Perry Rhodan Neo 260: Gestrandet in der Zeit - Lucy Guth - E-Book

Perry Rhodan Neo 260: Gestrandet in der Zeit E-Book

Lucy Guth

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Beschreibung

Vor fast sieben Jahrzehnten ist der Astronaut Perry Rhodan als erster Mensch auf Außerirdische getroffen. Seither hat die Menschheit ihren Einflussbereich ausgedehnt und ferne Sonnensysteme besiedelt. Dann aber werden im Jahr 2102 die Erde und der Mond unvorhergesehen in den 34.000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufen M 3 versetzt. Mit dem Großraumschiff SOL bricht Rhodan auf, um die Ursache dieses Geschehens herauszufinden und es rückgängig zu machen. Dabei kommt es erneut zu einem Raum-Zeit-Sprung – die SOL landet 10.000 Jahre in der Vergangenheit. Fürchterliche Schlachten toben in den Tiefen der Milchstraße zwischen den Flotten der Arkoniden und Maahks. Es ist die dunkle Zeit des großen Arkon-Imperiums, sein Untergang steht anscheinend bevor. In dieser Ära der Kriege suchen die terranischen Raumfahrer einen Weg zurück nach Hause. Von allen Seiten attackiert, sind sie GESTRANDET IN DER ZEIT ...

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Band 260

Gestrandet in der Zeit

Lucy Guth

Cover

Vorspann

Gedankensplitter

1. Plasmakollisionen

2. Kurz zuvor im Beiboothangar

3. Madrigal

4. Erkundungsflug

5. Teleskop im Einsatz

6. Westerhout 40

7. Interessenkonflikte

8. Gefährliches Spiel

9. Eine Schlacht

10. In der Falle

11. Vabanquespiel

12. Das Prisenkommando

13. Der Auftrag des Quellmeisters

14. Der Unfall

15. Empfang beim Kristallprinzen

16. Die Sterne im F'Atkor

17. Eine Falle

18. Operation Samtpfote

19. Ehrentod

Impressum

Vor fast sieben Jahrzehnten ist der Astronaut Perry Rhodan als erster Mensch auf Außerirdische getroffen. Seither hat die Menschheit ihren Einflussbereich ausgedehnt und ferne Sonnensysteme besiedelt.

Dann aber werden im Jahr 2102 die Erde und der Mond unvorhergesehen in den 34.000 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufen M 3 versetzt. Mit dem Großraumschiff SOL bricht Rhodan auf, um die Ursache dieses Geschehens herauszufinden und es rückgängig zu machen.

Dabei kommt es erneut zu einem Raum-Zeit-Sprung – die SOL landet 10.000 Jahre in der Vergangenheit. Fürchterliche Schlachten toben in den Tiefen der Milchstraße zwischen den Flotten der Arkoniden und Maahks. Es ist die dunkle Zeit des großen Arkon-Imperiums, sein Untergang steht anscheinend bevor.

In dieser Ära der Kriege suchen die terranischen Raumfahrer einen Weg zurück nach Hause. Von allen Seiten attackiert, sind sie GESTRANDET IN DER ZEIT ...

Gedankensplitter

Ich bin Arkonidin.

Ich bin Kommandantin der CREST II. Diplomatin auf der Erde. Ehefrau von Perry Rhodan. Mutter von Tom, Farouq und Nathalie. Ich bin Thora Rhodan da Zoltral.

Aber vor all dem war ich bereits Arkonidin.

Bereits lange bevor ich eine da Zoltral wurde, fühlte ich den Stolz, dem Volk der Arkoniden anzugehören. Ich bin damit aufgewachsen, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Mitglied eines Volkes, das über ein riesiges Sternenreich herrscht. Selbst als Essoyakind, als Angehörige der untersten Gesellschaftsschicht, gehörte ich dazu. Das war es, was uns vorgelebt wurde: Die Arkoniden sind uralt und haben sich durch zahllose Schlachten und Kriege die Vorherrschaft in den uns bekannten Gebieten der Milchstraße gesichert.

Wir, die Arkoniden, waren es, die den Lauf der Geschichte bestimmten. Wir waren Lehrer, Eroberer, Anführer.

Erst durch uns gelang es den Terranern, nach den Sternen zu greifen. Wir haben ihnen die Raumfahrt gebracht. Ich habe einen von ihnen lieben gelernt. Ich lebe seit Jahrzehnten auf der Erde – und bin trotzdem Arkonidin geblieben.

Doch ich musste das Bild meiner Herkunft schon einige Male überdenken. Mein Volk ist tatsächlich alt, doch es ist nicht der Ursprung. Nicht die Arkoniden sind die Vorfahren der Menschen, wie wir zunächst annahmen. Wir haben gemeinsame Vorfahren. Wir sind zwei Triebe aus einer Wurzel.

Die Begegnung mit den Liduuri hat mich ernüchtert. Sie sind die Wurzel, unser Ursprung. Aber sie existieren nicht mehr.

Dann die Akonen, die wir im Blauen System antrafen – auch zu diesem Volk gibt es viele erstaunliche Parallelen. Die Wissenschaftler finden das faszinierend. Mich beunruhigt es.

Nun wurden wir mit dem Großraumschiff SOL unfreiwillig nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich versetzt. Ich befürchte, dass ich zehntausend Jahre in der Vergangenheit mitten in einem der größten Kriege des arkonidischen Imperiums, weitere Dinge herausfinden werde, die mein Weltbild ins Wanken bringen.

1.

Plasmakollisionen

In Thora Rhodan da Zoltrals Kopf wirbelten die Gedanken. Sie fühlte sich, als sei sie in einen wirren Traum geraten – keine jener konfusen, aber angenehmen Phantasien, über die man nach dem Aufwachen noch eine Weile nachdenkt. Nein, in einen Albtraum, den man so schnell wie möglich vergessen will.

Eigentlich war es nicht verwunderlich, dass sie so empfand. Jeder anderen Person in ihrer Lage wäre es genauso gegangen. Das war auch der Grund, weshalb sie ihren Mann Perry Rhodan noch vor der Transition um ein paar ruhige Minuten gebeten hatte, um sich mit ihm zu besprechen.

Ha! Nicht mal das ist uns vergönnt, was?

Es war die mentale Stimme ihres Extrasinns, die sie hörte – jenes zweiten Bewusstseins, das seit einigen Jahren in ihrem Kopf wohnte, ihr mal mehr, mal weniger hilfreiche Ratschläge gab und ihr die meiste Zeit mit frechen Sprüchen auf die Nerven ging. Sie kannte viele Arkoniden, die ebenfalls einen aktivierten Extrasinn hatten. Aber sie kannte keinen, der jemals den Wunsch geäußert hätte, diesen unsichtbaren Dialogpartner zu erwürgen. Ihr jedoch ging es zuweilen so.

Dieses Mal hatte der Logiksektor allerdings absolut recht. Eine Verschnaufpause gab es nicht. Die SOL, das 4000 Meter lange Generationenschiff, mit dem sie unterwegs waren, geriet von einer bedrohlichen Lage in die nächste.

Lass uns kurz rekapitulieren: Wir sitzen gewaltig in der Patsche.

Dem kann ich nicht widersprechen, gab Thora zu.

Wir haben eine Pechsträhne. Soll ich mal aufzählen, was in jüngster Zeit alles schiefgegangen ist?

Ich werde dich ohnehin nicht davon abhalten können.

Stimmt. Also: Zunächst haben die Kolonien der Erde den Aufstand geprobt und sind mit einer kleinen Raumschiffflotte ins terranische Sonnensystem gekommen, um der irdischen Regierung ein wenig Angst zu machen. Statt mit den Leuten zu reden, hatten die Verantwortlichen der Terranischen Union aber die grandiose Idee, Erde und Mond verschwinden zu lassen.

Thora sah noch immer die Flotte der zu allem entschlossenen Siedler vor sich, wie sie der Erde zustrebte. Sie schauderte. Na ja, es war ursprünglich keine Idee der Terranischen Union, sondern ein Langzeitprojekt von NATHAN für Notsituationen. Die Erde und der Mond sollten zudem nicht verschwinden, sondern lediglich eine Winzigkeit in die Zukunft versetzt werden ...

Petitessen, nicht als Petitessen, wehrte der Extrasinn ab. Die Regierung des Solsystems ist der Idee von NATHAN gefolgt, weil es ja völlig logisch ist, einer mysteriösen, auf dem Erdmond angesiedelten Künstlichen Intelligenz zu folgen, die sich selbst als Hyperinpotronik bezeichnet. Kann man machen – man sieht ja, was dabei herauskommt.

Nichts Gutes. Denn Terra und Luna waren nicht zeitlich, sondern räumlich versetzt worden – in das rund 34.000 Lichtjahre entfernte Akonsystem. Worüber weder die Terraner noch die dort beheimateten Akonen sonderlich erbaut waren. Den Akonen war nämlich dabei einer ihrer eigenen Planeten verloren gegangen.

Ich frage mich immer noch, wie du und Perry da mitmachen konntet. Ich hatte ja von Anfang an ein blödes Gefühl bei der Sache.

Das hatte ich auch. Und Perry erst recht. Aber er ist nicht mehr der Protektor der Erde, er hat überhaupt kein offizielles Amt mehr.

Umso seltsamer, dass er immer wieder Narrenfreiheit bekommt. Thoras Extrasinn war oft nicht besonders gut auf Perry Rhodan zu sprechen.

Trotzdem hat er seine Bedenken geäußert, aber ohne Erfolg. Ich bin Kommandantin der CREST II, des größten Kampfschiffs der Terranischen Flotte – meine Befürchtungen haben die Verantwortlichen ebenso wenig interessiert.

Das Ergebnis bleibt das gleiche: Erde und Mond sitzen im Akonsystem fest, genau wie die Terranische Flotte, und es hängt wieder an Perry und dir, eine Lösung zu finden.

Na ja, ich denke, dass die Verantwortlichen auf der Erde und im Solsystem ebenfalls an einer Lösung arbeiten.

Wie auch immer, die Pechsträhne setzt sich fort: Perry und du, ihr lasst die Erde und den Mond im fremden Sonnensystem zurück und stürzt euch in neue Abenteuer ...

Wir haben sie nicht zurückgelassen!

... um in einem auf Akon als »Bacor-Kavi« bekannten Bereich in Zentrum des Kugelsternhaufens M Drei nach der Ursache des ganzen Schlamassels zu forschen. Dass diese sogenannte Dunkelwolke so etwas wie das auf der Erde als Bermuda-Dreieck bekannte Phänomen ist, in dem Raumschiffe sang- und klanglos verschwinden, war euch nicht so wichtig.

Wir hatten guten Grund zu der Annahme, dass wir dort Antworten finden!, protestierte Thora.

Wegen ominöser Impulse, die ihr von dort angemessen habt – und weil deine ebenso ominöse Tochter Nathalie mit diesem Superschiff SOL ins Akonsystem gekommen ist und euch gesagt hat, dass ihr losfliegen sollt. Habe ich das korrekt zusammengefasst?

Bilder blitzten vor Thoras geistigem Auge auf, Erinnerungen an die einschneidenden Ereignisse: die blaue Riesensonne Akon, das Hantelraumschiff SOL, das überraschend aufgetaucht war, die unheimliche Dunkelwolke Bacor-Kavi, die wie ein düsteres Versprechen im Weltraum hing ...

Es ist eine ziemlich verkürzte Darstellung ...

Also ja, triumphierte der Extrasinn. Weiter geht es: Ihr habt herausgefunden, dass die Dunkelwolke nicht das ist, was sie zu sein scheint, und dass dort irgendwelche Quanten-Unregelmäßigkeiten für Chaos sorgen. Was genau da vor sich geht, haben weder du noch ich vollständig begriffen, aber unsere Wissenschaftler freuen sich wie kleine Kinder darüber. Um es kurz zu machen: Im Innern von Bacor-Kavi wird die Realität verformt, und wir wissen nach wie vor nicht, was das Ganze mit der Versetzung der Erde zu tun hat. Stattdessen ist die SOL in ein absurdes Abenteuer nach dem anderen geraten. Zuletzt waren wir in einer Realität, die aus den Erinnerungen von Atlan geformt wurde, der ebenfalls plötzlich in Bacor-Kavi aufgetaucht ist. Usurpatoren, angreifende Maahks – als hätten wir nicht ganz andere Sorgen!

Langsam wurde Thora ärgerlich, und der Gedanke mit dem Erwürgen formte sich neu. Was soll das Ganze? Wie lange willst du mir diese höhnischen Vorhaltungen machen?

Nicht lange – wie du weißt, laufen unsere unterhaltsamen kleinen Dialoge stets innerhalb von Sekunden ab. Schließlich finden sie nur in deinem Kopf statt. Außerdem wolltest du doch Zeit zum Nachdenken.

Also schön, komm zum Schluss!

Sehr gern, da unsere Pechsträhne gerade ihren Höhepunkt erreicht: Kurz nachdem wir Atlans Quantenrealität entkommen sind, gibt es einen lauten Knall, und wir werden angegriffen – schon wieder von Maahkschiffen. Nur dieses Mal sind sie echt, wie wir feststellen müssen, und laut den genialen Wissenschaftlern an Bord ist die SOL zehntausend Jahre in die Vergangenheit katapultiert worden.

Womit wir noch weiter von zu Hause entfernt sind als je zuvor.

Eine wahrhaftig beeindruckende Pechsträhne. Und sie ist noch nicht zu Ende ...

Eine Aussage des Extrasinns, die Thora augenblicklich zurück in die Realität zwang. Denn ein Hyperraumsprung, der die SOL vor den angreifenden Maahks hatte retten sollen, hatte sie vom Regen in die Traufe gebracht ...

Eine Erschütterung erfasste die Zentrale der SOL so heftig, dass es Thora von den Füßen riss. Und nicht nur Thora. Auch alle anderen Personen ringsum, die nicht durch Prallfelder gesichert waren, stürzten, schrien und fluchten.

Was soll das? Die SOL verfügt über Andruckabsorber, die so etwas verhindern sollten ...

Modernste Technik regulierte die Schwerkraft an Bord des Raumschiffs und gewährleistete, dass keine induzierten Erschütterungen oder gar Beharrungskräfte durchkamen – allein schon wegen der unfassbar hohen Beschleunigung, mit der die SOL oft unterwegs war. Irgendwas stimmt nicht.

Das bestätigte auch der Blick in das riesige Hologramm, das in der Mitte der Zentrale schwebte und dreidimensional die nähere kosmische Umgebung abbildete. Die positronisch aufbereitete Darstellung zeigte einen wahren Hexenkessel: Wolken und Strudel, Gase in einem wilden Fluss, ein Mahlstrom aus roter und gelber Glut – an einem Ende ein blauweißer Feuerball, am anderen ein feuriges Auge mit schwarzem Zentrum. Die SOL war mitten in einem Plasmastrom rematerialisiert. Ein Inferno.

Bis vor wenigen Sekunden war die SOL in eine Raumschlacht verwickelt gewesen, ehe Kommandant Chart Deccon kurz nach dem Andocken des Schlachtkreuzers FAIRY sowie dem Einschleusen der halutischen DOLAN und des thetisischen Schiffs GARTAVOUR eine Nottransition befohlen hatte.

Man sollte meinen, dass es nach einem Zeitsprung, der uns zehntausend Jahre in die Vergangenheit geschleudert hat, nicht viel schlimmer kommen kann ..., höhnte der Logiksektor.

»Bericht!«, rief Thora gleichzeitig mit Deccon. Sie biss sich auf die Lippen und stemmte sich auf die Füße. Sie hatte sich noch immer nicht gänzlich daran gewöhnt, auf diesem Raumschiff nur Gast und nicht Befehlshaberin zu sein. Chart Deccon war ein fähiger Mann, dem sie nicht ins Handwerk pfuschen wollte. Aber manchmal siegte ihr Instinkt.

Derzeit hantierte der stark fettleibige Kommandant auf dem speziell für ihn angepassten Sessel mit mehreren Hologrammen, die ihm die Statusberichte der verschiedenen Schiffsabteilungen zeigten. Auf Thoras Fehler reagierte er nicht, angesichts der Lage war er mit wichtigeren Dingen als Kompetenzgerangel beschäftigt.

»Der Sprung war zu kurz!« Rebecca Montgomery stand vor ihrem Arbeitspult, ohne zu schwanken. Prall- und Fesselfelder gaben der Ersten Offizierin stabilen Halt. »Wir sind mitten in einem aktiven Plasmastrom von Cygnus X-1 rematerialisiert, in dem die Masse des Riesensterns auf das Schwarze Loch zufließt.«

Eine erneute Erschütterung ließ die Zentrale erbeben. Thora fiel auf ein Knie und stützte sich mit beiden Händen auf dem Boden ab.

Es wäre intelligenter gewesen, im Gästebereich zu bleiben – dort hätten dich zur Not ergänzende Prallfelder geschützt. Doch du musst ja dem Kommandanten über die Schulter schauen, weil es dich nicht auf deinem Sitz hält ...

Thoras Extrasinn nahm mal wieder kein Blatt vor den Mund. Zum Glück war sie die Einzige, die die zweite Stimme in ihrem Kopf hören konnte – und die unangenehmen Wahrheiten, die der Logiksektor aussprach.

Plötzlich war Perry Rhodan an ihrer Seite, zog sie auf die Füße und zum Gästebereich hinüber, kurz bevor weitere Erschütterungen das Schiff erbeben ließen. Thora strich ihm dankbar über die Hand, ehe sie ihre Prallfelder aktivierte. Der Mausbiber Gucky war mit ihrem Mann und Thora erst vor Kurzem von der FAIRY in die SOL-Zentrale teleportiert. Der kleine Mutant war bereits wieder verschwunden, um an anderer Stelle zu helfen.

»Was sind das für Erschütterungen?«, rief sie dem Chefwissenschaftler Geoffry Abel Waringer zu. Obwohl sich die SOL in einer ungünstigen Lage befand, war es undenkbar, dass diese Störungen extern verursacht wurden, zumindest nicht ausschließlich.

Die Zentrale der SOL war wie ein Amphitheater konstruiert, mit einer runden Basis in der Mitte und aufsteigenden Rängen darum herum. Waringer hüllte sich auf seinem Tribünenarbeitsplatz in zahlreiche holografische Diagramme sowie Messergebnisse und reagierte nicht auf ihren Ruf. Er war offensichtlich noch damit beschäftigt, sich einen Überblick zu verschaffen.

Die Waffenchefin Vidonia Rocha und ihr Stellvertreter Ozias Gruber bemühten sich nicht weit entfernt mit hektischen Bewegungen an ihren eigenen Positronikpulten, die Schutzschirme des Schiffs zu stabilisieren, leiteten die Energie der eben noch im Kampfeinsatz verwendeten Waffensysteme in die Abwehrfelder um. Technokommandant Breckcrown Hayes erteilte wie ein General in der Schlacht über das holografische Kommunikationsnetz Befehle an relevante Abteilungen des Raumfahrzeugs.

Von überallher gingen Schadensmeldungen ein, auch von zahlreichen Verletzten war die Rede. Kaum jemand hatte sich die Zeit genommen, seine Arbeitsstation mit einem Akustikdämpfungsfeld zu umgeben, sodass zahlreiche Stimmen durcheinanderredeten und -riefen.

Hastig aktivierte Thora ein Hologramm, das ihr mehr Informationen direkt an ihren Platz lieferte. Cygnus X-1 war ein Röntgendoppelsternsystem, das aus einem Schwarzen Loch und einem blauweißen Riesen bestand. Beide bewegten sich mit hoher Geschwindigkeit umeinander, und das Schwarze Loch entzog der Sonne ständig Materie. Es war eine extrem gefährliche Umgebung.

Die SOL war zwar sehr groß und verfügte über höchst leistungsfähige Andruckabsorber sowie Energieschirme, die Beschleunigungskräfte wirkungsvoll kompensierten und Kollisionen mit kleineren Objekten oder Gas- und Staubmassen mühelos standhielten. Aber diesen Naturgewalten, in deren Einflusszone sie ungeplant aufgetaucht war, war sie nicht gewachsen. Das vier Kilometer lange Raumschiff war in dieser kosmischen Umgebung nur wie ein winziges Blatt, das auf einem reißenden Flusslauf trieb.

Und wir sind Gritokäfer, die darauf sitzen und ins Verderben steuern ...

Thora wünschte, ihr Extrasinn hätte sie nicht daran erinnert, dass sie als kleines Mädchen wie viele andere Kinder dieses grausame Spiel gespielt hatte. Sie waren im Park zum See gelaufen und hatten die kleinen, roten Käfer auf Blätter gesetzt und ins Wasser geworfen, um sich dann zu amüsieren, wenn die Insekten panisch herumkrochen. Immerhin hatte Thora im Anschluss an das Spiel die Käfer wieder aus dem Wasser gefischt. Sie bezweifelte allerdings, dass jemand kommen und die SOL aus dem Plasmastrom fischen würde.

Das sind enorme Energien, die uns umfließen. Trotzdem dürften wir im Innern der SOL normalerweise nicht viel davon mitbekommen. Also warum bei allen Sternenteufeln fühle ich mich wie in einer Waschmaschine beim Schleudergang?

»Waringer!«, rief sie drängend.

»Ich gebe mir Mühe«, gab der Wissenschaftler zurück. »Irgendwas stört meine Rechenprozesse – vielleicht derselbe Effekt, der die Substanz der SOL bis in die Grundfesten erschüttert ...«

Was auch immer es war, von dem Waringer sprach, Thora spürte es. Eine Art kribbelnde Energie, die sie erfasste und erschauern ließ. Dazu kam noch etwas ... Was ist das für ein Heulen? Oder Jammern? Habe ich Ohrensausen?

»Kosum, was brauchen Sie, um das Schiff wieder unter Kontrolle zu kriegen?«, fragte Deccon.

Der Pilot Mentro Kosum gab ein beunruhigendes Geräusch von sich, das in Thoras Ohren irgendwo zwischen Wimmern und Würgen einzuordnen war. Er war Emotionaut und verband sich mit allen Sinnen mental mit der SOL, was im Normalfall eine äußerst effiziente Schiffssteuerung ermöglichte. In dieser Situation allerdings musste Kosum sich vorkommen, als würde er selbst im Plasmastrom gebadet.

»Ich habe keine Ahnung, Sir. Momentan fühlt es sich an, als würden wir ohne Schutzkleidung durch einen Sandsturm taumeln. Ich versuche, mich an bestimmten Fixpunkten zu orientieren, um uns hier herauszunavigieren, aber ...« Kosum schrie auf, als eine neue Plasmawelle das Schiff aus der Bahn warf. Diesmal funktionierten die Andruckabsorber fehlerfrei.

»Das wird er auf Dauer nicht aushalten.« Rhodan verengte besorgt die Augen. »Er muss sich aus der Vernetzung mit den Schiffssystemen lösen, sonst wird es ihn mental zerfetzen.«

»Dann wäre die SOL aber führerlos – denkst du ernsthaft, jemand könnte dieses Riesenschiff mit manueller Steuerung in den Griff bekommen, bei diesen Gegebenheiten?« Thora atmete tief durch. »Kosum hält eine Menge aus, er hat schon Schlimmeres überstanden.«

Sie wusste nicht, ob sie sich das selbst glauben konnte.

Im Prinzip hätten sie SENECA mit der Steuerung des Raumfahrzeugs beauftragen können, doch Thora hatte Zweifel, ob die Positronik dafür schon bereit war. Die Künstliche Intelligenz der SOL war erst kürzlich in den Hantelraumer transferiert worden und noch immer dabei, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Deccon schien ähnliche Gedanken zu hegen – sofern er SENECA überhaupt in Erwägung zog. Thora hatte auf der CREST II seit Jahren erfolgreich mit dieser KI zusammengearbeitet, für Deccon jedoch war es neu, etwas anderes als eine normale Positronik zur Verfügung zu haben.

Wir brauchen mehr Energie, forderte der Logiksektor. Erst mal ist die Richtung egal, nur raus aus diesem Hexenkessel. Ins Schwarze Loch hinein wird uns Kosum wohl nicht lenken.

»Deccon, wie viele Hyperenergiesilos sind bereits in Verwendung?«, rief Thora.

Der Kommandant wischte durch seine Holos. »Zwei sind leer, ein drittes wird gerade benutzt.«

»Können wir auf alle acht gleichzeitig zugreifen, damit Kosum ausreichend Energie bekommt, um mit einem Gewaltmanöver aus der Gefahrenzone auszubrechen? Sowohl was den Antrieb als auch was den Libraschirm angeht?«

»Den Versuch ist es wert. Danach haben wir allerdings ein neues Problem.«

Thora verstand, was er meinte. Die SOL bezog ihre Energie hauptsächlich aus einem Protonenreaktor, in dessen Kern ein winziges Schwarzes Loch integriert war. Die Materie, um diesen Reaktor zu betreiben, lieferten Prallfeldkollektoren, die das Benötigte während des Flugs aus dem All einsammelten. Dazu musste allerdings der Libraschirm abgeschaltet sein. Genau das war in Anbetracht der zerstörerischen Gewalten, die derzeit gegen die SOL brandeten, nicht möglich.

Also musste das Schiff auf die in den acht Siloröhren gespeicherte Hyperenergie zurückgreifen, was es schon zuvor während des Kampfs getan hatte. Die Energiereserven gingen seither rapide zur Neige. Waren die Silos komplett entleert und hatte die SOL den Plasmastrom zu diesem Zeitpunkt noch nicht verlassen, war das Spiel aus.

Die erhöhte Energiezufuhr hatte zumindest einen sichtbaren Erfolg: Die SOL kam besser voran, wenngleich Kosum unter der Belastung ächzte und stöhnte.

»Ich habe keine Ahnung, wohin wir müssen«, gab Mai Tai Tanaka zu. Die Funk- und Ortungsspezialistin brachte das Kunststück fertig, trotz des Chaos ringsum perfekt frisiert und geschminkt zu sein – wie immer erinnerte sie mit ihren bunten Strähnen und Zöpfchen an eine lebendig gewordene Animefigur. Nur etwas blass war sie unter dem Make-up. »Diese Umgebung macht es mir unmöglich, genaue Messungen zu erhalten. Also Kosum, ich würde sagen: einfach weiter geradeaus – oder eben dahin, wo Sie durchkommen.« Sie rieb sich die Schläfen.

Ein wenig professioneller Rat.

Aber ein sehr pragmatischer, insistierte der Logiksektor. Fällt dir eigentlich auf, dass etwas seltsam ist?

Ach ja? Meinst du den Plasmastrom oder die Tatsache, dass wir zehntausend Jahre in der Vergangenheit sind?

Ich meine die Effekte, von denen Waringer gesprochen hat. Das Ohrensausen.

Thora horchte in sich hinein. Ihr Extrasinn hatte wie üblich recht. Die sensorischen Empfindungen, die sie erfasst hatten, wurden immer intensiver: ein Flirren auf der Haut, ein Sirren in den Ohren. Als stünde sie unter Strom.

Während sie sich darauf konzentrierte, bemerkte sie etwas anderes. Die Holosphäre zeigte einen weiteren Plasmastoß, der auf die SOL zurollte.

»Vorsicht, Kosum!«, rief Thora instinktiv. Das Plasma umhüllte die SOL, doch der Energieschirm hielt, die Andruckabsorber taten ihren Dienst. Zumindest einen Moment lang.

Dann lief eine Erschütterung durch die Arbeitsstation von Montgomery – ihre nähere Umgebung indes war nicht betroffen. Die Erste Offizierin wurde quer durch die Zentrale geschleudert, schlug heftig mit dem Kopf auf den Boden.

Das ist der endgültige Beweis. Die Erschütterungen haben nichts mit den äußeren Einflüssen zu tun. Die SOL hat ein zusätzliches Problem, von dem wir keine Ahnung haben!

Thora desaktivierte die Prallfelder ihres Sessels, die ihr Schutz gegeben hatten, und lief zu Montgomery. »Medizinischer Notfall in der Zentrale!«, rief sie der Schiffspositronik zu, die daraufhin programmgemäß Medoroboter schicken würde.

Gleichzeitig mit Thora war Perry Rhodan aufgesprungen. Er rannte zu einer Frau aus der Wissenschaftlichen Abteilung von Waringer. Das kleine Expertenteam, das dem Hyperphysiker derzeit assistierte, hatte sich auf der obersten Rundgalerie der amphitheaterähnlichen Zentrale eingerichtet. Bei der jüngsten Plasmakollision hatte auch ihre Arbeitsstation mit einer Erschütterung reagiert. Dabei war die Wissenschaftlerin die Stufen der umlaufenden Tribüne heruntergestürzt und bis zur Basis der Zentrale gerollt. Mit schmerzverzogenem Gesicht hielt sie sich den Arm.

Um Rebecca Montgomery stand es schlimmer, wie Thora gleich bemerkte, als sie neben ihr niederkniete. »Doktor Breiskoll, ich habe hier eine bewusstlose Patientin mit einer stark blutenden Kopfwunde«, kontaktierte sie den Chefmediziner über ihr Multifunktionsarmband.

»Lassen Sie sie in die Medostation bringen«, kam die prompte Antwort. »Hier ist die Hölle los, viele Verletzte ... Meine Leute sind vollzählig im Einsatz.«

»Die Medoroboter übernehmen das.« Thora hatte ein mulmiges Gefühl dabei, auch wenn die soeben eingetroffene Maschine die Kopfwunde – einen klaffenden Riss – bereits versorgte.

Ich wünschte, Gucky wäre hier ...

Als habe der Mausbiber sie gehört – vielleicht hatte er das sogar, obwohl es eher unwahrscheinlich war, dass er alle Besatzungsmitglieder der SOL gleichzeitig belauschte – materialisierte der Teleporter in der Nähe und sah sich alarmiert um.

»Gucky, schnell!« Thora winkte ihn hastig zu sich. »Montgomery muss in die Krankenstation.«

Wie immer, wenn die Lage ernst war, stellte Gucky keine Fragen, sondern war im Bruchteil einer Sekunde mit der Verletzten verschwunden.

»Wie zur Hölle kann der Andruckabsorber ausfallen?«, brüllte Deccon in Richtung des Technokommandanten.

Hayes sah so wütend aus, wie sich Deccon anhörte. »Unsere Energiespeicher leeren sich rasant. Diese Umgebung saugt an unseren Schirmen, und es gibt überall an Bord energetische Schwankungen. Diese unerklärlichen Erschütterungen treten jedoch völlig willkürlich auf, unabhängig von den Plasmakollisionen.«

»Versuchen Sie, die Schwankungen in den Griff zu bekommen, indem Sie Energie an momentan unwichtigen Stellen sparen«, wies Thora ihn an.

Gucky materialisierte wieder. »Becky geht's gut, meint der Doc. Ist nur eine oberflächliche Wunde. Er hat ihr trotzdem verboten, mit hierher zurückzukommen.« Der Ilt schüttelte sich. »Auf der Medostation will ich momentan keinen Dienst tun, bei dem Chaos.«

Ozias Gruber schrie auf, weil eine grelle elektrische Entladung vom Arbeitspult seiner Vorgesetzten Vidonia Rocha auf seine Positronikkonsole übersprang und ihn nur knapp verfehlte.

Gucky rümpfte die Schnauze. »Wobei es bei euch nicht geruhsamer zugeht. Ich habe das Gefühl, dass die ganze SOL energetisch aufgeladen ist – es fühlt sich an, als würde mir jedes einzelne Fellhaar zu Berge stehen.«

»Dir geht das auch so?« Thora wollte konkret nachfragen, doch ihre Aufmerksamkeit wurde von Breckcrown Hayes abgelenkt.

Der Technokommandant war außer sich. »Was stellen Sie da an, Kosum? Unsere Energiereserven schrumpfen wie Wassereis in der Sonne! Wenn Sie so weitermachen, geht uns in einer Minute der Saft aus!«

Mentro Kosum hatte den Mund zu einem Zähnefletschen verzogen, und dicke Schweißperlen standen ihm auf der Stirn. Er stieß einen heiseren Schrei aus. »Jetzt!«

Erneut ruckte die SOL, wie im Außenbeobachtungsholo erkennbar war, wie ein bockender Esel, als sie einen Plasmastoß passierte und davon getroffen wurde; zumindest dieses Mal war es für die Besatzung nicht mechanisch spürbar. Kosum ließ sich davon nicht aufhalten. Er gab maximalen Vollschub – und die SOL schoss aus dem Plasmastrom heraus in den freien Raum.

Alle Besatzungsmitglieder in der Zentrale jubelten und klatschten, während sich Kosum erleichtert in seiner SERT-Liege zurücksinken ließ.

»Sie Teufelskerl!« Chart Deccon lachte, sein Kinn schwabbelte hin und her. »Sie haben es geschafft. Unsere Energiesilos sind nun zwar so gut wie leer, aber ...«

2.

Kurz zuvor im Beiboothangar

Atlan da Gonozal reichte Mirona Thetin die Hand, um ihr galant die letzten Schritte der Rampe hinunterzuhelfen, die von der GARTAVOUR in den Hangar der SOL führte. Mirona sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an, ignorierte die Hand und machte einen Sprung an ihm vorbei. Die Schwerelosigkeit in der Beiboothalle der SOL sorgte für ein elegantes Gleiten; das Gravitationsaggregat in ihrem Gürtel ließ sie sicher auf dem Metallboden aufsetzen.

Atlan unterdrückte ein Seufzen und folgte der schlanken Frau mit den langen, schwarzen Haaren, die momentan unter dem geschlossenen Helm der leichten Einsatzmontur verborgen waren. Selbst dieser Raumanzug, den sie im Vakuum des Großhangars tragen mussten, kleidete sie schmeichelhaft.

Er war der Kristallprinz, der Erbe des arkonidischen Imperiums und außerdem biologisch unsterblich, seit er vor Jahrtausenden einen Zellaktivator erhalten hatte. In all diesen Jahren hatte er viele Frauen gekannt. Geliebt hatte er nur wenige. Mirona Thetin, ebenfalls unsterblich und weitaus älter als er, war eine davon.

Ja, er liebte die Liduuri, doch Atlan hatte das Gefühl, dass sie sich in den vergangenen Jahren voneinander entfernt hatten. Er glaubte, dass sie etwas vor ihm verbarg. Sicher, Faktor Eins, wie sie bei den Meistern der Insel genannt wurde, hatte schon immer Geheimnisse gehabt. Aber Atlan hatte das sichere Gefühl, dass einige von Mironas Heimlichkeiten seit geraumer Zeit mit ihm zu tun hatten. Das gefiel ihm nicht. Und das wusste sie natürlich.

Gesten wie das Angebot seiner Hand beim Aussteigen strafte sie mit Verachtung, obwohl sie reiner Zuneigung entsprungen waren. Mirona war eine starke, selbstständige Frau, die jegliche Form von Schwäche ablehnte: bei Freunden, Feinden und bei ihrem Geliebten. Die Distanz, die sie künstlich zwischen ihnen schuf, besorgte ihn zusehends.

Doch für solch private Probleme war keine Zeit. Sie befanden sich mitten in einer Raumschlacht – mit Methans! Déjà-vu war eine zu harmlose Umschreibung für das, was Atlan gerade heimsuchte. Etwas hatte sie zehntausend Jahre in die Vergangenheit versetzt, hatten die Wissenschaftler der SOL gesagt. Atlan war fassungslos. Und wütend. Aber auf wen? Niemand von uns hat diese zeitliche Versetzung geplant! Wir nicht, und die Menschen erst recht nicht!

Sein Raumschiff, die GARTAVOUR, war soeben mittels Traktorstrahl während der Raumschlacht eingeschleust worden, genau wie Icho Tolots DOLAN – nach Aufforderung von Perry Rhodan. Weil der Hangar in der Nordkugel der SOL lediglich mit Prallfeldern zum Weltall hin abgeschirmt war, hatte es sich als erheblich einfacher erwiesen, dort zu landen, statt den offiziellen Gästehangar im zylindrischen Mittelteil der SOL anzusteuern, der über eine Großschleuse erreichbar war.

Atlan beschleunigte seine Schritte. Wie bei Mirona hielt ihn ein kleines Gravogerät sicher am Boden.

Ich muss in die Zentrale der SOL – ich bin der Einzige, der Erfahrung im Kampf mit den Wasserstoffatmern hat!

Alter Narr – hast du vergessen, dass auch die Terraner mittlerweile ihre Erfahrungen mit den Maahks gesammelt haben?, meldete sich sein Logiksektor zu Wort.

Das mag sein – doch dieser Krieg, in den wir hineingeraten sind, ist etwas völlig anderes als ein paar vereinzelt auftauchende Raumschiffe, mit denen sich Perry herumschlagen musste. Wir können von Glück sagen, wenn es nur die Maahks sind, mit denen wir es zu tun bekommen ...

»Hast du überhaupt eine Ahnung, wohin du rennst?«, fragte Mirona, während Atlan an ihr vorbeilief. Über die Funkverbindung verstand er sie trotz des Helms klar und deutlich.

Er blieb stehen. Sie hatte recht. Sie wussten nicht, wie die SOL aufgebaut war und wo sich die Zentrale befand. Schon allein der Hangar, in dem sie standen, war so groß, dass man die Orientierung verlieren konnte. Er war mindestens 150 Meter hoch, da die GARTAVOUR ebenso hineinpasste wie die etwas kleineren 100-Meter-Raumer, von denen mehr als ein Dutzend auf verschiedene Landeplätze in dem weiten Rund verteilt waren. Dazu kamen diverse 60-Meter-Korvetten und andere Beiboote, die nach und nach ebenfalls auf ihre Stellplätze zurückkehrten; einige davon hingen sogar unter der Decke.