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Den Frieden bewahren: Nachdem ein Komodo-Waranwandler erfährt, dass jemand, den er für einen Menschen hielt, eigentlich ein Drache ist, ist er besessen davon, seine wahre Gestalt zu sehen. Dakota Drudeson arbeitet schon seit über fünfzig Jahren für den Wandlerrat. In all der Zeit hat er geglaubt, dass Drachen entweder überhaupt nie existiert haben, oder schon vor Jahrhunderten ausgestorben sind. Man stelle sich seine Überraschung vor, als sein Boss ihm verrät, dass Drachenwandler quicklebendig sind und sogar einer im Hauptquartier des Rates arbeitet – ein Tellerwäscher namens Charon, den Dakota immer für einen Menschen gehalten hat. Als er Charon bei jeder sich bietenden Gelegenheit beobachtet, ist Dakota schon bald verrückt nach dem kleinen Mann. Die Warnung seines Bosses, dass die kleine, schlanke, blonde Gestalt des Mannes nicht sein wahres Aussehen ist, bekümmert ihn gar nicht. Nicht einmal die Tatsache, dass sein Geruch Dakotas Komodowaran nicht interessiert, hält ihn zurück. Er will Charons Vertrauen gewinnen und seinen Drachen sehen. Aufgrund von Dakotas Versprechen, niemals zu verraten, dass er weiß, dass Charon tatsächlich ein Drache ist, kann er seinen Brüdern nicht einmal seine seltsame Besessenheit erklären. Als Dakota endlich die Chance bekommt, Charons wunderschöne, metallisch-violette Drachengestalt zu bewundern, wird er von dem wahren Geruch des Mannes umgehauen. Charon ist sein Gefährte. Warum erkennt Charon ihn dann nicht auch, als Dakota sich offenbart? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 35.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Seinen verborgenen Drachen enthüllen
Den Frieden bewahren: Nachdem ein Komodo-Waranwandler erfährt, dass jemand, den er für einen Menschen hielt, eigentlich ein Drache ist, ist er besessen davon, seine wahre Gestalt zu sehen.
Dakota Drudeson arbeitet schon seit über fünfzig Jahren für den Wandlerrat. In all der Zeit hat er geglaubt, dass Drachen entweder überhaupt nie existiert haben, oder schon vor Jahrhunderten ausgestorben sind. Man stelle sich seine Überraschung vor, als sein Boss ihm verrät, dass Drachenwandler quicklebendig sind und sogar einer im Hauptquartier des Rates arbeitet – ein Tellerwäscher namens Charon, den Dakota immer für einen Menschen gehalten hat.
Als er Charon bei jeder sich bietenden Gelegenheit beobachtet, ist Dakota schon bald verrückt nach dem kleinen Mann. Die Warnung seines Bosses, dass die kleine, schlanke, blonde Gestalt des Mannes nicht sein wahres Aussehen ist, bekümmert ihn gar nicht. Nicht einmal die Tatsache, dass sein Geruch Dakotas Komodowaran nicht interessiert, hält ihn zurück. Er will Charons Vertrauen gewinnen und seinen Drachen sehen.
Aufgrund von Dakotas Versprechen, niemals zu verraten, dass er weiß, dass Charon tatsächlich ein Drache ist, kann er seinen Brüdern nicht einmal seine seltsame Besessenheit erklären. Als Dakota endlich die Chance bekommt, Charons wunderschöne, metallisch-violette Drachengestalt zu bewundern, wird er von dem wahren Geruch des Mannes umgehauen. Charon ist sein Gefährte.
Warum erkennt Charon ihn dann nicht auch, als Dakota sich offenbart?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Weltordnung der Wandler ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 35.000 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Seinen verborgenen Drachen enthüllen
Weltordnung der Wandler 11
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Unveiling His Hidden Dragon“: Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Für die Familie – die, in die wir hineingeboren wurden, und die, die wir für uns selbst erschaffen haben.
„Warum starrst du die Küchentüren an? Miggs sollte erst in sieben Minuten mit den Cupcakes fertig sein.“
Dakota Drudeson lenkte seine Aufmerksamkeit von der Doppelschwingtür ab. Sie führte zu der riesigen Küche, die das Essen für das Hauptquartier des Wandlerrats lieferte. Jeder, der für den oder im Rat arbeitete, hatte dort Zugang zu kostenlosen Mahlzeiten, wann immer er wollte.
In Anbetracht der Tatsache, dass Wandler und andere Paranormale normalerweise einen ziemlich großen Appetit hatten, wusste Dakota, dass eine ganze Reihe von Leuten dort arbeiteten.
Als er sich umdrehte, um seinen ältesten Bruder Delanrue anzusehen – von seiner Familie und enge Freunden Del genannt –, wusste Dakota, dass der andere Komodo-Waranwandler sich auf seinen vom Schicksal gewährten Gefährten Miggs bezog – ein überaus niedlicher Meerschweinchenwandler und das Licht in Dels Leben. Er zwang sich zu einem Lächeln und nickte, versuchte herauszufinden, wie er erklären sollte, dass die Himbeer-Cupcakes, die Miggs für sie zubereitete, zwar köstlich waren, aber nicht das, was seine Aufmerksamkeit auf die Küche lenkte. Stattdessen versuchte Dakota einen Weg zu finden, um jemand anderen zu entdecken.
Charon.
Seit Dakota mit seinem Boss – Chef-Vollstrecker Mycroft – eine Mission übernommen hatte, war er von dem Mann fasziniert. Mycroft hatte verraten, dass Charon eigentlich kein Mensch war, obwohl er nach einem roch. Stattdessen war der schlanke Blonde tatsächlich ein Drache.
Also ein echter Drache, kein Komodo-Waranwandler wie ich.
Mycroft hatte ihn auch zur Geheimhaltung verpflichtet.
Trotzdem hatte Dakota seinen Bruder nie angelogen und das unangenehme Prickeln in seinem Nacken sagte ihm, dass sich sein Schweigen anfühlte, wie eine Lüge durch Auslassung.
Lange Zeit – über einhundertsechzig Jahre – waren Dakota und seine beiden Brüder auf sich selbst gestellt gewesen. Sie drei gegen den Rest der Welt.
Ihre Eltern waren getötet worden, als er jung gewesen war, und Del hatte ihn genauso großgezogen wie Dane, ihren mittleren Bruder. Auch wenn Dakota es damals nicht verstehen konnte, hatte Del schnell erwachsen werden müssen, da ihre Komodo-Warangruppe keine sonderlich warme und herzliche Gemeinschaft gewesen war.
Es hatte nicht länger als ein paar Jahre gedauert, bis die Dominanz von Dels Komodowaran enorm zugenommen hatte – wahrscheinlich aufgrund seines wachsenden Bedürfnisses, seine jüngeren Brüder zu beschützen – und in einem sehr jungen Alter – jedenfalls für einen Gestaltwandler – hatte er sich den Rang eines Vollstreckers verdient.
Dakota wusste, dass er nicht der einzige gewesen war, der seinen großen Bruder wie einen Helden verehrt hatte. Er und Dane hatten in ihrer Jugend ein- oder zehnmal darüber gesprochen – darüber, wie knallhart Del war. Als Del vom Vollstrecker ihrer Gruppe zum Vollstrecker des Wandlerrats aufgestiegen war, hatten sie hart dafür gearbeitet, in seine Fußstapfen zu treten.
Als Del dann in die Laufbahn als Verhörspezialist wechselte, hatten beide ihm natürlich zu seiner neuen Position gratuliert und ihm alles Gute gewünscht. Das hatte sie jedoch nicht interessiert. Dieser Job erforderte eine bestimmte Art von Persönlichkeit, und sie wussten, dass sie diese nicht hatten, was auch in Ordnung war.
„Dakota?“, grollte Del und zog seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Bruder. „Warum starrst du die Türen an?“
Nach einem weiteren Blick auf die Doppeltür konzentrierte sich Dakota auf Del und gab zu: „Ich hoffe tatsächlich, einen Blick auf Charon werfen zu können.“
Dels Augen verengten sich, obwohl er es schaffte, eine Augenbraue hochzuziehen. „Charon“, wiederholte er. „Den kleinen Tellerwäscher?“
Dakota nickte. „Ja.“
Auch wenn Mycroft Dakota gesagt hatte, dass das, was alle sahen, nicht wirklich Charons wahre Form war, durfte er das auch nicht verraten. Er hasste es, Geheimnisse vor seinen Brüdern zu haben, aber ein Versprechen war ein Versprechen. Dakota nahm an, dass das mehr zählte, als keine Geheimnisse vor seinen Brüdern zu haben.
Ich frage mich, wie er wirklich aussieht.
Als Del seine Augen noch mehr verengte und Dakota mit seinem intensiven Blick festnagelte, brauchte Dakota jedes bisschen Selbstbeherrschung, um sich davon abzuhalten, unruhig auf seinem Sitz herumzurutschen … oder seine Klappe aufzureißen und die Wahrheit herauszuposaunen.
„Warum?“, fragte Del, als er sich in seinem Stuhl zurücklehnte und die Arme vor der Brust verschränkte.
Warum eigentlich?
Dakota konnte es nicht wirklich mit Sicherheit sagen. Na ja, zumindest wusste er einen Teil davon, aber das konnte er Del nicht erzählen. Er war der Meinung gewesen, dass Drachen entweder ausgestorben waren oder nie wirklich existiert hatten.
Aber ich habe mich getäuscht.
Jetzt wollte Dakota unbedingt einen sehen. Dazu musste er sich mit Charon anfreunden und dann herausfinden, wie er sein Vertrauen gewinnen konnte. Dakota nahm an, er würde erst dann zugeben können, dass er wusste, dass Charon mehr war, als er zu sein schien. Vielleicht konnte Dakota den hübschen Mann danach überzeugen, ihm seinen Drachen zu zeigen.
Einfach, stimmt’s?
Abgesehen davon, dass Dakota seit mehreren Wochen einen Weg zu finden versuchte, wie er Charon treffen könnte. In all dieser Zeit hatte er noch nie gesehen, dass der Tellerwäscher die Küche verließ. Er hatte ihn nicht einmal durch die hinteren Korridore verfolgen können, die er offensichtlich benutzte, um zur Arbeit zu kommen und wieder zu gehen.
Dakota hatte immer geglaubt, dass Charon ein Mensch war, und er erinnerte sich nicht mehr an den Geruch des Mannes. Um ihn aufzuspüren, musste er sich Charon nähern, damit er seinen Geruch richtig erfassen konnte. Dann könnte er –
Warte mal eine verdammte Minute.
Dakota sprang auf und grinste Del breit an. „Ich denke, ich werde Miggs helfen, die Cupcakes zu tragen.“
Dann schritt Dakota zügig auf die Küchentür zu.
Gerade als Dakota sie erreichte, spürte er, wie sich eine große Hand auf seine Schulter legte. Er drehte sich stirnrunzelnd um. Als Dakota Dels schmaläugigen Blick sah, verwandelte er seine Miene schnell in ein breites Lächeln.
„Dakota, ich weiß, es ist lange her, aber wir haben darüber gesprochen“, grollte Del, seine Stimme leise und voller Warnung. „Du scheißt nicht, wo du arbeitest.“
Dakota öffnete seinen Mund und schloss ihn dann wieder. „Tu ich nicht“, versicherte er schnell. „Werde ich nicht.“
Er verstand die Sorge seines Bruders. Mit jemandem bei der Arbeit zu schlafen, mit jemandem, der nicht sein Schicksalsgefährte war, konnte das Leben extrem unangenehm machen. Obwohl er Charon süß fand, war es nicht sein Ziel, den Mann ins Bett zu bekommen.
Auch wenn der Gedanke daran verdammt verlockend ist.
„Was zum Teufel geht dir dann durch den Kopf?“, fragte Del leise und versuchte offensichtlich, ihre Unterhaltung privat zu halten. Als Del Dakotas Schulter leicht drückte, fügte er hinzu: „Du bist schon seit einer Weile total aufgedreht, Dakota. Was ist los?“
Scheiße. Mir hätte klar sein müssen, dass Del es bemerken würde.
Sein Bruder war nicht umsonst der beste Vernehmer. Er bemerkte Dinge – Mimik, Stimmbetonungen, Augenbewegungen und mehr – die anderen nie aufgefallen wären. Dakota dachte schnell darüber nach, was er ihm sagen sollte.
„Ich bin ehrlich, wenn ich dir sage, dass ich nicht vorhabe, ihn zu verführen“, murmelte Dakota und hielt seine Stimme ebenso leise. „Aber er hat mein Interesse geweckt. Niemand sieht ihn je.“ Er runzelte die Stirn und spürte, wie ihn Traurigkeit durchströmte. „Erscheint das nicht … einsam?“
„Wir wissen nichts über ihn“, entgegnete Del. „Er könnte eine Frau und drei Kinder haben, zu denen er jeden Tag nach Hause eilt. Dies könnte einfach nur ein richtig guter Job für ihn sein, da er über uns Bescheid weiß und der Rat sehr gut bezahlt.“
Achselzuckend behauptete Dakota: „Also, ich würde es gerne herausfinden.“ Er grinste, als er hinzufügte: „Du weißt, was für ein freundlicher Typ ich bin. Ich bin neugierig.“
Del starrte ihn mehrere Herzschläge lang – eindringlich – an. Schließlich stieß er einen tiefen Seufzer aus, bevor er ein leises Knurren ausstieß. „Ich weiß, dass du etwas verheimlichst, Dakota.“ Dann entspannte sich sein Gesichtsausdruck, er legte seine Handfläche auf Dakotas Nacken und drückte ihn leicht. „Aber du wirst es mir sagen, wenn du bereit bist. Bis dahin sind wir für dich da.“
Dakota spürte, wie ihn Erleichterung überflutete. „Danke, Del.“
Niemals konnte er dankbar genug sein für das Wissen, dass seine Brüder immer hinter ihm stehen würden … selbst wenn sie nicht wussten, wobei sie ihm vielleicht halfen.
„Nun, dann sehen wir nach, ob er hier ist“, murmelte Del und ging voran in die Küche.
Dakota folgte seinem Bruder. Er ließ seinen Blick über den riesigen Raum von der Größe einer Industrieküche schweifen. Während Del kaum einen Blick nach hinten warf, wo sich der Reinigungsbereich befand, blieb Dakotas Aufmerksamkeit in diese Richtung gerichtet.
Dort arbeitete Charon und räumte gerade eine Spülmaschine aus.
Dakota verlangsamte seine Schritte und blieb hinter Del zurück, während er den Mann beobachtete. Der etwa knapp eins siebzig große Mann schien schlank zu sein, obwohl es schwer zu sagen war, da er eine braune, unauffällige Hose und ein weites Poloshirt trug. Seine hochgekrempelten Ärmel zeigten leicht muskulöse, blasse Gliedmaßen.
Als würde er spüren, dass ihn jemand beobachtete, versteifte sich Charon, und seine Schultern spannten sich an. Er richtete sich auf und schaute über seine Schulter. Sein blauäugiger Blick traf den von Dakota. Einen Moment lang starrte Charon ihn nur an. Dann erschien eine leichte Röte auf den Wangen des Mannes, und er senkte schnell den Kopf, wandte sich wieder der wartenden Spülmaschine zu und schnappte sich einen Stapel Geschirr, bevor er zu einem Schrank eilte, um es wegzuräumen.
Zu Dakotas Überraschung wärmte ein Anflug von Interesse, das nichts mit Neugier zu tun hatte, sein Inneres. Ein geringes Maß an Erregung erwärmte seinen Unterleib.
Na sowas
Dakota erinnerte sich an seinen Wortwechsel mit Del und lenkte seine Aufmerksamkeit von Charon ab.
Nur Freunde.
Dakota konzentrierte sich auf Del, der hinter Miggs stand. Seine Hände ruhten auf den Hüften seines viel kleineren Gefährten und er liebkoste mit seinen Lippen die Seite des Halses des Meerschweinchenwandlers. In Anbetracht der Tatsache, dass Del eins fünfundneunzig groß war und Miggs nur winzige eins fünfundfünfzig, fand Dakota, dass es höllisch unbeholfen aussah.
Als er die glücklichen Gesichtsausdrücke beider Männer sah, obwohl Miggs sich weiterhin darauf konzentrierte, die Cupcakes zu glasieren, wusste Dakota, dass es keinem der Männer etwas ausmachte, sich zu verrenken, damit es funktionierte.
Als Dakota zusah, wie Miggs den letzten Cupcake mit Zuckerguss bestrich, bemerkte er, wie Miggs’ Hand ein wenig zitterte, offensichtlich beeinflusst von Dels Aufmerksamkeit. Dakota rieb an seiner Brust und wandte den Blick ab. Immer noch nicht daran gewöhnt, seinen Bruder so intim mit jemandem zu sehen, hatte Dakota das Gefühl, als würde er einen privaten Moment stören.
Aus dem Augenwinkel sah Dakota, wie Charon auf seinen Zehenspitzen stand und einen Stapel Teller in der Hand hielt. Er sah, wie der Mann sich abmühte, die Teller oben auf den Stapel zu bekommen, wobei er ein wenig wackelte. Sein Körper schien sogar zu zittern.
Nicht imstande, sich davon abzuhalten, eilte Dakota an Charons Seite. Er griff an ihm vorbei, umrahmte ihn praktisch, und packte den Stapel auf beiden Seiten. Während Dakota half, die Teller auf den Stapel zu schieben, hielt er seinen Körper von dem des anderen Mannes fern, obwohl er so versucht war, herauszufinden, wie es sich anfühlen würde, sich an ihn zu drücken.
Freunde. Verdammt.
Dakota trat schnell zurück und sagte: „Tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe, Charon.“ Als der Mann sich umdrehte und ihn misstrauisch ansah, fügte Dakota schnell hinzu: „Es sah einfach so aus, als könntest du Hilfe gebrauchen.“
Charons große blaue Augen verengten sich. „Woher weißt du meinen Namen?“
Überrascht, als er die Abwehrhaltung in seinem Tonfall hörte, hob Dakota beschwichtigend die Hände, die Handflächen nach außen. „Äh, ich bin ein Ratsvollstrecker.“ Er senkte seine linke Hand an seine Seite, als er seine Brust mit den Fingerspitzen seiner rechten berührte. „Dakota. Dakota Drudeson.“ Dakota grinste breit. „Die meisten von uns kennen die Namen von fast jedem, der hier arbeitet, und können sie erkennen.“ Mit einem Augenzwinkern sagte er: „Man muss jeden kennen, damit wir, falls mal jemand hier ist, der es nicht sein sollte, ihn erkennen können.“
Langsam nickte Charon, obwohl seine Augen verengt blieben. „Okay.“
Dakota legte seine Hände auf seine Hüften und lächelte ihn weiterhin an. „Du weißt schon.“ Er zog die Worte absichtlich in die Länge und fügte seinem Ton eine verspielte Note hinzu. „Ich bin mir nicht sicher, wer oder was dich in die paranormale Welt gezerrt hat, aber wir sind nicht alle fiese Typen.“
Dakota hielt seine Worte so wahr wie er konnte, nur für den Fall, dass der Mann etwas wittern konnte, wenn auch keine Lügen, sondern ein Stück Wahrheit. Schließlich hatte er keine Ahnung, welche Fähigkeiten ein Drache tatsächlich hatte. Dakota wusste, dass der Drache glaubte, dass jeder – nun ja, wahrscheinlich jeder außer Mycroft und denen im Rat – ihn für einen Menschen hielt.
Mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen fügte Dakota hinzu: „Du musst dich nicht vor uns verstecken.“
Charon legte den Kopf schief und fragte: „Wie kommst du darauf, dass ich mich vor irgendjemandem verstecke?“
Dakota dachte schnell über seine möglichen Antworten nach und entschied: „Nun, du betrittst nur selten den Speisesaal, um zu Mittag zu essen oder in einer Pause.“ Immerhin hatte er die letzten Wochen hingesehen. „Und du musst die hinteren Flure benutzen, um zu deinem Arbeitsplatz hier in der Küche zu gelangen und wieder weg.“ Dakota zuckte mit den Schultern und sagte zu ihm: „Wenn du hier mit jemandem eine schlechte Erfahrung gemacht haben solltest und es mir nicht sagen willst, berichte es deinem Chef. Ich weiß zufällig, dass Chefkoch Gage ein ziemlich anständiger Typ ist und immer das Beste für seine Leute im Sinn hat.“
Bei mehr als einer Gelegenheit hatte sich Dakota mit Chefkoch Gage getroffen – einem sehr netten und hilfsbereiten zimtfarbenen Schwarzbären –, um Tipps zum Kochen zu bekommen, was ihm bei Verabredungen helfen sollte. Nur weil er wusste, dass eine Person nicht sein Schicksalsgefährte war, hieß das nicht, dass er diese Person nicht gut behandeln wollte.
„Du kennst Chefkoch Gage?“ Charon legte den Kopf schief. „Wirklich?“
„Überrascht?“ Dakota lachte, als er mit den Schultern zuckte. „Zufällig koche ich gerne und probiere neue Gerichte aus, und er ist ein ausgezeichneter Lehrer.“
Charon schien ihm nicht zu glauben, was Dakota dazu brachte, sich zu fragen, warum.
Sicherlich kann ein Drache erkennen, ob ein Gestaltwandler lügt oder nicht.
„Nun, ich verstecke mich vor niemandem“, behauptete Charon, und sein Geruch verriet, dass er die Wahrheit sagte. „Ich mache meinen Job und gehe nach Hause.“ Er zuckte mit den Schultern, als sein Blick nach links glitt. „Es gibt immer was zu tun zu Hause.“
Auch wenn Dakota riechen konnte, dass Charon weiterhin die Wahrheit sagte, war da noch etwas anderes darin … etwas, das ihm einen subtilen Beigeschmack verlieh, der darauf hindeutete, dass er möglicherweise auch etwas verheimlichte.
Dakota zügelte seine natürliche Tendenz zu drängen. Immerhin versuchte er, Charons Vertrauen zu gewinnen.
„Nun, es freut mich, das zu hören“, begann Dakota und zerbrach sich den Kopf, um etwas zu sagen, das das Gespräch verlängern würde.
„Hey, Dakota“, unterbrach Miggs. „Hallo, Charon.“
„Miggs“, antwortete Charon mit einem Nicken. „Nun, ich gehe besser wieder an die Arbeit.“
Zu Dakotas Bestürzung wandte sich Charon ab und ging zurück zu der Spülmaschine, die er gerade geleert hatte.
Dakota zwang sich zu einem Lächeln, als er Miggs ansah, und sein Gesichtsausdruck entspannte sich, als er das Tablett mit Cupcakes betrachtete, das der kleine Gestaltwandler hielt. „Verdammt, Miggs. Die sehen gut aus.“
„Hm, ja. Danke“, antwortete Miggs.
Da bemerkte Dakota Miggs’ gerötetes Gesicht und das hungrige Funkeln in Dels Augen, ganz zu schweigen von dem Duft der Lust, der den Geruch der Himbeer-Cupcakes verdrängte.
„Du kannst sie nehmen.“ Miggs hielt ihm das Tablett hin. „Ich und Del nehmen einfach ein paar mit und gehen zu unserer Suite.“
Jeder Wandler, der als Vollstrecker oder Ratsmitglied arbeitete, hatte eine private Suite im Hauptquartier, und Dakota konnte leicht erraten, woran die beiden mehr interessiert waren.
„Okay. Vielen Dank.“
Nachdem Dakota das Tablett genommen hatte, schnappte sich Miggs vier Cupcakes und wandte sich dann ab. „Reden wir später“, sagte er mit einem Lächeln.
Del machte sich nicht einmal die Mühe, sich zu verabschieden. Er legte einfach seinen Arm um die Schultern seines Gefährten und eilte mit ihm aus der Küche.
