No-Knead-Brötchen ohne Formen - Valesa Schell - E-Book

No-Knead-Brötchen ohne Formen E-Book

Valesa Schell

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Beschreibung

Auf der Suche nach fluffigen Brötchen, aber zwei linke Hände beim Formen? Keine Sorge, dann greift Ihnen dieses Backbuch unter die Arme: Einfach Teiglinge abstechen oder abzwacken statt klebrigem, kompliziertem Formen, wo man als Ungeübter die im Gärprozess entstandene Luft herauspresst. Das Ergebnis sind Brötchen mit luftiger Krume! SPIEGEL-Bestseller-Autorin Valesa stellt Schell Schritt für Schritt die einfachsten und anfängerfreundlichsten Methoden für fluffige Brötchen und Beilagenbrote vor und liefert 60 leckere und kreative Rezepte mit viel Aroma und Geschmack. Dieses Buch ist perfekt für AnfängerInnen und Ahnungslose ohne Know-How, die auch noch Zeit sparen wollen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Valesa Schell

NO KNEAD

BRÖTCHEN

OHNE FORMEN

UNKOMPLIZIERT BACKENMIT DER ABSTECH-METHODE

INHALT

Vorwort

EINFACHERGEHT ES NICHT

No-Knead- und Abstech-Methode kombinieren

RUND UMDIE REZEPTE

Hilfreiche Zutaten

Mehle und Getreide

Triebmittel

Sauerteig selbst ansetzen

Lievito Madre selbst ansetzen

Alternative Gehzeiten

Rezeptangaben und Zubereitungsschritte

BRÖTCHEN MIT HEFE

BRÖTCHEN MIT LIEVITO MADRE

BRÖTCHEN MIT SALZ-HEFE-VERFAHREN

BEILAGENBROTE

BRÖTCHEN MIT SAUERTEIG

BRÖTCHEN MIT VOLLKORN UND URKORN

SÜSSE BRÖTCHEN

SERVICE

Bezugsquellen & Onlineshops

Weiterführende Literatur

Blogs & Communities

Die Autorin

Danksagung

Impressum

VORWORT

MIT LOCKERER KRUME UND RÖSCHER KRUSTE – richtig gute Brötchen zu backen, ist eigentlich ganz einfach. Nur höre ich leider sehr oft von meinen Leserinnen und Lesern, wie schwer sie sich damit tun. Selbst wenn es mit dem Brotbacken sehr gut klappt, gelingen Brötchen häufig nicht so wie gewünscht.

Dabei ist es wirklich nicht schwer, köstliche Brötchen zu backen – und das ganz ohne großartiges Formen, ohne viel Backwissen und vor allem ohne Knetmaschine. Wie das gelingt? Indem zwei einfache Backtechniken ganz unkompliziert miteinander kombiniert werden: die No-Knead-Methode und die Abstech-Methode. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie gleich im ersten Kapitel. Und falls Ihnen immer nur viereckige Brötchen irgendwann zu langweilig werden, finden Sie auch noch ein paar weitere Ideen zum Formen.

Mit dieser unkomplizierten Art des Backens gelingen Ihnen garantiert richtig gute Brötchen für den (Frühstücks-)Tisch. Und das in einer großen Vielfalt, denn Sie können im Buch zwischen 60 Rezepten wählen. Ob herzhaft oder süß, da ist für jeden etwas dabei. Daneben gibt es noch köstliche Beilagenbrote zu entdecken, mit denen Sie bei Grillfesten, Büfetts oder Einladungen richtig Eindruck machen. Und das Beste: Sie wissen immer genau, was im Teig drin ist – nämlich nur natürliche Zutaten.

Verwöhnen Sie sich und Ihre Familie also zukünftig möglichst oft mit feinen, selbst gebackenen Brötchen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Backen.

Herzlichst

Ihre

EINFACHER GEHT ES NICHT

NO-KNEAD- UND ABSTECH-METHODE KOMBINIEREN

BRÖTCHEN UND BEILAGENBROTE GANZ EASY

Es gibt viele Methoden, um köstliche Brötchen und Beilagenbrote zu backen. Aber keine ist einfacher als einen No-Knead-Teig anzusetzen und ihn nach der Gehzeit mit einer Teigkarte in der gewünschten Größe und Form abzustechen. Die Kombination dieser beiden Methoden ermöglicht es, stressfrei und zeitlich absolut flexibel zu backen. Und wie von Zauberhand gelingen bei dieser unkomplizierten Art des Backens feine Brötchen und Brote.

DIE NO-KNEAD-METHODE

Hobbybäcker kneten Brot- oder Brötchenteig in der Regel mit einer Knetmaschine, denn es ist sehr beschwerlich einen Teig von Hand richtig auszukneten. Die Teigzutaten müssen nämlich so lange geknetet werden, bis ein Glutengerüst entsteht, das den Teig bindet und stabilisiert.

FLEXIBEL BLEIBEN

Der große Vorteil der No-Knead-Methode ist die zeitliche Flexibilität: Sie können den Teig abends noch schnell in wenigen Minuten anrühren und morgens frische Brötchen auf den Tisch stellen. Oder Sie rühren morgens den Teig für ein Beilagenbrot an und servieren es abends zum Grillen. So lässt sich das Backen problemlos an den Alltag anpassen und quasi nebenbei erledigen. Sie benötigen keine Knetmaschine und können den Teig überall zubereiten – also auch im Urlaub.

Bei der No-Knead-Methode dagegen übernimmt die Zeit diesen Prozess. Der Teig muss nicht geknetet werden, die Zutaten werden lediglich verrührt bzw. vermischt. Dabei kommen zuerst feuchte Zutaten, Triebmittel, Fette und Süßungsmittel in die Schüssel und werden mit einem Schneebesen verrührt. Dann gibt man Mehl, Salz und alle festen Zutaten wie Saaten, Nüsse oder geraspeltes Gemüse dazu und rührt sie mit einem Dänischen Schneebesen, einem Kochlöffel oder Esslöffel unter. Zuletzt wird der Teig noch mit nassen Händen einmal rundum gefaltet. Fertig! Alles weitere, was einen guten Teig ausmacht, erledigt dann die Zeit: Durch die lange Gehzeit und das Verquellen der Zutaten in der Stockgare bildet sich ein Glutengerüst, d. h. die Glutenstränge verbinden sich genauso wie beim Kneten in der Maschine. So entsteht ein homogener und luftiger Teig.

Stockgare nennt man den Zeitraum ab dem Mischen der Zutaten bis zum Formen. Bei normaler Raumtemperatur (21–22 °C) dauert sie bei allen Rezepten in diesem Buch 10–12 Stunden. Nach der Stockgare geht es dann ans Formen.

DIE ABSTECH-METHODE

Die Abstech-Methode ist eine wirklich einfache Möglichkeit, Brötchen ohne viel Aufwand zu formen. Der Teig wird nach der Stockgare auf die bemehlte Arbeitsfläche gestürzt und zweimal gefaltet, um eine schöne Oberfläche zu bekommen. Dann wird er mit den Händen etwas in die Länge und Breite gezogen.

JETZT STICHT MAN mit einer Teigkarte einfach einzelne Teiglinge ab. Sie müssen nicht weiter geformt werden. Beim Abstechen bleibt die Luft im Teig erhalten und wird nicht wie beim Formen herausgedrückt. Bei allen Rezepten können Sie viereckige, rechteckige oder dreieckige Teiglinge abstechen.

TEIGLINGE ABSTECHEN

FÜR ETWAS MEHR Abwechslung im Brötchenkorb können Sie die Teiglinge aber auch noch etwas formen. Wie das geht, zeige ich Ihnen auf den Seiten 32–34.

Anschließend müssen die Teiglinge in der Stückgare noch etwas gehen. Stückgare nennt man den Zeitraum nach dem Abstechen der Teiglinge bis zum Backen. Bei den meisten Teigen beträgt sie durchschnittlich 30 Minuten. Werden die Teiglinge aber noch weiter geformt, ist die Stückgare etwas länger.

Danach können die Teiglinge schon in den Ofen geschoben werden und stehen kurz darauf frisch gebacken auf dem (Frühstücks-)Tisch.

VORTEILE DER ABSTECH-METHODE

Mit wenig Basiswissen einfach umsetzbar.

Die Gärgase, die sich während der Stockgare entwickeln, bleiben erhalten.

Die Krume wird lockerer als bei geformten Brötchen.

Gelingsicherer als geformte Brötchen.

Die Gefahr der Übergare ist wesentlich kleiner. So kann man in mehreren Durchgängen backen, ohne dass die nächsten Teiglinge Übergare bekommen.

DAS HANDWERKSZEUG

Für diese Art des Backens benötigen Sie nur wenige Küchen- und Backhelfer:

Schüssel mit Deckel (am besten eine rechteckige Schüssel, alternativ auch eine runde)

Dänischer Schneebesen, Koch- oder Esslöffel

Teigkarte (am besten eine große)

Waage

Pürierstab

Backfolie oder Backpapier

Sprühflasche mit Wasser

VERSCHIEDENE BACKHELFER

RUND UM DIE REZEPTE

HILFREICHE ZUTATEN

WAS SIE WISSEN SOLLTEN, BEVOR SIE STARTEN

Sie benötigen für diese Art des Backens wirklich kaum Vorkenntnisse. Dennoch ist es wichtig zu wissen, wie Sie Zutaten ersetzen können, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und wie Sie Gehzeiten an Ihren Arbeitsalltag anpassen können. Daher empfehle ich Ihnen, dieses Kapitel vorab zu lesen und auch beim Backen immer wieder darauf zurückzugreifen. Hier finden Sie auch eine Anleitung, um ganz einfach Ihren eigenen Sauerteig und/oder Lievito Madre herzustellen.

Selbst wenn man immer wieder hört, dass gute Brötchen nur Mehl, Wasser, Hefe und Salz benötigen, gibt es doch eine Vielzahl von hilfreichen Backzutaten, die sowohl den Geschmack als auch die Frischhaltung deutlich verbessern. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Zutaten mit den jeweils möglichen Alternativen im Überblick.

MILCHPRODUKTE

Ich verwende bei meinen Rezepten gerne verschiedene Milchprodukte, da sie mehr Geschmack und Fluffigkeit in Brötchen und Beilagenbrote bringen und auch ihre Frischhaltung verbessern. Sie können diese Milchprodukte jederzeit durch vegane Produkte ersetzen. Diese sollten dann entweder die gleiche Konsistenz haben oder Sie verwenden entsprechend mehr oder weniger davon. Natürlich können Sie die Milchprodukte in allen Rezepten auch einfach durch Wasser ersetzen. Das Gebäck bekommt durch Wasser allerdings einen anderen Geschmack, eine weniger fluffige Krume, und es bleibt auch nicht so lange frisch. Dabei müssen Sie ebenfalls die Konsistenz beachten. Wenn Sie z. B. Mascarpone durch Wasser ersetzen, benötigen Sie weniger Wasser, da Mascarpone sehr viel dickflüssiger ist.

Milchprodukte mit gleicher Konsistenz können Sie problemlos gegeneinander austauschen:

Sahne, Buttermilch, Kefir, Ayran

Schmand, Crème fraîche, saure Sahne, griechischer Joghurt, Quark, Frischkäse, Mascarpone

FETTE UND ÖLE

Fett sorgt in Brötchenteigen für mehr Geschmack, für eine verbesserte Haltbarkeit und ein besseres Volumen. Bei vielen Rezepten werden Öl oder Butter verwendet. Öle können Sie immer untereinander austauschen. Butter kann durch Margarine, Schmalz oder vegane Alternativen ersetzt werden bzw. bei einer kleinen Menge auch durch Öl.

VERSCHIEDENE FLÜSSIGKEITEN

ALTBROT

FLÜSSIGKEITEN

Flüssigkeiten mit gleicher Konsistenz können Sie 1 : 1 gegeneinander austauschen. Das sind beispielweise Wasser, Saft, Milch (auch vegane Pflanzendrinks), Bier, Cidre, Kaffee und Tee.

ALTBROT

Altbrot bringt ein wunderbares Aroma in Backwaren und verbessert Krume und Frischhaltung. Ich verwende es vor allem beim Brotbacken, aber auch bei Brötchen und Beilagenbroten kommt es in einigen Rezepten zum Einsatz. Dafür sammle ich trocken gewordenes Brot und Brötchen, bis ein Backblech voll zusammengekommen ist. Das röste ich dann im Backofen bei 200 °C, bis es bräunt. Nach dem Abkühlen wird es dann gemahlen. Sollten Sie gerade kein Altbrot zur Hand haben, verwenden Sie alternativ Semmelbrösel und rösten Sie diese vorab in der Pfanne oder im Backofen.

Gemahlenes Altbrot hält etwa 6 Monate, sofern es keine Saaten enthält. Saaten enthalten oft Fette, die das gemahlene Altbrot schnell ranzig werden lassen. Altbrot nimmt die 2-fache Menge an Wasser auf. Geben Sie z. B. 50 g Altbrot zusätzlich zu einem Brötchenteig, brauchen Sie etwa 100 g Wasser extra.

SÜSSUNGSMITTEL

In meinen Rezepten verwende ich gerne Zuckerrübensirup oder Honig. Beide können durch jedes andere Süßungsmittel wie Agavendicksaft, Ahornsirup, Reissirup, Zucker, Kokosblütenzucker usw. ersetzt oder auch einfach weggelassen werden. Alle diese Zuckerarten unterstützen die Hefetätigkeit. Wenn Sie darauf verzichten, geht der Teig wahrscheinlich etwas langsamer.

SAATEN, FLOCKEN UND NÜSSE

Saaten und Flocken sorgen für mehr Geschmack und Biss sowie für eine bessere Wasseraufnahme. Der Teig kann durch diese Zutaten also mehr Wasser speichern, die fertigen Brötchen bleiben dann länger frisch. Die einzelnen Saaten und Flocken nehmen jedoch unterschiedliche Flüssigkeitsmengen auf. Falls Sie Saaten austauschen, müssen Sie die jeweilige Quellfähigkeit berücksichtigen.

Mein Tipp: Saaten machen Ihre Brötchen noch aromatischer, wenn sie vorher in einer Pfanne trocken angeröstet werden.

Auch gepuffte Quinoa oder Amarant sind wunderbare Zutaten. Sie können zusammen mit Saaten oder auch einzeln zum Teig gegeben werden.

½ Flüssigkeitsaufnahme: Nüsse, Hirse, Hanfsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Amarantpops, Quinoapops

1-fache Flüssigkeitsaufnahme: Schrot, Grieß, Flocken

1,5-fache Flüssigkeitsaufnahme: ganzer Leinsamen

2-fache Flüssigkeitsaufnahme: geschroteter Leinsamen, Kleie

5- bis 6-fache Flüssigkeitsaufnahme: Chiasamen

30- bis 40-fache Flüssigkeitsaufnahme: Flohsamenschalen

RÖSTEN VON Saaten

VERSCHIEDENE NUSSKERNE

BELIEBTE SAATEN: schwarzer Sesam, heller Sesam, geschälte Hanfsamen, Hirse, Kürbiskerne, Goldleinsamen, Sonnenblumenkerne, geschroteter Leinsamen, Mohn, Amarantpops (von links oben nach rechts unten)

BINDEN DEN TEIG:Chiasamen, geschroteter Leinsamen, Flohsamenschalen (von links nach rechts)

Flohsamenschalen nehmen ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Wasser auf und binden es im Teig. Daher lassen sie sich schlecht ersetzen. Aber sie sind ein prima Hilfsmittel, wenn ein Teig zu weich geraten ist. Haben Sie also zu viel Flüssigkeit verwendet, mischen Sie einfach 5–6 g Flohsamenschalen zügig unter den Teig und lassen ihn 20–30 Minuten quellen. Währenddessen binden die Flohsamenschalen das überschüssige Wasser. Weitere Bindemittel sind geschroteter Leinsamen, Chiasamen und geröstetes, gemahlenes Altbrot. Sie nehmen allerdings etwas weniger Flüssigkeit auf.

MEHLE UND GETREIDE

SORTEN, TYPEN UND TAUSCHMÖGLICHKEITEN

GÄNGIGE MEHLE: Weizenmehl 550, Weizenmehl 1050 und Weizen-Vollkornmehl (von oben nach unten)

Die gängigen Mehle und Typen in Deutschland sind Weizen 550, Weizen 1050, Dinkel 630, Dinkel 1050 und Roggen 1150 oder 1370 sowie Weizen-, Dinkel- und Roggen-Vollkornmehle.

Außerdem wird Getreide noch in der Konsistenz bzw. Feinheit unterschieden. Am feinsten ist Auszugsmehl, etwas gröber Dunst, noch gröber Grieß und schließlich Schrot, den es fein oder grob gemahlen gibt.

Einige Rezepte in diesem Buch werden mit italienischen oder französischen Mehlen zubereitet, viele enthalten auch Urkornmehle. Doch es ist nicht notwendig, alle diese Mehle zu Hause zu haben, da viele untereinander ausgetauscht werden können. Je nach Mehl müssen dann die Flüssigkeitsmengen etwas angepasst werden.

Der Vorteil von französischen und italienischen Mehlen ist, dass sie meist mehr Flüssigkeit aufnehmen als die deutschen Mehle. Dadurch erhalten Brötchen mehr Feuchtigkeit und bleiben länger frisch. Die Teige bekommen eine schöne, lockere Krume und oft einen besonderen Geschmack. Man muss nicht alle Sorten haben, aber ich empfehle, zumindest eine italienische Sorte wie Manitoba oder Tipo 0 und eine französische Sorte wie T55 oder T65 zu kaufen. Diese bekommen Sie mittlerweile in vielen Online-Shops für Hobbybäcker (Seite 171) und in einigen Mühlenläden.

Mein Tipp: Bei allen Rezepten mit besonderen Mehlen habe ich stets eine gängige Mehlsorte als Alternative angegeben.

UNTERSCHIEDLICHE FEINHEIT: Mehl, Dunst, Grieß, Schrot

URKORN: Emmer ganz und gemahlen, Khorasan ganz und gemahlen, Urdinkel ganz und gemahlen (von links nach rechts)

Die unterschiedlichen Mehlsorten

Deutschland

Österreich

Schweiz

Frankreich

Italien

Weizenmehl 405

W480 glatt

Weißmehl

Weizenmehl T45

Tipo 00

Weizenmehl 550

W480 griffig

Weißmehl

Weizenmehl T55/T65

Tipo 0 oder Manitobamehl

Weizenmehl 812

W700

Halbweißmehl

Weizenmehl T80

Tipo 1

Weizenmehl 1050

W1600

Ruchmehl

Weizenmehl T110

Tipo 2

Weizen-Vollkorn

W1800

Vollkornmehl

Weizenmehl T150

Weizen Integrale

Roggenmehl 997

R960

 

Roggenmehl T85

Roggenmehl Tipo 0

Roggenmehl 1150

 

 

Roggenmehl T130

Roggenmehl Tipo 1

Roggen-Vollkorn

R2500 oder Roggen-Vollkorn

Roggenmehl 1900

Roggenmehl T170

Roggen Integrale

Dinkelmehl 630

D700 glatt

Dinkel-Weißmehl

 

Bianca

Dinkelmehl 1050

D1500

Dinkel-Ruchmehl

 

Dinkel Integrale

AUSTAUSCH VON MEHLSORTEN

In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien gibt es vergleichbare Mehlsorten, die gemäß der obigen Tabelle gegeneinander getauscht werden können. Italienische und französische Mehle haben oft einen höheren Klebergehalt und benötigen mehr Flüssigkeit als die vergleichbaren deutschen Typen. Für bestimmte Brote oder Brötchen, wie z. B. Baguette oder Ciabatta, würde ich immer eine Mehlsorte mit hohem Klebergehalt verwenden. Ansonsten können die Mehle gut gegen typische deutsche Mehle getauscht werden. In der Regel benötigt man dann weniger Flüssigkeit.

NOCH MEHR URKORN: Rotkornweizen ganz und gemahlen (links), Gelbweizen ganz und gemahlen (rechts)

Champagnerroggenmehl 1000 kann gegen Roggenmehl 1150 oder 1370 und eventuell etwas mehr Flüssigkeit getauscht werden.

Waldstaudenroggen und Champagnerroggen kann gegen Roggen-Vollkornmehl getauscht werden.

Buchweizenmehl sollte nicht ersetzt werden, weil es Brötchen einen ganz besonderen Geschmack verleiht.

Bei den Urkornmehlen in diesem Buch handelt es sich fast ausschließlich um Vollkornmehle.

Die Sorten Emmer, Urdinkel, Khorasan (Kamut), Einkorn, Rotkorn- und Gelbweizen können alle untereinander getauscht werden oder durch Weizen- und Dinkel-Vollkornmehl ersetzt werden.

Eine Ausnahme macht Einkornmehl. Dagegen sollte nicht ausgetauscht werden, da dieses Mehl eine besondere Vorgehensweise benötigt.

Eine weitere Ausnahme bildet Semola Rimacinata. Diesen doppelt gemahlenen Hartweizengrieß würde ich nicht austauschen, da er Backwaren einen besonderen Geschmack und eine tolle Konsistenz gibt. Eine gute Alternative dafür ist normaler Hartweizengrieß, der problemlos erhältlich ist.

SEMOLA RIMACINATA: doppelt gemahlener Hartweizengrieß

TRIEBMITTEL

OHNE SIE GEHT ES NICHT

Die Brötchen und Beilagenbrote in diesem Buch werden mit frischer Biohefe und/oder Lievito Madre und/oder Sauerteig zubereitet. Sauerteig und Lievito Madre setzen Sie am besten selbst an, da sie als fertig gekaufte Pulver keine direkte Triebkraft haben. Wenn Sie Ihren Sauerteig oder Lievito Madre einmal angesetzt haben und gut pflegen, kann er ein Leben lang halten und wird von Jahr zu Jahr besser und stabiler.

HEFE

Ich verwende in allen Rezepten ausschließlich frische Biohefe. Bei Industriehefe sind die Gehzeiten eventuell kürzer, daher sollten Sie die Menge etwas reduzieren. In den Rezepten habe ich jeweils die benötigte Menge an Industriehefe als Alternative angegeben. Wenn Sie Trockenhefe verwenden möchten, benötigen Sie nur ein Drittel der im Rezept angegebenen Hefemenge. 3 g frische Hefe entsprechen also 1 g Trockenhefe.

FRISCHE BIOHEFE und Trockenhefe

SAUERTEIG UND LIEVITO MADRE

Diese beiden Triebmittel können gegeneinander ausgetauscht werden. Wird statt Lievito Madre Anstellgut verwendet, muss die Flüssigkeit reduziert werden. Wird statt Anstellgut Lievito Madre benutzt, benötigt man etwas mehr Flüssigkeit. Allerdings kommen bei den meisten Rezepten in diesem Buch so kleine Mengen Triebmittel in den Teig, dass Sie diese 1 : 1 tauschen können.

Viele der Rezepte mit Sauerteig oder Lievito Madre können auch einfach nur mit Hefe zubereitet werden. In diesem Fall nehmen Sie einfach 1–2 g mehr Hefe und achten auf die Gare, die sich dadurch eventuell etwas verändert. Eine Ausnahme bilden roggenlastige Teige, dafür sollten Sie auf jeden Fall Sauerteig oder Lievito Madre verwenden.

SALZ-HEFE-VERFAHREN

Das Rezeptkapitel ab Seite 84 widmet sich Brötchen mit Hefewasser nach dem Salz-Hefe-Verfahren. Dabei handelt es sich um normale Hefe, die als Vorstufe mit etwas Wasser und dem gesamten Salz aus dem Rezept angesetzt wird. Das Salz-Hefe-Verfahren bewirkt, dass die Teige länger stabil bleiben, elastischer werden und eine bessere Gärtoleranz haben. Das Verfahren eignet sich sehr gut für No-Knead-Teige.

SAUERTEIG SELBST ANSETZEN

ANSETZEN UND WEITERFÜHREN

Ein eigener Sauerteig ist eine große Bereicherung für das Backen von Broten, Brötchen, süßem und herzhaftem Gebäck. Er versäuert den Teig nicht nur, sondern gibt ihm auch zusätzliche Triebkraft und Aroma.

Zum Ansetzen und Weiterführen von Sauerteig eignen sich am besten Einmachgläser (Weckgläser) mit Glasdeckel. Sie sind einfach zu reinigen und können im Kühlschrank gestapelt werden. Außerdem sieht man sehr gut, wann die Teige darin reif sind.