TRISTRAMS HANDY - Erhard Schümmelfeder - E-Book

TRISTRAMS HANDY E-Book

Erhard Schümmelfeder

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Beschreibung

Tristram, ein ehemaliger Landrat, erschießt sich an seinem Schreibtisch. Eines Nachts klingelt das Telefon des Toten. Marlen, die Frau des Verstorbenen, schleicht durch die dunkle Wohnung, um den Anruf entgegenzunehmen. Diese Begegnung mit Tristram wird Marlen niemals vergessen ... Das Ebook enthält die Erzählungen "Tristrams Handy" und "Beiseitetreter". * Beide Werke wurden entnommen aus "Brain" und gehören zu den Siegerbeiträgen im 8. Neobooks-Wettbewerb.

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Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Erhard Schümmelfeder

TRISTRAMS HANDY

Zwei Erzählungen mit überraschendem Ausgang

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

TRISTRAMS HANDY

BEISEITETRETER

Impressum neobooks

TRISTRAMS HANDY

In der Nacht klingelte plötzlich Tristrams Handy. Marlen erwachte, als sie das entfernte Digitalläuten von Big Ben vernahm. Ein Anruf zu dieser Stunde? Nein. Wahrscheinlich handelte es sich nur um eine dieser sinnlos gewordenen Massen-SMS. Das Handy lag auf dem Schreibtisch im Arbeitszimmer ihres toten Mannes; sie hatte es am vergangenen Abend dort liegen lassen.

Ihr schien, als vernehme sie in der Stille des Raumes Tristrams bronchitisches Atmen. Sie versuchte, an etwas Schönes zu denken. In drei Stunden würde der Wecker auf dem Nachttisch sie mit jubilierendem Vogelgesang wecken. Sonnenschein, ein blauklarer Septemberhimmel mit ziehenden Wolken und dem erhebenden Gefühl, frei zu sein - das war es, was sie liebte.

Betrüblich in ihrer Lebenssituation war der Geist des Toten, der in den vierzehn Zimmern dieser Villa lebendig war. In Gedanken wiederholte sie die Worte ihres Mannes: „Wenn ich tot bin, werde ich immer in deiner Nähe sein. Jeden deiner Schritte werde ich beobachten. Ich sehe alles. Ich höre alles. Ich weiß alles. Es wird keine Geheimnisse geben.“

Unsinn, dachte sie und schob die Bettdecke beiseite, schlüpfte in die Pantoffeln und ging leise zur Schlafzimmertür. Behutsam, ohne ein Geräusch zu verursachen, drückte sie die Messingklinke herunter. Warum behutsam? Ein Gefühl von Trotz erwachte in ihr. Tristram hatte sie oft scharf kritisiert, wenn sie nachts noch einmal aus dem Bett stieg und ihn aus seinem hellhörigen Schlaf weckte. Warum, so fragte sie sich jetzt, hielt sie sich noch immer an seine autoritären Anweisungen?