#vanlove: Weihnachten mit dir - Tina Winter - E-Book

#vanlove: Weihnachten mit dir E-Book

Tina Winter

0,0
2,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest unter den Nordlichtern Norwegens zu verbringen – das ist das Ziel des Winter-Roadtrips von David und Niklas. Aber unterwegs bekommt Niklas eine heftige Erkältung und Davids alte Ängste und seine übertriebene Sorge drohen bald, den Feiertag zu ruinieren.

Als sie einer Familie nach einem Autounfall zu Hilfe eilen und zum Dank in deren Haus eingeladen werden, bietet sich ihnen die Gelegenheit, das Fest doch noch zu retten.

Werden ein norwegisches Winterparadies, jede Menge Weihnachtstrolle und ein heißes Nikolauskostüm den beiden Männern dabei helfen, wieder zueinander zu finden?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Danke
#vanlove: Ein Sommer mit dir

Tina Winter

#vanlove

Weihnachten mit dir

IMPRESSUM

E-Book-Ausgabe 2022

© Tina Winter

Christine Mörs

(alias Tina Winter)

c/o WirFinden.Es

Naß und Hellie GbR

Kirchgasse 19

65817 Eppstein

[email protected]

Covergestaltung: Casandra Krammer – www.casandrakrammer.de

Covermotiv: © julynx, NIKO_Cingaryuk, Iakov, IgorVetushko, PeopleImages – depositphotos.com

Betaleserin: Catharina Andrae – www.zeilenwunder.de

Tina Winter wurde 1985 im Rheinland geboren, lebt aber inzwischen im wunderschönen Münster. Ihrer Leidenschaft für Bücher folgend studierte sie Bibliothekswesen und begann 2016 damit, ihre eigenen Geschichten zu virtuellem Papier zu bringen. In ihren Gay-Romance-Romanen geht es um Männer auf der Suche nach sich selbst, auffallend oft um Kaffee und Topfpflanzen und natürlich die ganz große Liebe.

Weitere Titel der Autorin:

Pictures of you

Lügner und Feigling

#vanlove: Ein Sommer mit dir

Meine Zukunft in deinen Armen (Polarherzen 1)

Meine Vergebung in deinem Herzen (Polarherzen 2)

Sturmküsse auf Juist

Reasons to Stay (Canadian Hearts 1)

Reasons to Heal (Canadian Hearts 2)

Laws of Devotion

Mehr Informationen und Updates unter:

https://tina-winter.de

Kapitel 1

»Irgendwie habe ich mir unseren romantischen Weihnachtstrip durch Norwegen anders vorgestellt.«

Niklas, der in eine handgestrickte und sündhaft teure Wolldecke gewickelt neben mir auf dem Beifahrersitz hockt, schnieft leise, ehe er den Mund zu einem Lächeln verzieht. Leicht schief und noch sichtlich erschöpft von seiner heftigen Erkältung, aber dennoch so schön, dass ich ein vertrautes Kribbeln in meinem Bauch spüre und es automatisch erwidere.

Seit einem halben Jahr versuche ich jetzt schon, zu ergründen, wieso es mich so verflucht glücklich macht, ihn bloß anzusehen. Ob es am Schwung seiner Lippen liegt, der markanten Linie seines Kiefers oder diesem amüsierten Funkeln in seinen schokoladenbraunen Augen, wenn ich mal wieder den Campingdiktator raushängen lasse. Vielleicht ist es auch das Oxytocin. Oder schlicht und ergreifend die Tatsache, dass ich nach wie vor total in ihn verliebt bin.

»Wieso?«, fragt er und wühlt zwischen den Falten der Decke, bis er eine Packung Taschentücher findet. »Der Schnee ist perfekt zum Wandern und Snowboarden und auf den Lofoten konnten wir dank der Polarnacht die fantastischsten Sonnenauf- und Sonnenuntergänge bewundern, die ich je gesehen habe. Darüber hinaus besitzen wir einen wunderschönen und entgegen der Meinung einer gewissen Person, die ich nicht namentlich erwähnen werde, überhaupt nicht kitschigen Miniaturweihnachtsbaum und haben alle Zutaten für unser Weihnachtsdinner hinten im Van, inklusive selbstgebackener Zimtschnecken!« Er zieht ein Taschentuch aus der Packung und putzt sich geräuschvoll die Nase. »Also für mich gibt es nichts an unserer Reise auszusetzen.«

Sein kleiner Vortrag lässt mich grinsen, aber ich muss zugeben, dass unser Roadtrip bisher tatsächlich so ziemlich alles geboten hat, was man sich von Norwegen im Winter erträumt.

Anfangs war ich unsicher, ob wir das Abenteuer wagen sollen, da ich mit meinem alten VW-Bus noch nie bei zweistelligen Minusgraden unterwegs war. Bislang hat uns Henry jedoch keinerlei Probleme gemacht. Auch mit der Polarnacht, wegen der es nördlich von Bodø tagsüber nicht mehr hell wird, sind wir gut klargekommen. Sogar fast zu gut, wenn ich daran denke, dass wir genug Lichterketten dabeihaben, um eine ganze Stadt zu beleuchten. Über die begrenzten Kapazitäten unserer Akkus muss ich mich definitiv nochmal mit Niklas unterhalten.

Ich betrachte ihn von oben bis unten. Niklas’ dunkle Haare sind unter der Kapuze seines Hoodies verborgen, nur ab und zu fällt ihm eine vorwitzige Strähne in die Stirn. Die Ärmel hat er bis zu den Fingerknöcheln runtergezogen und seine Füße stecken in gefütterten Pantoffeln mit Norwegermuster.

»Frierst du?«, frage ich besorgt. Sein Aufzug ist zwar nicht ungewöhnlich und ich habe mich in den letzten zwei Wochen daran gewöhnt, mich erst durch mehrere Schichten Wolle und Stoff wühlen zu müssen, um an meinen Freund heranzukommen. Aber das Außenthermometer zeigt fast minus zwanzig Grad und ich will sichergehen.

»Nein, alles gut«, versichert er mir und nimmt den Thermobecher aus der Halterung am Armaturenbrett. »Dank deines Zaubertranks.«

Ich nicke zufrieden. »Hast du an deine Medikamente gedacht?«

Diesmal besteht Niklas’ Antwort aus einem Augenrollen, ehe er sagt: »Das hast du mich heute schon dreimal gefragt.«

»Und?«, will ich wissen. »Hast du oder hast du nicht? Denk dran, den Hustensaft musst du dreimal am Tag nehmen.«

»Ja, Dad, ich habe den blöden Saft vorhin genommen, als du getankt hast. Hörst du jetzt endlich auf, mich damit zu nerven?«

Ich runzele die Stirn. Keine Ahnung, wieso er plötzlich so sauer ist. »Ich frage doch bloß«, brumme ich und schaue wieder auf die Straße.

Da wir nur knapp unterhalb des Polarkreises unterwegs sind, herrscht nicht viel Verkehr, aber bei der eisigen Witterung muss ich mich dennoch konzentrieren. Ich verspüre nicht die geringste Lust darauf, Heiligabend im Straßengraben zu verbringen und auf einen teuren Motorschaden kann ich ebenfalls verzichten.

Die Nationalstraße leitet uns durch verschneite Berglandschaften, unberührte Wälder und an zugefrorenen Fjorden und Wasserfällen vorbei. Die Sonne, die hier zumindest wieder über den Horizont klettert, taucht den Himmel und den Schnee in Töne von Babyrosa, sattem Violett und tiefem Indigo. Nie zuvor habe ich solche Farben gesehen. Vormittags, wenn die Sonne aufgeht, scheinen die Wolken und schneebedeckten Gipfel regelrecht zu lodern und obwohl wir bereits unzählige Fotos und sogar Videos mit Niklas’ neuer Drohne gemacht haben, bekomme ich nicht genug davon. Hinter jeder Biegung bietet sich ein anderes Bild und die raue Ursprünglichkeit und spektakuläre Schönheit der Landschaft beeindrucken mich immer wieder aufs Neue.

Niklas verfällt in Schweigen. Normalerweise stört mich das nicht, aber da er nach wie vor wegen irgendwas wütend auf mich zu sein scheint, habe ich das Bedürfnis, die Stille im Van zu füllen.

»Das wärmende Gefühl kommt vom Ingwer«, erkläre ich, den Blick weiter auf die Straße vor uns gerichtet. »Denn der wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern auch durchblutungsfördernd.« Mein Zaubertrank, wie Niklas ihn nennt, enthält außerdem frische Zitronenscheiben und einen Löffel Honig, damit er ihm nicht zu scharf ist.

»Kann sein«, sagt Niklas, schlürft an seinem Tee und verzieht das Gesicht. »Schmeckt trotzdem scheiße.«

Der Kommentar trifft mich ein bisschen, weil ich durch unsere Reise ein echter Fan von frischem Ingwertee geworden bin, trotzdem muss ich lachen. Ich liebe Niklas’ unverblümte Art und seinen Humor, der meinem eigenen mitunter erschreckend ähnlich ist. Und wenn er schon wieder Witze macht, ist sein Ärger über meine Fragen hoffentlich verflogen.

»Jedenfalls«, nehme ich den Faden unseres Gesprächs wieder auf, »wollte ich damit nur sagen, dass deine Erkältung in meinen Reiseplänen nicht vorgesehen war.«

Niklas lässt sich tiefer in seinen Sitz sinken und nippt an seinem Tee. »In meinen auch nicht, das kannst du mir glauben.«

»Das war kein Vorwurf«, sage ich schnell und strecke über den Motorblock zwischen uns eine Hand nach ihm aus. »Du kannst ja nichts dafür.« Und auch wenn es mich glücklicherweise nicht erwischt hat und ich mich dementsprechend um ihn kümmern konnte, leide ich mit ihm.

Es ist immer ein Problem, auf Reisen krank zu werden, und wenn man mit einem Wohnmobil und noch dazu Mitte Dezember im Norden Norwegens unterwegs ist, gilt das umso mehr. Zwar sind auch außerhalb der Saison einige Campingplätze geöffnet, sodass wir nicht völlig allein und nur auf unsere eigenen knappen Ressourcen angewiesen sind. Und natürlich gibt es auch hier oben Apotheken, in denen wir uns mit Medikamenten eindecken können. Doch wenn es Niklas plötzlich schlechter geht, kann es dennoch zum Problem werden, schnell genug einen Arzt oder gar ein Krankenhaus zu erreichen. Immer wieder sind Straßen aufgrund des vielen Schnees unpassierbar und wegen der Polarnacht ist es die meiste Zeit des Tages dunkel.

Als Niklas’ Fieber letzte Woche immer weiter stieg und meine Sorge um ihn wuchs, habe ich ihm mehrmals vorgeschlagen, nach Hause oder zumindest Richtung Oslo zu fahren, wo es nicht so kalt und die Infrastruktur besser ist. Aber er wollte nichts davon wissen, was ich unvernünftig und süß zugleich finde. Er hält an unserem Plan, Weihnachten in Nord-Norwegen zu feiern, fest. Und ja, ein Teil von ihm genießt es sicher auch, sich von mir bedienen zu lassen. Denn während er fiebernd im Bett gelegen oder dick eingepackt auf der Sitzbank im Van gesessen und mitleiderregende Videos für seine HeartShots-Follower gedreht hat, habe ich gekocht, aufgeräumt, Schnee vom Dach geschippt und gefühlte fünfzig Liter Kondenswasser von den Scheiben gewischt. Wintercamping ist echt nicht ohne.

»Ja, schon«, gibt er zu. »Dennoch bin ich schuld daran, dass du seit Tagen nicht durchschläfst und dich allein um alles kümmern musst.«

»Das macht mir nichts, ehrlich.« Ich hebe die Schultern. »Es ist fast wieder wie früher.«

Bevor Niklas und ich im Sommer bei unserer ersten gemeinsamen Reise durch Schweden zusammengekommen sind, bin ich immer allein mit meinem Bus unterwegs gewesen. Ich habe die Solotrips genossen und ja, manchmal vermisse ich meine Unabhängigkeit. Seit wir ein Paar sind, kann ich es mir dennoch nicht mehr vorstellen, allein zu fahren. Niklas würde mir so sehr fehlen, dass ich die Reise nicht genießen könnte.

Er stößt einen Laut aus, der wohl ein ärgerliches Schnauben werden sollte, jedoch mehr wie ein Husten klingt. »Wenn ich aussteigen soll, brauchst du es nur zu sagen.«

Grinsend strecke ich ihm erneut meine Hand entgegen, bis er endlich danach greift. Seine Finger sind warm und die Art, wie er sie zwischen meine schiebt, ist mir schon nach gerade einmal sechs gemeinsamen Monaten unglaublich vertraut. Eine Tatsache, die ich faszinierend und beängstigend zugleich finde. Noch nie war mir ein Mensch so nah wie er. Und noch nie hat mich jemand so gut gekannt. Seit Niklas seinen neuen Job in einer Kölner Marketingagentur angetreten hat, wohnt er sogar praktisch bei mir in Bonn, woran ich mich schneller gewöhnt habe, als ich gedacht hätte, immerhin war ich bisher nicht gerade für meine Umgänglichkeit bekannt. Niklas hat das früh verstanden und sich darauf eingestellt. Etwas, wofür ich ihm nicht dankbar genug sein kann, denn ohne sein Verständnis für mich und meine Eigenheiten wäre unsere Beziehung sicher längst gescheitert.

Offiziell ist es noch nicht unsere gemeinsame Wohnung, was sich hoffentlich ändert, wenn ich ihm mein Weihnachtsgeschenk überreiche. Der Gedanke an Niklas’ Reaktion verursacht ein nervöses Flattern in meiner Brust. Als ich meinem besten Freund Malte von meinem Plan erzählt habe, hat der mir Mut gemacht. Dennoch ist das hier eine dieser Situationen, in denen ich mir wünsche, mehr Erfahrungen mit Beziehungen zu haben.

Ist es zu früh, Niklas zu fragen, ob er mit mir zusammenziehen möchte?

»Nichts da, du bleibst schön hier. Ich habe keine Lust, Malte zu erklären, dass sein kleiner Bruder jetzt ein menschliches Eis am Stiel ist.«

»Na, da bin ich aber erleichtert«, frotzelt Niklas und streicht mir mit dem Daumen über den Handrücken. »Abgesehen davon wissen wir alle, dass du ohne mich völlig aufgeschmissen wärst.«

Ich hebe die Augenbrauen. »Spielst du auf etwas Bestimmtes an?« Wie unsere Autopanne in Schweden, bei der ich völlig ausgeflippt bin, weil ich glaubte, unser Trip wäre zu Ende?

»Hast du etwa schon vergessen, wie du dich letzte Woche auf den Lofoten völlig verfahren hast? Was schon fast wieder beeindruckend war, immerhin gibt es dort nur eine Handvoll Straßen.«

Ich verdrehe die Augen. »Es war dunkel.«

»Nicht dunkel genug, um mir zu widersprechen, als ich sagte, dass wir falsch sind.«

»Na und? Am Ende hat es sich doch gelohnt, denn ohne diesen Umweg hätten wir die Bucht nicht gefunden und du keine siebenhundert Selfies machen können.«

»He«, protestiert er. »Darf ich dich daran erinnern, dass du auch jede Menge Bilder gemacht hast, inklusive dieses Pärchenfotos, das du als Hintergrundbild auf deinem Smartphone eingestellt hast?«

Hitze steigt mir ins Gesicht und weckt das dringende Bedürfnis, etwas nach ihm zu werfen. Zu meinem Pech – und seinem Glück – finde ich jedoch auf die Schnelle nichts. »Du hast versprochen, dich nicht über mich lustig zu machen.«

»Tu ich doch gar nicht«, beteuert er und drückt meine Hand, um die Aussage zu bekräftigen. »Ganz im Gegenteil, ich finde das sogar noch niedlicher als deine Orientierungslosigkeit.«

»Es. War. Dunkel.«

»Du musst es dreimal schnell hintereinander sagen, damit es wahr wird.«

Lachend drücke ich einen Kuss auf seine Handfläche, ehe ich ihn loslasse und mich wieder der Straße zuwende. Der Wald wird dichter, die Sonne verschwindet hinter den Bäumen und der Schnee leuchtet beinahe blau. Nur ab und zu blitzt etwas Grün hindurch und erinnert daran, dass es auch in den stillen Winterwäldern Leben gibt.

Wenige Meter vor einer Kurve höre ich ein Geräusch. Es klingt wie ein Schleifen und während ich noch darüber nachdenke, was es sein könnte, kracht es plötzlich so gewaltig, dass ich zusammenfahre. Vor Schreck trete ich zu heftig auf die Bremse, weshalb Niklas und ich in unsere Gurte gedrückt werden und irgendetwas auf seiner Seite dumpf poltert. Die Wucht des Aufpralls treibt mir die Luft aus den Lungen und mir entweicht ein Keuchen. Trotzdem bin ich fast erleichtert. Ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich in meiner Panik das Lenkrad verrissen hätte.

»Was … war das?«, presst Niklas neben mir atemlos hervor.

»Ich bin mir nicht sicher«, entgegne ich, obwohl ich bereits eine Ahnung habe. »Alles okay bei dir?«

Er nickt. »Hab mich bloß erschrocken. Und mein Becher ist runtergefallen.«

Ich atme tief durch, um meinen hämmernden Puls zu beruhigen, prüfe im Seitenspiegel, ob jemand hinter uns ist und fahre, als ich niemanden entdecke, langsam weiter. Die Schneeketten knirschen unter unseren Reifen, als ich die Kurve erreiche und endlich sehe, was den Lärm verursacht hat.

---ENDE DER LESEPROBE---