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Dieses Buch begründet nichts. Es setzt dort an, wo Begründungen ihre ordnende Kraft verloren haben. In einer Welt, in der Entscheidungen erklärbar, delegierbar und absicherbar geworden sind, verschwindet Verantwortung nicht – sie wird ersetzt. Durch Gründe. Durch Moral. Durch Systeme. *Responsibility Without Reason* beschreibt, was geschieht, wenn diese Ersetzungen nicht mehr tragen. Dieses Buch ist kein ethischer Entwurf und kein moralischer Appell. Es untersucht Verantwortung als Ausrichtung: lokal, situativ, nicht übertragbar. Nicht als Haltung. Nicht als Prinzip. Sondern als Wahrnehmung dessen, was eine Handlung verzerrt – oder trägt. Wer dieses Buch liest, findet keine Anleitung. Aber eine Grenze. Und die Frage, was Handeln bedeutet, wenn nichts mehr gerechtfertigt werden muss.
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Seitenzahl: 14
Veröffentlichungsjahr: 2026
Klaus-Dieter Thill
Responsibility Without Reason
Alignment After Meaning
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Teil I – Der Irrtum
Teil II – Der Verlust
Teil III – Die Rückkehr
Teil IV – Situationen
Teil V – Ausrichtung
Teil VI – Fehllektüren
Teil VII – Die Grenze
Teil VIII – Die Grenze der Grenze
Impressum neobooks
Verantwortung beginnt nicht dort, wo Gründe genannt werden.Sie beginnt dort, wo Handlungen aufhören, sich rechtfertigen zu müssen.
Lange Zeit galt Erklärung als Voraussetzung von Verantwortung.Wer handelte, sollte sagen können, warum.Nicht um zu handeln,sondern um das Handeln im Nachhinein zu stabilisieren.
Was dabei entstand,war keine Orientierung,sondern ein Netz aus Gründen,das sich über jede Entscheidung legteund sie erträglich machte.
Dieses Buch setzt dort ein,wo dieses Netz seine Spannung verloren hat.
Verantwortung galt lange als etwas,das aus Gründen entsteht.Aus Einsicht.Aus Moral.Aus bewusster Entscheidung.
Diese Annahme war bequem.Sie machte Handeln erklärbarund Schuld verhandelbar.
Sie war falsch.
Verantwortung war nie moralisch.Moral kam später.
Was wir Moral nannten,war kein Ursprung von Handeln,sondern ein Deutungsrahmen,der Handlungen nachträglich einordnete.
Man handelte.Und erst danach fragte man,ob es richtig gewesen war.
Diese Reihenfolge wurde selten infrage gestellt.Denn sie stabilisierte Systeme.
Begründung war kein Auslöser.Sie war ein Stabilisator.
Sie sorgte dafür,dass Entscheidungennicht als Brüche erschienen,sondern als nachvollziehbare Schritteinnerhalb eines akzeptierten Rahmens.
Wo Gründe genannt werden konnten,musste niemand genauer hinsehen.
Handlungen wirkten legitim,sobald sie erklärt waren.Nicht, weil sie richtig waren,sondern weil sie anschlussfähig wurden.
