tirade wegen ihres Missgeschicks und seinem armen Fuß. Tatsächlich beugte er sich nach unten, rieb sich den Fuß und schaute zu ihr auf.

„Es reicht also nicht, dass Sie mein Auto beschädigen, jetzt machen Sie bei mir damit weiter. Mein Fuß wird lange Zeit wehtun, vielleicht blutet er sogar.“

„Du liebe Güte, werden Sie erwachsen. Das waren doch nur kleine Missgeschicke. Ich kann es gar nicht erwarten, Sie nie wiederzusehen.“

„Sie scheinen mir viel zu viele Missgeschicke zu haben, mein Mädchen.“

„Ich bin nicht Ihr Mädchen und ich will Sie nie wieder sehen!“

„Sicherlich ist Ihnen klar, dass das nur so eine Redewendung ist. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Sie je mein Mädchen werden, oder das eines anderen, wenn Sie sich weiterhin so benehmen.“

Sie standen jetzt Zehenspitze an Zehenspitze und ihre Stimmen, die zunächst recht leise gewesen waren, hatten allmählich an Lautstärke zugenommen, was die Aufmerksamkeit aller in der Lobby auf sie zog. Seine Atmung war schwer und ein seltsamer Ausdruck lag in seinen Augen. Rose hatte genug, wirbelte herum und marschierte los, wobei sie für einen Moment vergaß, warum sie sich überhaupt erst in die Schatten zurückgezogen hatte. Als es ihr einfiel, war es bereits zu spät.

„Rose Barton. Dich habe ich schon seit dem Schulabschluss nicht mehr gesehen. Du bist doch Rose, nicht wahr?“

Oh mein Gott, er ist es wirklich. Da sollte ich wohl besser eine Pokermiene aufsetzen und so tun, als würde ich mich freuen, ihn zu sehen.

„Ja, und es ist auch schön, dich wiederzusehen, Edward. Es ist schon so lange her. Was hast du all die Jahre gemacht? Und was führt dich nach Carlisle?“ Hör auf zu plappern und lass ihn auch mal zu Wort kommen, um Himmels Willen! Du bist doch kein verknallter Teenager mehr. Reiß dich zusammen.

Das war leichter gesagt als getan, denn sie schaute zu ihm auf. Das war ein großer Fehler. Wenn überhaupt, war er noch sündhaft schöner als in ihrer Erinnerung. Weshalb sollte er eine ältere Version einer großen, kräftig gebauten, unscheinbaren Frau wollen, die zu viel redete, wenn sie nervös war? Er hatte sie damals nicht gewollt, warum sollte sich daran etwas geändert haben?

Du meine Güte, wer ist denn der andere Mann, ein schlanker Blonder mit dem Gesicht eines nordischen Gottes? Der ist jedenfalls auch nicht von schlechten Eltern.

* * * *

Edward und Olafur hatten eingecheckt und gerade, als sie sich umdrehten, um zum Hauptbereich des Clubs zu gehen, bemerkte Edward die Frau. Er konnte die hitzige Unterhaltung zwischen ihr und Salvador nicht überhören. Plötzlich wirbelte sie herum und stapfte los, geradewegs auf ihn und Olafur zu. Sie sah nervös aus und blickte ihn an, als würde sie ihn wiedererkennen. Sie war von mittlerer Größe, mit einer Mähne kastanienbraunen Haars, das über ihre Schultern reichte. Sie trug einen langen Regenmantel, der jedoch geöffnet war, und das Korsett und der kurze Rock aus irgendeinem bernsteinfarbenen Stoff darunter betonte ihre Kurven. Irgendwoher kannte er sie, aber woher?

Dann traf ihn die Erkenntnis.

„Rose Barton. Dich habe ich schon seit dem Schulabschluss nicht mehr gesehen. Du bist doch Rose, nicht wahr?“ Offenbar hatte er sie erschreckt, denn sie starrte ihn mit großen, ängstlichen Augen an. Es waren hübsche Augen. Haselnussfarben, mit grünen Flecken darin und langen, geschwungenen Wimpern. Rose war immer ein hübsches Mädchen gewesen. Jetzt war sie eine sehr attraktive Frau.

Sie sprach und stieß alles in einem wahren Schwall hervor, wobei sie nur einmal kurz stockte, während sie ihm in die Augen sah. Einiges an ihr hatte sich eindeutig nicht geändert.

„Ich … ich bin nur zu Besuch hier. Ich habe von diesem Club gehört und wollte selbst sehen, was es damit auf sich hat. So ein Zufall, dass ich dich hier treffe. Wir haben uns seit Jahren nicht gesehen. Was machst du hier?“

„Wir sind hier, um den Club zu besuchen. Hast du all die Jahre hier in Carlisle gelebt? Warst du schon mal im Club der blutroten Rose?“

Sie antwortete nicht, errötete aber und senkte in entzückender Verwirrung den Blick.

„Oh, dies ist also dein erster Besuch, nicht wahr?“

Rose nickte.

„Hab keine Angst. Hier sind alle sehr nett“, sagte Edward.

„Du kennst den Club also?“ Sie hatte endlich ihre Stimme wiedergefunden und schaute sich um.

„Ich kenne einige der Mitglieder. Wenn du möchtest, kann ich dich welchen vorstellen. Gibt es etwas Bestimmtes, das du heute Abend gerne ausprobieren willst, oder schaust du dich nur um?“

Dies war die Rose Barton, an die er sich erinnerte. Sie war in seiner Gegenwart immer schüchtern und verlegen gewesen und er wusste, dass sie für ihn geschwärmt hatte. Zu der Zeit hatte er selbst herumexperimentiert um herauszufinden, was er mochte. Er war versucht gewesen, mit ihr auszugehen, doch bevor er sich entschieden hatte, war seine Familie nach London gezogen.

Rose betrachtete Olafur neugierig.

„Olafur, dies ist Rose, eine alte Schulfreundin von mir“, stellte Edward sie vor.

Olafur und Rose wechselten neugierige Blicke. Sie fand ihn eindeutig attraktiv, war aber völlig auf dem Holzweg. Olafur war schwul und hatte kein Interesse an Frauen.

„Rose, das ist Olafur, mein Sub. Er darf heute Abend nicht sprechen.“

„Oh? Äh … okay“, antwortete Rose. Dennoch konnte sie den Blick nicht von Olafur abwenden. Das war keine Überraschung. Der Mann war ein echter Hingucker mit seinem kühlen, blonden Aussehen. Seltsamerweise betrachtete Olafur Rose ebenfalls eingehend. Das war neu. Normalerweise ignorierte er Frauen, selbst wenn sie sich an ihn ranmachten, was sie für gewöhnlich taten.

Edward hatte schon immer gerne Streiche gespielt. Er lächelte, als ihm eine Möglichkeit einfiel, wie er Salvador eins auswischen konnte, nachdem der ihm keine Ruhe gelassen hatte, bis er Olafur für einen Abend herbrachte.

„Also, Rose, warum bist du hier?“, fragte er und gab sich dabei Mühe, unschuldig auszusehen und auch so zu klingen.

„Ich, äh, also … naja … ich wollte nur sehen, wie es in einem solchen BDSM-Club zugeht“, erklärte sie.

„Ja, in Ordnung, aber bist du nur zum Zusehen hier, oder willst du auch mitspielen?“

„Ich weiß nicht, was du mit mitspielen meinst.“

„Nun, es scheint, als würde Olafur dir sehr gut gefallen. Oder irre ich mich?“

Rose errötete vom Gesicht bis zum Dekolleté und vermutlich noch unter ihrer Korsage. Sie verlagerte nervös das Gewicht von einem Fuß auf den anderen.

„Ich habe meinen Sub heute Abend zum Spielen hergebracht“, sagte Edward.

---ENDE DER LESEPROBE---