Sulaya - Dylan McCuller - E-Book

Sulaya E-Book

Dylan McCuller

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Beschreibung

Für Rafael Sonter beginnt das Leben eigentlich erst im Alter von 29, an einem warmen Sommertag, als seine Mutter, von der er sich stets hat gängeln und bevormunden lassen, plötzlich während einer Taxifahrt verstirbt. Fortan tut Sonter das, was er schon immer tun wollte: Masturbieren in der Öffentlichkeit. Und nie mehr zur Arbeit gehen. Um sich dauerhaft krankschreiben zu lassen, beginnt er den Nervenarzt Dr.Bossel aufzusuchen. Der ist für seine unkonventionellen Behandlungsmethoden bekannt, und nimmt Sonter und die taubstumme Bauchtänzerin Sulaya mit auf eine 'therapeutische Reise', die das schräge Trio auf die Kanareninsel La Palma verschlägt...

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Seitenzahl: 94

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Dylan McCuller

Die abscheulichen Bekenntnisse des Rafael Sonter

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Zitat

Befreiung

Ronja

Das Taufbecken

Das neue Leben

Dr. Bossel

Cumshots

Sulaya

Über den Wolken

Los Llanos

Stockschwul

Losgelöst

Nächtlicher Besuch

Allein mit ihr…

Revanche

Die Angst eines Verliebten

Impressum neobooks

Zitat

Onanie ist Sex mit einem, den man wirklich liebt.

Woody Allen

Befreiung

Der Tag, an dem Rafael Sonter das erste Mal in der Öffentlichkeit onanierte und dabei den Rausch der Erregung und des Glücks kennenlernte, den er niemals mehr missen wollte, jener Tag hatte auch in anderer Hinsicht für ihn auf wunderbare Art und Weise begonnen.

Am Morgen dieses Tages war seine Mutter Hannelore-Frederike Sonter, 67-jährig, über den Jordan gegangen. So lange er denken konnte, reichte der bloße Gedanke an sie, um ihm die Luft zum Atmen zu nehmen. Eine Metallstrebe um seinen Brustkorb, ein maßregelnder Daueralbtraum, ein bösartiges Geschwür - das alles und noch viel mehr war Hannelore-Frederike Sonter gewesen.

Bis zum Schluss hatte er mit ihr zusammen in dem alten Haus am Stadtrand gelebt, wo sie seine Hemden bügelte und ihm den Morgenkaffee aufkochte, in seiner Bettwäsche schnüffelte und ihm alle drei Monate die Haare kürzte.

Die Nachricht von ihrem Ableben erreichte ihn auf der Arbeit im Bürgerbüro, als er gerade die Ummeldung eines halbtauben, senilen Ehepaares vornehmen musste.

Seine Mutter war am frühen Vormittag mit dem Taxi zu einem routinemäßigen Arztbesuch aufgebrochen. Beim Arzt war sie allerdings nie angekommen, denn noch im Taxi erlitt sie einen Herzanfall. Obwohl der Fahrer sofort ins nächste Krankenhaus gerast war, gelang es ihnen dort nicht, wie die auf Mitgefühl machende Stimme am Telefon erklärte, »sie wieder zurückzuholen«. Gut so, gut so, hatte er gedacht, lasst sie um Gottes willen, wo sie ist, und er spürte wie ihm die Gesichtszüge entglitten, er lauthals auflachen und jubeln wollte, und erschreckt hielt er sich die Hand vor den Mund.

Er entschuldigte sich laut bei seiner schwerhörigen Kundschaft, stand, nein, sprang auf und eilte in das Büro seines Vorgesetzten, dem er in kurzen abgehackten Sätzen, die Hand immer wieder vor den Mund haltend, den schweren Schicksalsschlag nahebrachte.

„Mein Gott, Herr Sonter, das ist ja schrecklich, gehen Sie nur nach Hause, gehen Sie nach Hause, es tut mir ja so leid…“

Es war das letzte Mal, dass Rafael Sonter an seinem Arbeitsplatz gesehen wurde.

Ronja

Nachdem er das verhasste Rathausgebäude verlassen hatte (die »sichere Laufbahn« des Verwaltungsfachangestellten - allein dieses Wort war eine Krankheit - hatte ihm seine Mutter eingebrockt), war er jedoch nicht nach Hause gefahren, sondern hinunter in die Innenstadt gegangen. Wie ferngesteuert hatte er sich in die Herrenabteilung von Barstadt begeben, wo das Mädchen mit dem phänomenalen Hintern und den gazellenartigen Beinen arbeitete.

Sie mochte etwa achtzehn sein, vielleicht auch erst sechzehn, und Sonter, der gut zehn Jahre älter war, beobachtete sie schon seit langem. So hatte er vor ein paar Wochen, als sie mit einer Kollegin sprach, aufgeschnappt, dass sie Ronja hieß. Der Name beflügelte seine sexuellen Phantasien. Diese Phantasien hatte er bisher nur nachts, wenn seine Mutter schlief, ausgelebt. Dann schlich er ins Badezimmer, verschloss die Tür und stellte sich an den Rand der Badewanne. Und das Kopfkino begann: Ronja sitzend am Rand der Wanne, seinen Schwanz in der Hand, dann im Mund. Es dauerte nicht lange, und er spritzte ab. Oh, Ronja!

Aber mit dieser Heimlichtuerei war jetzt Schluss. Beschwingt trat Sonter von der Rolltreppe auf die zweite Ebene des Kaufhauses. Und da sah er sie auch schon. Und, oh mein Gott, sie bückte sich gerade…

Er wollte dicht an ihr vorbei gehen, soviel wie möglich mit allen Sinnen in sich hineinsaugen und auf seine innere Filmrolle wickeln, um es dann jederzeit abspielen zu können. Als er sie fast erreicht hatte, hob sie ihren Oberkörper, und während sie sich zu ihm drehte, warf sie ihr langes schwarzes Haar nach hinten. Der betäubende Duft eines orientalischen Parfums schlug Sonter entgegen, er sog ihn tief in seine Lungen; Lungen, die seit der Nachricht vom Tod seiner Mutter das doppelte Volumen zu haben schienen. Er konnte nichts dagegen tun, aber ein blödes Grinsen breitete sich auf seinem einfältigen Gesicht aus. In seinen Lenden kribbelte es angenehm. Sie strahlte ihn an wie tausend Sonnen und fragte:

„Hallo, kann ich Ihnen vielleicht helfen?“

Und wie du das könntest, meine Süße, dachte er stöhnend, falls man im Gedanken stöhnen kann, und sagte: „Äh, nein danke, ich schau mich nur ein wenig um.“ Was nicht gelogen war.

Ihre Augen sind dunkelbraun, dachte Sonter, fast schwarz, und während er sich langsam an ihr vorbeischob, glitt sein hungriger Blick über die helle Haut ihrer Arme und den dünnen Stoff ihrer kurzärmligen Bluse. Trug sie überhaupt einen BH?

Er suchte zwei Jeanshosen und eine Sommerjacke aus und ging in die Umkleidekabine.

Es war nicht das erste Mal, dass er dort seine Hosen herunterzog und auf die Stimme von Ronja lauschte, die irgendwo auf der anderen Seite des Vorhangs war, vielleicht nur wenige Meter von ihm entfernt. Dann stand er vor dem Spiegel und sah zu, wie sein Penis anschwoll und sich in die Höhe reckte. Aber niemals vorher wäre er so weit gegangen sich einen runterzuholen – weil seine Mutter es gerochen hätte, weil sie ihn mit ihren tadelnden, geringschätzigen Blicken tagelang stumm verhört hätte.

Davon bekommt man Pickel! Und die gehen nie wieder weg! Das hatte sie ihm als elfjährigen eingebläut und dabei die Klorolle vor sein Gesicht gehalten, in der er seinen Knabenschwanz blutig gerieben hatte, bis dieses gute Gefühl heraufzog, das sich in einem Zucken entlud, wie Blitze an einem gewittrigen Himmel.

Doch jetzt war seine Mutter TOT. Und sein Leben konnte beginnen.

Er musste den Eingriff der Unterhose nur leicht zur Seite schieben. Wie ein Schnappmesser sprang sein Geschlecht heraus. Die glänzende Eichel, dieser hässlich-schöne Kopf, schien gleich platzen zu wollen. Und dann hörte er ihre Stimme. Ganz nah.

Sonter fing an zu wichsen. Und Ronja redete. Zwar nicht mit ihm, aber das war egal. Die Kundin in der Kabine neben ihm hatte eine Menge Fragen und war sehr unsicher. Oh Gott, was für ein Tag, dachte er und sog die Luft tief durch die Nase ein, um den Duft von Ronjas Parfum, oder vielleicht sogar den Geruch ihrer Haut, ach was, den Geruch ihrer MÖSE einzufangen. Sein Schwanz war so hart wie schon lange nicht mehr. Und kein anderer als er selbst wusste, wie man ihn am besten bearbeiten musste. Sonter spuckte in die Handfläche und ließ ihn langsam darüber gleiten, dann schloss er die Hand und stieß mit der Hüfte vor und zurück; es war zum wahnsinnig werden, ihre lieblich-vibrierende Stimme war ganz nah:

„Ja, sehr gut. Das passt perfekt. Gerade um die Hüften herum sitzt es wunderbar, und die Farbe betont Ihre gute Figur.“ Oh Ronja, ich will dich bumsen.

„Oh, danke, finden Sie wirklich?“, fragte die Kundin.

„Warten Sie, das stecken wir noch da rein…“ Jaaa, ich steck ihn dir ganz tief rein, Baby. Sonter spürte, dass es nicht mehr lange dauern würde. Das hier war viel besser, als sich nachts über der Badewanne einen runterzuholen.

Es hatte das Gesicht eines Frettchens und war auch kaum größer, und Sonter hatte keine Ahnung, wie lange er oder sie dort am Vorhang schon gestanden hatte und ihn mit großen Augen anglotzte. Konnten die Eltern denn nicht auf ihre verdammten Kinder aufpassen?

„Geh weg!“ Mit der einen Hand verscheuchte er den neugierigen Balg und mit der anderen zwängte er seinen steifen Schwanz hastig zurück in die Unterhose.

„Mama, Mama!“

„Was ist denn, mein Kind?“ Die Kundin.

„Da ist ein Mann.“

„Hast du schon wieder Spion gespielt? Andere Leute mögen das nicht, wenn du sie beobachtest, verstehst du?“

„Der Mann hat…hat…hat etwas in der Hand, Mama.“ Sonter lauschte schwitzend hinter dem Vorhang, während er sich schnell anzog. Das hier konnte sehr, sehr peinlich werden. Doch glücklicherweise ging die Mutter nicht weiter auf das Gestottere ihres Kindes ein, und der Balg verfügte noch nicht über ausreichende sprachliche Ausdrucksmittel, ganz zu schweigen vom Verständnis, um das eben Gesehene in Worte zu fassen.

„So“, sagte die Mutter streng, „du gehst jetzt weg von den anderen Umkleidekabinen, hast du verstanden?“

„Ja, Mama.“

Und dann fragte Ronja: „Wenn Sie wollen, bringe ich Ihnen das gleiche Kostüm noch einmal eine Nummer größer. Nur zum Vergleich.“ Sonter überlegte, ob er seine Hosen wieder herunterziehen sollte. Sein Penis, aus dem eben vor Schreck alles Blut gewichen war, begann sich von neuem aufzurappeln.

„Nein, nein. Sie haben vollkommen Recht, es sitzt wirklich perfekt. Ich nehme es.“

„Gerne.“ Er konnte hören, wie Ronja lächelte. „Dann bringe ich es zur Kasse.“

„Ja, danke, vielen Dank. Sie haben mir sehr geholfen!“

Sonters Schwanz drückte gegen den Hosenlatz. Er wollte ihn rausholen und es zu Ende bringen, den Druck ablassen, aber er befürchtete, dass sein langes Verweilen in der Umkleidekabine langsam auffallen könnte. Deshalb wartete er, bis die Mutter mit dem neugierigen Kind verschwunden war und verließ die Kabine.

Und kurz darauf auch Barstadt.

Das Taufbecken

Ruhelos ging Sonter durch die Fußgängerzone. Es war Ende Juni und der weibliche Teil der Bevölkerung schien in einen Wettstreit darüber ausgebrochen zu sein, wer am wenigsten Stoff auf der Haut trug. Hintern, Brüste, Beine und Hüften schwenkten und wirbelten vor seinen Augen, so dass ihm fast schwindelig wurde. Die anderen Männer schien das kalt zu lassen, aber Sonter hatte den Verdacht, dass sie nur so taten.

Seine Erfahrungen mit Frauen beschränkten sich auf einige wenige Besuche bei einer tamilischen Prostituierten. Er musste ein Gummi über seinen Schwanz stülpen, wonach der Fick die reinste Schwerstarbeit wurde. Anfassen und küssen durfte er sie nur, wenn er extra zahlte. Was er einmal tat; besser wurde es dadurch aber auch nicht. Also ließ er es ganz. Und fing stattdessen an, Bilder in seinem Kopf zu sammeln. Bilder von jungen Frauen, denen er zufällig auf der Straße, beim Einkaufen oder bei der Arbeit begegnete. Und die dann später, in seinen Vorstellungen, die wunderbarsten Dinge mit seinem Kolben anstellten, weil sie nämlich verrückt nach ihm waren, und es gar nicht abwarten konnten, dass er sie endlich ausfüllte und alles in sie hineinpumpte.

In den Gedanken von Rafael Sonter gab es weder Grenzen noch Tabus. Und die Lust, die ihm diese Gedanken verschafften, war kostenlos, stressfrei und jederzeit verfügbar.

Das Bild, das er sich seit zwei Minuten einzuprägen versuchte, waren der dralle Hintern einer Blondinen, ihr erotischer Hüftschwung, das Auf- und Abwippen des jungen festen Fleisches, die Innenseiten ihrer nackten weißen Oberschenkel, die beim Gehen leicht gegeneinander rieben, und auf die er so gerne seine Hände legen würde, um sie auseinanderzuspreizen.

Er ging keine zwei Meter hinter ihr, und als sie plötzlich stoppte, wäre er fast auf das Objekt seiner Begierde aufgelaufen. Er streifte sie am Arm, murmelte eine Entschuldigung und ging ein Stück weiter, bis zum nächsten Schaufenster, wo er zurück in ihre Richtung schielte. Was Sonter sah, turnte ihn auf der Stelle ab: Seine Blondine wurde von einer hässlichen Lesbe in den Arm genommen und auf den Mund geküsst. So eine Scheiße!

Trotzdem, dachte Sonter, als er weiterging, das Bild dieses Hinterteils sollte man sich einprägen. Denn gerade die lesbische Veranlagung dieses Geschöpfes könnte in späteren Wichsspielen wunderbare Möglichkeiten der Lust bergen. Es war alles eine Frage davon, wie gut man seine Fantasie als Werkzeug benutzen konnte.