Prominente Schnauzen - Jule Gölsdorf - E-Book

Prominente Schnauzen E-Book

Jule Gölsdorf

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Beschreibung

Was haben ein Fußballprofi, eine TV-Moderatorin und ein Designer gemeinsam? Die bedingungslose Liebe zu ihren vierbeinigen Begleitern! Prominente Schnauzen nimmt die Lesenden mit in die Wohnzimmer, Gärten und Herzen von Prominenten und zeigt die besondere Beziehung zwischen Mensch und Hund. In 20 persönlichen Porträts erzählen bekannte Persönlichkeiten von den Herausforderungen, kuriosen Eigenheiten und tiefen Bindungen, die sie mit ihren Hunden teilen. Ergänzt wird das Buch durch spannendes Hintergrundwissen rund um die liebsten Vierbeiner – wie wirkt sich der Hund auf die Gesundheit des Menschen aus? Wie groß ist das Flirtpotenzial mit Hund? Und sollte der Hund mit ins Bett dürfen? Ein Buch, das alle Tierliebhaberinnen und -liebhaber begeistert!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 300

Veröffentlichungsjahr: 2025

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JULE GÖLSDORF,CHRISTINE LANGNER

PROMINENTE SCHNAU EN

VON STARS, IHREN VIERBEINERN & BESONDEREN MOMENTEN

„EIN HUND IST WIE EIN HERZ AUF VIER PFOTEN.“

INHALT

Vorwort

Vier Pfoten, ein Herz – warum Hunde unsere besten Freunde sind

Laura Wontorra

Ursula Karven

Mitri Sirin

Wie findet man seinen perfekten Hund?

Regina Halmich

Bettina Böttinger

Sitz, Platz, Bleib

Nina Ruge

Janine Kunze

Im Bett oder lieber nicht? Nähe & Grenzen

Nele Neuhaus

Cornelia Poletto

Wenn der Hund allein zu Hause ist

Frederik Pleitgen

Sven Lorig

Zweite Chance, große Liebe – Hunde aus dem Tierschutz

Thomas Anders

Petra Gerster

Was kommt in den Napf?

Sabrina Setlur

Urlaub mit Fellnase

Andreas von Thien

Ildiko von Kürthy

So klappt’s mit dem Hund am Arbeitsplatz

Sebastian Puffpaff

Flirten an der Leine – wie der Hund das Liebesleben beeinflusst

Johannes Hinterseer

Ein neuer Mensch zieht ein – wie Hund und Baby zusammenwachsen

Roman Weidenfeller

Gassigehen mit Trainingseffekt

Jennifer Sieglar & Tim Schreder

Mit Hund entspannt durch die Feiertage

Bärbel Schäfer

Leon Löwentraut

Waschen, schneiden, föhnen

Philipp Isterewicz

Masih Samin

Abschied nehmen – wenn der letzte Weg beginnt

Abschluss & Danksagung

Impressum

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VORWORT

Die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben – und die allerschönsten das Leben mit Hund!

Unsere Vierbeiner Benji und Fred haben uns jedenfalls ganz schön ums Pfötchen gewickelt und sich einen festen Platz in unseren Herzen erobert. Und natürlich liefern die zwei Gauner auch jede Menge Stoff, um stundenlang Geschichten über sie zu erzählen. Diese Wärme, die ein Hund ins Leben bringt, zum Beispiel dann, wenn Benji Christine begrüßt, indem er vor Freude einen Schuh an die Tür bringt, oder Fred Jules Hand ganz vorsichtig ins Maul nimmt, um seine Zuneigung zu zeigen, ist einfach etwas ganz Besonderes. Natürlich sind die beiden Lockenköpfe – Benji ist ein Goldendoodle und Fred ein Zwergpudel – vollwertige Familienmitglieder. Wir sind eben Hundemenschen! Tiere bereichern das Leben und sind gut für Körper und Seele. Allein das Berühren einer Fellnase beruhigt und senkt das Stresslevel. Ein Haustier in der Nähe zu haben, ist einfach schön. Ob zu Hause oder im Büro: Immer wieder ist es interessant zu sehen, wie ein Tier die Stimmung verbessert. Sicherlich werden die meisten von euch das bestätigen! Jedenfalls war es bei uns beiden so, und wir sind froh, Hunde in unserem Leben zu haben.

Christine kommt aus einer richtigen Hundefamilie: Schon ihre Mutter ist mit Hunden aufgewachsen, ihre Schwester hat einen Cockerspaniel, der Vater hatte einen Rottweiler, und sie selbst hat in ihrem Leben Platz für einen Golden Doodle geschaffen, den eine Freundin ihr vorgeschlagen hatte. Beim ersten Foto war sie bereits so eingenommen von Benjis lieben braunen Augen, dass sofort klar war: Dieser Hund gehört ab jetzt zur Familie! Schon in ihrer Kindheit, die sie unter anderem in Belgien verbrachte, gehörte ein Puli, ein ungarischer Hirtenhund, zur Familie. Strolch war zehn Jahre lang ein treuer Begleiter, sogar beim Umzug nach Brasilien! Mit seinen langen Rastalocken war die dortige Hitze eine große Herausforderung für ihn, die er, treu wie ein Hund eben ist, über vier Jahre gut meisterte. Die Familie war so angetan von der Rasse, dass nach Strolch später noch ein zweiter Puli in Christines Leben kam, der dann 16 Jahre lang zur Familie gehörte. Mit dem Geruch eines Hundes einzuschlafen und mit Schlecken und Schwanzwedeln aufzuwachen – diese Erfahrung wollte Christine auch mit ihrer Tochter Zoe teilen, weshalb heute der schon erwähnte Benji mit zum Kölner Rudel gehört.

Bei Jule kam ein Hund erst später ins Leben. Sie wuchs mit einem Pflegekaninchen und den Hühnern und Katzen der Großeltern auf, im Teenageralter war sie dann komplett pferdeverrückt. Deshalb gehörten auch viele Jahre die Pferde Voyage und Wantje mit zur Familie. Im Alter zwischen zwölf und Anfang 20 verbrachte Jule fast ihre ganze Freizeit im Pferdestall. Schon damals hätte sie gerne einen Hund gehabt, doch dieser Wunsch erfüllte sich erst später. Eigentlich wollte sie immer einen Jack Russel als Begleiter haben, weil ihr als Hunde-Greenhorn aber der gesamte Bekanntenkreis von einem Jagdhund abgeraten hatte, wurde es dann ein Pudel. Inzwischen weiß Jule, dass der als besonders intelligent geltende Pudel nicht unbedingt einfach zu erziehen ist. Aber was soll´s: Freds großen, braunen Kulleraugen kann sie eben nicht widerstehen.

Benji und Fred in unser Rudel aufzunehmen, war für uns beide eine absolute Herzensentscheidung, die uns als Freundinnen noch enger miteinander verbunden hat – denn immerhin besteht unsere Freundschaft schon seit über 20 Jahren! Kennengelernt haben wir uns in den ersten Jahren beim Fernsehen, während eines Volontariats. Wir hatten das Glück, danach nicht nur Freundinnen zu bleiben, sondern auch für den selben Sender zu arbeiten, nämlich n-tv. Ganz nebenbei stellten wir unseren Podcast „Auf die Schnauze! Haustiere und ihre Promis“ auf die Beine, in dem wir in jeder Folge mit einem anderen Promi über das Leben mit Haustier plaudern. Denn viele Prominente sind stolze Haustierbesitzer – und schätzen das Zusammenleben mit einem Tier sehr. „Ein Hund ist ein wunderbarer Begleiter, weil er immer treu an deiner Seite, loyal und dankbar ist“, findet zum Beispiel Fußball-Weltmeister Roman Weidenfeller. Boxerin Regina Halmich fügt hinzu: „Er steht bedingungslos hinter dir!“ Und Künstler Leon Löwentraut fasst das Leben mit einem Vierbeiner ganz einfach zusammen: „Ein Hund bringt Harmonie!“

Selbst kurze Ausschnitte aus unseren Interviews zeigen, dass ein Haustier immer ein gutes Gesprächsthema ist. Natürlich erfährt man dabei auch eine Menge über Frauchen und Herrchen, denn ein Gespräch über Tiere offenbart ganz andere Seiten einer Person: Es öffnet die Tür zur Seele, gibt Einblicke, die man sonst nicht bekommen hätte. Denn welches Tier sich jemand aussucht und wie er mit ihm umgeht, sagt doch eine ganze Menge aus!

Wusstet ihr zum Beispiel, dass Moderatorin Petra Gerster einen Hund zur Bedingung für eine Ehe gemacht hat? Dass Krimiautorin Nele Neuhaus ihrem Hund als Erstes verrät, wer der Mörder in ihren Büchern ist? Oder dass die Hunde von Maler Leon Löwentraut ihre Pfotenabdrücke auf den Bildern hinterlassen?

Wir haben unglaublich schöne Interviews geführt: unterhaltsam, lustig, ehrlich, offen, emotional, manchmal traurig und bewegend, aber in jedem Fall immer fesselnd! Eine Frage kam dabei immer wieder auf: Dürfen Tiere ins Bett oder nicht? Während Sebastian Pufpaff das strikt ablehnt, guckt Thomas Anders zumindest liebevoll weg, wenn der Vierbeiner ins Bett kommt. Bettina Böttinger mag es gerne, wenn Finchen und Ilse an ihrer Seite übernachten, und auch bei Janine Kunze liegt der Maltipoo ganz selbstverständlich im Bett oder auf der Couch.

Aber natürlich ist das nicht das einzige Thema, dem wir uns ausführlicher widmen. Was macht die Beziehung zwischen Mensch und Hund so besonders? Wie bleibt der Vierbeiner entspannt allein zuhause? Wie komme ich mit meinem vierbeinigen Liebling sicher durch die Feiertage? Wie kommt ein Hund mit einem Baby klar? Und wie nehme ich Abschied vom geliebten Haustier? All diese Fragen kommen in den Interviews zur Sprache.

Man sieht also, dass Prominente die gleichen Probleme zu meistern haben, wie alle anderen auch. Das ist doch ganz beruhigend, oder? Auch sie verstehen ihren Hund manchmal nicht und suchen Rat bei einem Trainer. Jeder hat seine Problemchen, die ihn als Haustierbesitzer beschäftigen, Themen, die viele von uns genauso umtreiben. Das war für uns die Motivation zu diesem Buch.

Wir haben nicht nur wunderbare Gespräche mit Prominenten geführt und die schönsten Geschichten zusammengetragen, sondern uns aus den Interviews auch Themen herausgegriffen, die die meisten Haustierbesitzer interessieren. Dazu haben wir dann den Hunde -Verhaltenstherapeuten Masih Samin interviewt, der nochmal eine ganz andere Sichtweise eröffnet. Er gibt wertvolle Tipps und Informationen rund um unsere Vierbeiner. Viele von euch kennen Masih vielleicht schon durch seine erfolgreichen Bücher oder TV-Auftritte, und wer aus Köln und Umgebung kommt, hat ihn bestimmt schon mal mit seinem Rudel durch den Stadtwald streifen sehen. Mit seiner besonders einfühlsamen Art kann er sowohl Hunde als auch Menschen gut analysieren. Wir haben ihn als Gast in unserem Podcast kennen und schätzen gelernt, sogar mit ihm trainiert und freuen uns sehr, dass wir ihn auch für unser Buch gewinnen konnten!

Jetzt hoffen wir, dass unsere Interviews euch genauso viel Spaß machen wie uns!

Christine & Jule

Vier Pfoten, ein Herz – warum Hunde unsere besten Freunde sind

Die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeinern ist eine ganz besondere – nicht umsonst nennen wir den Hund den besten Freund des Menschen. Schon vor Tausenden von Jahren fanden die Vorläufer der Hunde, die Wölfe, heraus, dass es Vorteile haben kann, sich menschlichen Siedlungen zu nähern, denn dort fanden sie häufig etwas zum Fressen. Nachdem die Nachfahren der Wölfe domestiziert worden waren, profitierten auch die Menschen von dessen Anwesenheit, da sie dann sicherer vor anderen gefährlichen Wildtieren waren. Seither leben Mensch und Hund zusammen, bilden quasi ein artenübergreifendes Rudel – wo immer auf der Welt Menschen unterwegs waren, fanden sich meistens auch Hundefährten. Da sowohl Menschen als auch Hunde soziale Wesen sind, funktioniert das Zusammenleben ziemlich gut. Heutzutage gibt es daher in jedem fünften Haushalt mindestens einen Hund. Die Rolle des Nutztiers nimmt der Vierbeiner aber nur noch selten ein – auch wenn es weiterhin Hunde mit Sonderaufgaben gibt, wie Jagd-, Spür- oder Blindenhunde – meistens ist unser vierbeiniger Freund einfach nur ein vollwertiges Familienmitglied. Ob es sich nun um eine große Deutsche Dogge, einen schnittigen Windhund oder einen kleinen Zwergpinscher handelt – was fast alle eint, ist das innige Verhältnis, die bedingungslose Hingabe zu ihren Besitzern – und umgekehrt!

Da erstaunt es nicht, dass Hunde-Mensch-Interaktionen sich positiv auswirken: Studien zeigen, dass beim Streicheln eines Hundes schon nach etwa drei Minuten das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet und das Stresshormon Cortisol reduziert wird. Dies beobachtet man nicht nur beim Hundebesitzer, sondern auch beim Vierbeiner. Da es eine starke Bindung aufbaut, ist das Kuscheln also für beide Seiten gewinnbringend. Doch warum konnte sich der Hund so wunderbar in die menschliche Gemeinschaft einfügen? Ein Grund ist sicherlich, dass Hunde ähnliche Emotionen empfinden können wie wir Menschen: zum Beispiel Freude, Trauer, Ärger oder Angst. Hunde können auch jemanden vermissen, denn unsere Vierbeiner sind sehr sozial, können sogar Emotionen ausdrücken, und als Rudeltiere vermissen sie eben den Teil des Rudels, der gerade fehlt. Natürlich können wir unsere Tiere nicht befragen und werden daher nie genau wissen, was ein Hund denkt oder fühlt. Aber es gibt Hunde, die beim Trauern antriebslos sind, nicht fressen, sich manchmal vor die Tür legen, winseln oder bei anderen vertrauten Personen Trost suchen. Andererseits können sich unsere tierischen Begleiter relativ schnell auf eine neue Situation einstellen, weil sie eben im Hier und Jetzt leben. Manchmal ähneln individuelle Eigenschaften denen von uns Menschen so sehr, dass man denken könnte, Hunde seien menschliche Wesen.

Bezüglich Herrchen oder Frauchen hat eine Psychologin der Universität Bonn vor einigen Jahren drei Typen von Hundehaltern definiert: Der prestigeorientierte Hundebesitzer will mit seinem tierischen Begleiter vor allem sein eigenes Selbstbewusstsein stärken und sein Ansehen verbessern, mit den Bedürfnissen seines Hundes beschäftigt er sich allerdings eher wenig und neigt dazu, den Hund zu vermenschlichen. Man könnte sogar sagen, der Hund dienst als Lifestyle-Accessoire. Für den stark auf seinen Hund fixierten Hundehalter dagegen ist der Vierbeiner sein Ein und Alles, die Bedürfnisse des Tieres sind ihm extrem wichtig, allerdings vermenschlicht er den Hund nicht – dennoch fühlt er sich häufig eher zu Tieren als zu Menschen hingezogen. Hier besteht in der Regel eine intensive Hund-Mensch-Beziehung. Der dritte im Bunde, der naturverbundene und soziale Hundehalter, beschäftigt sich aktiv mit seinem Vierbeiner, ist kontaktfreudig und genießt es, über den Hund andere Menschen kennenzulernen. Er achtet auf eine gute Erziehung seines Hundes, und die Mensch-Hund-Beziehung ist ebenfalls sehr gut.

Bei der Untersuchung zeigte sich auch: Wie gut Mensch und Hund miteinander auskommen, hängt we niger vom Vierbeiner, als vielmehr vom Verhalten des Zweibeiners am anderen Ende der Leine ab – ein wenig überraschendes Ergebnis! Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist nicht frei von Missverständnissen und sagt einiges über die menschlichen Bedürfnisse aus – der Hund ist quasi ein Spiegel dessen, was man sich im Leben wünscht. Zum Beispiel kann sich das Verlangen nach Macht zeigen. Menschen, die sich im Leben häufig ohnmächtig fühlen, sehen im Umgang mit einem Hund die Chance, Kontrolle und Stärke zu gewinnen. Manche Hundebesitzer fokussieren sich auf das Kuscheln mit dem Hund, weil Nähe und Wärme in ihrem Leben fehlen. Wieder andere sehen in einem Hund eine Art Kinderersatz oder eine Beschäftigung für bereits vorhandene Kinder. Das Problem dabei ist, dass das Tier Wünsche erfüllen und Bedürfnisse befriedigen soll, die im Leben der Menschen unerfüllt geblieben sind – eine sehr egoistische Haltung!

Für eine artgerechte Haltung sollten sich Hundebesitzer mehr auf den Hund konzentrieren und nicht primär auf das, was sie selbst wollen. Wichtig zu bedenken wäre auch, dass ein aktuelles Bedürfnis eine Momentaufnahme sein kann, unsere Hunde aber um die 15 Jahre alt werden, und dass der Hund, auch wenn sich das Bedürfnis längst verflüchtigt hat, immer noch da ist! Das ist dann häufig der Moment, in dem die Hunde weggegeben werden, weil Menschen zu kurzfristig denken und entscheiden.

Stehen sich Mensch und Hund wirklich nahe, kann die Hund-Mensch-Beziehung eine echte Win-win-Situation sein! Unter anderem liegt das am sogenannten Cinderella- oder Aschenputtel-Effekt: Hunde wirken sich positiv auf unser Selbstwertgefühl aus, denn die Vierbeiner bewerten uns nicht nach Aussehen, Vermögen oder sozialem Status, sie lieben uns bedingungslos – was natürlich der Seele gut tut. Tiere schenken uns Zuneigung und Nähe, Vertrauen, Trost und Geborgenheit. Außerdem geben sie uns das Gefühl, gebraucht zu werden. Laut einer neuen Studie der Eötvos-Loránd-Universität in Budapest kommt die Beziehung zwischen Hund und Mensch der Eltern-Kind-Beziehung und der Bindung zum besten Freund gleich. Auf der Kind-Ebene dominieren dabei Aspekte wie Fürsorge und Beziehungssicherheit, auf Freundschaftsebene die konfliktarme Gesellschaft. Eine andere Studie aus Großbritannien kommt sogar zu dem Schluss, dass ein Haustier genauso wohltuend sein kann wie ein Ehepartner. Die Forscher haben untersucht, wie viel ein Vierbeiner zur Lebenszufriedenheit beiträgt, und den Wert in Geld umgerechnet. Das Ergebnis: Ein Haustier ist in etwa gleich viel Wert wie eine Heirat oder regelmäßige Treffen mit der Familie. Gleichzeitig hilft der Hund beim Knüpfen von sozialen Kontakten. Wer kennt das nicht, dass man beim Spaziergang mit dem Vierbeiner andere Hundebesitzer trifft und über das Tier eher mit anderen Menschen ins Gespräch kommt.

Bleibt die Frage: Ist der Hund wirklich der beste oder sogar bessere Freund des Menschen? Psychologen sehen diese Wertung häufig kritisch – wobei es natürlich auch davon abhängt, was man von einer Freundschaft erwartet. Ein Hund ist von seinem Besitzer abhängig und teilt im Prinzip dessen Meinung, auch wenn jetzt das eine oder andere Herrchen oder Frauchen schmunzeln und vom eigenen Kopf des Tieres schwadronieren wird. Hunde sind Rudeltiere, und jedes Rudel hat einen Anführer – das sollte natürlich der Hundehalter sein. Allein schon deshalb, um dem Hund die nötige Sicherheit zu geben, denn Vierbeiner fühlen sich unsicher und kommen nicht zur Ruhe, wenn sie permanent das Gefühl haben, sie müssten alles alleine regeln.

Die Hund-Mensch-Beziehung ist also keine Beziehung auf Augenhöhe, die Kommunikation mit dem Hund jedoch schon. Wenn wir seine Sprache verstehen, funktioniert das Zusammenleben auch reibungslos. Dazu genügt ja manchmal schon ein Blick. Blickkontakte sind sehr wichtig, denn Hunde tauschen darüber Informationen mit ihren Menschen aus, außerdem entsteht dabei ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Natürlich können uns unsere vierbeinigen Kumpel mit ihrem sprichwörtlichen Hundeblick auch komplett um den Finger wickeln! Die oft geäußerte Vermutung, dass Herr und Hund sich im Laufe der Jahre immer ähnlicher werden, hält sich hartnäckig, und tatsächlich gibt es dafür wissenschaftliche Anhaltspunkte. Offenbar suchen sich viele Menschen unbewusst Hunde aus, die eine gewisse Ähnlichkeit mit ihnen selbst aufweisen. Psychologisch betrachtet, könnte das daran liegen, dass Menschen Partner bevorzugen, in denen sie sich widerspiegeln, was auch für den Vierbeiner gelten könnte. Durch Ähnlichkeit entsteht Sympathie, weil wir Ähnliches vertrauter und beruhigender finden. Für eine Studie von Michael Roy aus dem Jahr 2004 wurden 45 Hundebesitzer und ihre Hunde fotografiert, und unabhängige Beobachter sollten hinterher anhand der Fotos zuordnen, wer zu wem gehört, was auch gut gelang. Bei reinrassigen Tiere konnten die Teilnehmer der Studie die Paare häufiger zuordnen als bei Mischlingen. Grundsätzlich gilt, dass die Ähnlichkeit von Herrchen und Hund eher aus der bewussten Auswahl eines ähnlichen Hundes resultiert, als aus der späteren Angleichung. Dennoch gibt es auch Hinweise, dass sich Hund und Halter über Jahre anpassen können, zum Beispiel bei der Körpersprache.

Wir beenden dieses interessante Kapitel mit einem Zitat von Hildegard von Bingen:

„GIB DEM MENSCHEN EINEN HUND, UND SEINE SEELE WIRD GESUND.“

FRAGEN AN MASIH SAMIN

Was ist das Besondere an der Hund-Mensch-Beziehung?

Es ist doch verrückt, wie viel Einfluss wir auf eine fremde Spezies haben! Der Mensch ist der erste Sozialpartner des Hundes, nicht etwa ein anderer Hund, denn unser Vierbeiner hat einen Folgetrieb, das heißt, ähnlich wie wir Menschen geht er dorthin, wo seine Grundbedürfnisse gestillt werden. Das sind Nahrung, Bewegung, soziale Kontakte, ein Dach über dem Kopf und Zuneigung. Dadurch haben Hunde zu uns Menschen die engste Bindung. Ein Hund läuft zunächst demjenigen nach, der diese Aufgaben für ihn übernimmt. Eine emotionale Bindung entsteht erst später, die muss man sich erarbeiten.

Gibt es Hunde-Mensch-Beziehungen, die zu eng sind?

Ja – aber die gibt es zwischen Menschen auch! Es gibt sogar toxische Beziehungen zwischen Mensch und Hund. Wir haben oft eine zu stark romantisierte Beziehung zu unseren Hunden. Ich liebe meine Hunde über alles, ich würde ihnen alles geben, aber ich respektiere sie als das, was sie sind: Hunde. Man sollte Hunden nicht mehr zumuten, als sie tragen können. Wenn ich emotional unsortiert bin, darf ich das nicht an meinen Hunden auslassen. Die Beziehung zwischen Hund und Mensch muss ein gesundes Maß haben, wenn dein Hund dich nicht als Frauchen akzeptiert, sondern dich als Weibchen sieht, hast du ein Problem!

Viele sagen ja, dass Hunde gute Tröster sind?!

Natürlich – der Mensch ist der erste Sozialpartner des Hundes! Wir geben ihnen Sicherheit, sind Familie, Rudel. Hunde können um ihr verstorbenes Herrchen trauern. Sie besitzen ein Zeitgefühl – anders als wir: Über Geruchspartikel erkennen sie, wie lange jemand weg ist, denn diese nehmen mit der Zeit ab.

Können Hunde vermissen?

Fühlt der Hund das wirklich? Spendet er Trost? Oder zeigt er einfach nur Interesse an seinem Menschen? Wir wissen nicht, ob Hunde bewusst trösten – und ich finde, das sollte auch nicht ihre Aufgabe sein! Wenn ein Mensch emotional ausbricht oder sich lautstark streitet, sollte das nicht vor dem Hund geschehen, denn das verunsichert ihn. Hunde sind sehr sensibel – negative Energie sollten wir nicht bei ihnen abladen. Ich möchte nicht, dass mein Hund oder mein Kind mich trösten – das wäre zu viel Ballast für kleine Seelen.

LAURA WONTORRA & HUND MILO

STECKBRIEF

So sieht mein Hund aus:

Mein Hund Milo ist eine Promenadenmischung! Niemand weiß, welche Rassen da vertreten sind. Er ist weiß, schwarz und braun und sieht aus wie ein Jack-Russell-Terrier-Mix.

Die menschlichste Eigenschaft:

Er kuschelt sehr gerne. Wenn er sich auf den Rücken legt und die Beine in die Höhe streckt, dann weiß ich, jetzt soll ich ihn am Bauch kraulen. Und er ist sehr auf Menschen fixiert.

Die witzigste Macke:

Seine witzigste Macke ist auch die nervigste: Er kläfft fremde Hunde an, aber nur manchmal, das ist abhängig von der Tagesform. Man könnte dann meinen, mein Hund hat seine Tage. Witzig ist es deshalb, weil ich überhaupt kein Muster erkennen kann.

Hund im Bett oder im Körbchen:

Vor Milo hätte ich gesagt, einen Hund ins Bett zu lassen, ist das absolute No-Go! Aber ich habe verloren, er hat Bett und Sofa erobert.

Laura wurde das Showtalent sozusagen in die Wiege gelegt, ebenso wie die Liebe zum Fußball: Der Name Wontorra ist in Deutschland ein fester Begriff. Ebenso wie ihr Vater Jörg hat sie eine beeindruckende Karriere vorzuweisen. Ob in Jeans am Rand des Fußballfeldes oder im Glitzerkleid auf der Showtreppe – sie ist die Frau, die im deutschen Fernsehen jede Aufgabe charmant, schlagfertig und mit viel Know-how meistert. Neben ihrem Faible für Fußball hat Laura die Begeisterung für Vierbeiner vom Elternhaus übernommen. Schon immer hat die Familie Hunden aus dem Tierschutz ein neues, kuscheliges Zuhause ge-geben. Dieser Tradition ist Laura treu geblieben. Sie lebt mit ihrem Vierbeiner Milo in Köln.

Wer mit Laura spricht, wird schnell in ihren Bann gezogen, vor allem durch ihre unglaublich aufgeschlossene und mitreißende Art zu erzählen. Schnell wird klar: Diese Frau hat viel Energie und macht die unterschiedlichsten Dinge mit Leidenschaft. Ein Bürojob am Schreibtisch wäre nichts für sie, da würde sie sich eher eingesperrt fühlen. „Ich sehe mich eher mit meinem Hund Milo in der freien Natur, auf dem Golfplatz oder an netten Dinner-Tables! Am liebsten natürlich im Fußballstadion.“

“Wann immer es geht, nimmt Laura Milo mit. „Ich habe den Hund vom Tierschutz, ursprünglich stammt er aus Rumänien. Von seiner Statur her ist er wie ein Terrier, also kniehoch. Und er hat süße Schlappohren. Er ist ein kleines Model, nicht so ein klassischer Zuchthund, aber wirklich cute und charmy.“

Mit diesem Charme hat Milo sich auch zu Hause schnell sein Reich erobert. „Am Anfang habe ich mit ihm im Wohnzimmer geschlafen, damit er keine Angst hat. Milo sollte nicht aufs Sofa springen und nicht ins Bett kommen. 14 Tage habe ich das durchgehalten, am Ende aber verloren – er hat alles erobert, Sofa und Bett!“ Milo liebt es, seinen Menschen nahe zu sein. „Wir haben in unserer Familie immer Tierschutzhunde gehabt, und ich hatte das Gefühl, dass sie durch ihre Vergangenheit vielleicht besonders anhänglich sind.“

Ein Hund vom Züchter kam für Laura nie infrage. „Ich kann jeden verstehen, der sagt, ich möchte eine bestimmte Rasse, weil ich bestimmte Eigenschaften an einem Hund schätze. Für mich war durch meine Familiengeschichte klar, dass ich einem Lebewesen eine zweite Chance geben wollte!“ Nach ihrem Studium hat sich Laura den Wunsch nach einem eigenen Hund erfüllt. „Ich habe mir sehr gut überlegt, ob ich das überhaupt mit meinem Job vereinbaren kann. Denn ein Hund aus dem Tierschutz ist ja ein Lebewesen, das schon einmal bitter enttäuscht worden ist. So ein Tier sollte das auf keinen Fall nochmal erleben! Daher plädiere ich dafür, gerade bei Tierschutzhunden fünfmal drüber nachzudenken, ob man das alles gestemmt bekommt. Gibt es zum Beispiel Familie und Freunde, die mal aushelfen können? Denn diese Hunde sollten auf gar keinen Fall nochmal zurückgewiesen werden.“

Auch Laura hat sich für ihre Entscheidung Zeit gelassen. „Bei mir hat es etwa zwei Jahre gedauert, bis ich das richtige Setup hatte und Milo zu mir kam, da war er etwa sechs Monate alt. Er hat in Rumänien mehrere Monate auf der Straße gelebt, drei seiner Geschwister sind gestorben. Nur Milo und eine Schwester haben überlebt und sind dann nach Deutschland gekommen.“

Eingewöhnungsprobleme hatte Milo nicht, aber eine Eigenart, die er mitbrachte, hat er bis heute nicht abgelegt: „Er ist bis sehr ängstlich, wenn er etwas noch nicht kennt. Wasser zum Beispiel ist überhaupt nicht sein Element. Ich bin oft an der Nordsee, auf Sylt. Ich versuche seit Jahren, ihn ins Wasser zu bekommen, aber er will einfach nicht. Milo rennt schon weg, wenn er einen nassen Hund sieht, als wollte er sagen: Ich bin Model, mach mich nicht nass!“, sagt Laura lachend. Noch etwas konnte Laura Milo nicht abgewöhnen: Je nach Tagesform pöbelt er andere Hund an. „Ich verstehe es nicht. Auch wenn es um denselben Hund geht, kann es sein, dass er einmal mit ihm spielt und ihn am nächsten Tag ankläfft! Ich verstehe das Muster nicht, manchmal denke ich, es sind nur die großen Hunde, die er anbellt, und dann kläfft er auf einmal eine 'Zwei-Kilo-Maus' an!“, erzählt Laura lachend.

Sie hat ihre Zeit gut eingeteilt. „Länger als vier Stunden lasse ich Milo nicht alleine. Als Single-Hundemum hat man wirklich viel Verantwortung! Ich habe zum Glück eine sehr zuverlässige Hundefrau, die sich kümmert, wenn ich mal beruflich über Nacht weg bin. Sie nimmt Milo dann mit zu sich nach Hause.“ Manchmal geht Milo aber auch in eine Hundetagesstätte. „Er freut sich immer sehr, dorthin zu kommen, ich kann ihn kaum halten, wenn er aus dem Auto springt. Aber genauso sehr freut er sich, wenn ich ihn wieder abhole. Das ist so wie mit Kindern im Kindergarten. Durch die Huta ist Milo auch ganz gut erzogen. Ich selbst war nämlich nicht immer so konsequent!“, gibt Laura zu. Aber sie hat dazu gelernt: „Ich war einfach nicht streng genug, jetzt weiß ich aber, dass man die Hunde auch mal ignorieren muss, damit sie Zeit haben, sich zurückzuziehen und auszuruhen. Ich möchte immer Gassi gehen, streicheln, spielen und kuscheln. Milo kuschelt wahnsinnig gerne. Aber, wenn ich zu Hause bin, versuche ich schon, dann auch mal andere Dinge zu machen, wie zum Beispiel Wäschewaschen oder etwas in der Art, und Milo dann zu ignorieren. Er geht dann auch in sein Körbchen, oder besser gesagt in sein orthopädisches Hundebett. Da hat er seine Ruhe.“ Die braucht er auch, denn manche Tage sind stressig für Milo, nämlich die, an denen Laura arbeitet und Milo sie begleitet. „Bei all meinen Showproduktionen kommt er mit. Im Studio oder in der Maske ist er immer mit dabei. Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn mit zur Arbeit nehme, weil dort eben viel los ist. Andererseits genießt er die Aufmerksamkeit, er ist schon eine kleine Diva!“

Wie es sich anfühlt, im Rampenlicht zu stehen, das hat sich Milo wohl von Frauchen abgeguckt. „Er mag es, wenn Fotos von ihm gemacht werden oder eine Kamera auf ihn gerichtet ist. Und wenn viele Leute zu mir in die Garderobe kommen, dann ist er sofort an der Tür! So nach dem Motto: Bitte einmal kraulen und zuerst mir 'Hallo' sagen, dann könnt ihr mit meinem Frauchen reden!

Bei Stresssituationen am Set wirkt sich Milos Anwesenheit beruhigend aus: Er ist quasi ein Feelgood-Manager!“ Laura findet, dass sie selbst nur die Nummer zwei ist, wenn Milo dabei ist. „Selbst Steffen Henssler, der ja gar kein großer Hundefreund ist, begrüßt zuerst Milo! Meine Maskenbildnerin sowieso, da sind wir anderen abgeschrieben!“ Milo kann eben Menschen leicht ums Pfötchen wickeln. „Er ist sehr auf Menschen fixiert. Ich glaube, dass viele Hunde, die aus dem Tierschutz kommen, instinktiv erkannt haben, dass sie von Menschen gerettet wurden. Das ist zumindest meine Erfahrung.“

„MILO IST DER BESTE AUSGLEICH, DEN ICH IN MEINEM LEBEN HABE.“

Laura Wontorra

Laura Wontorra moderiert bekanntlich Sportveranstaltungen, aber auch Unterhaltungsshows. „Als Frau musst du beides können: Dosenbier und Schampus. Ich kann Samstagabend im kurzen Glitzerkleid daher kommen, am Spielfeldrand stehe ich aber so, wie ich auch in den Supermarkt gehen würde, mit einer Jeans, T-Shirt, Lederjacke und Turnschuhen. Ich finde, wir Frauen können alles schaffen! Wir können Job und Familie vereinen, wir können tolle Powerfrauen sein! Wir können aber auch sagen, ich möchte Hausfrau und nur für meine Familie da sein. Ich finde, wir sind so offen heutzutage, dass alles möglich sein sollte. Und genauso sehe ich mich: als junge, moderne Frau!“

Ihre Familie ist Laura sehr wichtig. In ihrem Vater Jörg Wontorra hat sie einen sehr ehrlichen Kritiker. „Mein Vater hat mich sogar schon während einer Show angerufen, weil ihm mein Kleid nicht gefallen hat, er fand, da gäbe es bessere Farben für mich. Er lobt mich aber auch und ist stolz auf mich! In unserer Branche hast du schnell die Schulterklopfer auf deiner Seite, die dir nicht die Wahrheit sagen, unsere Eltern tun das aber.“ Diese Unterstützung seitens der Familie und auch von Freunden weiß Laura zu schätzen. „Man ist ja nicht immer top-zufrieden mit sich, aber ich glaube, dass ich mit mir ganz gut im Reinen bin. Ich habe das große Glück, dass ich immer noch einen Freundeskreis habe, der schon da war, bevor ich so bekannt geworden bin, und der mein 'Inner Circle' ist. Und ich habe meine Familie. Mit meinem Vater habe ich einen aufrichtigen und ehrlichen Kritiker, das empfinde ich als wahnsinniges Privileg. Ich habe einen Bruder, der mein Soulmate ist, mit dem ich alles teilen und besprechen kann. Meine beste Freundin und ich sind seit der fünften Klasse zusammen durch dick und dünn gegangen. Deshalb glaube ich, dass ich ziemlich gefestigt und stabil im Leben stehe, mitten in dieser doch eher komischen Glitzer-Fake-Welt, in der wir oft unterwegs sind!“

In ihrer Freizeit ist Laura am liebsten stundenlang mit Milo unterwegs. „Ich bin kein Joggingfan, mache zwar mein Fitnessprogramm, aber lange Läufe wären nichts für mich. Große Spaziergänge mit Milo sind eher mein Ding – da haben wir beide etwas davon! Dann lege ich bewusst das Handy weg, beantworte keine Nachrichten.“ Milo liebt das, vor allem, weil er schnell laufen darf. Auch das Meer hat es den beiden angetan. „Ich ziehe Strand und Meer immer den Bergen vor, weil ich an der Küste aufgewachsen bin. Sobald ich Nordseeluft rieche, ist alles gut.“

Die Spaziergänge mit Milo sind für Laura der perfekte Ausgleich. „Alles ist so schnelllebig, jeder starrt aufs Handy. Mein Hund gibt mir Ruhe und hilft mir, abzuschalten.“ Die Lebensfreude hat sie von ihrem Vater geerbt: „Unsere Familienhymne ist ‚Ich liebe das Leben‘ von Vicky Leandros. Wenn wir im Sommer in Spanien zusammensitzen, sagt mein Vater oft: Genießt das Leben! Ich hoffe, ich kann mir diese Einstellung bewahren.“

PROMENADENMISCHUNG

Die Promenadenmischung ist ein echter Individualist. Sie entsteht durch die Kreuzung mehrerer Rassen – oft über mehrere Generationen – und lässt sich daher keinem festen Typ zuordnen. Promenadenmischungen gelten als besonders robust, anpassungsfähig und charakterstark. Ihr Wesen ist so vielfältig wie ihre Herkunft: mal lebhaft und verspielt, mal ruhig und verschmust. Sie brauchen eine klare Führung, Bewegung und Beschäftigung – und danken es mit großer Loyalität. Größe, Gewicht und Fell variieren stark. Viele Promenadenmischungen erreichen eine Schulterhöhe zwischen 30 und 60 cm und wiegen zwischen 10 und 30 kg. Ihre Lebenserwartung liegt meist bei 12 bis 16 Jahren.

URSULA KARVEN & HÜNDIN MARLEY

STECKBRIEF

Haustier:

Labradoodle-Hündin Marley

So sieht mein Hund aus:

Sie ist schokoladenfarben, 50 cm groß und hat strahlend weiße Zähne.

Die menschlichste Eigenschaft:

Sie überlegt sich, wie sie an Essen kommt. Da hat sie richtige Schachzüge, Strategien. Und sie ist irrsinnig süß im Zusammenhalten der Familie, ihrem eigenen Rudel.

Die witzigste Macke:

Es ist nicht witzig, aber ihre einzige Macke ist, dass sie alles frisst. Egal ob Kiwi, Mozzarella, alles. Sie hat einmal in ihrer Waldgruppe eine 2-kg-Leckerli-Tüte gegessen.

Hund im Bett oder im Körbchen:

Auf jeden Fall Körbchen. Sie darf nicht ins Bett, auch nicht auf die Couch. Sie ist viel im Wald, bringt Zecken mit, das geht nicht. Zum Kuscheln setzt sich Ursula zu ihr auf den Boden.

Ursula Karven zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Künstlerinnen in Deutschland. Als Schauspielerin hat sie sich in zahlreichen Film-und Fernsehproduktionen einen Namen gemacht. Außerdem ist sie ausgebildete Yogalehrerin und befasst sich mit spirituellen Themen. Ihr Wissen gibt Ursula in Kursen und auch Büchern weiter. Mehrere Bestseller hat sie bereits geschrieben. Zu ihrem privaten Rudel zählten schon immer auch Vierbeiner. Aktuell wird sie von Labradoodle-Hündin Marley begleitet, die mit ihr in Berlin lebt.

Wir haben uns sehr gefreut, dass sich Ursula Karven für uns Zeit genommen hat, um über ihre große Liebe zu wuscheligen Vierbeinern zu sprechen, aber auch über das Leben als solches. Gut in den Tag zu starten heißt für sie mit einer kurzen Meditationseinheit zu beginnen, bevor sie sich ins wuselige Leben wagt. „Eine Viertelstunde schenke ich mir selbst!“ Wenn diese Einheit früh angesetzt ist, wirft Marley ihr oft einen ungläubigen Blick zu. „Marley ist eine Langschläferin. Sie schläft auch gerne bis zehn Uhr. Wenn ich zum Beispiel gegen sieben Uhr aufstehe, guckt sie mich völlig verständnislos an. Es kann auch sein, dass sie einfach liegen bleibt und eine Runde weiter schnarcht.“

Ursula ist in Ulm in Süddeutschland geboren, hat die ersten vier Jahre ihres Lebens aber mit ihren Eltern in Berlin gelebt und ist sich sicher, dass sie diese Stadt deshalb so liebt: „Man sagt ja, dass die ersten vier Jahre sehr prägend sind. Vielleicht habe ich damals schon die Berliner Luft inhaliert! Wann immer ich hier lande und den Alexanderturm sehe, habe ich das Gefühl von unglaublicher Freiheit! Die Berliner interessieren sich auch nicht dafür, wer du bist und was du bist. Alles, was mit teuren Autos und nach außen getragenen Dingen zu tun hat, finden die eher furchtbar. Das sind Menschen von meiner Art! Ich kann auch nichts damit anfangen, wenn Menschen meinen, sie müssten etwas zur Schau stellen. Insofern liegt mir Berlin von der Grundvibration.“

In diesen ersten Lebensjahren gehörten viele Tiere zum Haushalt. Einen Hund wollten Ursulas Eltern nie, denn ihrer Meinung nach waren sie dafür zu viel unterwegs. „Ich hatte Igel, Mäuse, Hamster, kleine Vögelchen, die ich über den Winter gefüttert habe. Einen Hasen hatte ich auch, der auf seinen Namen gehört hat. Der hat sich wie ein Hund benommen.“ Der erste Hund in Ursulas Leben war klein und weiß: „Den habe ich mir erlaubt, als ich zu Hause ausgezogen bin. Mit 21 Jahren habe ich einen kleinen West Highland Terrier zu mir genommen. Der hieß Pacino und war mein ständiger Begleiter. Seitdem habe ich immer Hunde, seit 40 Jahren!“ Ohne Tiere könnte sich Ursula ihr Leben nicht vorstellen. „Ich finde einen Haushalt ohne Tiere traurig! Tiere sorgen immer für eine liebevolle Atmosphäre im Raum. Sie bringen Struktur ins Leben, denn sie haben ihre Bedürfnisse, und sie haben Liebe in sich, immer!“

In all den Jahren mit Hunden hat Ursula gelernt, wie wichtig Konsequenz ist. Auf der Nase herumtanzen lässt sie sich nicht, egal wie süß Marley guckt. „Sie kommt mit nichts durch, was ich nicht gut finde.“, erzählt Ursula schmunzelnd. „Marley ist wahnsinnig gut erzogen. Die ganze Familie hatte Regeln, und alle haben sich dran gehalten. Dann gab es eine Zeit, in der ich mich nicht kümmern konnte, weil ich bei Dreharbeiten einen Unfall hatte. Also war Marley sechs Wochen bei meinem Sohn. Er wohnte in Kreuzberg Neukölln und hat sie überall hin mitgenommen. In jede U-Bahn, S-Bahn, in jede Kneipe. Seitdem ist sie schussfest. Sie ist immer bei Fuß, folgt aufs Wort und hat auch gelernt, dass sie an jeder Straßenecke stehen bleiben muss, bis man das magische Wort 'mit' sagt.“

Die Mischung aus guter Erziehung und ihrer unkomplizierten Art macht Marley im Freundeskreis sehr beliebt, erzählt Ursula: „Jeder nimmt Marley wahnsinnig gerne zu sich! Es gibt eine waitlist, weil jeder sie haben möchte, wenn ich mal keine Zeit habe. Sie ist umgänglich und wahnsinnig geduldig, und sie streitet auch nicht mit anderen Hunden.“

„ICH HABE JEDEN TAG MEHRFACH MOMENTE, WO ICH DENKE, MEIN HERZ ZERSPRINGT, WEIL MARLEY SO LIEBEVOLL IST.“

Ursula Karven

Letzteres macht sie auch gruppenfähig: Zweimal die Woche wird Marley von einem jungen Mann abgeholt, um zusammen mit anderen Hunden rauszugehen. „Marley hat eine Waldgruppe. Das macht sie schon lange. Ich finde das gut, weil in diesem Rudel eine Dynamik entstanden ist und man sieht, wo sich der eigene Hund einordnet. Marley ordnet sich entweder unter, oder sie ist der Chef! Danach ist sie vom Toben müde und schläft nur noch, ich merke, wie gut ihr das tut.“ Auch zu Hause mag Marley Gesellschaft. „Sie ist ein Hütehund und schaut immer, dass alle da sind. Das ist ihre Aufgabe! Wenn die Kindern und ich in unterschiedliche Richtungen gehen, weiß sie gar nicht, zu wem sie zuerst laufen soll, denn sie will natürlich das Rudel zusammenhalten. Das ist sehr süß!“

Der Labradoodle ist für Ursula der perfekte Hund. Inzwischen ist auch ein Bernedoodle bei ihnen eingezogen – sie ist erst fünf Monate alt und schon jetzt ein festes Familienmitglied. Dass Ursula sich für genau diese Doodle-Rassen entschieden hat, liegt übrigens auch daran, dass jemand in ihrer Familie unter einer Tierhaarallergie leidet. Doodles gelten als besonders geeignet für Allergiker – ein wichtiger Aspekt für Ursula.