Sein dreckiger Ire - Keely Jakes - E-Book

Sein dreckiger Ire E-Book

Keely Jakes

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Beschreibung

Der Marine-Veteran und Panthergestaltwandler Forrest Bell hat nach einer doppelten Amputation mit seinem Leben abgeschlossen. Er tut, was man ihm sagt, und verbringt dann den Rest des Tages damit, auf der Veranda des Hotels herumzusitzen und auf den Tod zu warten. Der Panther in ihm hat sich während des letzten Jahres, in dem er sich von seinen Verletzungen erholt hat, von ihm abgewandt, und er ist sich nicht sicher, ob diese Seite von ihm jemals wieder zum Vorschein kommen wird. Nachdem er in der Ausnüchterungszelle gelandet ist, wird der Songwriter Kris Kelly nach Paladin, Montana, zu Freunden seines Onkels geschickt. Obwohl er mit der Situation keineswegs zufrieden ist, hofft er, dass der Zwangsurlaub die Musik in seinem Herzen wieder zum Leben erwecken kann. Kann ein verletzter Krieger, der sich aufgegeben hat, neuen Lebensmut schöpfen, wenn sein Gefährte, sein dreckiger Ire, auftaucht? Wird es Kris gelingen, seine kränkelnde Karriere zu retten? Gibt es für die beiden Männer ein Happy End mit dem Team Paladin? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band der Reihe geht auf die Geschichte eines anderen Paares ein. Um die übergreifende Handlung und die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 30.900 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Epilog

ÜBER DEN AUTOR

Leseprobe

Sein dreckiger Ire

Der Marine-Veteran und Panthergestaltwandler Forrest Bell hat nach einer doppelten Amputation mit seinem Leben abgeschlossen. Er tut, was man ihm sagt, und verbringt dann den Rest des Tages damit, auf der Veranda des Hotels herumzusitzen und auf den Tod zu warten. Der Panther in ihm hat sich während des letzten Jahres, in dem er sich von seinen Verletzungen erholt hat, von ihm abgewandt, und er ist sich nicht sicher, ob diese Seite von ihm jemals wieder zum Vorschein kommen wird.

Nachdem er in der Ausnüchterungszelle gelandet ist, wird der Songwriter Kris Kelly nach Paladin, Montana, zu Freunden seines Onkels geschickt. Obwohl er mit der Situation keineswegs zufrieden ist, hofft er, dass der Zwangsurlaub die Musik in seinem Herzen wieder zum Leben erwecken kann.

Kann ein verletzter Krieger, der sich aufgegeben hat, neuen Lebensmut schöpfen, wenn sein Gefährte, sein dreckiger Ire, auftaucht? Wird es Kris gelingen, seine kränkelnde Karriere zu retten? Gibt es für die beiden Männer ein Happy End mit dem Team Paladin?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band der Reihe geht auf die Geschichte eines anderen Paares ein. Um die übergreifende Handlung und die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 30.900 Wörter

KEELY JAKES

Der dreckige Ire

(Team Paladin 2)

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Die Originalausgabe erschien als E-Book unter dem Titel

„Dirty Irishman“

Copyright © der Originalausgabe: Keely Jakes, 2016

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2016

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Namentlich genannte, reale Personen werden in einem fiktiven Kontext erwähnt.

Geschützte Handelsmarken:

Der Autor erkennt den geschützten Status und die Markenrechtsinhaber der folgenden Handelsmarken und Namen, die in dieser fiktiven Geschichte genannt werden, an:

UPS

Hogwarts

Ikea

Kapitel 1

„Waswollnsie?“ Forrest Bell beantwortete das Telefon mit einem Knurren, das im ganzen Raum zu hören war, in dem er gerade geschlafen hatte. Er war sich nicht einmal sicher, warum einer von ihnen jede Nacht ständig das Telefon babysitten musste. Es war ja nicht so, dass es nach neun Uhr abends je klingeln würde. Genauso wie es auch mit den Besuchern war. In den letzten sechs Wochen, seit denen sie hier in Paladin lebten, waren die einzigen Leute, die sich die Straße vom Highway in ihre Stadt herunter trauten und hierher verirrten der UPS-Kerl, der ihnen ihre Online-Bestellungen lieferte, und die Jungs aus dem Heimwerkerhimmel des Baustoffmarktes, die jeden Dienstag und Freitag pünktlich auf der Matte standen.

Ihre nächsten Nachbarn waren zwanzig Meilen von hier entfernt an der Kreuzung der zwei Highways, wo die Tankstelle, die Post, ein Tante-Emma-Laden, ein Restaurant mit einer Bar und eine Handvoll Häuser standen, die auch schon die gesamte Population in dieser Gegend ausmachten. Sie waren mitten im Nirgendwo, Montana und beide, Forrest selbst und sein Panther, hätten nicht glücklicher darüber sein können.

„Ich brauche einen Gefallen vom Team“, bellte eine wohlbekannte, autoritäre Stimme durch die Leitung. General Micah Andrews war der direkte Vorgesetzte des Teams gewesen, sowas wie ihr Pate. Als mehr als die Hälfte des Teams im militärischen Rehabilitationszentrum in Norfolk, Virginia gelandet war, hatte der General sich darum gekümmert, dass das gesamte Team sich zusammen zur Ruhe setzen konnte. Als Gegenleistung hatten sie alle zugestimmt, dass, wann immer der General auch einen Gefallen benötigte, sie alles tun würden, worum er sie bat. Sie wären mehr als froh, ihm zu helfen, egal, worum es sich dabei auch drehen mochte, solange es sich in ihrem möglichen Handlungsrahmen bewegte. Er hatte in den letzten acht Jahren sehr viel für sie getan und sie schuldeten ihm etwas dafür, dass er ihr Geheimnis und noch so einige andere Dinge vor der Welt bewahrt hatte.

„Ja, Sir, General Andrews. Alles, was sie nur brauchen“, sagte Forrest sofort. Wenn er seine Prothesen nicht abgenommen hätte, dann würde er jetzt sogar stramm stehen.

Es musste sich um einen großen Gefallen handeln, wenn der General höchstpersönlich um ein Uhr nachts anrief. Dann erinnerte Forrest sich daran, dass der General zurück in Washington, D.C. war, wo es mittlerweile gegen drei Uhr morgens sein musste. Etwas wirklich Schlimmes musste im Gange sein, wenn er Team Paladin um Hilfe bat.

„Mein Neffe, Kristofer Kelly, braucht einen Ort, an dem er sich eine Weile vor der Öffentlichkeit zurückziehen kann. Ich hatte gehofft, dass er bei Ihrem Team gut aufgehoben ist, bis sich alles ein wenig beruhigt hat.“

Ein kleiner Funken breitete sich in Forrests Brust aus, der sich anfühlte wie Aufregung. Dieser Funke breitete sich in seinem Körper aus und wanderte bei dem Klang des Namens vom Neffen des Generals direkt in seinen Schwanz und bescherte ihm einen sofortigen Ständer. Was zum Teufel ist da gerade passiert?, fragte er sich und schluckte schwer, als er bemerkte, dass sein Panther in ihm unruhig auf und ab lief.

„Ja, Sir. Kein Problem. Sollen wir ihn beschäftigen? Ihm ein paar militärische Gepflogenheiten beibringen? Oder sollen wir ihm nur eine Unterkunft samt Verpflegung stellen?“

„Alles von dem eben genannten, aber ihr werdet froh sein, wenn ihr ihn zu mehr bekommt, als nur auf seinem Tablet rumzuspielen oder auf seinem Computer an seiner Musik zu basteln. Wenn ihr ihm beibringen könnt, dass es im Leben mehr gibt als Musik, Koffein und in Schwierigkeiten zu geraten, dann hilft ihm das bestimmt weiter.“

Wenn Forrest den Ton des Generals richtig deutete, dann war Kristofer anscheinend ein kleines Problemkind. Er wusste, dass der General aus einer vermögenden Familie stammte, und der Junge war wahrscheinlich total verwöhnt und hatte immer noch nicht rausbekommen, was man im Leben sonst noch so mit sich anfangen konnte, außer sich auf den Rücken anderer Leute auszuruhen. Tja, das würde sich ändern, sobald er hier in Paladin ankam. Als hoch dekorierte und ausgebildete Marines, wie sie es waren, hatte ihr Team Erfahrungen damit, wie man mit solchen Weicheiern umging. Außerdem gab es bei ihnen im Moment genug zu tun, womit sie den Jungen beschäftigen konnten.

„Machen Sie sich keine Sorgen, General. Wir werden ihn beschützen und von Schwierigkeiten fernhalten“, sagte Forrest.

Nachdem er die benötigten Informationen über Kristofers Ankunft im Privatjet des Generals in Butte diesen Nachmittag erhalten hatte, legte Forrest auf und sah wütend auf seinen Schoß hinab, wo sein Schwanz ein Zelt aus der dünnen Decke gebaut hatte, unter der er lag.

„Er ist ein Kind, er ist der Neffe des Generals und er ist in Schwierigkeiten. Du wirst auf gar keinen Fall auch nur ein kleines Stückchen von ihm abkriegen, also beruhig’ dich, verdammt noch mal.“

Sein Panther jaulte protestierend, als würde er etwas wissen, worauf Forrest noch nicht gekommen war.

Als das Telefon kaum sechs Minuten später erneut klingelte, zuckte er und zischte vor Schmerz, als seine Hand sich um seinen steinharten Schwanz legte und etwas zu fest zudrückte. In Panik griff er nach der Decke und legte sie wieder über sich, bevor er mit der anderen Hand nach dem Handy griff. Er verzog das Gesicht, als er merkte, dass er sich so hektisch und panisch benahm. Niemanden am anderen Ende des Telefons würde es interessieren, dass er sich gerade einen runtergeholt hatte.

„Ja, Sir?“, beantwortete er ruhig das Telefon nach dem dritten Klingeln, als er an der Nummer erkannte, dass es sich wieder um den General handeln musste.

„Streichen sie den Plan vom Abholen am Flughafen. Ich werde Kristofer direkt an Ihre Haustür bringen, und zwar noch vor dem Abendessen.“

„Ja, Sir. Wir werden für ihn bereit sein, Sir“, sagte Forrest. Würde er jemals diesem Reflex widerstehen können, sofort stramm stehen zu wollen, wenn ein vorgesetzter Offizier zu ihm sprach?

„Machen Sie es ihm nicht zu leicht. Lassen Sie ihn arbeiten. Versuchen Sie, einen Mann aus ihm zu machen, auch wenn er sich weigert, zu den Marines gehen zu wollen.“

„Ja, Sir“, sagte Forrest, auch wenn er sich nicht mehr sicher war, dass der General ihn überhaupt noch gehört hatte, da dieser schon aufgelegt hatte.

Sein Schwanz pochte vor Verlangen. Forrest legte das Satellitentelefon zurück auf das Regal über dem Bett und zog die Decke von seinem Schwanz und seinen Eiern. Er war so nah dran gewesen, dass es weniger als eine Minute dauerte, um zu dem Punkt der Erregung zurückzukommen, bevor er unterbrochen worden war. Sein Griff wurde ein wenig stärker und fester, als der Name Kristofer Kelly immer wieder in seinem Hirn herum spukte.

„Ah … aahhh … aaaahhhhhh“, schrie er kurze Zeit später, als über ein Jahr lang angestautes Sperma in heftigen, dicken Strahlen aus ihm herausschoss. Es bedeckte seine Hand, seinen Bauch und seine Brust bis hoch zu seinem Kinn.

Als er sich wieder beruhigt hatte, lehnte Forrest sich wieder in seinem Bett zurück. Es interessierte ihn einen Scheiß, dass sich sein Samen auf seinem Bauch und seiner Brust verteilt hatte und allmählich abkühlte. Es war das erste Mal, seit er damals in dieser Hölle eines Sandkastens verletzt worden war, dass er sich einen runtergeholt hatte und zum Abschluss gekommen war. Diese Erlösung fühlte sich gut an, sogar besser als alle, an die er sich erinnern konnte, auch wenn er sich für ein paar Minuten danach gar nicht wirklich hatte bewegen können.

Seine Atmung beruhigte sich langsam wieder und Forrest wartete schon beinahe darauf, dass Lucky rüberkam und an seine Tür hämmerte, um zu sehen, ob mit ihm alles okay war. Der kleine Mensch schlief in dem anderen Wohnwagen, meistens in Gesellschaft seines Gefährten, Shane, der sich fest an ihn kuschelte.

Der Rest des Teams zog es vor, die Nächte in den Wäldern in ihren Tiergestalten zu verbringen. Sie tauchten dann meist zu Tagesanbruch auf und verlangten, nach ihrem Bad im Fluss eine Meile von ihrer Stadt entfernt, nach einem Frühstück. Nach einem eher fleischlastigen Frühstück machten sie sich dann alle an die Arbeit, die Geisterstadt wieder aufzubauen, die sie sich gekauft hatten. Sie standen kurz davor, das Hotel fertig zu bekommen, so dass jeder sein eigenes Zimmer haben würde.

Wenn sie erst einmal den Rest der Stadt fertig hatten, egal, ob sie die Häuser und Gebäude einfach nur restaurieren oder von Grund auf neu aufbauen mussten, damit sie zum Rest der Stadt passten, dann würden sie sich auf die jeweiligen Apartments oder die kleinen Häuschen verteilen. Forrest musste sich erst noch entscheiden, wie er seinen Raum dekorieren wollte, außer dem obligatorischen Bett mit einer dicken Matratze und sehr dicken, schalldichten Wänden, damit er nicht ständig Luckys Schreie hören würde, wenn Shane ihn mal wieder zum Höhepunkt brachte.

Forrest wünschte sich, er könnte die Nächte wie die anderen im Wald verbringen. Aber mit dem Verlust seiner beiden Beine unterhalb seiner Knie, konnte er in seiner Panthergestalt nicht mehr länger durch den Wald jagen. Wenn ihm alles zu viel wurde und ihm in seiner Welt wieder einmal die Decke auf den Kopf fiel, dann ging er in seiner Menschengestalt in den Wald. Obwohl er es einmal versucht hatte, sich zu verwandeln, weigerte sein Panther sich, hervor zu kommen.

Die meiste Zeit störte es ihn nicht, in seiner Menschenform festzustecken, denn als Scharfschütze und Panthergestaltwandler war er es gewohnt, alleine zu sein.

Seine ersten paar Monate als der einzige Wandler im Reha-Zentrum hatten seine Geduld und Selbstkontrolle ganz schön auf die Probe gestellt. Obwohl sie verletzt gewesen waren, hatte er allen möglichen Göttern gedankt, als der Rest seines Teams so allmählich dort auftauchte und er nicht länger alleine war. Er war am längsten dort gewesen und hatte die meiste Physiotherapie benötigt, nicht nur weil die Verletzungen seiner Doppelamputation heilen mussten, sondern auch, um das Laufen wieder zu lernen. Das Laufen auf von Menschenhand gefertigten Beinen und Füßen.

Es war für sie alle ein Schock gewesen, als Shane Thomas, ihr Truppführer, angekündigt hatte, er hätte einen Deal mit dem Marine Korps durch ihren direkten Vorgesetzten, General Micah Andrews ausgehandelt, dass Team Paladin vorzeitig aus medizinischen Gründen und in allen Ehren entlassen werden würde. Sie hatten sich als Team dazu entschieden, nach Montana zu ziehen und dort diese Geisterstadt zu kaufen. Sie hatten vorgehabt, ihre Abfindungen für ihren Dienst an ihrem Land und alle sonstigen Vergütungen, die ihnen als Veteranen zustanden, dafür zu nutzen, die Stadt wieder auszubauen und den Rest ihres Lebens hier in den Wäldern zu verbringen. Sie hatten auch darüber gesprochen, irgendwann in naher oder ferner Zukunft einen Jagd- und Fischerei-Leitservice zu eröffnen.

Aber dann, eine Woche bevor sie das Reha-Zentrum verlassen konnten, hatte das Schicksal auf sie und ihre bisherigen Pläne geschissen. Sie hatten ihr Geld zusammengelegt und eine Unzahl an Lotterielosen gekauft. Eines der Lose hatte schließlich den Jackpot geknackt und sie waren um 500 Millionen Dollar reicher gewesen. Anstatt nun also Kredite und Darlehen aufnehmen, ständig sparen und alles Mögliche zusammen kratzen zu müssen, um die Stadt Stück für Stück zu kaufen und mühsam wieder aufzubauen, hatten sie die Geisterstadt und viele Tausend Morgen Land drum herum in einem Rutsch kaufen können. Die sieben unterschiedlichen Gestaltwandler hatten mit der Zeit ein Rudel gebildet und ihr neues Heim gab ihnen und ihrer animalischen Seite genug Freiraum, um sich austoben zu können, ohne dabei Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden.

Allen außer Forrest. Forrest saß seine Zeit auf Erden einfach nur ab und wartete darauf, irgendwann zu sterben.

Sobald Forrest seinen Körper wieder spüren konnte, lehnte er sich aus dem Bett und griff nach dem T-Shirt, das er dort vorher liegen gelassen hatte. Er benutzte es, um sich sauber zu machen und seine Schweinerei verschwinden zu lassen. Danach legte er sich wieder hin und grübelte darüber nach, warum Kristofer Kelly seine Libido dermaßen in Aufruhr versetzt und das erste Mal in einem Jahr wieder zum Leben erweckt hatte. Er hatte noch immer keine Antworten darauf, als seine Augen immer schwerer wurden und der Schlaf ihn letztendlich einlullte.

* * * *

„Ich geh’ da nicht hin.“ Kris Kelly funkelte seinen Onkel, der in seiner protzigen Militäruniform kurz nach drei Uhr morgens aufgekreuzt war, durch die Gitterstäbe des Nashville Polizeireviers hindurch an. „Ich werde da nicht hingehen und du kannst mich auch nicht dazu zwingen.“

Ja, selbst vier Stunden nach seiner Ankunft im Gefängnis war er noch betrunken, aber er würde auf gar keinen Fall zustimmen, für eine undefinierte Zeitspanne mitten ins Nirgendwo verschifft zu werden. Er musste Lieder schreiben, eine Demo-CD fertig kriegen und einen Job behalten. Wenn er nicht mit allem Schritt hielt, würde Talita Jones, seine Managerin, ihn von heute auf morgen aus ihrem Programm für Newcomer in der Musikszene schmeißen und sein Traum wäre vorbei.

Er versuchte, zu vergessen, dass alles, was er in dieser Woche geschrieben hatte, eine Einkaufsliste und der monatliche Scheck an seine Vermieterin war, die nichts von Online-Banking hielt. Anstatt zu arbeiten, hatte er seine Tage lieber mit Lesen oder dem Ansehen alter Filme verbracht. Er hatte alles getan, was ihn nicht daran erinnerte, dass die sonst nur so aus ihm heraus sprudelnden Ideen für Musikstücke und Lieder verstummt waren. Das vor sich selbst zuzugeben, wäre nur der sprichwörtlich letzte Tropfen, den sein Onkel noch brauchte, um seine alten Argumente wieder hervorzukramen, dass Kris endlich erwachsen werden und sich einen richtigen Job suchen sollte.

Sein Onkel atmete tief ein und hielt die Luft kurz an, bevor er sie in einem langen Seufzer wieder entließ. Kris’ Magen zog sich schmerzhaft zusammen, als er auf die Entscheidung seines Onkels wartete. Er hatte es schon wieder verbockt und dem einzigen Menschen, der von seiner Familie noch übrig war, weh getan. Es fühlte sich an, als hätte er alles nur ruiniert und verbockt, seit er nach dem Tod seiner Eltern von Irland in die Vereinigten Staaten zu seinem Onkel Micah geschickt worden war. Natürlich hatte er den Mann nur glatte drei Mal in seinem Leben getroffen, bevor er an diesem kalten und verregneten Tag im Februar vor zwölf Jahren das Flugzeug verlassen hatte. Vom ersten Tage an hatte er nicht hineingepasst, egal, wie sehr er sich auch anstrengte.

„Willst du wirklich, dass deine Agentin und auch der Rest der Welt erfährt, dass dein Partner und fester Freund dich ständig betrogen hat? Und dass du, als du es herausgefunden hast, dich hast zulaufen lassen und dich mit Männern angelegt hast, die dreimal so groß und stark sind wie du? Mir ist das egal, es geht hier schließlich um deinen Ruf. Zumindest weiß ich, dass du hier drin vor weiteren Schwierigkeiten sicher bist. Ruf mich an, wenn du wieder draußen bist.“

Sein Onkel hatte fast die Tür erreicht, wo der Wachmann wartete, um ihn hinaus zu begleiten, als Kris einknickte. „In Ordnung, ich werde gehen, aber ich brauche ein paar Tage, um mich darauf vorzubereiten.“ Vielleicht finde ich in der Zeit raus, wie ich aus dem Deal wieder rauskommen kann, beendete er den Satz im Geiste.

Onkel Micah drehte sich langsam um und richtete sich kerzengerade auf. Jede Faser seines Körpers strahlte die Autorität und Strenge des 3-Sterne-Generals aus, der er war. „Kein Deal. Ich hole dich hier raus, wir gehen zu deinem Apartment, wo du duschen, dich umziehen und packen wirst. Dann fahren wir zum Flughafen, wo mein Flugzeug bereits auf uns wartet und uns anschließend nach Montana bringen wird.“

Kris sah kurz über seine Schulter. Zu viele seiner Zellengenossen waren betrunkene, gute, alte Hinterwäldler. Einige von ihnen stierten ihn mit einem Hunger an, dass es ihn innerlich schaudern ließ. Er mochte vielleicht blond, schwul und ein Twink sein, aber sich von einem Dutzend Kerle in einer Nacht ficken zu lassen stand nun wirklich nicht auf seiner Liste.

---ENDE DER LESEPROBE---