Alles ist gut! - Astrid Best-Botthof - E-Book

Alles ist gut! E-Book

Astrid Best-Botthof

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Beschreibung

Nein, diese Liebesgeschichte endet nicht mit dem erhofften happy end und doch erzählt sie von 28 erfüllten und wahrhaft glücklichen Jahren. Wie Krankheit zu einem wertvollen Geschenk wird und die Partnerschaft an ungeahnter Tiefe und Intensität gewinnt, davon lassen sehr bewegende Kapitel ahnen. In Briefen an ihre Enkeltochter erzählt die Autorin von den gemeinsamen Jahren, die vom Schicksal geprägt und von Liebe, Vertrauen und Glaube getragen sind. Es ist eine tiefe Dankbarkeit zu spüren, dass trotz aller Hürden und durch die Adoption zweier Töchter der Traum einer glücklichen Familie wahr wurde.

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Seitenzahl: 98

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Dieses Buch widme ich Charly,

meinem Engel,

mit dem ich 28 Jahre gemeinsam

durch unser wundervolles Leben gehen durfte,

sowie meinen beiden wunderbaren Töchtern

Bindya und Bijali,

durch die wir zu einer glücklichen Familie wurden

und

Sophia, meiner lieben Enkeltochter,

die als ein Geschenk des Himmels

mein Leben so unendlich bereichert.

Danke Euch!

Inhalt

Briefe an meine Enkeltochter

Vorwort

Schmetterlinge im Bauch

Veilchen im Park

Symi

… bis dass der Tod euch scheidet

Happy family

Charly, der beste Papi der Welt

Der zweite Geburtstag

Was Opa Charly so sehr mochte

Ein Rucksack voller Vertrauen und großer Schmerz

25 Jahre später …

Zufälle … oder was Seelen miteinander vereinbaren

Glaube an Wunder

Sprachlosigkeit

Spaziergang im Schnee

Worte an Charly, meinen Engel

Unser Lied – mehr als eine sentimentale Erinnerung

Charly mein Engel

Du warst ein Teil von mir

Vielleicht

Wenn Menschen an Charly denken

Als alles anders war

Der Weg in ein neues Jahr

Danksagung

Über die Autorin

Briefe an meine Enkeltochter

Es ist was du glaubst – Astrid 2021

Vorwort

Liebe Sophia,

als ich Dich zum ersten Mal im Arm halten durfte, warst Du kleines Sonntagskind gerade mal eine Stunde hier auf Erden. Ich habe mich riesig gefreut über dieses gesunde kleine Mädchen und wusste, Du bist von dort gekommen, wo Dein Opa hingegangen ist. Ja, ich war mir ganz sicher, Ihr seid Euch begegnet auf der großen Himmelswiese. Auch wenn es dort oben weder Zeit noch Raum gibt, so hatten Eure Seelen doch Zeit zusammen, in der Dir Dein Opa einiges erzählen konnte vom Leben hier auf der Erde. Und das hat er gewiss getan.

Ob Seelen, die sich begegnen, auch über Käsekuchen und die Freude am Schwimmen sprechen, weiß ich nicht, doch wenn sie es tun … dann hast Du Deinem Opa gut zugehört und es Dir gemerkt. Und alles, was er Dir im Himmel vielleicht nicht erzählt hat, erfährst Du von mir in diesem Buch. Ich erzähle Dir, wer Dein Opa Charly war und was ihn zu einem ganz besonderen Menschen für mich gemacht hat.

Viel Freude beim Lesen!

Deine Oma Astrid

PS: Dieses Buch sollte schon vor zehn Jahren entstehen, als die Idee in mir auftauchte, ich schreibe Dir, wer Dein Opa Charly war und was ich mit ihm in 28 wundervollen gemeinsamen Jahren alles erleben durfte.

Schmetterlinge im Bauch

So, liebe Sophia, nun will ich Dir erzählen, wie ich Deinen Opa Charly überhaupt kennengelernt habe und was es mit Marburg auf sich hat.

Stell Dir vor, ich war gerade mal sechzehn Jahre alt, als ich mit einer Jugendfreizeit des Sportvereins, in dem ich selbst aktiv und als Übungsleiterin im Mädchenturnen war, im Sommer im damaligen sonnigen Jugoslawien war. Bei dieser wunderbaren Freizeit waren auch Tischtennisspieler des Vereins dabei, die damals nach einem Schlafplatz für Tischtennisspieler eines befreundeten Vereins fragten, die bald für ein Wochenende zu einem Turnier kommen sollten. So kam es, dass Renate, ein nettes Mädchen des befreundeten Vereins, in unserer Familie übernachtete und ich an diesem Wochenende auch die anderen Spieler kennenlernte. Richtig geraten, Opa Charly war damals einer der besten Tischtennisspieler des befreundeten Vereins und wir verbrachten alle ein schönes Wochenende zusammen. Auch wenn ich selbst nie Tischtennis spielte, blieb der Kontakt bestehen, denn die liebe Renate, die Du inzwischen auch kennst, hat genauso gerne wie ich geschrieben. Ich meine echtes Schreiben.

Ja, wir haben uns damals wirklich Post geschickt. So bekam ich zum Geburtstag, zu Weihnachten und manchmal auch außer der Reihe ganz nette Post aus Allendorf, wo Renate stets alle anderen hat unterschreiben lassen, so auch Charly.

Ich war sogar einmal mit zu einem Treffen dort, obwohl ich nur Zuschauerin war, um die Gelegenheit zu nutzen, alle mal wiederzusehen. Und ich lernte damals schon meine späteren Schwiegereltern kennen, die die Dorfkneipe hatten, wo sich die Tischtennisspieler nach dem Training immer gerne noch trafen. Deinen Uropa hast Du ja selbst noch einige Jahre erleben dürfen.

Weißt Du, Sophia, ich glaube ja daran, dass sich unsere Seelen verabredet haben, wer hier auf Erden wen trifft, um miteinander das zu erfahren, was sich die Seelen vorgenommen haben. So vergingen also einige Jahre, wo wir uns nur wenige Male sahen. Aber immer wieder kam Post.

Opa Charly studierte in Marburg Mathematik, hatte ein Freisemester in den USA verbracht und ich hatte meine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen, um danach im Kindergarten zu arbeiten. Inzwischen schrieben wir uns auch ohne Renate Karten zu den verschiedensten Anlässen. Und im April 1982 kam zu meinem Geburtstag eine superschöne „Charly Brown“-Karte mit der wiederholten Einladung, doch mal ein Wochenende nach Marburg zu kommen und mir die schöne alte Unistadt anzuschauen. Dieses Mal nahm ich die Einladung an und fuhr gleich am 1. Mai mit dem geliehenen Auto meines Papas nach Marburg, da er nicht wollte, dass mein R4 womöglich stecken blieb.

Damals, Anfang der 80er Jahre, hatten wir noch keine Handys. Wir hatten uns also zu einer bestimmten Uhrzeit am Rudolfplatz verabredet. Dort wollte Charly hinkommen, um mich abzuholen, denn in den kleinen Altstadtgässchen, wo seine Studenten-WG war, konnte man nicht parken. So kam es dann auch. Ich war rechtzeitig dort und auch Charly kam pünktlich.

In der WG war dieses Wochenende niemand außer uns. So lernte ich auch Alfons, Opas Bruder, der damals noch dort wohnte, erst einige Wochen später kennen.

Opa Charly hat mir erst einmal die Altstadt und die schönen Wege an der Lahn gezeigt. Dann wollten wir Pizza essen in der besten Pizzeria der Stadt, die alle Studenten so gerne besuchten. Das taten wir auch. Doch Opa war ganz schön aufgeregt, so sehr, dass es ihm auf den Magen schlug und er am Abend, als wir noch in den Studentenkneipen unterwegs waren, statt Altbier lieber einen Tee bestellte. So entschieden wir, den nächsten Tee in der WG zu trinken, denn Teeauswahl gab es in der kleinen gemeinsamen Küche genug. Damals war es ziemlich „in“, alle möglichen aromatisierten Tees zu trinken. Ich hatte sogar ein Teeservice in meinem Zimmer.

In Marburg erfuhr ich von Opa Charly alles über Bob Dylan, seinen absoluten Lieblingssänger. Von ihm kannte er nicht nur alle Lieder, Texte und ihre Interpretationen, sondern auch, wie alle seine Texte im Zusammenhang mit seiner Biografie standen, wann er sie warum geschrieben und was es mit wem auf sich hatte. Ich glaube, im Zimmer gab es mehr Schallplatten, Poster und Bücher über Bob Dylan als über Mathematik. Ja, es gab damals noch Schallplatten und einen Plattenspieler … und wenn man seine Platten sorgsam hütete, wie Charly es tat, dann galt es, einen guten Plattenspieler mit einer guten Nadel zu haben, die die Platten nicht beschädigt. Schon damals liebte er Musik sehr und hörte sie gerne laut, was ich auch später noch oft nicht nachvollziehen konnte und auch nicht immer so toll fand. Doch damals, als wir beide die Schmetterlinge im Bauch spürten, war sowieso alles anders.

Musik war also eine wichtige Sache, auch für Opas Bruder, in dessen freiem Zimmer ich bei meinem ersten Besuch schlafen sollte. Dort hingen auch ganz viele Poster, aber vom Marburger Bachchor, in dem er voller Freude sang. So klang in der Marburger Zeit vieles zwischen Dylan und Klassik. Ich kannte mich schon damals nicht gut mit Musik aus, doch ich erinnere mich gerne daran, dass Charly einiges von Joan Baez hatte, so wie ich auch. Mir gefielen einfach ihre Lieder. Charly jedoch konnte mir auch noch all das erzählen, was Joan Baez und Bob Dylan verband und was sie in ihrem Leben als Musiker und als Paar gemeinsam erlebt hatten. Da Dein Opa im Jahr zuvor während seines Freisemesters eine lange Reise durch die USA gemacht hatte, sind mir auch Peter, Paul & Mary im Ohr, wenn sie „This land is your land“ singen. Ob Beatles, Bruce Springsteen oder The Dubliners, ob Pete Seeger, Rolling Stones oder Ravi Shankar und Norah Jones … ich könnte die Liste endlos verlängern … zu allen kannte er die Geschichten und Interpretationen und hatte auch seine ganz eigenen Gedanken dazu.

Ja, dieser 1. Mai, dieses erste gemeinsame Wochenende zu zweit sollte zum Beginn einer wunderschönen Geschichte werden, einer Lebensgeschichte, die ganz anders wurde, als wir sie uns zu Beginn gewünscht hatten und doch so einzigartig und wertvoll, dass ich Dir wieder und wieder davon erzählen möchte, was die wertvollen Geschenke in unserem Leben sind und waren.

An diesem ersten Wochenende in Marburg fühlten wir beide in unseren Herzen, dass jetzt die Zeit war, den Weg gemeinsam weiterzugehen. Sooo verliebt, sooo glücklich, so zart und einfühlsam begann das junge Pflänzchen unserer Liebe zu wachsen. So wunderschön war dieses Miteinander plötzlich da.

Wir erzählten einander endlos all unsere Geschichten. Zwar kannten wir uns schon einige Jahre, doch wussten wir nicht wirklich viel voneinander. Wir lagen so gerne einfach beieinander, hörten Musik, erzählten und sprachen von all den Dingen, die uns bewegten. Auch wenn ich es damals noch nicht so nannte, glaube ich heute, dass unsere Seelen vereinbart hatten, was sie miteinander erleben wollten. Vieles fühlte sich von Anfang an tief vertraut an. Dieses Vertrauen zueinander und in die geistige Führung sollte bald sehr viel mehr Bedeutung bekommen, als wir damals ahnten.

Die nächsten eineinhalb Jahre verbrachten wir so viele Wochenenden wie möglich gemeinsam in Marburg. Opa Charly wollte dort sein Studium abschließen und ich hatte meine Arbeit mehr als 100 km entfernt im Kindergarten. Meistens bin ich mit meinem R4 am Sonntagabend nach Hause gefahren, und wenn wir den Abend und die Nacht doch noch gemeinsam verbringen wollten, dann sind wir am Montag ganz früh aufgestanden, damit ich genügend Zeit hatte, um rechtzeitig und direkt zum Kindergarten zu fahren. Ja, das haben wir manchmal gemacht und der Abschied am Morgen war auch nicht leichter, so sehr liebten wir die gemeinsame Zeit miteinander.

Bereits im Sommer 82 hatten wir vier Wochen, die wir nicht zusammen verbrachten, da ich schon länger mit Freunden geplant hatte, die Ferien auf Kreta zu verbringen. Wir waren zu viert mit Zelten unterwegs mit Lisas Kasten-R4, in dem zwei von uns auch mal schlafen konnten. Das hat mich damals so begeistert, dass ich bald danach auch einen roten Kasten-R4 hatte, mit dem Opa Charly und ich bis nach Portugal gefahren sind, um an der Algarve zu zelten. Auch wir haben manchmal im Auto übernachtet, es gab sogar Vorhänge zum Zuziehen, die ich selbst genäht hatte.

In diesem Sommer wollte ich dann nach vier Wochen zurückfliegen, während die anderen noch blieben. Just zu dieser Zeit streikten die Piloten, ich kam nicht weg von Kreta und musste kurzerhand die Nachtfähre nehmen, um dann von Athen aus irgendwie nach Frankfurt zu kommen. Diese Nacht war ebenso spannend wie die Zeit auf dem Flughafen, denn es gab ja viele andere Passagiere, die auch darauf warteten, einen Platz im nächsten Flugzeug zu bekommen. Und ja, es war noch die Zeit ohne Handys. Wir hatten vereinbart, dass ich mich am Telefon melde, sobald ich einen Platz habe und weiß, wann ich fliegen werde. Schließlich war es irgendwann so weit, ich konnte nach Hause fliegen. Charly holte mich am Flughafen ab, auf unerklärliche Weise bin ich irgendwie zu einem falschen Ausgang rausgekommen und es dauerte eine Weile, bis wir uns zusammengefunden hatten – ohne Handys! Von da ab haben wir unsere Urlaube gemeinsam unternommen und es gibt so viele wunderschöne Erinnerungen.