Morbus Dei: Im Zeichen des Aries - Bastian Zach - E-Book
Beschreibung

Morbus Dei: Im Zeichen des Aries KRÖNENDER ABSCHLUSS DER MORBUS-DEI-TRILOGIE Eine junge Frau entkommen aus dem einsamen Bergdorf entrissen Ihrem Geliebten infiziert nicht nur von seiner Liebe befallen von der schwarzen Krankheit eine junge Frau der Schlüssel zum dunklen Geheimnis? Österreich, 1704: Die junge Elisabeth befindet sich in den Händen des französischen Generals Gamelin, der dunkle Pläne mit ihr verfolgt - Pläne, die nicht nur sie in Gefahr bringen, sondern auch das gesamte Habsburgerreich bedrohen. Nur einer kann das Unheil noch abwenden: Johann List, der Elisabeth liebt und eher sterben würde, als sie aufzugeben. Eine tödliche Jagd beginnt, die durch unwirtliche Täler und geheime Abteien des alten Kaiserreichs zur mächtigen Festung von Turin führt - und weiter, ins dunkle Herz der Alpen. **************************************************************************************************************** Leserstimmen: >>Spannend, düster und mystisch. - Ein unheimliches Lesevergnügen im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann die gesamte Trilogie wärmstens empfehlen! >>Morbus Dei: Im Zeichen des Aries setzt nahtlos an Band 2 Inferno an: Elisabeth gerät in die Fänge des bösen Generals Gamelin. Ob Johann seine Geliebte befreien kann? Wieder heißt es Bannen und Zittern von der ersten bis zur letzten Seite. Ein historischer Thriller auf höchstem Niveau! >>Genauso kurzweilig und mitreißend wie die beiden ersten Bände. Schade, dass die Trilogie zu Ende ist ... **************************************************************************************************************** DIE MORBUS-DEI-TRILOGIE Band 1: Morbus Dei: Die Ankunft Band 2: Morbus Dei: Inferno Band 3: Morbus Dei: Im Zeichen des Aries

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Beliebtheit


Bastian Zach

Matthias Bauer

Morbus Dei:

Im Zeichen

des Aries

Roman

Bastian Zach – Für meine Mutter. Und Sabine237920

Matthias Bauer – Für meine Familie

Prolog

… ein Teil Engelwurz, zwei Teile Weinraute, ein Teil getrocknetes Krötenpulver, vier Teile Honig und zwei Teile Pimpinelle.

Man zermahle alle Ingredienzen und verrühre sie vorsichtig, bis sich eine zähflüssige Paste bildet. Diese dann drei Tage und drei Nächte trocknen lassen.

Der alte Abt legte den Federkiel beiseite und blies die Tinte trocken. Zufrieden betrachtete er die Abschrift der Seiten, als ihn ein Knarren aufhorchen ließ.

Er verharrte regungslos – nichts. Es muss wohl das Atmen des Balkenwerks sein, dachte der Abt und schmunzelte innerlich.

Im Kamin glosten ein paar Holzscheite, die einzige brennende Kerze in der sonst finsteren Bibliothek war fast vollständig heruntergebrannt. In ihrem flackernden Licht verglich der Abt seine Abschrift ein letztes Mal penibel mit dem Original, denn er wusste, dass bereits das Fehlen einer einzigen Ingredienz un­vorher­sehbare Folgen haben konnte.

Aber es stimmte alles, er atmete tief durch. Die Anspannung, die ihn seit Tagen nicht zur Ruhe kommen lassen hatte, war mit einem Male verschwunden.

Er strich sich über den schneeweißen Stoppelbart. War dieser nicht gestern noch dunkelbraun gewesen? Oder war das Jahrzehnte her? Er blickte auf seine knöchernen Hände, auf die mit Altersflecken gesprenkelte Haut.

Tempus fugit.

Der alte Abt faltete die Abschrift zusammen und steckte sie in den kleinen Lederbeutel, der an seinem Gürtel hing.

Plötzlich flog die schwere Holztür krachend auf und drei Männer im Ordensgewand der Dominikaner betraten die Bibliothek. Sie fixierten den Abt mit ernsten Blicken.

„Ihr habt wahrlich lang genug nach ihnen suchen können“, warf ihm einer der Männer entgegen.

„Jedoch, ich habe sie gefunden.“ Der Abt griff nach den losen Seiten auf dem Tisch und hielt sie den Männern entgegen. Das Herz schlug ihm bis zum Hals.

Einer der Dominikaner ergriff die Blätter und überflog sie.

„Sind sie es?“, wollte einer seiner Ordensbrüder hinter ihm wissen.

Der Dominikaner nickte. Schnellen Schrittes ging er zum Kamin und warf die Seiten auf die Glut. Sogleich züngelten Flammen an dem Papier entlang, es rollte sich unter der Hitze zusammen und war kurze Zeit später nur noch Asche.

Ein Windhauch erhob die weißen Fragmente in die Luft, ließ sie tänzelnd kreisen und sog sie in den Schlot des Kamins.

Für immer verloren, dachte der alte Abt, so wäre es gekommen.

Ohne ein weiteres Wort verließen die Dominikaner die Bibliothek. Der Abt blickte ihnen nach, bis sie im Dunkel des Gangs verschwunden waren. Nachdenklich strich er über den Lederbeutel.

Die Dominikaner waren gewiss der Ansicht, sie hätten zum Wohle der Menschen im Allgemeinen und zu dem der Kirche im Besonderen gehandelt.

Das habe ich auch.

Schnelle Schritte ließen ihn aufsehen. Ein Novize kam den Gang entlanggelaufen, blieb mit Tränen in den Augen auf der Türschwelle stehen.

„Es geht zu Ende mit Bruder Martin“, keuchte er. „Bitte kommt, er hat bereits nach Euch verlangt, Abt Bernardin.“

Persecutio

Wien,

Anno Domini 1704

I

Das Unwetter, das noch vor Sonnenaufgang über die Stadt hinweggepeitscht war, als wollte es die alte Kaiserstadt ertränken, hatte sich verzogen und den Himmel wolkenlos hinterlassen. Nun wehte ein laues, frühsommerliches Lüftchen. Die Sonne brannte herab und trocknete Wasserlachen und Morast auf.

Die Bauern waren nach der Mittagsrast wieder bei der Arbeit, kaum einer nahm Notiz von den dünnen Rauchschwaden, die im Norden über die Hügelkuppen quollen.

Gestern war es ein Spektakel gewesen: So mancher hatte bereits die gesamte Reichshauptstadt einen Raub der Flammen werden sehen. Und dies mit nicht geringer Schadensfreude, denn nun würden die stinkreichen Städter erfahren, was es hieß, das gesamte Hab und Gut zu verlieren, wie die Bauern nach der letzten Türkenbelagerung.

Doch als am Abend der Schein des Feuers erlosch, war allen klar, dass Wien weiterhin bestehen würde.

Und so widmeten sich die Bauern wieder ihrem Broterwerb und kümmerten sich auch nicht um den Wagenzug, der über die Landstraße holperte, eskortiert von einem Dutzend Männern zu Pferd. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Bewaffnung, ihres grimmigen Auftretens und der fehlenden Uniformen wusste jedermann, wer sie waren: Söldner.

Angeführt wurde der Zug von einer schwarzen Kutsche, deren Vorhänge zugezogen waren, gefolgt von zwei schweren Kastenwägen mit breiten, eisenbeschlagenen Rädern, deren Aufbau mit ledernen Planen verhängt war. Den Abschluss bildete ein Proviantwagen. Vor und nach dem Treck ritt die Eskorte und hielt mit grimmigem Blick Ausschau nach Hindernissen und Störenfrieden.

Das rhythmische Schaukeln von Kutschkästen hatte François Antoine Gamelin, Sondergesandter und Maréchal de camp der französischen Armee, immer schon als unangenehm empfunden, da es die Insassen seiner Meinung nach der Wirklichkeit beraubte. Er hasste es, wie ein verweichlichter Adeliger zu reisen, spürte lieber den harten Sattel unter sich und den frischen Wind im Gesicht, aber seine augenblickliche Lage ließ dies nicht zu.

Er blickte durch einen Spalt im Vorhang, sah die saftig grünen Wiesen und ärgerte sich darüber, dass er sich ärgerte. Grund dazu hatte er wahrlich keinen, denn heute Morgen war ihm ein Coup gelungen, für den ihn die gesamte Generalität bewundern würde. Er hatte kriegsentscheidenden Materials habhaft werden können, das sich zusammengepfercht in den beiden Wägen hinter ihm befand. Material, das er heimlich aus Wien geschleust hatte.

Zufrieden zwirbelte er seinen Schnurrbart und blickte wieder ins Wageninnere. Ihm gegenüber saß ein Teil dieses Materials in Form einer jungen Frau. Sie drückte sich an die luxuriöse Polsterung, den Blick gesenkt, das Kleid zerschlissen. Ihre dunklen Haare hingen ihr strähnig ins blasse Gesicht, welches eine Unzahl von Sommersprossen zierte. Auf ihrer linken Wange war ein flammendroter Fleck, der sich bläulich zu verfärben begann.

Gamelin hatte sie in letzter Sekunde einfangen können. Sie war der Schlüssel zu all dem, was in Wien geschehen war, der Funke, der eine wahre Feuersbrunst entfacht hatte, und er, Gamelin, sah sich nun als der Wächter ebendieses Funkens. Es war ihm sogar gelungen, ihr zu entlocken, wo das Dorf lag, in dem alles begonnen hatte. Diese Information sicherte ihn ab, falls seiner kostbaren Fracht etwas zustoßen sollte.

Nun, da sie ihm erzählt hatte, was er wissen wollte, war sie ebenso gewöhnlich wie die anderen in den Wägen. Und zu denen sollte sie sich nun gesellen.

Mit einer beiläufigen Handbewegung aus dem Fenster ließ der Maréchal die Kutsche anhalten. Zwei Söldner eilten herbei und öffneten die Wagentür. „Ich darf mich nun verabschieden und bei dir bedanken, ma chère Elisabeth“, sagte Gamelin mit französischem Akzent und nickte den Soldaten zu. Diese packten die junge Frau und zerrten sie aus dem Kutschkasten.

Sie wehrte sich nicht, ließ die Grobheit der Männer über sich ergehen und stolperte den lehmigen Weg entlang bis zum Ende des ersten Wagens hinter der Kutsche. Immer noch konnte sie keinen klaren Gedanken fassen, war nicht imstande zu verstehen, was ihr widerfahren war. Was ihnen allen widerfahren war.

Johann …

Die Soldaten schoben die Plane beiseite, öffneten die schwere, vergitterte Tür und warteten, bis Elisabeth in den Käfig geklettert war.

Im Inneren kauerten sich dutzende Menschen zusammen. Sie schützten ihre Augen mit den Händen vor dem gleißenden Tageslicht. Einen Moment später war die Tür wieder verriegelt und die Plane zugezogen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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