Tellerrandblicke - Die Digital-, Tech- und Internet-Trends 2022/2023 - Thomas Stiren - E-Book

Tellerrandblicke - Die Digital-, Tech- und Internet-Trends 2022/2023 E-Book

Thomas Stiren

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Beschreibung

Die 2020er-Jahre bescheren der Menschheit eine nie da gewesene Digitalisierungswelle. Corona verändert die Kommunikation und das Miteinander. Geschäftstermine und Schulunterricht werden virtuell abgehalten. Onlineshopping, Onlinedienstleistungen, Audio- und Videoportale erleben einen wahren Boom. Techwerte und Kryptowährungen legen eine schwindelerregende Kursrallye hin. Die Nachrichten im Bereich Quantencomputing, künstlicher Intelligenz und "Erweiterter Realität" überschlagen sich. Im "Metaversum" sieht Mark Zuckerberg die nächste Generation des Internet. Das vorliegende Buch gibt mit einfachen Erläuterungen "Tellerrandblicke" in die Digitalisierungstrends von heute und morgen aus den Bereichen Social Media, Influencer, Onlinemarketing, Internet der Dinge, Chatbots, Blockchain, künstliche Intelligenz, Erweiterte Realität, digitaler Kunst u. v. m. Es richtet sich an Entscheider und Führungskräfte in Unternehmen, an "Tellerrandblicker", die Politik und diejenigen, die mehr über die Digitalisierungstrends wissen wollen.

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Seitenzahl: 93

Veröffentlichungsjahr: 2022

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„Das Web ist mehr eine soziale Erfindung als eine technische.“

Tim Berners-Lee

Begründer des World Wide Web

Inhalt

Moonshot-, 10X- oder Big-Thinking – Sprunginnovationen gesucht

Die Post-Corona-Zeit –Was aus Homeoffice und der Infodemie geworden ist

Die Neuen zeigen, wo es lang geht – Telegram, Twitch und TikTok

Green Internet – Das Internet grüner machen

Crowdsourcing Games – Das Ende von Krankheiten

Snackvideos – In der Kürze liegt die Würze

Virtuelle werden zu echten Kriegen – Cyberangriffe gefährden den Weltfrieden

Der Podcast-Boom – Das neue Radio

Marketing-Automation – Von der Lead-Akquise zur Bestandskundenaktivierung

Web3 und Blockchain – Sichere und verlässliche Geschäfte abschliessen

Chatbots – Beraten & verkaufen im Kundenchat

Livebroadcasting – Videoübertragung in Echtzeit

Social Commerce – Influencer übernehmen das Marketing

Erweiterte Realität – Verkaufsinstrument der Zukunft

Internet of Things – Alle „Dinge“ hängen im Internet

Prädiktive Technologien – Das Vorhersagen der Zukunft

Solid – Dezentralisierung persönlicher Daten

DNA- und Quantencomputer – Die Rechner der Zukunft

Digitale Telepathie – Mit Gedanken Geräte steuern

Die neue Arbeiterklasse – Ghost Worker trainieren die Künstliche Intelligenz

Cloud Gaming – Live und hardwareunabhängig

Das Ende des Textens – Texte aus der künstlichen Intelligenz

Digitale Kunst „NFT“ – Das nächste Kapitel der Kunstgeschichte

Aus der Dose – Die künstlichen Influencern kommen

Direct-to-Consumer: Es führt kein Weg mehr daran vorbei

JOMO – Die digitale Entgiftung

Die ultimativen Internet-Buzzwords

Anhang

Über den Autor

Vorträge

Internet-Lexikon (Beta)

Vorwort

Die 2020er-Jahre bescheren der Menschheit eine nie da gewesene Digitalisierungswelle. Corona verändert die Kommunikation und das Miteinander. Geschäftstermine und Schulunterricht werden virtuell abgehalten. Onlineshopping, Onlinedienstleistungen, Audio- und Videoportale erleben einen wahren Boom. Techwerte und Kryptowährungen legen eine schwindelerregende Kursrallye hin. Wer jetzt nicht sein Geschäftsmodell ins Internet verlagert, ist bald „out of business“.

Der Staat überschlägt sich mit Förderprogrammen, die Unternehmen zu digitalisieren. Gleichzeitig geht er gegen die Verrohung des „virtuellen Umgangstons“ vor und beschließt weitreichende Gesetze zur Eindämmung von Hassrede und Hetze im Internet. Aber auch die Plattformbetreiber wie Youtube, Twitter und Facebook machen mit und kündigen „Fakenews“ den Kampf an. Prominentestes Opfer: Die Posts des US-Präsidenten Donald Trump werden zunächst gekennzeichnet, und schließlich wird das gesamte Benutzerkonto gesperrt.

Aber nicht nur bei der Digitalisierung ihrer Wirtschaft drückt die Bundesrepublik aufs Tempo: Das „Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen“, kurz OZG, verpflichtet Bund und Länder, ihre Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten. Damit dies auch von der Datenübertragung her flink läuft, erhält der Verbraucher sogar das Recht auf „schnelles Internet“.

Die Schattenseiten der Corona-Digitalisierung werden schnell klar: Viele Menschen leiden durch das Homeoffice an „digitaler Erschöpfung“, Kinder sind in einem hohen Maße psychisch belastet. „Homeschooling“ trifft auf überforderte Lehrer und Eltern, Server sind überlastet, die Ausstattung stimmt auf beiden Seiten nicht. Der virtuelle Unterricht ist ineffizient und kontraproduktiv.

Parallel dazu rast die Entwicklung des Internet weiter. Die Nachrichten im Bereich Quantencomputing, künstlicher Intelligenz und „Erweiterter Realität“ (AR) überschlagen sich. Das Smartphone ist der Schmelztiegel für alle diese Anwendungen und unersetzbar, gleichwohl Apples Techbrillen bis 2030 das iPhone ablösen sollen. Mit Gedanken werden Geräte gesteuert. Quantencomputer berechnen Aufgaben in Minuten, für die ein herkömmlicher Superrechner Jahrhunderte benötigte. Internetnutzer trainieren ohne ihr Wissen die Künstliche Intelligenz. Die „Cyborgisierung“ des Menschen schreitet weiter voran.

Im „Metaversum“ sieht Mark Zuckerberg die „nächste Generation des Internet“. Facebook soll deswegen selbst zum „metaversen“ Unternehmen umgebaut werden. Den neuen Namen seiner Unternehmensgruppe „Meta“ ist dem neuen Begriff entlehnt. Wie in dem Onlinespiel „Second Life“ oder dem Science-Fiction-Film „Avatar“ wird sich der Mensch nach Zuckerbergs Ansicht in einer Mischwelt zwischen realen Leben und computeranimierter Welt bewegen.

Die Kriminalität, insbesondere durch Cybererpressungen, nimmt im Internet beängstigend zu. Im Stillen führen die Weltmächte bereits Cyberkriege. Die Gefahr, in einen echten Krieg der Großmächte überzugehen, stuft der amtierende US-Präsident Joe Biden als wahrscheinlich ein. Wegen der Bitcoin-Kursturbulenzen droht Anonymous sogar dem TESLA-Chef Elon Musk mit Konsequenzen.

Das vorliegende Buch gibt mit einfachen Erläuterungen „Tellerrandblicke“ in die Digitalisierungstrends von heute und morgen aus den Bereichen Social Media, Influencer, Onlinemarketing, Internet der Dinge, Chatbots, Blockchain, künstliche Intelligenz, Erweiterte Realität u. v. m. Es geht mir darum zu informieren, zu reflektieren und eigene Schlussfolgerungen und Perspektiven herauszuarbeiten und – falls notwendig – eine klare Stellung zu beziehen.

Meine Expertise speist sich aus über 25 Jahren intensiver Erfahrung mit den digitalen Medien und Kommunikationsprozessen im Internet. In meinem Blog netzversteher.de veröffentliche ich regelmäßig Essays zu fachlichen und medienwissenschaftlichen Fragestellungen rund um das Internet.

Mein Buch richtet sich an Sie – Entscheider und Führungskräfte in Unternehmen, an „Tellerrandblicker“, die Politik und einfach diejenigen, die mehr über die Digitalisierung wissen wollen. Seien Sie offen für Neues und Ungewohntes.

Ich hoffe, Ihren Horizont zu erweitern und neue Perspektiven zu bieten, und wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre, auf dass Sie am Ende schlauer sind und sich im Internetdschungel oder – frei nach Angela Merkel – im „Neuland“ besser zurechtfinden!

Ihr Thomas Stiren

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1. Moonshot-, 10X- oder Big-Thinking – Sprunginnovationen gesucht

Google zählt zu den großen Innovatoren unserer Zeit. Weniger bekannt ist, dass der Suchmaschinenmonopolist eine Vielzahl an Innovationstechniken hervorgebracht hat, die aus dem Internetbereich nicht mehr wegzudenken sind. Eine der bekanntesten ist der sogenannte „Design Sprint“. Die auf fünf Tage angesetzte Methode hat zum Ziel, möglichst schnell und nutzerorientiert neue Produkte, Funktionen oder Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Der Google-Mitarbeiter Jake Knapp erfindet die Technik. Sie wird in allen Google-Bereichen genutzt. Studien zeigen, dass diese agile Arbeitsmethode die Markteinführung erheblich beschleunigt und Produkte um ein Vielfaches erfolgreicher machen.

Alter Wein in neuen Schläuchen

In letzter Zeit tritt das „10X Thinking“ als neues Managementmantra in den Fokus, 10-mal größer zu denken. Wer es nutzt, ist hip. Dabei zählt es zur DNA des Silicon Valleys, groß zu denken: „Start small, think big“ ist wohl der bekannteste Ausspruch von Apple-Gründer Steve Jobs, der – wie Microsoft-Gründer Bill Gates – seine Firma aus der Garage gründet. Wer erfolgreich werden will, so die Einstellung, muss in großen Dimensionen und Mehrwerten für die Nutzer denken. Also: Alter Wein in neuen Schläuchen?! Der Gedanke geht noch weitere 10 Jahre zurück, nämlich auf die erste Mondlandung der Amerikaner im Jahr 1969. Der damalige US-Präsident John F. Kennedy formuliert 1962 den Traum, Menschen auf den Mond zu schießen: „Wir haben uns entschlossen, zum Mond zu fliegen – nicht, weil es leicht ist, sondern weil es schwer ist.“ Kennedys Vision von der ersten bemannten Mondlandung beflügelt bis heute Menschen auf der ganzen Welt. Daher wird oft vom Moonshot-Thinking gesprochen.

Die Innovationsfabrik „X“

Bei Google wird Innovation seit jeher großgeschrieben. In der eigenen Innovationsfabrik mit der Bezeichnung „X“ (und der einfachen Internetadresse www.x.company) sollen „radikal neue“ Technologien erfunden werden, um einige der schwierigsten Probleme der Welt zu lösen und sie zu einem besseren Ort zu machen. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin sehen ihren Erfolg als Verpflichtung an, einen Teil der Unternehmensressourcen in dieses Ziel zu investieren. Das Ziel: Die 10-fache Wirkung auf die hartnäckigsten Probleme der Welt und nicht nur eine Verbesserung um 10 Prozent. Die Projekte sollen zudem mit dem Fokus, der Geschwindigkeit und dem Ehrgeiz eines Start-ups vorangetrieben werden. Und es sollen daraus „Moonshots“ werden – bahnbrechend und mit hohem Nutzen für die Menschheit. Gerne nennt Larry Page „X“ auch eine Mondschussfabrik, „die 5-10 Jahre in die Zukunft blickt und darauf abzielt, neue Technologien zu erfinden und in die Welt zu bringen“. Viele Projekte sind öffentlich bekannt: das selbstfahrende Auto, tragbare Computerbrillen, smarte Kontaktlinsen, Lieferdrohnen und und und. 2019 gelingt ihnen sogar der Durchbruch im Bereich der Quantencomputer.

Das „Marsshot-Thinking“

Ein andere „Think-big“-Story ist die Geschichte des „Großdenkers“ Elon Musk. Vor allem mit seinen Firmen Tesla und SpaceX hat er bewiesen, groß zu denken. Die Raumfähren von SpaceX sollen in 20 Jahren Menschen direkt zum Mars fliegen. Man könnte also vom Marsshot-Thinking Elon Musks sprechen. Und es gehört dazu, dass seine Projekte oft als skurrile Techfantasien abgetan werden. Wie zum Beispiel seine Hyperloop-Hochgeschwindigkeits-Transportröhren. Spinnerei oder die richtige Denkweise, große Dinge zu schaffen?! Ob Moonshot-, 10X- oder Big-Thinking. Das Mindset, wie es neudeutsch heißt, führt zu Innovationen.

Die Sprunginnovation kommt

Nun haben wir Deutschen qua unserer Vergangenheit Probleme damit, zumindest auszusprechen „groß zu denken“. Daher verwendet die politische Elite hier neuerdings den Begriff der sogenannten Sprunginnovation. Eine Sprunginnovation ist eine radikale, bahnbrechende Innovation, die unser Leben nachhaltig zum Besseren verändert. Dafür wird 2019 die gleichnamige Bundesagentur gegründet und soll Innovatoren auf die Sprünge helfen. Das bedeutet, die Bundesagentur finanziert die Vorhaben nicht nur, sondern sucht aktiv nach Ideen und den Personen dahinter. Vielleicht gelingt es uns, das Wort Sprunginnovationen, so unsexy es ist, mit dem Spirit des 10X Thinkings von Google in Verbindung zu bringen und an den alten „Erfindergeist“ anzuknüpfen. Denn im letzten Jahrhundert waren wir mit Radio, Fernsehen, Tonband, MP3, Elektronenmikroskop, Automobil usw. mal das Land der Innovatoren. – Fertig zum Sprung?

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2. Die Post-Corona-Zeit – Was aus Homeoffice und der Infodemie geworden ist

Das hätte das Digitalisierungsministerium nicht schneller haben können. In wenigen Wochen hat der erste Corona-Shutdown eine Digitalisierungswelle losgetreten, wie man sie mit milliardenschweren Förderprogrammen wohl in Jahren nicht erreicht hätte. Auf einmal versenden Lehrer ihre Schulaufgaben an ihre Schüler. Firmen halten ihre Meetings aus dem Homeoffice per Videokonferenz ab. Der Arztbesuch per Videosprechstunde ist erlaubt – samt Krankschreibung für 14 Tage. Jeder, der kann, arbeitet mit Hochdruck daran, seine Dienstleistungen und Produkte online verfügbar zu machen. Live- und Kurzvideos ersetzen langweilige Text-Bild-Posts von Kleinbetrieben in den sozialen Netzwerken. Watchpartys sind das neue Ausgehen und digitales Socializing, „digitale“ Infoprodukte vom Onlinecoaching, -streaming und -learning der Renner.

„Heute schon „gezoomt“?

Was zuvor wegen Datenschutzbedenken negiert wurde oder sich verzögerte, ist in der Krise kein Thema mehr. Bedenkenträger sind abgetaucht. Microsofts gleichnamige Teamsoftware avanciert zu eine der beliebtesten Kollaborationsplattformen. Zoom wird zu einem der gefragtesten Portale für Videoconferencing. Auch die deutsche Fernwartungssoftware für das Teilen von Bildschirminhalten (Screen-Sharing), TeamViewer, geht durch die Decke und ist das ideale virtuelle Präsentations- und Akquiseinstrument.

Social Gaming

Zwei Lockdowns, die Einschränkung physischer Kontakte im Privaten und Job, Reise- und Ausgangsverbote usw. lassen die Menschen in die virtuellen 3-D-Welten der Onlinespiele fliehen. Jeder zweite Deutsche spielt mittlerweile Video- und Computerspiele. In Corona-Zeiten steigen die Spielhäufigkeit, die Spieldauer und die Höhe, Geld für Spiele aufzuwenden. Ob Action-, Abenteuer-, Strategie-, Simulations-, Gedächtnis- und – ganz neu – Retrospiele: Viele Onlinegames werden miteinander oder gegeneinander gespielt, welches den Begriff des Social Gamings hervorgebracht hat. Virtuelle Geselligkeit mit einem besonderen Kick. Das größte weltweite Soziale Netzwerk „Facebook“ (mit rund 2 Milliarden Mitgliedern) wird mit seinem neuen Gaming-Treffpunkt den Trend noch beschleunigen. Sie enthält eine Virtuelle-Welt-(VR)-Umgebung und einen Spielebaukasten.

Digitales Bezahlen versus Bargeld

Bargeld könnte mit Coronaviren kontaminiert sein, so die Angst vieler Verbraucher. Hygiene geht also vor. Auf einmal zahlen wir Deutschen lieber kontaktlos mit der Karte oder, immer häufiger, sogar mit dem Smartphone. Die Übergangsphase zur elektronischen Zahlung in der Offlinewelt dürfte erheblich beschleunigt worden sein. Agile Kartenakzeptanzanbieter wie Stripe und schnelle Kartenlesegeräte werden die Gewinner sein.

Beschleunigte Virenforschung