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Liebe Leserinnen und Leser, dieses Buch beginnt mit einer Geschichte. Eine Geschichte, die ihre Anfänge an einem Ort nimmt, welchen viele von uns bereits wieder vergessen haben. Dieser Ort ist der Ursprung unserer Seele, welche uns auf dieser Erde durch den menschlichen Körper belebt. Reise mit mir zusammen für einen kurzen Moment an diesen Zeitpunkt zurück, an dem unser Dasein hier auf der Erde begonnen hat, nämlich bei unserer Geburt als Mensch. Erinnern wir uns gemeinsam an diese Zeit, wo wir selbst als Kind erkannt haben, dass wir diese Welt ganz anders wahrnehmen können, als viele Menschen, die sich in unserem Umfeld befinden. Setzen wir uns nochmals für einen kurzen Moment mit diesen verschiedenen Situationen auseinander, welche wir vielleicht bis heute (noch) nicht verstehen können. Erkennen wir gemeinsam, dass es vielleicht damit zu tun haben könnte, dass wir ein anderes Bewusstsein haben, welches hier in diesem System nicht gefördert wird. Dieses Bewusstsein kann sich aus verschiedenen Aspekten wie Hellsichtigkeit, Feinfühligkeit, Empathie, Sensibilität, Traumwelt oder auch aus einem inneren unbewussten Kampf zusammensetzen. Versetzen wir uns selbst nochmals in unsere Wahrnehmung, welche wir alle viele Jahre so wahrnehmen konnten. Beginnen wir gemeinsam mit der inneren Reise, welche uns viele Erkenntnisse bringen kann. Dadurch, dass wir Erkenntnisse erlangen, können wir durch diese Erkenntnisse, durch das Loslassen, uns selbst aus diesem inneren Kampf befreien, was uns so die wahre Freiheit bringen wird. Lass dich einfach mit dem Wind durch dieses Buch tragen und erkenne dabei, wer du wirklich bist.
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Seitenzahl: 170
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Teil I
Eine kleine Geschichte
Teil II
Einige Voraussetzungen für eine Inkarnation
Die Wahrnehmung
Meine Erkenntnisse, einige Ergänzungen u. Wiederholungen
Schlusswort
Gerne würde ich euch eine Geschichte erzählen von einer kleinen Seele, die sich für ganz bestimmte Aufgaben in ihrem Leben entschieden hat.
Mein Name ist Tila und ich bin eine kleine Seele, welche sich für den Planet Erde interessiert.
Ich bin jetzt aber gerade noch an einem Ort, an dem es nichts gibt.
Zumindest nichts, an was sich der Mensch erinnern kann.
Hier wo ich gerade bin, gibt es keine Materie, sondern nur Bewusstsein.
Falls du dich gerade fragst, wie ich dann existieren kann, wenn es keine Materie gibt, dann stelle dir einfach vor, dass ich ähnlich wie ein Stern bin, der am Nachthimmel vor sich hin funkelt.
Doch bevor ich auf diese Erde inkarnieren darf, darf ich mir jetzt selbst verschiedene Aufgaben aussuchen, die ich auf der Erde durch das Leben erfahren und dann auch erkennen darf, so dass ich immer wieder einen Schritt nach vorne gehen kann.
Diese Aufgaben sind auch mit verschiedenen Menschen verbunden, die ich mir jetzt ausgesucht habe, denen ich auf der Erde begegnen werde, die mich auch immer wieder nach vorne gehen lassen werden.
Es sind aber auch Aufgaben, verbunden mit verschiedenen Situationen, denen ich durch mein eigenes Handeln begegnen werde, die mich ebenfalls wieder nach vorne gehen lassen werden.
Doch bevor ich in eine Form inkarnieren kann, in diesem Fall in einen menschlichen Körper, brauche ich zuerst einen Körper, um als Mensch auf der Erde auch am Leben teilnehmen zu können.
Diesen Körper kann ich mir aber nicht selbst geben, sondern den geben mir diese Menschen, die bereits auf der Erde leben.
Deswegen suche ich mir jetzt auch bewusst meine biologische Familie aus, die mir einen Körper schenken wird.
Dadurch, dass ich aber eine etwas speziellere Seele bin, suche ich mir bewusst eine Familie aus, die auch eher etwas speziell ist.
Da ich mir jetzt selbst die Aufgaben sowie auch die biologische Familie ausgesucht habe, kann es nun wirklich los gehen.
Ich mache mich jetzt auf den Weg zum Planeten Erde.
Ich spüre nämlich, dass meine biologische Familie nach mir ruft.
Ich befinde mich jetzt gerade an einem Ort, der dunkel und warm ist.
Ich spüre, wie sich um mich herum immer mehr etwas bildet, was mich als Seele umhüllt.
Ich spüre, dass von aussen Schwingungen auf mich treffen.
Umso länger ich an diesem Ort bin, umso mehr spüre ich, dass es wohl eine andere Art der Kommunikation ist, welche ich immer mehr wahrnehmen kann.
Manchmal fühlt es sich gut an und manchmal fühlt es sich nicht so gut an.
Manchmal werde ich auch etwas herumgewirbelt, so dass ich manchmal einfach mit einem Tritt Stopp sage.
Ich habe nämlich schon an diesem Ort gelernt, Stopp zu sagen, wenn mir etwas nicht passt.
Ich bin jetzt schon ziemlich lange an diesem Ort und habe mich nun dazu entschieden, diesen Ort langsam zu verlassen.
Ich spüre, wie ich bereits zu etwas geworden bin, was sich noch etwas komisch anfühlt, jedoch spüre ich auch, dass dieses Etwas mit mir als Seele verbunden ist.
Es tut sich was. Ich spüre, wie ich mich in eine Richtung bewege.
Ich nehme etwas wahr, was ganz hell ist.
Dieses Licht kommt immer näher.
Ich spüre, dass dieser Ort, wo ich gerade noch bin, sich wieder nicht so gut anfühlt.
Ich spüre auch, dass ich langsam diesen dunklen, warmen Ort immer mehr verlasse.
Auf einmal macht es zack und ich bin an einen ganz komischen Ort.
Ich spüre ein Gefühl, dass sich nicht so gut anfühlt.
Ich sehe Wesen vor mir, die ich noch nie gesehen habe, zumindest nicht in dieser Form.
Auch spüre ich, dass dieser Ort anders ist, als dort, wo ich herkomme & dieser Ort auch anders ist, als dort, wo ich jetzt eine gewisse Zeit lang war.
Ich spüre, dass ich jetzt ein Mensch bin.
Ich schreie, weil alles neu für mich ist.
Nicht nur, dass ich nun einen Körper habe, sondern auch, weil ich eine tiefe Schwingung spüre.
Ich spüre, dass ich endlich auf dem Planet Erde angekommen bin, jedoch will ich sofort wieder zurück an den Ort, woher ich komme.
Mein erster Gedanke als Mensch ist: Wo bin ich hier nur gelandet?
Ich begegne zum ersten Mal meiner biologischen Mami.
Ich spüre so viel Liebe. Hier fühle ich mich wohl bei ihr.
Ich spüre aber auch, dass ich etwas Mühe mit diesem Planeten Erde habe.
Obwohl ich noch so ein kleiner Knopf bin, spüre ich, dass hier so einiges anders ist.
Ich werde mich sicher noch an diesen Planeten Erde gewöhnen, aber zuerst muss ich mich in meiner neuen Form zurechtfinden können.
Ich habe aber ziemlich schnell etwas herausgefunden und zwar, wenn ich weine, dann kommt meine Mami sofort zu mir.
Also weine ich einfach mal aus Langeweile, denn etwas anderes kann ich ja in diesem Moment noch nicht wirklich machen.
Ich spüre, wie ich meine Mami damit auf die Palme bringen kann, was mir sehr gefällt.
Ich habe auch noch ganz viele andere Sachen herausgefunden, welche meine Mami auf die Palme bringen, denn das ist meine Beschäftigung, meine Mami auf die Palme zu bringen.
Was ich auch sehr gerne mag, ist dieses Ding, welches ich bekomme, damit ich aufhöre zu weinen.
Ich merke aber auch hier, wenn ich dieses Ding ausspucke und wieder damit beginne zu weinen, dass meine Mami dann sofort zu mir kommt.
Jetzt habe ich schon zwei Beschäftigungen, mit denen ich meine Mami nerven kann.
Ich habe übrigens auch einen Bruder, der sieht aber nicht aus wie ein Mensch.
Wenn ich meinen Bruder anfasse, ist er weich.
Sein Name ist Hügi.
Hügi ist ein Stofftier, das ich auch sehr liebe.
Ich liebe es, mit Hügi zu schmusen oder Hügi anzusabbern.
Ich schmeisse Hügi aber auch gerne mal auf den Boden, denn auch damit kann ich meine Mami auf die Palme bringen.
Ich entwickle mich langsam selbst zum Spezialisten, um meine Mami ständig zu ärgern, was mir immer mehr Freude macht.
Ich spüre, wie sich mein Körper ständig weiterentwickelt.
Ich lerne, dass Dinge die ich mache, bestimmte Schwingungen haben.
Ich beobachte meine Mami, wenn sie mit anderen Wesen Schwingungen austauscht.
Manchmal spüre ich bei meiner Mami, dass sie Freude an diesen Schwingungen hat, weil sich diese Schwingungen gut anfühlen und manchmal spüre ich auch, dass sich diese Schwingungen nicht so gut anfühlen.
Eine Schwingung, die ich täglich wahrnehmen kann ist etwas, was meine Mami zu mir sagt, wenn sie mich ansieht.
Diese Schwingung fühlt sich aber gut an.
Ich glaube fast, dass ich mit dieser Schwingung gemeint bin, denn das ist das, was ich dabei fühlen kann.
Ich fühle sowieso alles, denn für mich ist alles Schwingung.
Heute ist ein ganz spezieller Tag, denn ich spüre, wie sich meine Beine langsam bewegen wollen.
Meine Mami nimmt mich auf und setzt mich auf meine Beine.
Ich finde das lustig, lache dabei und lass mich einfach wieder auf den Boden fallen.
Ich merke, wie meine Mami dabei Freude hat, deswegen versuche ich, mich etwas länger auf den Beinen zu halten.
Ich habe jetzt aber genug vom Laufen und möchte jetzt etwas schlafen.
Ich liebe das Schlafen, denn wenn ich schlafe, kehre ich an diesen Ort zurück, von dem ich komme und begegne dabei meiner Familie, welche mich auf die Inkarnation vorbereitet hat.
Ich habe aber auch nicht immer nur Lust darauf, immer zu schlafen, lieber etwas meine Mami ärgern.
Übrigens kann ich jetzt schon fast alleine auf meinen Beinen stehen.
Auch habe ich erkannt, dass diese Schwingungen, die ich zuerst im Bauch meiner Mami und auch jetzt wahrnehmen kann, eine Art Kommunikation der Menschen ist.
Auch diese Schwingung, welche mir sehr vertraut ist, nämlich das Wort Tila.
Ja Tila, das bin ich.
Ich spüre, wie ich täglich immer mehr kann, wie zum Beispiel laufen, einzelne Schwingungen in Worte fassen, mit Hügi spielen oder eben, was ich am liebsten mache, meine Mami ärgern.
Ich spüre nämlich bei allen Menschen, wie es ihnen wirklich geht.
Auch wenn sie sagen, dass es ihnen gutgeht, kann ich spüren, dass es nicht immer so ist.
Ich sehe, dass die Menschen über Worte kommunizieren und nicht so wie ich über Schwingungen.
Ich werde immer älter und älter und verstehe langsam, warum ich hier bin.
Ich habe übrigens einen Freund und zwar ist das ein Hund, den ich sehr liebe.
Ich mag Tiere sehr gerne, denn mit ihnen kann ich ohne Worte sprechen.
Ich spiele auch gerne mit ihnen, denn sie muss ich nicht ärgern, weil sie meine Freunde sind.
Ich bin jetzt schon fünf Jahre alt und habe von meiner Mami gehört, dass ich mir nun den Kindergarten ansehen darf.
Ich weiss zwar nicht, was ein Kindergarten genau ist, wird aber sicher lustig werden, denn dort gibt es sicher auch andere Menschen, die ich ärgern kann.
Ich bin jetzt auf dem Weg zum Kindergarten, zusammen mit meiner Mami.
Wir sind jetzt beim Kindergarten angekommen und dort kann ich auch schon andere Menschen sehen.
Mein erster Gedanke ist: Was ist das hier?
Meine Mami ist schon wieder sichtlich nervös, weil sie ja weiss, dass ich ein kleiner Rebell bin.
Ich stehe in diesem Zimmer, dieses Zimmer, dass voll mit Menschen ist und ich frage mich selbst, was ich hier eigentlich mache.
„Hallo, du bist sicher Tila“, sagt eine Stimme hinter mir, also drehe ich mich um.
Vor mir steht eine Frau mit schwarzen Haaren, einem roten Kleid und mit einem Lachen im Gesicht.
Ich denke mir gerade: „Dir wird das Lachen mit mir schon noch vergehen“.
„Hallo ich bin Frau Gutensohn“, sagt diese Frau zu mir.
Ich muss lachen, weil ich mir denke: „Aha, Frau Gutensohn heisst du also“.
Meine Mami ist schon wieder nervös, weil sie weiss, dass ich ein ziemlich frecher Hagel bin.
Ich spüre, dass meine Mami sich wünscht, dass ich mich einfach einmal benehmen kann.
Ich tue ihr diesen Gefallen.
Ich spiele mit den anderen Kindern, währenddessen tauscht sich meine Mami mit den anderen Mamis aus.
Ich spüre bei diesen Kindern, dass diese Kinder anders als ich sind, aber ich spiele trotzdem mit ihnen.
Ich höre auf einmal meine Mami rufen: „Tila wir gehen jetzt nach Hause“.
Ich schreie laut durch den Kindergarten: „Also habt ihr gehört, ich gehe jetzt nach Hause, wir sehen uns nach den Sommerferien“.
Viele der Kinder sehen mich verdutzt an, weil ich das so laut sagen muss.
Ich verabschiede mich von den anderen Kindern und bin froh, endlich aus diesem Zimmer gehen zu können.
Ich laufe jetzt wieder mit meiner Mami nach Hause.
Die Zeit vergeht und endlich kommt dieser Tag, wo ich endlich in den diesen Kindergarten darf.
„Tila, kommst du?“, tönt es aus der Küche.
„Nein Mami, ich gehe alleine in den Kindergarten, ich bin schliesslich schon gross“, antworte ich.
Meine Mami weiss, dass es sinnlos ist, mit mir zu diskutieren, weil ich einfach nicht damit aufhöre, mit ihr zu diskutieren.
Ich ziehe nun meine Schuhe und meine Jacke an und renne ganz schnell zum Kindergarten.
Als ich beim Kindergarten angekommen bin, sehe ich schon wieder diese anderen Kinder.
Ich bin jetzt im Zimmer und wir alle sitzen im Kreis auf unserem Stuhl, was mir aber wieder mal zu blöd ist, deswegen lasse ich mich jetzt einfach auf den Boden fallen, so dass ich meine Kindergartenlehrerin damit nerven kann.
Ich mache das jeden Tag, wenn ich im Kindergarten bin.
Ich schreie auch gerne herum, sitze selten still, spiele alleine oder spreche mit meiner Pocahontas-Figur, welche ich von meiner Mami geschenkt bekommen habe.
Meine Pocahontas-Figur ist meine beste Freundin, die ich immer mit in den Kindergarten nehme.
Ich stelle jeden Tag Bauklötze auf, auf die ich dann die Pocahontas-Figur stelle.
Alle Kinder müssen mir dann immer zuhören, wie ich mit dieser Figur spreche.
Jeder, der mir nicht zuhört, dem haue ich einfach mit der Figur über den Kopf, weil ich hier der Chef im Kindergarten bin.
Frau Gutensohn gefällt das gar nicht, wenn ich so mit den anderen Kindern umgehe.
Für Frau Gutensohn habe ich übrigens schon einen neuen Namen, den ich jetzt aber hier nicht nennen werde, weil er nicht gerade anständig ist.
Frau Gutensohn nervt mich sowieso, weil sie mir immer sagen will, was ich zu tun und zu lassen habe.
Letztens hat mich Frau Gutensohn so wütend gemacht.
Wir durften einen Igel auf einem Blatt Papier ausmalen.
Alle Kinder haben diesen Igel braun ausgemalt, doch ich habe mich dazu entschieden, diesen Igel blau auszumalen, was der Frau Gutensohn schon wieder nicht passte.
„Tila, ein Igel ist braun und nicht blau, malst du den bitte wieder braun aus“, sagt Frau Gutensohn zu mir.
Frau Gutensohn bringt mir einen brauen Stift, mit dem ich den Igel also wieder braun ausmalen soll.
Diese Frau macht mich so wütend, dass ich ganz aggressiv diesen Igel wieder braun ausmale.
Da ich diese Zeichnung mit nach Hause nehmen darf, um sie meiner Mami zu zeigen, nutze ich gerade die Gelegenheit dazu, um den Igel wieder blau auszumalen.
Mir ist nämlich eingefallen: „Meine Mami hat doch im Büro so einen dicken blauen Filzstift, genau den nehme jetzt ich dafür“.
Ich male nun diesen Igel voller Freude wieder blau aus.
Am nächsten Morgen laufe ich voller Stolz in den Kindergarten, in meinem Kindergartentäschli diese Zeichnung mit diesem Igel darauf, den ich wieder blau ausgemalt habe.
Als ich im Kindergarten angekommen bin, zeige ich Frau Gutensohn meinen Igel.
Wie immer hat diese Frau keine Freude an mir und sagt zu mir: „Tila das geht nicht, dass du nicht das machst, was ich dir sage“.
Ich muss lachen, weil ich spüre, dass Frau Gutensohn zwar erwachsen ist, aber vom Bewusstsein her nicht soweit ist wie ich.
Frau Gutensohn hat natürlich meine Mami angerufen und sich beschwert, weshalb sie nicht besser auf mich aufgepasst hat, was ich zu Hause so mache.
Ich habe noch ganz viele weitere Erlebnisse zu erzählen, so dass ihr vielleicht besser spüren könnt, wer oder was ich genau bin.
Ich habe auch einen Freund, den aber nur ich sehen kann.
Mein Freund begleitet mich überall hin, auch heute in den Kindergarten.
Ich sitze schon wieder im Kreis auf meinem Stuhl, da sehe ich ihn wieder.
Er lacht mich an und ich lache zurück.
Frau Gutensohn regt sich über mich auf, weil ich meinem Freund mehr Aufmerksamkeit schenke als ihr selbst.
Frau Gutensohn merkt aber, dass ich mit jemandem spreche.
„Tila, mit wem sprichst du da?“, fragt sie genervt nach.
„Ich spreche mit meinem Freund, der da hinten auf dem Stuhl sitzt“.
„Tila ich bitte dich, dort hinten sitzt niemand“, meint sie.
Die anderen Kinder sowie auch Frau Gutensohn lachen über mich.
Ich bin das aber schon gewöhnt, dass viele Menschen oftmals über mich lachen, wenn ich von meinem Freund erzähle.
Ich bitte meinen Freund, dass er nun gehen soll, weil ich jetzt gerade noch im Kindergarten bin.
Als der Kindergarten fertig ist, will Frau Gutensohn noch mit mir sprechen.
„Tila, mit wem sprichst du denn da immer?“, erkundigt sie sich.
„Ich habe es dir schon mal gesagt, dass ich mit meinem Freund spreche“, gebe ich ihr zur Antwort.
„Ja aber Tila, ich kann deinen Freund gar nicht sehen“.
„Weisst du, Frau Gutensohn, mein Freund will auch nicht, dass du ihn sehen kannst“.
„Na gut liebe Tila, du darfst nun auch nach Hause gehen, bis morgen“.
Ich ziehe meine Jacke und meine Schuhe an und laufe nach Hause.
Auf dem Nachhauseweg begegne ich wieder meinem Freund.
Mir ist aufgefallen, dass sich mein Freund verwandeln kann.
Manchmal ist er ein Mensch und sieht aus wie ein Opa.
Manchmal ist er aber auch etwas anderes.
Ich weiss, dass mein Freund hier ist, um mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich eigentlich gar kein Mensch bin, sondern nur für dieses Leben zu einem Menschen geworden bin.
Ich bin zu Hause und öffne die Türe.
„Tila, kommst du bitte mal in die Küche?“, schreit meine Mami.
„Ja Mami was ist denn?", frage ich nach.
„Tila, Frau Gutensohn hat mich gerade angerufen und mir erzählt, dass du einen neuen Freund hast, den man aber nicht sehen kann, stimmt das?“
„Ja Mami, das stimmt, er begleitet mich überall hin“, gebe ich ihr zur Antwort.
Meine Mami versinkt in den Gedanken und verlässt die Küche.
Ich habe schon lange verstanden, dass es viele Menschen gibt, die mich nicht wirklich verstehen können.
Gerne möchte ich noch ein weiteres Erlebnis erzählen, nämlich davon, als mich der Samichlaus (Nikolaus) besucht hat.
Meine Mami hat mir gesagt, dass mich heute der Samichlaus besuchen kommt und mit mir sprechen möchte.
„Dingdong“.
Ich renne schnell zur Türe und öffne sie.
Da steht ein grosser Mann vor mir, mit einem roten Kleid und einem langen Bart.
Wir laufen gemeinsam ins Wohnzimmer, wo der Samichlaus mir seinen goldigen Stab gibt, den ich jetzt voller Stolz halte.
Der Samichlaus nimmt sein Buch hervor und liest mir etwas vor.
Er sagt mir, was ich alles noch lernen muss, was mich aber herzlich wenig interessiert.
„Tila, ich sehe, du hast ja immer noch deinen Nuggi.“
„Ja, ich habe immer noch meinen Nuggi, den ich sehr gerne mag“, gebe ich zur Antwort.
„Tila, komm bitte mal zu mir“.
Ich stehe nun vor dem Samichlaus und habe nur einen Gedanken im Kopf und zwar den Samichlaus an seinem Bart zu ziehen.
„Du Samichlaus, dein Bart ist sowieso nicht echt“, sage ich grinsend.
„Tila, natürlich ist mein Bart echt, wie kommst du denn darauf, dass dieser Bart nicht echt sein soll?“, fragt er nach.
„Zack, darum.“
Ich habe nun am Bart vom Samichlaus gezogen, um ihm zu beweisen, dass ich recht damit habe, dass dieser Bart nicht echt ist.
Der Samichlaus ist sichtlich entsetzt über mein Vorgehen.
„Tila, du kannst doch nicht einfach an meinem Bart ziehen“, meint der Samichlaus.
„Warum nicht? Du Samichlaus, du bist hier sowieso nicht der Chef“, gebe ich ihm zur Antwort.
Der Samichlaus merkt, dass es keinen Sinn hat, mit mir zu diskutieren, deswegen fährt er mit seinem Vorhaben fort.
„Tila, ich habe gehört, dass du immer noch einen Nuggi hast". „Willst du ihn mir geben?“, fragt er mich.
„Ja natürlich kannst du diesen Nuggi haben“, antworte ich.
Meine Mami ist sichtlich erstaunt, dass ich einfach so meinen Nuggi hergebe.
Der Samichlaus denkt sich gerade, wenigstens etwas, wo ich bei Tila Erfolg habe.
Ich gehe zum Samichlaus hin und gebe ihm meinen Nuggi mit einem Lachen im Gesicht.
„Vielen Dank, liebe Tila für deinen Nuggi“, sagt der Samichlaus zu mir.
„Bitte lieber Samichlaus, ich habe oben in meinem Zimmer noch ganz viele andere Nuggis“, gebe ich ihm grinsend zur Antwort.
Auf einmal ist es still im Wohnzimmer und ich spüre, wie alle schon wieder genervt von mir sind.
Der Samichlaus verabschiedet sich von mir und meine Mami bringt ihn noch zur Türe.
Ich höre, wie meine Mami und der Samichlaus sich noch austauschen.
Ich höre, wie meine Mami wieder auf dem Weg ins Wohnzimmer ist, wo ich gerade mit meiner Puppe spiele.
„Tila, du kannst doch nicht so frech zum Samichlaus sein“, meint meine Mami.
„Warum nicht, Mami? Der Samichlaus hat das Gefühl, dass er mir sagen kann, was ich machen soll“, gebe ich ihr zur Antwort.
Nachdenklich geht meine Mami aus dem Wohnzimmer und ich spiele weiter mit meiner Puppe.
Ich könnte euch noch ganz viele weitere, zumindest für mich lustige, Erlebnisse erzählen, aber ich muss schon wieder in diesen nervigen Kindergarten, wo man mir wieder Sachen beibringen möchte, die ich gar nicht lernen will.
Ich sitze auch schon wieder auf diesem nervigen Stuhl im Kreis und höre der doofen Frau Gutensohn zu.
„Ihr lieben Kinder, heute teile ich euch mit, zu welchem Lehrer ihr nach den Sommerferien kommt.“
Die Kinder freuen sich, während ich mir wünsche, ja nicht mit diesen Kindern weiterhin zusammen sein zu müssen.
Ich bin zwar erst sechs Jahre alt aber ich kenne schon einige Buchstaben und kann auch schon einige Buchstaben schreiben.
Es sind also noch zwei Wochen, bis ich Frau Gutensohn endlich los bin.
Diese Frau nervt mich so extrem, weil sie glaubt, alles besser zu wissen als ich.
Die Zeit vergeht und der Tag kommt, an dem ich das letzte Mal in den Kindergarten gehen muss.
Deswegen ziehe ich mich heute schön an, denn heute gehe ich zum letzten Mal mit meiner Mami zusammen in den Kindergarten.
Alle Kinder sind zusammen mit ihren Mamis da und freuen sich, weil wir von Frau Gutensohn wissen, dass sie für jeden von uns irgendwo noch ein Abschiedsgeschenk versteckt hat.