Sexy office - May B. - E-Book

Sexy office E-Book

May B.

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Beschreibung

Aufregend-sinnliche Stunden im Büro

Christina weiß nicht, wie aufregend sie wirklich ist. Sie weiß jedoch, dass eine Praktikantin den Job in der Londoner Werbefilm-Agentur bekommt, der ihr versprochen war. Weil Joan Sex mit dem Chef hatte? Christina nimmt sich vor, ihre Zurückhaltung in der Firma zu den Akten zu legen, schließlich gibt es ein paar aufregende Kandidaten für heiße Stunden am Schreibtisch.

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Seitenzahl: 353

Veröffentlichungsjahr: 2010

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Inhaltsverzeichnis
DAS BUCH
DIE AUTORIN
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Epilog
Copyright
DAS BUCH
Die neue Praktikantin wickelt alle um den Finger: Bei Joan erfinden sie kleine Entschuldigungen und lächerliche Fragen – alles, um nur fünf Minuten auf ihrer Schreibtischkante sitzen und sie und ihre Brüste anstarren zu dürfen, allen voran der Chef Hugo. Christina will nicht länger zusehen und nimmt sich das, was ihr gehört: Lustvoll, ohne Tabus und mit Erfolg.
Sexy office: Aufregend sinnliche Stunden im Büro – und nicht nur da.
DIE AUTORIN
May B. ist das Pseudonym einer Autorin, die in London aufwuchs und dort zunächst als Bibliothekarin arbeitete. Nach einigen Jahren Berufserfahrung kehrte sie nach Deutschland zurück, um sich ganz ihrer Leidenschaft für Literatur und Erotik widmen zu können. Ihre Geschichten berichten von Erfahrungen, die sie zum Teil selbst gemacht hat.
Kapitel 1
Sie hatte kaum etwas an – lediglich eine weite Hose und ein weißes T-Shirt, unter dem sich ihre üppige Oberweite ohne die einschnürende Enge eines BHs frei bewegte. Sie mochte das ganz eigene Gefühl von Freiheit und auch einer gewissen Geilheit, das die immer wieder gegeneinanderstoßenden Brüste in ihrem Inneren erzeugten.
Es war ein unglaublich warmer Tag, doch die schattige Waldlichtung, auf der sie stand, bot ausreichend Schutz vor der Hitze und schien so versteckt und abgelegen, als hätte dort noch nie jemand auch nur einen Fuß auf den Boden gesetzt. Doch dieser erste Eindruck entpuppte sich schnell als Irrtum. Wenn man genau hinschaute, zeichnete sich am Rande der Lichtung ein kleines rotes Zweimannzelt ab, das sie sofort neugierig machte. Die junge Frau musste nur ein paar Schritte tun, um erkennen zu können, dass sich im Inneren des Zeltes zwei Schatten bewegten. Und das auf sehr eindeutige Weise. Noch ein paar weitere Schritte, und sie stand so dicht davor, dass sie erste Geräusche aus dem Inneren ausmachen konnte. Sie rührten eindeutig vom Liebesspiel eines Pärchens her.
Die neugierige Frau trat an die Seite des Zeltes und ging in die Hocke, um nicht entdeckt zu werden. Als sie an genau dieser Stelle einen kleinen Riss in der Zeltwand entdeckte, machte ihr Herz einen Hüpfer, der bis tief in ihr Geschlecht zu spüren war. Vorsichtig presste sie die Stirn gegen das Zelt, kniff ein Auge zu und wagte den ersten Blick ins Innere. Der Anblick, der sich ihr bot, erzeugte eine derart stechende Geilheit in ihrem Körper, dass sie fast zurückschreckte.
Ein unbekleidetes Paar lag auf einer sehr schmalen Luftmatratze, die nur dann Platz für zwei Menschen bot, wenn sie aufeinanderlagen. Und genau das taten der sehnig muskulöse Mann und die grazile Blondine unter ihm.
»Ja, bitte, weiter!«, waren die ersten Worte, die die erregte Voyeurin richtig verstehen konnte. Die Stimme kam ihr irgendwie bekannt vor. Sehr bekannt, um genau zu sein. Es verstrichen einige Sekunden, bis ihr schließlich bewusst wurde, dass es sich um ihre eigene Stimme handelte. Die Erkenntnis traf sie so unvorbereitet, dass ihr Kopf förmlich zurückschnellte. Nachdem sie sich wieder gefangen und das Ganze als absurden Trugschluss abgetan hatte, lugte sie erneut durch den Spalt ins Innere. Dort hörte sie jetzt nicht nur ihre eigene Stimme, sondern sah sich tatsächlich selbst splitternackt unter dem muskulösen Körper des dunkelhaarigen Mannes liegen, der ihren Hals mit Küssen bedeckte. Es gab keine vernünftige Erklärung, wie es zu diesem Tausch gekommen war, aber wie das in Träumen nun mal so ist, nahm die junge Frau den Wechsel der Akteure ohne weiteres Nachdenken hin und schlüpfte mühelos in die Rolle der attraktiven Blondine.
Die Hände des Mannes lagen auf ihren Brüsten. Nachdem er sie mit festen Griffen ein wenig geknetet und dabei immer wieder sanft in ihre Nippel gekniffen hatte, stülpte er seine Lippen darüber und saugte so fest daran, dass sie nur noch lüstern zischen konnte.
Sie wollte ihn. Sie wollte, dass sein Schwanz, der immer wieder ans Tor zu ihrer Grotte stieß, endlich tief in sie eindrang.
»Bitte!«, keuchte sie laut. »Bitte!«
Doch er schien sie warten lassen zu wollen und beschäftigte sich weiter mit ihren mittlerweile steinharten, rubinroten Nippeln. Plötzlich richtete ihr Gespiele sich etwas auf und sah grinsend auf sie hinab. Sein Lächeln hatte etwas fast Grausames. Es verriet ihr, dass er genau wusste, wie sehr sie ihn begehrte. Seine Augen fest auf die ihren gerichtet, bewegte er seine Hüften so, dass sein steinharter Schwanz direkt vor ihren Schamlippen schwebte. Sie spürte förmlich, wie seine Eichel eine Hitze abstrahlte, die direkt in ihr Inneres fuhr und sie noch feuchter machte.
Sie versuchte, ihm ihr Becken irgendwie entgegenzustrecken, um endlich seine steife Männlichkeit in sich zu spüren. Aber er war zu stark für sie und drückte sie mit dem Gewicht seines Körpers wieder nach unten.
»Bitte!« Es schien das einzige Wort in ihrem Vokabular zu sein. Der schöne Mann sah ihr immer noch direkt in die Augen. Fast als suchte er etwas darin – eine endgültige Bestätigung, dass sie seiner Zuwendungen auch wirklich würdig war. Es schienen bereits Stunden verstrichen zu sein, ohne dass er auch nur einen Zentimeter in sie eingedrungen war. Hatte vielleicht jemand die Zeit angehalten? Atmete sie überhaupt noch?
Plötzlich und ohne jede Vorwarnung bewegte er sein Becken und rammte seinen großen Schwanz mit einem Stoß tief in ihr feuchtes Loch. Fast hätte sie geschrien, so überwältigend war der plötzliche Frontalangriff auf ihre Sinne. Und der Mann zog sich nicht etwa zurück, um erneut zuzustoßen. Nein, er presste sich so entschlossen und mächtig in ihre Mitte, dass sie glaubte, sein Schambein gegen ihren Kitzler und seine schweren Eier gegen ihren Po gepresst zu spüren.
Es kam ihr. Sie konnte es nicht zurückhalten. Das gemeinsame Pulsieren seines Riemens und ihres Kitzlers war eindeutig zu viel für sie. Und das fast verzweifelte Zucken ihrer inneren Muskeln schien auch bei ihrem Partner seine Wirkung nicht zu verfehlen. Die unwillkürlichen Bewegungen pressten den Saft aus seinem Schwanz, fast als würde sie ihn damit melken. Das Konzert ihrer Lustgeräusche gipfelte in lauten, gemeinsamen Schreien, die schließlich abebbten und zu einem leisen, erschöpften Keuchen wurden.
Als sie danach müde und träge an die Decke des Zeltes schaute, erblickte sie dort seltsamerweise einen Spiegel. Der Anblick, der sich ihr bot, war wie immer ein Schock für sie. Das war nicht ihr Körper, der da so satt und befriedigt lag. Im Spiegel hatte sie feste Brüste, eine schmale Taille, lange Beine und einen superflachen Bauch. Und auch die Stupsnase und die hohen Wangenknochen waren ein ungewohnter Anblick für die junge Frau. Nur die Augen waren dieselben. Große blaue Augen, die ihr überrascht und irgendwie verwirrt entgegenblickten.
Christina wachte auf. Sie wachte immer an diesem Punkt auf in diesem Traum, der immer derselbe war. Sie öffnete die Augen und schaute unmittelbar in den Spiegel, der gegenüber von ihrem Bett hing. Sie betrachtete ihr Gesicht und ihren Körper ganz genau – nur für den Fall, dass der Traum vielleicht wahr geworden sein könnte. Doch auch diesmal wurde ihr sehr schnell klar, dass der Körper, das Gesicht und auch der Orgasmus ein einziges Trugbild ihrer Fantasie gewesen waren.
Es goss mal wieder in Strömen. Christina Haller stieg aus dem Bus und griff als Erstes nach ihrem Regenschirm. »Typisch London«, fluchte sie auf dem Weg ins Büro leise vor sich hin, freute sich aber insgeheim immer noch darüber, dass sie endlich zu den Menschen gehörte, die diese Worte aussprechen konnten und auch wussten, wovon sie redeten.
Dabei war die Stadt bisher nicht unbedingt nur gut zu ihr gewesen. Drei Jahre war sie nun schon hier. Und genau so lange arbeitete sie auch schon bei Witherman & Co. Als Christina damals ihre Heimat Berlin verlassen hatte, um in London Karriere zu machen, hatte sie sich vieles für ihr Leben auf der Insel erträumt – einen tollen Job, eine tolle Wohnung, vielleicht sogar einen tollen Freund. Doch bisher hatte sie hinter keines der Kästchen ein Häkchen machen können. Toller Freund? Nicht in Sicht. Tolle Wohnung? Viel zu teuer. Toller Job? Christina hatte die starke Vermutung, selbst als Imbissbedienung respektvoller behandelt zu werden als bei Witherman & Co.
Die Firma war in den 90er Jahren gegründet worden und hatte sich binnen weniger Jahre zu einem der erfolgreichsten Unternehmen in der Werbebranche gemausert. Wie sehr hatte sich Christina vor drei Jahren über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in der Weltstadt gefreut. Wie beeindruckt war sie gewesen, als der damalige Chef persönlich mit ihr geredet und ihr bereits nach zwei Tagen einen Job in der Produktions-Abteilung angeboten hatte. Endlich konnte sie der für sie mittlerweile langweilig gewordenen deutschen Hauptstadt entfliehen und sich ein Leben in ihrem geliebten London aufbauen. Schon bei ihrem ersten Besuch im Alter von vierzehn Jahren war sie dem Charme der britischen Metropole verfallen, und seitdem hatte die Begeisterung für alles Britische sie nicht wieder losgelassen. Die Menschen, die Gebäude, die Landschaft, ja selbst das Fernsehprogramm begeisterten Christina so sehr, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit (und der Gelegenheit) war, bis auch sie sich endlich in die Schlangen an den Londoner Bushaltestellen würde einreihen können.
Als Christina mit leichter Verspätung endlich im Büro ankam, war sie trotz des Regenschirms so nass geworden, dass ihre ohnehin nur recht halbherzig frisierten Haare dem Fell eines feuchten Hundes glichen. Auf der Damentoilette versuchte sie zu retten, was noch zu retten war, erntete aber an ihrem Schreibtisch sofort einen amüsierten Blick von Joan Harding, der jungen Praktikantin.
»Regnet es, oder ist das der letzte Schrei in Deutschland?«, fragte Joan mit sarkastischer Stimme und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Christinas Frisur. Es waren nicht nur solche Sätze, die es der jungen Deutschen schwer machten, sich darüber zu freuen, dass man ihr das Mädchen vor die Nase beziehungsweise an den Schreibtisch gegenüber gesetzt hatte. Hieß es doch, dass sie zusätzlich zu ihrer eigenen Arbeit auch noch die Schulung der etwas hochmütigen jungen Dame übernehmen musste. Und die hatte sich bisher als erstaunlich begriffsstutzig erwiesen.
Pass nur auf, dass du nicht bald deinen letzten Schrei tust, dachte Christina, schenkte der Praktikantin als Antwort aber nur ein säuerliches Lächeln.
Zu Beginn ihrer Praktikantentätigkeit hatte Joan zumindest noch so getan, als ob sie Christina ernst nehmen und ihr zuhören würde. In letzter Zeit aber hatte sie es sich zur Angewohnheit gemacht, den Tag am Schreibtisch männlicher Kollegen zu verbummeln, sich zu unterhalten und mit ihnen zu flirten. Außerdem geschah es in dieser Woche nun schon zum zweiten Mal, dass die Praktikantin es vorzog, den Nachmittag im Büro von Hugo Stevens, ihrem gemeinsamen Abteilungsleiter, zu verbringen. So musste Christina also die Anrufe ihrer sogenannten Kollegin entgegennehmen, all ihre Briefe schreiben und sich sogar um die Büromittellieferung kümmern. Der einzige Vorteil an diesem riesigen Arbeitspensum bestand darin, dass die Tage in der Regel wie im Fluge verstrichen. So war es auch heute. Die Stunden waren so schnell vergangen, dass Christina kaum bemerkt hatte, dass es mittlerweile schon auf achtzehn Uhr zuging. Joan saß noch immer vor Mister Stevens’ Schreibtisch. Zwar hatten die leitenden Angestellten im Gegensatz zum Fußvolk abgetrennte Büros – eine Art Kasten mit Holz bis zur Hüfte und Glas bis zur Decke -, doch diese Konstruktion gewährte Christina von ihrem Platz aus einen sehr guten Blick in die heiligen Hallen von Hugo Stevens. So konnte die junge Frau deutlich sehen, wie Joan ihrem Chef mittels Körpersprache zu verstehen gab, wie faszinierend sie jedes einzelne Wort fand, das über seine Lippen kam. Hugo hatte die Füße auf seinen Schreibtisch gelegt und lümmelte weit zurückgelehnt in seinem teuren dunkelbraunen Ledersessel. Der selbstzufriedene Blick mit den dann und wann überdramatisch hochgezogenen Augenbrauen verriet, dass er gerade eine Geschichte zum Besten gab, die ausschließlich dazu gedacht war, den größtmöglichen Eindruck auf das etwas naiv wirkende Mädchen zu machen. Hugo war ein leicht untersetzter Mann Anfang vierzig. Angeblich war er früher tatsächlich Amateur-Boxer gewesen. Doch jedwede Fitness oder auch Muskelmasse, die er sich bestimmt in seiner Zeit als Sportler zugelegt hatte, war durch zu viele Geschäftsessen, Cocktailpartys und schlichte Faulheit verschwunden.
Joan lachte dennoch genau an den richtigen Stellen seiner Geschichte. An einem Punkt applaudierte sie sogar und schlug die Hände wie ein dressierter Seehund zusammen. Hugo war bereits vor siebzehn Uhr dazu übergegangen, die kleine Minibar in seinem Büro zu plündern, sodass die beiden jetzt zwei Whiskeygläser und eine Flasche Chivas Regal vor sich stehen hatten.
Christina zwang sich mit aller Macht, ihren Blick von dieser lächerlichen Posse abzuwenden. Sie war die Letzte im Büro und entschloss sich kurzerhand, für heute Schluss zu machen – auch wenn ihr noch vier Seiten zu dem Recherchebericht fehlten, den sie in ein paar Tagen abgeben musste. Wäre Joan ihren Pflichten nachgekommen, hätte sie das Papier heute noch fertig haben können. Mit einem letzten Blick in Hugos Büro – er füllte Joan, die bewundernd zu ihm aufsah, als würde er eine Großtat vollbringen, gerade ihren Drink nach – trat Christina auf den Flur hinaus und wartete dort übellaunig auf den Lift.
Joan Harding war all das, was Christina Haller nicht war. Zwar waren beide Frauen recht groß gewachsen, doch während Joan überaus schlank war, einen festen Busen und lange, elegante Beine hatte, war Christina etwas fülliger und definitiv kein Fan ihrer eigenen Oberschenkel. Joan hatte langes blondes Haar, ein unaufdringlich glattes Gesicht mit dem Klischee einer Stupsnase und große blaue Augen. Christinas Haare hingegen ließen sich sowohl in der Farbe als auch in der Beschaffenheit eher mit dunkelbrauner Auslegeware vergleichen, und auch ihr Gesicht besaß nicht die engelsgleichen Züge, die bei Joan dafür sorgten, dass sie jetzt im Büro des Abteilungsleiters und nicht bei ihrer Arbeit saß. Immerhin hatte Christina sehr ansehnliche Brüste und schöne Augen. Aber dank ihrer grundsätzlich zwei Nummern zu großen Garderobe und der Tatsache, dass Männer nun mal eher auf den Vorbau als auf eine schön gefärbte Iris schauten, fiel das im Büro niemandem auf. Außerdem waren alle Männer viel zu sehr damit beschäftigt, Joan hinterherzustarren.
Ach, Joan. Wenn es um männliche Aufmerksamkeit ging, ließ die Blondine sich am ehesten mit einem Magneten vergleichen, der auch noch den kleinsten Eisenspan anzuziehen vermochte. Christina hingegen schien in den Augen der männlichen Kollegen überhaupt nicht zu existieren. Sie redeten nur mit ihr, wenn es sein musste. Und auch dann machten sie sich nicht die Mühe, der jungen Frau in die Augen zu sehen, sondern schauten nur in die ungefähre Richtung, aus der ihre Stimme kam. Bei Joan erfanden sie kleine Entschuldigungen und lächerliche Fragen – alles, um nur fünf Minuten auf ihrer Schreibtischkante sitzen und sie anstarren zu dürfen. Nicht, dass Joan auch nur eine dieser unnötigen Fragen beantworten konnte. Sie wusste gar nichts. Noch schlimmer, es machte ihr auch keineswegs etwas aus, dass sie gar nichts wusste. Joan Harding war für das reibungslose Ablaufen des Betriebes so wichtig wie eine Haarbürste für eine Ziege, und sie verfügte über denselben IQ. Trotzdem hatte sie die Praktikumsstelle in der Dispo bekommen. Und trotzdem hatte Hugo ihr, selbst nach den Beschwerden einiger Kolleginnen über ihre Faulheit, noch nicht den Hauch einer Abmahnung erteilt.
Immerhin gab es einen Trost, dachte Christina, während sie auf den Fahrstuhl wartete. Sie hatte sich für den Job der Produktionsassistentin bei der Werbefilmabteilung der Firma beworben. Der Job würde nicht nur mehr Geld und Verantwortung mit sich bringen, sondern könnte auch endlich dafür sorgen, dass sie nicht jeden Tag mit Joan Harding und ihrer Horde Verehrer konfrontiert würde.
Für Christina bestand kein Zweifel, dass sie für diese Position bestens geeignet war, denn der anfänglich sehr stressige Job in der Werbefilm-Firma ging ihr mittlerweile leicht von der Hand. Dabei hatte sie zunächst nicht die geringste Ahnung gehabt, was sie in dieser Branche eigentlich erwartete. In den ersten Tagen bei Witherman & Co. war Christina völlig hilflos von Kollege zu Kollege gerannt, um sich Tipps für ihre Aufgaben zu holen. Nach und nach hatte sie sich jedoch so gründlich in die Materie eingearbeitet, dass es mittlerweile die Kollegen waren, die sich Rat bei ihr holten. Auch wenn die junge Deutsche nicht unbedingt zu den Frauen gehörte, mit denen man flirtete oder denen man im Vorbeigehen neckende, zweideutige Bemerkungen oder gar Komplimente zurief, so wusste doch jeder, dass sich niemand besser in der Firma auskannte als Christina. Sie als gute Seele der Firma zu bezeichnen ginge vielleicht etwas zu weit, aber in der Kantine hatte sie vor ein paar Tagen tatsächlich jemanden sagen hören, dass der Laden ohne sie aufgeschmissen wäre – und zwar nicht irgendjemanden, sondern ausgerechnet den Chef der Personalabteilung. Es musste also einfach eine Beförderung anstehen. Christina wusste, dass sie den Aufstieg verdiente, und ihr fiel nicht ein Grund ein, weshalb sie nicht endlich eine Stufe auf der Karriereleiter erklimmen sollte. Sie konnte es kaum erwarten. Sollte Hugo Stevens doch zusehen, wie viel seine kostbare Joan noch wert war, wenn Christina nicht hinter ihr herräumte und einen Großteil ihrer Arbeiten erledigte.
Der Fahrstuhl war mittlerweile im Erdgeschoss angekommen, und Christina ging eilig am Empfang vorbei. Gerade als sie den ersten Schritt auf die Straße tun und in Richtung Bushaltestelle laufen wollte, fiel ihr auf, dass sie in ihrem Ärger die Handtasche auf dem Schreibtischstuhl vergessen hatte.
»So ein Mist!«, entfuhr es ihr voller Wut auf sich selbst.
Also wieder durch die Eingangshalle, in den Fahrstuhl und hoch in die sechste Etage. Christina stieß die gläserne Doppeltür zum Büro mit den Füßen auf und stapfte zu ihrem Schreibtisch. Doch irgendwas in dem Raum hatte sich verändert. Das Licht, die Atmosphäre – sie hatte keine Ahnung, was es war, verlangsamte aber dennoch ihre Schritte, bis sie schließlich auf Zehenspitzen weiter schlich. Hugo Stevens’ Büro war mittlerweile nur noch von einem dämmerigen Licht erfüllt, das wahrscheinlich aus der offenen Tür der Minibar drang und seltsame Schatten an die Wände warf. Joan und ihr Boss waren merkwürdigerweise nicht mehr zu sehen.
Christina nahm ihre Tasche und hängte sie sich über die Schulter. Eigentlich hätte sie das Gebäude gleich wieder verlassen und nach Hause fahren sollen, doch irgendetwas in ihrem Inneren schien sie davon abzuhalten. Es konnte nur die reine Neugierde sein, die sie dazu brachte, sich auf leisen Sohlen dem Büro ihres Chefs zu nähern. Obwohl es sich um einen abgetrennten Raum handelte, waren die Wände dünn wie Papier. Noch bevor sie genau ausmachen konnte, woher es eigentlich kam, hörte Christina ein Geräusch. Es war die Stimme von Hugo. Er stöhnte in gleichmäßigem Rhythmus.
»Oh, oh, oh, oh …« Wieder und wieder.
Christina wurde von einer Schaulust gepackt, die ihr in dieser Form bisher unbekannt war. Als sie durch den Glasteil der Wand linste, sah sie, dass ihr Chef auf dem kleinen schwarzen Ledersofa im hinteren Teil seines Büros saß. Das Sofa war sehr niedrig, sodass es von weitem schien, als hätten er und Joan ihre »Überstunden« mittlerweile beendet. Doch weit gefehlt. Der Grund für sein fast jaulendes Stöhnen war nämlich der Mund von Joan Harding. Sie kniete zwischen Hugos Beinen auf dem Teppich und bearbeitete mit ihren rot geschminkten Lippen seinen Schwanz, der steif aus dem Reißverschluss seiner Anzughose hervorragte.
»Oh, oh, oh, oh …«, war erneut zu hören – jedes einzelne »Oh« im Einklang mit den Auf- und Abbewegungen von Joans Kopf.
Christinas spontaner Impuls war Umdrehen und Weglaufen. Der Anblick widerte sie regelrecht an und zog sie zugleich unwiderstehlich in seinen Bann. Die junge Frau stellte überrascht fest, dass die intime Handlung der beiden sie irgendwie auch faszinierte. Bisher war es noch nie vorgekommen, dass sie einem Pärchen beim Sex zugesehen hatte – außer in ihren Träumen natürlich.
Christina wusste, dass sie sich eigentlich hätte losreißen und die beiden ihrem Spaß überlassen sollen. Es war ganz sicher nicht richtig, hier zu stehen und die Voyeurin zu spielen. Trotzdem blieb sie, wo sie war.
Joan entließ den Schwanz ihres Chefs aus ihrem Mund und setzte sich auf die Fersen. »Da hat aber jemand eine prächtige Ausstattung mitbekommen«, sagte sie und umkreiste Hugos Riemen mit den Fingern. Er glänzte vor Speichel.
»Ganz schön groß, was?« erwiderte er stolz.
»Was möchtest du jetzt von mir, Hugo? Was soll ich für dich tun?«
»Alles, was du dir nur vorstellen kannst.«
»Sind die anderen alle weg?«
»Schon lange.«
»Gut.«
Joan stand auf. Sie trug auch heute ein Kleid, das eigentlich nur dafür gedacht sein konnte, irgendwelche Männer in irgendwelchen Kneipen aufzureißen. Fürs Büro jedenfalls schien das enge rote Jerseykleid ganz und gar unpassend. Es betonte ihre üppigen Brüste und die Rundungen ihres Hinterteils und war so knapp geschnitten, dass sich sowohl ihr BH als auch ihr Höschen abzeichneten. Die aufreizend gekleidete Sekretärin warf einen schnellen Blick durch das Fenster, um sich ein letztes Mal zu versichern, dass auch wirklich niemand mehr im Büro wäre. Christina schaffte es gerade noch, sich rechtzeitig zu ducken. Als sie einen Moment später wieder auftauchte und den nächsten Blick in Hugos Büro werfen konnte, war Joan gerade dabei, sich das Kleid über den Kopf zu ziehen. Christina fühlte sich tiefer und tiefer in einen seltsamen Bann gezogen und beobachtete voller Faszination, wie der Anblick von fleischfarbenen Seidenstrümpfen, zarten weißen Strapsen, dem winzigen Dreieck eines weißen Seidenhöschens und schließlich ihrem BH freigelegt wurde.
»Und?« Joan wollte eindeutig ein Kompliment hören. Sie warf den Kopf nach hinten, um ihr blondes Haar aus dem Gesicht zu werfen.
»Strümpfe …«, murmelte Hugo Stevens nur leise und starrte auf ihre Schenkel.
»Ich trage immer Strümpfe. Sie sind einfach aufregender als Strumpfhosen. Und viel weiblicher.«
»O Gott, ja …«
Hugos Schwanz zitterte zustimmend.
Joan steckte ihre Daumen unter den seitlichen Bund ihres Höschens, zog es über ihre langen, schlanken Beine bis zu den Knien und sah zu, wie es dort von selbst zu Boden fiel. Dann hob sie es auf und warf das hauchdünne Kleidungsstück in Richtung ihres Chefs. Es landete direkt auf seinem Schwanz – wie beim Ringewerfen auf dem Rummelplatz.
Joan ging wieder auf die Knie und massierte den Schwanz ihres Gespielen mit dem Stoff des seidigen Höschens.
»Oh …«, stöhnte er.
»Willst du mich ficken, Hugo?«, fragte sie und senkte ihre Stimme dabei um eine Oktave.
»Ja, ja …«
»Gut. Das will ich nämlich auch. Aber das weißt du sicher schon, oder? Du machst mich total scharf. Meine kleine Muschi ist schon ganz heiß für dich. Wahnsinnig heiß … und nass.«
Joan schien es wirklich kaum erwarten zu können, denn sie zerrte gleichzeitig am Bund seiner Hose und seines Slips. Hugo Stevens hob sein Hinterteil etwas an, sodass sie die beiden störenden Kleidungsstücke unter ihm wegziehen konnte. Dann waren Schuhe und Strümpfe an der Reihe. Von der Taille abwärts war Hugo jetzt völlig nackt, und sein harter Schwanz ragte steif und von allen einengenden Kleidungsstücken befreit aus seiner Körpermitte auf.
Christina war wie hypnotisiert. Jetzt wusste sie endlich, wo Joans wahre Talente lagen und wozu sie in der Lage war. Das kleine Luder. Kein Wunder, dass sie von Männern geradezu umschwirrt wurde. Wie viele leitende Angestellte von Witherman & Co. hatten dieser Privatvorführung, in der Joan Harding die absolute Hauptrolle spielte, wohl schon beigewohnt? Endlich begriff Christina, weshalb ihre Kollegin bisher noch nie Kritik für ihre ansonsten äußerst dürftigen Fähigkeiten einstecken musste.
Eigentlich hätte Christina sich umdrehen und gehen sollen. Doch stattdessen lungerte sie vor dem Büro ihres Chefs herum und stierte wie eine Spannerin in den verglasten Kasten. Und wenn sie ganz ehrlich war, kauerte sie nicht mehr in dieser unbequemen Haltung, um zu sehen, wie weit Joan Harding wohl gehen würde. Nein. Der eigentliche Grund dafür, dass sie sich das Schauspiel nicht entgehen lassen wollte, war Christinas eigene Erregung. Ihr Puls raste, und ihr Herz schlug bis zum Hals.
Angst und Scham überfluteten die junge Angestellte. Dennoch beobachtete sie ihren Boss gerade dabei, wie er nach allen Regeln der Kunst von einer – man konnte es nicht anders sagen – außerordentlich schönen und attraktiven Frau verführt wurde. Niemals würde sie sich trauen, was Joan da gerade tat. Und wieso hätte sie es auch versuchen sollen? Würde sie sich vor den Augen irgendwelcher Kollegen das Kleid über den Kopf ziehen, könnte man die Herren ganz bestimmt schnell rennen sehen. Aber das Zuschauen allein war schon sehr erregend. Christina wollte mehr sehen.
»Oh, Hugo, du hast mich total nass gemacht.« Joan erhob sich aus ihrer knienden Haltung, griff nach hinten und öffnete ihren BH. Hugo weidete sich mit hilflos geilen Augen an dem Anblick und sah gierig zu, wie seine Untergebene ihre üppigen Brüste aus den Körbchen hob und sie mit den eigenen Händen umfasste. Sie massierte und knetete ihre fleischigen Titten eine ganze Weile, bis sie einen ihrer festen Bälle schließlich nach oben drückte, sodass sie den großen, geschwollenen Nippel in ihren Mund saugen konnte. Sie stöhnte vor Lust und wiederholte den Akt kurz darauf mit ihrer anderen Brust. Erneutes Stöhnen, diesmal begleitet von einem leichten Schwingen der Hüfte. Irgendwann ließ Joan von ihrer Oberweite ab und schüttelte wild die Schultern, sodass ihre Titten gegeneinanderprallten und das Echo von aufeinanderklatschendem Fleisch durch die Stille des leeren Büros hallte.
»Gefallen dir meine Möpse?«, fragte sie ihren Chef mit aufreizend naiver Stimme.
»Und wie!« Seit Beginn der Vorstellung hatte Hugo seinen Blick nicht einen Moment von den herrlichen Rundungen abgewandt.
»Hast du Lust, sie zu ficken?«
»Ja. O ja, bitte …« Sein Schwanz sah aus, als würde er jeden Moment platzen.
Joan beugte sich über ihn, bis Hugos Gesicht fast zwischen ihren Brüsten verschwand. Dann wiegte sie ihren Oberkörper hin und her, sodass die beiden Euter wieder und wieder gegen seine Wangen klatschten. Der hoffnungslos aufgeheizte Mann versuchte, eine ihrer Brustwarzen mit seinem Mund zu erwischen, doch Joan wich dem Schnappen stets auf elegante Weise aus. Sie setzte sich wieder auf die Knie, um eine neue Attraktion für ihren Boss zu schaffen, der jetzt nur noch ihrem Willen gehorchte: Sie packte seinen Schwanz mit ihren Brüsten wie mit einer Zange und presste sie so zusammen, dass er vollständig zwischen ihnen gefangen war.
»Das fühlt sich so scharf an«, stöhnte sie.
Hugos Hüfte bäumte sich auf, sodass seine blauviolette Eichel oben aus den Fleischbergen hervorlugte und in Richtung ihres Halses zeigte.
»Willst du jetzt meine Titten ficken, Hugo?«, fragte sie keuchend.
»Ja.«
»Oder soll es doch lieber meine saftige Muschi sein?«
»Ja«, antwortete er wie von Sinnen auch auf diese Frage. Ob Hugo überhaupt noch wusste, was er eigentlich wollte? Christina hatte da so ihre Zweifel. Ihm schien nur noch die Sahne in den Eiern zu kochen, und seinem Blick nach zu urteilen, wünschte er sich nichts sehnlicher, als sie endlich in hohem Bogen herauszuspritzen. Er wirkte so aufgeheizt, als wäre dies der allererste Strip, den eine Frau jemals für ihn hingelegt hatte.
Joan stand auf, um sich breitbeinig über seinen Schoß zu stellen. Ihr Schamhaar war rasiert und verbarg so gut wie nichts. Wie in Zeitlupe ließ sie sich tiefer und tiefer hinab, bis ihre Muschi fast seinen steif aufragenden Schwanz berührte.
»Dann fick mich endlich«, wies sie ihren Chef an. Joan legte die Arme um seinen Hals, drückte ihre herrlich weichen Brüste erneut in sein Gesicht und ließ sich gleichzeitig langsam und genüsslich auf seinem harten Riemen nieder.
Christina hatte von ihrem Standort aus den perfekten Blick auf das lüsterne Geschehen. Joans Po, der wie wild auf- und abhüpfte … Hugos tief eindringender Schwanz … Joans Schamlippen, die seine Luststange wie ein Mund einsaugten.
»Oh, Hugo, du bist so groß in meinem Fötzchen. So riesengroß. Es kommt mir gleich, Hugo … Du bist so herrlich groß …«
Was für eine Vorstellung, dachte Christina. Joan konnte unmöglich so schnell kommen. Der Mann war gerade mal ein paar Sekunden in ihrer Mitte, und sie tat schon so, als stünde sie kurz vorm Orgasmus. Dass so etwas nur im Traum funktionierte, das wusste Christina aus eigener Erfahrung.
»Oh, Hugo, oh, Baby …!«, brüllte sie.
Ihr gemeinsamer Chef gab sich alle erdenkliche Mühe und versuchte, seinen hilflosen Stößen eine gewisse Richtung und einen gewissen Rhythmus zu verleihen. Doch dazu war es eigentlich längst zu spät. Joans seidigfeuchte Muschi war eindeutig mehr, als er verkraften konnte. Die Hände auf ihren Schenkeln und das Gesicht zwischen ihren Brüsten kam es ihm schließlich in einer gewaltigen, unkontrollierten Explosion. Hugos Zuckungen schienen gar nicht mehr aufhören zu wollen. Doch irgendwann war auch der letzte Tropfen und damit jedes Leben aus seinem Geschlecht gewichen.
»Mein Gott!«, konnte er nur noch keuchen.
»Baby, oh, Baby … Das war so gut … Hast du gespürt, wie es mir gekommen ist?« Joan nahm sein Gesicht in ihre Hände und bedeckte es mit kleinen Küssen. Christina war absolut sicher, dass Joan nicht mal im Ansatz so etwas wie einen Orgasmus gehabt hatte – aber das war ja schließlich auch nicht Ziel der Übung gewesen. Nein, sie hatte genau das bekommen, was sie vermutlich wollte: Hugo gehörte ihr und war nach dieser Nummer definitiv Wachs in ihren Händen.
Noch bevor das Pärchen sich voneinander löste und Hugos Schwanz aus den gierigen Falten von Joans Möse rutschte, stahl Christina sich davon. Nachdem sie vorsichtig und so leise wie möglich die gläserne Schwingtür aufgestoßen hatte, eilte sie mit schnellen Schritten in Richtung Damentoilette. Dort angekommen, schloss sie sich blitzschnell in einer der Kabinen ein, steckte hektisch eine Hand in ihre Hose und rieb etwas ungelenk an ihrer Möse. Der Anblick des kopulierenden Paares hatte sie zwar feucht gemacht, aber sowohl die Umgebung als auch der Grund ihrer Erregung trugen nicht gerade dazu bei, ihrem Geschlecht irgendwelche sinnlichen Empfindungen zu entlocken. Nach einigen Minuten gab sie frustriert auf, wusch sich die Hände und marschierte in Richtung Fahrstuhl. Ihr war heiß, und sie fühlte sich unwohl und schwach auf den Beinen. Ihre Erregung war vollständig verflogen und hatte einem leichten Schuldgefühl Platz gemacht. Sie hätte sich das gierige Starren lieber verkneifen sollen. Welch erniedrigende Erfahrung der Scham über die eigene Lust.
Als sie an der Bushaltestelle ihre Dauerkarte aus dem Portemonnaie ziehen wollte, merkte Christina deutlich, wie ihre Hände zitterten. Ihr Heimweg dauerte gut dreißig Minuten, aber sie konnte sich später nicht an eine Sekunde der Fahrt erinnern. Christina war sicher, selbst wenn der Busfahrer einen Unfall verursacht hätte, hätte sie es in ihrer Trance nicht einmal bemerkt.
Zu Hause angekommen mischte sie sich als Erstes einen großen Gin Tonic und stürzte ihn so schnell herunter, dass der Alkohol ihr direkt in Beine und Kopf fuhr. Doch sie setzte sich nicht hin, sondern füllte das Glas erneut auf und marschierte direkt in ihr Schlafzimmer. In den drei Jahren, die sie jetzt in London war, hatte Christina sich ausschließlich um ihre Arbeit gekümmert. Und das merkte sie nicht nur daran, dass ihr soziales Umfeld eigentlich nur aus Kollegen bestand, sondern auch bei dem Anblick des Raumes, der eigentlich der heimeligste von allen sein sollte. Ihr Schlafzimmer war sauber und funktional, aber mit einer stimmungsvollen Dekoration oder auch Atmosphäre schaffenden Beleuchtung hatte sie sich bisher nicht beschäftigt. Mit anderen Worten, das Zimmer wirkte kaum einladender als das Wartezimmer eines Arztes. Aber wenn ihre Karriere erstmal in Schwung kam, würde sie sowieso umziehen. Wozu also der Aufwand, hatte die junge Deutsche bisher stets befunden.
In die Tür des riesigen alten Kleiderschrankes, den sie in einem Gebrauchtmöbel-Laden zum Preis von vierzig Pfund gekauft hatte, war ein bodenlanger Spiegel eingelassen. Christina stellte sich mit ihrem Gin Tonic davor, posierte ein bisschen und starrte auf ihr Spiegelbild. Der letzte Friseurbesuch war erst ein paar Tage her, doch ihr auf Kinnlänge geschnittener dunkler Schopf sah schon jetzt wieder wild und ungepflegt aus. Im Vergleich zu Joans glänzender Mähne ließ ihre Haarfarbe sich im besten Fall als ausdruckslos beschreiben. Und auch ihr Gesicht mit den nachlässig geschminkten Augen wirkte neben den Zügen der Kollegin blass und leicht aufgedunsen.
Christina stellte ihr Glas auf den aus einer Kiste improvisierten Nachttisch, knöpfte ihre cremefarbene Bluse auf und stieg aus dem knielangen Tweedrock mit Fischgrätmuster. Während des Entkleidens musste sie daran denken, wie ihre Kollegin ausgesehen hatte, als sie sich das Kleid vom Körper gerissen hatte. Der Anblick war überhaupt nicht zu vergleichen. Im Gegensatz zu der hautengen, seidigen Unterwäsche, die Joans Rundungen verführerisch betonte, war Christinas praktischer Baumwoll-BH vom Waschen ganz ausgeblichen und hatte den Kampf gegen das nicht eben knappe Gewicht ihrer vollen, aber etwas hängenden Brüste längst verloren. Die braune Strumpfhose war über einen Baumwoll-Schlüpfer gezogen, über dessen Bündchen sich ein Speckröllchen wölbte, das seit einigen Wochen immer üppiger wurde.
Christina zog den Bauch ein und versuchte, ihren Körper so elegant und aufreizend wie Joan zu bewegen. Nachdem sie ihren BH ausgezogen hatte, schüttelte sie wie die Kollegin die Schultern, um ihre Oberweite zum Wippen zu bringen. Doch ihre Brüste klatschten gegeneinander wie zwei tote Fische. Auch der Trick, sie nach oben zum Mund zu schieben, um an den steifen Nippeln zu lecken, wollte ihr nicht so recht gelingen. Ihre Brustwarzen ließen sich einfach nicht hervorlocken und verharrten in Schlaffheit. Christina war mit ihrem Anblick ganz und gar nicht zufrieden. Ihr Körper schien sich förmlich zu verweigern und war nicht zu bewegen, wenigstens durch aufreizende Bewegungen mit der glamourösen Kollegin mitzuhalten.
Christina war so frustriert, dass sie beschloss, sich ein Bad einzulassen. Und obwohl Schokolade auf Gin nicht gerade die ideale Kombination war, holte sie aus der Küche eine extragroße Tafel und verputzte sie in der warmen Badewanne auf einen Satz.
Joan Harding war schön. Nun, da Christina sie vorige Woche nackt gesehen hatte, konnte sie nur schwer widerstehen, sich vorzustellen, was dieser Vamp unter der scheinbar endlosen Auswahl von knappen Röcken und engen Oberteilen trug. Doch egal was – die englische Schönheit sah einfach in allem gut aus und betonte die Rundungen ihres Körpers mit jedem neuen Outfit perfekt.
Merkwürdigerweise hatte sich Christinas Einstellung gegenüber Joan seit der verführerischen Vorstellung im Büro von Hugo Stevens verändert. Ja, sie ertappte sich sogar dabei, wie sie immer wieder bewundernde Blicke in Richtung der Kollegin warf und sie aus der sicheren Entfernung ihres Schreibtisches tatsächlich länger beobachtete. Christina sog jede ihrer Körperbewegungen in sich auf – die Art, wie die Muskeln ihrer langen Beine sich unter den kurzen Röcken bewegten, wie ihre Brüste nach oben gepresst wurden, wenn sie die Arme verschränkte, und auch wie ihre Lippen sich zu einem Schmollmund verzogen, wenn sie versuchte, nachzudenken. Jede ihrer Bewegungen schien etwas Sexuelles zu haben, und Christinas früherer Groll wich nach und nach einer beinahe ungesunden Faszination für diese Frau.
Es schien Christina fast, als würde sie die Begegnungen der Kollegin indirekt miterleben. Gerade schaute Rick Bauer, Chef der Personalabteilung, mal wieder bei der aufreizenden Angestellten vorbei. Er setzte sich vorwitzig auf ihre Schreibtischkante und verwickelte die naiv dreinschauende Joan in ein scheinbar wichtiges Gespräch. Und das nur, um einen Blick auf ihre mehr als dürftig bedeckten Beine zu werfen. Christina schaute seinem unverhohlenen Balztanz mit offenem Mund zu. Wie es wohl war, derartig im Mittelpunkt zu stehen? Wie es sich wohl anfühlte, solch einen attraktiven Körper zu haben, der es einem erlaubte, direkt und sexy zu sein? Die ständige Aufmerksamkeit der Männer war sicher sehr schmeichelhaft, aber ihr dämmerte auch die Erkenntnis, welches Machtgefühl mit dieser Bewunderung einhergehen musste. Christina war noch nie so angeschaut worden, wie Rick Bauer jetzt ihre Kollegin anschaute. Und auch der Ausdruck, der sich letzte Woche beim Anblick der nackten Praktikantin in Hugo Stevens’ Gesicht gebrannt hatte, war ihr gänzlich unbekannt. Und sein Begehren schien das Öl gewesen zu sein, das die Flammen ihrer eigenen Lust schon im voyeuristischen Zuschauen hell aufkochen ließ. Welche Spirale aus Begierde, Macht und Attraktivität schraubte sich da hinauf? Christina wurde schwindelig bei dieser Ahnung, doch sie konnte es nicht leugnen – je länger sie Joan beobachtete, desto mehr wünschte sie sich, wenigstens ein bisschen mehr wie sie zu sein.
Die junge Deutsche war natürlich keine Jungfrau mehr und hatte in ihrem bisherigen Leben durchaus mit einigen Männern geschlafen. Auf der Uni. Im Praktikum. Sie war sogar eine Zeit lang mit einem Tankwart ausgegangen, der Ambitionen hatte, Kameramann zu werden. Er war groß und fleischig gewesen, hatte im Bett aber so wenig Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse genommen, dass Christina ihm schnell abgeschworen hatte. Hier und da hatte sie wohl sicher schon einen Orgasmus erlebt. Das sagte sie sich zumindest immer wieder. Aber eigentlich hatte sie im Bett bisher so wenig Spaß gehabt, dass sie die Sache mit dem Sex schließlich ganz gelassen und sich nur noch auf ihre Arbeit konzentriert hatte.
Tja, und seitdem war ihre Muschi Sperrgebiet. Natürlich hatte ein Mann sie noch nie so richtig hofiert, sie mit romantischen Komplimenten überschüttet oder sie so sehr begehrt, dass er nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand. Kein Mann hatte sie bisher mit der Leidenschaft und der Inbrunst begehrt, wie Joan Harding offensichtlich begehrt wurde.
Drei Jahre ging das nun schon so. Drei Jahre, in denen Sex in Christinas Leben keine Rolle gespielt hatte. Aber die Erfahrung von letzter Woche hatte tiefe Spuren in ihrem Denken und Fühlen hinterlassen. Sie war in den letzten Tagen so angespannt, dass ihr Inneres fast zu explodieren drohte. Ihr Körper verlangte so sehr nach Aufmerksamkeit, dass sie vor der Arbeit heute bereits zwei Mal selbst Hand an sich gelegt hatte. Während sie ihren Kitzler bearbeitete, musste Christina immer wieder daran denken, wie Joan sich auf Hugo Stevens’ Schwanz niedergelassen und keuchend auf ihm geritten war. Aber so präsent und stark die Bilder in ihrem Kopf auch waren, sie reichten nicht aus, um das fehlende Geschick im Umgang mit ihren intimsten Stellen auszugleichen. So waren ihre Selbstbefriedigungsversuche denn auch alles andere als befriedigend verlaufen. Sicher spürte sie etwas, aber die Reaktionen ihres Körpers glichen eher denen eines verstimmten Klaviers, das nur noch als Rhythmusbegleitung funktionierte, aber nicht im Entferntesten die eigentliche Melodie ihrer Lust erklingen lassen konnte.
Rick Bauer waren mittlerweile die Gründe ausgegangen, noch länger auf Joans Schreibtischkante zu sitzen, und er verschwand. Christina glaubte, eine dicke Beule in seiner Hose zu erkennen, während der Personalchef zum Aufzug spazierte. Aber das konnte auch an ihrer aufgeheizten Fantasie liegen. »Der scheint sich ja sehr für dich zu interessieren«, versuchte sie Joan in ein Gespräch zu verwickeln.
»Ach, er ist schon ganz süß«, erwiderte Joan. »Und ein richtig guter Freund.«
Ob die aufreizend gekleidete Praktikantin Hugo Stevens auch als guten Freund bezeichnen würde?
»Wirklich?«
»Natürlich. Er ist allerdings verheiratet.«
Joan wusste nicht recht, was die Kollegin damit meinte. Schließlich war Hugo Stevens auch verheiratet.
»Macht das denn etwas aus?«
»Eigentlich nicht. Aber er könnte es sich niemals leisten, seine Frau zu verlassen.«
»Versteh ich nicht.«
»Wirklich nicht? Du weißt doch bestimmt, wie das ist, oder?«
»Wie was ist?«
»Na, was wird der hier verdienen? Hunderttausend im Jahr? Das reicht für ein schönes Haus in einer guten Gegend. Aber wenn er das nach einer Scheidung mit seiner Frau teilen muss, was wird ihm dann schon bleiben?«
»Keine Ahnung.«
»Auf jeden Fall nicht genug.« Joan verzog den Mund zu einem breiten Grinsen.
»Genug für was?«
Joans Augen wurden von einem verschwörerischen Glitzern erhellt. Sie beugte sich vor, als wollte sie Christina ein Geheimnis anvertrauen. »Genug, um mir ein bequemes Leben zu ermöglichen.«
»Also ich weiß nicht …«
»Ich bin vielleicht nicht die Hellste, Schätzchen, aber ich weiß, dass ich irgendwie vorwärtskommen will.« Einen Moment schien es, als wollte Christinas Kollegin noch mehr ihrer Geheimnisse preisgeben, aber sie hielt sich rechtzeitig zurück. »O je«, rief sie, »ich habe ganz vergessen, die Budget-Aufstellungen in die Buchhaltung zu bringen.«
»Soll ich das vielleicht für dich übernehmen? Ich muss sowieso in die dritte Etage«, schlug Christina hilfsbereit vor.
»Nein, danke. Ich mache heute sowieso früher Schluss. Da kann ich sie gleich im Rausgehen abliefern«, wies Joan den freundlich gemeinten Vorschlag zurück. Sie griff ihre Handtasche und schlüpfte in ihre Jacke, noch ehe Christina weitere Fragen stellen konnte.
Wann machte Joan mal nicht früher Schluss, dachte Christina. Höchstens an den Tagen, an denen sie in Hugos Büro Überstunden »schob«. Oder jetzt wohl eher in Rick Bauers Büro.
»Dann bis morgen also …«
»Ich … äh …« Und wieder schien Joan irgendetwas sagen zu wollen, nur um es sich in letzter Sekunde anders zu überlegen.
»Was?«, hakte Christina nach.
»Ach nichts. Bis morgen.« Die Blondine strich den kurzen Rock glatt und machte sich auf den Weg zum Aufzug.
Christina beobachtete, wie Joan sich an den Schreibtischen der glotzenden, männlichen Kollegen vorbeischlängelte. Solch ein langes Gespräch wie eben hatten die beiden Frauen wohl noch nie geführt. Die Unterhaltung hatte bei Christina für ausgesprochenes Unwohlsein gesorgt. Dass es für dieses Unwohlsein allerdings einen tatsächlichen Grund gab, sollte sie erst am nächsten Tag erfahren.
Das ungute Gefühl, das Christina nicht näher beschreiben konnte, war auch am nächsten Morgen nicht verschwunden. Joans Schreibtisch blieb bis zum Mittag unbesetzt. Zwar kam die Kollegin durchaus häufiger zu spät, aber halb zwölf war selbst für sie ungewöhnlich. Plötzlich beschlich Christina eine böse Vorahnung. Als sie einen etwas genaueren Blick auf Joans Schreibtisch warf, fiel ihr auf, dass alle persönlichen Gegenstände verschwunden waren. Das Bild ihrer Eltern, eine handbemalte, kleine Schale, in der ihre Haarklammern lagen, und ein kleiner Plüsch-Elefant – alles verschwunden.
»Christina«, erklang es plötzlich hinter ihr. Hugo Stevens stand in seiner offenen Bürotür und hatte ganz offensichtlich zugesehen, wie Christina den leeren Schreibtisch der Kollegin begutachtete. »Könnten Sie bitte einen Moment zu mir ins Büro kommen?«
Christina tat sofort, wie ihr geheißen. Normalerweise kam Hugo immer zu ihr an den Schreibtisch, wenn er etwas wollte. Einladungen in sein Büro kamen überaus selten vor. Das konnte ein gutes, aber auch ein sehr schlechtes Zeichen sein.
Hugo setzte sein schmierigstes Lächeln auf, als Christina an ihm vorbei in seinen Bürokasten ging.
»Setzen Sie sich doch«, sagte er und zeigte auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch.
»Was gibt es denn?« Christina war nie ein besonderer Fan von Hugo Stevens gewesen und hatte das untrügliche Gefühl, dass diese latente Abneigung durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte. Hugo mochte Frauen, die aussahen und sich benahmen wie Joan. Er mochte attraktive, vorzeigbare Mädchen mit etwas dümmlichem Einschlag und fühlte sich in Gegenwart von weiblichen Wesen, die nicht dem absolut gängigen, durchschnittlichen Klischee von Pin-up-Schönheit entsprachen, nicht recht wohl. Gott sei Dank leistete Christina so gute Arbeit, dass seine Vorlieben ihr bisher noch keine große Sorge bereitet hatten.
Hugos Grinsen verwandelte sein etwas speckiges Gesicht in einen einzigen Faltenkrater. »Sie wissen sicher, dass wir die Arbeit, die Sie hier leisten, sehr schätzen, Christina. Wir halten die allergrößten Stücke auf Sie.«
In seiner Stimme schwang etwas mit, das ein »aber« eigentlich unausweichlich machte. Christina ersparte ihm die Mühe. »Aber?«, fragte sie.
»Nichts aber. Ich wollte Ihnen nur mal gesagt haben, wie sehr wir Ihren Einsatz für die Firma zu schätzen wissen. Sie arbeiten sehr hart, um unser Schiff auf Kurs zu halten. Niemand würde das jemals bestreiten wollen …«
»Aber …?«, wiederholte Christina, hätte allerdings am liebsten gesagt, er solle aufhören, um den heißen Brei herumzureden.