Star Trek - Voyager: Der Schatten - Dean Wesley Smith - E-Book
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Beschreibung

Was ist Sektion 31?Die Voyager beobachtet die Kollision zweier Sterne und entdeckt dabei ein riesiges Kolonieschiff, das zu langsam ist, um der energetischen Druckwelle zu entkommen. Captain Janeway will alle Ressourcen der Voyager einsetzen, um die Kolonisten vor der Katastrophe zu bewahren. Doch während der Rettungsmission werden mehrere Anschläge auf Seven of Nine verübt, die offenbar von langer Hand vorbereitet waren. Janeway setzt alles daran, die Attacken aufzuklären, und wird zum ersten Mal mit dem dubiosen Geheimbund innerhalb der Sternenflotte konfrontiert: Sektion 31.

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MOBI

Seitenzahl:295


SEKTION 31 – DER MYSTERIÖSE GEHEIMBUND

Als die Crew der Voyager die Kollision zweier Sterne im Delta-Quadranten beobachtet, stößt sie auf die Traveler, ein riesiges Kolonieschiff, das die 800 Millionen Bewohner des Planeten Rhawn vor der stellaren Katastrophe in Sicherheit bringen soll. Aber das Schiff ist zu langsam, um der energetischen Druckwelle zu entkommen.

Captain Janeway ist entschlossen, alle Ressourcen der Voyager einzusetzen, um die Bewohner von Rhawn vor dem sicheren Tod im All zu bewahren. Doch während der Rettungsmission werden mehrere Anschläge auf Seven of Nine verübt.

DEAN W. SMITH & KRISTINE K. RUSCH

DER SCHATTEN

Star Trek™

Voyager

Sektion 31 – Band 04

Historische Anmerkung

Prolog

Seit achtzehn Minuten und zwölf Sekunden saß Sloan im Dunkeln auf der Couch. Ein süßlicher Geruch erfüllte das Quartier, stammte von einem terranischen Blumenparfüm und erinnerte ihn an ein Verhör mit schlechtem Ausgang. Die Couch gehörte zur Standardausstattung, war hart und unbequem; vermutlich wurde sie nur selten benutzt. In der Nähe stand ein Sessel mit einer Wolldecke – das Besatzungsmitglied, das hier wohnte, schien ihn zu bevorzugen.

Sloan hatte ganz bewusst darauf verzichtet, dort Platz zu nehmen. Die in diesem Quartier untergebrachte Frau würde jemanden bemerken, der in ihrem Sessel saß, aber vielleicht übersah sie jemanden auf der Couch.

Es war ein Test – subtil und effektiv, wie die meisten seiner Tests.

Schließlich glitt die Tür mit einem leisen Zischen auf und die schlanke, wohlproportionierte Frau trat ein. Sie kam allein und entsprach damit Sloans Erwartungen.

»Licht«, sagte sie mit fester, voller Stimme.

Es wurde hell und hinter der Frau schloss sich die Tür. Sloan hatte Bilder von ihr gesehen, aber sie wurden ihr nicht gerecht. Ihr blondes Haar war lang und wellig, am Hinterkopf zusammengesteckt, was das schöne Gesicht mit den großen Augen betonte. Sloan schätzte ihre Größe auf etwa einen Meter fünfundsiebzig und er wusste, dass sie stärker war, als es den Anschein hatte. Sie bewegte sich leise und mit der Eleganz einer Katze.

Sie war überrascht, das sah er, aber sie zögerte nicht, als sie ihn bemerkte. Sie ging weiter, nickte ihm dabei kurz zu. Das beeindruckte Sloan. Sie zuckte nicht zusammen, griff auch nicht nach ihrer verborgenen Waffe. Die meisten Leute hätten ihre Reaktion auf ihn nicht einmal bemerkt und angenommen, dass sie ihn erwartet hatte. Sie war gut. Noch nicht voll ausgebildet, aber trotzdem sehr gut.

»Direktor …«, sagte sie, schob einen kleinen Esstisch zum Wandreplikator und orderte ein Glas Tomatensaft. »Ich habe mich gefragt, warum ich so plötzlich zur Voyager versetzt worden bin.«

»Die Voyager hat antiterroristische Operationen in der EMZ durchgeführt«, erklärte Sloan. »Sie sollen Daten sammeln, die es uns gestatten, den Maquis ein für alle Mal zu neutralisieren.«

»Ist er so gefährlich geworden?« Die Frau drehte sich mit dem Glas in der Hand um, trank einen Schluck und sah ihn so an, als wäre er ein Ziel, das es zu treffen galt.

Sloan lächelte. »Sagen wir, seine Aktivitäten sind derart eskaliert, dass sie nicht mehr ignoriert werden können. Die politischen Folgen der Aktionen des Maquis sind überall in der Föderation spürbar. Die Aktivität der Maquisarden stellt unsere Innen- und Außenpolitik zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt in Frage. Dieser Raumbereich wird in militärischer Hinsicht immer mehr zu einer heißen Zone. Wir müssen vermeiden, dass einige Terroristen eine bereits kritische Situation noch schlimmer machen.«

»Worin genau besteht meine Aufgabe?«, fragte die Frau. »Ich wurde als Computerspezialistin hierher versetzt.«

Das hatte Sloan gewusst. Es gab kaum etwas, worüber Sloan nicht Bescheid wusste. Aber er ließ sie glauben, sie gäbe ihm neue Informationen. »Beobachten und berichten Sie.«

»Natürlich.« Es klang fast entrüstet – mit diesem Teil ihrer Aufgabe war sie ganz offensichtlich vertraut. »Was sonst noch?«

Sie zeigte ihm gegenüber nicht so viel Respekt, wie es eigentlich der Fall sein sollte. Das besorgte ihn ein wenig. Trotzdem: Sie war genau die Richtige für diesen Job. Es kam in erster Linie darauf an, dass sie die erforderliche Aufgabe erfüllen konnte – was sie von ihm hielt, spielte eine untergeordnete Rolle.

Sloan wusste, dass sie sich für diese Aufgabe eignete.

»Sonst nichts«, sagte er. »Es sei denn, Ihnen bietet sich eine Gelegenheit, unser Ziel zu erreichen, ohne dabei entdeckt zu werden. Der Maquis muss neutralisiert werden, so oder so. Wahrscheinlich werden Janeway und die Voyager das für uns erledigen, aber helfen Sie ihnen dabei, wenn sich eine Chance dazu bietet.«

Die Frau nickte und der Blick ihrer dunklen Augen bohrte sich in Sloan, als wollte sie auf diese Weise seine Barrieren und Masken durchdringen. Ein solcher Blick hätte eine normale Person mit Unbehagen erfüllt, aber Sloan hatte schon Beunruhigenderes erlebt, ohne sich davon erschüttern zu lasen. Dennoch war er beeindruckt. Eines Tages würde diese Frau zu seinen besten Agenten zählen.

»Ich soll also zur Crew der Voyager gehören, zumindest für eine gewisse Zeit.«

»Eine endgültige Entscheidung über die Länge Ihres Einsatzes steht noch aus«, sagte Sloan. »Bringen Sie sich in eine Position, von der aus Sie beobachten können, ohne aufzufallen. Sorgen Sie dafür, dass Sie für Captain Janeway und das Schiff unersetzlich werden.«

»Verstanden«, erwiderte die Frau.

Sloan stand auf und trat zur Tür.

»Direktor?«

Er bemerkte, dass sich ihr Tonfall verändert hatte. Die Stimme klang jetzt weicher und einladender.

Ruhig blieb Sloan vor ihr stehen. Er war nicht sehr groß, verstand es aber, andere Leute einzuschüchtern. Diesmal entschied er sich dagegen.

Er wollte feststellen, was die Frau vorhatte.

Sie löste ihr Haar und ließ es über die Schultern fallen. Dann lächelte sie und die Strenge wich aus ihren Zügen. Sie wirkte jetzt verlockend und verführerisch.

»Da wir die geschäftlichen Angelegenheiten hinter uns haben … Möchten Sie zum Essen bleiben?« Sie deutete zum Replikator, als sie näher kam, dabei das kühle Gebaren eines gefährlichen Agenten abstreifte und vor allem Weiblichkeit ausstrahlte.

Sloan zögerte und musterte die schöne Frau. Doch sein Zögern war nur gespielt, ebenso wie der Verführungsversuch. Sloan ließ sich nicht betören. Es regte sich nicht einmal Interesse in ihm. Seit Jahrhunderten gehörte die Verführung zu seinem Geschäft – sie war ein alter Trick, der erste, vor dem er sich geschützt hatte.

»Ein Drink, leise Musik …« Sie blieb neben dem Tisch stehen, die eine Hand an der gewölbten Hüfte. Sloan sah, dass sie Licht und Schatten zu ihrem Vorteil nutzte, um ihre Kurven noch besser zur Geltung zu bringen. »Wir können uns ein wenig entspannen, bevor diese Mission beginnt.«

Er lächelte und schwieg. Es beeindruckte ihn, dass sich der kühle Agent, der eben durch die Tür gekommen war, nur durch eine Veränderung von Tonfall und Körperhaltung in eine junge, verführerische Frau verwandeln konnte. Die meisten Männer wären dahingeschmolzen.

»Ich habe hier ein spezielles Programm für ein besonders leckeres Steak mit Pilzen«, sagte sie und glättete ihre Uniform mit einer schmalen Hand. Die Finger verharrten gerade lange genug, um zur Kenntnis genommen zu werden, aber nicht so lange, dass die Geste unangemessen wirkte. »Und nach dem Essen warten wir einfach ab, was passiert. Was meinen Sie?«

Ihr Lächeln wirkte warm und aufrichtig. Ein verlockender Duft ging von ihr aus; das Parfüm und ihr eigener Geruch vermischten sich miteinander, und zwar auf eine Weise, die Sloan nicht mehr als zu süß empfand. Er nahm jedes Detail wahr und prägte sich alles ein, um diese Informationen später zu verwenden. Vielleicht konnte er ihr spezielles Talent einmal gebrauchen. Verführung war ein alter Trick, der aber manchmal noch funktionierte, so wie auch viele andere alte Tricks.

»Sie wissen, dass so etwas nicht erlaubt ist«, sagte Sloan. »Aber danke für diese kleine Vorstellung. Sie war unterhaltsam und informativ.«

Für ein oder zwei Sekunden wurde ihr Gesicht völlig ausdruckslos und zeigte überhaupt keine Emotionen mehr. Dann lachte sie. Es klang so eisig, dass ein gewöhnlicher Mann entsetzt gewesen wäre.

Aber Sloan war kein gewöhnlicher Mann.

Ihr Blick bohrte sich erneut in ihn hinein. Das verführerische Lächeln war so abrupt verschwunden, als hätte es nie existiert, und sie kehrte zu der kühlen Ruhe zurück, die sie beim Betreten ihres Quartiers gezeigt hatte.

Er nickte ihr zu und drehte sich zur Tür um. »Viel Glück an Bord der Voyager.«

»Ich brauche kein Glück«, erwiderte sie.

Sloan blieb in der offenen Tür stehen, sah niemanden im Korridor und wandte sich noch einmal der Frau zu. »Kehren Sie mit den notwendigen Informationen zurück. Anschließend stellen wir fest, was Sie brauchen oder nicht.«

»Ja, Direktor«, sagte die Frau, als sich die Tür schloss.

Sloan zweifelte nicht daran, dass sie ihn gerade getestet hatte. Sie war gut.

Sehr gut.

Aber nicht so gut wie er.

Kapitel 1

23 Stunden und 7 Minuten

Seven of Nine öffnete die Augen. Ihr Regenerationszyklus war unvollständig jemand hatte ihn unterbrochen. Wachsam blickte sie durch den dunklen Frachtraum und bemerkte B'Elanna Torres, die neben den Kontrollen des Alkoven stand.

»Tut mir Leid, dass ich Sie geweckt habe«, sagte die Chefingenieurin. Wie die anderen an Bord benutzte sie die falschen Begriffe in Bezug auf Sevens Regenerationszyklus.

Seven »schlief« nicht in dem Sinne, weshalb sie auch nicht »erwachen« konnte. Während ihrer Ruhephase wurden Reparaturen am kortikalen Subprozessor vorgenommen und ihre alltäglichen Basisfunktionen verbessert.

Sie wusste natürlich, dass es keinen Sinn hatte, Lieutenant Torres zu korrigieren. So etwas würde zu einer Diskussion führen der gleichen Diskussion, die sie schon einmal geführt hatten und das war ineffizient.

»Ich nehme an, Sie hatten einen Grund, mich zu stören«, sagte Seven.

»Captain Janeway interessiert sich für die beiden Sonnen, die wir entdeckt haben. Ihre Kollision findet bald statt und sie möchte den Kurs ändern, um das Ereignis aufzuzeichnen.« Torres zuckte mit den Schultern. »Sie meinte …«

»›Wie vielen anderen Raumschiffen bietet sich eine solche Gelegenheit?‹«

Torres wölbte eine Braue. »Hat sie mit Ihnen darüber gesprochen?«

»Nein.« Seven klang so müde, wie sie sich fühlte. »Sie hat schon einige andere astronomische Ereignisse auf diese Weise kommentiert.«

Torres verschränkte die Arme. »Sind Sie diesmal anderer Meinung als Captain Janeway?«

»Es dürfte interessant sein, die Kollision von zwei Sonnen zu beobachten aber auch gefährlich. Wenn wir dem Ereignis zu nahe sind …« Seven beendete den Satz nicht. Torres wusste, dass ihnen dann allen der Tod drohte.

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