Sein schreckhafter Luchs - Charlie Richards - E-Book

Sein schreckhafter Luchs E-Book

Charlie Richards

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Beschreibung

In der paranormalen Welt: Schäme dich niemals einer Narbe. Sie bedeutet nur, dass du stärker warst als das, was versucht hat, dich zu verletzen. Rolands Iberischer Luchs wurde in den letzten fünfundzwanzig Jahren als Attraktion in Kuriositätenshows missbraucht. Eines Nachts nehmen ihn Fremde mit. Beim Aufwachen ist er desorientiert und ängstlich … bis er den Geruch seines alten Freundes Vane erkennt. Nachdem Roland verkauft wurde und Vane nicht, war Vane gerettet worden und bietet Roland nun die gleiche Freiheit. Mit der Unterstützung von Vanes gesamtem Gargoyleschwarm im Rücken hat Roland endlich das Gefühl, einen Neuanfang machen zu können. Nur behauptet einer der Gargoyles, dass sie Gefährten sind, aber Roland kann es nicht spüren und enthüllt ein Geheimnis, das er nie preisgeben wollte. Tobias ist begeistert, als er entdeckt, dass Roland sein Gefährte ist, bis der Luchswandler ihre Verbindung leugnet. Als der hübsche Wandler erklärt, dass er sich mit niemandem verbinden kann – und Tobias den lebensverändernden Grund dafür erfährt –, schwört Tobias, dass es ihm egal ist. Er will seinem Gefährten beistehen und sich in jeder Notlage um ihn kümmern. Seine Hingabe wird jedoch bald in Frage gestellt, als Gefahren aus Rolands Vergangenheit Tobias zwingen, seine Zeit damit zu verbringen, die Sicherheit seines Gefährten zu gewährleisten, anstatt mit dem Mann selbst. Kann Tobias seinem Gefährten beweisen, dass er ihn wirklich will und nicht nur für eine weitere Verpflichtung hält? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 38.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

ÜBER CHARLIE RICHARDS

LESEPROBE:

Sein schreckhafter Luchs

In der paranormalen Welt: Schäme dich niemals einer Narbe. Sie bedeutet nur, dass du stärker warst als das, was versucht hat, dich zu verletzen.

Rolands Iberischer Luchs wurde in den letzten fünfundzwanzig Jahren als Attraktion in Kuriositätenshows missbraucht. Eines Nachts nehmen ihn Fremde mit. Beim Aufwachen ist er desorientiert und ängstlich … bis er den Geruch seines alten Freundes Vane erkennt. Nachdem Roland verkauft wurde und Vane nicht, war Vane gerettet worden und bietet Roland nun die gleiche Freiheit. Mit der Unterstützung von Vanes gesamtem Gargoyleschwarm im Rücken hat Roland endlich das Gefühl, einen Neuanfang machen zu können. Nur behauptet einer der Gargoyles, dass sie Gefährten sind, aber Roland kann es nicht spüren und enthüllt ein Geheimnis, das er nie preisgeben wollte.

Tobias ist begeistert, als er entdeckt, dass Roland sein Gefährte ist, bis der Luchswandler ihre Verbindung leugnet. Als der hübsche Wandler erklärt, dass er sich mit niemandem verbinden kann – und Tobias den lebensverändernden Grund dafür erfährt –, schwört Tobias, dass es ihm egal ist. Er will seinem Gefährten beistehen und sich in jeder Notlage um ihn kümmern. Seine Hingabe wird jedoch bald in Frage gestellt, als Gefahren aus Rolands Vergangenheit Tobias zwingen, seine Zeit damit zu verbringen, die Sicherheit seines Gefährten zu gewährleisten, anstatt mit dem Mann selbst. Kann Tobias seinem Gefährten beweisen, dass er ihn wirklich will und nicht nur für eine weitere Verpflichtung hält?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.

Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.

Länge: rund 38.000 Wörter

CHARLIE RICHARDS

Sein schreckhafter Luchs

Paranormal verliebt 7

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Coaxing His Skittish Lynx“:

Charlie Richards

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

Übersetzt von: Sage Marlowe

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für diejenigen, die Verantwortung für ihre eigenen Handlungen übernehmen – das Leben birgt Stolpersteine, aber es ist die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen, die den wahren Charakter einer Person beweisen.

Kapitel 1

Roland wurde langsam wach, das Bewusstsein sickerte in seinen Kopf und zog ihn aus dem dunklen Abgrund, in dem er selig getrieben war. Er fühlte sich warm und entspannt, und das erschreckte ihn. Hatte er etwas falsch gemacht, etwas, um seine Entführer zu verärgern? Hatten sie ihn wieder unter Drogen gesetzt?

Roland riss ein Augenlid auf und schaute sich in seiner Umgebung um. Anstelle des kalten, feuchten Käfigs, den er zu sehen erwartete, sah er … einen Kamin, dessen Flammen das dunkle Zimmer erhellten.

Was zum –

Er drehte den Kopf ein wenig und stellte fest, dass er auf einem riesigen, gepolsterten Kissen lag und jemand eine Decke über ihn ausgebreitet hatte. Das erklärte die Quelle des warmen und angenehmen Gefühls.

Aber wo bin ich? Was ist los?

Roland fragte sich, ob er wieder verkauft worden war. Das musste es sein. Dann tauchten in seinem Kopf Erinnerungen auf – verschwommen von Unterernährung und den Drogen, die sein Körper erst noch abbauen musste.

Geräusche rissen Roland aus einem unruhigen Schlaf. Er entdeckte einen gewaltigen Schatten, dann tauchte irgendeine Kreatur aus der Dunkelheit auf. Mit einer Handbewegung öffnete das mit Lendenschurz bekleidete Wesen seinen Käfig. Die riesige Kreatur öffnete die Tür und trat vorsichtig zu ihm hinein.

Roland duckte sich in eine Ecke und fauchte, mehr vor Angst als Aggression.

Was zur Hölle ist los?

Dann hockte sich die Kreatur vor ihn und sagte: „Ich bin von Vane geschickt worden, Roland. Ich heiße Geoffrey. Ich bin ein Gargoyle, genau wie Vane. Ich bin hier, um dir zu helfen.“

Vane? Wer ist – warte, dieser Name ist mir bekannt. Gargoyle? Was ist das?

Die Kreatur musste seine Verwirrung als Akzeptanz angesehen haben, denn sie winkte eine andere Person in seinen Käfig. Ein Mensch … der eine Spritze hielt. Angst durchlief Roland, und er fauchte erneut und fletschte die Zähne mit einem leisen Knurren. Er drückte seinen Rücken gegen die Gitterstäbe des Käfigs hinter sich und schlug mit einer Pfote. Die Wachen schnitten ihm regelmäßig die Krallen, aber die Kraft hinter seinem Schlag konnte immer noch wehtun.

„Scheiße“, quietschte der Mensch und stolperte ein paar Schritte zurück.

„Hey, ruhig, Roland“, murmelte die Kreatur – der Gargoyle – Geoffrey. „Nicht jetzt. Wir bringen dich hier raus, aber zur Sicherheit aller müssen wir dich sedieren. Wir können nicht riskieren, dass du in Panik gerätst, während wir dich in Sicherheit fliegen.“ Er hob eine krallenbesetzte Hand und deutete auf den Menschen. „Das ist Leroy. Er ist Krankenpfleger. Er wird dir nichts tun.“

Roland fauchte erneut. Er kannte diese Leute nicht. Er vertraute ihnen nicht.

Geoffrey seufzte und schüttelte den Kopf. „Ich schätze, wir müssen das auf die harte Tour machen. Es tut mir leid, mein Freund.“

Dies war die einzige Warnung, die Roland erhielt, bevor Geoffrey auf ihn losging. Roland schlug zu, aber seinen Hieb schien der massige Mann kaum zu registrieren. Der Gargoyle packte ihn. Geoffrey legte sich über Rolands Rücken, schlang die Arme um ihn und packte Rolands Vorderbeine. Das schwere Gewicht und der feste Griff boten Roland kaum eine Chance, sich zu bewegen.

Roland öffnete den Mund und wollte jaulen, aber der Mensch stach schon die Nadel in seinen Hals. Stattdessen fauchte er und versuchte, den Mann anzugreifen. Geoffrey ließ sein rechtes Bein los und packte seine Kiefer fest. Jammernd kratzte er mit seinen stumpfen Krallen an Geoffreys Unterarm.

Der Gargoyle grunzte, löste aber seinen Griff nicht.

Dann wurde das, was der Mensch ihm injiziert hatte, wirksam. Seine Sicht verschwamm, und Lethargie überschwemmt seine Glieder. Vage fühlte er, wie Geoffrey ihn losließ, aber er konnte sich immer noch nicht bewegen.

Das Letzte, woran Roland sich erinnerte, war, dass der Gargoyle ihn tatsächlich am Kopf kraulte und sich vorbeugte, um zu flüstern: „Entschuldigung, mein Freund.“

Also … wo bin ich jetzt?

Während die Gerüche des Gargoyles und des Menschen, die ihn dort hingebracht hatten, in der Luft hingen, nahm Roland auch die Gerüche mehrerer anderer Leute in seiner Umgebung wahr. Er sah sich im Raum um und betrachtete das große Himmelbett, die Kommode und die Nachttische.

Die Einrichtung schrie nach viel Geld.

Geld bedeutete, dass die Menschen sich für privilegiert hielten. Roland mochte keine Leute, die sich privilegiert fühlten. Bud Wallice, der Besitzer der Tierschau, in der Roland als iberischer Luchs lebte, nahm die Bezahlung von reichen Leuten entgegen, um Roland wie eine Hauskatze herumzuführen.

Roland fand es erniedrigend, schlimmer, als den ganzen Tag in einem Käfig liegen zu müssen, damit die Besucher herumlaufen und ihn anstarren konnten. Er war nicht nur ein iberischer Luchs. Er war ein Wandler, ein Mann, der sich in eine Raubkatze verwandeln konnte, deren Instinkte und Fähigkeiten teilte. Er hielt sich an diesen Gedanken fest, was ihm half, geistig gesund zu bleiben.

Leider hielt ihn die Angst, die Existenz von Wandlern vor den Menschen preiszugeben, in seiner Luchsform gefangen. Er durfte die Katze nicht aus dem sprichwörtlichen Sack lassen, und er war viele Male verkauft und weiterverkauft worden. Gelegentlich fragte er sich, ob sein altes Rudel weggezogen war, nachdem man ihn entführt hatte … ungefähr so oft, wie er sich fragte, wo er festgehalten wurde.

Roland wollte nicht an sein Rudel, seine Eltern oder seine Brüder und Schwestern denken und verdrängte diese Gedanken. Er hatte sich jahrelang gefragt, warum niemand kam, um ihn zu retten, schwankte zwischen Angst vor dem Schlimmsten und dem Gefühl, betrogen zu werden.

Roland rappelte sich auf. Er fühlte sich immer noch schwach, aber er konnte sich bewegen, das Beruhigungsmittel ließ nach. Er tappte langsam auf die Balkontüren zu und spielte mit dem Gedanken, sich zu verwandeln. Es war so lange her. Würde er sich überhaupt erinnern, wie es funktionierte? Er hielt inne und starrte durch die Glastüren.

Die Sonne schien hell und beleuchtete einen weitläufigen grünen Rasen. Rechts endete er an Gartenhecken, während geradeaus ein Pinienwald lockte. Rolands Kiefer sackte herunter, sogar in Katzenform. Konnte er es schaffen?

Gerade als er sich entschlossen hatte, es zu versuchen – zur Hölle, wann würde er wieder die Gelegenheit bekommen –, hörte er das Quietschen einer sich öffnenden Tür durch die Wand. Dann hörte er Schritte, was Roland sagte, dass er seine Chance verpasst hatte. Aus Angst vor dem, was kommen würde, kroch er unter das Bett und rollte sich an der Wand zusammen.

Eine weitere Tür öffnete sich und ein Lichtstreifen warf ein helles Dreieck auf den Boden. Die unverwechselbare Silhouette einer Person durchquerte das Licht und verschmolz dann mit den dunklen Schatten des Raumes.

Eine raue Stimme brummte: „Roland? Wo bist du, Kumpel?“

Roland spannte sich an. Diese Leute kannten seinen Namen. Wie war das möglich? Er hatte seinen Namen niemandem gesagt. Menschen hatten ihn gefangen genommen, als er mit seiner Familie unterwegs war. Das war vor Jahren gewesen und seitdem war er in Luchsform.

Moment, da war dieses eine Mal …

Rote Beine, die in schwarzen, tödlich aussehenden Krallen endeten, tauchten an der Seite des Bettes auf. Langsam ließ der Mann sich auf den Boden sinken, und ein Gesicht, das vage vertraut aussah, erschien. Eingesunkene Augenhöhlen, schwarze Hörner und ein skelettartiges Gesicht hätten beängstigend sein sollen, aber die roten Augen, die ihn ansahen, lösten eine lange vergrabene Erinnerung aus.

Vane!

Anfangs, als die Menschen Roland gefangen hatten, hatten sie ihn an einen Mann namens … Larson Goldman verkauft. Er war in den Käfig eines Dämons geworfen worden, wie Larson es nannte. Als Roland die schlanke, rote Kreatur sah, hatte er gedacht, dass er mit Sicherheit gleich tot sein würde. Stattdessen hatte der Dämon, nachdem Larson gegangen war, mit ihm gesprochen.

„Ich möchte dich nicht verletzen, Katze, aber wenn du angreifst, werde ich mich verteidigen.“

Roland hatte sich verwandelt, und der Kreatur enthüllt, dass Wandler existierten. Sie wurden Freunde.

„Komm da raus, Roland“, lockte Vane. „Du bist hier in Sicherheit. Niemand wird dich verletzen.“ Er ließ sich auf dem Boden neben dem Bett nieder und winkte mit einer Hand. „Du hast mein Wort.“

Das Gefühl von etwas, das er seit Jahren nicht mehr empfunden hatte – Hoffnung – begann sich zu regen und löste Rolands Anspannung langsam. Er schlich ein paar Schritte vorwärts, dann noch ein paar. Er hielt seinen Blick auf Vane gerichtet, fürchtete, wenn er wegschaute, würde sein Freund verschwinden. Schließlich gelang es ihm, unter dem Bettrahmen hervorzukrabbeln.

Roland verschwendete keine Zeit und kletterte auf den Schoß seines Freundes. Seufzend legte er seinen Kopf auf Vanes Oberschenkel. Der Dämon war gewachsen, seit man sie vor Jahrzehnten auseinander gezwungen hatte. Seine kräftigeren Schenkel machten die Position weitaus bequemer, und Roland rieb den Kopf an ihm und knetete mit seinen Krallen, um seine Freude auszudrücken.

Als Vane mit einer Hand seinen Arm um Roland legte und mit der anderen seinen Kopf streichelte, stieß Roland einen zufriedenen Seufzer aus.

Endlich fühlte er sich sicher.

„Wirst du dich verwandeln?“, fragte Vane.

Roland hatte den Mann noch nie so leise brummen hören wie jetzt. Er nahm an, dass er schrecklich aussehen und sich völlig erbärmlich verhalten musste, um diese Art von Behandlung zu bekommen, aber er konnte einfach nicht anders. Nachdem Roland so lange allein und verängstigt gewesen war, brauchte er den Trost.

Roland wollte sich nicht verwandeln, also schüttelte er den Kopf und schnurrte.

Vane gluckste leise für ein paar Sekunden, dann verstummten sie beide. Nach ein paar Minuten, in denen Vane ihn nur gestreichelt und gehalten hatte, sagte er: „Ich denke, ich fange am Anfang an. Zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass es so lange gedauert hat, dich zu finden. Ich …“ Er hielt inne, und seine Stimme brach ein wenig. „Dich so zu verlieren, wie es geschah, dann geschlagen zu werden, da habe ich …“ Er klang, als ob die Erinnerungen schmerzlich waren. „Ich habe mein Gedächtnis verloren.“

Roland spannte sich an. Es war gut, dass seine Krallen geschnitten waren und Vanes Haut dick war, sonst war er sich sicher, dass er den Mann versehentlich zerstochen hätte.

Vane seufzte. „Götter, es tut mir so leid.“

Roland versuchte, seinen Freund zu beruhigen. Er rieb seinen Kopf an Vanes Oberschenkel. Er war der Empfänger vieler Schläge durch Larson gewesen. Ganz zu schweigen von – er schloss diesen Gedanken ab, zu verlegen, um es überhaupt zu denken.

„Ich wurde vor fast zwanzig Jahren von Maelgwn und ein paar anderen gerettet“, flüsterte Vane. „Er ist der Anführer hier. Sie setzten sich mit mir zusammen und erklärten, dass ich ein Gargoyle bin. Das ist der Grund, warum ich während des Tages zu Stein werde und so aussehe. Ich habe über unsere Kultur gelernt. Sie bezahlten meine Ausbildung und fälschten einen Ausweis für mich. Erst als ich meinen Gefährten fand, habe ich mich an dich erinnert“, gab er zu. „Ich, ähm, mein Gefährte und ich hatten ein Missverständnis und … nun, am Ende hatte ich eine Panikattacke und einen Flashback und …“

Vane packte Rolands Fell für ein paar Sekunden fester. „Sobald ich mich an dich erinnerte, habe ich dich gesucht, und meine Schwarmkameraden haben mir geholfen, dich und die anderen Wandler an diesem Ort zu befreien.“ Wieder seufzte er. „Es tut mir leid.“

Roland witterte Vanes Selbst-Ekel – huh, ein Gargoyle, man stelle sich das vor – und mochte es nicht, das von seinem Freund zu riechen. Der Gargoyle hatte sich an ihn erinnert. Das war das Wesentliche. Er musste es ihm sagen.

Er rief seine menschliche Gestalt und fühlte Erleichterung, dass er, nach so langer Zeit, keine Probleme mit der Verwandlung hatte. Es dauerte länger als in der Vergangenheit, aber er schaffte es. Es fühlte sich seltsam an, Finger, Zehen und Haut anstelle von Fell zu haben, nachdem er jahrzehntelang als Katze gelebt hatte.

Roland setzte sich langsam auf und war froh, dass Vane ihm erlaubte, auf seinem Schoß zu bleiben. Er hatte den Teil nicht verpasst, in dem Vane erzählte, dass er seinen Gefährten gefunden hatte. Rolands Eltern hatten ihm von Gefährten erzählt, als er sich im Alter von zwölf Jahren zu verwandeln begann, und er wusste, dass sie besitzergreifend waren. Sein Vater war sehr stolz gewesen und meinte, dass er als Frühentwickler ein starker Luchs werden würde.

Nun, das würde niemals so sein.

„Es ist nicht deine Schuld“, sagte Roland mit rostiger Stimme, weil er sie so lange nicht benutzt hatte. „Wenn du dich dadurch besser fühlst, die Orte, an denen ich nach Larson festgehalten wurde, waren bei weitem nicht so schlecht.“ Das stimmte auch. Sicher, die Lebensbedingungen waren immer schlecht, weil alle ihn als Tier behandelten, und obwohl das Essen nicht so viel war, wie ein Wandler zum Leben und Wachsen eigentlich brauchte, hatten sie ihn zumindest nicht geschlagen.

Vane seufzte. „Das tue ich nicht.“

Roland zuckte die Achseln. „Meine Mutter hat immer gesagt, dass alles zu seiner Zeit und aus einem bestimmten Grund passiert. Wir sollten das Schicksal nicht hinterfragen.“

Nickend umarmte Vane ihn. „Du bist hier so lange willkommen, wie du es brauchst. Unser Arzt ist der beste, und unser Anführer ist geduldig. Ich weiß, dass du wahrscheinlich mit deiner Familie Kontakt aufnehmen möchtest, aber …“ Vane hörte auf zu sprechen.

Vielleicht war er sich nicht sicher, was er sagen wollte oder wie er fragen sollte, was er brauchte. Roland erinnerte sich, dass sein Freund noch nie sehr beredt gewesen war. Er legte seinen Kopf auf Vanes harten Brustmuskel und gab zu: „Ich weiß nicht, ob ich meine Familie finden will. Was ist, wenn sie mich nie auch nur gesucht haben?“

„Ich bin mir sicher, dass sie es getan haben.“ Vane klang sehr überzeugt.

Roland musste über etwas anderes nachdenken und murmelte: „Also, ich bin wirklich frei? Kommt Mister Wallice mich nicht suchen?“

„Du bist wirklich frei“, versicherte Vane. „Und wenn er weiß, was gut für ihn ist, wird er nicht kommen und nach dir suchen“, fügte er hinzu, und seine Stimme wurde zu einem wütenden Knurren. „Du stehst unter dem Schutz unseres Schwarms. Du bist sicher.“

Seufzend schloss Roland die Augen und ließ seinen Körper zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit entspannen. „Danke.“ Nach ein paar Sekunden lächelte er und murmelte: „Herzlichen Glückwunsch, dass du deinen Gefährten gefunden hast. Ist er in der Nähe?“

„Das ist er“, sagte eine andere Stimme.

Roland riss überrascht die Augen auf. Er hatte niemanden hereinkommen hören. War er wirklich so neben sich? Möglicherweise … Mit der anhaltenden Wirkung des Beruhigungsmittels in seinem Körper und dem Schock und der Erleichterung, tatsächlich gerettet worden zu sein, nahm Roland an, dass er nicht viel mehr Stress aushalten konnte.

Er drehte den Kopf und entdeckte nicht nur einen, sondern mehrere … Männer. Roland glaubte, dass er Irritation oder vielleicht Ärger von jemandem witterte, und er nahm an, dass einen Fremden in den Armen des eigenen Gefährten vorzufinden, dies sicherlich auslösen würde.

Roland blickte auf die drei Männer und bemerkte die angespannten Schultern des Menschen. Während seine breiten Lippen zu einem schmalen Lächeln verzogen waren, streckte er Roland die Hand entgegen. „Ich bin Matthew Beakman“, sagte der Mensch. „Ich bin Vanes Gefährte. Ich bin froh, dass du wach bist und …“ Daraufhin schienen seine Worte zum Stillstand kommen, und er verzog das Gesicht.

Roland wollte es wirklich, aber er konnte nicht guten Gewissens auf dem Schoß seines Freundes bleiben … besonders nicht nackt. Während das für Wandler keine große Sache war, wusste er, dass es das für Menschen war. Roland rutschte zur Seite und sein Arsch landete auf dem Boden. Er hob die Knie und schlang die Arme um sie, um sich vor den Blicken der Fremden zu schützen.

„Schön, dich kennenzulernen“, flüsterte Roland. „Herzlichen Glückwunsch.“

„Danke“, antwortete Matthew.

Als Roland sah, wie Matthew die Hand langsam an seine Seite senkte, fühlte er sich ein bisschen schlecht. Trotzdem konnte er sich nicht dazu bringen, den anderen Mann zu berühren. Er wandte seine Aufmerksamkeit den beiden Gargoyles zu, die hinter Matthew standen. Beide hatten grün gesprenkelte Haut, der eine war aber viel heller als der andere Gargoyle. Der dunklere der beiden hatte seine Arme verschränkt und runzelte die Stirn.

Unsicherheit erfüllte Roland und sein Griff um seine Beine wurde fester. „Ähm, d-danke, dass ihr, äh, uns, gerettet habt.“ Er erinnerte sich, dass Vane sagte, dass mehr als ein Wandler befreit worden war.

„Gern geschehen, Roland“, antwortete der hellere der beiden. Sein Lächeln schien echt zu sein. Er trat vor und hockte sich vor ihn. „Ich bin Doktor Perseus. Ich und Pfleger Leroy, das ist der Mensch, der bei Geoffrey war, um dich zu holen, werden während deiner gesamten Rehabilitation mit dir zusammenarbeiten.“

Roland nickte langsam.

„Das werde ich auch“, sagte der zweite Mann. „Ich bin der Zweite des Schwarms, Tobias. Wir werden dich so schnell wie möglich in meine Suite verlegen.“

Rolands Kiefer klappte auf. Er ließ seinen Blick über den massigen Mann schweifen und betrachtete seine breiten Schultern und den muskulösen Oberkörper. Er hatte dicke Gliedmaßen, die in schwarzen Krallen endeten. Hinter sich trug Tobias zwei große schwarze Flügel.

„W-w-warum?“, stotterte Roland.

Tobias wirkte tatsächlich beleidigt. Er richtete sich auf und schnappte: „Du bist mein Gefährte. Wie kannst du denken, dass ich es nicht tun würde?“

Roland spürte, wie das Blut aus seinem Gesicht floss, und wusste, dass er erbleichte. Sein Herz schien einen Schlag auszusetzen, und er bemühte sich, genug Luft in seine Lungen zu bekommen. Sein Gefährte? Er konnte keinen Gefährten haben. Nicht mehr. „Nein“, wimmerte er. „Nein, nein, nein, nein.“ Roland rollte sich auf die Seite und krümmte sich in eine fötale Position, als ihn Verzweiflung erfüllte.

Kapitel 2

Tobias konnte nicht anders. Seine Augen weiteten sich geschockt. Wies sein Gefährte ihn zurück? Als er die dunklen Haare, blasse Haut, und magere Gestalt des Mannes betrachtete, wusste er, dass der junge Wandler – verdammt, Roland schien nicht viel älter als neunzehn zu sein – einige Zeit brauchen würde, um sich zu erholen. Tobias war klar, dass Roland viele Jahre lang als Tier gehalten wurde, aber der Mann verstand doch sicherlich, wie wichtig es war, seinen Gefährten zu finden.

---ENDE DER LESEPROBE---