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Richard wird von seiner Herrin an eine ihm unbekannte Dame verkauft. Diese ist auf unserer Erde, um männliche Sklaven für ihren Heimatplaneten zu erwerben. Dort existiert eine Gesellschaft, in der Frauen herrschen - Männer sind dort Sklaven ohne jegliche Rechte. Richard hält das anfangs für eine realistische Umsetzung seiner Fantasien, doch als er erkennt, dass dies Wirklichkeit ist und er tatsächlich versklavt wird, steigt eine leichte Panik in ihm auf … In diesem Femdom-Science-Fiction-Roman dreht sich alles darum, wie Richard versucht, gegen seine Versklavung anzukämpfen, während seine neue Herrin ihn konsequent erzieht und schließlich bricht. Trotzdem entwickelt sich eine ganz spezielle Liebe zwischen den beiden, die geprägt ist von Hingabe und Dominanz. Dieser Debütroman von Erica Lys ist ein außergewöhnliches BDSM-Buch und wird insbesondere die Freunde von Gynarchie und Femdom-Utopien ansprechen. Das Setting einer humanoiden außerirdischen Lebensform in der Frauen herrschen, ermöglicht das Eintauchen in ein Szenario absoluter weiblicher Macht. Dabei ist schnell vergessen, dass es sich um Außerirdische handelt, da diese Herrinnen absolut menschlich sind. Textauszug: Auf den Lippen der Dame erschien ein zufriedenes Lächeln, als sie ihre Prämie entgegennahm. Die andere Frau war verschwiegen und ihr unheimlich, aber sie war eine gut zahlende Kundin. Die Dame lieferte das Verlangte, ohne Fragen zu stellen, woher das Geld kam oder was mit den Objekten geschah. Sie würde ihren aufwendigen Lebensstil mal wieder lange Zeit aufrechterhalten können. An den Mann verschwendete sie keinen weiteren Gedanken: Auch er würde erhalten, was er verdiente. ...
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2020
Erica Lys
Rechtlos
Als Sklave verkauft
Roman
ISBN 978-3-945967-82-9
(c) 2017 Schwarze-Zeilen Verlag
2. Auflage 2020
www.schwarze-zeilen.de
Alle Rechte vorbehalten.
Die auf dem Cover abgebildeten Personen stehen in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.
Dieses Buch ist nur für Erwachsene geeignet, die sadomasochistischen Praktiken offen gegenüberstehen. Alle beschriebenen Handlungen erfolgen in gegenseitigem Einverständnis zwischen Erwachsenen.
Die Geschichte ist der Fantasie der Autorin entsprungen und die Handlungen und Sexualpraktiken sind überwiegend nicht geeignet nachgeahmt zu werden. Wenn Sie das Bedürfnis verspüren, BDSM zu praktizieren, informieren Sie sich über Risiken und Sicherheitsvorkehrungen.
Bitte achten Sie darauf, dass das Buch Minderjährigen nicht zugänglich gemacht wird.
SIE hatte gesprochen. SIE, die alle anderen beherrschte.
Kniend hatte Narit-Scha IHREN Auftrag entgegengenommen. Mit gesenktem Blick und ohne IHR den Rücken zuzuwenden, hatte sie den Audienzsaal verlassen. Das Schiff war aufgebrochen und durchquerte die unendliche Leere zwischen den Sternen, hin zu einem blauen Planeten in einem Sonnensystem am Rand der Milchstraße.
Die Dame war wählerisch. Noch nie hatte Richard ihren privaten Bereich betreten dürfen. Jetzt war er auf dem Weg dorthin. Sie hatte ihn zu sich befohlen. Ihre Stimme hatte gebieterisch geklungen. Sofort hatte er alles stehen und liegen lassen. Das Versprechen, in die engere Auswahl gezogen worden zu sein, klang noch in seinen Ohren und beschleunigte seine Schritte.
Hohe immergrüne Bäume verbargen den Blick auf die kleine, aber exquisit ausgestattete Villa. Kein Schild ließ erahnen, was sich hinter den Mauern verbarg.
Die schwere Haustür war nur angelehnt. Auf leisen Sohlen trat er hindurch und schloss sie vorsichtig hinter sich. Kein Türknallen sollte die Dame verärgern. In einer Ecke des Flurs zog er sich aus und stapelte seine Kleidung sorgfältig zusammengefaltet auf dem weißen Marmorboden. Seine Schuhe stellte er ordentlich daneben.
Die Dame duldete keine Unordnung. Das zu lernen hatte ihm Schmerzen bereitet. Schmerzen an seinen Hoden und Brustwarzen. Schmerzen, hervorgerufen durch Klammern, Schläge und Gewichte. Er hatte sie ausgekostet, wie ein hochprozentiges Getränk. Scharf, brennend, berauschend.
Nur das Lieblingsspielzeug der Dame hatte er gehasst: Strom. Aber er hatte auch diese Strafe hingenommen wie eine kostspielige Belohnung.
Und kostspielig war die Dame. Sie hatte ihn für seine Wollust beschimpft, ihn erniedrigt, ihn vor Schmerz wimmern und brüllen lassen und trotzdem hatte er es als eine Gunst des Schicksals betrachtet, ihr dienen zu dürfen.
Er musste lange warten. Die Kälte des Bodens drang in seine Füße und kletterte seine Unterschenkel hinauf, aber er dachte nicht einmal daran, sich ohne ausdrückliche Erlaubnis Schuhe oder Strümpfe anzuziehen. Auch stellte er sich nicht auf den Teppich, sie hatte ihm verboten, mit seinen bloßen Füßen etwas anderes als den nackten Stein zu berühren.
Er hatte keine Ahnung, was sie von ihm verlangen würde, doch selbst ein unausgesprochener Wunsch in ihrem Gesicht war ihm ein Befehl. Seine Finger zitterten vor Anspannung.
Er hörte ein Klicken. Die Tür vor ihm öffnete sich. Sein Herz trommelte gegen seine Rippen, als er in das angrenzende Zimmer trat. Spärliches Licht umfing ihn. Ein schwerer Duft lag in der Luft - es war das Parfüm der Dame. Richard zog die Luft durch die Nase bis tief in seine Lungen ein. Mit gesenktem Blick und hinter dem Rücken gekreuzten Händen blieb er direkt an der Tür stehen.
Auch hier gab es einen dicken Teppich. Er trat nicht darauf, um ihn nicht mit seinen nackten Füßen zu beschmutzen.
Die Dame stand auf der anderen Seite des Raumes. Es fiel ihm schwer, sie nicht anzustarren. Ihre hohe schlanke Gestalt, die in hautenges nachtblaues Leder modelliert war und das flammend rote Haar ließen sie bewundernswert aussehen. Aus den Augenwinkeln sah er, dass sie sich nicht zu ihm umblickte. Ihre Aufmerksamkeit galt der Person, die vor ihr im Schatten stand. Als er für einen Moment den Blick hob, um zu sehen, wer dort noch war, erkannte er nur das helle Oval eines Gesichtes und verdichtete Schwärze.
Als hätte sie seinen Blick gespürt, zuckte die Dame mit der Hand, die gerade noch lässig auf ihrer Hüfte gelegen hatte. Sofort senkte er seinen Blick. Ein Schauder aus Angst und Vorfreude kräuselte seinen Nacken. Sie würde ihn für seine Dreistigkeit bestrafen.
Er hörte, dass sie sich leise unterhielten, aber er konnte nichts verstehen. Sein Blick war jetzt fest auf seine Füße gerichtet. Er wollte nicht zu viel Unmut erregen, und das, was die Dame ihm versprochen hatte, was auch immer es war, gefährden. Sich ihrer nicht würdig zu erweisen, wäre fatal gewesen.
Endlich wendete sich die Dame ihm zu. Ein helles Spotlicht flammte auf und stellte ihn zur Schau, als stände er auf einer Bühne. Er presste die Lider zusammen und hob die Hand vor die Augen.
»Steh still!«, wies die Dame ihn an.
Willfährig kreuzte er wieder die Hände hinter dem Rücken, obwohl es ihm peinlich war, dass noch eine Person erkennen konnte, wie sehr ihn allein schon dieser kurze Befehl erregte. Vom hellen Licht immer noch geblendet sah er nicht, was um ihn herum geschah, und auch nicht, dass die andere Person, eine durchtrainierte Frau mit kurzen schwarzen Haaren und ebenso schwarzer Kleidung, näher an ihn herantrat. Ihre eisblauen Augen taxierten seinen nackten Körper abschätzig.
Die Miene der Frau verhärtet sich. Sie hatte mehrere Männer besichtigt, aber keiner hatte ihren Ansprüchen genügt. Auch dieser entsprach kaum dem, was sie gesucht hatte. Er hätte ganz passabel aussehen können, wenn er nicht am Kopf und am Körper so wie ein Tier behaart wäre. Sie konnte immer noch kaum glauben, dass einem Mann so etwas erlaubt war.
Aber die Zeit, die ihr für ihre Suche nach einem geeigneten Objekt zur Verfügung stand, war fast abgelaufen. Sie nickte der Dame zu. Der Mann hatte andere, wichtigere Vorzüge. Die Dame war höchst anspruchsvoll und gab sich nur mit kräftigem, gesundem und funktionstüchtigem Material ab. Und das mit den Haaren ließ sich richten. Der Handel galt.
Ohne jede weitere Erklärung wurde Richard weggeschickt. Als er sich im Flur anzog, trieb ihm die Enttäuschung, nicht bestanden zu haben, fast die Tränen ins Gesicht. Wie nur sollte er nach seiner Unzulänglichkeit, und das auch noch vor den Augen einer anderen Frau, der Dame wieder vor das Angesicht treten. Zutiefst beschämt verließ er das Haus. Er würde sich in Zukunft noch mehr anstrengen, als er es schon tat, um sein Versagen wieder gutzumachen.
Auf den Lippen der Dame erschien ein zufriedenes Lächeln, als sie ihre Prämie entgegennahm. Die andere Frau war verschwiegen und ihr unheimlich, aber sie war eine gut zahlende Kundin. Die Dame lieferte das Verlangte, ohne Fragen zu stellen, woher das Geld kam oder was mit den Objekten geschah. Sie würde ihren aufwendigen Lebensstil mal wieder lange Zeit aufrechterhalten können. An den Mann verschwendete sie keinen weiteren Gedanken: Auch er würde erhalten, was er verdiente.
Ihre Suche hatte lange gedauert. Jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen, sich anzueignen, was sie aufgespürt hatten.
Nur Beven-Tajal war es gestattet, in erster Reihe neben Narit-Scha zu stehen. Ihre blonden Haare hoben sich deutlich von den eng anliegenden schwarzen Uniformen um sie herum ab. Immer noch schlug ihr Herz in Gegenwart ihrer Vorgesetzten schneller. Es war eine Ehre, einer Narit dienen zu dürfen, selbst für eine Beven. Aber sie unterstand ihr noch nicht lange und wurde jedes Mal von der ungeheuren Macht, die diese Frau umgab, eingeschüchtert.
Die anderen Frauen standen hinter ihnen oder saßen an Konsolen. Kein unnötiges Geräusch durchbrach die angespannte Stille.
Alle Augen waren auf den riesigen Monitor gerichtet. In gestochen scharfen Bildern zeigte er den Mann, der weit unter ihnen über ausgetrocknete Waldwege lief. Jagdfieber lag wie schwerer Rauch in der Luft. Sobald sie freie Sicht hätten, würden sie zuschlagen. Sie warteten nur noch auf das erlösende Wort.
»Zugriff!«
Auch Beven-Tajal hatte Narit-Schas glasklar ausgesprochenen Befehl mit Spannung erwartet. Obwohl sie schon an zwei Missionen unter dem Kommando anderer teilgenommen hatte, konnte sie ihre Erregung kaum verbergen. Diesmal war ihr Zielobjekt von besonderer Bedeutung. Sie durften sich keinen Fehler erlauben.
Eine Frau trat mit unterwürfiger Miene vor den Monitor.
»Narit-Scha?« Sie verbeugte sich tief, wissend, in welch ungelegenen Moment sie kam.
Narit-Scha blickte sie verärgert an, obwohl sie wusste, dass die Frau es niemals gewagt hätte, sie jetzt, ohne einen äußerst triftigen Grund anzusprechen.
»Ja?«
»SIE hat Ihnen eine verschlüsselte Nachricht von höchster Priorität zukommen lassen.«
Der Ärger verschwand umgehend aus Narit-Schas Gesicht. Mit unbewegter Miene wendete sie sich um und übergab Beven-Tajal das Kommando über den Zugriff. Dann begab sie sich direkt in ihr Quartier.
Beven-Tajals Herz donnerte noch stärker gegen ihre Rippen. Sie war jung und ehrgeizig. Jetzt hatte sie das erste Mal die Gelegenheit, sich zu bewähren.
In ihrem Quartier, unbeobachtet von allen anderen, runzelte Narit-Scha die Stirn, als sie die Nachricht las. Was sie erfuhr, hatte sie weder erwartet noch erhofft. Aber es war nicht an ihr zu hinterfragen, was SIE befohlen hat. Sie fuhr mit ihren Fingern durch ihre kurzen schwarzen Haare. Sie würde tun, was SIE von ihr verlangte. Alles.
Sommer. Licht und Schatten spielten Fangen und die Sonne stand hoch an Himmel. Richard ahnte nicht, dass er sie zum letzten Mal sehen sollte.
Ein schweres Gewitter zog auf. Selbst hier, mitten im Wald, war es drückend und schwül. Er lief vor seiner Enttäuschung, den Anforderungen der Dame nicht genügt zu haben, fort und rannte an gegen eine Wand aus heißer, feuchter Luft. Seine schnellen Schritte wurden vom trockenen Waldboden kaum abgefedert. Das T-Shirt klebte auf seiner Haut.
Etwas blitzte am Rande seines Gesichtsfeldes auf. Er hob den Kopf. Schweiß brannte in seinen Augen. Dennoch sah er das Leuchten zwischen den Zweigen. Er blieb abrupt stehen. Ein weißblauer Punkt kam direkt auf ihn zu und wuchs, bis er so groß war wie Richards Schatten. Dort, wo das Licht auf getrocknetes Laub traf, stieg Rauch auf. Richard wusste nicht, was das war, nur dass es gefährlich war. Er drehte sich um und rannte in die entgegengesetzte Richtung. Obwohl er sich nicht umsah, wusste er, dass das Licht ihm folgte - und dass es schneller war als er selbst. Der Schweiß auf seiner Haut mischte sich mit dem seiner Panik. Das Licht überholte ihn, versperrte ihm mitten auf einer Kreuzung den Weg. Trockene Grashalme flammten auf. Außer Atem schlug er einen Haken und rannte in einen Seitenweg. Seine Muskeln schmerzten, seine Lungen schrien nach Luft. Er fühlte, wie seine Kraft nachließ. In der letzten verbliebenen Pfütze rutschte sein Fuß aus. Er stolperte und schlug sich das Knie an einem Stein auf. Wieder lief das Licht an ihm vorbei und spiegelte sich im Wasser, das zu kochen anfing. Es schien zu warten, bis er sich aufgerappelt hatte, und verfolgte ihn erneut, als er losrannte.
Seine Schritte wurden langsamer. Die Luft brodelte in seinen Lungen. Lange bevor er erschöpft stehen blieb, wusste er, dass er verloren hatte.
Ein Strahl traf sein Gesicht, blendete ihn. Mit letzter Kraft hob er die Hand vor die Augen. Noch bevor er in Panik den Kopf wegdrehen konnte, umhüllte ihn das messerscharfe Licht. Es durchdrang seine fest geschlossenen Lider und seine Haut, doch es verbrannte ihn nicht. Warmer Honig umfloss seine Sinne. Seine Glieder waren bleischwer. Er wollte schreien, doch kein Ton kam über seine Lippen. Sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Die Knie knickten weg und er konnte den Sturz nicht abfangen.
Bevor sein Kopf das trockene Laub berührte, wich der Waldboden unter ihm zurück. Ein riesiger Schatten schob sich lautlos vor die Sonne. Der gleißende Schlund in seiner Mitte zog ihn nach oben. Er versank darin wie im aufgerissenen Maul eines Feuer speienden Drachens. Fahle Nebelschwaden nahmen ihn auf, verdichteten sich, krochen in ihn hinein. Dann löste sich alles in einem undurchdringlichen Nichts auf.
Die Polizei suchte lange nach Richard. Selbst die wenigen Spuren, die er auf dem ausgetrockneten Waldboden hinterlassen hatte, waren vom Regen weggeschwemmt worden. Bis auf zwei Jugendliche, die wohl zu viel gekifft hatten und etwas von einem UFO faselten, gab es keine Zeugen. Alle anderen hatten sich rechtzeitig vor dem anstehenden Gewitter in Sicherheit gebracht.
Richard lag auf dem Rücken. Um ihn herum war fahler Nebel. Seine Glieder waren bleischwer, seine Gedanken noch schwerer. Den Schmerz in seinem aufgeschlagenen Knie spürte er nicht.
Etwas materialisierte sich im Nebel. Zuerst sah er es nur aus den Augenwinkeln. Wie in Zeitlupe wendete er den Kopf. Ein Schatten kam direkt auf ihn zu und teilte sich in mehrere Gestalten auf. Sie umringten ihn. Die Luft floss zäh in seine Lungen.
Ein glatter Gegenstand berührte seine Haut. Seine Kleidung wurde aufgeschnitten und weggezogen. Ein Lufthauch strich kühl über seine Haut und durch seine nass geschwitzten schwarzen Haare. Er wurde erst auf die eine Seite gedreht, dann auf die andere. Hände berührten ihn überall.
Dann beugte sich eine Gestalt über ihn. Er verstand nicht, was sie sagte, nur ein dumpfes Geräusch erreichte seine Ohren. Die Gestalt nahm seine Hand und etwas Spitzes durchstieß seine Haut. Eine Kanüle wurde in seine Vene geschoben. Er wollte seine Hand wegziehen, doch sie war zu schwer, um sie auch nur einen Millimeter zu bewegen. Dunkles Blut floss aus ihm heraus, dann eine andere Flüssigkeit in ihn hinein. Er versank im Nebel. Dass sie reinigende Flüssigkeiten auf seine Haut und in alle seine Körperöffnungen gaben, bemerkte er schon nicht mehr.
Wieder floss etwas in seine Vene und sein Bewusstsein kehrte vernebelt zurück. Seine Glieder wurden leichter.
Eine Hand fasste seinen Arm und zog ihn hoch. Er versuchte in das Gesicht darüber zu blicken, doch es verschwamm vor seinen Augen. Eine zweite Gestalt fasste seinen anderen Arm. Auch ihr Gesicht verschwamm vor seinen Augen.
Der Gang, durch den sie ihn führten, hatte keinen Anfang und kein Ende. Metallisch glänzende Wände verloren sich im Nebel. Der Boden unter ihm schwankte. Das einzig Feste waren die Hände, die ihn stützten und leiteten. Widerstandslos folgte er ihnen.
Irgendwo auf seinen Weg stellte er fest, dass er nackt war. Es störte ihn nicht, verwunderte ihn nicht, genauso wenig, wie er sich wunderte, was mit ihm war und wo er war.
Weit vor ihm durchdrang ein helles Licht den Nebel. Er ging darauf zu.
Die Wirkung von dem, was zuletzt in sein Blut gegeben worden war, ließ nach. Das, was ihn ruhigstellte, gewann wieder die Oberhand. Seine Glieder wurden mit jedem Schritt schwerer, bis sich seine Füße kaum noch vom Boden lösten. Fremde Hände drängten ihn weiter.
