Verlag: Books on Demand Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Mutterlüge - Diana Hübner

Lara ist eine lebenslustige junge Frau, ständig auf der Suche nach ausgefallenen Dingen, nach dem Sinn des Lebens und nach sich selbst. Nachdem sie sich endlich entschieden hatte, auf Wunsch ihrer Eltern ein Jurastudium zu beginnen, stirbt ihre geliebte Großmutter. Sie war der einzige Lichtblick in der traditionellen Tretmühle ihrer Familie, die Besuche bei ihr gaben Lara das wahrhafte Gefühl, zu Hause zu sein. Als sie im Nachlass ihrer Großmutter einen mysteriösen Brief entdeckt, begibt sie sich auf die Suche nach dem Absender und stößt dabei auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis, welches ihre gesamte Lebenssituation verändern sollte.

Meinungen über das E-Book Mutterlüge - Diana Hübner

E-Book-Leseprobe Mutterlüge - Diana Hübner

Für meine Familie

und zum besonderen Gedenken an unsere liebe Mutter und Großmutter Hildegard Fabig

*05.12.1922

† 28.06.2018

Auch wenn du jetzt fort bist, bist du überall da, wo auch wir sind.

Die Autorin

Diana Hübner wurde 1974 in Südthüringen geboren und lebt noch immer mit ihrer Familie in ihrem kleinen Heimatdorf in der Nähe des Rennsteiges.

Hauptberuflich ist sie Polizeibeamtin, Ehefrau und Mutter dreier Kinder.

Diana Hübner schrieb bereits in jungen Jahren Geschichten, Gedichte und kleine Theaterstücke und hat sich nunmehr mit ihren Romanen einen Kindheitstraum erfüllt.

Nach den bereits veröffentlichten Romanen „Traumleuchten“ und „Seelentrost“ aus dem Jahr 2014, „Un(d)endlich ich“ und „Tor zur Vergangenheit“ aus 2015, „Finde mich!“ aus 2017, ist „Mutterlüge“ nun das aktuelle Werk der Autorin.

Diana Hübner

Das Leben ist schön, man muss es nur verstehen.

( Herta Heym)

In liebevoller Erinnerung an unsere Oma.

Wir werden dich für immer in unseren Herzen behalten.

Herta Heym

* 14.04.1927

† 23.04.2018

Exposé

Lara ist eine lebenslustige junge Frau, ständig auf der Suche, nach ausgefallenen Dingen, nach dem Sinn des Lebens und nach sich selbst. Nachdem sie sich endlich entschieden hatte, auf Wunsch ihrer Eltern ein Jurastudium zu beginnen, stirbt ihre geliebte Großmutter. Sie war der einzige Lichtblick in der traditionellen Tretmühle ihrer Familie, die Besuche bei ihr gaben Lara das wahrhafte Gefühl, zu Hause zu sein. Als sie im Nachlass ihrer Großmutter einen mysteriösen Brief entdeckt, begibt sie sich auf die Suche nach dem Absender und stößt dabei auf ein lang gehütetes Familiengeheimnis, welches ihre gesamte Lebenssituation verändern sollte.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Prolog

Als Einzelkind zweier erfolgreicher Rechtsanwälte mit eigener Kanzlei gab es natürlich für Lara gar keine andere Möglichkeit, als in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. Schließlich war es der Plan von Viola und Andreas Mertens, dass ihre Tochter später die Kanzlei übernahm und sie weiterführte. Sie waren sehr darauf bedacht, dass aus Lara etwas Vernünftiges wurde und sie nicht ihrem Naturell entsprechend, nur in den Tag hineinlebte. Sie hatte viel von ihrer Großmutter, ihr Gemüt, ihre Freiheitsliebe und Zwanglosigkeit und die Unfähigkeit, das Leben ernst zu nehmen.

Viola hatte schon in ihrer Kindheit und Jugend nicht viel mit der Einstellung ihrer Mutter Lotti anfangen können. Sie war geradlinig, zielstrebig, wie ihr Vater und stets darauf bedacht, ihre Eltern mit Stolz zu erfüllen. Sie dachte, sie könnte damit die fehlende Liebe kompensieren, die nach ihrem Empfinden nur ihrem großen Bruder zuteil wurde. Im Laufe der Jahre hatte Viola gelernt, damit umzugehen, hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen und in Andreas die Liebe gefunden, nach der sie sich als Kind so gesehnt hatte.

Von diesem Moment an zählte für sie nur noch ihre eigene kleine Familie. Sie versuchte, ihre Werte an Lara weiterzugeben, ungeachtet dessen, Laras eigene Persönlichkeit zu erkennen und sie so zu lieben und zu akzeptieren, wie sie war.

Erst als Lotti stirbt, beginnen sich allmählich die beschrittenen Irrwege zu begradigen, die Missverständnisse zu klären und das große Misstrauen in Verständnis umzuwandeln.

1

Noch immer dachte Lara über das Gespräch mit ihrer Großmutter nach, als sie in der Vorlesung saß und der Professor irgendetwas über Handels- und Verwaltungsrecht faselte. Jakob, ihr einziger und bester Freund, hatte sie bereits mehrfach in die Seite geknufft, um sie damit zum Zuhören zu bewegen, aber Lara war in Gedanken noch immer bei Lotti. Sie hatte sie bisher noch nie so nachdenklich erlebt, so in sich gekehrt und ernst. Fast kam es ihr so vor, als würde hinter der Fassade ihrer Großmutter noch eine andere Frau stecken, die eben nicht lebensfroh und lustig, sondern traurig und verletzt war.

Lara musste sich unbedingt mit ihrer Mutter unterhalten und ihr von Lottis Veränderung erzählen, auch wenn sie sich nicht sicher war, ob es eine so gute Idee war. Das Verhältnis zwischen ihrer Großmutter und Viola war nicht das beste. Lotti machte sich mit ihren 86 Jahren noch immer darüber lustig, dass es Viola ständig nur um Leistung und Erfolg zu gehen schien, statt einfach nur das Leben zu genießen. Dinge zu tun, die vielleicht nicht unbedingt gerne gesehen wurden, aber Spaß machten. Nachts laut singend durch die Straßen zu ziehen, zum Beispiel. Oder einfach mal einen Tag bei ihrer Mutter zu verbringen, um mit ihr zu reden, auch wenn sie vielleicht einen wichtigen Termin absagen müsste.

Lara war mit zunehmendem Alter eine Art Mittler zwischen den beiden Frauen geworden und dadurch auch nicht selten in Streitsituationen geraten, die sie nicht verstehen, geschweige denn schlichten konnte. Sie wusste, dass Mutter und Großmutter verschieden waren, sehr verschieden, doch dass es nicht nur ein unbedeutendes Gezanke war, hatte Lara das gestrige Gespräch mit Lotti gezeigt. Es musste Gründe, ernste Gründe dafür geben, warum sich die beiden nicht verstanden.

Als die Vorlesung endlich vorüber war, rief Lara ihre Mutter in der Kanzlei an. Natürlich hatte sie gerade einen Termin und würde in den nächsten 30 Minuten zurückrufen. Zeit genug also, um mit Jakob noch einen Kaffee trinken zu gehen.

„Du hast keinen blassen Schimmer, wovon der Professor vorhin gesprochen hat, oder, Lara?“ Jakob sah sie schief lächelnd an und erwartete eigentlich gar keine Antwort.

„Doch, er hat davon gesprochen, wie ein juristisch sicherer und rechtlich richtiger Vertrag zwischen zwei Handelspartnern auszusehen hat“, antwortete Lara siegessicher.

Jakob verdrehte die Augen.

„So ähnlich“, kommentierte er die knappe Zusammenfassung der zweistündigen Vorlesung, von der Lara wieder einmal nicht viel mitbekommen hatte. „Du gibst mir doch sicher deine Unterlagen, damit ich sie mir kopieren kann? Dann bin ich wieder im Bilde und du musst dir keine Sorgen mehr machen.“ Lara sah Jakob mit diesem Hundeblick an, dem kein Mann, auch er nicht, widerstehen konnte. Er musste zugeben, wenn er auf Frauen stehen würde, wäre Lara sicher nicht nur seine beste Freundin. Sie war wunderschön, hatte helle, etwas rötlich schimmernde Locken, riesige grüne Augen und einen süßen Schmollmund. Sie war das Ebenbild ihrer Großmutter, die Jakob bereits kennengelernt hatte. Sie musste in jungen Jahren genau so ein Feger gewesen sein wie Lara.

„Du bist unmöglich. Ich weiß nicht, wie du die anstehenden Klausuren jemals schaffen wirst, wenn du so weitermachst, aber bisher hat es mit meiner Hilfe ja wohl auch irgendwie geklappt. Wenn deine Eltern wüssten…“ Mit dieser Aussage fing Jakob sich eine Kopfnuss ein, die sich gewaschen hatte. Doch Laras Blick dazu war honigsüß. Es war kein Geheimnis, dass sie sich zu diesem Studium hatte überreden lassen, statt sich für ein Studium der mittelalterlichen Geschichte einzuschreiben und so die Möglichkeit zu haben, historische Stätten, alte Schlösser und außergewöhnliche Museen zu besuchen. Vermutlich was es so das Beste für sie beziehungsweise für ihre Eltern.

Viola rief Lara erst nach einer Stunde zurück und war auch nicht wirklich begeistert, sich am Abend mit ihrer Tochter zusammensetzen zu müssen und sich über Lotti zu unterhalten. Aber nach einigem Bitten gab sie nach.

Lotti lebte trotz ihres hohen Alters noch immer allein in ihrem kleinen Häuschen am Rande der Stadt, nicht weit entfernt von Laras kleiner Wohnung. Viola hatte zwar darauf bestanden, dass Lara während des Studiums zu Hause wohnen blieb, aber die wollte in Lottis Nähe sein. Viola kam nur wenige Male im Monat dazu, ihre Mutter zu besuchen; wenn sie nicht durch die Arbeit eingespannt war, war es die einstündige Autofahrt, die sie oft davon abhielt, den Weg auf sich zu nehmen. Die Besuche beschränkten sich meist sowieso nur auf allgemeines Geplänkel über das Wetter und die schlechter werdenden Zeiten und nicht um Dinge, die die beiden Frauen tatsächlich beschäftigten und zur Sprache kommen sollten.

Da Viola noch in der Stadt zu tun hatte, verabredete sie sich mit Lara zum Abendessen in einem kleinen Lokal. Zu ihrer Freude und Zufriedenheit sah sie ihre Tochter beim Betreten des Lokals bereits am Tisch über ihren Unterlagen sitzen. Hatte sie doch recht behalten, dass das Jurastudium die richtige Entscheidung gewesen war.

„Na, meine Süße, lernst du noch immer? Deine Vorlesungen sind doch längst vorbei.“ Lara freute sich, als sie ihre Mutter sah und umarmte sie. Sie kommentierte die Frage ihrer Mutter nicht. Sie musste ja nicht wissen, dass sie den Lernstoff nur versuchte irgendwie nachzuarbeiten, um nicht vollkommen ahnungslos in die bevorstehende Klausur zu gehen.

Sie bewunderte immer aufs Neue die elegante Erscheinung ihrer Mutter, die korrekt gestylte Frisur, die ihre dunklen Haare fest nach oben gesteckt festhielt und nicht eine einzige Strähne sich selbst überließ. Ihr schicker Hosenanzug in marineblau, der ihre schlanke Figur betonte, und das natürliche Make-up in ihrem makellosen Gesicht ließen nicht erahnen, dass Viola bereits Mitte 50 war.

Viola wählte einen Salat, natürlich, und Lara bestellte sich einen deftigen Eintopf. Sie liebte deftige Gerichte, die ihr auch Lotti früher so gerne gekocht hatte wenn sie zu Besuch waren, sehr zum Leidwesen ihrer Mutter. Als das Essen gebracht wurde, war es Viola, die auf das Gespräch mit der Großmutter zu sprechen kam.

„Was hat dich denn bei Lotti so beunruhigt, das du es mir unbedingt erzählen musst?“, fragte sie, bevor sie sich ein Salatblatt in den Mund schob. Lara überlegte, wie sie ihrer Mutter nahe bringen konnte, dass sie sich wirklich etwas Sorgen um ihre Großmutter machte.

„Ich kann es nicht genau sagen, aber es ist die Art, wie sie mit mir geredet hat. Sie ist ernst geworden, als ich gedankenverloren in ihrem Schmuckkästchen gestöbert habe und eine sehr alte Kette herausgefischt habe. Du hättest sie sehen sollen! Ihre sonst immer so leuchtenden Augen sind plötzlich ganz dunkel geworden, fast so, als würde ihr ein lange vergessener Schmerz durch die Glieder fahren. Sie hat sich neben mich gesetzt, mir mit zitternden Händen die Kette aus der Hand genommen und sie lange angeschaut. Als ich sie immer wieder fragte, was denn mit ihr los sei, hat sie mich mit Tränen verschleiertem Blick angeschaut und gesagt: ,Das, mein liebes Kind, ist eine lange Geschichte. Aber ich glaube, es ist an der Zeit, sie zu erzählen. '“

Viola hatte aufmerksam zugehört. „Was war das für eine Kette?“, fragte sie knapp. „ Der Anhänger sieht aus wie ein Talisman. Er ist oval und vergoldet, denke ich. Es ist etwas eingraviert, was ich aber nicht richtig erkennen konnte. Es sah irgendwie aus wie ein Mond, wenn ich mich recht erinnere“, antwortete Lara. Violas Gesichtsausdruck verfinsterte sich für einen kurzen Moment, so wie eine plötzlich aufkommende Erinnerung, die sie jedoch schnell wieder von sich zu schieben gedachte.

„Ich kenne diese Kette. Ich habe sie als Kind einmal in die Finger bekommen, als ich heimlich im Schlafzimmer meiner Eltern gestöbert habe.“ Viola senkte den Blick und legte ihre Serviette zurecht. „Und?“, fragte Lara nach. „Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass es einen Riesenkrach gab, als mich Lotti damit erwischt hatte. Ich kam stolz damit in die Küche gelaufen und sie hat mich sofort angeschrien, diese Kette abzunehmen, sie zurückzulegen und sie nie wieder anzufassen. Dein Großvater hat mich nur wütend angeschaut, aber nichts dazu gesagt. Ich habe diese Kette nie wieder zu Gesicht bekommen.“

„Oh, das tut mir leid, Mama. Das wusste ich nicht. Umso mehr wundert es mich jetzt, dass Großmutter nicht böse auf mich war und stattdessen angedeutet hat, dass es eine Geschichte dazu gibt, die sie offensichtlich loswerden möchte.“ Eigentlich hatte Lara erwartet, dass ihre Mutter genauso gespannt war wie sie, mehr darüber zu erfahren, stattdessen sagte sie nur: „Ich würde nicht allzu viel darauf geben, was Lotti gesagt oder gemeint hat. Wahrscheinlich ist es nicht so bedeutend und sie kramt nur alte Geschichten heraus. Du weißt, sie ist 86 Jahre alt, es ist also nicht verwunderlich, dass sie langsam beginnt, seltsam zu werden.“ Damit war das Thema für Viola beendet. Den restlichen Abend verbrachten die beiden damit, sich über das Jurastudium und die Kanzlei zu unterhalten. Ein Thema, welches Lara nicht wirklich in Hochstimmung versetzte, doch sie wusste, wie wichtig es für Viola und auch ihren Vater war.

2

Lara sehnte das Ende der Vorlesung herbei, um endlich zu Lotti gehen zu können. Das Gespräch mit ihrer Mutter am Vorabend hatte ihr nicht weitergeholfen und ihr schon gar nicht die Sorge genommen, dass etwas mit ihrer Großmutter nicht in Ordnung sein könnte. Vielmehr war die Aussage ihrer Mutter ein erneuter Beweis für die nicht funktionierende und ziemlich angespannte Beziehung zu Lotti gewesen. Man konnte nicht sagen, dass die Mutter ihrer Tochter egal war, dennoch war deutlich zu spüren, dass sie sich nicht viel zu sagen hatten und dass es Viola bereits lange aufgegeben hatte, etwas an dieser Situation zu ändern.

Lara fand ihre Großmutter im Sessel sitzend und aus dem Fenster schauend vor. Lotti stand nicht einmal auf, als sie die Tür hörte und sie antwortete auch nicht sofort, als Lara sie begrüßte. Erst ein Kuss auf die Stirn schien sie aus ihrer Lethargie zu holen. Sie strich ihr sanft über die Wange und bat sie mit einem zögerlichen Nicken, sich ihr gegenüber auf die Couch zu setzen. Lara wagte es nicht, etwas zu sagen, denn sie sah, dass Lotti in Gedanken war. Sie öffnete die Hand in ihrem Schoß und betrachtete den Talisman. Immer wieder strich sie vorsichtig darüber, ihre Augen wurden glasig und sie atmete tief ein. Noch bevor Lara etwas sagen konnte, begann ihre Großmutter zu reden:

Es war ein herrlich warmer Samstagmorgen in der Stadt. Der 19. August 1928, ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Ich wurde an diesem Tag acht Jahre alt. Ich schaute sehnsüchtig aus dem Fenster und hoffte, dass ich heute von meiner Mutter nicht mehr so viele Aufträge bekam. Sie musste, wie mein Vater auch, noch bis zum Nachmittag arbeiten. Eine Geburtstagsfeier würde es bestimmt nicht geben, aber das war mir egal. Ich würde mich freuen, wenn ich heute etwas Zeit für mich bekam, um hinaus auf die Straße gehen zu können, durch den kleinen Park zu laufen und dann direkt in den angrenzenden Wald. Ich hatte dort vor ein paar Wochen einen kleinen See entdeckt und als ich das letzte Mal da war, habe ich mich gefühlt wie in meinem eigenen kleinen Paradies. Keine Arbeit, keine Schulaufgaben und auch kein kleiner Bruder, um den ich mich kümmern musste. Nicht, dass ich ihn nicht abgöttisch liebte, das tat ich wirklich, aber wenn ich an diesem Waldsee, abseits des Alltags in der Stadt, saß und den Vögeln lauschte, dem Rauschen der Blätter und dem Plätschern des Wassers wenn ein Fisch in die Höhe sprang, war ich in meiner kleinen Welt und einfach glücklich.

Wie auf ein Stichwort begann Johannes zu weinen. Er war also wach. Da meine große Schwester samstags ebenfalls in der Spinnerei arbeitete, musste ich mich um den zweijährigen Knirps kümmern. Als ich in das Zimmer kam, in dem auch meine Eltern schliefen, saß er bereits in seinem Bett und hüpfte, sich mit seinen kleinen Händen an den Gitterstäben festhaltend, auf und ab. Als er mich sah, hellte sich sein Gesicht sofort auf. Seine großen blauen Augen begannen zu leuchten und sein Weinen ging in ein glückliches Jauchzen über. Ich nahm ihn aus dem Bett und sofort schlang er die Arme um mich. „Lotti, Lotti, liebhaben!“, flüsterte er mir ins Ohr und für einen kurzen Moment vergaß ich, dass ich unbedingt in mein kleines Paradies gehen wollte. Johannes war ein sehr aufgewecktes Kind. Manchmal redete ich stundenlang mit ihm und hatte wirklich das Gefühl, er würde mich verstehen.

Nachdem ich ihm seinen Brei gefüttert hatte, zog ich ihm die einzige kurze Hose, die er besaß, an und ging mit ihm vor das Haus. Da die Sonne wirklich sehr brannte, setzte ich ihm seine abgetragene Kappe auf und mir meinen Sonnenhut, den ich von meiner Schwester geerbt hatte. Nach ein paar Minuten kamen wir an der winzigen Bäckerei vorbei, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage für jede Familie in der Straße jeden Tag ein Brot buk und am Wochenende sogar Kuchen in der Schaufensterauslage zum Verkauf anbot. Johannes blieb unvermittelt stehen und zeigte auf eine lecker aussehende Torte. Ich lächelte ihn an und nahm ihn auf den Arm. Er deutete auf die kleinen Röschen, die den Kuchen zierten, die schmuckvoll gestalteten Sahnehäubchen und die Erdbeerstückchen, die diese Torte zu einem wirklichen Traum machten. Er hätte sehr gerne ein Stückchen gekostet, so wie ich auch, aber es war nicht möglich. Ein Stück von dieser Torte würde sicher so viel kosten, wie die Eltern in einer Woche verdienten. Ich redete auf ihn ein und wischte ihm eine kleine Träne von der Wange, als er begriff, dass wir nicht in den Laden gehen konnten, um uns ein Stück dieser herrlichen Torte zu kaufen. Noch lange schaute Johannes zurück, als wir weitergingen. Er tat mir leid, aber auch er würde verstehen lernen, dass seine Familie nicht zu denen gehörte, die sich alles leisten konnten. Sie mussten hart für ihr Auskommen arbeiten und auch Johannes würde es früher oder später tun müssen.

Als ich mit ihm am Mittag nach Hause kam, ihm den restlichen Brei gefüttert und ihn zu seinem Mittagsschlaf hingelegt hatte, hörte ich die Haustür aufgehen. Schnell wusch ich die Teller ab und und rannte aus der Küche hinaus. Meine Mutter stand mit weit geöffneten Armen vor mir und lächelte. „Alles Liebe zum Geburtstag, mein lieber Schatz“, sagte sie und drückte mich fest an sich.

Ich freute mich so! Meine Mutter war früher von der Arbeit zurückgekommen, um den Rest des Tages mit mir zu verbringen. Sie hatte auf dem Heimweg ein Stück Fleisch gekauft, was sonst nur selten vorkam, und versprach mir zur Feier des Tages ein Festessen am Abend. Ich war selig und fühlte mich einfach wunderbar. Es würde also doch eine Feier geben, für mich, mit meiner Familie.

Als meine Mutter die Einkäufe ausräumte, erzählte ich ihr vom Vormittag mit Johannes. Stolz erklärte ich, dass er sich beim Spazierengehen nicht schmutzig gemacht hatte und ganz lieb gewesen sei. Auch die Begebenheit am Schaufenster der Bäckerei ließ ich nicht aus und schwärmte von der Torte, die wir dort im Schaufenster gesehen hatten. Mutter lächelte die ganze Zeit und hörte mir aufmerksam zu. „Ich bin so stolz auf mein kleines Mädchen und wirklich unglaublich froh darüber, wie du dich um Johannes kümmerst. Er kann sich glücklich schätzen, eine so tolle große Schwester zu haben.“ Sie strich mir über meine Locken und ihre Augen begannen zu glänzen. Fast war es so, als wäre sie glücklich und traurig zugleich. Ich legte meine Hand auf ihre und wollte etwas erwidern, doch dann meinte sie: „Was würdest du dazu sagen, wenn du nachher schnell zur Bäckerei läufst und dir zur Feier des Tages ein Stück dieser himmlischen Torte kaufst?“ Ich sah meine Mutter verblüfft an. Das konnte sie nicht ernst meinen. Dafür hatten wir gar kein Geld und ich wollte nicht, dass meine Eltern alles für meinen Geburtstag ausgaben. „Mama“, sagte ich, „es ist sehr, sehr lieb von dir, aber das möchte ich nicht. Wir können uns so etwas nicht leisten.“ Wieder strich sie mir sanft über die Wange. „Du bist so ein genügsamer kleiner Engel. Aber bitte, ich möchte es gerne. Dann essen wir in der nächsten Woche eben nur Kartoffelsuppe und Brot, aber dafür kann ich meiner Naschkatze zu ihrem Geburtstag eine Freude machen.“ Aufmunternd wuschelte sie mir durch die Haare, da sie meine Skepsis spürte. „Bist du wirklich sicher? Würde Papa auch bestimmt nichts dagegen haben?“ Meine Mutter schüttelte nur den Kopf und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ich war vollkommen aus dem Häuschen. Denn ich liebte Süßes mindestens genauso sehr wie Johannes. „Darf ich Johannes mitnehmen? Er war vorhin so traurig und ich würde so gern seine leuchtenden Augen sehen, wenn wir den Kuchen wirklich kaufen können. Wir teilen auch. Auch mit dir und Papa und Elsa, ja?“

Es dauerte nicht mehr allzu lange, bis Johannes wieder aufwachte. In der Zwischenzeit hatte ich meiner Mutter geholfen aufzuräumen, zu fegen und Teewasser aufzusetzen. Schnell nahm ich Johannes aus dem Bett und zog ihn an. Keine zehn Minuten später standen wir beide in der Küche und lächelten unsere Mutter an. Sie gab uns ein wenig Geld in der Hoffnung, dass es für ein Stück Torte reichen würde.

Wie am Vormittag liefen wir Hand in Hand zur Bäckerei. Als Johannes sie entdeckte, zeigten seine kleinen Wurstfinger sofort ins Schaufenster. „Kuchen, Kuchen!“, rief er und ich lachte laut los. „Ja, der Kuchen und jetzt gehen wir ihn kaufen.“ Johannes sah sich in dem Laden um und war erstaunt, wie viele Dinge es hier gab. Überall roch es angenehm nach frisch Gebackenem. Brot und Brötchen lagen in den Regalen, aber auch Mehl, Eier und Milchkannen mit frischer Milch standen dort. Ich hob Johannes auf den Arm und zeigte ihm, wie er die Klingel auf dem Ladentisch betätigen musste. Er hatte sichtlich Spaß daran und konnte gar nicht mehr aufhören, auf den Knopf zu drücken. Nach einiger Zeit hörte ich Schritte aus dem hinteren Raum in den Laden kommen. Aber es war nicht Frau Lehmann, sondern ein Junge, den ich noch nie gesehen hatte. Er wohnte sicher nicht hier in der Straße, sonst hätte ich ihn bestimmt kennengelernt und er wäre mit mir in der Schule. Ich musterte die schlaksige Figur des Jungen, seine dunkelblonden Haare und seine hellen Augen. Er musste etwas älter sein als ich. Wahrscheinlich hatte ich ihn ein paar Sekunden zu lange angestarrt, denn er begann bis über beide Ohren zu grinsen. Verlegen fragte ich nach Frau Lehmann, damit ich schnell wieder mit Johannes nach Hause gehen könnte. Der Junge antwortete mir mit deutlichem Akzent: „ Tante Agatha ist beschäftigt mit der Kuh, die ein Kalb bekommt. Aber ich kann auch verkaufen, kleine Madam.“ Verwundert schaute ich den Jungen an. „Pardon, ich bin Jacques. Ich bin zu Besuch aus Frankreich.“

Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Ich erinnere mich noch, wie Johannes auf meinem Arm „Lotti, Lotti, Kuchen!“ sagte. Der kleine Kerl hatte recht. Ich sollte mich vielleicht auch vorstellen. „Ich heiße Charlotte, also Lotti und wir möchten gerne ein Stück dieser Torte kaufen.“ Johannes zog mich wieder zum Schaufenster, als wollte er mir beim Einkauf helfen. Verlegen lächelte ich und ich sah auch Jacques lächeln. „Lotti ist wirklich ein schöner Name“, sagte er und schickte sich an, die Torte aus der Auslage zu holen. „Wie viel Stück?“, fragte er, als er es tatsächlich geschafft hatte, die Torte, ohne sie fallen zu lassen, auf den Tresen zu stellen. „Nur eins, bitte“, meinte ich verlegen. Ich war mir sicher, dass ich nicht einmal genug Geld dafür hatte. Ich legte es auf den Tresen und wieder lächelte mich Jacques an. Es war ein komisches Gefühl, mir wurde warm und kalt zugleich und ich bemerkte, wie ich langsam errötete.

„Das ist Geld genug für drei Stück“, meinte Jacques, nicht wirklich überzeugend, aber schon waren sie sorgfältig in Papier eingepackt. „Bist du dir sicher?“, fragte ich vorsichtshalber nach. Jetzt lachte er und antwortete: „Ich bin nicht sicher, aber ich verkaufe heute. Oui?“

Lotti lachte bei der Erinnerung an die damalige Situation. Dann schaute sie aus dem Fenster und ihr Blick verriet, wie gerne sie zurückdachte. Lara war nicht sicher, ob sie etwas sagen sollte und damit ihre Großmutter vielleicht unterbrechen würde. Immer wieder strich sie über den Talisman, es war offensichtlich, dass er etwas mit der Geschichte zu tun haben musste. Lotti nahm Lara die Entscheidung ab, etwas sagen zu wollen.

„Bist du so lieb und holst mir ein Glas Wasser?“ Lara nickte nur, blieb aber noch einige Augenblicke sitzen. „Du bist ungeduldig, das kommt mir sehr bekannt vor“, sagte Lotti lächelnd. Lara sprang sofort auf. Sie war tatsächlich gefesselt von der Erzählung ihrer Großmutter, sie wollte unbedingt noch mehr erfahren. Es war unglaublich interessant, etwas aus ihrem Leben zu hören, was sie bisher nicht wusste. Auch wenn sich Lara noch immer Gedanken darüber machte, weshalb Lotti, nachdem sie die Kette mit dem Talisman gefunden hatte, plötzlich so nachdenklich geworden war. Lara gab ihrer Oma einen Kuss auf die Stirn und holte schnell etwas zum Trinken.

Meine Mutter hatte gekocht. Inzwischen waren mein Vater und meine Schwester von der Arbeit zurück und ich kam freudestrahlend mit Johannes in die Küche. Ich konnte nicht wirklich sagen, worauf sich meine überschwängliche Freude begründete, ich wusste nur, dass es nicht nur an dem Kuchen lag, den wir uns nun alle teilen konnten. Ich hatte sogar vergessen, meine Mutter nach dem Essen zu bitten, an meinem Geburtstag zu dem Waldsee gehen zu dürfen. Stattdessen spielte ich den ganzen Nachmittag mit Johannes, las ihm aus einem abgegriffenen Märchenbuch vor, soweit ich es bereits konnte, half meiner Mutter im Haushalt und fühlte mich einfach wunderbar beschwingt. Als mein Vater am Abend noch einmal in unser Zimmer kam, fand er mich noch immer lächelnd auf meinem schmalen Bett sitzen und aus dem Fenster in die Nacht schauen. Der Mond stand bereits am Himmel, umhüllt von unglaublich vielen leuchtenden Sternen, die ein wunderschönes Licht über die Kleinstadt zauberten. Vater nahm sanft meine Hand und legte etwas hinein. Als ich es anschauen durfte, war ich überwältigt. Es war eine traumhaft schöne Kette mit einem Anhänger, auf dem ein Sichelmond und mehrere Sterne eingraviert waren. Er sagte mir, er habe die Kette als kleiner Junge gefunden und sie lange vergessen. Er wollte, dass ich sie bekomme und sie besser in Ehren halten sollte, als er es getan hatte. Ich war überrascht und überglücklich. Es hätte keinen besseren Moment und kein besseres Geschenk für mich geben können. Ich glaubte fest daran, dass mir diese Kette Glück bringen würde, mein Leben lang. Vielleicht war es mein kindlicher Leichtsinn oder die Unwissenheit, was einen im Leben alles erwarten würde, die mich daran hinderten, es besser wissen zu können…

Am nächsten Tag ging ich wieder zur Bäckerei, obwohl ich wusste, dass sonntags geschlossen war. Eigentlich hatte ich vor, zum Waldsee zu laufen, doch irgendwie führte mich mein Weg zuerst dorthin. Ich war zwar erst acht Jahre alt, aber ich war ziemlich durcheinander wegen Jacques. Er hatte mir gefallen, wie er aussah, wie er redete, wie er mich behandelte. Niemals hätte einer der Jungs aus der Schule mir so einen wahnsinnig tollen Gefallen getan und mir Kuchen geschenkt. Oder irgendetwas anderes. Und jetzt hoffte ich, ihn zu sehen. Ich habe es nicht erwartet und wollte auch nicht länger als nötig vor dem Gebäude herumlungern, deshalb lief ich mit gesenktem Kopf in Richtung Park…direkt in Jacques hinein. Er stand plötzlich vor mir und ich wusste nicht, ob ich mich freuen oder erschrocken und empört sein sollte. Stattdessen war ich einfach nur sehr verlegen. Ich wusste nicht, wie ich mit mir und meinen neuen Gefühlen umgehen sollte. Aber Jacques nahm mir diese Entscheidung wie selbstverständlich ab. „Darf ich dich ein Stück begleiten? Ich habe ein wenig, wie sagt man, Langeweile?“

„Langeweile, ja“, antwortete ich automatisch und bemerkte erst jetzt, dass wir bereits nebeneinander hergingen. Es war ein wunderbar warmer Tag, die Vögel zwitscherten munter um die Wette und es machte mir nicht einmal etwas aus, dass mein zu langes Kleid auf der staubigen Straße schleifte. Wir redeten miteinander, als wäre es normal, dass ein älterer Junge mit einem Mädchen wie mir sprach. Jacques war so anders. Er erzählte mir, dass er in Frankreich geboren wurde und so oft wie möglich seine Tante in Deutschland besuchen kam. Es gefiel ihm in Frankreich, aber er liebte auch das Heimatland seiner Eltern. Die Schwester von Frau Lehmann und ihr Mann waren vor einigen Jahren nach Toulon gegangen, um dort neu anzufangen. Das Leben in Deutschland kurz nach dem ersten Weltkrieg war schwierig geworden und so versuchten sie es in Frankreich. Jacques wurde geboren, als die Familie gerade ein paar Tage in der neuen Heimat war. Er hatte keine Geschwister und mittlerweile lebten sie sogar in einem kleinen Haus. Die Eltern hatten eine gute Arbeit und so hatte Familie Weber aus Deutschland im schönen Toulon an der Küste Südfrankreichs ein gutes Auskommen. Doch irgendwann wollten sie nach Deutschland zurückkehren. Inzwischen waren Jacques und ich an meinem kleinen See angekommen. Ich hatte nicht darüber nachgedacht, wohin wir gingen, aber es fühlte sich gut und richtig an, ihm mein kleines Paradies zu zeigen. Wir setzten uns ins Gras und schauten auf das Wasser. Keiner von uns beiden sprach für eine ganze Weile. Stattdessen sogen wir alles auf, was wir sahen und fühlten. Innerhalb nur weniger Stunden entwickelte sich zwischen Jacques und mir eine tiefe Freundschaft, wie ich sie mir nie hatte vorstellen können und wie ich sie auch nie wieder erfahren sollte.

Wir gingen in diesem Sommer oft an den See. Meist redeten wir nicht und wenn wir es doch taten, erzählte mir Jacques von Frankreich. Wie schön es war, wie ruhig und friedlich. Wir schauten den Enten zu, die sich im Wasser tummelten, beobachteten die Fische, die ab und zu an die Oberfläche kamen und dabei kleine Wellen ans Ufer schickten. Doch der Sommer ging vorbei. Am Abend, bevor sich Jacques das erste Mal von mir verabschiedete, klopfte er an unsere Tür. Wir saßen am Tisch und aßen dünne Suppe und Brot. Mein Vater öffnete und als ich ihn sah, blieb für einen Augenblick mein junges Herz stehen. Jacques bat darum, mich sprechen zu dürfen. Ich durfte mit ihm hinausgehen. Da stand er. Sein Blick war traurig und ich spürte, wie es meine Kehle langsam zuschnürte. Er sagte nichts, aber er gab mir ein Blatt Papier. Ich faltete es vorsichtig auf und sah ihm dabei immer wieder in die Augen.

Jacques hatte etwas gezeichnet. Nicht irgendetwas, sondern mein kleines Paradies. Unser kleines Paradies. Es sah wunderschön aus und obwohl es eine