Mit der Hilfe eines Wolfes - Charlie Richards - E-Book

Mit der Hilfe eines Wolfes E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

Aus dem Käfig: Als ein Wolfswandler-Anwalt einem jungen Menschen mit einer neuen Identität helfen soll, bekommt er mehr als er jemals erwartet hätte. Nachdem er mitten in der Nacht durch einen Anruf von seinem Alpha geweckt wurde, macht Leopold Caldwell sich auf den Weg nach San Francisco. Alpha Declan benötigt seine Dienste, um eine neue Identität für einen geretteten Menschen zu erschaffen. Was Leo findet, als er dort ankommt, ist ein verängstigter junger Mensch, der von seiner neuen Realität völlig überwältigt ist. Oh, und er ist zufällig Leos Gefährte. Auch wenn er begeistert ist, Jerry, die andere Hälfte seiner Seele, zu treffen, erkennt Leo, dass sie vor einigen Hürden stehen. Nicht nur, dass es Jerry schwerfällt, die Existenz von Wandlern zu akzeptieren, es sind auch immer noch Leute hinter ihm her … Leute, die wild entschlossen sind, ihn in ihre Finger zu bekommen. Nach einem Zwischenfall, bei dem Jerry fast entführt wird, entscheidet Leo, dass es Zeit für einen Ortswechsel ist. Er nimmt ihn mit nach Stone Ridge und in eine abgelegene Hütte, die seiner Familie gehört. Leider folgen ihnen die Probleme. Kann Leo seinen klugen Verstand schnell genug einsetzen, um nicht nur Jerry, sondern auch seine eigene Zukunft zu retten? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Mit der Hilfe eines Wolfes

Aus dem Käfig: Als ein Wolfswandler-Anwalt einem jungen Menschen mit einer neuen Identität helfen soll, bekommt er mehr als er jemals erwartet hätte.

Nachdem er mitten in der Nacht durch einen Anruf von seinem Alpha geweckt wurde, macht Leopold Caldwell sich auf den Weg nach San Francisco. Alpha Declan benötigt seine Dienste, um eine neue Identität für einen geretteten Menschen zu erschaffen. Was Leo findet, als er dort ankommt, ist ein verängstigter junger Mensch, der von seiner neuen Realität völlig überwältigt ist. Oh, und er ist zufällig Leos Gefährte. Auch wenn er begeistert ist, Jerry, die andere Hälfte seiner Seele, zu treffen, erkennt Leo, dass sie vor einigen Hürden stehen. Nicht nur, dass es Jerry schwerfällt, die Existenz von Wandlern zu akzeptieren, es sind auch immer noch Leute hinter ihm her … Leute, die wild entschlossen sind, ihn in ihre Finger zu bekommen. Nach einem Zwischenfall, bei dem Jerry fast entführt wird, entscheidet Leo, dass es Zeit für einen Ortswechsel ist. Er nimmt ihn mit nach Stone Ridge und in eine abgelegene Hütte, die seiner Familie gehört. Leider folgen ihnen die Probleme. Kann Leo seinen klugen Verstand schnell genug einsetzen, um nicht nur Jerry, sondern auch seine eigene Zukunft zu retten?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 33.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Mit der Hilfe eines Wolfes

Die Wölfe von Stone Ridge 47

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „With a Wolf’s Support“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2021

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Der Geist ist wie eine Blume, sie öffnet sich erst, wenn die Zeit gekommen ist.

~ Unbekannt

Kapitel 1

Leopold Caldwell wusste nicht, wann er es geschafft hatte, in einen unruhigen Schlaf zu fallen. Als das Klingeln seines Handys ihn weckte, zischte er, als ein stechender Schmerz durch seinen Nacken schoss. Er hätte wirklich nicht auf diesem Stuhl einschlafen sollen.

„Au“, grummelte er leise, als er sich den Nacken rieb.

Dann wird erregte das Klingeln seines Telefons wieder seine Aufmerksamkeit, und er erinnerte sich, warum er überhaupt erst in dem unbequemen Stuhl gesessen hatte. Stephani, die Tochter seines Cousins, war zusammen mit Sara, der Tochter seines Alphas, entführt worden. Sein Cousin und dessen Gefährte – Luther und Deke – waren mit Alpha Declan und einigen anderen aus dem Rudel nach San Francisco gereist, um sie aufzuspüren und zu retten.

Leo hatte auch gehen wollen, aber im Hubschrauber war kein Platz mehr gewesen, also war er zurückgelassen worden. Sein Wolf schnaufte vor Verärgerung in seinem Hinterkopf, während er ungeduldig auf Informationen wartete. Daher war er auf dem unbequemen Möbelstück eingeschlafen, als er auf eine Nachricht gewartet hatte.

„Hier ist Leo“, bellte er ins Telefon, sobald er den Anruf angenommen hatte, und machte sich nicht einmal die Mühe, die Anrufer-ID zu überprüfen.

„Ich habe Manon geschickt, um dich zu holen“, sagte Alpha Declan am anderen Ende der Leitung. „Ich habe hier einen jungen Mann, der eine neue Identität braucht, wenn er klar genug denken kann, um zu entscheiden, was er will … und zu akzeptieren, dass es Wandler gibt.“

„Er weiß über Wandler Bescheid?“ Die Worte kamen aus Leos Mund, bevor er sich zurückhalten konnte. Obwohl er neugierig war, war es nicht das dringlichste Problem. „Wie geht es Stephani und Sara? Geht es ihnen gut?“

Alpha Declans tiefer, müder Seufzer kam laut und deutlich durch die Leitung. Die einfache Reaktion verriet, dass ihr Rudelanführer doch nicht unbesiegbar war. Der Mann musste nach allem, was er wohl durchgemacht hatte, erschöpft sein – nicht nur, dass seine Tochter entführt worden war, sondern er hatte wahrscheinlich auch seinen Gefährten trösten müssen, während er sich zusammengenommen hatte, um die Rettungsaktion zu planen.

Ich bin so froh, dass ich nicht in seinen Schuhen stecke.

„Sara ist ein wenig angeschlagen, aber sie wird wieder in Ordnung kommen, mit etwas Zeit.“ Ein Knurren schlich sich in Declans Ton, als er hinzufügte: „Jedenfalls sofern ihr Gefährte seinen Kopf aus dem Arsch zieht.“

Leos Kiefer klappte auf und er wusste, dass sich seine Augen weiteten. Bevor er jedoch dem Alpha zu dieser Aussage Fragen stellen konnte, fuhr dieser fort.

„Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass Stephani etwas schlechter dran ist. Sie wurde verletzt, als sie Sara beschützte, und sie ist immer noch bewusstlos.“

Als Leo das hörte, spürte er, wie seine Herzfrequenz anstieg.

Die süße, lebhafte, dominante Tochter seines Cousins war verletzt.

Leo vermutete, dass er ein Geräusch gemacht haben musste, das seine Betroffenheit verriet, denn Alpha Declan brummte: „Atme langsam und tief ein, Leopold. Lark ist bei ihr und hat das Gefühl, dass sie bald aufwachen wird. Sie könnte sogar größtenteils wieder fit sein, wenn du hier ankommst.“

Leo tat, was ihm befohlen worden war, und nahm ein paar langsame, tiefe Atemzüge. Einige Flecken, die vor seinen Augen tanzten, ohne dass er es richtig bemerkt hatte, verschwanden.

Ja, Atmen ist eine gute Idee.

„Richtig, richtig“, murmelte Leo, als er die Luft dazu hatte. Er räusperte sich und fügte hinzu: „Also, wann sollte ich auf Manons privatem Hubschrauberlandeplatz sein?“

Leo vermutete, dass einige der Dokumente, die der Wolfsvollstrecker vorgelegt hatte, um an seinem Haus im Wald einen privaten Landeplatz zu bauen, gefälscht waren, aber er war keiner, der andere verurteilen könnte. Als einer der Anwälte des Rudels half er, indem er ständig persönliche Dokumente fälschte. Da Paranormale jahrhundertelang lebten und sich vor der menschlichen Bevölkerung verstecken mussten, war es nötig, dass die Wandler alle paar Jahrzehnte ihre Identität neu erfanden.

Leo war schon immer technologisch veranlagt gewesen und half dabei.

„Du hast drei Stunden“, sagte Alpha Declan. „Das gibt dir Zeit, Informationen über Jerry De Maras Vergangenheit zu finden. Familie, Freunde, so viel du kannst. Er behauptet, dass niemand nach ihm sucht. Jerry riecht nicht, als ob er lügt, aber nach dem Schrecken, den Luther ihm versetzt hat, nun … Ich möchte sicher sein.“

Leos Brauen schossen hoch. „Luther hat ihn erschreckt? Wie?“ Sein Cousin war normalerweise ein ziemlich entspannter Wolf. Seine Tochter verletzt aufzufinden, könnte das aber natürlich ändern.

„Jerry führte uns in den Raum, in dem unsere Mädchen waren, und wir eilten hinein. Jerry folgte, aber er war der Tür am nächsten.“ Declan schnaubte leise und Leo stellte sich sein schiefes Lächeln vor. „Wir haben gerade die Mädchen untersucht, als Jerry quietschte und unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein Gorilla von einem Kerl stand in der Tür und richtete eine Waffe auf Stephani, vielleicht weil sie bereits verletzt war. Als das Arschloch sagte: ‚Legt euch auf den Boden, oder ich werde beenden, was mein Kumpel begonnen hat‘, verlor Luther verständlicherweise die Beherrschung. Er hat sich schneller verwandelt, als ich es jemals zuvor bei ihm gesehen habe, und riss den Mann in Stücke.“

Leo zuckte zusammen und nickte abwesend. Er konnte sich sehr gut vorstellen, wie sein Cousin das tat. Zur Hölle, wenn Leo stattdessen dort gewesen wäre, hätte er dasselbe getan.

„Also …“ Leo zog das Wort in die Länge. „Wie hat er es aufgenommen?“

„Nun, Jerry hat sich nicht in die Hose gemacht, also werde ich ihm dafür Respekt zollen“, antwortete Declan trocken. „Danach wirkte er allerdings etwas weggetreten. Lark konnte sich noch nicht um ihn kümmern, aber ich bin mir sicher, dass ich bis zu deiner Ankunft mehr für dich haben werde.“

Leo sah auf die Uhr und nickte abwesend. „Ja, Alpha. Ich werde sehen, was ich über Jerry herausfinden kann, und dann um kurz nach Mitternacht bei Manon sein.“

„Gut. Dann sehen wir uns bald.“

Als Alpha Declan den Anruf ohne ein weiteres Wort beendete, fühlte sich Leo nicht beleidigt. Er wusste, dass sein Alpha gerade viel um die Ohren haben musste. Stattdessen stand Leo auf, ging aus dem Wohnbereich hinaus und in sein Schlafzimmer.

Innerhalb von zehn Minuten hatte Leo seine Reisetasche sowie einen Kleidersack mit Anzug gepackt. Er war gern vorbereitet. Nach einer schnellen Dusche, um die restliche Schläfrigkeit zu vertreiben, kleidete Leo sich in eine bequeme blaue Jeans, ein dunkelgrünes Polohemd und abgenutzte, dunkelbraune Cowboystiefel.

Als Leo sah, dass er noch fast zwei Stunden Zeit hatte, bevor er in seinen Truck steigen musste, machte er einen Abstecher in seine Küche, um eine Flasche Wasser zu holen, bevor er in sein Büro ging. Er startete seinen Laptop. Nach Abschluss der offensichtlichen Suche, bei der er Jerry De Mara in das Suchfeld bei Google eingetippt hatte, starrte Leo den einzigen Eintrag an, der auftauchte. Es war ein Beitrag über den Gewinner eines Rechtschreibwettbewerbs.

Leo klickte auf den Link und überflog den Artikel schnell.

Mit elf Jahren hat er einen Rechtschreibwettbewerb gewonnen. Hmm.

Leo warf einen Blick auf das Bild und musste lächeln. Das breite Grinsen nahm das ganze Gesicht des Jungen ein und selbst auf dem Schwarz-Weiß-Bild konnte er die Freude sehen, die seine Augen zum Leuchten brachte. Zu seiner Überraschung verspürte er sogar ein jammerndes Interesse seines Wolfes.

Sehr seltsam.

Es fühlte sich fast so an, als wollte sein Tier den Jungen überall ablecken und den Menschen vor allen Gefahren der Welt schützen.

Leo konnte nur an wenige Leute denken, die diese Reaktion ausgelöst hatten, und sie alle Familienmitglieder waren gewesen.

Leo schob die Reaktion zur späteren Betrachtung in den Hinterkopf und setzte seine Suche fort. Er rief die Aufzeichnungen der Schule, die sich zwei Stunden nördlich von San Francisco befand, auf. Nach sorgfältiger Prüfung stellte er fest, dass Jerry Bestnoten hatte und ein vorbildlicher Schüler zu sein schien.

Jerry hatte außerschulische Aktivitäten, die von Fußball bis zu einem Projekt für Nachwuchsfarmer reichten. In der achten Klasse gab es ein Bild von ihm, wie er seine Hand auf dem Rücken eines Schweins ruhen ließ, während er mit seiner anderen ein blaues Band hielt. Im folgenden Jahr saß Jerry auf dem Rücken eines Pferdes, das zum Abseilen geschmückt war, und die Überschrift lautete: Jerry De Mara, zweitplatzierter Rodeo-Champion der County High School.

Alles, was Leo fand, deutete auf die Tatsache hin, dass Jerry seine Energie hundertprozentig dem widmete, was er sich in den Kopf gesetzt hatte.

Warum hat er dann mit fünfzehn Jahren plötzlich die Schule abgebrochen?

Leos Bauch krampfte sich zusammen und er holte tief Luft.

Fünfzehn. Zehnte Klasse. Hormone. Der Körper verändert sich. Wo er gelandet ist …

Allerlei Möglichkeiten gingen Leo durch den Kopf, aber er wollte nicht zu voreiligen Schlussfolgerungen gelangen. Er verlagerte seine Suche auf Informationen über Jerrys Familie. Der Mensch hatte einen um drei Jahre jüngeren Bruder, und laut den Aufzeichnungen wohnten seine Eltern immer noch im selben Haus. Mit einem tiefen Seufzer benutzte Leo ein paar Tricks, um an die Steuerunterlagen zu gelangen … und verzog das Gesicht bei dem, was er fand.

Die Eltern hatten nicht nur im selben Jahr aufgehört, zwei unterhaltspflichtige Kinder anzugeben, es wurden auch Abzüge für Spenden an eine Organisation aufgelistet, die von einigen eher als Kult angesehen wurde, anstatt einer Kirche.

„Tja, verdammt“, murmelte Leo. „Das ist eine verdammte Schande.“

Ist Jerry von sich aus weggegangen, weil er wusste, dass er anders war? Oder wurde er vertrieben?

Leo hatte die Absicht, es herauszufinden. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass er noch zwanzig Minuten Zeit hatte, bevor er gehen musste. Sein knurrender Magen sagte ihm, wie er diese Zeit verbringen sollte.

Leo zog seinen Leder-Trenchcoat fester um sich und schob die Hände in die Taschen. Er blinzelte gegen den Wind, als er sah, wie der Hubschrauber auf dem Platz landete, der sich über dreißig Meter hinter Manons Haus befand. Er zog die Schultern hoch und tat sein Bestes, um die Kälte zu ignorieren.

Einige Sekunden nachdem der Metallvogel gelandet war, ließ das Heulen des Motors nach, und die Rotoren begannen sich zu verlangsamen. Er beobachtete, wie die Tür geöffnet wurde und Manon heraussprach, der sich unter den noch laufenden Rotorblättern duckte. Der Wolfswandler-Vollstrecker lief auf ihn zu und nickte zur Begrüßung.

„Gib mir zehn Minuten. Ich muss reinlaufen und pinkeln, dann ein Sandwich und Wasser holen. Verstau deine Sachen und schnall sie fest, ja?“ Dann zwinkerte er und fügte hinzu: „Ich werde auch meinen Mann küssen und ihm sagen, wie sehr ich ihn vermisse.“

Leo nickte immer noch, als Manon den Pfad entlang verschwand.

„Meine Sachen verstauen“, murmelte Leo leise. Er war noch nie in einem Hubschrauber gewesen, aber trotzdem. „Wie schwer kann das schon sein?“

Leo nahm sich Zeit, um es herauszufinden.

Zu Leos Überraschung genoss er seinen ersten Hubschrauberflug. Mit seinem überlegenen Sehvermögen konnte er, obwohl es Nacht war, ziemlich viel von dem erkennen, was sich unter ihnen befand. Das Gefühl, durch die Luft zu fliegen, war fast so angenehm wie in Wolfsform durch den Wald zu rennen – fast.

„Ich verstehe, warum du gelernt hast, wie man so etwas hier fliegt“, rief Leo über das Dröhnen des Motors hinweg. „Das macht Spaß.“

Manon warf einen kurzen Blick auf ihn, bevor er sich wieder auf die Steuerung konzentrierte. „Ja. Hat Alpha Declan dich informiert?“

Leo nickte. „Größtenteils.“

„Gut.“ Manon lachte düster. „Dann müssen wir nicht den ganzen Flug über rumschreien.“

Lachend konzentrierte sich Leo wieder auf die Dunkelheit draußen.

Sie erreichten den Flughafen kurz nach drei Uhr morgens. Als Leo sich auf dem Beifahrersitz des SUV, das Manon fuhr, entspannte – er hatte angeboten zu fahren, aber der Vollstrecker hatte ihm gesagt, dass es für ihn einfacher sein würde zu fahren, da er den Weg kannte –, bemerkte er das beleuchtete Schild einer Bank, auf dem zwei Uhr zwölf stand.

Richtig. Wir haben eine Stunde gewonnen.

Sie fuhren durch noch überraschend überfüllte Straßen. Autos hupten, Reifen quietschten und die Musik anderer Fahrzeuge dröhnte, als sie an ihnen vorbeifuhren. Das hatte Leo sicher nicht vermisst. Das Leben auf dem Land bot einen viel ruhigeren, gemütlicheren Lebensstil, nach dem sich Leo als Wolfswandler sehnte.

Und nach einem Gefährten.

Leo hatte jahrelang zugesehen, wie all seine Freunde und sogar seine Familienmitglieder ihre Gefährten fanden. Mit fast zweihundert Jahren würde er gerne endlich jemanden finden, der zu ihm gehörte. Seine Geduld ließ allmählich nach, also hoffte er, dass das Schicksal sich beeilte.

„Wow, schöne Häuser“, kommentierte Leo, schaute aus dem Fenster und bewunderte die Villen in der Hoffnung, sich von seinen abtrünnigen Gedanken abzulenken.

„Nun, wie sich herausstellte, weigert sich Jared, in etwas anderem als den besten Unterkünften zu wohnen.“ Manon lächelte schief, als er in Leos Richtung schaute. „Natürlich würde Carson seinem Gefährten nichts abschlagen.“

Leise lachend murmelte Leo: „Ja.“

Leo verbrachte nicht viel Zeit mit den meisten Wölfen des inneren Kreises. Aufgrund seiner Aufgabe, die Zeitspanne zu überwachen, in der die Erwachsenen in ihrem Rudel mit einer bestimmten Identität gelebt hatten, verbrachte er viel Zeit mit allen anderen im Rudel. In der Vergangenheit hatte Leo seine Berichte, die seine Empfehlungen darüber enthielten, wer bald eine Änderung in Betracht ziehen sollte, an Beta Shane Alvaro gesendet.

Seit Beta Shane eine Position im Wandlerrat eingenommen hatte, hatte Leo begonnen, die Berichte an Alpha Declan selbst zu senden. Auch wenn es eine Herausforderung um die Position des Betas gegeben hatte, die ein großer, blonder, dominanter Wolfwandler namens Dixon Holsteen gewonnen hatte, so dass es nun einen neuen Beta gab, war Leo noch nicht angewiesen worden, die Berichte an ihn zu senden. Nach allem, was Leo gehört hatte, arbeitete Alpha Declan ihn immer noch in seine unzähligen Aufgaben ein.

Einer von ihnen würde schließlich mit Leo zusammenarbeiten, um sich mit den Wandlern in ihrem Rudel abzustimmen und ihre Identität zu ändern. Dazu musste Dixon jedoch jeden im Rudel kennen. Er musste sie treffen, herausfinden, wer sie waren, wie lange sie schon im Rudel lebten und die Komplexität ihrer Beziehungen um sie herum verstehen.

Da Leo die Informationen bereits kannte, beneidete er Dixon nicht um den Prozess.

Es war viel zu lernen.

Wie fast jeder im Rudel, der den Tag frei bekommen konnte, war Leo bei der Herausforderung um das Recht auf die Position des Betas dabei gewesen. Er hatte die dominanten Wandler kämpfen gesehen. Es war verdammt beeindruckend und Leo war froh, dass er nie gegen einen von ihnen antreten musste, sofern die Götter es so wollten. Auch wenn sein Wolf ziemlich dominant war, erforderte es eine gewisse Aggressivität, um sich eine Führungsposition erkämpfen zu wollen.

Die besaß Leo einfach nicht.

„Das ist es.“ Manons Stimme drang in Leos Gedanken. „Bist du wach, da drüben?“

Leo richtete seinen Fokus wieder auf den Wolfsvollstrecker und bemerkte die angespannten Falten, die in Manons Gesicht eingraviert waren. „Ich bin wach. War nur in Gedanken versunken“, gab er zu und wandte seine Aufmerksamkeit dem Haus zu – dem Herrenhaus –, dem sie sich näherten. „Ich habe vorhin ein Nickerchen gemacht“, gab er zu. „Jetzt bin ich bereit, nach meiner Familie zu sehen, bevor ich mir ein Bett suche. Ich wette, du bist aber erledigt.“

„Allerdings.“

Das Tor öffnete sich vor ihnen, und Manon lenkte das Fahrzeug die lange Auffahrt hinauf über das wunderschön angelegte Grundstück. Leo entdeckte das Haus und musste grinsen. Als Carsons Gefährte gesagt hatte, dass er eine schöne Unterkunft wollte, um Leute zu retten und ein paar Drogengangs aus dem Verkehr zu ziehen, hatte er keine Witze gemacht. Natürlich musste Leo zugeben, dass es auch zur Sicherheit beitragen musste, dass sie sich auf einem eingezäunten Anwesen befanden.

---ENDE DER LESEPROBE---