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Was hat mich veranlasst über die Vergangenheit und Gegenwart zu schreiben? Wo ich doch lieber Katzengeschichten oder humorvolle Geschichten zu Papier bringe. Es war eine Krebskrankheit, die mich in einem Alter von Mitte fünfzig nachdenklich stimmte. Wie war meine Kindheit, 1944 wurde ich im Alter von 8 Jahren Halbwaise, mein Vater war an der Front in Russland gefallen. Im Jahr 1947 dann die Flucht zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr, aus der sowjetisch-in die englisch besetzte Zone. Grenzüberschreitung in den Morgenstunden, den Wachwechsel der Russen und Engländer genutzt. Die Hungerjahre und den Wiederaufbau in Hamburg erlebt. Nun stehe ich am Anfang meines 9ten. Lebensjahrzehnts, blicke zurück und erzähle aus meinem facettenreichen Leben. Ihr Horst Pfeil
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!
Vorwort
Mein Schicksalsjahr
Mai 1945, die Befreier sind da
70 Jahre nach Kriegsende
Der Krieg in der Gegenwart
Der deutsche Michel
Das schaffen wir
Die Bewerbung
Ja, die Frauenquote
Na, das ist doch!
Das Leben in Andalusien
Die Integration
Das Konsulat in Malaga
Die Selbstbehauptung
Was sagte Napoleon Bonaparte
Und in der Gegenwart?
Die Pegida
Rückblick und Gegenwart
Wild-West auf der Autobahn
Wie CO
2
die Menschheit spaltet
Wann ist man eine Dame?
Die Presse über Horst Pfeil
Nachwort
März 2016, es ist ein trüber Tag. In diesem Jahr werde ich mein achtes Lebensjahrzehnt vollenden. Seit einigen Jahren wird uns Menschen in der europäischen Union innerliche Unruhe und Angst zugemutet. Von dem europäischen Schengen Abkommen und der Sicherheit der Außengrenzen, sind wir in der Gegenwart meilenweit entfernt. Das Abkommen zeigt uns doch, dass der europäische Gedanke sich nicht auf alle Länder umsetzen lässt. Wenn ein Herr Junker sich im März 2016 in der Öffentlichkeit hinstellt und sagt, die EU hätte ihre Aufgabe mit einer Gesetzesvorlage „Schengener Abkommen“, auch Rechtsakte genannt, die Voraussetzungen erfüllt. Und jetzt hätten die einzelnen europäischen Staaten die Schuld an der Flüchtlingsmisere. So gibt es für diesen Gernegroß aus Luxemburg nur den Rücktritt. Gestatten Sie mir bitte einen Vergleich: In einem Unternehmen wird von der Führungsetage die Richtung vorgegeben, die Ausführungsetage setzt die Vorgabe nicht um. Dann muss sich doch die Führungsetage fragen, in diesem Fall Herr Junker, woran scheitert die Umsetzung der Gesetzesvorgabe? Das Konstrukt Brüssel ist nicht von dem europäischen Volk gewählt, lebt aber von den Steuereinnahmen der angeschlossenen Länder. Im Klartext: Die steuerpflichtigen Unternehmen und deren Bürger werden nicht gefragt? Die Sowjetunion ist mit diesem System gescheitert. Die in Europa lebenden Jünger oder deren Innen aus Trier, haben aus der Historie nichts gelernt. Sie „Marxen“ im westlichen Europa weiter. Koste es was es wolle, der unmündige Bürger bezahlt die Zeche!
Vor vier Jahren lebte ich noch auf meiner Finca in den Bergen Andalusiens und schrieb mein erstes Buch. In „Susi und ihre Kinder“ erzählen unsere drei liebgewonnen Katzen von ihrem Leben. Einige Zeit später entstand mein zweites Buch mit dem Titel „Hoddel & Anne“. Darin erzähle ich über die täglichen Gespräche miteinander oder gar übereinander. Für mich gibt es nichts schöneres, als die eigenen Artgenossen zu beobachten. Diese Gelegenheit bot sich auf meinen Flugreisen – vor allem auf denen von Spanien nach Deutschland und zurück. Schon in der Flughafenhalle erkenne ich die Alemanes, behaupte ich von mir. Waren die Spanier laut und freundlich, so sind die jüngeren Deutschen oft unhöflich. Aber wir, die sogenannten Alten, an deren Gesichtszügen man schon von Weitem erkennen konnte „der oder die“ ist heute nicht gut drauf: Achtung, möglichst nicht ansprechen!
Nun schreibe ich in meinem dritten Buch über meine Kindheit am Kriegsende im Mai 1945 bis in die Gegenwart. Ernst, nachdenklich und kritisch und zwischendurch, was ich am liebsten mag, erlebte oder erdachte humorvolle kleine Anekdötchen. Vielleicht wird manchem meiner Leser nach dieser Lektüre verständlich, warum ich in den acht Lebensjahrzehnten so wurde, wie ich es heute bin!
Ihr oder Euer Horst Pfeil
Buchholz, im März 2016
1995 war für mich ein Schicksalsjahr: schaffe ich es über die Krankheit Krebs hinweg zu kommen oder nicht? Mehrere Operationen, dreizehnmal spinale Anästhesie und vierteljährlich eine Resektion lagen hinter mir.
Ich fing wieder an zu schreiben. Bereits in der Schule hatte ich einen Teil des ellenlangen Gedichtes „Die Kraniche des Ibykus“ von Friedrich Schiller neu interpretiert. 1951 war der Krieg in Korea ausgebrochen und ich konnte mich noch an die Kriegsjahre 1939-1945 im eigenen Land erinnern. Nun schon wieder Krieg?
Die neuen, von mir geschrieben Verse, mit der Furcht, dass dieser Krieg auch wieder Deutschland erreichen könnte, haben mich damals dazu veranlasst, in der Pause für meine Klassenkameraden auf die Rückseite einer aufklappbaren Schiefertafel die neuen Verse zu schreiben. Zu meinem Pech, wurde ich von unserem Klassenlehrer Dr. Becker erwischt und durfte nach der Pause zum Schuldirektor Schütze kommen. Auf das damalige Gefühl, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Der Rohrstock war uns mehr oder weniger bekannt.
Meine Verse hatten in der Pause das Lehrezimmer erreicht. Statt einer Standpauke war das Lehrerkollegium erstaunt, dass ein fünfzehn Jahre alter Schüler sich über politische Weltgeschehnisse eigene Gedanken macht.
Im Jahr 1996 hatte ich in Hamburg, im Hohenfelder und Uhlenhorster Bürgerverein, die Redaktion der Rundschau übernommen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit wurde von mir mit viel Freude ausgeübt. Wurde aber an den Regierenden und dessen zum Teil ideologischen* Vorstellungen sachliche Kritik geübt, dann lernte ich was Politik ist. (* nach Karl Marx dem Großen)
Bis zum heutigen Tag bin ich mir treu geblieben und werde die Zeit, die mir bleibt, nutzen und mir weiterhin „Gedanken zur Zeit“ machen.
In den letzten Kriegstagen vor über 70 Jahren – ich war noch keine neun Jahre alt – hatten wir Kinder einmal mehr schulfrei. Am Straßenrand zur Nebenstraße stand eine Handvoll wild gestikulierender und diskutierender Männer, unter ihnen mein Großvater. Fast alle waren Kriegsveteranen aus dem ersten Weltkrieg, die jedoch noch jung genug waren, im Volkssturm mit einer Panzerfaust in der Hand, den deutschen Endsieg herbeizuführen. Wir Kinder lauschten gespannt und hörten aus Gesprächsfetzen, dass am nächsten Tag die Amerikaner in unseren Vorort von Leipzig einmarschieren würden. In der Ferne hörten wir schon seit Tagen ein Grollen und Kanonendonner. Wir Kinder fanden es spannend, nun rückte die Front auch in unseren Ort vor. Wir durften uns nicht so nah an die Männer heran wagen, sonst hätte man uns weggejagt. Was hatten Rotznasen, wie wir es mit knapp neun Jahren nun einmal waren, bei Erwachsenengesprächen zu suchen. Doch plötzlich verstummte die Altherrenriege. Aus der angrenzenden Nebenstraße kam, auf einem Fahrrad, der Ortsgruppenleiter der NSDAP in Uniform angeradelt. Jetzt machte sich ein großer Unmut breit. Einige hoben ihre Gehstöcke und versperrten den Zugang zur Hauptstraße. Man wollte den Ortsgruppenleiter lynchen. Je näher dieser heran kam, um so wilder wurden die Drohgebärden. Doch dieser hatte es früh genug gemerkt und fuhr zurück. Einige Zeit später kam er auf einem Motorrad angefahren und keiner der immer noch an der Ecke stehenden Männer hatte den Mut, ihm zum zweiten Mal den Weg zu versperren. Wir Kinder hörten: „Auch du wirst deine Richter finden und die Gerechtigkeit wird siegen.“
