Spiegelwelten Tod im Ton - Rolf Glöckner - E-Book

Spiegelwelten Tod im Ton E-Book

Rolf Glöckner

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Beschreibung

In Oldenburg geschieht ein merkwürdiger Mord. Die Kommissare beginnen zu ermitteln und stoßen auf einen unglaublichen Zwischenfall, der sich in Peru auf der Ebene von Nazca zugetragen hat. Dort erforscht eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern das Rätsel der Scharrbilder. Dann geschieht in Oldenburg ein weiterer Mord. Erst als sich die Freunde mit ihren Helfern aus den Spiegelwelten einmischen, kommt langsam Licht ins Dunkel.

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Seitenzahl: 246

Veröffentlichungsjahr: 2016

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SpiegelweltenTod im Ton

Ein Fantasy-Thriller von

Rolf Glöckner

1. Auflage

© Rolf Glöckner

Coverfotos:© Landschaft: © nnerto - Fotolia.com

©Pyramide: © Premium Collection - Fotolia.com

© Rolf Glöckner privat

© Sculpture by Alan Dickinson

http://alandickinsonportfolio.weebly.com/

Creator:© Tom Jay

Über den Autor

Rolf Glöckner, 1945 in Georgsmarienhütte geboren, lebt heute in Oldenburg. Er genießt seinen wohlverdienten Ruhestand nach über dreißig Jahren IT und befasst sich nun mit Astronomie, Astrophysik, Fotografie, Astrofotografie und natürlich und vor allem mit dem Schreiben. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach drei Fantasy-Romanen, „Spiegelwelten Die zwölf Bücher, Spiegelwelten Der Kristallkrieg und „Spiegelwelten Das Hexenschloss" ist „Spiegelwelten Tod im Ton“ Glöckners erster Fantasythriller. Er beginnt mit einem Mord in seiner Heimatstadt Oldenburg, springt nach Peru und in den Süden Englands. Das Abenteuer endet auf der Ebene von Nazca. Die Protagonisten der ersten Bücher sind auch dieses Mal gefordert, die Verbrechen aufzuklären.

Kapitel 1

Tod im Ton

Er war, wie am frühen Morgen schon so oft, unterwegs, um noch einige kleine Besorgungen, die Weihnachtsfeiertage waren gerade vorbei, zu erledigen. Ärgerlich nur, dass er seine Mütze vergessen hatte, als er aus dem Haus ging. Es fühlte sich doch kälter an, als er gedacht hatte. Der Wind strich ihm über seinen kahlen Kopf. Gedankenverloren setzte er Fuß vor Fuß, als er plötzlich einen eiskalten Hauch in seinem Nacken und auf seiner Kopfhaut verspürte. Das war nicht der Lufthauch, den er eben gefühlt hatte, es kam ihm unheimlich vor. Eine Gänsehaut kroch, ausgehend von seinen Lenden über den Rücken den Nacken hinauf und die Haut auf seinen Armen begann, sich zusammenzuziehen. Vorsichtig wandte er sich um. Die Panik, die ihn befiel, drückte ihm den Brustkorb zusammen. Er spürte eine angstvolle Enge und der Atem wollte ihm stillstehen. Alle Muskeln seines Körpers krampften sich zusammen, als er es sah! Ein grau und silbern schillerndes Gesicht mit rot glühenden Augen und wehenden schwarzen Haaren, die unter einer merkwürdigen Kopfbedeckung hervorstachen, tauchte aus dem kalten, nebelverhangenen Wintermorgen vor ihm auf. Worte, die er nicht verstand, stürzten wie ein Schwall auf ihn ein. Ein tiefschwarzer Ring erschien urplötzlich neben dem Gesicht und daraus hervor schoss ein nachtschwarzer, mit blutrot glühenden Symbolen bedeckter messerähnlicher Gegenstand mit einem schrill pfeifenden Geräusch auf ihn zu und traf ihn in die Brust. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihn, als sich der spitze Keil durch die dicke Winterjacke in seinen Körper bohrte. Die Beine gaben ihm nach und Wilhelm Marquard stürzte auf die Böschung, die den Weg zur Tonkuhle abgrenzte, die Hände wie in einer Abwehrhaltung nach oben gereckt.

Ein letztes Mal schnappte er nach Luft. Warmes Blut rann aus seinem Körper und tropfte auf die gefrorene Erde. Er vernahm noch ein gellendes Gelächter, bevor er in einer nicht endenden Dunkelheit versank und das eiskalte Wasser über ihm zusammenschlug. Sein Herz stand für immer still.

Spaziergang

Die Weihnachtsfeiertage waren gerade vorbei. Die alte Frau ging, wie jeden Morgen, den kleinen Fußweg an der Tonkuhle in Eversten entlang. Im Schlepptau hatte sie ihren alten Schäferhund, der sich nur noch mit Hilfe eines kleinen Wagens mit zwei Rädern, auf dem sein Hinterteil ruhte, mühsam vorwärts bewegen konnte. Sie umrundeten die Tonkuhle im langsamen Schritt. Sie sah sich immer wieder nach ihrem uralten und schwachen Gefährten um.

Ihr Blick fiel auf den großen Weidenbaum, der halb im Wasser liegend, seinen Stamm in einem Bogen über die Wasseroberfläche reckte. Sie schrie gellend und eisige Kälte stieg in ihr auf. Unter dem Bogen des Baumes nahm sie eine Gestalt wahr, die dort im Wasser lag, den Kopf und die Hände, wie in großer Verzweiflung, in die Höhe gereckt. Sie schrie noch immer, laut und schrill.

Ein junger Mann auf dem Fahrrad näherte sich und hielt an. „Was ist los, warum schreien Sie so laut?“, wollte er wissen. Die alte Frau, sprechen konnte sie vor Entsetzen nicht, zeigte panisch auf die Wasseroberfläche und schrie wieder. Der junge Mann sah, was er dort erblickte und griff nach seinem Smartphone. Aufgeregt wählte er die Notrufnummer der Polizei und eine müde klingende Stimme meldete sich. „Sagen sie mir ihren Namen, schildern sie bitte das Ereignis und den Ort, an dem es sich zugetragen hat.“ Der Junge stotterte aufgeregt: „In der Tonkuhle in Eversten liegt eine männliche Gestalt im Wasser. Eine alte Frau, die hier mit ihrem Hund spazieren ging, hat sie entdeckt.“ Der Polizeibeamte fuhr auf und sagte laut: „Bleiben sie dort, fassen sie nichts an, trampeln sie nicht herum, wir schicken sofort einen Wagen zu ihnen hinaus.“

Nur Minuten später war ein immer lauter werdendes Martinshorn zu hören und blaue Blitze zuckten durch die Baumreihen am Rande des kleinen Sees. Auf dem Fußweg, der um die Tonkuhle führt, näherte sich ein Einsatzfahrzeug der Polizei. Die Beamten stoppten den Wagen und sprangen heraus. Sie blickten sich um und dann sahen sie die alte Frau, wandten sich an sie und fragten: „Wo ist denn die Person, die sie gesehen haben?“ Die Frau, Entsetzen prägte noch immer ihre Gesichtszüge, zeigte auf den schon halb zerfallenen Weidenstamm, unter dem eine Gestalt im Wasser lag. Inzwischen waren auch Feuerwehr, Rettungswagen und ein Notarzt eingetroffen und die Männer von Feuerwehr und Rettungswagen wollten damit beginnen, den wahrscheinlich toten Mann vorsichtig aus dem Wasser zu ziehen, wurden aber von den Einsatzkräften mit der Aussage „Wir sind noch nicht fertig“, daran gehindert. Ein Bestatter aus der Nachbarschaft war ebenfalls schon informiert und nach kurzer Zeit näherte sich das Fahrzeug des angeforderten Beerdigungsinstitutes und hielt an. Die Hecktür wurde geöffnet und ein Zinksarg wurde sichtbar.

Plötzlich sagte einer der Polizeibeamten zu seinem Kollegen: „Hier stimmt etwas nicht, schau dir mal den Brustbereich des Toten an, da steckt irgendetwas!“ Zwischen der zweiten und dritten Rippe des Toten ragte ein schwarzer, messerscharfer Glassplitter, der seltsam bearbeitet aussah, hervor. Auf dem etwas dickeren Teil, der wohl den Griff darstellte, prangten eingeschliffene und blutrot gefärbte Symbole. „Ich rufe die Mordkommission und das Institut für Rechtsmedizin an, ich glaube, die sollten auch dabei sein. Hier ist ganz offensichtlich ein Gewaltverbrechen geschehen.“ Er nahm sein mobiles Telefon und stellte eine Verbindung zur Zentrale her, während sein Kollege den Anruf bei der Rechtsmedizin in der Pappelallee übernahm. Er wurde mit dem diensthabenden Arzt verbunden und schilderte in knappen Worten den Vorfall, der sich an der Tonkuhle in Eversten zugetragen hatte, und welcher Verdacht bei ihm und seinem Kollegen aufgekommen war. Sein Gesprächspartner sagte sofort sein Kommen zu. Er erschien, der Weg von der Pappelallee zur Tonkuhle war ja nicht allzu weit, nach etwa zehn Minuten an der Tonkuhle. Nachdem er den Tatort und den im Wasser liegenden Toten in Augenschein genommen hatte, bat er darum, die Leiche an Land zu bringen. Die Feuerwehrleute machten sich ans Werk und zogen den schweren Leichnam vorsichtig aus dem Wasser und legten ihn am Rande der Tonkuhle auf das Gras. Der Rechtsmediziner beugte sich vor und betrachtete den gläsernen Dolch genauer und meinte dann: „So etwas habe ich in meiner langen Dienstzeit noch nicht gesehen, da werden wir im Institut um eine Obduktion nicht herumkommen!“ Jetzt sollten wir auf die Ermittler warten, bevor wir den Toten ins Institut bringen lassen.“ Er sprach noch kurz mit den Bestattern, die daraufhin einen Zinksarg entluden. Bei Hauptkommissar Reinhard Osthoff klingelte das Telefon. Er nahm ab und murmelte in den Hörer: „Bitte jetzt keinen Fall, dessen Klärung länger als eine halbe Stunde dauert, ich habe heute Nachmittag auf der Geburtstagsfeier meiner Schwiegermutter zu erscheinen.“ „Doch“, vernahm er, „Es wird wohl länger dauern, an der Tonkuhle in Eversten haben die Kollegen von der Polizei und der Feuerwehr eine Leiche aus dem Wasser gezogen, der Rechtsmediziner ist schon vor Ort, und wir denken, das ist ein Fall für die Mordkommission. Die Person wurde offensichtlich erstochen. Mit einem Glassplitter!“, fügte die Stimme hinzu.

„Gut, wir kommen gleich“, brummte der Hauptkommissar ärgerlich. „Rührt einstweilen nichts an, ich informiere auch die Spurensicherung und sperrt den Platz weiträumig ab, damit Neugierige nicht alles zertrampeln!“ „Haben wir schon gemacht“, bekam er zur Antwort, „Hier schon ein ziemlicher Auflauf, der Weg an der Tonkuhle wird ja überwiegend von Radlern benutzt und auch viele Schüler sind hier unterwegs, die werden nun wohl zu spät zur Schule kommen.“

„OK“, brummte Osthoff, „dann bis gleich.“ Er legte das Telefon auf und rief seine Kollegin, Kommissarin Marie Marvelis, zu sich und berichtete kurz, was gerade als Meldung eingegangen war. Er informierte noch schnell die Spurensicherung mit der Bitte, schnell zum Tatort zu kommen. Gemeinsam machten sich die Kommissare auf den Weg.

Kapitel 2

Aufnahme

Sie verließen das Polizeigebäude, stiegen in den Wagen des Hauptkommissars und fuhren zur Tonkuhle nach Eversten. Dort hatten sich bereits eine Menge Neugieriger angesammelt und mittlerweile machten die wildesten Gerüchte die Runde. Osthoff bat die Kollegen von der Polizei, die Ansammlung aufzulösen und wandte sich an die alte Frau, die erschöpft von dem Schrecken auf einer Bank Platz genommen hatte, und ließ sich schildern, wie sie auf den Toten aufmerksam geworden war. Er notierte ihren Namen, gab ihr eine Visitenkarte und bat sie, sich doch zu melden, falls ihr noch etwas einfallen sollte. Dann wandte er sich an seine Kollegen und fragte: „Wisst ihr schon, um wen es sich handelt?“ Die Kollegen schüttelten den Kopf. „Auch das noch“, dachte der Hauptkommissar, „eine unbekannte Leiche, das fehlt mir heute gerade noch.“ Der Arzt kam auf ihn zu. „Ich kann leider nicht sagen, wann der Tod eintrat, er lag wohl schon länger als eine Stunde im kalten Wasser der Tonkuhle, alles Weitere kann ich erst nach der Obduktion sagen, morgen, ach nein, Montag habe ich dann wohl das Ergebnis vorliegen. Den seltsamen Dolch lasse ich erst einmal stecken, alles Weitere werden wir dann im Institut feststellen. Inzwischen kann ja der Bestatter den Toten zu uns bringen. Inzwischen hatte sich auch die Presse eingefunden und wollten wissen, was an diesem Ort vorgefallen war.

Drei Mitarbeiter der Spurensicherung waren eingetroffen und die Kollegen standen kopfschüttelnd auf dem Weg und betrachteten die Grasfläche, die an die Tonkuhle angrenzte. „Wie sollen wir in dem nassen Gras überhaupt eine Spur finden können. Die merkwürdige Glasklinge haben wir schon angeschaut, dort sind keine Fingerabdrücke zu finden, der oder die Täter haben wohl Handschuhe getragen. Der Tote wiegt, so unsere Schätzung, etwa neunzig Kilo, und ob er hier getötet wurde, können wir nicht mit Sicherheit feststellen. Wurde er aber woanders getötet und hierhergebracht, sollten Spuren vorhanden sein. Wir sehen uns das gleich noch einmal genauer an. Das merkwürdige Symbol auf dem Glasdolch gibt uns aber noch allerlei Rätsel auf. Es wurde eingeschliffen, gleicht in etwa einer Sichel, durch die in einem Kreis ein Pfeil ragt. Über diesen beiden Symbolen ist etwas zu sehen, das nach einer Rune oder einem indianischen Zeichen aussieht und es ist sehr professionell gemacht.“ Die drei Männer der Spurensicherung betraten vorsichtig den Rasen und schauten genauer. „Da!“, sagte der eine, „Das könnte eine Spur sein, die ziemlich tief eingedrückt ist und der Rand des Schuhs ist recht gut auf der Hinterlassenschaft eines Hundes zu sehen.“ Schnell war ein Abdruck genommen und verpackt. „O.k., wir brechen ab. Bringt den Toten in die Rechtsmedizin, wir werden dann am Montag weitersehen und ich komme heute Abend noch pünktlich zur Geburtstagsfeier meiner Schwiegermutter.“ Er wandte sich an seine Partnerin und sagte lächelnd: „Marie, für dich habe ich für heute noch eine Aufgabe. Überprüfe, ob inzwischen Meldungen über Vermisste eingegangen sind und schau einmal im Netz nach dieser komischen Klinge, vielleicht wirst du ja fündig.“ Kommissarin Marvelis nickte ergeben.

Zwischenzeitlich machten sich die Bestatter ans Werk, legen die Leiche in den inzwischen geöffneten Zinksarg, schlossen ihn und verluden diesen in ihr Auto. Kurze Zeit später fuhren sie Richtung Pappelallee davon. „Immer brummt er mir diese Ermittlungsarbeiten auf und das wieder an einem Freitag, ich möchte heute auch pünktlich Feierabend haben“, dachte Marie bei sich. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis die Stelle, an der eine schlimme Tat verübt worden war, wieder ganz friedlich aussah. Sie gingen zum Auto des Hauptkommissars und gemeinsam machten sie sich auf den Weg ins Kommissariat am Friedhofsweg.

Dort stieg Marie aus und ärgerlich ging sie in ihr Büro, machte Licht, schaltete ihren PC ein und begann mit der Suche nach dem Glasdolch, oder was auch immer das Tötungswerkzeug hätte sein können. Sie suchte auch nach den Symbolen, welche sie auf dem Griff der Glasklinge gesehen hatte. Die ersten Ergebnisse waren gleich null. Sie dehnte die Suche auf Hersteller von Glas-Accessoires im Ausland aus, aber auch dort fand sie nichts, das eventuell passen könnte. Nichts! Dann fiel ihr etwas ein. Sie wollte doch die eingegangenen Vermisstenmeldungen noch durchsuchen. Aber auch hier fand sie nichts, dass zu dem Ereignis vom Vormittag gepasst hätte. Inzwischen war es später Nachmittag geworden und Müdigkeit überkam Marie.

„Ich sollte Feierabend machen, Hauptkommissar Osthoff würde wahrscheinlich schon einige Stücke Torte verschlungen haben und Töchterchen ist sicher schon längst zu Hause!“, dachte sie, schaltete ihren PC in den Stand-bye-Modus, griff nach ihrer Handtasche und wollte gerade gehen, als das Telefon klingelte. Sie ging zurück zu ihrem Schreibtisch und hob ab. Am anderen Ende war Jan Meiertöns von der Spurensicherung. „Ich habe da was für Dich, Du weißt doch, der Schuhabdruck, den wir genommen haben. Er stammt mit großer Sicherheit von einem Gummistiefel eines englischen Herstellers. Morgen werde ich der Sache nachgehen, mal sehen, wer in Oldenburg so etwas im Programm hat. Wenn die Stiefel allerdings über das Internet verkauft wurden, verliert sich diese Spur gleich wieder, es sei denn, ich nehme mit allen Lieferanten Kontakt auf. Ich mache jetzt Schluss für heute.“

„Englische Gummistiefel, ein gläserner Dolch, seltsame Symbole, woher mochte das kommen?“, sagte Marie laut vor sich hin. Sie nahm ihre Handtasche ein zweites Mal, zog ihren Mantel an und verließ das Kommissariat. Als sie fast am Auto war, klingelte das Mobiltelefon. Ärgerlich nahm sie das Gespräch an. Die Zentrale! „Gut, dass wir sie noch erwischen, wir hatten gerade einen Anruf einer sehr aufgeregt klingenden Frau. Sie vermisst ihren Mann. Ihr hattet doch heute ein Tötungsdelikt. Können Sie nicht noch eben zu der Frau hinfahren? Die Frau stotterte auch etwas von einem leuchtenden Symbol an ihrer Hauswand. Bitte tun Sie uns noch den Gefallen, Frau Kommissarin, vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang. Die Adresse ist:“ der Kollege nannte ihr Straße und Hausnummer und ergänzte: „Den Namen der Anruferin konnte ich leider nicht verstehen.“ Marie schnaubte ärgerlich. Alles, aber auch alles blieb an diesem Freitag an ihr hängen. Na gut, ein großer Umweg auf ihrem Heimweg war es ja nicht.

Sie stieg in das Auto, startete den Motor und machte sich auf den Weg zur Eichenstraße. Dort angekommen, parkte sie ihren Wagen auf dem Randstreifen, stieg aus und ging zum Haus hinüber. Irgendetwas leuchtete und schillerte in unterschiedlichen Farben durch die Hecke, die das Haus zum Fußweg abschloss. Sie öffnete die Gartenpforte und ging über den mit roten Klinkern belegten Fußweg auf das Haus zu. Das Licht wurde heller und leuchtete in verschiedenen Helligkeitsstufen. Sie erschrak, als sie genauer hinschaute. An der Wand prangte ein hell leuchtendes Symbol. „Verdammt!“, schoss es Marie durch den Kopf, „das Ding habe ich auf dem Griff des gläsernen Dolches gesehen!“ Sie nahm ihr Mobiltelefon heraus und machte ein Foto.

Dann ging sie reichlich verwirrt zur Haustür und betätigte den Klingelknopf. Eine Frau in fortgeschrittenem Alter öffnete und sah sie aufgeregt an. Marie nestelte ihren Ausweis heraus, zeigte ihn und stellte sich vor. „Kann ich etwas für sie tun?“, fragte die Frau verstört, und bevor Marie etwas sagen konnte, stieß sie hervor: „Hat ihr Besuch etwas mit meinem Mann zu tun, er ist seit heute Morgen nicht nach Hause gekommen. Kurz, nachdem er gegangen war, wurde es an der Hauswand merkwürdig hell. Ich ging hinaus und sah diese geheimnisvollen Zeichen. Was ist denn nun mit meinem Mann, er wollte doch nur etwas einkaufen und zur Raiffeisenbank, Geld holen. Ist ihm etwas passiert? Wissen sie etwas?“

Marie nickte ihr beruhigend zu und sagte: „Wir werden jetzt gemeinsam zur Pappelallee fahren, vielleicht klärt sich dann alles auf. Wir fanden heute Morgen einen Toten in der Tonkuhle, männlich, zirka sechzig Jahre alt und ich möchte Sie bitten, mich zur Identifizierung der Person zu begleiten.“ Sie fügte beruhigend hinzu: „Sie haben eine Vermisstenmeldung aufgegeben und die müssen wir nun überprüfen. Ziehen Sie sich etwas über und kommen Sie und es wäre schön, wenn Sie mir ihren Namen nennen würden.“ Verwirrt gehorchte die Frau und stammelte: „Ich heiße Renate Marquard.“ Dann ging sie ins Haus, zog sich dort einen Mantel lose über und folgte Marie zum Auto. Schon wenig später erreichten sie das Institut für Rechtsmedizin in der Pappelallee. Der Pförtner öffnete das Tor und rief der Kommissarin zu: „Hallo, Marie, noch immer im Dienst?“ Marie brummte etwas und fuhr vor das große Gebäude. Sie traten ein und gingen die Treppe hinunter ins Souterrain. Die Frau begann jetzt, angstvoll zu zittern, aber Marie legte ihre Hand beruhigend auf ihre Schulter, trat auf eine große Flügeltür zu und öffnete sie. In dem dahinterliegenden Raum lag, bedeckt mit einem großen grünen Tuch, eine Gestalt auf einem großen Tisch. Der diensthabende Arzt, ebenfalls in Grün gekleidet erhob sich von seinem Schreibtisch und wandte sich um. „Hallo, M2, na, dann wollen wir mal.“ Er bat die Frau zu sich und hob das Laken über dem sich abzeichnenden Kopf ein wenig an. Ein in Todesangst verzerrtes Gesicht wurde sichtbar. Die Frau schrie gellend auf, Marie nahm sie in den Arm und fragte mit leiser Stimme: „Frau Marquard, ist das ihr Mann?“ Die Frau nickte und der Tränenstrom schien nicht enden zu wollen. „Ja, das ist mein Mann, er heißt Wilhelm, aber alle nannten ihn immer nur Willi“, stammelte sie.

Marie ließ sie los, während sich der Arzt den Namen und die Anschrift notierte, welche die Kommissarin ihm weitergab. „Kommen Sie“, wandte sie sich an die Frau. „Ich werde Sie jetzt nach Haus bringen, am Montag kommen Sie bitte ins Kommissariat, dort werden wir alles, was Sie wissen, zu Protokoll nehmen. „Aber wie kam es zu diesem Unfall? Es war doch ein Unfall, oder?“, stotterte die Frau, noch immer in Tränen aufgelöst. „Leider nein“, antwortete Marie, „wir müssen nach dem derzeitigen Erkenntnisstand von einem Tötungsdelikt ausgehen. Offensichtlich wurde er mit einem gläsernen Dolch, auf dem ich das gleiche Symbol feststellen konnte, welches sich an Ihrer Hauswand befindet, erstochen. Wo es geschah, wissen wir nicht, und ob er im Nachhinein ins Wasser der Tonkuhle geworfen wurde, ist bisher unklar. „Aber mein Mann hat doch nie jemanden etwas zu Leide getan, er war immer hilfsbereit und beliebt in der Nachbarschaft, ich verstehe das nicht!“, stöhne die Frau. Marie redete weiter beruhigend auf sie ein, während sie die Rechtsmedizin verließen. Gemeinsam betraten sie den Aufzug und fuhren nach oben. Wenige Minuten später erreichten sie die Eichenstraße und Marie brachte die immer noch heftig weinende und am ganzen Körper zitternde Frau ins Haus. Abschließend fragte sie: „Haben Sie jemanden, den Sie anrufen möchten, Familienangehörige oder gute Freunde?“ Die Frau antwortete aufgeregt: „Mein Sohn Johannes, er ist Archäologe und seit etwa einem Monat in Peru mit einer Ausgrabung beschäftigt. Ich habe aber eine gute Freundin, die werde ich anrufen.“ Marie war beruhigt, drückte der Frau die Hand und ging hinaus. Das seltsame Symbol an der Hauswand leuchtete noch immer in seinem farbwechselnden Licht, bis es plötzlich mit einem leisen Schmatzen verschwand, um sofort wieder aufzutauchen. An der Hauswand blieb ein Bild, das wie ein Graffiti aussah, in die Wand eingebrannt zurück. „Gott sei Dank“, dachte Marie, „habe ich ein Foto gemacht, so können wir es am Montag mit dem Symbol auf dem Dolch vergleichen.“ Sie machte sich auf den Heimweg.

Kapitel 3

In England

Carolyn und Tom saßen mit ihren Eltern und mit ihrem Onkel Hans und seinen Trollen im großen Wohnzimmer und ließen das, was geschehen war, noch einmal Revue passieren. Irgendetwas störte Tom, der einen alten Schrank im Blickfeld hatte. Auf der glänzenden Oberfläche der linken Tür begann etwas zu flimmern. Tom schaute auf und sagte zu Carolyn, die mit dem Rücken zum Schrank saß: „Bitte, Carolyn, sieh Dich um, schaue auf die Schranktür und sage mir, was Du dort siehst.“ Carolyn drehte sich um und sagte dann erstaunt: „Es schillert und flimmert, ich sehe verschiedene Symbole, die ich aber nicht identifizieren kann. Vielleicht kann ich es anhalten und es deutlicher machen.“ Sie stand auf, nahm ein silbernes Kästchen, öffnete es und nahm ihren Zauberstab heraus. Sie richtete ihn auf den Schrank, murmelte etwas und das Bild auf der Schranktür fror ein.

„Könnten Runen sein“, bemerkte Tom. „Vielleicht ägyptisch, nein, jetzt weiß ich es! Es kommt irgendwie aus Mittel- oder Südamerika, ich schaue einmal, ob ich etwas darüber finde.“ Er stürmte die Treppe mit großen Sprüngen empor, was seine Eltern zu einem Kopfschütteln veranlasste. Für geraume Zeit blieb der junge Mann verschwunden, kam aber dann zurück und meinte: „Kann alles Mögliche sein, Inka, Maya, Azteken, Tolteken, Chichimeken ...“ Carolyn unterbrach ihn mit einem Lachen und rief: „Genug, wir sollten Vater oder Onkel Hans fragen, vielleicht wissen sie etwas.“ Tom, immer praktisch denkend, hatte inzwischen seine Kamera geholt und einige Aufnahmen geschossen. „So“, sagte er zu Carolyn, „lass es weiterlaufen!“ Das Mädchen hob den Zauberstab, den es noch immer in ihrer Hand hielt, richtete ihn auf die Schranktür und sprach leise ein fremd klingendes Wort. Die Symbole begannen, sich erneut zu bewegen, wurden schwächer und verschwanden fast, jedoch nicht spurlos. Auf der Holztür hatte sich ein Kreis gebildet, der mit allerlei Symbolen und Figuren gefüllt war. Im Hintergrund waren merkwürdige Linien zu sehen.

Marc, ihr Vater, war aufgestanden und trat näher. Er runzelte die Stirn und betrachtete die Symbole und Zeichen etwas genauer. Dann schüttelte er den Kopf und meinte: „Merkwürdig, etwas kommt mir bekannt vor. Ein Teil der Symbole stammt aus Südamerika. Sie sind sehr alt, ich schaue jetzt in der Bibliothek nach, ob ich darüber etwas finden kann. Die Linien habe ich schon gesehen, ich glaube, das sind die Linien von Nazca in Peru.“ Er verschwand hinter einer großen alten Tür, die sich mit einem satten Klang hinter ihm schloss. Nach einer ganzen Weile, die Geschwister wurden schon unruhig, öffnete sich die Tür wieder und Marc, er schaute etwas aufgeregt aus, sagte: „Es hat sich bestätigt, es muss etwas mit Peru zu tun haben, dort finden derzeit Ausgrabungen eines deutschen Archäologenteams statt, ich las davon in der Zeitung. Die Symbole und auch die Linien im Hintergrund müssen etwas damit zu tun haben, ich bin mir ganz sicher.“

Hans, ihr Onkel, der bisher ganz ruhig in seinem Sessel gesessen hatte, mischte sich in das Gespräch ein. „Vielleicht sollten wir unsere Trolle fragen, sie haben uns schon oft geholfen.“ Lanudas, der seit geraumer Zeit ein wenig schläfrig in der Brusttasche der Jacke von Hans gesteckt hatte, kletterte heraus und setzte sich auf die Armlehne des Sessels und fistelte: „Sollen wir, meine Freunde und ich, nachschauen? Es gibt dort vielleicht etwas, was uns weiterhelfen könnte.“ Tom und Carolyn sahen sich erstaunt an, als Carolyn unvermittelt erschreckt aufschrie. Im Kreis auf der Tür erloschen die Symbole und Linien und ein leuchtender Gegenstand bildete sich, einem Dolch sehr ähnlich. Von seiner Spitze tropfte eine rote Flüssigkeit und auf dem Griff erschien ein grell leuchtendes Bild. Dann verschwand der Kreis mit dem blutigen Messer und hinterließ auf der Schranktür einen großen schwarzen Fleck. Tom hatte schnell reagiert und von dem blutigen Messer, wohl aus einem gläsernen Material, so meinte er zu erkennen, ein weiteres Foto eingefangen.

Die Kinder, ihr Onkel und ihre Eltern schauten sich ratlos an. War es eine Bedrohung? Hans schüttelte den Kopf und sah seine Trolle ein wenig verständnislos, an.

Kapitel 4

Auf der Ebene von Nazca, Peru

Etwa in der Mitte zwischen Quito und Lima liegt auf dem südamerikanischen Kontinent in Peru die Ebene von Nazca mit ihren geheimnisvollen Scharrbildern. 1924 wurden diese Linien von Flugpassagieren gesehen und die Entdeckung wurde 1927 von einem peruanischen Archäologen auf einer seiner zahlreichen Wanderungen bestätigt. Nachdem dann der peruanische Archäologe Johny Isla zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts meinte, eine Lösung für die Bilder auf der Ebene von Nazca gefunden zu haben, machte sich der deutsche Archäologe Johannes Marquard aus Oldenburg mit einer Gruppe von deutschen und europäischen Wissenschaftlern auf den Weg nach Peru, um die Erkenntnisse des peruanischen Forschers, es handele sich bei den Linien um rituelle Wege, die von einer verschwundenen Kultur einst getreten worden waren, zu bestätigen oder aber zu widerlegen. Ganz wie Isla hatte er die unterschiedlichsten Wissensgebiete um sich versammelt, aber bisher stellten sich die Ergebnisse der Untersuchungen als wenig erfreulich heraus und manche der Theorien, die bei ihren abendlichen Gesprächen geäußert wurden, klangen oftmals sehr abenteuerlich. In einem Punkt waren sich aber die Wissenschaftler um Johannes Marquard einig: Um rituelle Wege konnte es sich nicht handeln, wenn man zum Beispiel den großen Affen betrachtete. Wohin sollten denn die Menschen gegangen sein? Die Linien endeten doch in einer Spirale! Oder war am Ende der Spirale etwas im Boden verborgen? Sie würden wohl graben müssen. Aber sie waren sich sicher, sie würden etwas finden und wenn es auch noch einige Zeit dauern sollte. Sie, das waren die Wissenschaftler Johannes Marquard als Leiter des Unternehmens und Archäologe, Sven Christensen, aus Dänemark, Geologe, Jan van der Veen aus Holland, ebenfalls Archäologe, John Smitson aus England, Astrophysiker, Helen Myers aus den USA, Astrobiologin, Alfredo Contigo, Archäologe aus Peru und Charles McMahon, Geophysiker aus England.

Seit drei Wochen, das Weihnachtsfest war gerade vorüber, stand Johannes Marquard vor seinem Wohnmobil, welches ihm sowohl als Labor als auch Schlafstätte diente, und dachte nach. Die Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Ländern und aus unterschiedlichen Fachgebieten, die mit ihm gemeinsam die Geheimnisse der Nazca-Ebene in Peru endgültig erforschen sollten, waren schon in ihren Unterkünften verschwunden. Vieles ging ihm durch den Kopf und das, was am Tage geschehen war, ging ihm noch lange nach. An einem Schnittpunkt einer sehr großen Geoglyphe hatten sie etwas Altarähnliches entdeckt und dabei festgestellt, dass dieser Altar mehrfach verändert worden war. Das ließ auf unterschiedliche Besiedlungsperioden schließen. Sollten sie auf der richtigen Spur sein?

Vielleicht sollte er doch jetzt den Ballon mit der Wärmebildkamera einholen, denn der Wind frischte auf und es wurde merklich kühler. Der Ballon mit der Kamera würde ihnen aus der Höhe Wärmebilder der Scharrlinien liefern, möglicherweise könnten daraus neue Ergebnisse für ihre Forschung gewonnen werden. Das hatte vor ihnen noch niemand versucht. Immer waren es nur Aufnahmen aus einem Flugzeug gewesen, die er bisher zu sehen bekommen hatte.

Er ging zur Maschine hinüber, warf den Motor an und schaltete die Winde ein. Langsam, ganz langsam, wurde der Ballon zu ihm heruntergezogen. Knirschend rollte sich das dünne Stahlseil um die große Trommel. Unten angekommen löste Johannes die Kamera aus der Halterung, drehte sich um und wandte sich seinem Schlafplatz zu, als er in seinen Augenwinkeln eine merkwürdige Bewegung sah. Aus dem Sand neben einer der unzähligen gescharrten Linien tauchte ein Ring aus grausilbernem Metall auf. Solch ein Gegenstand hätte aber doch ihm oder einem seiner Kollegen auffallen müssen, da war sich Johannes sicher: An den Tagen vorher war dieser Ring noch nicht dort gewesen. Langsam, dabei den Kopf schüttelnd, näherte er sich dem metallisch grau aussehenden Ring, bückte sich und zog daran. Feine Linien in quadratischer Form wurden sichtbar. Aufregung überkam ihn. Was hatte er denn jetzt entdeckt? Leise ging er zu seinem Wohnmobil und holte eine Lampe, um den Ring etwas genauer betrachten zu können. Nein, dieser merkwürdigen Geschichte wollte er jetzt allein nachgehen, die Kollegen konnte er ja am nächsten Morgen in seine Entdeckung einweihen.

Bei dem sonderbaren Reif angekommen, bückte er sich und zog kräftig an dem schweren Metallring. Die Platte, in der der Ring eingelassen war, löste sich leicht aus ihrer Verankerung. Er hob sie an, legte sie vorsichtig, ohne ein Geräusch zu machen, zur Seite und leuchte mit seiner Lampe in die nach unten führende dunkle Öffnung. Aus Stein gehauene Stufen führten in die Tiefe. Er zögerte. Sollte er nicht besser die anderen Wissenschaftler hinzuholen? Er entschied sich aber doch, allein hinabzusteigen. Vorsichtig tastete er sich Stufe um Stufe in die Tiefe. Nach genau fünfzehn in Stein gehauenen steinernen Tritten hatte er den Boden des Schachtes erreicht.

Johannes Marquard ließ das Licht seiner Lampe über die Wände wandern und erblickte eine große Anzahl von Symbolen, die auf den glatt behauenen Wänden angebracht waren. Also doch, sein Herz schlug ihm vor Aufregung bis zum Hals, hatten die Schöpfer der Nazca-Linien so etwas wie eine symbolhafte Schrift besessen und er hatte sie entdeckt. Gleich morgen würde er seine Kollegen informieren. Im Licht der Lampe sah er etwas Seltsames. Er stutzte. Am Ende des Raumes waren auf einer in der Wand eingelassenen Platte vier Linien zu sehen, die diagonal auf eine runde Erhebung zuliefen. Ein Schalter, ein Öffnungsmechanismus? Er bewegte sich vorsichtig auf das Ende des Raumes zu und drückte kräftig auf den im Mittelpunkt der Platte eingelassenen Gegenstand. Lautlos versank der Knopf und in der Wand öffnete sich ein Spalt, der sich mit einem schleifenden Geräusch zu einem Durchgang ausweitete. Aus dem dahinterliegenden Gelass drang ein schwach bläulich schimmerndes Licht hervor. Er trat ein. In der Mitte des Raumes stand ein schwarzes Podest, auf dem ein Behältnis aus einem blauschimmernden Material zu sehen war. Von ihm ging das blau wallende Licht aus. Er ging darauf zu und betrachtete den im Mittelpunkt der Steinplatte stehenden Gegenstand etwas genauer. Dabei sah er, dass der Gegenstand schwarz war und die Oberfläche in einem Dunkel glänzte, welches Johannes Marquard in seinem Leben noch niemals zuvor gesehen hatte.

Das blaue Licht, welches ihm zuvor bereits aufgefallen war, trat aus einem metallisch schimmernden Kreis hervor, der das geheimnisvolle Ding umgab. Noch während er über den Sinn und Zweck dieser unterirdischen Kammern grübelte, geschah etwas, das sein Leben grundlegend verändern sollte. Das aber konnte der Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.