Cornelia ist Single. Sie verbringt die Tagen mit Tagträumereien, meist denkt sie über innige und heiße Begegnungen nach. Eine Reise nach Kenia soll das ändern. Dort scheint der Traum Wirklichkeit zu werden, aber nur fast. Es tritt ein mystischer Mann in ihr Leben, aber bis zum Schluss, weiß sie nicht, wer er ist. Eine Kurzgeschichte mit Humor.
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Mary Maze
Special Treatment
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Special Treatment
Impressum neobooks
»Entschuldigung, junges Fräulein«.
Cornelia dreht sich um und sieht drei Tische weiter direkt unter der großen Schatten spendenden Eiche einen gut aussehenden Mann sitzen, der ihr lächelnd zuwinkt. Junges Fräulein hört sie nicht oft, aber immer wieder gerne. Sie geht zu seinem Tisch und nimmt die Bestellung auf.
»Bitte bringen Sie mir ein alkoholfreies Weizenbier und den Salatteller mit Putenstreifen«.
Während sie auf das Bier am Ausschank für ihn wartet, schaut sie den etwa dreißigjährigen ‚Adonis‘ von weitem an.
»Ob er sich bewusst ist, welche Anziehungskraft er auf Frauen hat? «, fragt sie Daniela, die am Tresen ausschenkt. Daniela nickt nur, als würde sie diese Typen mit der Gattung ‚unerreichbar‘ zu Genüge kennen.
Wieder einmal bedient sie einen sehr attraktiven Mann, der ihre Aufmerksamkeit und ihr geheimes Verlangen weckt. Es passiert einmal im Monat - höchstens. Mal sehen, ob der hier anbeißt?
Seit der Trennung von Manfred vor vier Jahren hat sie außer den kleinen Flirts hier und da im Biergarten, direkt vor dem Münchner Museum für moderne Kunst, keinen Männerkontakt mehr gehabt. Mit ihren dreiundvierzig sieht sie immer noch sehr ansprechend aus. Das kann sie nicht nur durch die vielen Blicke, die ihrem großen Ausschnitt gelten, feststellen.
Die meisten der heutigen Gäste sind sommergekleidete Touristen und nicht besonders anspruchsvoll mit ihren Bestellungen – eine Tasse Kaffee, eine Latte Macchiato, eine Breze.
Sie schmunzelt in sich hinein, wenn sie beim Abkassieren bemerkt, wie unverfroren der Familienvater ihn ihren Ausschnitt starrt und gleichzeitig, der danebensitzenden Ehefrau, diese Geistesabwesenheit peinlich wird. Manchmal denkt sie das Trinkgeld korreliert direkt mit der Größe des Ausschnitts ihres Dirndls. Daniela hasst das Kleid, aber sie selbst trägt es mit Stolz. Im Sommer trägt sie ihr Lieblingsdirndl mit extra kurzem Rock. Mit gewisser Vorliebe rechnet sie am liebsten ältere japanische Bierliebhaber ab. Je älter desto mehr ergötzen sie sich an dem Augenblick, wenn sie sich tief nach vorne beugt, um die Münzen und Scheine einzusammeln. Je mehr Trinkgeld desto mehr Zeit lässt sie sich, um genügend Einblicke zu erlauben. Die neugierigen Blicke sind anregend, egal ob von jung oder alt. Interessant sind auch die neugierigen Blicke einiger Frauen, von ihnen bekommt sie sogar ab und zu ein Zwinkern, was eigentlich alles bedeuten kann.
