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Mariella wusste von Anfang an, dass es leichtsinnig und gefährlich war, sich mit einem reichen, attraktiven, aber eiskalten Geschäftsmann einzulassen.
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Marie Cordonnier
Am Abend nach der Party
Roman
BsB
BestSelectBook_Digital Publishers
»Die Fotos und Layouts können wir als Basis nehmen, aber wir müssen noch einmal ausführlich über die Texte sprechen, so kann das nicht laufen...«
»Ja?« Mariella Peters sah auf, als ihr Ressort an die Reihe kam. Ihre Augen hinter der großen Brille verengten sich etwas. Doch die dichten Rauchschwaden über dem Konferenztisch machten es ihr schwer, die hochgewachsene Gestalt am anderen Ende genau zu erkennen. Spürbar war nur die Aura von Macht, mit der dieser Mann alle Personen im Raum beherrschte.
»Der Kaufanreiz fehlt völlig! Das Ganze klingt, als würden wir uns bei Greenpeace dafür entschuldigen, dass wir die Frechheit haben, Pelze zu verkaufen!«
Mariella schluckte. Anzeigen-Präsentationen waren immer schwierig, aber dieser Kunde entwickelte sich zum echten Problemfall. Seit fast zwei Stunden landete eine Idee nach der anderen im Papierkorb.
Empört verteidigte sie sich. »Wir wollen schließlich Kundinnen aus dem gehobenen Mittelstand und aus den Karriereetagen ansprechen. Wir können nicht so tun, als wäre das Robbenschlachten zum Beispiel nur eine Erfindung der bösen Presse.« Ihre Ironie war unüberhörbar.
Das plötzliche, unheilvolle Schweigen war fast mit den Händen zu greifen. Mariella erkannte klar, dass sie soeben das erste und oberste Gebot der Werbebranche verletzt hatte: Der Kunde hat immer Recht!
Keith P. Randall, von Randall, Meyers Ltd., blieb völlig ungerührt. Keine Miene verzog sich in seinem harten, kantigen Gesicht, das von einer ausgeprägten Nase und tiefdunklen Augen beherrscht wurde.
Es fiel schwer zu glauben, dass er erst fünfunddreißig sein sollte. Kühl und gelassen musterte er die junge Frau in ihrem saloppen Jeans-Overall. Seine Kaltblütigkeit ließ Mariella alle guten Vorsätze vergessen.
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