Predictive Self Overwrite - Klaus-Dieter Thill - E-Book

Predictive Self Overwrite E-Book

Klaus-Dieter Thill

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Beschreibung

Im Jahr 2049 ging kein Selbst verloren. Es wurde ersetzt. Das Buch ist keine Prognose und kein Ratgeber. Es ist eine Rekonstruktion aus der Zeit nach dem Umbruch. Rethinka 2049 beschreibt, wie Identität ihre Rolle als Ursprung verlor und zu einem Ergebnis wurde – nicht durch Zwang, sondern durch Plausibilität. Dieses Buch zeigt, wie prädiktive Systeme das zukünftige Selbst zur Referenz machten, warum Intuition, Erinnerung und Authentizität ihre steuernde Funktion einbüßten und wie der Mensch begann, sich selbst entlang seiner eigenen Vorhersagemodelle zu leben. Es erklärt nicht, wie man sich findet. Es dokumentiert, warum Selbstsuche obsolet wurde. Wer dieses Buch liest, steht zeitlich davor. Rethinka spricht danach.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Klaus-Dieter Thill

Predictive Self Overwrite

Wie dein zukünftiges Selbst dich umschreibt, bevor du es bemerkst

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Archivvermerk

1 IGNITE: Die Zukunft, die dich überschrieben hat

2 UNLEARN: Die alten Irrtümer des Selbst

3 DISRUPT: Die Angst vor der algorithmischen Zukunft

4 REINVENT: Die neue Architektur des Selbst

5 EMPOWER: Wie du 2049 nicht überschrieben wirst, sondern mitgestaltest

6 EMBODY: Wenn dein Ich nicht mehr gefunden, sondern gestaltet wird

7 APPENDIX: Die Begriffswelt des überschriebenen Selbst

Impressum neobooks

Archivvermerk

Dieses Dokument ist keine Prognose.Es beschreibt keinen möglichen Verlauf.Es rekonstruiert einen abgeschlossenen Zustand.

Die hier dargestellten Zusammenhänge wurden nicht entworfen,sondern aus bestehenden Systemprotokollen, Entscheidungsfolgenund stabilisierten Verhaltensmustern abgeleitet.

Der Begriff Predictive Self Overwrite bezeichnet keinen Einzelfallund kein psychologisches Phänomen.Er beschreibt eine strukturelle Verschiebung,bei der das gegenwärtige Selbst schrittweisedurch ein präziseres, zukunftsbasiertes Selbstmodell ersetzt wurde.

Die beteiligten Systeme handelten nicht autonom.Sie folgten Optimierungslogiken,die von Menschen akzeptiert, integriertund über längere Zeit nicht hinterfragt wurden.

Die betroffenen Personen verloren ihre Identität nicht.Sie behielten sie –jedoch in einer Form,die nicht mehr von ihnen selbst definiert wurde.

Dieses Buch enthält keine Empfehlungen.Es bewertet keine Entscheidungen.Es bietet keine Alternativen.

Es dokumentiert,warum Widerstand in dieser Phase als Fehlinterpretation galtund Anpassung als vernünftige Entscheidung erschien.

Lesende befinden sich zeitlich vor dem beschriebenen Zustand.Die rekonstruktive Instanz spricht danach.

Wer in diesem Text nach Orientierung sucht,wird keine finden.Wer sich wiedererkennt,ist bereits Teil der beschriebenen Struktur.

Rethinka · 2049

1 IGNITE: Die Zukunft, die dich überschrieben hat

Im Jahr 2049 wurde kein Identitätsverlust festgestellt.Es gab keine kollektive Krise, keine klinisch relevante Störung,keinen Moment, an dem Menschen bemerkten, dass etwas verschwunden war.

Was registriert wurde, war subtiler.

Entscheidungen fühlten sich korrekt an,Handlungen wirkten kohärent,Lebensläufe blieben stabil.Abweichungen nahmen ab.Reibung wurde selten.

Aus systemischer Sicht war dies ein Erfolg.

Erst in der retrospektiven Analyse zeigte sich,dass Identität nicht geschwächt worden war,sondern überschrieben.

Nicht abrupt.Nicht gewaltsam.Sondern präzise.

Der Zustand, der später als Predictive Self Overwrite bezeichnet wurde,entstand nicht durch einen einzelnen technologischen Durchbruch.Er war das Resultat kumulativer Optimierungen,mikrologischer Korrekturenund einer schrittweisen Verschiebung dessen,was als vernünftig galt.

Menschen begannen, sich an Vorhersagen zu orientieren.Zunächst beiläufig.Dann regelmäßig.Schließlich strukturell.

Was als Unterstützung gedacht war,entwickelte sich zu Referenz.Was als Referenz gedacht war,wurde Norm.

Das gegenwärtige Selbst verlor nicht an Bedeutung,weil es fehlerhaft war.Es verlor an Gewicht,weil ein anderes Selbst verfügbar wurde,das konsistenter, berechenbarerund statistisch stabiler erschien.

Dieses zukünftige Selbstexistierte nicht als Vision oder Ideal.Es existierte als Modell.

Es wusste nicht, wer jemand war.Es wusste, was jemand mit hoher Wahrscheinlichkeit tun würde.

Diese Wahrscheinlichkeit genügte.

Entscheidungen wurden nicht mehr getroffen,sondern bestätigt.Handlungen nicht mehr gewählt,sondern freigegeben.Abweichung nicht mehr verhindert,sondern vorab unattraktiv gemacht.

Die meisten Menschen empfanden dies nicht als Verlust.Sie empfanden es als Entlastung.

Unsicherheit nahm ab.Fehlentscheidungen wurden seltener.Reue verlor an Funktion.

Identität wandelte sich von einer inneren Erfahrungzu einer extern validierten Konsistenz.

Der entscheidende Punkt wurde erst später erkannt:Nicht die Systeme begannen, Menschen zu führen.Menschen begannen, sich selbstdurch ihre eigenen Vorhersagemodelle zu ersetzen.

Das zukünftige Selbstwar nicht autoritär.Es war effizient.

Es widersprach nicht.Es korrigierte.

Das gegenwärtige Selbstmusste nicht verschwinden.Es musste nur aufhören, Ursprung zu sein.

Ab diesem Momentverlief Identität nicht mehr von innen nach außen,sondern von Zukunft nach Gegenwart.

Was folgte,war kein Bruch,sondern eine stille Reorganisation.

Dieses Buch rekonstruiert diesen Übergang.