Ritter Arden und das Verschwinden im Küstennebel - Marcus PC Petersen - Clausen - E-Book

Ritter Arden und das Verschwinden im Küstennebel E-Book

Marcus PC Petersen - Clausen

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Beschreibung

Dieses Buch entführt Sie an die Flensburger Förde – ein Ort, an dem die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark genauso fließend ist wie die zwischen Erinnerung und Realität. Sie begleiten Arden, einen 15-jährigen Jungen mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Als er eines Morgens eine Leiche im Nebel entdeckt, beginnt eine Reise voller Rätsel, vergessener Legenden und düsterer Entdeckungen. Zwischen vergessenen Karten, alten Runen und einem Medaillon mit Geschichte entfaltet sich ein spannender Thriller über Freundschaft, Mut und die Frage, was wahr ist – und was wir lieber vergessen würden. Der Jugendthriller ist atmosphärisch, mit echtem Lokalkolorit und in leicht verständlicher Sprache geschrieben. Achtung: Marcus Petersen-Clausen verwendet zum Erstellen seiner Texte meistens künstliche Intelligenz (und muss das angeben, was er hiermit macht)! Köche-Nord.de

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Seitenzahl: 119

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ritter Arden und das Verschwinden im Küstennebel

Untertitel: Ein Jugendthriller aus Flensburg über alte Geheimnisse, dunkle Küsten und den Mut, die Wahrheit zu finden

Vorwort:

Lieber Leser, liebe Leserin,

dieses Buch entführt Sie an die Flensburger Förde, in eine Region voller Geschichte, Nebel und Geheimnisse.

Sie werden den jungen Ritter Arden kennenlernen, der einst als Held gefeiert wurde – doch heute kaum mehr jemandem bekannt ist. Was geschah wirklich in den alten Mauern, den verschlungenen Gassen und an den windigen Steilküsten Flensburgs?

Diese Geschichte verbindet Legenden mit dem Alltag heutiger Jugendlicher. Sie erzählt von Angst und Mut, von Freundschaft und Verrat – und vom Leben an einem Ort, wo die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland genauso fließend ist wie die zwischen Realität und Erinnerung.

Freundliche Grüße, Marcus Petersen-Clausen https://www.Köche-Nord.de

(MITGLIED IN DER PARTEI MENSCHEN, UMWELT, TIERE - TIERSCHUTZPARTEI.DE)

Haftungsausschluss: Dieses Buch wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Die Inhalte sind frei erfunden und sollen unterhalten, inspirieren und neugierig auf die Geschichte und Kultur Flensburgs machen.

Alle Personen, Orte und Ereignisse wurden mit größtmöglichem Respekt gegenüber historischen Quellen gestaltet, erheben jedoch keinen Anspruch auf historische Korrektheit.

Die Geschichte wurde bewusst in einer leicht verständlichen Sprache für Jugendliche ab 15 Jahren geschrieben.

Sie enthält keine Gewaltdarstellungen, die gegen die Nutzungsbedingungen oder die ethischen Richtlinien verstoßen.

Teil 1:

Kapitel 1 – Der Nebel ruft

Es war ein Morgen wie gemalt – jedenfalls für jemand, der Bilder von Melancholie mochte. Grau, feucht, alles voller Nebel. Der Wind kam aus Nordwest und trieb kalte Schwaden durch die Förde. Nur wenige Boote lagen noch im Wasser. Die Touristen waren längst weg. Nur ein Junge stand am Ende des maroden Stegs in Sonwik, das Handy tief in der Jackentasche, die Kapuze über den Kopf gezogen.

Arden.

15 Jahre alt.

Geboren in Flensburg.

Ein stiller Typ. Redete nicht viel.

Aber was in ihm vorging, tobte wie Sturmflut gegen Kaimauer.

Er war in der achten Klasse der Kurt-Tucholsky-Schule. Nicht beliebt, aber auch nicht der Typ, den man mobbt. Einfach unsichtbar. Nur bei seinen Geschichtsprojekten kam er plötzlich ins Reden. Dann funkelten seine Augen. Besonders, wenn es um alte Sagen, vergessene Legenden oder die Geschichte von Flensburg ging. Und ganz besonders, wenn es um Ritter ging.

Niemand wusste, dass er glaubte, einer von ihnen zu sein. Nicht im übertragenen Sinn. Sondern wirklich. So wie andere an Gott glaubten – oder an Aliens.

An diesem Morgen war etwas anders.

Der Nebel hatte eine Dichte, als wolle er etwas verstecken. Arden spürte das. Es war nicht der erste Tag, an dem der Nebel ihn rief. Doch heute war es ein anderes Gefühl. Eine Art Ziehen, tief im Magen. Und dann sah er es:

Etwas im Wasser. Etwas Schwarzes.

Es trieb auf ihn zu, langsam, fast wie absichtlich.

Er trat zwei Schritte zurück, sein Atem wurde flach.

War das ein Sack? Oder… ein Mensch?

Ein Gesicht tauchte aus dem Wasser auf. Die Augen geschlossen. Blass. Die Lippen blau.

Arden rannte los.

Nicht panisch. Sondern so, wie man losrennt, wenn man weiß: Das hier wird alles verändern.

Kapitel 2 – Der Schatten am Hafen Ardens Füße klatschten über die nassen Holzplanken des Stegs, als er sich vom Wasser abwandte. Sein Atem dampfte vor seinem Gesicht. Hinter ihm lag das dunkle Ding – das Gesicht –, das ihn angeschaut hatte, ohne ihn zu sehen. Noch vor wenigen Minuten hatte er gedacht, es wäre ein ganz normaler Tag. Jetzt hatte er das Gefühl, in einen Albtraum gefallen zu sein, aus dem er nicht einfach aufwachen konnte.

Er rannte Richtung Speicherlinie, vorbei an den festgemachten Booten, die im Wasser schaukelten, als wollten sie sich vor dem Nebel ducken. Kein Mensch war zu sehen. Nur das ferne Heulen einer Möwe über der Förde und das Klacken seines Schlüssels in der Jackentasche, das bei jedem Schritt anschlug wie ein Taktmesser.

Am Hafenbecken angekommen, lehnte er sich keuchend an die Kaimauer. Die Steine waren kalt. Richtig kalt. Und glatt.

Er griff nach seinem Handy – wollte die Polizei rufen – zögerte.

Was, wenn sie ihm nicht glaubten?

Ein Junge mit einer Ritter-Fantasie, der morgens allein im Nebel eine Wasserleiche gesehen haben wollte?

Er starrte auf den Bildschirm. Keine Netzverbindung. Kein Balken.

Flensburg hatte viele Gesichter – modernes Internet gehörte nicht zu allen Ecken. Nicht im Nebel, nicht hier.

Er ging weiter, Richtung Museumswerft. Die alten Holzschiffe dort hatten etwas Ehrliches an sich, etwas, das ihm vertraut war. Dort, zwischen den Masten und Tauen, fühlte er sich oft sicherer als zu Hause.

Doch heute war es anders.

Eine Gestalt stand da.

Zwischen zwei Bootshallen.

Still.

Schwarz gekleidet. Die Kapuze tief im Gesicht.

Arden blieb stehen.

Die Person bewegte sich nicht.

Zwei Minuten vergingen. Vielleicht auch nur eine. Vielleicht auch zehn.

Der Nebel machte aus der Welt eine Zeitblase.

Dann hob die Gestalt die Hand. Nicht schnell. Nicht drohend. Einfach so, als wollte sie „Ich sehe dich“ sagen.

Arden spürte, wie sich seine Brust zusammenzog.

Er ging rückwärts. Langsam. Schritt für Schritt.

Der Nebel fraß die Gestalt wieder auf.

Nur der Eindruck blieb – ein Gefühl von Bedrohung, wie ein Geruch, der nicht wegging.

Oder wie ein Schatten, der bleibt, selbst wenn die Sonne längst scheint.

Zurück zu Hause sagte Arden kein Wort.

Nicht beim Frühstück. Nicht in der Schule. Nicht zu seiner besten Freundin Jette, die ihn auf dem Schulhof fragte, ob alles okay sei.

Er starrte nur in die graue Novemberluft und flüsterte irgendwann:

„Er ist wieder da.“

„Wer?“, fragte Jette.

Arden schaute sie an.

„Der Nebelritter.“

Kapitel 3 – Die Karte im Rucksack

Arden war spät dran. Die erste Stunde hatte schon begonnen, als er durch den Seiteneingang der Schule schlich. Der Hausmeister – ein alter Däne namens Lars – ließ ihn mit einem kurzen Nicken durch. Lars war einer der wenigen Erwachsenen, die Arden mochte. Vielleicht, weil er ihm nie dumme Fragen stellte. Oder weil er selbst so wirkte, als würde er mehr wissen, als er zeigte.

Arden ging nicht ins Klassenzimmer. Er bog links ab, die Treppe hoch zur Bibliothek. Niemand kontrollierte dort die Anwesenheit. Und die Lehrerin für Geschichte hatte sowieso immer Verständnis, wenn Arden sich „in alten Zeiten verlor“, wie sie es nannte. Er setzte sich in seine Ecke am Fenster, den Rücken zum Raum, die Stirn gegen die kalte Scheibe. Draußen hing der Nebel noch immer wie feuchter Staub über der Stadt.

Sein Rucksack lag neben ihm auf dem Boden. Er hatte ihn heute früh wie immer gepackt – Hefte, Brotdose, ein altes Buch über Runen, das er in der Antiquariatsabteilung der Stadtbibliothek ausgegraben hatte. Doch jetzt, als er hineingriff, spürte er etwas, das dort nicht hingehörte.

Ein Papier. Kein Heft. Kein Buch. Kein Zettel von Mama.

Langsam zog er es heraus.

Es war alt. Sehr alt.

Das Papier war dick, wie von Hand geschöpft.

Ein seltsamer Geruch stieg ihm in die Nase – metallisch, ein Hauch von Salz, Erde und Asche.

Die Karte war handgezeichnet.

Mit Tinte, nicht mit Kugelschreiber.

Sie zeigte Flensburg.

Aber nicht das Flensburg, das er kannte.

Die Förde war schmaler. Keine modernen Häuser. Keine Straßenbahnen, keine Einkaufszentren. Nur Wald, Hügel, einige alte Symbole.

Und mittendrin:

Ein rotes Kreuz.

Dort, wo heute der Museumsberg lag.

Arden schluckte. Seine Hände zitterten leicht.

Er war sich sicher, dass diese Karte nicht von ihm war.

Jemand hatte sie ihm untergeschoben.

Aber wer?

Er ging die Details durch. Die Schrift war altdeutsch. Die Himmelsrichtungen standen verkehrt herum. Norden war unten. Das irritierte ihn zuerst – bis ihm klar wurde: Das war früher manchmal so üblich. Karten waren oft nach den Blickrichtungen der Seefahrer ausgerichtet. Wer von der Ostsee kam, hatte Norden hinter sich – und sah in den Süden.

Er fuhr mit dem Finger die Linie entlang, die vom Hafen hinauf zum Museumsberg führte. Neben dem roten Kreuz stand ein Wort: „Schildbrunn“.

Ein Brunnen? Ein Schild?

Oder war das ein Name?

Er dachte an die Gestalt vom Hafen. An das Gesicht im Wasser. An den Nebel, der sich nicht lichtete.

Es war nicht mehr nur eine unheimliche Erfahrung. Es war ein Rätsel.

Und er war bereit, es zu lösen.

Er stopfte die Karte zurück in den Rucksack, stand auf, verließ die Bibliothek ohne sich abzumelden.

Lars sah ihm auf dem Flur hinterher, sagte aber nichts.

Nur ein Hauch von einem Lächeln zuckte über sein Gesicht.

„Schildbrunn“, flüsterte Arden leise, als er in Richtung Museumsberg ging.

„Ich finde dich.“

Kapitel 4 – Die Stimme aus der Vergangenheit

Der Weg zum Museumsberg war rutschig vom feuchten Herbstlaub. Arden stapfte durch den Matsch wie ein Suchender auf Pilgerfahrt. Die Geräusche der Stadt – hupende Busse, Fahrradklingeln, das entfernte Lachen einer Schulklasse – klangen gedämpft, wie durch Watte. Der Nebel legte sich wie eine zweite Haut auf alles, was ihm begegnete.

Als er den Museumsberg erreichte, blieb er stehen.

Er war oft hier gewesen – zum Nachdenken, zum Skizzieren seiner selbst erfundenen Rittergeschichten, manchmal auch einfach, um die Aussicht auf die Förde zu genießen. Heute aber stand er hier mit einer anderen Absicht.

Er hatte die Karte erneut aus dem Rucksack gezogen. Das rote Kreuz. „Schildbrunn.“

Er sah sich um. Kein Brunnen. Kein Schild. Nur die alten Stufen, die in das Museumsgebäude führten, und das bekannte Denkmal am Rand, das an die gefallenen Soldaten erinnerte.

Er ging langsam um das Gebäude herum. Hinter dem Museum war eine kleine Hecke, halb überwuchert, ein vergessener Pfad, der kaum noch begangen wurde. Arden erinnerte sich, dass früher hier mal ein Garten war – ein alter Klostergarten, wenn er sich richtig erinnerte. Die Schule hatte mal einen Ausflug hierher gemacht. Damals hatte er sich heimlich vom Rest der Klasse abgesetzt und war hinter die Büsche gekrochen, um allein zu sein.

Jetzt war er wieder dort. Nur war diesmal etwas anders.

Etwas im Boden war lose.

Er kniete sich hin. Der Boden war weich. Feucht.

Er schob das Laub zur Seite – und entdeckte eine kreisrunde Steinscheibe. Kein Brunnen. Eher ein Steinring, umgeben von Gravuren. Runen, die er aus seinem Buch kannte.

Er wischte den Schmutz ab, entzifferte mühsam die Zeichen.

„Hier ruhen Worte vergangener Zeit. Wer hört, soll tragen. Wer trägt, soll kämpfen. Wer kämpft, soll verstehen.“

Plötzlich erklang eine Stimme.

Nicht laut. Nicht schreien.

Eine Flüsterton-Stimme.

Direkt in seinem Ohr.

Oder eher – in seinem Kopf.

„Arden… Du bist zurück…“

Er sprang auf. Keiner da. Kein Mensch zu sehen. Nur Nebel und eine Amsel, die krächzend aufflog.

„Arden… das Vergessen ist die größte Gefahr…“

Er hielt sich die Ohren zu, rief: „Wer bist du?!“

Keine Antwort.

Nur sein pochendes Herz.

Sein Atem.

Und dann wieder diese Stimme – ganz leise, fast sehnsüchtig:

„Hilf uns, Arden… finde das Schild… bevor es zu spät ist…“

Dann war alles wieder still.

Nicht die Art von Stille, die beruhigt – sondern die, die schreit.

Er ging rückwärts. Stolperte beinahe.

Wollte gerade losrennen – da fiel ihm etwas auf.

In der Mitte des Steinkreises lag etwas: ein Gegenstand, klein, silbern. Halb im Moos verborgen.

Er hob es auf.

Ein Medaillon.

Darin eingraviert: das gleiche Kreuz wie auf der Karte.

Und ein Wort, eingeritzt auf der Rückseite:

„Schildbrunn“.

Kapitel 5 – Der Wald von Twedter Plack

Am nächsten Morgen war der Nebel noch dichter. Arden wachte auf, lange bevor sein Wecker klingelte. Der Traum, den er in der Nacht hatte, lag schwer auf seiner Brust wie ein nasser Mantel. Er hatte wieder diese Stimme gehört. Wieder hatte sie seinen Namen gerufen. Diesmal hatte sie geweint.

Er packte seinen Rucksack, ohne zu frühstücken. Seine Mutter schlief noch. Seit dem Tod seines Vaters war sie oft erschöpft. Arden ließ ihr eine Notiz auf dem Küchentisch: „Ich bin bei Jette. Mach dir keine Sorgen.“ Er log nicht gerne. Aber in dieser Geschichte ging es längst nicht mehr um Schulpflichten oder Familienpflichten. Es ging um etwas anderes. Etwas Tieferes. Etwas, das ihn rief.

Mit dem Fahrrad fuhr er Richtung Twedter Plack. Der Nebel schluckte die Straßen, die Häuser, die Geräusche. Es war, als würde er durch eine andere Zeit reisen, als würden die Grenzen zwischen früher und heute verschwimmen.

Am Waldrand stellte er das Rad ab und betrat den Wald zu Fuß.

Twedter Plack war eigentlich ein Naherholungsgebiet. Für Spaziergänger, Jogger, Hundebesitzer. Doch heute war niemand hier. Kein einziger Mensch. Nur die hohen, dunklen Bäume, deren Äste sich über ihm zusammenschlossen wie ein Gewölbe aus Lebendigem.

Er zog die Karte hervor. Der Pfad zum Schildbrunn war eingezeichnet – aber nur undeutlich. Ein Strich führte von der Förde aus hierher. Irgendwo musste es einen alten Zugang geben. Etwas, das vergessen wurde. Oder versteckt.

Arden ging weiter, tiefer in den Wald. Er hörte seinen eigenen Atem, das Knacken von Ästen unter seinen Schuhen, das Flattern von etwas in der Ferne – vielleicht ein Vogel, vielleicht mehr.

Dann plötzlich: ein Lichtschein.

Ein einzelner Sonnenstrahl, der durch das dichte Geäst brach und genau auf einen kleinen Hügel fiel.

Dort stand etwas.

Ein Stein.

Halb zugewachsen mit Efeu.

Kaum zu erkennen.

Aber wenn man wusste, wonach man suchte, sah man ihn.

Arden kletterte den Hang hinauf. Der Stein war uralt.

Runen waren eingeritzt – nicht viele, aber genug, dass ihm der Atem stockte.

Eine davon hatte er schon einmal gesehen. Auf dem Medaillon.

Er hielt das Medaillon an den Stein.

Nichts geschah.

Doch als er seine Hand auf den Stein legte – spürte er es.

Kälte.

Nicht die des Morgens. Eine andere. Eine, die tief in seine Knochen kroch.

Und dann:

Ein Rumpeln.

Der Boden vibrierte leicht.

Ein alter Ast fiel aus einem Baum. Vögel flatterten auf.

Und vor ihm – öffnete sich langsam ein Spalt im Boden.

Ein alter Zugang.

Wie ein vergessener Schacht.

Aus dem die Luft strömte wie ein Seufzer.

Arden stieg hinab.

Stufe für Stufe.

Jede war moosbewachsen, glitschig, schmal.

Doch er hielt sich fest. Ging weiter.

Und unten – am Ende des Schachtes – stand eine Tür.

Eine massive, eiserne Tür.

Mit einem Emblem: ein Schild, zerbrochen, durchbohrt von einem Speer.

Darunter: ein Name.

Arden.

Kapitel 6 – Der verbotene Keller unter der Schule

Der Weg zurück aus dem Wald fühlte sich an, als würde Arden durch zwei Welten gleichzeitig gehen. Die eine war die sichtbare, mit Radwegen, Ampeln, Edeka-Filialen und Schulbussen. Die andere war die verborgene – in seinem Kopf, in seinen Erinnerungen, in dem Flüstern des Steins, das nicht mehr aus seinen Gedanken wich.

Er wusste, dass er zurück zur Schule musste. Nicht wegen Mathe oder Englisch, sondern wegen dem Keller. Dem alten, verriegelten Teil unter dem C-Flügel, den offiziell niemand betreten durfte. Ein Teil des Schulgebäudes, der „aus Sicherheitsgründen geschlossen“ war. So stand es seit Jahren auf dem Schild neben der Stahltür, direkt hinter dem Fahrradkeller. Aber Arden wusste, dass das nur die halbe Wahrheit war.