Sternenfohlen, 14, Der magische Garten - Linda Chapman - E-Book

Sternenfohlen, 14, Der magische Garten E-Book

Linda Chapman

4,9
4,99 €

Beschreibung

Eine hohe Mauer um den alten Heilkräutergarten der Einhornschule macht Wolke neugierig: Stimmt es, dass dort ganz besondere Zauberpflanzen wachsen? Und ist die Geschichte vom magischen Springbrunnen, der den Garten in goldenen Nebel hüllt, wahr? Wolke und ihre Freunde müssen es unbedingt herausfinden ...

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Seitenzahl: 54

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Linda Chapman

Sternenfohlen

Der magische Garten

KOSMOS

Umschlag- und Innenillustrationen: Carolin Ina Schröter, Berlin

Umschlaggestaltung: Carmen Oberzaucher, Wien

Sternenfohlen – Der magische Garten, erzählt von Cordula Setsman

Based on the characters created by Working Partners Ltd.

© Working Partners Ltd. 2011

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-13997-4

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

1

„Seht nur, da drüben!“, rief Wolke ihren Freunden zu.

Sie deutete mit ihrem Horn auf ein kleines Waldstück, von dem sie sich magisch angezogen fühlte.

„Schauen wir uns das mal genauer an?“, fragte sie in die Runde.

„Na klar, los geht’s“, riefen Mondstrahl, Sturmwind, Saphira und Stella.

Die Freunde galoppierten übermütig an, stießen sich mit den Hinterbeinen ab und preschten in den Himmel. Bald darauf landeten sie am Rand des geheimnisvollen Waldes.

Wolke und ihre Freunde waren acht Jahre alt und besuchten die zweite Klasse der Einhornschule. Dort lebten, lernten und spielten sie gemeinsam mit vielen anderen jungen Einhörnern. Heute war der letzte Ferientag, aber die Freunde waren bereits in die Einhornschule zurückgekehrt. Den ganzen Nachmittag hatten sie damit verbracht, auf dem weitläufigen Schulgelände herumzustrolchen und unbekannte Winkel auszukundschaften.

„Spürt ihr das auch?“, fragte Saphira nun aufgeregt, während die Freunde das Wäldchen betraten.

„Ja, die Luft prickelt nur so vor Magie“, meinte Sturmwind.

Mondstrahl, Stella und Wolke nickten bestätigend.

„Also muss es hier sehr alte Zauberkräfte geben“, überlegte Stella.

„Worauf warten wir dann noch?“ Unternehmungslustig trabte Mondstrahl tiefer in den lichten Wald hinein.

„Hier entlang!“, rief Wolke ihren Freunden zu. Es war seltsam: Sie war noch nie zuvor in diesem Wald gewesen, und trotzdem hatte sie das Gefühl, den Weg genau zu kennen. Wie von Geisterhand gelenkt, lief sie zielstrebig zwischen den hohen Bäumen hindurch.

„Was ist das denn?“, rief Stella erstaunt, als ihnen plötzlich in einer Senke eine hohe Mauer den Weg versperrte.

„Vielleicht endet hier das Schulgelände?“, überlegte Sturmwind.

„Aber ich habe noch nie gehört, dass es von einer Mauer umgeben ist“, meinte Mondstrahl.

„Ich auch nicht. Was sich wohl dahinter verbirgt?“, fragte Saphira.

„Sollen wir mal nachsehen, ob wir ein Tor finden?“, schlug Wolke vor.

Neugierig trabten die Freunde an der Mauer entlang, erst in die eine Richtung, dann in die andere. Einen Durchgang fanden sie allerdings nicht. Dafür schien die Mauer endlos lang zu sein, und sie war sehr hoch. Selbst wenn sie sich aufbäumten und den Hals ganz lang machten, konnten die jungen Einhörner nicht darüberschauen.

Langsam wurde es dunkel, und in dem dämmrigen Licht wirkte die geheimnisvolle Mauer fast schon ein bisschen unheimlich.

„Habt ihr das auch gesehen?“, fragte Wolke plötzlich.

„Nein, was denn?“, wollte Sturmwind wissen.

„Na, diesen goldenen Schein hoch über der Mauer.“

Ihre Freunde schüttelten nur die Köpfe und sahen sie fragend an.

Plötzlich hörten sie aus der Ferne ein leises, tiefes Tuten. Das musste der Oberelf sein, der mit seinem Muschelhorn alle Schüler zum Abendessen in die Schulgebäude zurückrief. Sie mussten ziemlich weit von der Schule entfernt sein, da sie das Signal nur noch ganz leise hören konnten.

„Das hast du dir bestimmt nur eingebildet, Wolke“, sagte Saphira. „Kommt jetzt, wir müssen zurück zur Schule.“

„Aber die Mauer …“, wandte Wolke ein.

„Wir können ja ein anderes Mal wiederkommen und sie genauer untersuchen“, schlug Stella vor. „Aber jetzt sollten wir uns auf den Weg machen.“

Wolke warf einen letzten sehnsüchtigen Blick auf die geheimnisvolle Mauer und folgte dann eilig ihren Freunden in Richtung Schule.

„Hört mal alle her, ich habe euch etwas zu sagen“, rief das Trihorn mit seiner mächtigen Stimme gegen den Lärm beim Abendessen an.

Mittlerweile waren auch alle anderen Schüler in die Einhornschule zurückgekehrt. Nach zwei Wochen aßen sie zum ersten Mal wieder gemeinsam zu Abend und hatten sich eine Menge zu erzählen. An den Tischen wurde laut geschwatzt und gelacht.

„Ähem“, machte das Trihorn jetzt noch lauter, sodass die Schüler erschrocken zusammenfuhren und es schlagartig mucksmäuschenstill wurde. Das Trihorn konnte sich ein zufriedenes Schmunzeln nicht verkneifen.

„Guten Abend. Wie schön, dass wir nach den Ferien alle wieder zusammen sind“, sagte es jetzt freundlich und deutlich leiser. „Morgen beginnt das zweite Halbjahr und es kommen eine Menge neuer Aufgaben und Möglichkeiten auf euch zu. Natürlich erwarte ich von euch allen, dass ihr wieder fleißig lernt und euer Bestes gebt. Ihr sollt aber keinesfalls nur über euren Büchern sitzen, sondern auch eure Talente fördern. Dazu wird jede Klasse mit einem Projekt beginnen, das sie für den Rest des Schuljahres beschäftigen wird. Morgen früh werden am Sprechenden Baum Listen aushängen, welche Klasse welches Projekt übernimmt. Und nun lasst uns den Abend und das köstliche Essen genießen!“ Mit würdevoll erhobenem Kopf und eleganten Schritten ging das Trihorn an den Lehrertisch, an dessen Kopfende wie immer sein Platz war.

Kaum hatte sich das Trihorn umgedreht, fingen die Schüler wieder an, aufgeregt durcheinanderzureden: „Habt ihr das gehört?“ –„Klassenprojekte!“ – „Wahnsinn!“ – „Ich bin schon gespannt!“

„Was meint ihr, was das für Projekte sind, von denen das Trihorn gesprochen hat?“, fragte Sturmwind aufgeregt.

„Keine Ahnung, aber hoffentlich hat es was mit Sport zu tun!“, antwortete Mondstrahl.

„Aber du bist doch schon in fast allen Sport-Clubs“, erwiderte Saphira. „Willst du nicht auch mal was anderes machen?“

„Nein, wieso denn? Ich mache gerne Sport und habe Talent. Und das sollen wir doch fördern, hat das Trihorn gesagt.“ Mondstrahl grinste zufrieden.

Saphira schüttelte nur den Kopf und wandte sich ihren Freundinnen Wolke und Stella zu.

„Was ist mit euch? Was würdet ihr gern machen?“, fragte sie.

„Ich fände es toll, wenn es was mit Kunst oder Musik wäre“, antwortete Stella. „Das macht mir immer am meisten Spaß.“

„Au ja, das klingt prima!“, rief Saphira.

„Ich bin ja schon so gespannt, was es mit dem Klassenprojekt auf sich hat“, sagte Wolke und steckte die Nase wieder in den Futtereimer.

Für ihr Alter war Wolke noch immer sehr klein. Trotzdem ließ sich das schneeweiße Einhorn mit der strubbeligen Mähne und dem zierlichen goldenen Horn nicht so leicht unterkriegen. Immerhin hatte sie zwei große Brüder. Sich gegen die beiden durchzusetzen, war das beste Training gewesen.

Ihr kam wieder die geheimnisvolle Mauer in den Sinn. Sie wollte sie so bald wie möglich weiter erforschen. Irgendeine Gelegenheit würde sich in den nächsten Tagen schon bieten.

„Hey, Wolke! Wo bist du denn mit deinen Gedanken?“, fragte Sturmwind und stupste seine Freundin sanft an. „Kommst du mit in den Gemeinschaftsraum?“

„Ich … äh … was?“, stotterte sie. „Ach so, ja klar.“