Sternenfohlen, 5, Bezaubernde Gefährten - Linda Chapman - E-Book

Sternenfohlen, 5, Bezaubernde Gefährten E-Book

Linda Chapman

4,8
4,99 €

Beschreibung

Wolke und ihre Freunde sind vor Freude ganz aus dem Häuschen, als sie erfahren, dass in der Einhornschule das beste Haustier gewählt werden soll. Nur Sturmwind kann sich nicht so recht freuen. Alle haben so außergewöhnliche Haustiere, da wird er mit seinem einfachen Feuersalamander bestimmt ausgelacht. Am liebsten würde er gar nicht an dem Wettbewerb teilnehmen. Doch dann wird Salamander Archie unverhofft zur Retter in größter Not...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 60

Bewertungen
4,8 (18 Bewertungen)
14
4
0
0
0



Linda Chapman

Sternenfohlen

Bezaubernde Gefährten

Aus dem Englischen von Ursula Rasch

KOSMOS

Für James Wallace

Umschlag- und Innenillustrationen: Carolin Ina Schröter, Berlin

Umschlaggestaltung: Carmen Oberzaucher, Wien

Titel der englischen Originalausgabe:

Linda Chapman: Unicorn School – The Pet Show

© 2008, Working Partners Ltd.

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-13977-6

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

1

„Du fängst mich nicht!“, wieherte Wolke. Sturmwind galoppierte auf sie zu, doch Wolke schoss zur Seite, so dass ihr silbernes Horn im Sonnenlicht funkelte.

Bis Sturmwind sich umgedreht hatte, war Wolke bereits auf der anderen Seite der Wiese. Sie liebte Fangen spielen! Und sie war sehr gut darin, weil sie für ihr Alter klein und deshalb besonders wendig war.

Sturmwind gab es auf, Wolke zu verfolgen, und jagte stattdessen Mondstrahl hinterher. Wolke war überglücklich, als sie zusah, wie die beiden übers Gras tobten. Sie war schrecklich gerne in der Einhornschule und genoss das Zusammensein mit ihren Freunden. Alle Einhörner in Arkadia kamen mit sieben Jahren in die Einhornschule. Dort aßen sie zusammen, schliefen in ihren Wolkenställen und gingen gemeinsam zum Unterricht. Es war einfach herrlich!

Plötzlich hörte sie hinter sich jemanden wiehern. Sie drehte sich um. Ihre Freundin Saphira kam mit gespitzten Ohren auf sie zugaloppiert.

„Ich habe aufregende Neuigkeiten!“, rief sie ihr zu.

„Was denn?“, fragte Wolke gespannt.

Sturmwind und Mondstrahl hörten auf zu spielen und kamen ebenfalls herbeigetrabt.

„Oriel hat mir gerade erzählt, dass das Trihorn heute beim Abendessen etwas bekannt geben wird“, japste Saphira außer Atem. „Niemand weiß, worum es geht. Aber es ist bestimmt etwas Schönes.“

Sturmwind wandte sich an Mondstrahl. „Hast du etwas gehört?“

Mondstrahl war ein Prinz, denn sein Vater war der König von Arkadia, und das Trihorn, der Direktor der Schule, war sein Onkel.

Mondstrahl schüttelte den Kopf. „Vielleicht kündigt das Trihorn ja ein Sportfest an“, sagte er erwartungsvoll. Mondstrahl liebte Sport!

„Oder vielleicht gibt es ein Wettzaubern“, meinte Sturmwind.

„Oder wieder ein Schultheater“, hoffte Wolke.

„Oder ein Kostümfest“, rief Saphira aufgeregt.

In diesem Moment ertönte das Hornsignal – die Mittagspause war zu Ende. Wolke, Saphira, Sturmwind und Mondstrahl liefen von der Wiese hinüber zum Wetterhügel, einem niedrigen Berg mit unzähligen violetten Blumen in der Nähe der Flugheide. Dort fand ihr Zauberunterricht statt.

Eldera, ihre große, dünne Lehrerin, erwartete sie bereits. „Heute werde ich euch zeigen, wie man Nebel wegzaubert“, sagte sie, als sich die Erstklässler um sie herum versammelt hatten.

Wolke hörte ihren Erklärungen aufmerksam zu.

„Es ist sehr schwierig, Nebel komplett wegzuzaubern“, betonte Eldera. „Das werdet ihr lernen, wenn ihr älter seid. Heute werdet ihr erfahren, wie man sich einen Pfad durch den Nebel bahnt. Dafür braucht ihr eine Mondblume.“ Sie pflückte ein violettes Blümchen. „Ihr müsst die Mondblume in den Nebel werfen …“ Sie unterbrach sich. „Saphira! Sturmwind! Seid bitte ruhig!“

Wolke sah ihre Freunde erschrocken zusammenzucken.

„Entschuldigung“, murmelten sie.

Eldera fuhr fort: „Ihr werft die Mondblume in die Luft und zieht blitzschnell mit eurem Horn einen großen Kreis um sie herum. Während ihr das tut, müsst ihr euch vorstellen, dass aus dem Kreis ein Loch im Nebel wird. Sobald die Mondblume den Boden berührt, sollte der Nebel in dem Kreis verschwunden sein, und ihr könnt wieder sehen. Jeder von euch pflückt sich jetzt bitte eine Mondblume und versucht das nachzumachen.“

Alle Erstklässler bückten sich nach den violetten Blumen. Sobald alle eine Blüte hatten, hob Eldera ihr Horn in einer magischen Bewegung, und Nebel senkte sich über den Hügel. Er war dicht, grau und kalt. Wolke machte einen Schritt zur Seite und stieß mit jemandem zusammen.

„Aua!“, rief Saphira.

„Tut mir leid!“, sagte Wolke erschrocken.

Elderas Stimme drang durch den Nebel zu ihnen durch. „Jetzt benutzt alle eure Zauberkräfte, um einen Pfad zu schaffen!“

Wolke warf ihre Mondblume in die Luft und zog geschwind mit ihrem Horn einen Kreis darum. Erfreut sah sie zu, wie der Kreis klar wurde. Ein Tunnel erschien im Nebel. Sie ging durch ihn hindurch und kam am Fuß des Hügels wieder heraus. „Gut gemacht!“, lobte Eldera. „Du bist die Erste, die es geschafft hat.“

Wolke glühte vor Freude. Sie liebte es, neue Zaubereien auszuprobieren. Während sie darauf wartete, dass auch die anderen ihren Weg aus dem Nebel fanden, überlegte sie, was das Trihorn beim Abendessen wohl ankündigen würde …

2

Die Mahlzeiten in der Einhornschule wurden immer auf der Mondscheinwiese serviert. Die Einhornschüler aßen an langen Tafeln. In den Tischen waren Löcher, in die die Eimer mit ihrem Futter gestellt wurden. An diesem Abend gab es Hafer, Kleie und Gerste mit Apfelstückchen, eines von Wolkes Lieblingsessen. Doch weil sie die Ankündigung des Trihorns kaum mehr erwarten konnte, schlang sie es dieses Mal so schnell hinunter, dass sie danach Bauchweh hatte.

Nach dem Essen trat ein edles Einhorn mit einem Horn, das in den Farben Bronze, Silber und Gold gestreift war, auf die Wiese. Es war das Trihorn. Sofort verstummten alle.

„Einen guten Abend euch allen“, sagte er. „Wie ihr vielleicht schon gehört habt, gibt es Neuigkeiten für euch. Die Lehrer haben mir berichtet, dass ihr sehr fleißig wart, und dafür möchte ich euch belohnen. Ich habe beschlossen, dass wir am nächsten Wochenende einen Haustier-Wettbewerb veranstalten werden!“

„Ein Haustier-Wettbewerb!“, wiederholte Mondstrahl gleichzeitig mit vielen anderen Einhörnern.

„Das ist toll!“, japste Wolke. Jedes Einhorn im ganzen Land hatte ein eigenes Haustier. Und das hier klang nach der perfekten Gelegenheit, es vorzuführen.

Oriel, ein Drittklässler, meldete sich.

„Oriel, was gibt es?“, fragte das Trihorn.

„Wie können wir einen Haustier-Wettbewerb veranstalten, wenn unsere Tiere alle zu Hause sind?“, wollte er wissen.

„Gute Frage.“ Das Trihorn nickte ihm zu. „Ich habe an eure Eltern geschrieben. Sie werden allen, die mitmachen wollen, am Samstag ihr Haustier in die Schule bringen. Es gibt dann auch noch ein Gartenfest, und anschließend nehmen die Eltern eure Lieblinge wieder mit nach Hause.“

Aufgeregtes Stimmengewirr war zu hören.

„Wie schön, dass ihr euch anscheinend alle über diese Nachricht freut“, meinte das Trihorn mit einem Lächeln. „Und hier sind die Regeln: Jeder darf sein Tier nur in einer Kategorie anmelden. Die Gewinner jeder Kategorie treten am Ende gegeneinander an. Sieger ist das allerbeste Haustier. Jeder kann selbst entscheiden, in welcher Kategorie er mitmachen möchte. Morgen früh werden am Sprechenden Baum die Listen ausgehängt. Anmeldeformulare gibt es in der Elfenpost. Füllt sie bitte bis Mittwochmittag aus.“ Seine Augen blitzten. „Ich wünsche euch allen viel Spaß dabei.“ Und damit verließ das Trihorn die Wiese.

„Stellt euch vor, wir können endlich gegenseitig unsere Haustiere kennenlernen!“, rief Mondstrahl, als alle gleichzeitig anfingen zu reden.

„Saphira, hast du nicht einen riesigen Schmetterling?“, fragte Sturmwind.

Saphira nickte. „Er heißt Flatter. Seine Flügel sind so groß wie meine Hufe und leuchten in den verschiedensten lila und rosa Schattierungen. Hoffentlich gibt es eine Kategorie für das schönste Haustier!“

Ich würde mich gerne bei den Tieren anmelden, die am besten singen können oder am schnellsten sind, überlegte Wolke. Ihr Haustier war ein winziger Kolibri namens Whizzy.

„Was für ein Tier hast du, Mondstrahl?“, rief Oriel aus der Ferne.