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Halt! Sie halten eine Kostbarkeit in der Hand! Welcher Autor hat bisher seine 10 erschienen Bücher auszugsweise in einem 11. Buch zusammen gefasst? Die Bücher erzählen Ihnen Erlebnisse aus einem facettenreichen Leben. Er bereiste West-Europa, Skandinavien, Nordafrika, Nord- und Südamerika. In Peru fuhr er auf der Panamerikana, einer der längsten Straße der Welt, die 25.750 km von Alaska bis Feuerland führt. Pures Abenteuer im peruanischen Nasca, im Flugzeug über die Scharrenbilder zu fliegen. Welcher Autor schreibt schon über so viele Themen? Und für die Kleinen finden Sie auch etwas aus dem Katzenbuch Susi und ihre Kinder.
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Seitenzahl: 177
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Liebe Leser*innen
Hoddel und Anne
Der Polterabend
Silvester
Die Mittagsreste
Die Sonne
Das liebe Telefon
Wetterbericht im ZDF
Der Einlauf
Katzenfutter
Manni´s Treff
In Seifen
Der Stock
Mein geliebtes Peru
Eine Abenteuerreise in das Peru des Jahres 1987!
Zum Schluss
Und was nun?
Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!
Mein Schicksalsjahr
Mai 1945, die Befreier sind da
Der deutsche Michel
Ja, die Frauenquote
Die Integration
Die Selbstbehauptung!
Die Presse über Horst Pfeil
Susi und ihre Kinder
Für Katzenfreunde und die, die es noch werden wollen!
Susi und ihre Katzenkinder
Erster Besuch auf der Finca
Isi ist weg
Der Kampf mit der Schlange
Die heißen Sommertage
Miki und die Libellen
Ich dark Leben
Wie ich mit der Krankheit Krebs umging
Vor und nach der OP
Der Kampf zum Überleben
Mein Nachfolger
Adios Krankheit
Tschüss Akkubranche 1993
Nachwort
Illegal in Hamburg
Eine Erzählung, die das Leben schrieb!
Mein Leben in Lützschena
Kriegsende Mai 1945
Mein geliebtes Hamburg
Lehrjahre waren keine Herrenjahre
Plötzlich habe ich eine Familie
Was ich noch sagen möchte
Quo vadis Marktwirtschaft?
Dieser Satz behält für immer seine Gültigkeit
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Die Krönung!
Die Entwicklung zwischen Ost und West – der Osten
Der Westen
Der Weg in die Gegenwart
Die Zwangsmaßnahmen der Bundesregierung in Zeiten von Corona
Regionale Wirtschaft in Niedersachsen
Sturmflut in Hamburg 1962
Zum Schluss
Geistesblitze!
Die Nachbarin Annette
Die liebe Verwandtschaft!
Ist des Bürgers Gedankengut in Deutschland noch frei?
Der erste Urlaubsduft
Der moderne Arbeitsplatz
Flirt in den sechziger Jahren.
Nix für Humorlose
Appell des Jahres
Für meine Freunde
Wie entsteht ein Mensch?
Die Alters-Pille
Staatsdiener 1763-1810
Und Staatsdiener 2020
Das müssen wir ertragen!
Ich habe kein Dach!
Große Freiheit auf See
In 80 Tagen um die Welt
mit drei wichtigen Komponenten wurde ich geboren. Gemeinsam blicken wir auf ein facettenreiches Leben. Für uns zählen zum menschlichen Leben: Ein Körper den wir Materie (Urknall im All, Sternenstaub) nennen, unsere Gene, das Erbgut von Mutter und Vater, und den Mut, den wir brauchen, um das uns geschenkte Leben auch anzunehmen. Wir Drei – Materie, Gene und Mut – danken unserer Mutter Erde bei ihr leben zu dürfen. Von der Geburt an hatten sich Materie und Gene zum Zwilling vereint. Mut zum Leben reifte spätestens, als die ersten zum Leben notwendigen Entscheidungen vor uns lagen, um sie auch gemeinsam zu tragen. Fünfundachtzig gelebte Jahre liegen hinter mir. Was die Zukunft uns bringen wird, beantworte ich auf spanisch: vamos a ver – wir werden sehen. Nach meinen zehn veröffentlichten Büchern, findet der Leser im 11. Buch eine kurze Zusammenfassung aller Erlebnisse.
Wir leben in einer Zeit, wo doch dem Bürger unter Strafandrohung dessen Tagesablauf bestimmt wird! Obwohl die Geschichte der Diktatoren uns zeigt, wie schnell das Blatt sich wenden kann! Genügt denn nicht, dass auf leisen Sohlen seit Jahrzehnten die ureigenen menschlichen Gedanken ständig von Algorithmen beeinflusst werden? Das mit einer Frequenz der Schnelligkeit im gefährlichen Mikrowellen Bereich. Lesen Sie doch einmal die Bedienungs-Anweisung Ihrer Mikrowelle in der Küche! Oder den Gefahrenhinweis Ihres ständigen Begleiters, genannt Handy! Ist die Künstliche Intelligenz ein Doktor Mabuse der Gegenwart?
Hier ein Auszug aus meinem Artikel: „Wer aus wirtschaftlichen oder machtpoltischen Gründen zu einer nicht mehr von Menschenhand beherrschbaren Technik, der Künstlichen Intelligenz, greift, der möge gute Absichten für die lebenden Menschen haben, aber auch zugleich böse Absichten. Wer jedoch wenigstens versucht, seine gegenwärtige Lebenssituation aus seiner Sicht abwägend zu betrachten, ohne vorher von dem politischen Wahrsagen beeinflusst zu sein, der wird zu einem eigenen Meinungsbild kommen. Das aber setzt Lebenserfahrung und geschichtliches Wissen voraus.“
Liebend gern, wähle ich die satirische Art, um mich mit dem schnelllebigen Zeitalter auseinander zu setzen. Dabei kommen mir oft gereimte Sätze in den Sinn. Dieses Buch bringt Sie näher an die bereits veröffentlichten zehn Bücher. Spätestens beim Aussuchen der einzelnen Bücher werden Sie bestimmt fündig werden.
Buchholz in der Nordheide, im Februar 2022
Liebe Leser*innen, ob jung oder alt, lieben Sie sich und das Leben? Wer allerdings keinen Humor und auch noch das Lachen verlernt hat, oder nie ein Schmunzeln in seine Gesichtszüge bringt, der möge bitte und schnell, das Buch zur Seite legen.
Hoddel und Anne sind über fünfzig Jahre verheiratet und erzählen kurze oder etwas längere Geschichten aus ihrem täglichen Leben in Spanien oder in Deutschland. Wobei das Leben am Mittelmeer unbeschwerter ist, dort kommt zur Lebensfreude auch noch der Humor. In Andalusien kam mir der Gedanke über unser tägliches Miteinander zu schreiben. In diesem Buch finden sich erlebte nacherzählte kleine Anekdoten wieder.
Im Universum spielen wir Menschen, ob reich, jung oder alt, nur eine winzig kleine Nummer, darum bleibt uns Menschen wenig Zeit, für den uns angeborenen Kummer ein Lachen oder lächelndes Gesicht erhält uns jung so erhalten wir Menschen für jede Lebenslage, den nötigen Schwung.
Ihr oder Euer Horst Pfeil Buchholz, im Jahr 2017
Hoddel sitzt im Sonnenschein auf der Porche*. Mit einem leeren Essteller in der Hand geht Anne an ihm vorbei zur außen liegenden Sommerküche. Er blickt auf und fragt: „Was willst du mit dem leeren Teller?“ Sie: „Ich gehe zum Polterabend“ und geht um die Hausecke. Nach einiger Zeit kommt sie mit einer Auflaufform in der Hand zurück. Er fragt: „Wo hast du den Essteller gelassen?“ Sie: „Hast du etwa in der Zwischenzeit vergessen, dass ich vom Polterabend komme.“
(*Porche: überdachte Terrasse)
Hoddel und Anne, sitzen am Silvesterabend vor dem Puschenkino, auch Television genannt. Er sieht mit großer Bewunderung die Tänzer und Tänzerinnen vom deutschen Fernsehballett. Er wendet sich Anne zu: „Eigentlich müssten wir uns wieder ein Aufnahmegerät kaufen.“ Sie: „Und wofür?“ „Für mich natürlich, dann kann ich die Tanzschritte sehen und auch lernen.“ Sie schüttelt sich vor lachen: „Du willst die Tanzschritte lernen? Ach, deshalb trägst du im Sommer, wenn wir nach Marbella fahren das gelbe T-Shirt. Vorn mit der Aufschrift: Alt aber gut, auf der Rückseite: Runderneuerte Prothesen machen es möglich.“
Anne legt die Reste vom Mittagessen auf ein Salatblatt, um sie zum Komposthaufen zu tragen. Hoddel: „Oh, alles für die streuenden Tiere?“ Sie nickt mit dem Kopf. Er: „Wenn du schon auf einem Salatblatt servierst, dann lege doch bitte ein Essbesteck und Servietten dazu.“
Hoddel und Anne gemütlich auf der Porche sitzend und dem lieben Nachbarn mit einem kleinen Pinsel in der Hand beim Holzstreichen zusehend, sorgt schon am Morgen für gute Laune. Wenn auch noch die Sonne wärmt, ja dann ist es ein besonderer Tag. Hoddel mit T-Shirt, Strickhemd und lässig den Pullover über der Schulter hängend, saß er, man könnte schon mehr liegend sagen, in seinem gut gepolsterten Teakholzstuhl. Anne zu Hoddel gewand: „Wir hatten heute am Morgen nur 5°C, deshalb trage ich noch meine Strumpfhose. Obwohl nun die Sonne scheint, habe ich keine Lust die Strumpfhose auszuziehen.“ Hoddel: „Beim Ausziehen deiner Strumpfhose sieht dir bestimmt keiner zu, selbst Nachbar Jelle* nicht, denn der hat schon mit der Farbe zu kämpfen.“ Danach döst Hoddel weiter in der Sonne. (*Jelle ist Holländer)
Hoddel, das Telefon in der Hand haltend, wählt eine Nummer. Es kommt das Besetztzeichen. Nach einiger Zeit wählt er neu. Wieder und wieder. Die Leitung bleibt besetzt. Sein Blick verrät, dass er sich jetzt und augenblicklich, am liebsten von dem inzwischen blöd gewordenen Gerät trennen möchte. Doch plötzlich grient er und nun geschieht das Gegenteil. Er blickt auf die kleine Plastikscheibe – auch Display – genannt und sieht nun seine eigene Telefonnummer. Hoddel, ein ehrlicher, in der Gegenwart selten vorkommender Typ Mensch, erzählt das seiner Anne. Diese, anstatt zu trösten, lacht und lacht, sie schüttelt sich regelrecht vor Lachen: „Lieber Hoddel, du hast heute keinen glücklichen Tag. Bereits am Morgen in der Carglass Werkstatt hast du selten so gut spanisch gestottert.“
Es ist 19.15 Uhr, das Wetter im ZDF: nach wochenlangem Regen und Sturm weiterhin Nieselregen. Hoddel zu Anne: „Sieh dir diesen Wetterkomiker an. Kann dieser Komiker nicht mal nach wochenlangen Sturm und Regen, Sonnenschein vermelden? Und für diesen Mist müssen wir auch noch Gebühren bezahlen.“
Hoddel sieht wie Anne eine Auflaufform in den Backofen schiebt. Später sitzen beide am Tisch. Er fragt sie: „Gibt es heute zum Mittagessen einen Einlauf?“ Sie: „Ja, aber Oral.“
Hoddel und Anne sind bei Agro Malaga, einem Gemischtwarenladen in Cartama, wo man alles, was für eine Finca gebraucht wird, kaufen kann. Wie immer ist der Laden brechend voll. Die Spanier, ein bekannt lautes Volk, schnattern. Das Gefühl fragt immer, sprechen sie miteinander oder jeder für sich? Hoddel und Anne stehen an der Warentheke, das Verkaufspersonal ist gut beschäftigt. Hoddel sieht, durch eine Glasscheibe getrennt, in ein Büro, am Bildschirm eines Computers sitzt eine rassige, schwarzhaarige Spanierin. Er nimmt Blickkontakt auf. Es funktioniert, sie spürt seine Blicke, dreht ihren Kopf zu ihm und lächelt. Strahlend kommt sie an den Tresen und fragt nach seinen Wünschen. Hoddel spricht einigermaßen spanisch, sie merkt aber, dass er kein Spanier ist und fragt: „Woher kommst du?“ „Soy aleman, ich bin Deutscher.“ Sie bedauert, dass sie kein deutsch spricht, nur etwas französisch. Anne in der Zwischenzeit schon etwas ungeduldig geworden, bestellt das Futter für unsere drei Katzen. Die Rassige strahlt ihn weiterhin an, nun deutet er auf das Katzenfutter und sagt ihr auf Spanisch, das wäre morgen sein Frühstück. Für einen kurzen Augenblick war es still im Laden. Dann fragten rund zwanzig Personen, ob mit Milch, Honig, Sahne und Früchten. Um uns herum nur lachende und fröhliche Gesichter. Alle freuten sich mit uns alemanes, mit „adios amigo y amiga“ verließen wir lachend den Laden.
Wer kennt nicht Manni´s Treff im „La canada“ in Marbella, dem größten Einkaufzentrum in der Provinz Malaga. Schon seit vielen Jahren kaufen Hoddel und Anne dort ein. Sie sind bei Manni, mit die ältesten Gäste, um in der Mittagszeit deutsche Bratwurst zu essen. Doch einmal kam Hoddel allein mit seiner Schwiegertochter, einer jungen gutaussehenden Frau, blond und blauäugig. Manni stand am Herd und drehte die Bratwürste, blickt hoch sieht Caro und stutzt. Hoddel merkt seinen Blick und legt seinerseits seine Finger auf seinen Mund und deutet an, bitte jetzt keine Fragen. Manni grient und dreht seine Würstchen. Die beiden, Caro und Hoddel, verzehren ihre Wurst und wollen gehen. Manni deutet an, er wolle Hoddel allein sprechen. Caro geht voraus, Hoddel bleibt stehen, nun kommt Manni: „Wer ist denn die hübsche Blonde.“ Hoddel: „Anne ist in Deutschland und die Blonde habe ich geleast.“ Wochen später kommen Hoddel und Anne zu Manni, er sieht die beiden und ruft für alle laut und verständlich: „Hast wohl die Leasingraten nicht bezahlen können und musstest auf das Altbewährte zurückgreifen?“
Hoddel und Anne sind zum ersten Mal im Erzgebirge in der weltbekannten Stadt Seifen. Sie bummeln mit zwei Dresdner Mädels durch den Ort, von Geschäft zu Geschäft und träumen von einer Weihnachtspyramide. Ein Wunsch, der heute in Erfüllung gehen soll. Doch bevor es dazu kommt stehen sie vor einem Trachtengeschäft und gehen hinein. Eine ältere Verkäuferin geht auf Hoddel zu und begrüßt ihn sehr freundlich.
Dieser wartet auf die sooo blöde obligatorische Frage: Kann ich Ihnen helfen? Stattdessen zeigt sie lächelnd auf den Seppelhosenstand – so nennt man die Lederhosen in Sachsen – und wohl auch im Erzgebirge. Hoddel: „Ich habe aber krumme Beine.“ Sie lacht und sagt: „An eine kurze Hose habe ich für Sie nicht gedacht.“ Im weiteren Gespräch stellt sich heraus, dass das freundliche Wesen im Dirndl, die Inhaberin des Geschäfts ist. Hoddel hält nun eine Mütze in der Hand und fragt nach dem Preis. Das Dirndlmädchen nennt ihm lächelnd den Preis: Ich bekomme von Ihnen 6,-€.“ Hoddel total überrascht: „Sex und die Mütze?“ Sie: „Warum nicht wir beiden Alten.“ Er bezahlte die 6,-€, nahm die Mütze und ging glücklich aus dem Dirndlladen.
Früher suchte Hoddel seine Brille, jetzt sucht er seinen Stock. Der Unterschied liegt in der Zeit, den Stock – da größer – findet er schneller.
Für mich ist Peru ein Land, das wohl auf eine der umfangreichsten Menschheitsgeschichten zurück blickt. Mit seiner Größe von 1.285.200 m2ist Peru 3,6 Mal größer als die heutige Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern. In Peru lebten im Jahr 1987 etwa 18,5 Millionen Menschen unterschiedlichster Kulturen. Weitgehend unvermischt 50% Indios, 40% Mestizen und ca. 10% Weiße. Allein im Großraum Limas lebten 1/3 aller Peruaner. Das Land ist in 24 Departamentos eingeteilt, daraus ergeben sich 184 Provinzen, mit ihren 1.321 Distrikten.
Die Mehrheit der Indios gliedert sich in zwei Stämme, die Quechan und die Aymaras. Die offizielle Religion ist katholisch. Der Bevölkerungszuwachs beträgt jährlich 2,5% und liegt somit höher als das Wachstum in der Landwirtschaft. Durch dieses Verhältnis verschlechtert sich ständig die Ernährungssituation. Obwohl Schulpflicht besteht, sind rund 1/3 der 15 jährigen Kinder Analphabeten. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 70,- $ im Monat, ein Hilfsarbeiter verdient aber nur 70,-DM im gleichen Zeitraum. Das Einkommen eines Lehrers oder Universität Professors liegt zwischen 300,- bis 400,- DM.
19. April 1987Um 6 Uhr sind wir aufgestanden. Ohne Frühstück wurden wir um 6.40 Uhr von Hugo abgeholt. Danach trafen wir Fiete und Ilma, jetzt begann das Abendteuer in Richtung Chile.
Sie werden sich jetzt fragen, wer ist Hugo? Hugo ist der Chef einer Reiseagentur in Lima. Wie schon am Anfang des Buches erwähnt, hatten wir unsere Reisen innerhalb Perus immer mit Fahrzeug und Fahrer gebucht. Heute sind wir mit dem Chef Hugo unterwegs. Seine Mitarbeiterin hütet das Büro, sein Fahrer fährt einen kleinen Bus „Nissan“. Das Gefährt hatte schon bessere Tage gesehen, und wird uns hoffentlich lebend am 21. April 1987 wieder nach Lima bringen. Im Übrigen hatte Hugo uns vor einigen Tagen ein anderes Fahrzeug gezeigt, was leider am heutigen Tag nicht zur Verfügung stand. So, ein Pech aber auch!
Bald hatten wir die Stadtgrenze Limas hinter uns gelassen, rechts und links der Panamericana nur Wüste und Sand. Zwischendurch ein paar kleinere Orte mit grünen Feldflächen und Flüssen, die aus den Bergen kamen und in den Pazifik mündeten. So, wie wir es schon in der nördlichen Richtung erleben durften. Bald fiel uns ein größeres Feld auf. Hier erlebten wir in freier Natur den reinsten Anschauungsunterricht. Riesige Baumwollfelder zeigten uns folgenden Wertegang: Von der Blüte bis zur Knospe, nach dem Aufbrechen der Knospe, das Produkt Baumwolle. In einer an sich tristen Landschaft, ein einmaliges Erlebnis. Einige Kilometer weiter, es war kurz nach 9 Uhr am Morgen, fing unser Motor an zu stottern. Wir mussten anhalten, weit und breit kein Ort oder Autos auf der Panamerikana.
Unser Fahrer wurde zum Mechaniker. Er holte Ersatzteile aus dem Gepäckraum, nach kurzer Zeit ging die Fahrt weiter, bis wir die kleine Stadt Pisco erreichten. Vom Hotelstrand Paracas fuhren wir mit einem Boot in die gleichnamige Bucht namens Paracas. Wild zerklüftete Felsen in der Ballestas Inselgruppe, auf denen Zehntausende von Seevögeln, Pelikane, Kormorane nisten und auch misten. Von Männern, die bereits ihren Geruchssinn verloren haben, wird der Guano eingesammelt. Da der Export von der Chemie abgelöst wurde, spielt das Produkt Guano nur noch eine untergeordnete Rolle. Am lautesten und frechsten wurden wir von den possierlichen und graziösen Seelöwen empfangen. Die aber auf uns den Eindruck machten, dass sie gern auf die fotoverrückten Eindringlinge verzichten würden. Bei einem Blick auf das Land richten sie fast automatisch die Augen auf einen riesigen Kandelaber, ein leicht verzerrtes Dreieck. Der Betrachter kann nur vom Wasser oder in der Luft den Kandelaber sehen. Zurück an Land besichtigten wir noch das Museo de Sitio Julio c Tello in Paracas.
Bevor wir Paracas verließen, hatten wir im Hotel Restaurant eine Pause eingelegt. Danach brachen wir auf und erreichten am späten Nachmittag die Stadt Ica. Auf dersüdlichen Erdhalbkugel, tritt sehr früh und schlagartig die Dunkelheit ein – für uns Nordeuropäer sehr gewöhnungsbedürftig. Wir erreichten unser Hotel de Turistas noch früh genug, um zum ersten Mal im freien pisina (Schwimmbecken) zu entspannen. Eine Wohltat nach einem sehr erlebnisreichen Tag.
20. April 1987Sehr früh haben wir gefrühstückt, denn pünktlich um 7.30 Uhr ging es in Richtung Nasca. Ein Höhepunkt auf unserer Reise, denn um 11 Uhr wartete eine viersitzige Cessna auf uns. Ein Rundflug über die Nascakultur ist etwas besonderes, denn nur vom Flugzeug aus kann man die gesamten Scharrenbilder sehen. Wer Erich Däniken kennt und gelesen hat, kommt ins Schwärmen, denn diese Bilder könnten auf außerirdische Lebewesen schließen lassen. Auf der Panamerikana angekommen, spiegelte sich schon in den frühen Morgenstunden die Wärme in der Luft. Wir hatten dreieinhalb Stunden Zeit, um pünktlich zu sein, aber es sollte alles anders kommen.
Fiete hatte sich Hugo vorgenommen, denn wir merkten, dass er unsicher war. Hatte er uns doch in Lima versichert, er hätte genau diese Reiseroute schon einmal selbst abgefahren. Nun musste er gestehen, dass er noch nie diese Tour gefahren ist und deshalb mitkommt. Er würde diese Reise später weiteren Touristen verkaufen. Deshalb ein guter Rat, wenn Sie sich nicht sicher sind, Touren dieser Art selbst zu gestalten, dann hilft nur der Massentourismus. In unserem Fall, kannte Fiete die Route besser, als unser Jefe Hugo.
Nach einiger Zeit stotterte der Motor schon wieder und wir mussten anhalten. Es kam uns kein Auto entgegen oder fuhr an uns vorbei. Völlige Stille umgab uns. Wir stiegen nun aus, vor uns links und rechts Dünen ohne Bewuchs, Sand über Sand. Und doch war in der Wüste Bewegung. In Sandhügeln krochen Echsen und in der Luft flogen große Libellen. Je länger wir uns in der Sonne aufhielten, um so mehr flogen die Libellen auf uns zu. Sie wurden so lästig, dass wir uns wieder in das Auto setzten. Links und rechts der Panamerikana, befanden sich in unregelmäßigen Abständen, kleine oder größere Steinhügel. Ein Zeichen, dass es hier einen schweren Unfall gegeben hatte.
Nach einer knappen Stunde, hatte unser Fahrer und Mechaniker den Fehler behoben. Nur an den Flug am heutigen Tage, war nicht mehr zu denken. Mit fast einer Stunde Verspätung erreichten wir Nasca. In einem fruchtbaren Tal und einem angenehmen Klima, lebten in einer Höhe von 590 m etwa 20.000 Menschen. Wir erreichten unser Hotel mit dem klangvollen Namen „Montecarlo“, das von Hugo gebucht wurde. Es war Ostermontag in Deutschland. Hier war bereits am gestrigen Tag Ostern vorbei und an der Eingangstür lasen wir auf einem Schild: Unser Koch hat uns gestern verlassen. Für uns bedeutete das: morgen kein Frühstück. Wir bezogen unsere Bungalows, die man, als na ja, einigermaßen sauber bezeichnen konnte. Für eine Nacht sollte es reichen.
Unseren Piloten fanden wir nach langer Suche.
Meinem Freund Fiete, ging es heute gesundheitlich nicht gut. Er hatte Probleme mit seiner Nacken-Muskulatur. Nach einem nochmaligen und ernsthaften Gespräch mit Jefe Hugo fuhren die zwei mit dem Auto weg, um den Piloten zu suchen. Es war in der Zwischenzeit bereits nach ein Uhr. Wir drei, Ilma, Anneliese und ich, hatten es uns schon am Pool gemütlich gemacht.
Auf dem Flugplatz, war weit und breit kein Pilot zu sehen. Sie fuhren zurück in die Stadt und trafen dort, in einer Bar in der Sonne sitzend, unseren Piloten Enrico. Sie holten mich vom Hotel ab. Nach einer rasanten Fahrt, erreichten wir den, außerhalb der Stadt liegenden, Flughafen. Unsere Frauen hatten wir vorsichtshalber im Hotel „Montecarlo“ gelassen. Das nächste große Ereignis war für uns Männer, ein Flug über die Scharrenbilder der Nasca-Kultur. Auf der Betonpiste stand startklar eine viersitzige Cessna, daneben war der Hangar. Hinter dem Hangar bestand die Start- und Landebahn noch einige Meter aus Beton, danach begann eine Schotterpiste.
Mit unserem Piloten Enrico, geboren in Italien, starteten wir vier, einschließlich Hugo, in die Lüfte. Wir erreichten schnell eine Höhe von ca. 120 m. Wir überflogen die Panamericana, die durch die Fläche der Scharrenbilder führte. Aus Unwissenheit wurde sicherlich eine riesige Figur eines Reptils von 188 m Länge zerstört. Es ist davon auszugehen, dass es in der Bauzeit der Panamerikana, keine Kenntnisse über diese Bilder gab. Diese Bodenzeichnungen schließen auf eine hohe Kultur, die in der Zeit von 100 vor Chr. bis 800 nach Chr. entstanden sind. Diese wurden erst 1939 vom Amerikaner Paul Kosok aus der Luft entdeckt. Die von Kosok entdeckten Zeichnungen, kann man nur von oben sehen. Er nannte seine Entdeckung „Das größte Astronomiebuch der Welt“.
Maria Reiche hatte in Hamburg und Dresden Mathematik und Geografie studiert. Eine Vorrausetzung, um diese Zeichnungen in der Pampa deuten zu können. In einem Messprozess von 33 und 66 cm konnte sie nachweisen, dass diese Maßeinheit für die Aufzeichnungen auf der Pampa benutzt wurde.
