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Er weiß ganz genau, wie er ihr bei ihrem Problem helfen kann. Dazu müsste sie mit ihm aber ein ganz anderes Geschäft als bisher eingehen. Probieren kann sie es ja, und er überzeugt sich gleich von ihren Qualitäten. Aber will er nur ein harter Geschäftsmann sein oder doch noch mehr von ihr?
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2022
Er weiß ganz genau, wie er ihr bei ihrem Problem helfen kann. Dazu müsste sie mit ihm aber ein ganz anderes Geschäft als bisher eingehen. Probieren kann sie es ja, und er überzeugt sich gleich von ihren Qualitäten. Aber will er nur ein harter Geschäftsmann sein oder doch noch mehr von ihr?
Lara dachte wieder daran, am Bahnhof einfach abzuhauen. Hier hatte sie ohnehin nichts mehr – aber sie konnte sich ja nicht einmal eine Zugfahrt leisten. Sie blieb einfach stehen und atmete tief durch. Irgendwie würde sie jetzt da hineingehen, die Sache klären – oder sollte sie doch umkehren?
Beim Eingang war eine Kamera, an der ein kleines, rotes Licht blinkte. Jetzt war es ohnehin zu spät, der schickte sicher seine Leute los, wenn sie etwas probierte. Also trat sie ein und schritt durch diesen länglichen Vorraum. Sie ging einfach weiter, auf die offene Tür zu seinem Büro zu. Da war dieser Schreibtisch – und ihr Herz schlug noch schneller. Da saß er. Er schien sie bemerkt zu haben und blickte von etwas auf, das ihn gerade beschäftigte. Sah er sie anders als beim letzten Mal an?
„Guten Tag“, sagte sie, „ich bin hier wegen …“
„Das werden wir dann sehen! Erst einmal …“
Er hörte sich auch diesmal beinahe wie die ein Verkäufer an. Einer, von dem sie sich die ganzen Sachen andrehen lassen und ganz schnell den Kredit bekommen hatte. Aber an diesem Tag schwang etwas mit, das sie bis in ihren Magen spürte. Genauso in ihrem Hals, der sich mit einem Mal wie abgeschnürt anfühlte. Was wollte er bitte noch? Da musste es doch gesetzliche Regelungen dafür geben! Sie sollte …
„Wie schon beim letzten Mal gesagt …“, entgegnete sie erst mehrere Sekunden später.
„Ach so, was denn?“
„Es ist momentan wirklich schwierig. Aber zu Beginn des nächsten Monats sollte sich die nächste Rate ausgehen.“
„Sie wissen aber schon, dass seit vier Monaten der ganze Betrag fällig ist?“
„Ja, schon, aber …“
„Ich habe eine Weile Geduld gehabt, aber jetzt müssten wir langsam zu einem Abschluss kommen.“
„Ja, aber …“
„Ja, egal. Wie auch immer, aber wir müssen uns heute wirklich etwas überlegen. Ich darf doch?“
Zuerst war er nur bei ihrer Wohnung am Türstock gelehnt, hatte sich so umgesehen, als wäre alles ohnehin nichts wert. Nun stand sie hier bei ihm – und er erhob sich und machte einen Schritt in ihre Richtung. Ziemlich gemütlich eingerichtet hatte er es hier. Ach, sie musste das endlich klären, bevor jemand vom Gericht an ihre Tür klopfte. Sie hätte diese Möbel und diese Küchengeräte rechtzeitig zurückgeben sollen, als sich zum ersten Mal etwas gelöst hatte. Das hatte sie aber nicht. Ein großer Teil ihrer Ersparnisse war so verschwunden, sie weniger verdient als gedacht – und nun sah sie dieser Mann direkt an.
„Bitte … da war dann ein Rohrbruch in der Küche, und dann auch noch …“
„Sicher. Und dann wahrscheinlich noch eine Überschwemmung im Badezimmer.“
„Nein, aber …“
„Oder … ein Feuer im Schlafzimmer?“
Dieses Gefühl in ihrem Hals verschwand nicht, aber es wurde irgendwie von einem Prickeln überlagert. Wenn er sie nicht nerven und Schulden einfordern würde, dann wäre er sehr … anziehend. Dann wäre er ein geiler, potenter Hengst. Was er da trug, ließ kräftige Muskeln erkennen. Was er dann wohl erst in der Hose hatte? Bitte, woran dachte sie auf einmal? Doch nur bei diesem Gedanken fühlte es sich für Lara ganz langsam an, als würde bei ihr etwas feucht werden. Was wäre, wenn sie …? Aber besser wäre, sie würde ihn für heute loswerden. Oder konnte sie wirklich verschwinden und keine Spuren zurücklassen, so wie ihr Ex-Freund? Nur, wo sollte sie hin?
Der Typstand immer noch dort und schien genug Zeit zu haben. Er schien auch keine Pläne zu haben, sie einfach so hier weggehen zu lassen. Worauf hatte sie sich nur eingelassen? Wahrscheinlich machten dieser Vertreter und er ohnehin gemeinsame Sache, auch wenn sie keine Beweise dafür hatte. Sie wusste, wie das bei diesen Kaffeefahrten lief, und sie war ohnehin viel zu jung, um in die Zielgruppe dafür zu fallen. Warum war sie dann auf einen windigen Vertreter hereingefallen, der ihr dieses Zeug angedreht hatte? Hätte sie wenigstens das Kleingedruckte gelesen.
Erkam noch näher, während sie einen weiteren Schritt zurück machte und fast ganz mit dem Rücken an einer Wand lehnte. Er stand nun fast direkt vor ihr.
„Es gäbe aber eine einfache Möglichkeit, das zu regeln“, sprach er sie an und wurde dabei leiser. „Und … da könnte sogar für dich noch etwas herauskommen.“
„Wie bitte? Also …“
„Ich vertrete da auch ganz andere Klientel, mit ganz speziellen Wünschen. Schulden zu haben muss nicht immer bedeuten, diese mit Geld zu begleichen. Da gäbe es genauso …“
