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In London spricht man hinter vorgehaltener Hand nur noch über »Tubing«: In überfüllten U-Bahnen finden unbemerkt heiße Blind Dates statt, die nach klaren Regeln ablaufen. Nur erwischen lassen darf man sich nicht. Als Polly versehentlich von einem attraktiven Fremden für sein Date gehalten und verführt wird, ist es um sie geschehen. Doch schon an der nächsten Haltestelle steigt er aus – ohne ihr seinen Namen zu nennen. In der Hoffnung, ihn wiederzusehen, wird sie Teil des geheimen Dating-Netzwerks – und gerät dabei in einen Strudel dunkler Geheimnisse, die sie in Lebensgefahr bringen ... Sie werden nie wieder mit der U-Bahn fahren können, ohne an diesen Roman zu denken!
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Cover & Impressum
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
23. Kapitel
24. Kapitel
25. Kapitel
26. Kapitel
27. Kapitel
28. Kapitel
29. Kapitel
30. Kapitel
31. Kapitel
32. Kapitel
33. Kapitel
34. Kapitel
35. Kapitel
36. Kapitel
37. Kapitel
38. Kapitel
39. Kapitel
40. Kapitel
41. Kapitel
42. Kapitel
43. Kapitel
44. Kapitel
45. Kapitel
Danksagung
Tubing. Das Wort ging Polly nicht mehr aus dem Kopf, bis es ihr schließlich herausrutschte. Sie räusperte sich und sah sich nervös um. Zum Glück schien niemand sie gehört zu haben.
Nach dem Gespräch mit Jas hatte sie es kaum erwarten können, zurück ins Büro zu kommen und sich hinter ihren Laptop zu klemmen. Leider musste sie feststellen, dass James an dem Schreibtisch hinter ihrem Platz genommen hatte und sich durch den gigantischen Stapel an Papierkram arbeitete, den sie ihm hingelegt hatte. Und so hatte er direkten Blick auf ihren Bildschirm.
Sie ließ sich auf ihren Stuhl fallen und tat den restlichen Nachmittag so, als würde sie arbeiten. Sie öffnete ein Dokument und scrollte immer wieder hinauf und hinunter, vergrößerte und verkleinerte die Ansicht, aber in Wirklichkeit machte sie rein gar nichts. Irgendwann driftete sie völlig ab und ließ sich von dem Tastengeklacker und dem leisen Gemurmel im Büro sanft einlullen.
Und dann wanderten ihre Gedanken zu ihm – dem Mann aus der U-Bahn. Es war das erste Mal, dass sie wirklich richtig über alles nachdachte. Sie gab sich der Erinnerung ganz hin und ließ keine Sekunde ihrer Begegnung aus. Jedes Mal, wenn sie sich vorstellte, wie er sie berührt hatte, begann es in ihrem Magen so heftig zu flattern, dass sie es kaum aushielt. Beinahe meinte sie, seine glühenden Finger auf ihrer Haut zu spüren, und auch in sich … Sie konnte immer noch nicht richtig fassen, was da geschehen war. Es kam ihr wie ein Traum vor! Polly schob ihren Rock hinauf und betrachtete die leichten Abdrücke auf ihrem Schenkel, die seine Fingerspitzen hinterlassen hatten. Aber schon im nächsten Augenblick ekelte sie sich vor sich selbst. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Er war ein Fremder, und doch waren sie einander so nahegekommen. Wieder legte sie die Fingerspitzen auf die Male. Sie drückte zu, immer fester und fester, bis sie vor Schmerz nach Luft schnappte.
Um sechzehn Uhr brach James endlich auf. Sobald sie hörte, wie er seine Aktentasche zuschnappen ließ, fühlte sie sich augenblicklich quicklebendig, und die Lethargie, die sie den ganzen Nachmittag lang gelähmt hatte, war wie weggeblasen. Noch ehe er zur Tür hinaus war, hatte sie schon die Suchmaske von Google geöffnet. Sie war wahnsinnig neugierig!
Zuerst versuchte sie es mit dem Begriff »Tubing«. Sie klickte sich durch ein paar Seiten, auf denen man große Gummireifen mieten konnte, um sich auf ihnen den Fluss hinabtreiben zu lassen. Nach ungefähr sieben weiteren Seiten mit ähnlichen Suchergebnissen sah sie ein, dass es sinnlos war. Stattdessen tippte sie jetzt »Sex U-Bahn-Waggon« ein. Neben ein paar Pornoseiten stieß sie noch auf diverse YouTube-Videos. Angeblich waren darin Leute zu sehen, die Sex in der Bahn hatten, aber sie wusste nicht einmal, wen genau sie beobachten sollte, und schon gar nicht, was die Leute da wirklich machten. Sie drückte auf Play und fiel vor Scham fast vom Stuhl, als lautes Stöhnen durchs Büro dröhnte. Sie hatte vergessen, den Ton leise zu stellen. Ein paar Kollegen drehten sich irritiert zu ihr um, aber niemand sagte etwas. Wahrscheinlich guckten die meisten von ihnen selbst gerade Pornos.
Sie wandte sich wieder ihren Suchergebnissen zu, um ein paar der Artikel auf irgendwelchen Nachrichtenseiten zu lesen. In einem ging es um ein Paar, das Oralverkehr in einem Zug gehabt hatte und angezeigt worden war, weil sie sich danach eine Zigarette angezündet hatten. Im nächsten Artikel ging es um einen Sexfilm, der mit Mobiltelefonen aufgenommen worden war und in dem ein halbes Dutzend Leute zu sehen war, die es in einem überfüllten russischen Pendlerzug miteinander trieben.
Sie hatte gar nicht gemerkt, dass es schon nach siebzehn Uhr war und die meisten ihrer Kollegen das Büro bereits verlassen hatten. Es war totenstill. Polly ließ ihren Blick über die leeren Schreibtische wandern. So ausgestorben hatte sie das Büro noch nie erlebt … Anscheinend hatten heute wegen des guten Wetters alle pünktlich Schluss gemacht.
Sie grübelte gerade, welche Begriffe sie als Nächstes eingeben sollte, als Alicias Stimme ertönte. »Na, machst du heute etwa Überstunden, Süße?«
