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May's Way lässt Sie am Leben der 16-jährigen Maylin teilhaben und sie kennen und lieben lernen. Gemeinsam mit Ihrer "neuen" Familie, lernt Sie, was Zusammenhalt, Glück und die Bewältigung von Schmerz bedeutet. May's Way ist ein Liebesroman mit ernstem Grundgedanken. Es erwartet Sie ein Buch, in dem gelacht und geweint wird, geliebt und verletzt. Doch am Ende steht auch hier ein Happy End, oder?
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Becca Schwarz
May's Way
Wenn die Liebe gewinnt
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
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Epilog – 5 Monate später
Impressum neobooks
Ich parkte meinen Wagen am Seitenstreifen und atmete tief durch. Was zur Hölle war da gerade passiert. Ich dachte wirklich Marc sei mein Traummann. Ich hatte mir fest vorgenommen an diesem Wochenende, an seinem Geburtstag, mein erstes Mal mit ihm zu verbringen. Schließlich hat er mir die ganze Zeit erzählt, es macht ihm nichts aus zu warten. Ich wäre etwas Besonderes und er liebt mich … pah … und nun erwische ich ihn mit seiner Ex im Bett. Überraschen wollte ich ihn und bin deshalb gerade unangekündigt zu ihm gefahren. In seinem Wohnheim schließt er nie die Tür ab, wenn er zu Hause ist. Auf dem Weg in den 3 Stock laufe ich seinem besten Freund über den Weg, der mich mit einem merkwürdigen Blick bedenkt. Doch ich wundere mich nicht mehr. Er ist manchmal sowieso komisch. Als ich dann vor seiner Tür stehe höre ich komische Geräusche von drinnen. Stöhnt da jemand? Panik steigt in mir auf, ist er verletzt? Schnell öffne ich die Tür und rufe seinen Namen. Doch dann muss ich feststellen, dass hier niemand vor Schmerz stöhnt. Marc wendet mir sein entsetztes Gesicht zu und auch seine dämliche Ex schaut mich an wie ein Reh bei Donner. Unfassbar! Ich sage nichts, drehe mich einfach um und laufe zurück zu meinem Auto. Womit habe ich das verdient? In mir kocht die Wut hoch, doch ich versuche mich zu beruhigen. Dieser Arsch ist es doch eigentlich gar nicht wert. Ich spüre Tränen in meinen Augen. Habe ich nicht in den letzten Monaten genug durchgemacht? Muss er mich jetzt tatsächlich auch noch fallen lassen? Mein Handy klingelt und ich sehe Marcs Bild im Display erscheinen. Was will der denn noch.
„Was willst du?“, fauche ich in mein Telefon.
„Babe, bitte lass es mich erklären. Es tut mir wirklich leid, ich wollte das nicht. Sandra kam zu mir wegen einer Hausarbeit und wir haben gescherzt und uns an alte Zeiten erinnert und auf einmal kam eines zum anderen. Es tut mir wirklich entsetzlich leid!“
„Ganz ehrlich Marc, spar dir deine Erklärungen. Du hast mich betrogen. Das kann ich dir nicht verzeihen und will es auch gar nicht. Werde glücklich mit ihr und lass mich in Frieden!“
„Babe, bitte, ich …“
Ich lege einfach auf. Was soll ich mir dieses Geschwafel noch länger anhören. Wenn er unbedingt möchte, kann er ja jetzt mit Sandra weitermachen wo sie durch meine Unterbrechung aufhören mussten. Langsam aber sicher beruhige ich mich wieder und setze meine Fahrt fort. Als ich in dem betreuten Wohnheim ankomme, welches ich im Moment mein zu Hause nenne, steht mein Entschluss fest. Ich steuere sofort das Büro von Maggie, der Heimleiterin, an. Nachdem ich geklopft habe dauert es keine 5 Sekunden, bis ich ein >> herein<< vernehme. In Ihrem Büro türm sich wie immer die Arbeit und trotzdem hat sie stets ein offenes Ohr für uns.
„Hallo Maggie, hast du einen Moment Zeit für mich?“
„Aber sicher May, was gibt es denn?“
„Sofern es noch steht möchte ich nun doch das Angebot meiner Tante annehmen und zu ihr und ihrer Familie nach Tampa ziehen.“
Maggie schaut mich skeptisch an.
„Woher kommt auf einmal diese Erkenntnis?“
„Naja, ein Grund hierzubleiben war Marc. Diesen Grund gibt es nun nicht mehr, er hat mich betrogen. Außerdem … nun ja … ich vermisse meine Familie. Es ist nicht so, dass ich mich hier unwohl oder allein fühle, es ist viel mehr, dass dieses familiäre Band nicht da ist. Ich brauche diese Geborgenheit der Familie doch mehr als ich mir am Anfang eingestanden habe.“
Der Ausdruck in ihren Augen wird weich und sie schau mich fast liebevoll an.
„Ich habe auf den Tag gewartet an dem dir das bewusst wird Kleines. Im Gegensatz zu vielen anderen hier, hast du noch eine Familie. Nutze die Chance mi Ihnen zusammen zu sein. Die Schwester deiner Mutter hat einen ähnlichen Verlust erlitten wie du und nun ist es an der Zeit, dass ihr gemeinsam trauert und euch gegenseitig wieder richtig auf die Beine helft. Ich werde sie direkt anrufen. Ich bezweifle stark, dass sich an Ihrem Angebot etwas geändert hat. Also fang am besten schon mal an, deine Sachen zu packen. Sie wird sich ganz sicher freuen.“
„Danke Maggie, du bist wirklich die Beste!“
Als ich aus dem Zimmer gehe, höre ich sie schon die Nummer meiner Tante ins Telefon tippen. Auch wenn sie jetzt vielleicht aus einem Kurzschluss heraus gefallen ist, so weiß ich doch, dass es dich richtige Entscheidung ist zu gehen. Ich hätte das schon viel früher tun sollen, anstatt auf einen Jungen zu hören, der mich bei der erstbesten Gelegenheit hintergeht. Schnell laufe ich hoch in mein Zimmer. Meine Mitbewohnerin Carla liegt mit ihren Kopfhörern auf dem Bett und schaut auf, als ich eintrete.
„Hey May, warum bist du schon zurück? War er so schlecht?“, sie grinst mich an, wird dann aber ernst, als sie meinen Gesichtsausdruck sieht. „Was ist denn los?“
„Als ich bei Marc ankam, war sein Bett leider schon belegt. Er hat es dort mit seiner Ex getrieben. Scheinbar war es doch nicht so weit her mit dem >> Ich liebe dich und es macht mir nichts aus zu warten<<. Jedenfalls habe ich ihn in die Wüste geschickt und mich dazu entschlossen nun doch zu meinen Verwanden nach Tampa zu ziehen.“ Ich schaue sie entschuldigend an.
„Was soll denn der Blick. Sei froh, dass du die Möglichkeit hast. Aber erst mal zu deinem bekloppten Ex. Sag mal spinnt der denn völlig, so ein hinreißendes Mädel wie dich zu betrügen. Was ist der für ein notgeiler Idiot. Man ey, Männer, was bilden die sich denn ein? Naja, was soll‘s, wer weiß wofür es nun gut ist. Sei nicht traurig, wer dich so hintergeht, hat dich auch wirklich nicht verdient.“ Ich trete an ihr Bett und nehme sie in den Arm.
„Danke Carla, du bist die Beste. Ohne dich wäre ich in den letzten Monaten aufgeschmissen gewesen. Danke, dass du immer ein offenes Ohr hattest. Ich wünsche mir wirklich, dass wir Freundinnen bleiben und du mich auch mal in Tampa besuchst.“
„Für dich doch immer May, ich hab dich lieb und wenn Maggie es erlaubt werde ich dich sehr gerne in den Ferien besuchen kommen.“
Sie umarmt mich fest und wir verdrücken schon jetzt ein paar Tranchen. Als ich mich umdrehe um meine Reisetasche vom Schrank zu holen, frage ich sie ob sie mir beim Packen hilft und sie stimmt zu. So haben wir innerhalb einer halben Stunde alles verstaut was wichtig ist. Gerade als ich den Reißverschluss schließe, klopft es an unserer Zimmertür. Carla geht und öffnet.
„Ich habe mit deiner Tante telefoniert May und sie ist überglücklich, dass du dich nun doch entschieden hast zu ihr zu ziehen. Wir haben gemeinsam einen Flug für morgen Mittag gebucht. So hast du noch ausreichend Zeit, dich von deinen Freunden zu verabschieden. Gepackt hast du ja schon wie ich sehe.“ Maggie schaut auf meine geschlossene Reisetasche.
„Ja mit dem Packen bin ich so wie durch. Ich habe ja nicht viel. Es wäre schön wenn du dich um den Verkauf meines Autos kümmern könntest. Das werde ich in der Kürze der Zeit wohl nicht mehr schaffen. Alles Andere ist ja schon lange geregelt. Ich glaube sie braucht dann nur noch das Formular für die Vormundschaft und dann ist alles in Sack und Tüten.“
Maggie lächelt mich an: „Da hast du vollkommen recht und um dein Auto soll sich Ryan kümmern. Der handelt bestimmt einen guten Betrag dafür heraus. Wir werden dich hier vermissen May, aber du gehörst zu deiner Familie! Werde glücklich!“
Ich werfe mich in ihre Arme und zum ersten Mal heute brennen mir Tränen in den Augen. In der kurzen Zeit war sie wie eine Ersatzmutter für mich und ist mir sehr ans Herz gewachsen.
„Ich werde dich unglaublich vermissen Maggie. Vielen Dank für alles, was du für mich getan hast!“
„Ach Mädchen, ich werde dich auch vermissen! Aber nun seht zu, dass ihr ins Bett kommt. Zumindest du hast morgen einen anstrengenden Tag vor dir.“
Als wir den Landeanflug auf den Peter O’Knight Airport beginnen, weckt mich die Stewardess und bittet darum, dass ich mich anschnalle und meinen Tisch hochklappe. Ich habe tatsächlich den ganzen Flug verschlafen. Wehmütig denke ich an den Abschied von meinen Freunden zurück. Es war als würden wir uns ewig kennen. Alle haben geweint und ich natürlich auch. Wir haben uns geschworen, zu schreiben und zu telefonieren. Tamara hat mir das Versprechen abgenommen sie wieder besuchen zu kommen. Natürlich habe ich ihr das bestätigt, ich will die Bande ja auch nicht ganz aus meine Leben verlieren. Wir umarmen uns alle lange und ich hatte fast keine Tränen mehr. Carla hat mir noch eine Fotocollage zugesteckt, welche die Mädels in Windeseile heute Morgen noch für mich zusammengestellt haben. Damit ich sie auch nicht vergesse. Als ob ich das könnte. Seit dem Tod meiner Eltern vor knapp 6 Monaten waren diese Mädchen und 2 Jungs meine Familie. Wir haben zusammen gelacht und geweint, uns gegenseitig aufgefangen und Halt gegeben. Ewig werde ich mit ihnen verbunden sein. Carla habe ich nochmals das Versprechen abgenommen, mich in Tampa zu besuchen und sie hat zugestimmt. Ganz sicher wird Tante Elaine nichts dagegen haben.
Tante Elaine – ein bisschen habe ich schon Angst ihr gegenüber zu treten. Das letzte Mal als ich sie gesehen habe, wurden meine Eltern zu Grabe getragen und ich war nicht sonderlich nett zu ihr, als sie mich bat, zu ihr nach Tampa zu ziehen. Dafür muss ich mich unbedingt entschuldigen. Sie ist ein toller Mensch, hat selber 2 Kinder und ist mit einem Traum von einem Mann verheiratet, der sie zudem auch noch auf Händen trägt und die Kinder vergöttert. Onkel Tim ist ein ziemlich erfolgreicher Geschäftsmann und hat sich in der Bankenwelt als privater Investmentberater einen Namen gemacht. Kaum einer seiner Kunden war von der weltweiten Krise betroffen, was die Nachfrage nach seinen Beraterqualitäten enorm steigerte. Mittlerweile wohnen meine Verwandten deshalb auch in einer Villa unmittelbar am Strand der Tampa Bay.
Als das Flugzeug ganz sachte auf der Rollbahn aufsetzt entfährt mir ein erleichterter Seufzer. Ich fliege nicht gern, nur wenn es unbedingt sein muss und bin dann wirklich froh, wenn ich wieder festen Boden unter meinen Füßen habe. Als der Ausstieg freigegeben wird, mache ich mich auf den Weg nach draußen. Kaum in der Empfangshalle angekommen, sehe ich schon das riesige Schild mit der Aufschrift >> Herzlich willkommen zu Hause May<<. Sofort schießen mir Tränen in die Augen. Alle 4 sind gekommen um mich zu begrüßen und ich stürze mich zuerst in Tante Elaines Arme. Auch sie weint und beteuert die ganze Zeit wie sehr sie sich freut, dass ich nun endlich da sei.
„ Es tut mir so unendlich leid, wir furchtbar ich auf der Beerdigung zu dir war Tante Elaine. Ich habe mich unmöglich benommen und dafür möchte ich mich entschuldigen.“
Sie schaut mich vollkommen entrüstet an.
„Es gibt absolut nichts, wofür du dich entschuldigen musst meine Kleine. Ich bin so froh, dass du endlich hier bist.“
Nochmal drücke ich sie fest und wende mich dann Onkel Tim zu.
„Vielen Dank, dass ich hier bei euch sein darf.“
„Es gibt auch nichts, wofür du dich bedanken muss May, schließlich sind wir eine Familie und die Familie hält zusammen!“
Ich strahle ihn an und wende mich dann meinem Cousin Steven und seiner Schwester Trisha zu. Er ist so alt wie ich und sie ist 2 Jahre jünger. Auch mit den Beiden fällt die Begrüßung sehr herzlich aus und ich freue mich, dass ich endlich den Mut gefunden habe, diesen Schritt zu gehen und das Chicago, dass ich kannte, hinter mir zu lassen.
Die Fahrt verläuft alles andere als schweigend. Wir unterhalten uns über alles Mögliche und sind sehr ausgelassen. Ich fühle mich sofort wohl, verstanden und angekommen. Onkel Tim trägt mir nach unserer Ankunft meine Tasche ins Haus und ich schultere meinen Rucksack. Sie haben mir eins der 3 Gästezimmer hergerichtet. Ich staune nicht schlecht als sie es mir zeigen. Da steht ein wunderschönes Queen-Size Himmelbett, es gibt 4 bodenhohe Fenster mit Aussicht auf die Bay und ich habe ein eigenes und dazu noch ziemlich großes Badezimmer.
„ Wir haben hier noch nicht viel eingerichtet May. Ich dachte wir gehen morgen gemeinsam schoppen und du suchst dir deine Möbel selbst aus und auch Wandfarbe oder Tapeten sollen natürlich deinem Geschmack entsprechen. Da du jetzt zum Ende der Ferien zu uns gekommen bist, können dann alle Umgestaltungen erfolgen wenn du in der Schule bist. Dann wirst du hier nicht gestört. Apropos Schule, wir haben dich schon auf der gleichen Schule angemeldet, auf die auch Steven geht. Dann kennst du wenigstens schon mal eine Person. Die Lehrer und auch die Schüler sind sehr nett und du wirst unterstützt wo es nur geht. Da du ja aber das letzte Schuljahr als Jahrgangsbeste abgeschlossen hast, mache ich mir nicht allzu große Sorgen, dass du mitkommst.“
Elaine lächelt mich herzlich an und ich freue mich, ein wenig Stolz in ihrem Gesicht zu lesen.
„Mum und Dad hätten nicht gewollt, dass ich mich gehen lasse. Sie wollten immer, dass ich auf ein gutes College oder eine gute Uni gehe und mir meinen Traum vom Medizinstudium erfülle. Und das möchte ich mehr denn je und mich auf Notfallmedizin spezialisieren. Wenn dort Fortschritte gemacht werden, kann vielleicht in ein paar Jahrzenten den Menschen vor Ort schon besser geholfen werden und die Mortalitätsrate bei Unfällen sinkt.“
Schon wieder hat Elaine Tränen in den Augen.
„Du bist deiner Mutter so unglaublich ähnlich May. Das ist wirklich schön. Die beiden wären so wahnsinnig stolz auf dich. Aber nun erst mal genug davon. Tim hat ein BBQ für heute Abend vorbereitet. Pack du in Ruhe deine Sachen aus und mach dich frisch nach dem Flug. Wir sind dann unten in der Küche!“
Sie gibt mir einen Kuss auf den Scheitel und lässt mich dann in meinem neuen Reich allein. Ich packe zuerst nur das notwendigste aus, da ich bis jetzt ja noch keinen Schrank habe und gehe dann zu allererst duschen. Nach knapp 3h Flug tut das wirklich gut. Abgesehen davon ist es in Florida nun mal wärmer als in Chicago. Ich flechte meine langen braunen Haare zu einem Zopf, ziehe ein rotes Tanktop an und eine blaue Hotpants und mache mich auf den Weg in die Küche. Dort bereiten Trisha und Elaine gerade Salat zu.
„Kann ich euch etwas helfen?“
„Aber gerne Liebes, du kannst das Baguette aufschneiden und in den Brotkorb füllen. Die Männer sind schon fleißig am grillen und es dürfe bald fertig sein.“
