Sternenschweif, 16, Geheimnisvoller Zaubertrank - Linda Chapman - E-Book

Sternenschweif, 16, Geheimnisvoller Zaubertrank E-Book

Linda Chapman

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Beschreibung

Laura hat viel zu tun. Sie muss das Valentins-Ponytreffen vorbereiten. Es wird eine Schatzsuche veranstaltet und der Hauptpreis ist ein Liebestrank. Außerdem hilft sie einem Einhorn und dessen Freundin, die seit ihrem Reitunfall Angst hat, wieder auf ihr Pony zu steigen, mit einem Muttrank. Doch in der Hektik verwechselt Laura die beiden Zaubertränke ... Eine spannende und magische Geschichte mit viel Platz zum Träumen!

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Seitenzahl: 62

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Linda Chapman

Sternenschweif

GeheimnisvollerZaubertrank

KOSMOS

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

unter Verwendung einer Illustration von Silvia Christoph, Berlin

Textillustrationen: © Biz Hull

Sternenschweif – Geheimnisvoller Zaubertrank, erzählt von Ina Brandt

Based on characters created by Working Partners Ltd.

© Working Partners Ltd., 2008

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-13955-4

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

1

Zärtlich fuhr Laura durch Sternenschweifs dichtes Winterfell. Das gefiel dem kleinen grauen Pony, es schnaubte laut. Sein warmer Atem bildete kleine weiße Wölkchen in der kalten Stallluft.

„Ich freue mich wirklich, wenn es wieder einmal wärmer wird“, sagte Laura seufzend. „Die letzten Wochen haben wir genug gefroren.“ Sie grinste. „Na ja, du wohl weniger. Das Gute ist, dass mir wenigstens nie kalt ist, wenn wir gemeinsam fliegen.“

Auch wenn Sternenschweif meistens wie ein ganz normales Pony aussah, so war er das nicht immer. Das hatte Laura mithilfe eines Zauberspruchs herausgefunden. Wenn sie die magischen Verse sprach, dann verwandelte sich Sternenschweif in ein strahlendes Einhorn. Und als Einhorn konnte Laura mit ihm hoch durch die Luft fliegen. Für sie beide gab es nichts Schöneres.

„Weißt du noch, wie wir damals in dieses dichte Schneetreiben geraten sind? Und herausgefunden haben, dass du aus deinen Hufen Funken zaubern kannst, die all die Schneeflocken von uns abgehalten haben? Ich werde nie vergessen, wie wir dann heimgeflogen sind. Geschützt wie in einer Seifenblase.“

Sternenschweif scharrte mit dem Huf im Stroh. Auch er erinnerte sich.

„Es ist toll, was wir bei unseren Abenteuern bislang alles erlebt haben“, fuhr Laura fort. „Wir haben einigen Menschen und Tieren in Not helfen können. So wie es auch unsere Aufgabe ist. Aber seit Mrs Fontana tot ist, ist irgendwie alles anders. Ich war so oft in ihrem Buchladen und habe sie um Rat gefragt. Durch sie habe ich ja überhaupt erst herausgefunden, dass du ein Einhorn bist. Doch nun ist sie weit weg, in Arkadia. Dort, wo alle Einhörner herkommen. Sie ist bestimmt glücklich, denn jetzt ist sie wieder mit ihrem Einhorn zusammen. Ich weiß, dass sie von Arkadia aus über uns wacht, aber sie fehlt mir sehr.“

Laura seufzte, und Sternenschweif rieb tröstend seine Nüstern an ihrer Schulter.

„Irgendwie kann ich es immer noch nicht glauben, dass ich nach Mrs Fontanas Tod nun die Hüterin des Geheimnisses bin. Jetzt sind wir es, die anderen Einhörnern und ihren Freunden durch unseren Rat helfen sollen.“

Doch bislang war es lediglich bei Lauras guten Vorsätzen für das neue Jahr geblieben. Gleich nach den Ferien hatte sie ihre Aufgaben als Mrs Fontanas Nachfolgerin angehen wollen. Aber dann war sie mit einem größeren Schulprojekt beschäftigt gewesen. Und kurz darauf hatte ihre Freundin Grace ihr von der Ponyparty zum Valentinstag berichtet. Laura hatte versprochen, gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen, Jessica und Mel, bei den Vorbereitungen zu helfen. Irgendwie schien nie genug Zeit zu sein, um sich um ihre Aufgaben als Hüterin zu kümmern.

„Was hältst du davon, eine Runde zu fliegen?“ Laura blinzelte Sternenschweif zu. Er warf den Kopf in die Luft und wieherte. Was für eine Frage!

Laura verstaute Striegel und Bürste in ihrer Putzkiste und führte Sternenschweif nach draußen in den Schutz einiger Bäume. Hier konnte sie ihn in ein Einhorn verwandeln, ohne befürchten zu müssen, dass jemand sie dabei beobachtete. Ein Einhorn durfte nämlich auf keinen Fall von anderen in seiner Einhorngestalt gesehen werden. Nur so konnte es sein Geheimnis bewahren. Rasch sprach Laura den Verwandlungszauber:

Silberstern, Silberstern,

hoch am Himmel, bist so fern.

Funkelst hell und voller Macht,

brichst den Bann noch heute Nacht.

Lass dies Pony grau und klein

endlich doch ein Einhorn sein.

Ein violetter Blitz flammte auf, und schon stand Sternenschweif als Einhorn vor ihr. Sein silbernes Horn schimmerte, Mähne und Schweif glänzten seidig. Laura schlang ihre Arme um seinen Hals.

„Auch wenn ich dich schon so oft verwandelt habe, ist es doch immer wieder ein kleines Wunder!“, seufzte sie.

„Ja, da hast du recht“, stimmte ihr Sternenschweif zu. Solange er ein Einhorn war, konnte sich Laura ganz normal mit ihm unterhalten.

Sie schwang sich auf seinen Rücken. „Los, lass uns keine Zeit verlieren. Jede Minute ist kostbar.“

Das ließ sich Sternenschweif nicht zweimal sagen. Mit ein paar kräftigen Sprüngen hob er ab. Höher und höher stiegen sie in die Luft und flogen Richtung Wald. Sternenschweif setzte mit Leichtigkeit über die Wipfel der höchsten Tannen hinweg. Laura hielt sich an seiner Mähne fest. Das musste sie eigentlich nicht, denn solange er ein Einhorn war, saß sie wie angewachsen im Sattel.

Jetzt nahm Sternenschweif drei Wipfel hintereinander und drehte dann in einer eleganten Kurve ab. Laura lachte vor Freude.

„Nichts ist schöner, als mit dir zu fliegen“, jauchzte sie.

„Ganz deiner Meinung“, erwiderte Sternenschweif. „Komm, schauen wir uns die alte Eiche da vorne mal genauer an. Die sieht ganz schön hoch aus.“

Und schon galoppierte er los. Unter ihnen glitzerten die schneebedeckten Wipfel der Tannen. Laura strahlte. Sie hätte ewig so weiterfliegen können.

2

Nachdem Sternenschweif noch eine Weile über die Baumspitzen gesprungen war, blickte Laura auf die Uhr.

„Es ist schon spät, und wir können uns schließlich nicht nur amüsieren“, sagte sie seufzend. „Ich muss auch an meine Aufgabe als Hüterin denken. Machen wir uns lieber auf den Heimweg. Ich möchte noch einen Blick in Mrs Fontanas Kiste werfen.“

„In Ordnung“, antwortete Sternenschweif und drehte ab. Kurze Zeit später hatten sie die Farm erreicht. Sanft landete Sternenschweif im Schutz der Bäume neben dem Stall. Laura führte ihn in seine Box. Dann holte sie Mrs Fontanas Kiste, die sie in der Truhe mit den Putzutensilien aufbewahrte. Sie setzte sich neben Sternenschweif ins Stroh und drehte den kleinen goldenen Schlüssel, um die Kiste zu öffnen.

„Lass uns die Liste mit den Namen von Einhörnern und ihren Freunden noch einmal anschauen. Damit haben wir schließlich Rosie gefunden und konnten ihr und Wolkenstern helfen.“

Laura entfaltete die Schriftrolle und ließ ihre Augen über die lange Reihe von Namen wandern. Einige waren in blauer Tinte geschrieben, andere in violetter. Die Namen am Ende der Liste waren so blass, dass man sie kaum lesen konnte. Sternenschweif war darauf gekommen, dass Blau diejenigen Einhörner bezeichnete, die bereits nach Arkadia zurückgekehrt waren. Das durften sie, sobald sie genug gute Taten vollbracht hatte.

Violett bedeutete, dass das Einhorn immer noch auf der Erde unter den Menschen lebte. Die Namen, die in ganz blasser Schrift zu lesen waren, bezeichneten Kinder, die Einhornfreunde werden könnten, oder Einhörner, die ihren Einhornfreund noch nicht gefunden hatten.

„Ach, Sternenschweif. Ich weiß einfach gar nicht, was ich mit all diesen Namen anfangen soll. Vielleicht müssen wir wieder den Stein benutzen?“ Laura legte die Schriftrolle zur Seite und nahm den Stein aus der Kiste. Nachdenklich betrachtete sie ihn. Er hatte ihnen Rosie und Wolkenstern gezeigt. So hatten sie den beiden helfen können herauszufinden, dass man mithilfe eines Rosenquarzsteins Menschen wie in einem Spiegel betrachten konnte. Und damit konnte Rosie ihrer besten Freundin Ellie beweisen, dass es ihrer Mutter gut ging und sie sich keine Sorgen zu machen brauchte.

„Wenn nur Mrs Fontana noch hier wäre! Ich habe sie immer alles fragen können, und sie hat immer einen guten Rat für uns gehabt. Es fällt mir so schwer, eine Hüterin zu sein. Alles müssen wir alleine herausfinden. Dabei bin ich doch selbst noch so unsicher.“