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In der paranormalen Welt: Die Vorstellung eines Mannes von Gut und Böse kann in den unerwartetsten Momenten auf die Probe gestellt werden. Maelgwn, Anführer einer Gruppe von Gargoyles in Durango, Colorado, hatte eigentlich vor, nur ein paar Tage in Stone Ridge zu sein, um dem Gefährten eines anderen Gargoyles zu helfen, der gerade das erste Ei des Paares legt. Seine Pläne ändern sich, als er im Krankenhaus seinen Gefährten wittert. Er entdeckt, dass sein Gefährte Bobby Truman ein Mensch ist, der keine Ahnung hat, dass die paranormale Welt existiert, obwohl einige seiner Freunde Wandler sind. Maelgwn beginnt den mühsamen Prozess des Beobachtens und Wartens, auf der Suche nach der perfekten Gelegenheit, um Kontakt mit seinem Gefährten aufzunehmen. Bobby Truman hat es satt, dass die Kumpels seines Freundes Seth ihn misshandeln, besonders da dieser nichts dagegen unternimmt. Eine gebrochene Nase, die ihm Seths Kumpel Grant verpasst hat, ist der letzte Tropfen. Als er in der Dunkelheit überfallen und von einem mysteriösen Fremden gerettet wird, hofft Bobby, dass dies für ihn die Gelegenheit ist, endlich von Seth wegzukommen. Auch wenn es mit Maelgwn vielleicht nicht klappen wird, kann Bobby die Aufmerksamkeit des Mannes hoffentlich lange genug fesseln, um Seth zu beweisen, dass es wirklich vorbei ist. Bobby findet es zwar merkwürdig, dass Maelgwn sich mit ihm immer nur nach Einbruch der Dunkelheit trifft, sich nie bei Tageslicht zeigt, aber er ist bei weitem nicht auf die Wahrheit vorbereitet, als sie schließlich herauskommt. Kann Maelgwn Bobby davon überzeugen, dass die Wesen, die in der Nacht herumschleichen, nicht immer böse sind und seinen Platz an Maelgwns Seite in der paranormalen Welt einzunehmen? Auch wenn das bedeutet, sein Leben auf den Kopf zu stellen und umzuziehen? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing. Länge: rund 36.100 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2019
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
ÜBER CHARLIE RICHARDS
LESEPROBE:
Zwitscher für mich
In der paranormalen Welt: Die Vorstellung eines Mannes von Gut und Böse kann in den unerwartetsten Momenten auf die Probe gestellt werden.
Maelgwn, Anführer einer Gruppe von Gargoyles in Durango, Colorado, hatte eigentlich vor, nur ein paar Tage in Stone Ridge zu sein, um dem Gefährten eines anderen Gargoyles zu helfen, der gerade das erste Ei des Paares legt. Seine Pläne ändern sich, als er im Krankenhaus seinen Gefährten wittert. Er entdeckt, dass sein Gefährte Bobby Truman ein Mensch ist, der keine Ahnung hat, dass die paranormale Welt existiert, obwohl einige seiner Freunde Wandler sind. Maelgwn beginnt den mühsamen Prozess des Beobachtens und Wartens, auf der Suche nach der perfekten Gelegenheit, um Kontakt mit seinem Gefährten aufzunehmen.
Bobby Truman hat es satt, dass die Kumpels seines Freundes Seth ihn misshandeln, besonders da dieser nichts dagegen unternimmt. Eine gebrochene Nase, die ihm Seths Kumpel Grant verpasst hat, ist der letzte Tropfen. Als er in der Dunkelheit überfallen und von einem mysteriösen Fremden gerettet wird, hofft Bobby, dass dies für ihn die Gelegenheit ist, endlich von Seth wegzukommen. Auch wenn es mit Maelgwn vielleicht nicht klappen wird, kann Bobby die Aufmerksamkeit des Mannes hoffentlich lange genug fesseln, um Seth zu beweisen, dass es wirklich vorbei ist. Bobby findet es zwar merkwürdig, dass Maelgwn sich mit ihm immer nur nach Einbruch der Dunkelheit trifft, sich nie bei Tageslicht zeigt, aber er ist bei weitem nicht auf die Wahrheit vorbereitet, als sie schließlich herauskommt.
Kann Maelgwn Bobby davon überzeugen, dass die Wesen, die in der Nacht herumschleichen, nicht immer böse sind und seinen Platz an Maelgwns Seite in der paranormalen Welt einzunehmen? Auch wenn das bedeutet, sein Leben auf den Kopf zu stellen und umzuziehen?
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.
Paranormal verliebt ist ein Spin-Off der Reihe Die Wölfe von Stone Ridge. Die Reihen können unabhängig voneinander gelesen werden, dies idealerweise entsprechend der Nummerierung der Bände innerhalb der Reihe. Aufgrund der Überschneidungen innerhalb der verschiedenen Reihen, die in der Welt von Stone Ridge angesiedelt sind, empfiehlt es sich, die Bände entsprechend ihrer Reihenfolge innerhalb der gesamten Welt zu lesen. Eine Übersicht über die empfohlene Lesereihenfolge gibt es auf der Website von Me and the Muse Publishing.
Länge: rund 36.100 Wörter
CHARLIE RICHARDS
Zwitscher für mich
Paranormal verliebt 1
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Trill to Me Sweetly“:
Charlie Richards
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2019
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
Übersetzt von: Sage Marlowe
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Widmung
Für alle, die Gargoyle-Geschichten genauso lieben wie ich …
Bobby steckte zu tief drin und er wusste es. Leider war er sich nicht sicher, wie er sich aus dem Chaos befreien sollte, zu dem sein Leben geworden war. Er überlegte, wegzulaufen, aber wohin sollte er gehen? Sein Job war hier. Bobby liebte Colin City wirklich und wollte nicht weggehen.
Außerdem waren seine Freunde hier. Nicht, dass Bobby einen von ihnen in seine Probleme einbeziehen wollte. Der Einzige, der hätte helfen können, war sein Ex-Liebhaber Lyle, aber er sprach nicht mehr mit ihm. Der nette Detective war entführt worden und hatte sich in seinen Krankenpfleger verliebt, nachdem er gerettet worden war. Übertraf das nicht einfach alles? Bobby freute sich irgendwie für ihn.
Bobby warf einen Blick auf die Uhr und unterdrückte ein Seufzen. Großartig. Wenn er sich nicht beeilte, würde er zu spät nach Hause kommen, was bedeutete, dass Seth sauer sein würde. Als wäre er nicht schon sauer gewesen, als Forest auftauchte und Seth erzählte, dass Bobby einen anderen Mann im Café getroffen hatte. Während Bobby mit seinem Freund Cornelius gesprochen hatte, hatte er gesehen, wie Forest die Kneipe auf der anderen Straßenseite verließ. Es wäre viel zu viel zu hoffen, dass Seths Kumpel Bobby nicht bemerkt hatte. Wirklich, wer hielt sich im tiefsten Winter auf einer Terrasse in Colorado auf? Ja, genau dieser Idiot mit dem Stiernacken.
Bobby schloss seinen Laptop und schob ihn in seine Tasche. Er trank den Rest Kaffee und stand auf. Als er sich mit der Hand übers Gesicht fuhr, spürte Bobby nur einen Stich von seiner Nase. Zumindest die gebrochene Nase war fast geheilt. Gott, allein die Erinnerung daran, dass Seths Freund mit der Faust in sein Gesicht schlug, ließ ihn zusammenzucken. Sicher, Seth war überaus besitzergreifend und behielt ihn immer im Auge, aber zumindest musste sich Bobby keine Sorgen machen, von dem Mann geschlagen zu werden.
Es waren Seths Arschloch-Kumpels, die ihm gern zu hart auf den Rücken klopften oder ihm zu fest auf den Arm schlugen – alles unter dem Deckmantel freundlicher Klapse. Als Grant ihm ins Gesicht geschlagen hatte, hatte er behauptet, er habe auf Bobbys Schulter gezielt. Seth hatte ihn trotzdem rausgeschmissen. Bobby war sich nicht sicher, warum er sich dadurch nicht besser gefühlt hatte. Vielleicht, weil es den Schmerz in seiner Nase nicht linderte?
Oder es könnte das Gefühl der Hilflosigkeit sein, das Seth in Bobby hervorgerufen hatte. Seth ließ seine Freunde auf Bobby aufpassen, während er selbst bei der Arbeit war. Und wenn Seth nicht bei der Arbeit war, kam er ständig zu Bobby nach Hause oder zu seiner Arbeitsstelle. Bobby fühlte sich nie mehr allein, aber er war immer noch isoliert.
Bobby hasste es und wollte raus.
Er hielt inne, und ein Schauer fuhr ihm über den Rücken. Die Haare in seinem Nacken standen zu Berge. Bobby warf einen verstohlenen Blick hinter sich, konzentrierte sich dann schnell wieder geradeaus und nahm sein Tempo wieder auf. Okay, vielleicht hätte er nicht so lange im Café bleiben sollen.
Jemand folgte ihm. Jemand, den er nicht erkannte. Tatsächlich zwei Jemande. Zwei, die mit ihren dunklen Kapuzenpullis und Ketten, die an ihren Jeanshosen klimperten, aussahen wie Straßenräuber. Vielleicht war es ein Klischee, aber Bobby dachte dennoch über seine Optionen nach – in eine Gasse gehen oder losrennen. Beide waren beschissen.
Als er spürte, wie die Hand auf seine Schulter fiel, quietschte Bobby und tat beides. Er riss sich von dem los, der ihn berührt hatte, und rannte die Gasse zu seiner Linken entlang. Bobby wusste, wenn er es bis zum Ende schaffte, konnte er nach links und dann nach rechts abbiegen und es zu einer Hauptstraße mit Taxis schaffen.
Mit eins siebzig war er leider klein, was bedeutete, dass seine Beine kurz waren und die Schläger ihn einholten. Eine Hand packte sein Sweatshirt und riss ihn fast von den Füßen. Er schnappte nach Luft, war außer Atem, aber es gelang ihm, sein Gleichgewicht wiederzugewinnen. Zumindest bis derjenige, der ihn festhielt, ihn seitwärts gegen die Wand stieß.
Er ließ fast seine Laptoptasche fallen und bemühte sich, sie festzuhalten. Bobby musste beide Arme darum legen, um das alte, schwere Ding festzuhalten, was dazu führte, dass er seine Knöchel an den Steinmauern des Gebäudes aufkratzte.
„Nun, warum musstest du weglaufen, Alter?“, fragte einer seiner Verfolger. „Das macht meinen Gefährte nur an.“
Der andere Typ gluckste und es erforderte alle Kraft in Bobby, sich umzudrehen und ihnen zu stellen. „Bitte, lasst mich in Ruhe“, flüsterte er und sein Blick huschte zwischen den beiden Männern hin und her. Er drückte seine Laptoptasche wie einen Schild an die Brust.
„Oh, wir werden dich nicht verletzen“, sagte der erste Mann wieder, offensichtlich der Sprecher des Duos. „Solange du uns gibst, was wir wollen“, fügte er in einem schwülstigen Ton hinzu, der Bobby einen Schauer über den Rücken jagte.
„Was-was wollt ihr?“, flüsterte Bobby und sein Blick huschte zwischen ihnen hin und her.
„Deinen Laptop“, antwortete der erste.
Es übertönte fast die Antwort des zweiten Mannes. „Deinen Arsch.“
Bobby wurde blass. „Nein“, protestierte er.
„Och, sei nicht so, Baby“, sagte der erste Mann und grinste. „Wir werden es gut für dich machen.“
Bobby konnte nirgendwo hin, als beide Kerle auf ihn zukamen. Er wimmerte und zuckte zusammen, als der fiese, biergetränkte Atem des ersten Mannes über sein Gesicht strömte. Bobby schrie bestürzt auf und rutschte zur Seite, als der zweite Mann seinen Gürtel packte. Es brauchte kein Genie, um zu erkennen, was als nächstes kommen würde.
Er begann den Kopf zu schütteln und sein Körper zitterte heftig. Die Finger des Ersten kniffen in sein Kinn und drehten seinen Kopf, als er seinen Mund auf Bobbys presste und die Zunge in seinen Mund drückte.
Bevor Bobby herausfinden konnte, wie er aus dieser Situation herauskommen sollte, hallte ein unmenschliches Brüllen durch die Gasse. Beide Männer zuckten zusammen, der erste hob seinen Kopf, obwohl er seine Hände an Bobbys Gesicht behielt. Der zweite Mann ließ seinen offenen Gürtel los und knurrte: „Was zum Teufel war das?“
„Keine verdammte Ahnung“, antwortete der erste Mann, dessen Tonfall eine Mischung aus besorgt und wütend war, wahrscheinlich wegen der Unterbrechung.
„Warum sucht ihr euch nicht jemanden in eurer Größe aus?“
Die Frage, die langsam und bedrohlich mit tiefer, schroffer Stimme gestellt wurde, ließ Bobbys Eier vibrieren. Das mochte der einzige Grund sein, der Bobby einfiel, um zu erklären, warum sein Schwanz sich unter diesen Umständen rührte. Zumindest ließ der Arschloch-Räuber Nummer Eins seinen Kiefer los und beide traten von ihm weg, um sich dem Neuankömmling zu stellen.
Bobby wusste, dass er ihre Ablenkung ausnutzen sollte, also holte er tief Luft und rannte zur Einmündung der Gasse. Er schaffte es nicht mal zwei Schritte weit, bevor der zweite Schläger ihn packte und gegen eine Wand knallte. Schmerz schoss durch seinen Kopf, als er über den rauen Stein schrammte.
Ein weiteres Brüllen hallte durch die Gasse. Anstatt seinen Kopf zum Läuten zu bringen, fühlte sich Bobby fast … gut … beruhigt. Er drückte eine Hand an seine Schläfe und spürte, wie das Blut aus seiner Haut sickerte. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, konnte er nicht anders, als zu bemerken, wie der Mann, der den gewaltigen Schatten warf und mit der tiefen sexy Stimme sprach, den Kopf eines der Räuber gegen die Wand schlug.
Er rief eine Warnung, als er den zweiten Mann entdeckte, der auf den Schatten zielte, der seinen Helden kennzeichnete. Ein Strahl Mondlicht schimmerte auf dem Messer einer Klinge, die sich in der Hand des Angreifers befand.
Der große Schatten streckte ein langes Bein aus und riss den Kerl von den Füßen. Der erste Räuber war wieder auf den Beinen und griff an. Bobbys Held schwang seinen Arm und erwischte den Kerl mit seinem Umhang. Der musste aus einem steifen Material gewesen sein, denn der Schläger prallte nach hinten gegen die Wand. Diesmal schlug sein Kopf mit einem lauten Knall darauf und er sackte auf dem Boden zusammen.
Bobby sah zu, wie die Silhouette seines Helfers zu seiner vollen Größe heranwuchs, als er nach dem zweiten angreifenden Räuber ausholte. Nachdem der Mann wie sein Kumpan zu Boden gegangen war, stand er nicht wieder auf. Bobbys Kinnlade klappte nach unten, als sein Retter schließlich stillstand und er die tatsächlichen Proportionen des Mannes erkennen konnte. Sicher, die Schatten verdeckten ziemlich viel, aber der Mann musste mindestens zwei Meter zehn groß sein und seine breiten Schultern – heilige Scheiße!
„Geht es dir gut?“, fragte der Mann.
„Ja“, flüsterte Bobby und konnte seinen Blick nicht davon abhalten, über die von einem schweren Mantel und Schatten verhüllte Gestalt zu schweifen. „Vielen Dank.“
„Dein Laptop“, sagte der Mann, kniete sich auf den Boden und ergriff den schwarzen, rechteckigen Gegenstand. „Hier.“
Anstatt auf ihn zuzugehen, schob der Mann die Tasche über den Asphalt auf Bobby zu. Sein Ziel war gut anvisiert, und die Tasche blieb einen halben Meter vor ihm liegen. „Danke“, sagte Bobby erneut, packte den Laptop und drückte ihn an sich.
„Gern geschehen“, ertönte die tiefe Stimme des Mannes. „Du kannst gehen. Ich werde die Polizei rufen und mich um diese Schläger kümmern.“
Bobbys Fäuste klammerten sich am Griff fest, aber er bewegte sich nicht von der Stelle. Aus irgendeinem Grund wollte er unbedingt das Gesicht seines Helden sehen. Er wusste einfach, dass es so sexy sein würde, wie seine tiefe Stimme es andeutete. Stattdessen fragte er: „Gibt es etwas, was ich tun kann, um dich für deine Güte zu entlohnen?“
Für einen langen Moment blieb der Mann ruhig. Bobby hätte fast nicht mehr gedacht, dass er antworten würde, aber dann sagte der Fremde: „Iss mit mir zu Abend.“
Er wusste, dass seine Brauen hochgezogen waren und er konnte sein überraschtes Keuchen nicht unterdrücken. Er leckte sich die Lippen und bemühte sich, eine Antwort zu formulieren. Wäre es Fremdgehen, ein Dankeschön-Essen von einem Kerl anzunehmen, der ihn vor … naja, wahrscheinlich einem Überfall und einer Vergewaltigung gerettet hatte?
Bobby entschied, dass Seth es wahrscheinlich so sehen würde. Dies war die perfekte Gelegenheit, um mit seinem Leben weiterzumachen. Wenn dieser große Mann sein Interesse kundtun würde, würde Seth ihn mit Sicherheit in Ruhe lassen, oder?
„Schon gut, vergiss es“, sagte der Mann und lenkte Bobbys Aufmerksamkeit erneut auf sich. Der Mann bewegte sich, sein Schatten drehte sich um und entfernte sich.
„Nein, warte, bitte“, rief Bobby und ging auf ihn zu.
„Halt.“
Bobby gehorchte dem Befehl im Ton des anderen Mannes und kam zum Stillstand. „Bitte, warte“, flehte Bobby. Er wusste nicht, ob der Typ seinen Gesichtsausdruck sehen konnte, aber er versuchte trotzdem, mit seinem Blick zu bitten. „Ich werde mit dir zu Abend essen, nur …“ Er leckte sich die Lippen und schüttelte den Kopf.
„Nur was?“
„Ich bin gerade mit jemandem zusammen. Ich habe versucht, den Mut zu finden, mit ihm Schluss zu machen, aber … ich habe es noch nicht getan. Ich …“ Scheiße, warum ist das so schwer? „Ich möchte nicht, dass du denkst, ich wäre ein Fremdgänger“, platzte es aus Bobby heraus. „Weil ich das nicht bin. Ich brauche ein paar Tage, um ihm zu sagen, dass es vorbei ist.“
„Ich verstehe“, antwortete der Typ leise. „Das kann ich nachvollziehen. An wann hast du gedacht?“
Bobby schluckte schwer und zermarterte sich sein Gehirn. Seth arbeitete an diesem Abend und morgen. Er konnte den feigen Ausweg wählen und es ihm am Telefon sagen. Das wäre am besten, oder? Schneller, einfacher, sicherer … Dann könnte Bobby am nächsten Tag seinen sexy klingenden Retter sehen. „Wie wäre es mit Dienstagabend? Ist das für dich in Ordnung?“
Der Kerl schien den Kopf geneigt zu haben. Bobby hörte ihn schlucken. „Ich werde mich zwingen zu warten, obwohl es schwierig sein wird.“
Grinsend empfand Bobby eine Woge der Freude über das Eingeständnis des Mannes. „Okay. Wo?“ Er versuchte, nicht zu eifrig zu klingen, obwohl er sich nicht sicher war, wie erfolgreich er damit war.
„Am Stadtrand, an der Ecke Achte und Hauptstraße ist ein Park. Wirst du mich dort treffen? Ich werde ein Picknick und ein Feuer bereithalten.“
Bobby fand es ein bisschen kalt für ein Essen im Freien, aber er würde diese Chance um nichts auf der Welt verpassen. „Okay“, sagte er langsam. „Das kann ich machen. Wie viel Uhr?“
„Sieben Uhr. Ist das zu spät für dich?“, fragte der Mann.
Lächelnd schüttelte Bobby den Kopf. Die Aussicht auf sein Date ließ ihn aufgeregt werden. „Das ist gut. Ich werde dort sein.“
„Ich freue mich darauf.“
Er konnte sein Grinsen nicht stoppen. „Ich mich auch“, murmelte er. Bobby trat einen Schritt zurück, bevor er sich wieder dem Mann zuwandte. „Wie heißt du?“
Der Schatten bewegte sich und Bobby stellte sich ein Lächeln vor, das die im Dunkeln liegenden Lippen seines sexy Dates verzog. „Maelgwn. Wir sehen uns dann übermorgen Abend, Bobby.“
Bobby beobachtete, wie Maelgwn die Gasse entlanghutschte und bewunderte, wie sein großer Körper lautlos durch die Nacht glitt, während Bobby den Namen mit den Lippen formte. Er fand ihn sexy und exotisch. Auf dem Weg nach Hause fiel ihm auf, dass er sich nicht wirklich daran erinnern konnte, Maelgwn seinen Namen gesagt zu haben.
Vom Dach des übernächsten Hauses beobachtete Maelgwn, wie Bobby die Außentür seines Apartmentkomplexes aufschloss und darin verschwand. Er streckte die Flügel aus und sprang in die Luft, fing eine Strömung auf und schwebte auf das Dach des Gebäudes gegenüber dem Haus seines Gefährten.
Maelgwn entdeckte Bobby beim Durchqueren seiner Küche und sah, wie er seine Laptoptasche auf den Tisch im Esszimmer stellte. Sein Gefährte kehrte in die Küche zurück und holte ein Bier aus dem Kühlschrank. Er hatte es nicht einmal aus dem Zimmer geschafft, bevor sein Telefon klingelte. Maelgwn entging nicht, wie Bobby sein Handy anstarrte, bevor er das Gespräch annahm. Nach einem Augenrollen trank Bobby einen Schluck von seinem Bier und ging aus der Küche ins Wohnzimmer … und außer Sicht.
Maelgwn schluckte schwer und griff mit den Händen nach dem Sims, wobei der Zement unter der Kraft seiner Krallen zersprang, um sich davon abzuhalten, über die neunzig Meter breite Kluft zu springen, die ihn von Bobby trennte. Maelgwn wollte unbedingt durch die Türen krachen und das unverschämte Stück Elektronik aus der Hand seines Gefährten reißen. Sich Zeit zu nehmen, geduldig um seinen menschlichen Gefährten zu werben, brachte ihn um.
Er hatte Bobby über eineinhalb Wochen lang beobachtet und versucht, herauszufinden, wie er ihm näher kommen konnte. Endlich, endlich hatte Maelgwn es geschafft. Es war sicher nicht so, wie er es gewollt hatte, ihn vor einem Überfall zu retten, aber er hätte jede Möglichkeit ergriffen, mit Bobby zu interagieren, die er bekommen konnte, zumal das größte Problem war, dass Maelgwn sich von Bobby nicht wirklich sehen lassen durfte. Wenn Bobby wüsste, dass er ein Gargoyle war – mit Flügeln, Krallen und dicker Lederhaut bei Nacht, Stein bei Tag –, würde sein kleiner Mensch schreiend davonrennen.
Maelgwn seufzte und akzeptierte, dass sein Gefährte für die Nacht allein war. Er drehte sich um, breitete die Flügel aus und schoss in den Nachthimmel. Er wollte wirklich unbedingt ein Steak und wusste genau, wo er eines bekommen konnte.
Maelgwn eilte zum Stadtrand von Stone Ridge. Der Flug dauerte nur ein paar Minuten, und er fiel auf eine kleine Lichtung hinter einem Schwiegermutterhäuschen, das einige hundert Meter von einer größeren Residenz entfernt war. Er wusste nicht, wer die Menschen waren, die in dem großen Haus lebten, aber er hatte viel Zeit mit den Männern in dem Cottage verbracht.
Er klopfte an die Schiebetür im hinteren Teil des Hauses, gut versteckt zwischen den Bäumen. Gustav Hermance, Gus für seine Freunde, erschien schnell und zog die Jalousien zur Seite, um nach draußen zu schauen. Der große Nashornwandler grinste und zeigte gerade weiße Zähne in seinem blassen Gesicht. Der glatzköpfige Kaukasier sah aus wie ein Bodybuilder, aber als Wandler war seine Körpermasse ganz natürlich.
Gus öffnete die Tür und winkte ihn aus der Kälte herein. Maelgwn legte seine Flügel wie einen Umhang um sich und betrat das einigermaßen geräumige Häuschen. „Danke“, sagte er und schaute nach unten, um sicherzustellen, dass er weder Schlamm noch Schnee auf seinen Klauenfüßen hereintrug. Ein vorsichtiges Abwischen auf der Matte versicherte ihn seiner Sauberkeit.
Er sah sich im Raum um und entdeckte Tible, Gus’ Gargoylegefährten, der am Herd stand. Tible sah über seine schlanke graue Schulter und lächelte ihn an. „Willkommen, Maelgwn. Willst du ein Steak?“
„Ich hätte liebend gerne eins, danke“, antwortete er und ging um den kleinen runden Tisch herum, um sich an die Theke zu lehnen. „Kann ich irgendetwas tun, um zu helfen?“, fragte er und versuchte, sich nicht darüber zu schämen, wie sein Magen bei dem Geruch des bratenden Fleisches knurrte.
Gus schüttelte den Kopf. „Nein. Die Kartoffeln sind im Ofen. Die Steaks sind auf dem Herd.“ Er sah Maelgwn an und grinste. „Es sei denn, du möchtest Gemüse aus dem Gefrierschrank holen“, neckte er.
Maelgwn schnaubte. „Ja, genau.“
Gus lachte und Tible kicherte.
Maelgwn war ein gewaltiger Gargoyle von zwei Meter zwölf und in erster Linie ein Fleischesser. Er hatte nichts gegen ein oder zwei Kartoffeln, aber jegliches Grünzeugs gefiel ihm wirklich nicht besonders. Das sollte nicht heißen, dass er es nicht essen würde, wenn ein Gastgeber es ihm vorsetzte.
