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Während meines Sprachaufenthalts in Spanien habe ich einiges erlebt und viele tolle Erfahrungen gesammelt. Tag für Tag sind alle meine Eindrücke und Erlebnisse geschildert, als würde ich den Leser auf meine Reise mitnehmen. Die ersten vier Wochen habe ich in Sevilla verbracht, wo ich einen Intensiv-Sprachkurs belegte. Danach ging die Reise weiter nach Lanzarote. Dort absolvierte ich ein Hotelpraktikum. Die ganze Story verläuft ziemlich ruhig, bis der Kellner Gerardo in mein Leben trifft und alles auf den Kopf stellt. Von einer chaotischen Anreise, über den Schulalltag, das Leben mit der Gastfamilie, die anstrengende Hotelarbeit, spannende Ausflüge, das Kennenlernen neuer Freunde bis hin zu einem tränenreichen Abschied ist alles mit dabei. Meine Geschichte ist für jedermann interessant, vor allem jedoch für Jugendliche oder junge Erwachsene, die selbst einen Sprachaufenthalt hinter sich haben oder noch machen möchten. Bestimmt haben einige schon Ähnliches erlebt, oder wollen wissen, worauf sie sich gefasst machen müssen. Ausserdem sollen die Leute lernen, ihre Vorurteile abzulegen und auch Menschen eine Chance zu geben, die ihnen vielleicht nicht von Anfang an sympathisch sind... Es könnte sich lohnen! Warum denn Geschichten erfinden, wenn einem das eigene Leben viel Spannendere erzählt?
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Seitenzahl: 253
Veröffentlichungsjahr: 2014
Daniela Harding
111 Tage in Spanien
www.tredition.de
© 2014 Daniela Harding
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN: 978-3-8495-8235-7 (Paperback)
978-3-8495-8236-4 (Hardcover)
978-3-8495-8237-1 (e-Book)
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Danksagung
Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei Susanne Redondo und dem Linguista-Team für die Organisation meines Sprachaufenthaltes bedanken. Ohne Euch wäre mein Leben ganz anders verlaufen und ich hätte vermutlich die Liebe meines Lebens nicht kennengelernt.
All den Personen, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe und die mir diese unglaubliche Geschichte ermöglicht haben, ein grosses Dankeschön! Einige von Euch sind jetzt noch ein wichtiger Teil meines Lebens.
Meiner treusten und besten Freundin, Jessica Hofstetter, verdanke ich den grössten Teil der Korrektur des Buches. Mit Deiner professionellen Art, mit viel Geduld und Humor, hast Du mich auf Fehler hingewiesen, Verbesserungsvorschläge gemacht und mich in meinem Projekt bestärkt. Für all die wertvolle Zeit, die Du Dir genommen hast: Vielen, vielen Dank!
Danke, auch meiner Mama, Jeannette Harding, für die letzten Korrekturen, sowie meinen Freunden und dem Rest der Familie, die mir bei Zweifeln Ratschläge gegeben haben und die schon sehnlichst auf das fertige Buch warten.
Und zu guter Letzt ein fettes Dankeschön, an meinen Partner, den ich über alles liebe! Es braucht blindes Vertrauen seinerseits, mich in meinem Projekt zu unterstützen und zuzulassen, Dinge über ihn zu schreiben, die er erst versteht, falls das Buch auf Spanisch übersetzt wird.
Danke, danke, danke!
Vorwort
Dieses Buch beruht auf einer wahren Geschichte. Obwohl die Handlungen so verlaufen sind, gibt es keine Garantie für die Richtigkeit der Daten oder Uhrzeiten, weil einige Tagebucheinträge erst ein paar Tage verspätet geschrieben wurden. Um Identitäten zu schützen wurden die Namen sämtlicher Personen (sowie auch mein eigener, um mich von den Geschehnissen besser zu distanzieren) und einiger Geschäfte geändert. Wenn sich durch den Inhalt dennoch jemand persönlich angesprochen oder gar angegriffen fühlt, will ich mich an dieser Stelle herzlichst entschuldigen. Es war nie meine Absicht (und wird es auch nie sein), jemanden in seiner Person zu verletzen oder jemanden schlecht zu machen. Alles, was in diesem Buch geschrieben wurde, dient ausschliesslich zur Unterhaltung des Lesers und beinhaltet keine bösen Absichten! Zudem haben sich in der Zwischenzeit auch einige Beziehungen stark verändert.
Junge Leute sollen sich mit der Situation identifizieren können und sich animieren lassen, selbst einen Sprachaufenthalt oder ähnliches in Angriff zu nehmen! Auch soll dem Leser aufgezeigt werden, wie es sich lohnen kann, Vorurteile abzubauen!
Viel Spass beim Lesen!
Sonntag 26.8.12
„Endlich ist es so weit“, denke ich heute Morgen, als um sieben Uhr mein Wecker klingelt. Fast vor einem Jahr habe ich angefangen, meinen Sprachaufenthalt in Spanien zu organisieren. Heute ist mein grosser Tag! Ich fliege nach Sevilla und morgen beginnt mein vierwöchiger Spanischkurs. Danach geht es weiter auf die kanarische Insel Lanzarote, wo ich in einem Viersternehotel ein Praktikum absolviere, das der Vertiefung meiner Sprachkenntnisse und dem Kennenlernen des spanischen Alltags dienen soll. Ich war noch nie auf der Insel, aber natürlich habe ich bereits auf Google nach dem Hotel gesucht. Das Beste daran ist, es liegt direkt am Strand!
Aufgeregt husche ich unter die Dusche, denn für die Reise will ich mich frisch fühlen. Dann stürze ich mich in meine bequeme Reisekleidung, eine schlabberige Leinenhose, ein gestreiftes T-Shirt, das farblich dazu passt und meine grünen Augen betont und dazu ein braunes Jäckchen, damit ich im Flieger nicht friere. Ich hasse die viel zu kalt eingestellten Klimaanlagen in Flugzeugen oder öffentlichen Verkehrsmitteln! Zur Stärkung esse ich eine Schale Cornflakes mit Milch. Ich weiss echt nicht, wie es manche Leute schaffen, ohne Frühstück das Haus zu verlassen. Nachdem ich noch die letzten paar Sachen in meinen Koffer gepackt habe, geht es los zum Flughafen. Meine Eltern sind so nett, mich hinzufahren. Na ja, Hotel Mama hat eben doch immer gewisse Vorteile, vor allem, wenn man für längere Zeit verreisen will. So muss man sich nicht um unnötige Mieten oder Leute, die einem die Pflanzen giessen, kümmern und man hat oft ein Gratis-Taxi.
Eine halbe Stunde später kommen wir am Flughafen Zürich an, wo wir uns mit meiner Schwester Luisa treffen. Sie ist extra auch gekommen, um mich zu verabschieden. Wie immer ist sie bequem aber sehr stilvoll gekleidet. Ich bewundere sie für ihren Modegeschmack. Luisa ist die zweitjüngste von uns vier Schwestern, ich bin das Nesthäkchen, das sich jetzt allein in die grosse weite Welt hinauswagt. Unsere beiden ältesten Schwestern, Johanna und Janine, sind heute leider verhindert. Bestimmt wären sie auch gerne gekommen, um mir lebe wohl zu sagen. Wer weiss, vielleicht gefällt es mir ja im Süden so gut, dass ich gar nicht mehr zurückkomme!
Ich bin übrigens Alexandra! Ich bin 21 Jahre alt und vor kurzem habe ich meine Ausbildung als Fachfrau Gesundheit abgeschlossen. Bevor ich mich aber ins harte Berufsleben stürze, habe ich jetzt erst mal anderes vor. Schon vor längerer Zeit habe ich meine Vorliebe für die spanische Sprache und das wunderschöne Land entdeckt. Deshalb gehe ich jetzt auch dahin, um alles noch besser kennenzulernen. Vielleicht finde ich da ja auch einen heissen Spanier? Ach, träumen darf man ja, vor allem, wenn man schon über drei Jahre Single ist…
Nach dem Check-in gönnen wir uns einen Kaffee und Schoggigipfeli im Tchibo. Etwas später gesellt sich auch noch meine Freundin Alicia dazu. Ihren schwarzen Lockenschopf und das breite Grinsen habe ich schon von weitem erkannt und winkte sie zu unserem Tisch. Sie wollte unbedingt kommen, obwohl wir am Freitag schon zusammen weg gegangen sind und uns verabschiedet haben. Wie üblich ist sie bester Laune und überrascht mich mit einer netten Abschiedskarte, zwei Tafeln Schokolade - ich liebe Schokolade - und zwei Päckchen „Love Hearts“, eine Art Traubenzucker, auf denen immer ein Wort oder ein Spruch in einem Herzchen eingerahmt ist. Diese haben wir immer gegessen, als wir noch zusammen zur Schule gegangen sind. Das eine Päckchen sei für die Hinreise, das andere für die Rückreise, erklärt sie, während sie mir die Röllchen in die Hand drückt. Ob das wohl bis zur Heimreise überleben wird? Hoffentlich erwartet sie nicht auch, dass ich eine Tafel Schokolade bis zur Rückkehr behalte! Ihre Geste finde ich wahnsinnig süss. So fühlt es sich an, als würde ich gar nicht lange weggehen und ich habe immer etwas von Alicia dabei, bis ich wieder zurück komme. Kaum zu glauben, aber anscheinend gibt es tatsächlich Leute, die traurig sind, dass ich weggehe und sich echt jetzt schon freuen, wenn ich in vier Monaten wieder zu Hause bin!
Um zwanzig nach elf ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Zum Glück weint niemand, das hätte ich nicht ausgehalten! Ich schliesse alle einzeln in die Arme und lasse mir eine angenehme Reise und eine tolle Zeit wünschen. Dann lege ich die Bordkarte auf die Fläche, die den Strichcode einscannt und mir das Tor zu den Gates öffnet. Ein letztes Mal blicke ich zurück und winke meinen Lieben, dann geht es auf ins Abenteuer. Spanien, ich komme!
Es ist das erste Mal, dass ich allein reise und muss sogar in Mallorca umsteigen, um weiter nach Sevilla zu fliegen. Deswegen bin ich ziemlich nervös und vergewissere mich immer wieder, dass ich zum richtigen Gate gehe. Als ich etwa zum zehnten Mal auf eine der Tafeln schaue, sehe ich, dass mein Flug über eine Stunde Verspätung haben soll! Statt um zwölf wird er erst um viertel nach eins gehen! Meine Laune lasse ich mir deswegen nicht verderben. Ich vertreibe mir die Zeit, in dem ich eine SMS an alle schreibe. Kurz darauf erhalte ich einen Anruf von Alicia und dann von Papa. Sie beruhigen mich und heitern mich auf. Das sei jetzt Abenteuer pur. Alicia erzählt mir, dass Luisa weinte, kaum bin ich durch die Kontrolle gegangen. Mann, warum muss sie mir das jetzt sagen? Jetzt könnte ich auch gleich anfangen! Nach langer Warterei kommt mir endlich in den Sinn, zu fragen, ob ich den vorherigen Flug nach Mallorca nehmen kann, damit ich meinen Anschluss nicht verpasse. Die Dame am Schalter erklärt, es sei schon zu spät. Es hätte zwar noch einen Platz im Flugzeug gehabt, aber der Flug gehe in zwei Minuten. Mann, das heisst wohl, wieder hinsetzen und Däumchen drehen. Nachdem meine gute Laune nach noch längerer Warterei nun doch langsam verflogen ist, können die Passagiere einsteigen. Endlich!
Im Flugzeug frage ich den Steward, der gerade das Essen serviert, ob ich den Anschluss verpassen werde. Er meint, die Flieger würden meistens warten, aber ich müsse das Bodenpersonal fragen. Ich versuche, meinen Flug möglichst zu geniessen, aber meine Kehle schnürt sich immer wieder zu und auch das Kribbeln in meinem Bauch zeugt nicht gerade von positiven Gefühlen.
Erst nach drei Uhr kommt der Flieger in Mallorca an und ich bin mir sicher, dass ich meinen Anschluss nach Sevilla bereits verpasst habe. Ich fühle mich ziemlich verloren am Flughafen und frage eine Flughafenmitarbeiterin, wo ich hingehen muss. Sie wirkte anfangs sympathisch, doch sie ist ziemlich unfreundlich und sagt in forschem Ton, ich müsse zum Airberlin-Schalter. Danke, sehr grosse Hilfe! Wo ist denn dieser Schalter? Als ich ihn nach längerem Umherirren finde, sagt mir dort eine freundlichere Frau, die sogar etwas Deutsch spricht, ich müsse nach Faro fliegen. Das sei nicht weit, ca. eine Stunde von Sevilla entfernt. Von dort aus könne ich dann nach Sevilla gebracht werden. Moment mal, was meint sie denn mit „hingebracht werden“? Ich habe keine Ahnung wo Faro ist, geschweige denn, wie ich nachher nach Sevilla kommen soll. Aber ich tue einfach, was die Dame mir sagte und gehe mit dem Zettel, den sie mir mitgegeben hat zum neuen Gate.
Ein süsser rothaariger Angestellter gibt mir ein neues Ticket nach Faro und drückt mir den Gepäckkleber in die Hand, den ich in meinem Portemonnaie verstaue. Im Flugzeug schalte ich kurz mein Handy ein, um die Schule in Sevilla anzurufen. Ich möchte ihnen mitteilen, dass sie mich vielleicht später abholen können. Doch ich sehe, dass alle Passagiere schon sitzen und merke, dass wir gleich starten, also schalte ich mein Telefon gleich wieder aus. Während des Fluges mache ich mir Sorgen, dass ich nachher nicht mehr abgeholt werde. Was soll ich denn ganz alleine dort machen? Wie werde ich das Haus meiner Gastfamilie finden? Kaum in Faro gelandet, ertönt eine Durchsage im Flugzeug. Ich und ein anderes Mädchen sollen als Letzte aussteigen und uns bei der Crew melden. Ach gut, ich bin doch nicht allein! Erleichterung macht sich in mir breit. Ob wohl das andere Mädchen dann auch in dieselbe Schule geht, wie ich? Als der Flieger leer ist, werden wir gebeten, mit einer jungen Frau in oranger Weste mitzugehen.
Als erstes gehen wir unsere Koffer abholen. Das andere Mädchen hat ihren schon längst, meiner taucht einfach nicht auf. Langsam werde ich nervös. Unsere Begleiterin geht zur Fundstelle und lässt uns kurz beim Förderband stehen. In der Zwischenzeit versuche ich etwas Kontakt mit meiner Reisepartnerin aufzunehmen. Sie kommt aus Österreich. Bestimmt versteht sie auch Deutsch, aber aus unerklärlichen Gründen setzen wir unser kurzes Gespräch trotzdem auf Englisch fort. Das wird wohl an der Aufregung liegen. Als sie mir eröffnet, dass sie gar nicht nach Sevilla, sondern nach Malaga reist, setzt sich wieder ein dicker Kloss in meiner Kehle fest. Doch keine Reisepartnerin! Da habe ich mich wohl zu früh gefreut! Bald kehrt unsere Begleiterin zurück und informiert mich, dass mein Koffer verloren gegangen ist. Oh nein, auch das noch! Ich müsse selbst zur Fundstelle gehen und den Verlust melden, meint sie. Jetzt wendet sie sich der Österreicherin zu. Ihre Weiterreise kann schon fortgesetzt werden, sie muss also nicht auf mich warten. So gehen sie zusammen fort und lassen mich allein und ohne Koffer zurück. Na toll! Was mach ich denn jetzt?!? Kommt die orange gekleidete Frau wieder zurück, wenn sie die andere sicher an ihr Ziel gebracht hat? Oder bin ich dann ganz auf mich allein gestellt? Das können sie ja nicht machen, ich weiss ja nicht einmal, wie ich von hier nach Sevilla komme!
Ich tue also, wie mir geheissen und stelle mich bei der Fundstelle an. Was bleibt mir denn sonst noch übrig? Ich muss noch eine Weile warten, weil der Schalter besetzt ist. Während ich so dastehe, kommt eine junge Frau mit langen dunklen Haaren auf mich zu. Es ist eine Flughafenangestellte und möchte wissen, ob ich weiterfliegen muss. Ich habe keine Ahnung, mir wird ja nichts gesagt! Ich versuche ihr meine missliche Lage zu erklären, doch sie scheint nicht zu verstehen. So meint sie, ich solle mich hinsetzen und verlässt mich wieder. Mir fällt auf, dass die Uhr hier eine Stunde früher anzeigt als meine und dass die Angestellten ein sehr merkwürdiges Spanisch sprechen. Die Verzweiflung steigt langsam in mir hoch. Ich weiss nicht, wo ich bin, mein Koffer ist verschwunden, ich habe keine Ahnung wie und wann ich nach Sevilla kommen soll und keiner hier kann mir eine vernünftige Auskunft geben! Ich breche in Tränen aus und hoffe auf ein Wunder. Plötzlich ruft der Deutsche Tourist, der am Schalter ansteht, meinen Namen. Ich springe sofort auf. Die Frau am Schalter telefoniert gerade, wahrscheinlich hat sie soeben eine Information für mich erhalten, deshalb wurde ich gerufen. Was das diesen Touristen angeht? Keine Ahnung! Als er meine feuchten Augen sieht, fragt er mich, was denn los sei. Gerade als ich anfange zu erzählen, legt die Frau den Hörer auf und unterbricht uns. Die andere Dame, die mich vorher nicht zu verstehen schien, ist jetzt zurück und wechselt ein paar unverständliche Worte mit der Frau am Schalter. Dann wendet sie sich mir zu und versucht, mich zu beruhigen. Es sei alles gut, sagt sie und gibt mir zu verstehen, dass ich mit ihr mitgehen soll. Und was ist jetzt mit meinem Gepäck?!? Sie führt mich quer durch den ganzen Flughafen zu einem anderen Schalter. Ich fühle mich wahnsinnig blöd, mit Tränen in den Augen, einer Flughafenangestellten nachzuwatscheln. Die Leute scheinen es unheimlich spannend zu finden und glotzen, als wäre ich eine Schwerstverbrecherin. Am nächsten Schalter wird mir versprochen, dass ich den besten Fahrer nach Sevilla bekomme und dass ich mich in Sevilla selbst bei der Fundstelle wegen meines Koffers melden soll. Ich bin erleichtert, dass ich wenigstens eine nützliche Information erhalten habe. Trotzdem weine ich noch. Das alles war mir jetzt einfach zu viel!
Ein sehr sympathischer Mann mit grauen Haaren empfängt mich und stellt sich als José vor, mein Chauffeur. Als er mein verheultes Gesicht sieht, tröstet er mich. Solche Dinge geschehen jeden Tag, meint er. Wir würden es einfach nie merken, weil es immer den anderen passiere. Er geht voraus und führt mich aus der Halle nach draussen auf einen grossen Parkplatz. Als er einen schwarzen Wagen aufschliesst und meine Laptoptasche im Kofferraum verstaut, bin ich doch etwas überrascht. Ich dachte, es sei eine Art Bus und es müssten noch andere Leute irgendwo hingebracht werden. Aber anscheinend ist José tatsächlich mein Privatchauffeur! Im Auto habe ich endlich die Gelegenheit, die Schule anzurufen. Der Mann am anderen Ende kann mich fast nicht verstehen. Ich weiss nicht ob es an der schlechten Verbindung oder an meinem Englisch liegt. Spanisch kann ich ja noch nicht, zumindest nicht gut genug, um ein Telefonat zu führen. Die Kommunikation klappt eindeutig besser per SMS und wir einigen uns, dass ich nochmal anrufe, wenn ich in Sevilla am Flughafen bin. Dann wird mich jemand abholen. Nun bin ich wirklich erleichtert. Immerhin weiss ich jetzt, dass ich heute noch an mein Ziel komme. Im Sonnenschein fahren wir vorbei an weiten, trockenen Landschaften. Die Autobahn ist umsäumt von wenigen grünen Pflänzchen und einigen Palmen, meinen Lieblingsbäumen. Jetzt kommt doch langsam ein wenig Ferienstimmung auf. Unterwegs rede ich viel mit José über Tiere, Spanien, Musik, seinen Lieblingssänger Zucchero und vieles mehr. Dabei ist er übrigens ganz erstaunt, dass ich den kenne. Anscheinend ist der Sänger in Spanien nicht so bekannt. José fragt mich, ob ich schon mal in Portugal war. Komische Frage. Wie kommt er jetzt auf Portugal? Erst später, als er mir mitteilt, wir seien jetzt über die Grenze, kapiere ich, dass Faro in Portugal liegt! Ich war also die ganze Zeit in Portugal gewesen, ohne es zu wissen! Deshalb die Zeitverschiebung und das seltsame „Spanisch“! Oh Gott, wie peinlich! Aber Geografie war noch nie meine Stärke. Nach der Hälfte der Fahrt machen wir eine kurze Pause. Während ich mich auf der Toilette kurz frisch mache, besorgt mir José eine Flasche Wasser. Die Fahrt dauert immerhin ganze zwei Stunden!
In Sevilla angekommen, fragt José, ob er mich zu meinem Abholdienst begleiten soll. Zum Glück nehme ich sein Angebot an. Wir gehen zu den Arrivals, niemand ist dort zu sehen. Ich hätte jemanden mit einem Schild erwartet, auf dem mein Name, Alexandra, steht, so wie man es aus den Filmen kennt. Doch der Flughafen ist wie ausgestorben, alle Schalter sind zu, nur geschlossene Türen und weit und breit keine Menschenseele. Mein Chauffeur schleppt für mich die schwere Laptoptasche, welch ein Gentleman! Nach langer Suche werden wir mit Josés Hilfe durch eine verschlossene Tür gelassen, wo wir endlich die Fundstelle erspähen. Eine sehr unfreundliche Angestellte nimmt widerwillig mein Anliegen entgegen. Ohne mich auch nur einmal anzusehen sagt sie, ich hätte das in Faro machen müssen. Das sei nicht ihre Sache! José hilft mir netterweise zu übersetzen und zu erklären, dass die Leute mir dort gesagt haben, ich müsse das hier in Sevilla melden. Die Frau verlangt einen Gepäckkleber. Wie bitte? Alle Unterlagen, die ich bei mir habe, liegen ihr doch schon vor! Da kommt mir der süsse Rotschopf von Mallorca wieder in den Sinn. Mir fällt ein Stein vom Herzen! Den Kleber habe ich ja in meinem Portemonnaie verstaut! Einige Minuten später gibt mir die Frau eine Kopie von irgendwas. Der Koffer werde dann geliefert, sagt sie gelangweilt. Na bitte, geht doch!
Nach unzähligen Telefonaten mit dem Vertreter der Schule und langem Umherirren auf dem Flughafen, finde ich endlich Magdalena, in Begleitung eines alten Mannes, die mich zur Familie bringen soll. Mann, das war ja vielleicht kompliziert! Wieso ist denn dieser Typ von der Schule nicht schon vorher auf die Idee gekommen, mir direkt Magdalenas Nummer zu geben? Vielleicht hätte ich sie so etwas schneller gefunden.
José will weder das Trinkgeld, das ich ihm entgegenstrecke, noch Schokolade annehmen. Er sagt nur, er sei froh, dass ich jetzt in Sicherheit bin und er wisse, dass ich doch noch an meinem Ziel ankommen werde. Was hätte ich nur ohne ihn gemacht! Wahrscheinlich hätte ich mich am Flughafen hingesetzt und mich erst einmal richtig ausgeheult, bevor ich fähig gewesen wäre in ein Taxi zu steigen und dafür mein ganzes Geld hinzublättern. Ich bin ihm unendlich dankbar für seine Hilfe und seine seelische Unterstützung!
Die Autofahrt dauert eine Weile, weil fast jede Ampel rot ist. Draussen ist es mittlerweile dunkel geworden, so sehe ich nur die Strassenlichter und beleuchtete Häuser und Geschäfte. Erst kurz nach zehn Uhr abends komme ich in meinem neuen Zuhause an. Maria, eine kleine, blonde, ältere Dame begrüsst mich herzlich im Treppenhaus. Ich hatte sie mir immer dick und schwarzhaarig vorgestellt. Wie man sich täuschen kann… Sie führt mich in die kleine dunkle Wohnung. Inmitten des Korridors steht ein Tisch, die Fenster sind abgedeckt. Links befinden sich zwei Schlafzimmer und das Bad, rechts des Korridors liegt die Küche und das Wohnzimmer. Die Einrichtung gefällt mir gar nicht. Es ist alles ziemlich dunkel und altmodisch. In meinem Zimmer befinden sich zwei Betten, eine Kommode, ein kleiner Schreibtisch und ein grosser Schrank mit Spiegeltüren, der kaum mehr für meine paar Kleidungsstücke Platz bietet, weil er mit Gerümpel vollgestopft ist. Gerade als ich eines der Betten beziehen will, erklärt mir Maria, ich solle lieber das andere Bett unter dem Fenster nehmen, weil dort wenigstens noch ab und zu ein kühler Windhauch hineingelangt. Später tischt sie mir ein Stück Tortilla und Salat auf. Mit meinen wenigen Spanischwörtern versuche ich Maria zu verstehen zu geben, dass mein Koffer verloren gegangen ist. Als sie mich fragt, warum ich so spät sei, bin ich mit meinem Latein, oder besser mit meinem Spanisch, am Ende! Freundlicherweise bietet sie mir ein seidenes Nachthemd an. Ich finde es etwas abstossend im Nachthemd einer fremden alten Frau zu schlafen. Jedoch ist mir durchaus bewusst, dass ich die Kleider, die ich heute den ganzen Tag getragen habe, auch morgen wieder anziehen muss. Da sie jetzt schon total verschwitzt sind, wäre es zu eklig, auch noch darin zu schlafen! Gleich nach dem Essen gehe ich ins Bett, denn so erschöpft bin ich selten in meinem Leben gewesen.
Montag 27.8.12
Nach einer kurzen Nacht stehe ich auf und geniesse zwei Scheiben Toast zum Frühstück. Danach gehe ich Duschen. Die Duschkabine ist so klein, dass ich mich kaum hinunterbücken kann, um meine Füsse zu waschen. Wenn ich nicht aufpasse, knallt mein Kopf gegen die Duschwand. Wenn ich aber mein Bein anhebe, stosse ich eben mit dem Fuss oder dem Knie dagegen. Das Wasser ist kalt, was ich, besonders am Morgen, nicht sehr angenehm finde. Leider muss ich wieder die gleichen Kleider wie gestern anziehen. Den ganzen Tag über fühle ich mich sehr unwohl und schmutzig. Nicht einmal meine Zähne konnte ich putzen! Nächstes mal wenn ich fliege, nehme ich wenigstens eine Zahnbürste und frische Unterwäsche ins Handgepäck.
Eine Stunde später werde ich von Maria zur Schule begleitet. Der Weg dauert etwa zwanzig Minuten oder sogar länger, nachdem in meinen Unterlagen geschrieben wurde, dass der Schulweg zu Fuss zehn bis maximal fünfzehn Minuten dauern würde. Maria lässt mich vor dem Schulgebäude allein und ich melde mich im Sekretariat an. Dort erhalte ich eine Schulmappe mit einigen Informationen und meinen Schülerausweis.
Kurz nach neun findet ein Niveau-Test für die Klasseneinteilung statt. Im Schulzimmer stellt sich mir Andrew vor. Schätzungsweise ist er etwa in meinem Alter und hat ein markantes Gesicht. Er scheint sehr sympathisch und süss, aber wegen seinem starken amerikanischen Akzent kann ich ihn fast nicht verstehen. Auch eine nette Holländerin namens Anika fällt mir auf wegen ihrer sehr interessanten Stimme. Später begrüssen wir uns persönlich, leider bleibe sie aber nur eine Woche, meint sie. Schade, ich glaube, ich würde mit ihr viel Spass haben.
Nach dem Test, dessen Erfolg ich nicht so recht einschätzen kann, muss ich für ein kurzes Gespräch ins Lehrerzimmer. An einem langen Tisch sitzen auf der einen Seite die Lehrer, ihnen gegenüber die Schüler. Hier sollen meine sprachlichen Fähigkeiten geprüft werden. Ausserdem informiert mich mein zuständiger Lehrer über eine Zusatzlektion, die jeweils nachmittags stattfindet, um sich mit anderen Schülern auszutauschen. Na ja, der schriftliche Test war ja gar nicht so übel. Aber hier blamiere ich mich total! Vom Sprechen habe ich absolut keine Ahnung! Womöglich bin ich so schlecht, dass es für mein Niveau gar keinen Kurs gibt und ich werde gleich wieder nach Hause geschickt! Spass bei Seite, natürlich gibt es auch Anfängerkurse, aber das fände ich etwas schade, weil ich ja vor längerer Zeit schon einige Basics in der Schule gelernt habe. Danach findet ein Rundgang durch die Schule statt. Sie ist in drei Gebäude gegliedert, ich werde ins Klassenzimmer A1 eingeteilt, direkt neben der Bibliothek. Der Lehrer, Gustavo, der den Rundgang leitet, wirkt für einen Lehrer ziemlich jung und sieht dazu auch nicht schlecht aus. Er informiert uns nicht nur über den Schulalltag hier, sondern auch über das Kulturprogramm der Schule. Die ganze Woche über werden fast jeden Abend und teilweise auch am Wochenende verschiedenste Ausflüge angeboten. Während der Pausen kann man sich bei ihm dafür anmelden, jedoch sind manche Angebote ziemlich teuer! Nach dem Rundgang muss ich noch etwas warten bis der Unterricht beginnt. Zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass Andrew in die gleiche Klasse eingeteilt wurde. Wenigstens bin ich dann nicht die einzige Neue. Im Zimmer steht eine junge hübsche Frau mit langem lockigem Haar, die sich als unsere Lehrerin Marcela herausstellt. Sind hier denn alle Lehrer so jung? Auch meine Klassenkameraden wirken nett. Etwa die Hälfte der Klasse besteht aus Holländerinnen. Besonders fällt mir aber eine Koreanerin auf. Sie heisst Lulu und hat so ein freundliches Gesicht, dass ich mich gleich viel wohler fühle in der neuen Klasse. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde starten wir inmitten des Schulbuches mit „Gerundio“ und „Imperativo“. Im Laufe des Morgens kommt eine andere Lehrerin ins Zimmer und gibt mir eine Terminkarte für den Nachmittagsunterricht, denn ich habe ja den Intensivkurs gebucht. Am Mittag will ich zum Supermarkt gehen, um mir etwas zu Essen zu kaufen. Ich frage Gerda, eine Klassenkameradin nach dem Weg. Obwohl die Beschreibung so einfach ist, brauche ich eine halbe Ewigkeit um den Corte Inglés, den spanischen Supermarkt zu finden! Ich glaube, ich sollte mir ein Navigationssystem zutun.
Pünktlich um halb zwei sitze ich gemäss Terminkarte im Zimmer C11. Ich bin alleine mit meinem Lehrer José. Schon wieder einer! Heissen die hier alle José? Er wirkt etwas älter als die bisherigen Lehrer, schätzungsweise Mitte vierzig. Mit seinem korpulenten Körperbau, der knolligen Nase und der Brille ist er auch nicht so hübsch wie die anderen. Verspätet platzt Amy, eine junge Frau aus London in den Schulraum. Sie trägt ein extravagantes Kleid und hohe Schuhe, ihr blondes Haar hat sie hochgesteckt. Das sieht ja alles ganz hübsch aus, aber aus meiner Sicht etwas übertrieben für die Schule. Der Unterricht wird zu dritt gehalten, um vor allem die mündlichen Fähigkeiten zu üben. Das wird mir bestimmt gut tun! José stellt uns Fragen über unser Leben, um uns etwas kennenzulernen. Unterrichtsschluss ist heute um fünfzehn Uhr. Sogleich eile ich ins Sekretariat, um zu fragen, ob mein Koffer vielleicht angekommen ist. Mit viel Mühe und Not versuche ich Spanisch zu sprechen, bis die Frau hinter dem Schreibtisch merkt, dass ich aus der Schweiz komme und wir Deutsch miteinander sprechen können. Sehr zuvorkommend ruft sie am Flughafen an. Dort sagen sie, dass der Koffer heute ankommen sollte. Ich frage die Sekretärin, ob ich noch an dem Spaziergang durch Sevilla, der heute Abend stattfinden soll, um die neuen Schüler zu begrüssen, teilnehmen kann. Ich habe mich nämlich gar nicht angemeldet! Sie meint, ich könne bestimmt mitgehen. Die Anmeldung sei nur für kostenpflichtige Ausflüge wichtig. Da ich sowieso schon da bin, erkundige ich mich auch gleich über den Flamenco-Kurs, den ich gebucht habe. Der startet wohl nächste Woche.
Den Heimweg habe ich ganz gut gefunden, obwohl ich überhaupt keinen Orientierungssinn besitze und heute Morgen zu gestresst war, um mir den ganzen Weg zu merken. Erst als ich mich im Quartier befinde, weiss ich nicht mehr welches Haus es ist. Ich suche die Nummer 19, aber die richtige Strasse scheint bei Nummer 15 aufzuhören! Ich entdecke eine grosse Eisentür, die die richtige sein könnte. Erstaunlicherweise komme ich mit meinem Schlüssel sogar rein! Aber das Treppenhaus sieht ganz anders aus. Ich versuche, bei den Türklingeln zu kontrollieren, ob Marias Nachname dasteht. Aber da sind überhaupt keine Namen, sondern nur Nummern! Wie soll man denn da wissen ob man richtig ist? Die sind doch verrückt, die Spanier! Nachdem ich bestimmt über eine halbe Stunde gesucht habe und alle Leute gefragt habe, die mir über den Weg gelaufen sind, mir aber niemand helfen konnte, drehe ich mich irgendwann um. Da sehe ich sie, die Laterne an der Hausmauer mit der Nummer 19. Als wäre sie so plötzlich hervorgezaubert worden! Ich trete ein und stelle mit Erleichterung fest, dass es diesmal das richtige Treppenhaus ist.
Nach der ganzen Aufregung, muss ich erst mal eine kurze Siesta machen. Danach erkundige ich mich bei Maria wegen des Abendessens. Sie macht mir das Essen um achtzehn Uhr, so dass ich rechtzeitig zu dem Spaziergang gehen kann.
Sogar etwas zu früh treffe ich im Innenhof des Schulhauptgebäudes ein, wo sich schon eine ganze Menge Schüler versammelt haben. Eine sehr kleine, zierliche und vor allem junge Frau – sie könnte schon fast als Mädchen durchgehen - hält eine Liste in der Hand und scheint die Schüler zu zählen. Das wird wohl die Leiterin des heutigen Ausfluges sein! Nur um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich dabei sein kann, melde ich ihr, dass ich mich nicht auf der Liste eingetragen habe. Mit einem freundlichen Lächeln bestätigt sie mir, dass das schon gut sei. Bis alle Teilnehmer da sind, setze ich mich auf einen Stuhl zu Andrew und ein paar anderen hin, die ich heute schon gesehen habe. Der Rundgang durch Sevilla gefällt mir sehr. Uns werden verschiedene wichtige Gebäude, Plätze und ein schöner Park gezeigt und erklärt. Unterwegs unterhalte ich mich mit einigen Leuten, wie zum Beispiel Nora und Bert. Nora ist eine kleine, süsse Engländerin, die eigentlich eher etwas asiatisch aussieht. Bert ist ein alter, dicker Holländer, der mir anfangs nicht sehr sympathisch war. Als ich ihm von meiner chaotischen Anreise und meinem verlorenen Koffer erzähle, scheine ich aber sein Mitgefühl zu wecken und er kann mich mit ein paar netten Worten etwas aufbauen. Anschliessend werden wir auf ein Getränk eingeladen. In der gemütlichen Bar lerne ich Tinto de verano kennen, Rotwein gemischt mit Zitronenlimonade. Sehr lecker und erfrischend! Am Tisch werden alle Sprachen durcheinander gesprochen, Englisch, Deutsch, Holländisch, Spanisch und andere. Vom Zuhören bekomme ich Kopfschmerzen. Ich bin froh, dass Nora schon ein bisschen früher geht. So kann ich gleich mit ihr gehen und gemeinsam den Weg bis zur Schule suchen, von wo aus ich den Weg nach Hause selber finde.
Zu Hause treffe ich endlich David, meinen Gastbruder. Auf ihn habe ich mich schon lange gefreut, vielleicht ist er ja hübsch! Aber leider bin ich von dem Anblick recht enttäuscht. Er ist ziemlich massig, trägt eine Brille, hat schwarze Löckchen und ist zudem sehr haarig, was etwas ungepflegt wirkt. Als er und Maria mir aber sagen, dass mein Koffer angekommen ist und ich ihn dann tatsächlich auch in meinem Zimmer stehen sehe, fühlt es sich an wie Weihnachten und Geburtstag zusammen! Ich hätte nie gedacht, dass ich über einen wiedergefundenen Koffer so glücklich sein könnte!
Dienstag 28.8.12
Um sieben Uhr klingelt mein Wecker, allerdings stehe ich erst eine halbe Stunde später auf. Ich glaube, noch nie zuvor in meinem Leben habe ich eine Dusche und frische Kleidung so sehr genossen wie jetzt!
Nachdem ich gestern Abend das Kulturprogramm der Schule gründlich studiert habe, melde ich mich heute in der Pause für den Ausflug von morgen an. Wir werden nämlich zum Strand in einem Naturpark gehen. Eigentlich hätte ich ja Unterricht um diese Zeit, aber wofür soll ich denn nach Spanien gehen, wenn ich nicht mal an den Strand kann? Beim Einschreiben erhalte ich von Gustavo einen Gutschein für eine gratis Sangría am Donnerstagabend. Das muss ich wohl ausnutzen!
